Heute weiß ich nicht mehr, ob es damals schlagartig passierte oder schleichend, aber irgendwann wurde mir bewusst, dass sich etwas geändert hatte. Vermutlich lag es an den Ereignissen in den Monaten zuvor: Mein Leben wurde an so vielen Stellen herumgewirbelt und wollte neu sortiert werden. Um den Kopf frei zu bekommen, schrieb ich zu dem Zeitpunkt wie eine Wilde – aber halt keine Geschichten mehr, sondern „nur“ Tagebuch. Und als ich dann wieder mit den Geschichten starten wollte, ging es plötzlich nicht mehr. Sätze fielen mir schwer, Ideen stockten. Zeichnen? Wurde ebenfalls beschwerlich…
Anfangs dachte ich noch, dass es sich von alleine geben würde. Vielleicht brauchte ich einfach nur mal ein paar Tage, um die kreativen Batterien wieder aufzuladen. Aus Tagen wurden allerdings Wochen und aus Wochen Monate.
Aber ich ließ mich nicht unterkriegen: Immer wieder webte ich kleine Versuche mit ein, stellte mir Aufgaben und suchte Anregungen, um die Motivation zurück zu holen – aber letztlich brach ich es fast immer wieder ab. Und aus Monaten wurden Jahre. Inzwischen über zehn Jahre.
Mittlerweile habe ich das Zeichnen wieder etwas mehr in meinen Alltag zurückholen können und auch andere, teils kreative Hobbies sind über die Zeit dazu gekommen. Aber trotzdem merke ich, dass mir das Schreiben meiner Geschichten noch immer fehlt. Aktuell sogar mehr denn je und vielleicht ist das ein Zeichen, um endlich wieder richtig loszulegen? Aber wie, wenn man so eingerostet ist? Nun, vielleicht nicht unbedingt sofort mit einem dicken Roman, sondern erst mal mit was Kleinem. Jeden Tag ein paar Minuten – das wäre doch was, oder? Und genau das will ich nun versuchen: Jeden Tag 10 Minuten lang zu einem beliebigen Thema etwas schreiben. Frei raus, ohne vorher drüber nachzudenken oder es hinterher zu korrigieren - egal, wie gut oder schlecht ich den Text am Ende finde. Gar nicht so leicht für mich und meinen inneren Kritiker... Aber ich glaube, auch das kann mir helfen: Nicht mehr alles zerdenken, sondern einfach fließen lassen. So wie früher mal irgendwann.
Das sind also die Regeln:
- Täglich ein Text! Ich lasse mich selbst überraschen und habe zehn Minuten Zeit fürs Schreiben.
- Keine Korrekturen! Na ja, fast: Rechtschreibfehlerchen, ja, aber keine Änderungen an Formulierungen, Inhalt etc.
- Die Ergebnisse lade ich hier hoch! Möglichst täglich, ansonsten zwischendurch ein paar Texte gesammelt.
Warum überhaupt? Weil ich hoffe, dass es mir weiteren Ansporn bringen kann. Und vielleicht hilft die Idee auch anderen, die gerade in einer ähnlichen Situation sind? :)
- Und: Jeden Tag ein neues, unbekanntes Thema! Damit mir die nicht ausgehen, nutze ich das Wort des Tages von duden.de.
Das versuche ich jetzt erst mal den Januar über und wenn es gut läuft, verlängere ich :)
Und last but not least möchte ich der lieben
Gedankenchaotin danken, die mich auf die Idee für diese Challenge brachte :) Nun denn, genug der Vorworte: Los geht die Reise!
EDIT: nach einem erfolgreichen Januar geht es im Februar weiter! Aber die Zeitvorgabe gestalte ich etwas lockerer und darf im Nachgang auch kleine (!) Änderungen vornehmen :)
Und damit: Auf in den März ;) bzw. April :D - und inzwischen wohl auf ins ganze Jahr 2024 ;) Mittlerweile ist das Schreiben wieder zur täglichen Routine geworden und aus den Themen entwickeln sich teilweise sogar zusammenhängende Geschichten mit wiederkehrenden Charakteren :) Zumindest zwei davon möchte ich gerne beenden und solange wird diese Challenge auf jeden Fall noch weitergehen :)
Zur Trigger-Warnung: Im späteren Verlauf der Challenge entwickelt sich eine längere Geschichte, bei der auch die traumatischen Erlebnisse aus der Vergangenheit der beiden Hauptfiguren (Frido und Dominik) aufgezeigt werden. Fokus liegt eher darauf, dass sie (letztendlich) diese Traumata aufarbeiten und meiner Meinung nach sind die Vorkommnisse auch nicht sehr explizit geschildert, aber vielleicht können sie trotzdem belastend sein, wenn man selber mit (Verkehrs-)unfällen oder Ausgrenzung zu tun hatte.
