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Codex: Yamiz Carlsen, Codex Conventionis Daemonum, DManga, Marika Paul

Autor:  roterKater

Ich vergess immer, meine ganzen schönen Einträge hochzuladen! Schande über mich! Dabei krieg ich doch am Wochenende auf der ChisaiiCon (hoffentlich) schon wieder neue. Und ich hab noch so viele zu zeigen ...

Also, heute ist mein Stargast jedenfalls Marika yamiz Paul. Die Yami hat letztes Jahr bei Comicstars den fetzigen Sport-Manga Daftball veröffentlicht. Demnächst erscheint bei Carlsen ihr neues Projekt Royal Lip Service.

Für mein Büchlein hat Yami ihre, äh, besondere Art von dämonischem Einfluss illustriert:




Tja, Kinder, sowas passiert, wenn man die falschen Bücher liest! Also lest lieber Manga! Davon bekommt ihr höchstens tellergroße Augen, allgemeine Charakterverflachung und führt den ganzen Tag lang innere Monologe. Aber immer noch besser als Hirnfraß ... irgendwie ...


P.S. Boaaaah, Scanrand! Wir werden alle sterben! Aaaaaaaahhhh...



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Review: "Daftball" Comicstars, Daftball, DManga, Marika Paul

Autor:  roterKater



Marika yamiz Paul: "Daftball 1"
Comicstars/ Knaur
6,99€



Bei Comicstars dürfen sich die deutschen Zeichner ja auch mal in Genres austoben, um die die anderen Verlage lieber einen großen Bogen machen. Und Tadaa! Ein Sport-Manga aus Deutschland! Allein das ist mir schon ein Review wert! "Daftball" ist fraglos was besonderes auf dem deutschen Markt, ist er doch einer der wenigen Manga, die sich tatsächlich mal etwas völlig Eigenständiges und Originelles ausgedacht haben. Das Tischtennis-Thema erhält nämlich noch ein Update durch abenteuerliche Technologie und Fantasy-Spezialattacken, das Ganze sogar mit einer passenden pseudowissenschaftlichen Erklärung  - dafür macht sich sonst kaum mal wer die Mühe - und steht damit so sehr in klassischer Shônen-Manga-Tradition wie kaum ein deutscher Manga weit und breit. "Daftball" ist ein Manga mit Idee, und das rechne ich ihm hoch an!


Darüber hinaus liest sich "Daftball" auch überaus unterhaltsam, was der nächste Pluspunkt wäre. Wir begleiten Daftball-Neuling Tonino, der von seinem Daftball-verrückten kleinen Bruder Luka quasi dazu gedrängt wird, einmal selbst den Schläger in die Hand zu nehmen und natürlich bald - wortwörtlich - Feuer und Flamme für den neuen Trendsport ist. Nur ist Tonino leider etwas Charakter-schwierig und insbesondere mit einer ausgesprochen großen Klappe gesegnet, die immer wieder für Ärger bei seinen Teamkollegen und Erheiterung beim Leser sorgt. Auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll und sympathisch gezeichnet. Besonders der fresssüchtige Kai mit seinem unnachahmlichen Talent, immer und überall irgendwelchen Süßkram hervorzuzaubern, hat's mir angetan.

Die Idee, den Leser über Daftball-Neuling und -Skeptiker Tonino sorgfältig an den Fantasy-Sport heranzuführen, ist sicherlich dramaturgisch verständlich, ergibt aber hier und da kleinere Ungereimtheiten in der Story. (Warum hat Tonino, ein Trendopfer sondergleichen und ehemaliger Tischtennis-Oberligist, zum Beispiel noch nie was von Daftball gehört? Er müsste doch eigentlich der erste sein, der das mitschneidet, besonders angesichts seines offensichtlich äußerst mitteilungsbedürftigen kleinen Bruders. Oder warum ist der Trainer so versessen darauf, jemanden in die Mannschaft zu holen, der offensichtlich keinen Bock hat, wo doch angeblich so ein Ansturm auf die wenigen verfügbaren Spieltische besteht?) Diese Kleinigkeiten trüben den Spaß aber auch höchstens, wenn man anfängt, drüber nachzudenken, wozu der Verfasser dieses Reviews unglücklicherweise etwas überproportional neigt, also könnt ihr diesen Abschnitt auch getrost ignorieren.

Ein wirklich tolles Gimmick ist übrigens, dass die nicht nur der Anfang, sondern auch die Abschlussseiten der Geschichte in Farbe gehalten sind. Das macht das Ende noch einmal deutlich effektiver (und den Cliffhanger frustrierender).

Was aber wirklich Lust macht, ist Marikas kräftiger und ungemein dynamischer Zeichenstil mit aussagestarken Inkings, reichlich Schwarzflächen und Rastern nur da, wo sie wirklich nötig sind. In den Action-Szenen gibt es spektakuläre Effekte zu bestaunen. Mir fällt sonst in Deutschland eigentlich nur die andere Marika (Herzog) ein, die ihre Action-Szenen mit so viel "Wuuschhh" zeichnet, wenn ihr versteht, was ich meine. Optisch kann sich "Daftball" also wirklich sehen lassen. In der Bewegungsdarstellung fehlt sicher noch ein wenig die Souveränität japanischer Vollprofis. Aber dafür hat Marika einen durchaus eigenständigen und leicht wiedererkennbaren Stil, der offensichtlich gerade am Anfang seiner Reife steht. Man darf also auf die Fortsetzung gespannt sein.

Leider pausiert "Daftball" derzeit bei Comicstars, weil Yami für Carlsen an dem BL-Manga "Royal Lip Service" arbeitet, der im Sommer erscheint. Hoffentlich geht's bald weiter!