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...auf diesem von mir nun sogar vertofuzierten Weblog! Nachdem ich mein hart Erspartes für bunte Bildchen hab sausen lassen, sollt ihr das schließlich auch belohnen!

Mit dabei natürlich:
Supercat & Miso
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Kellnerstories IV - Blaubarsch an Honigbär!!! Alltag, Arbeit, Kellner

Autor:  Ladeniel
Hey, meine Schätze.
Warum nenn ich euch so, wir kennen uns nicht. JA, KEINE AHNUNG, WARUM MAN SICH SCHATZ ODER LIEBLING NENNT, WENN MAN SICH KAUM ODER GAR NICHT KENNT!
Es ist wieder mal Zeit für Kellnerstories.

Es waren knapp dreißig Grad, ich war knapp verschwitzt (Dimension: hab nach zweimal Augenbrauenzupfen ausgesehen wie nach einem Marathon) und stiefelte herum, um Getränkewünsche aufzunehmen.
Kommt ein Typ ausm Nichts auf mich zu. Fasst meine Hand. Ich erschaudere ob der zusätzlichen Wärme. Der Typ so: “Liebling. Sag Zitrone Wolf Bombe.“
(Nehme vorweg, er sagte nicht genau das. Ich verfälsche das wahre Geschehen, weil ich Persönlichkeitsrechte wahren und Wiedererkennungswert minimieren will. Aber im Prinzip sagte er das.)

Im ersten Moment kam ich mir vor wie im Spionagethriller. “Rotes Meerschwein an fetten Delfin. Die Taube ist im Sandkasten. Over.“
Dann dechiffrierte ich den Code mithilfe einuger Mitarbeiter. “Hallo, liebe Servicekraft. Mein Name ist Wolf, ich möchte bitte ein Spezialgetränk, das ich selbst “Bombe“ nenne, erhalten. Frage bitte den Kollegen “Zitrone“ danach, er weiß, was das ist.“
Okay, Leute, okay. Ich bin der Sherlock neben der Zapfe. Der Wolf bekam natürlich sein Getränk, obwohl er um die 80% weniger Worte nutzte, die man sonst braucht. Find ich das etwas unhöflich? Ja. War ich trotzdem zufrieden? Jaaaa - und zwar ganz heimtückisch. Ich habe geschwitzt wie ein Schwein, habe mir zwischendurch den Schweiß vom Gesicht gewischt, wollte meine nasse Pfote gerade an der Schürze trockenwischen (um danach ordentlich Hände zu waschen, ich bin kein Ekel), aber da packte der Wolf schon ungefragt meine Hand.

Der hätte mir wahrscheinlich Telekomaktien aufschwatzen können, ich dachte die ganze Zeit nur... nein... nicht anfassen, ich bin voller Schweiß.
Zum Fass-uns-nicht-an-Problem: im Gastrobereich kommen wir Serviceleute euch Gästen oft recht nah, wir reichen Essen, beugen uns über den Tisch, um Geschirr abzuräumen, wenn die Musik laut ist, kommen wir euch näher, um was akustisch zu verstehen. Dazu reden wir mit euch oft locker-lässig. Dennoch möchten wir nicht angefasst werden, das tun wir ja schließlich auch nicht (absichtlich) bei euch.

Eine damit zusammenhängende Sache: bitte fragt uns nicht nach unserem Namen. Wir haben mit euch schon einige “intime“ Grenzen überschritten - dass ihr unseren Namen nicht wisst, ist eine der letzten Möglichkeiten, wie wir uns professionell distanzieren können. Ja, wir sind nett, wir lachen über eure Witze, wir kommen euch nah - fast wie Freunde. Wir sind aber keine Freunde. Wir arbeiten hier und für euch.

In den USA ist es recht üblich, dass sich Servicekräfte mit Namen vorstellen, leider leben diese wirklich vom Trinkgeld und müssen daher eine pseudoemotionale Bindung zum Gast herstellen. (Wir könnten natürlich falsche Namen sagen, aber sobald eine Kollegin zu mir rüberbrüllt “Ladeeeeniel, komm mal her!“ wäre das unangenehm.)

Ich spreche mal nur für mich, aber mir persönlich ist es echt lieber, dass ihr versehentlich Gläser kaputthaut, auf den Boden kotzt oder besoffen am Tisch einpennt, als dass ihr mich oder meine Kollegen auf zu persönliche oder gar widerliche Weise ansprecht. Hinweis: niemand von uns mag Kommentare über Körperteile, so nett ihr das auch verpackt glaubt. Gilt übrigens auch für meine männlichen Kollegen, eine Bemerkung über vermutete Länge und Größe sowie Haarwachstum ist auch nicht netter dadurch, dass sich die Verursacher als Teil des Beuteschemas des Kollegen vermuten.

An die lieben Menschen, die freundlich und respektvoll mit ihren Serviceleuten umgehen: Danke euch! Ihr seid für mich der Grund, dass ich den Job seit fünf Jahren immer noch mag. Und ich präferiere immer noch Leute wie euch gegenüber respektlosen Lappen, die am Ende versuchen, ihre Blödheit mit dicken Scheinen zu rechtfertigen.

Nichtsdestotrotz ist die Gastro für mich echt die beste Ecke gewesen, die ich mir Nebenjob-mäßig hätte vorstellen können - hatte immer das Glück, tolle Kollegen zu haben. War gut.

In dem Sinne, seid freundlich!

Ladeniel

PS: Es gibt das Gerücht, dass Kellner, zu denen ihr unfreundlich wart, euch ins Essen spucken. Hab ich noch nie erlebt. Erstmal haben wir keine Zeit dafür, zweitens wäre es total sinnlos, weil der Gast es eh nicht mitkriegen würde. Drittens würden sich die Köche SEHR verarscht vorkommen, wenn der Service ihr Essen versaut.

PPS: ich habe außerdem öfter mal gehört, dass manche Kellner statt einer bestellten Cola light eine normale Cola bringen - zum Teil, um sich zu “rächen“, wenn der Gast irgendwie unangenehm schien. Auch mit dem Argument, dass der Gast dann halt ruhig fett werden solle. Ich sag es mal so, ich hab auch schon eine Menge Gäste echt scheiße gefunden. Aber Zucker und Süßstoff gegen den Willen des Gastes zu vertauschen geht einfach mal gar nicht. Kein vernünftiger Kellner würde euch normale Cola bringen, wenn ihr light bestellt habt. Wir wissen, dass es Dinge wie Diabetes gibt. Und dass es kein Spaß ist. Körperverletzung als Rache ist bescheuert.
Falls ihr euch übrigens mal gefragt habt, wie die Servicekraft bei drei normalen Colas und einer light, die alle gleich aussehen, noch weiß, welche welche ist - wir haben alle sehr ausgeklügelte Merksysteme auf dem Tablett. Wenn die light nicht mit einer Zitrone o.ä. gekennzeichnet ist, wissen wir definitiv trotzdem, was wir wo hingestellt haben. Trust us!

[ZU VERSCHENKEN] Ankh-Trilogie, Point&Click für PC

Autor:  Ladeniel
Hey, ihr Lieben,

Ich habe vor Kurzem ein Spiel gekauft, das mich aber nicht so sehr begeistert hat. Es wurde mir empfohlen, als ich nach Point&Click-Adventures gesucht habe, aber zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass ich eher auf düsteren Stuff stehe.

Ich hab an dem Spiel noch nicht so krass rumgespielt, aber wir beide können nicht so recht Freunde werden.

Ergo, hat wer Lust, das zu haben?

Es ist für den PC. Meldet euch per ENS oder Kommentar. :)

Versand etc. übernehm ich, alles kein Ding. Hauptsache, jemand hat Spaß! :)

Ladeniel

https://www.amazon.de/bhv-Distribution-ANKH-Trilogie/dp/3828761682 Das ist es.

Wie geht eigentlich Perfektion?

Autor:  Ladeniel
Mir wurde zugetragen, dass Perfektion allgegenwärtig sei. Selfies, Zeichnungen, Cosplays - jeder scheint Perfektion anzustreben.

Ich hab diesen Eindruck eigentlich gar nicht, im Gegensatz, viele Leute zeigen mir, dass Perfektion für sie unerheblich ist.

1) ich würde Perfektion mit folgenden drei Wörtern beschreiben:

2) ich würde Perfektion mit folgenden drei Wörtern bewerten:

3) wie perfekt bist du?

4) was ist für dich unperfekt?

5) Findest du Perfektion gut? Schlecht? Anders?

6) für was würdest du Perfektion eintauschen?

7) unter welchen Voraussetzungen würdest du Perfektion verbieten?

8) wie würdest du Perfektion künstlerisch darstellen?

9) gibt es einen Menschen, der für dich Perfektion ist?

10) Wenn die ganze Welt perfekt wäre, wie wäre sie dann für dich?

10 ranzige Fragen an jeden Fragen, Meme

Autor:  Ladeniel
Hey, ihr Lieben,

weil ich in der Blogsektion mehrere Frage/Antwort-Dinger gesehen habe, wollte ich rein aus Interesse mal ein paar Fragen an alle stellen. Wer Lust hat, kann sie ja beantworten.

1) Welche Frage(n) hast du dir schon mal gestellt, sie aber nie offen gefragt, weil sie dir irgendwie peinlich waren?

2) Wenn du dich selbst irgendwo als Charakter einbauen könntest, wo wäre das und was wären deine mary-sue-igsten Eigenschaften?

3) Dich hat sicher im Internet schon mal jemand richtig krass aufgeregt, was hat er*sie gemacht, was dich richtig genervt hat?

4) Fühlst du dich manchmal so, als wärst du der einzig normal und schlau denkende Mensch auf der Welt?

5) Was macht einen anderen Menschen beim ersten Eindruck richtig hässlich?

6) Was ist der gemeinste, unreifste und/oder fieseste Gedanke, den du jemals hattest?

7) Wenn du eine von diesen drei Superkräften auswählen könntest, wärst du lieber a) vorurteilsfrei, b) angstfrei oder c) unangreifbar gegenüber Beleidigungen oder Anfeindungen?

8) Welche schlimmen Sachen hast du schonmal jemandem gewünscht, auf den du sauer warst?

9) Wer ist dein wichtigstes, fiktives Idol? Und was würde das Idol wohl von dir halten, wenn es dich heute im Fahrstuhl anträfe?

10) Du bist schwer verliebt. Womit könnte dein Schwarm es trotzdem sofort verkacken?

Auslassen und überspringen ist natürlich drin.

Umfrage zum neuen Rebrush/Design Animexx, Design, Rebrush, Umfrage

Autor:  Ladeniel
Hallo, ihr Lieben.

An dieser Stelle lediglich der Hinweis auf eine Umfrage, die ich (stellvertretend für einige weitere User*innen) erstellt habe, um ein kleines Meinungsbild zum heute im Animexx-Blog vorgestellten Rebrush zu bekommen.

Macht bei der Umfrage mit und verbreitet sie, wenn ihr Zeit und Lust habt.

Hier ist der Link: https://www.animexx.de/umfragen/97845/

Ladeniel

Hilfe, wie zieht man sich an?? alltag, hässlich

Autor:  Ladeniel
Hallo, Leute.

Jeden Tag laufe ich herum und sehe superansehnliche Leute, die coole Frisuren, coole Klamotten und allgemein einen coolen Stil haben.

Irgendwie ist der Trend-Train aber an mir vorbeigefahren, genauso wie die Style-Straßenbahn. In 27 Jahren war ich noch NIE in der Lage, Trends zu setten oder ihnen innerhalb eines akzeptablen Zeitraums auch nur zu folgen.
Ich würde gerne an dieser Stelle sagen, dass ich anziehe, was mir gefällt, weil ich auf Trends scheiße - aber leider ziehe ich nicht an, was mir gefällt, sondern, was ich gerade für nicht-anstößig und hinnehmbar finde, denn ich habe absolut KEINE AHNUNG, was mir steht oder gut aussieht. Und was mir gefällt? Keine Ahnung, alles, gar nichts, Hilfe. Ich finde Lolita-Kleider total toll, aber darin sehe ich ganz furchtbar aus. Ich finde 7/8-Hosen ganz schrecklich, sehe irrigerweise darin aber gar nicht mal so schlecht aus.

Ich hab morgen einen Friseurtermin und meine Mutter redet auf mich ein wie auf einen lahmen Gaul, damit ich die Haare in eine Richtung färbe, die sie gut findet. Ich reg mich auf, weil meine Mutter offenbar meint, besser zu wissen, was mir steht, als ich. Chapeau, das tut sie auch!! Ich bin 27 und gehe regelmäßig mit meiner Mutter einkaufen, weil die einen wesentlich besseren Blick für Klamotten hat als ich.

Wann haben alle beigebracht bekommen, wie man sich anzieht?! Ich hätte gern jemanden, der mir morgens Sachen rauslegt?! Mein Kurs seit Jahren ist, farblich irgendwie zusammenpassend, wenn es funktioniert, keine Experimente, nix Aufregendes.

Mein Lieblingsstück ist ein vier Jahre altes, ausgeblichenes Donut-T-Shirt.

Wenn ich online Klamotten angucke, finde ich viele Sachen total geil und will am liebsten alles kaufen. Leider, leider sehen viele Sachen an mir dann auch superkacke aus. Und selbst, wenn sie gut aussehen, ich weiß nicht mal, wie ich irgendwas kombinieren soll. Plz halp!

... ich werde bis an mein Lebensende niemals allein einkaufen gehen.

(Außer Essen, da bin ich super drin!)

Richtig ekelhafter Kaffee ekelhaft, kaffee

Autor:  Ladeniel
Hey, ihr Lieben,

bei uns in der Hochschule stand bisher ein Kaffeeautomat herum. Für 90 Cent konnte man sich etwas kaffeeartiges, (hoffentlich) koffeinhaltiges kaufen. Zur Auswahl standen Kaffee, Kaffee mit Milch, Kaffee mit Milch und Zucker, Cappuccino, Latte macchiato, Schokomilch, Latte Haselnuss, Latte Vanille, etc., ihr könnt's euch vorstellen.

Seit Neustem steht da ein NEUER, VERBESSERTER Automat, der, so wie ich das gesehen habe, eine einzige, neue Funktion hat: Es gibt jetzt Latte Erdbeer. Ich hab es nur rausgefunden, weil ein anderer Student einen Latte in der Hand hatte, der oben komisch rot/pink war.

Ich dachte mir, wäh, das KANN doch gar nicht schmecken, aber ich esse auch gerne Gorgonzola mit Honig und Thunfisch mit süßem Senf. Also kaufte ich mir einen Latte Erdbeere.

_TUT ES NICHT!_

Ich glaube, ich habe noch nie so etwas Widerwärtiges getrunken!! Und ich trinke Kaffee eigentlich in jeder Ekligkeitsform, mit tonnenweise Zucker, mit Haselnussaroma aber ohne Milch, ich lasse keinen Kaffee stehen. Das gute Koffein!

Bei diesem ekelhaften Wissenschaftsunfall reichte es aber nicht, ihn nicht zu trinken, nein, ich musste ihn weit, weit, weit weg auf einen anderen Tisch in eine andere Sitzreihe stellen. (unsere Sitzreihen sind sehr blöd konzipiert, es gibt nur einen Ausweg zur rechten Seite hin und wenn man links sitzt, muss man alle anderen aufstehen lassen und die Vorlesung sollte gleich starten, also bin ich über eine Reihe geklettert und hab den Kaffee heimlich unter den Tisch gestellt). Er hat sogar widerlich gerochen.

Ich frag mich, was ich erwartet hatte. ERDBEER-LATTE.

Ladeniel

Positive Katzenvibes: Misos Abenteuer. Alltag, Genitalimexx Hodulenztittlender 2017, Katzen

Autor:  Ladeniel
Ihr Lieben,

diesen Eintrag wollte ich schon seit Ewigkeiten schreiben, aber jetzt passt er gerade so sehr zu Richters Adventskalender, da kann ich nicht mehr an mich halten.
Es geht um meine Katze Miso. Vor x Jahren habe ich meine beiden Katzen Supercat und Miso häufiger erwähnt, aber dann war ich so 7464 Zeiteinheiten nicht mehr bloggomäßig auf Animexx aktiv, also gerieten sie in den Hintergrund.

Hintergrund: Vor etwa zwölf Jahren adoptierten meine Eltern zwei weibliche Katzen ohne nennenswerten Stammbaum, sie waren einfach schwarzweiß bzw. getigert und katzenförmig (zwei Arme, zwei Beine, Ohren und Nase mitten im Gesicht) und führten sie in unseren Haushalt ein. Supercat legte sich im Laufe der Jahre eine Art Bettelroute zu (im Umkreis von zwei, drei Kilometern berichten uns Menschen, dass Supercat zum Fressbetteln vorbeikommt und dass manche Häuser tatsächlich eine Art Außenfressnapf für sie angelegt haben) und Miso legte sich eine Zahnfleischentzündung zu.

Um Miso soll es hier gehen. Von Anfang an war sie schüchterner, dünner, nervöser und wesentlich schreckhafter als Supercat. Am Futternapf wurde teilweise gepufft und gefaucht - und Miso musste extra gefüttert werden. Supercat war definitiv eher der Streetfighter, der den horny Katern in der Straße Backpfeifen verpasste - Miso wollte das nicht so gerne. Sowieso hatte sie Angst vor den seltsamsten Sachen. Eine Wurmkur in ihren Nacken getropft? Undenkbar. Supercat rollte sich bei derselben Aktion gemächlich am Boden herum und ließ alles über sich ergehen. Impfungen? Supercat heulte in der Transportbox im Auto, Miso sabberte apathisch herum, der Tierarzt sagte uns aber, dass das "normale" Katzenangst sei.

Irgendwann hörte Miso mit dem Fressen auf, ganz unabhängig von Supercats Giergängen. Der Weg zum (neuen, weil für besser befundenen) Tierarzt endete darin, dass Miso betäubt werden musste, um das corpus delicti zu finden: Ihr Zahnfleisch. Miso hatte eine Entzündung im Maul und ihr mussten einige Zähne gezogen werden. Als sie zurückkam, war sie - gelinde gesagt - überrascht. Sie wollte aufstehen - ging nicht. Sie wollte kauen - ging nicht. Eine Katze, die Tierarztbesuche hasst und Angst davor hat, erwacht danach mit Koordinationsproblemen und reduzierten Zähnen - nicht gut.
In den nächsten Monaten fiel Miso irgendwie in sich zusammen. Sie fraß weniger, hockte nur herum und sogar ihr Gesichtsausdruck wirkte unzufrieden. Nachdem sie auch nach der Zahn-OP nicht mehr wesentlich mehr zu sich genommen hatte, besuchten meine Eltern den Tierarzt erneut. Der diagnostizierte: Depressionen. Wir alle waren erst mal völlig raus, weil wir von Tierdepressionen einfach noch nie gehört hatten. Für Miso wurden Medikamente verschrieben, die sie in regelmäßigen Abständen mindestens zweimal pro Woche einnehmen musste.

In dieser Zeit verschlechterte sich Misos äußerer Zustand zunehmend. Früher war sie von unseren beiden Katzen immer die "Hübschere" gewesen, weil Supercat entweder moppeldick oder voller Schlamm war und Miso die zierlichere Katze mit Tigermuster und Punktebauch. Zu dieser Zeit konnte oder wollte sie sich nicht mehr putzen und ihr Fell verfilzte. Davor hatten wir schon eine Fellbürste gehabt und hauptsächlich als Massagebürste verwendet, aber Miso brauchte die Bürste allein dadurch, dass sie sich selbst überhaupt nicht mehr putzte. Auch mit der regelmäßigen Haarpflege sah ihr Fell fettig und struppig aus, wegen ihrer fehlenden Zähne sabberte sie viel, schüttelte ständig den Kopf und versuchte mit den Pfoten, ihr Kinn sauberzuwischen, aber wenn jemand mit einem Taschentuch ihrem Kopf zu nah kam, rannte sie weg. In der Zeit zog ich für mein Studium um und die Katzen lebten weiter bei meinen Eltern mit Zugang zum Garten und allem, wo es sie hinzog.
Durch das recht wenige Fressen wurde Miso dünner und knochiger und wir dachte wirklich, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis sie sterben würde. Sie machte einfach nicht mehr den Eindruck, dass sie Lust aufs Leben hatte. Wenn sie nach draußen ging, stiefelte sie ein paar Meter herum und kam dann zurück. Das Einzige, was sie toll fand, war gebürstet werden.
Dann kam ein Ereignis. Meine Eltern wollten für zwei Wochen in den Urlaub fahren - zu dem Zeitpunkt war Miso schon seit zwei Jahren für depressiv erklärt worden und musste Medis nehmen - und sie wollten den Katzen nicht den üblichen Tierheimurlaubgeben, sondern ihnen eine schöne Katzenpension bieten.

Soweit gedacht, so scheiße gelaufen. Mit der Pensionistin ausgemacht war, dass beide Katzen in den zwei Wochen nicht freilaufen sollten, weil beide sehr schreckhaft auf Hunde reagieren - die ja in der Nachbarschaft vorkommen könnten - und weil Katzen, die ein gewisses Revier gewohnt sind, dazu neigen könnten, loszulaufen und ihre alte Heimat zu suchen.

Am sechsten Tag ihres Urlaubs bekamen meine Eltern einen Anruf, dass Miso weg war. Die Tür war wohl offen gewesen. Meine Eltern flogen also von Spanien nach Hause und suchten auf dem Dorf nach einer schreckhaften Katze - nichts. Mein Bruder flog nach Hause und suchte gemeinsam mit seiner Freundin nach einer schreckhaften Katze - nichts. Meine Mutter rief mich an und erzählte mir, dass Miso höchstwahrscheinlich tot war, ich fuhr heim und suchte nach Miso - nichts. Zu dem Zeitpunkt war Miso dann schon sechs Tage vermisst. Miso, die Medis braucht. Die Pensionistin hatte eine Katzenfalle aufgestellt - gefühlte dreißig Fresspäckchen, die in den Katzenkäfig führten. Wir fürchteten, die vielen Fresspäckchen würden Miso frühzeitig sattmachen oder die von ihr so gefürchteten Hunde anlocken.

Supercat hatten meine Eltern natürlich sofort zurückgeholt. Sie heulte viel und rannte direkt zu allen Türen, die meine Eltern öffneten.
Nach weiteren drei Suchen waren wir soweit, ein symbolisches Grab für Miso im Garten zu errichten. Mom und ich suchten schöne Steine heraus und nahmen Abschied von Miso.
Am späten Nachmittag rief die Pensionistin an: Miso sei in der Katzenfalle. Ich heulte in einem unangemessenen Ton und brüllte nach meiner Mom, die den Autoschlüssel in ihre Hand magnetisierte und sich neben ihr Auto teleportierte.

Leider war die Pensionistin noch beim Tierarzt und wir konnten erst gegen acht zu ihr kommen. Nachdem wir um sieben Uhr neunundfünfzig geparkt hatten, rasten wir in die Wohnung und stießen auf einen Haufen Decken. Mom hatte extra Misos Lieblingsbürste eingepackt und damit lag ich flach auf dem Bode und stocherte mit einer Katzenbürste nach dem verschüchterten Etwas, das inmitten des Katzendeckenkäfigs hockte.

Es geschah - ein Wunder. Monstermiso kroch aus dem Käfigtunnel hervor und krabbelte meiner Mom direkt auf den Arm - Hinweis: Sie kommt NIE irgendwohin. Sie vergrub ihren Kopf in Moms Armen und grabbelte nach ihr. Hinweis: Sie zeigt keine Liebe.
Während meine Mom, die mir davor noch davon erzählt hatte, wie alle Lebewesen mal sterben müssen und wie der Katzenhimmel existiert, ins erstaunlich saubere Fell unserer erstaunlich moppeligeren wiedergefunden Katze heulte, nahm ich die Entschuldigungen der Pensionistin etwas abwesend entgegen.

Ich weiß, dass wir immer noch zur Weihnachtszeit Glitzerkatzenkarten von der Pension bekommen.
Mom hat erzählt, dass Fettklops Supercat Miso bei ihrer Rückkehr angeheult und abgeleckt hat.
Wenn ich heute heimkomme, frisst Miso ihre Medis, Supercat und sie hauen sich gelegentlich beim Füttern. Miso putzt sich wieder, sabbert immer noch. Wir putzen ihr Maul nicht mehr mit Taschentüchern, weil sie Angst vor weißen Sachen hat.

Supercat lässt Miso seit der Pensionsgeschichte beim Fressen immer den Vortritt, Miso frisst häufig so schnell, dass sie kotzen muss. Das frisst sie dann nochmal. Sie muss immer noch ihre Medis nehmen, aber sie kommt viel lieber zum Gestreicheltwerden. Sie lässt sich immer noch gerne mit der Katzenbürste bürsten - am liebsten im Gesicht, an der Nase und am Zahnfleisch.

Heute sind die beiden etwa 14 Jahre alt - vielleicht Geschwister, vielleicht nicht. Soweit wir es beurteilen können, geht es ihnen gut.

Coole Sache: Wenn jemand bei uns das Gefühl hat, dass etwas nicht gut geht, sagt meine Mom:
"Denk an Miso!" - (die ohne Medis, ohne Plan, ohne genug Eigengewicht in die Botanik gerannt ist und zwei Wochen lang ausgehalten hat, um dann mit viel mehr Power zurückzukommen!)

Alles Liebe,

Ladde

Weißer Glühwein [Adventskalender] Genitalimexx Hodulenztittlender 2017, Glühwein, Weißer Glühwein

Autor:  Ladeniel
Oh, du lieber Dezember.

In dem die Tage kürzer, der Himmel dunkler, die Vorlesungen (und mein Gesicht) länger werden. Es schneien liebliche weiße Flocken vom Himmel, die innerhalb von fünfzehn Minuten Schneematsch werden, durch die ich meine in der Hochschule eingeschlafenen Füße schlurfen lasse.
Fast könnte man denken, Winter ist nicht meine drittliebste Jahreszeit.

Aber nicht alles ist schlecht.
Pünktlich zum Ende des Novembers (dem unbeliebten, weil nicht so romantisierten, Vormonat des Dezembers) rücken nicht nur die Weihnachtsmärkte mit meinem Lieblingsgetränk heraus, sondern auch die Supermärkte - wobei, die sicher schon ein paar Wochen eher.

Der weiße Glühwein. Anders als sein bekannterer und wohl auch beliebterer Bruder, der Glühwein, besteht dieses höchst vorweihnachtliche Gesöff hauptsächlich aus Weißwein. Für die Leute, denen der Genuss von Rotwein völligst unbegreiflich ist, die Rettung, um auf den jährlichen Weihnachtsmarkt-Touren nicht nur in ein trauriges Glas heißer Schokolade mit Rumaretto stieren zu müssen.

Natürlich hasse ich den traditionellen Glühwein nicht. Unser Verhältnis ist jedoch gespalten. Während Mister Weiß meinen Gaumen mit weich-bitteren Aromen umschmeichelt, befürchte ich, dass Mister Rot seinen betäubenden Gifttraubengeschmack zunächst dazu einsetzen will, mich zu betäuben, um mich danach in dunklere Gefilde zu verschleppen. Ich sehe ihm das nach. Ist'n Job.

Aber wie ein Jüngling an der Grenze zum Mann habe auch ich über die Jahre gelernt. Ist die Losung "Wir gehen jetzt auf den Weihnachtsmarkt und stellen uns zehn Glühwein rein!" bedeutet das für mich, dass das champagnerfarbene Glück in zauberhafter Kombination mit dem goldenen Schuss Amaretto für die nächsten ein, zwei (sieben, elf, fünfzehn, kommt drauf an, mit wem man unterwegs ist) Gläser das Meine ist.

Einige Skeptiker fragen mich manchmal skeptisch: "Aber... ist dies noch Glühwein?" - und dann will ich rufen: "Was ist das für eine Frage?!", aber ich bringe nur heraus: "Waff ifft...ahh!", denn ob der Köstlichkeit meines Lieblingswintergetränks habe ich mir an dem schweineheißen Zeug direkt die Zunge verbrannt, weil ich nie abwarten kann. Aber wer kann das schon - bei weißem Glühwein?

Und auch den alkoholverabscheuenden Weihnachtsmarktgängern breitet er seine weichen, warmen Arme aus: Es gibt weißen Adventspunsch!!!

Wo es ihn gibt? Auf jedem bekannten Weihnachtsmarkt. Wenn nicht, wechselt die Stadt. Prost!

Darf man in Auschwitz lachen? - Erinnerungskultur Auschwitz, Holocaust, Kultur, NS-Deutschland

Autor:  Ladeniel
Ihr Lieben,

vor einigen Tagen bin ich von meiner zweiten Exkursion nach Auschwitz zurückgekehrt. Das Ganze ging von meiner Hochschule aus und war eine achttägige Reise über Berlin, Krakau, Oswiecim und Oranienburg. Ich habe an dieser Exkursion zum zweiten Mal teilgenommen, sie wird jedes Jahr bei uns angeboten.

Hauptteil der Exkursion ist der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagerkomplexes Auschwitz, also Auschwitz-I-Stammlager, Auschwitz-II-Birkenau und Auschwitz-III-Monowitz. Faktenwissen dazu bitte selbst heraussuchen, denn um die Geschichte dieser Lager soll es in diesem Post nicht primär gehen.

Wir Teilnehmer haben dieses Jahr viel über Erinnerungskultur und das Verhalten in ehemaligen Konzentrationslagern diskutiert. Das Ganze auf eine simple Frage herunterzubrechen ist schwer, aber ich habe es im Titel kurzerhand gemacht: Darf man in Auschwitz lachen?
Im Grunde meine ich damit aber: Was darf man in Auschwitz ohne respektlos zu sein?

Ich werde einige Dinge aufzählen, die in der Gruppe besprochen wurden.

Bei unserem ersten Besuch im Stammlager hatten wir mit unserem Guide kurz vor dem "Arbeit macht frei"-Schild über dem Eingang gehalten, uns am Rand versammelt und sie startete ihre Führung. In der Zeit sahen wir mehrere Besuchergruppen, die sich unter dem Schild versammelten um dort Gruppenfotos zu machen, Gruppenfotos, wie sie auf gemeinsamen Reisen eben nicht unüblich sind, alle rücken dicht zusammen und lächeln für die Kamera, Daumen hoch, Hasenohren werden gezeigt.

Außerdem machten mehrere Besucher Selfies, auf denen sie wahlweise lächelten oder auch traurig schauten.

Während der Führung im Stammlager gab es zwei Orte, an denen auf Schildern (und durch unseren Guide, ob die anderen Guides das auch getan haben, weiß ich nicht) darum gebeten wurde, aus Respekt für die Opfer zu schweigen, das war einmal der Erschießungsplatz zwischen Block 10 und 11 und zum anderen ein Krematorium. Auf dem Erschießungsplatz sprach ein Guide mit seiner Gruppe und erklärte etwas.

Weiterhin sahen wir von Weitem einige junge Leute, die sich fotografierten, während sie so taten, als würden sie in den Stacheldrahtzaun "fallen".

Im Nachlesen fällt mir auf, dass ich dieses Verhalten definitiv so beschrieben habe, dass es durchscheint, dass ich es als negativ bewerte und das stimmt auch. Das hier soll aber kein Rantblog werden, ich weiß zwar, dass ich nicht über meinen Schatten springen kann, aber der hoffentlich-etwas-sachlichere Teil von mir weiß, dass ich die Objektivität nicht gepachtet habe.

Daher meine Frage an euch: Wart ihr schon mal in einem oder mehreren ehemaligen Konzentrationslagern und habt ihr gewisse Vorstellungen und Meinungen davon, was in Ordnung ist und was nicht?

Was bedeutet für euch Respekt gegenüber den Opfern des Holocausts, wie wichtig ist euch das überhaupt? Wart ihr in einem ehemaligen Konzentrationslager und habt geweint/gelacht/gar nichts gespürt?
Darf man in Auschwitz Witze machen und wenn ja, welche und unter welchen Voraussetzungen? Sind zynische Bemerkungen in Ordnung, darf man über die SS oder Hitler sticheln?

WICHTIG: Dieser Eintrag dreht sich bewusst nur um den Holocaust, speziell Auschwitz. Bitte keine generellen Diskussionen um "Schuld der Deutschen" bzw., dass es auch andere Genozide gab. Ja ich weiß, es ist immer blöd, Diskussionsthemen abwürgen zu wollen, aber ich würde gerne bei diesem speziellen Thema bleiben wollen.

Ich würde mich freuen, wenn es zu diesem Thema einige Gedanken gäbe, und bitte darum, sachlich zu bleiben.

Ladeniel

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