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Die (ganz subjektiv) besten deutschen Manga 2014 (oder zumindest ein Teil davon) 2014, Bestenliste, Carlsen, DManga, Doujinshi, EMA, Get Your Man, Schwarzer Turm, Tokyopop

Autor:  roterKater
 
Happy new year allerseits!
 
2014 dürfte bisher wohl das beste Jahr für den deutschsprachigen Manga gewesen sein. Ich hab ja letztes Jahr fleißig versucht, alle DManga-Neuheiten hier im Blog zu listen (hier noch mal der letzte Teil mit Übersicht). Da Bestenlisten zum Jahresende schwer in Mode sind, hab ich mich hier auch mal an einer versucht. Diese reflektiert natürlich nur meine ganz private Meinung, und, ganz egal, wie umfangreich man sie anlegt, immer hätten noch ein Stapel weiterer Titel Erwähnung verdient. Also nehmt's am besten als kleine, unvollständige, ganz subjektive Empfehlungsliste!
 
#20: MARTILLO'S MYSTERIOUS BOOKS von Luisa Magical_Yaku Velontrova (Tokyopop)
 
 
Eine niedliche Shoujo-Fantasy-Geschichte um Magie und Bücher, sehr sauber, klar und kontrastreich gezeichnet, in Luisas unverwechselbar niedlichem No-Nose-Stil. Linearts, Hintergründe und Actionszenen lassen zeichnerisch wenig zu wünschen übrig. Das Ganze ist getragen von einer leichten, humorvollen Atmosphäre. Woran es noch ein bisschen fehlt, sind Drama und Spannung in der Erzählung. Besonders zum Finale hin geht für unsere Helden doch alles ziemlich glatt über die Bühne. Dennoch sehr lesenswertes Langcomic-Debüt!
Tokyopop stellt den Manga übrigens auch in einer Gratis-Webversion zur Verfügung!
 
 
#19: AQUABOX HEADQUARTERS ZERO von Marika yamiz Paul & Sia (Doujinshi)
 
 
Ein Boyslove-Manga mit Superhelden-Thematik? Aber immer doch her damit! Wenn man dem Band etwas vorwerfen will, dann, dass in der Nummer Null von beidem noch nicht so wirklich viel zu erkennen ist. Aber hier gibt's ja auch erstmal nur die Vorgeschichte. Dafür verwöhnt das Heft mit schicken Zeichnungen, die durchaus auch Einflüsse des amerikanischen Superhelden-Mainstreams aufgreifen. Lohnenswerter Genre- und Kulturmix.
 
 
#18: CRASH 'N' BURN von Mikiko abgemeldet Ponczeck (Tokyopop)
 
 
 
Nach wiederholten Verschiebungen erschienen beide Bände im Sommer in kurzer Abfolge und dürften sich verkaufstechnisch als Überraschungshit des Jahres erwiesen haben. Zumindest hörte man hier und da Händler schon von der "neuen Anna Hollmann" schwärmen. Das Boyslove-Musikdrama überzeugt Genre-untypisch mit harten Jungs, klaren, schnörkellosen Zeichnungen und intensivem Drama, auch wenn der Abschluss in Band 2 (SWAT-Team) dann doch ein klein wenig unfreiwillig komisch geraten ist. An Yonen Buzz kommt es erzählerisch zwar nicht ganz ran. Aber dafür gibt's halt mehr unverdünnten Männersex!
 
 
#17 BRAVE von Patricia-Vanessa Rechenbaer Müller (Doujinshi)
 
 
Wunderschön unspektakuläre und gefühlvolle Kurzgeschichte um Mut und wichtige Entscheidungen, in einem traumhaften, pastelligen Vollfarb-Zeichenstil, der auch eher Graphic-Novel-affines Publikum ansprechen sollte. Bezaubernd!
 
 
#16 KA-MO von Ban_Zarbo (Doujinshi)
 
 
Hier gibt's knallige Fantasy-Action nach japanischem Mainstream-Shounen-Vorbild, und das ist gerade zeichentechnisch dahingehend wirklich beeindruckend. Wer noch Zweifel hegt, dass es die heimischen Mangaka an Skills mit den japanischen Vorbildern aufnehmen können, kann sich hier eines Besseren überzeugen. Nur die Story ist dabei noch etwas konfus und in den Actionszenen ewas unübersichtlich geraten. Aber das kann man genau genommen auch über viele japanische Titel sagen. Cope Soul von Zwillingsschwesterchen Gin_Zarbo ist übrigens ähnlich gelagert und genauso empfehlenswert.
 
 
#15 VERNARRT 2 (diverse) (Doujinshi)
 
 
In der zweiten Ausgabe der empfehlenswerten Nachwuchs-Doujinshi-Anthologie haben es mir zwei Storys besonders angetan: VERsez-moi von Hanna anotheryou Wenzel und Sophie Salamandra Schönhammer ist eine gefühlvoll erzählte und edel gezeichnet Kurzgeschichte um einen alten Mann, eine junge Kellnerin und die Einsamkeit, die sie verbindet. Bei VERsteckt von Franziska Babbelfish Beyer wird's dagegen echt schräg, wenn die unsichtbaren Monster in unserer Begleitung uns das Leben durcheinanderwürfeln. Und dieses junge Gemüse immer mit ihren begnadeten Zeichenskills! Der Band hält auch noch ein paar weitere Überraschungen bereit und ist eine wirklich lohnenswerte Anschaffung.
 
 
#14 HOCKEY HOMO 1+2 von Nana Yaa Kyere (Neon Comics)
 
  
 
Der passend betitelte Yaoi-Eishockey-Manga dürfte ja mittlerweile zu den bekanntesten Szene-Instanzen zählen. Und zurecht: Der flott gezeichnete und unterhaltsam erzählte Sport-Porno besticht besonders durch die frechen Dialoge und die unverkrampften Sexszenen, die stets bemüht sind, typische Boyslove-Klischees zu umschiffen. Zeichnerisch vermisst man trotz des zeitökonomischen Ansatzes nichts, denn Paneling, Seitenaufbau und Gefühlsdarstellungen sind tadellos. Was noch etwas stört, sind die ausschweifenden Gedankenmonologe, die oft nur erklären, was eigentlich auch zwischen den Zeilen deutlich wird und zwei Seiten später zur Sicherheit nochmal im Dialog auftaucht (die Figuren tragen ihr Herz eh alle auf der Zunge). Aber irgendwie passt's ja auch wieder zu den Sexszenen, dass hier absolut nichts der Phantasie überlassen bleibt. In jedem Fall eine sehr spaßige Lektüre!
Lest die Webversion, wenn ihr alt genug dafür seid!
 
 
#13 BEYOND TIME von Zorika Wopanda Gaeta (Doujinshi)
 
 
Inhaltlich klingt diese Fantasy-Geschichte erst mal nach Altbekanntem: Schülerin trifft im Wald mysteriösen jungen Mann, und bald beginnen Traum und Wirklichkeit zu verschmelzen. Die stilistische Umsetzung aber ist höchst originell: Zorika arbeitet mit Umschärfen und Tiefenmontagen; die Zeichnungen entwickeln so beim Lesen eine seltsame Eigendynamik und saugen einen direkt in das Geschehen ein. Interessantes, faszinierendes Stilexperiment.
 
 
#12 REMORSE von pearsfears (Doujinshi)
 
 
Die Fortsetzung zum letztjährigen Boyslove-Doujinshi Remains bietet wieder eine bittersüße Liebesgeschichte. Allein schon das Cover ist erneut echt ein Traum. Zeichnungen (bis auf ein paar anatomische Kleinigkeiten), Bild- und Erzählfluss sind wirklich beeindruckend, und Pears scheut sich auch nicht, den LeserInnen zum Ende der Geschichte mal eben gnadenlos das Herz zu brechen. Eine der deutschen Mangaka, die sich gegenwärtig am schnellsten weiterentwickeln. Traurig-schön.
 
 
#11 78 TAGE AUF DER STRASSE DES HASSES Heft 14-17 von David Yeo Füleki (Delfinium Prints)
 
 
Zu Defs Meta-Comedy-Splatter muss man eigentlich nichts mehr sagen. Wer's noch nicht kennt, kann sich ja mal endlich die überarbeiteten Neuausgaben bei Tokyopop zulegen. Die wie üblich selbst getackerten Heftchen sind natürlich nochmal 'ne Ecke charmanter. Das den Großteil der bisherigen Hefte füllende Lausbuben-Battle-Royal findet nun endlich seinen Abschluss (Heft 18 mit dem Finale gibt's auch schon, aber das hab ich noch nicht, also HALTET BLOSS DIE KLAPPE!) und man darf gespannt sein, wie sich die Serie zurück zum ursprünglichen Ansatz der Handlung begibt. Kult!
 
 
#10 BASAR DER ERINNERUNGEN von Diana crow13 Liesaus (Doujinshi)
 
 
Bildschönes, orientalisch angehauchtes Fantasy-Märchen um einen geheimnisvollen Geschichtenerzähler, das überwiegend in Bleistift gehalten ist und so, auch in seiner technischen Vollendung, an Marie Sanns Krähen erinnert. Absoluter Eyecandy!
 
 
#9 WALD von Katharina kacha Kirsch (Doujinshi)
 
 
Ein alter Jäger, eine mysteriöse Rehfrau, ein kleiner Junge ... Diese Kurzgeschichte besticht nicht nur mit traumhafter Naturkulisse und wunderschönen Zeichnungen, sondern auch mit einer schönen Dosis an guter alter Unheimlichkeit. Viel passiert nicht, aber er wirkt nach. Klassischer Grusel in hochmoderner Optik.
 
 
#8 AUSGESPROCHEN AUSGESCHRIEBEN von Lancha und Sethan (Doujinshi)
 
 
Von Aufmachung, stilistischer Umsetzung und Erzählführung kommt dieses Heft wie ein klassisches japanisches Boyslove-Doujinshi daher, spielt aber in Berlin, was dem Ganzen eine besondere Note verleiht. Technisch und erzählerisch ist das zudem absolut auf der internationalen Höhe der Zeit, und die gefühlvolle Geschichte um ein Coming-out per Brieffreundschaft setzt sich über die darstellerischen Mittel des Manga durchaus ambitioniert mit den Sorgen schwuler Jugendlicher auseinander. Auch der Druck ist sehr hochwertig.
 
 
#7 DREIZEHN von Justyna Dezibel Koj (Egmont Manga)
 
 
Gerade hatten wir erst Märchen, dann Schauerromantik und dann Boyslove, und jetzt alles drei zusammen in einem Band! Die ebenso humorvolle wie spannende Schornsteinfeger-Mär überzeugt in den romantischen wie den gruseligen Passagen und lässt zeichnerisch zu keiner Zeit vermuten, dass man hier ein Debüt-Werk vor der Nase hat. Lesenswert!
 
 
#6 LOST CTRL 1 von Evelyne evy_clocharde Park (Carlsen Manga)
 
 
Was unsere nach Korea verheiratete Exilschweizerin hier abliefert, dürfte viele überrascht haben, nämlich eine waschechte Science-Fiction-Story über den Albtraum allgegenwärtiger Vernetzung und eine kleine Rebellengruppe, die erbittert versucht, das System zu unterwandern. Der Manga trägt dabei durchaus auch märchenhafte Züge und legt im Gegensatz zu vielen anderen Sci-Fi-Comics viel Wert auf das emotionale Innenleben der Figuren und die zwischenmenschlichen Beziehungen des merkwürdigen kleinen Rebellen-Biotops. Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär gezeichnet, entwickelt aber schnell eine faszinierende Sogkraft. Die Fortsetzung wird sehnlichst erwartet!
 
 
#5 HEARTS FOR SALE von Julia K. miyuli (Doujinshi)
 
 
Der bilderbuchhafte, vollfarbige Märchen-Manga hat auch international einiges Aufsehen erregt. Bezaubernd und technisch vollendet gezeichnet, gefühlvoll und einfach nur wunderschön.
 
 
#4 Omega von fuwishi (Doujinshi)
 
 
Inhaltlich gibt es hier recht typische, aber stimmungsvoll erzählte Boyslove-Romance. Was mich hier aber wirklich umgehauen hat, ist das Artwork und insbesondere das Seiten-Layout. Um zu beschreiben, was hier vor sich geht, fehlt uns das comickritische Vokabular, aber hier trifft modernste Graphic-Design-Kunst auf visuelles Manga-Storytelling. Wie die Panels, verbunden durch allerlei grafische Muster, spielerisch frei über die Seiten fliegen, die Texte ins Design einbeziehen und dabei auch noch die Erzählung unterstützen, ohne sich als bloßer formalistischer Manierismus zu entpuppen, hab ich zumindest so noch nicht gesehen. Und ja, auch hierbei handelt es sich um ein Debütwerk. Dass sich das künstlerische Potential der jungen Berlinerin damit noch lange nicht erschöpft, bewies sie dieses Jahr übrigens auch mit dem bezaubernden Aquarell-Storybook The Cat that Knows Chopin.
 
 
#3 GLOW von Theresia MagicRabbit Zimmermann (Doujinshi)
 
 
Die drei Grusel-Kurzgeschichten in diesem Storybook sind, besonders textlich, unglaublich einfach gehalten, aber gleichzeitig auch wirklich, wirklich creepy. Gerade die zweite Geschichte Spuk führt das an sich total simple Konzept zu einem echt unheimlichen Gänsehaut-Ende. Die reduzierte Aquarell-Optik führt den Blick dabei geschickt auf Entdeckungsreise nach wichtigen Details in den Bildern. Ganz großartiges Büchlein für Gruselfreunde.
 
 
#2 HE'S HALF-BAKED von Anna HolzEsserin Backhausen und Sophie Salamandra Schönhammer (Doujinshi)
 
 
Von Anna und Sophie kam ja dieses Jahr einiges raus, unter anderem auch in der oben bereits erwähnten zweiten VERnarrt-Anthologie. Zusammen bilden sie aber ein echten Dream-Team. Neben dem hier erwähnten Heft erschienen noch zwei weitere gemeinsame Doujinshi dieses Jahr, Petrichor und Get this Straight. Die hätten hier genauso gut stehen können, aber Sophies ungemein spritzige Dialogführung dieser Rom-Com um einen schlagfertigen Studenten und eine ebenso flinkzüngige Endzwanzigerin macht den Titel zu meinem persönlichen Favo des Duos. Und Anna gehört mit ihren 19 Jahren zeichentechnisch bereits jetzt zu den absoluten Hoffnungsträgern der deutschen Mangaka-Zunft.
 
 
#1 GET YOUR MAN von von Kami kamidog (Schwarzer Turm)
 
 
Tja, was soll man dazu sagen? Die Überraschung des Jahres kam komplett aus dem Nichts und hat sie im vergangenen Jahr alle weggerockt! Der frech-frivole Boyslove-Manga um Mountie Francis und Chirurg Charles erzählt seine Episoden nicht in einer Handlungswelt, sondern in unzähligen Parallelwelten, mal in der Zukunft mit Francis als Roboter, im Weltall oder zur Studentenzeit. Gleich bleibt der absurde Humor und der schräge Zeichenstil, der immer wieder in putzige Chibi-Darstellungen verfällt und nebenbei auch keinen Bogen um Körperbehaarung und Bierbäuchlein macht. Die vollfarbigen Zeichnungen geben dem Ganzen noch den Extrakick. Der Stil ist einfach nur lässig, cool und witzig und dabei auch noch höchst originell. Ein ebenso ungewöhnliches wie unterhaltsames Büchlein, und dank der tollen Verarbeitung auch rein haptisch eine der besten Veröffentlichungen des letzten Jahres!
In Webversion und Druckversion gibt es diverse alternative Episoden.
 
 
Und jetzt würde mich natürlich noch interessieren: Wie sehen eure Highlights aus? :3
 
In den nächsten Tagen kommt übrigens noch ein Post zu den besten Webmanga 2014. Also schaut doch später mal wieder rein!