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Die DC 52's - Runde 4, Teil 3. DC After Dark DC, I, Vampire, Justice League Dark, Vampire

Autor:  roterKater

Und nun noch zwei Titel aus der etwas düstereren Ecke des aktuellen DC-Universums. Haltet das Popcorn gut fest und freut auch auf Vampire, viel schwarze Magie und die beiden besten aktuellen DC-Covers!


I, Vampire



Dies ist sicherlich der Titel, der den meisten Manga-Fans am ehesten ins Auge springen würde. Der Titel verspricht Vampire, das Cover hoch ästhetischen Sex-Appeal jenseits von übertriebener Superhelden-Anatomie. Etwas Düsternis, etwas Kitsch, also irgendwie Victoria Frances, nur in cool. ComicsAlliance hat es zwar etwas sarkastisch mit a beautifully drawn image accompanying someone's "What If Witchblade Joined Team Jacob" fanfic abgetan, aber es sieht trotzdem einfach nur toll aus! (Und ist natürlich ganz eindeutig Team Edward!)
 

Wer mit dieser Einstellung das Heft aufschlägt, wird sich dann aber doch etwas wundern. Der erotisierte Hyperrealismus des Covers wird hier nämlich abgelöst von einem reduzierten, groben, aus hart geinkten Hell-Dunkel-Kontrasten herausarbeitenden Artwork von Andrea Sorrentino, das zwar längst nicht so sexy ist wie das Cover (und daher wohl einige enttäuschen dürfte), dafür aber sehr viel stilvoller und weniger plakativ (was andere wiederum positiv überraschen sollte).

 

Die Zeichnungen wirken zwar etwas digital und unterkühlt, aber für mich durchaus ansprechend und attraktiv, wenn man sich ein wenig rein gelesen hat. Es gibt ein paar wirklich traumhafte Szenen, wie zum Beispiel Seite 5 mit der Kussszene.

 

Auch inhaltlich gibt sich I, Vampire auf den ersten Blick etwas sperrig, bei näherer Betrachtung äußerst interessant. Erzählt wird von den Vampiren Andrew und Mary, seit Jahrhunderten miteinander verbunden, aber nun finden sie sich auf verschiedenen Seiten wieder. Während Andrew, der nicht unter dem Durst nach menschlichem Blut zu leiden scheint, eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Vampiren anstrebt, will Mary nicht länger im Dunkeln leben. Und schon gar nicht will sie die Herrschaft über das Schicksal diversen dahergelaufenen Superhelden überlassen ...

 

Vieles wird im ersten Heft über die Vergangenheit von Mary und Andrew, insbesondere im Hinblick auf ihre Beziehung, erst angedeutet, aber das Schöne dabei ist, dass man sich zwischen den Zeilen durchaus ein ungefähres Bild machen kann. Überhaupt wird wenig Exposition explizit im Dialog erwähnt (ein paar Dinge über Vampire, zum Beispiel, dass das Sonnenlicht sie schwächt, aber nicht tötet), das meiste hingegen durch die berühmte Formel "Show, don't tell": Die übernatürlichen Fähigkeiten der beiden bekommen wir zum Beispiel rein visuell vermittelt.

Autor Joshua Hale Falkov erzählt seine Geschichte sehr verschachtelt und über diverse Rückblenden, neben denen die (Off-)Texte teils unabhängig her laufen. Wenn man dem Comic einen Vorwurf machen will, dann, dass es durch die betonte Grobheit im Artwork und die komplexe Erzählstruktur beim Leser schnell zu Missverständnissen im Hinblick auf die Beziehung von Text und Bild kommen kann (die beiden Frauenfiguren kann man zu leicht verwechseln). Aber mit etwas Konzentration sollte man die Geschichte beim zweiten Mal lesen verstanden haben, und nach 20 Seiten hat die Story einen höchst eleganten Kreis geschlossen.

 

I, Vampire scheint optisch, stilistisch und inhaltlich so gar nicht in den DC-Superhelden-Kosmos zu passen. Von daher bleibt abzuwarten, wie sich das bereits angedeutete künftige Auftauchen der maskierten Vigilanten auf die Geschichte auswirkt, aber es scheint da zumindest einiges an interessantem Potential vorhanden zu sein. Der Comic entfernt sich gefährlich vom Geschmack des typischen Superhelden-Publikums, und ich kann nur hoffen, dass ihm das nicht vorzeitig zum Verhängnis werden wird. Denn ich bin wirklich gespannt, was dieser Titel noch so alles parat hat.

 

 

Justice League Dark



Dieser Titel ist nach dem ersten Heft ziemlich schwierig zu reviewen, weil man einfach noch sehr wenig unfallfrei über die Story sagen kann. Das Ganze ist reichlich verworren erzählt, die zahlreichen Handlungsstränge fügen sich noch nicht wirklich zu einem sinnigen Ganzen zusammen, und zudem taucht als Antagonistin eine wahnsinnig gewordene Hexe Enchantress auf, die das Rationalitätskontinuum der Welt kräftig durcheinander bringt.

 

Als Gegenangriff trommelt Madame Xanadu (die auch in Demon Knights auftaucht) diverse magisch begabte Helden zusammen, von denen die meisten sich eher in Serien des DC-Sublabels Vertigo tummeln, darunter Deadman aus dem Neustart DC Universe Presents und "Mr. Hellblazer" John Constantine höchstselbst, auf den ich mich am meisten gefreut habe, der aber bisher nur auf einer Seite auftaucht. Die alteingesessene Justice League um Superman, Batman und Wonder Woman hat sich an der verrückten Hexe bereits die Zähne ausgebissen (oder wurden von Zähnen zerbissen, wie man's nimmt) und nun muss also ein neues Team ran, das in schwarzmagischen Gefilden eher beheimatet ist.

 

Die diversen mühsam zusammengeflickten Handlungsstränge halten trotz verwirrendem Gesamteindruck viele tolle (und fiese) kleine Szenen parat, setzt aber wohl gewisse Grundkenntnisse der zahlreichen auftauchenden DC-Figuren voraus. Besonders beeindruckt aber das tolle Artwork, das eher realistische Figuren mit detailverliebten Hintergründen und warmen Aquarellfarben (bzw. entsprechenden Texturen, das kann man heutzutage ja nicht mehr auseinander halten) verbindet und optisch verdammt viel her macht. Das Cover ist ja allein auch schon fast das Geld für das Heft wert.

 

Also optisch äußerst ansprechend, inhaltlich noch etwas konfus. Künftige Hefte bringen hoffentlich etwas Ordnung ins Chaos, aber die Zeichnungen lassen mich der Serie noch einiges an Geduld entgegen bringen. Mal schauen, was draus wird!