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Thread: wie findet ihr kyo von dir en grey?

Eröffnet am: 11.05.2005 16:52
Letzte Reaktion: 05.09.2006 00:57
Beiträge: 1608
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- Dir en grey




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Von:   abgemeldet 22.07.2005 13:57
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> wie dem auch sei, nur weil japaner die sprache verstehen, verstehen sie noch lange nicht kyos texte. keine mutmaßung... ich hab es erlebt. seitdem bin ich etwas desillusioniert.

Ehrlich gesagt... Sowas überrascht dich noch?^^°
Gib einem deutschen Muttersprachler einen etwas anspruchsvolleren Text oder ein Gedicht oder was auch immer in die Hand, und in den meisten Fällen werden die Leute dir hinterher immer noch nicht sagen können, was drin steht.
Und bei Musik, die ja nun wirklich neben Lyrics auch noch andere Aspekte zu bieten hat, ist es doch so schön einfach, die Inhalte zu ignorieren.
Wenn man sich denn dann wenigstens mit den anderen Aspekten auf einem gewissen Niveau auseinander setzen würde...

> dieses thema ist hochgradig philosophisch und unterliegt deshalb spekulationen und fehlinterpretationen.

Spekulation ja, Fehlinterpretation nein.
Interpretation ist etwas, das sehr eng mit persönlichen Voraussetzungen zusammenhängt. Und wenn jemand ein Kunstwerk anders auffasst als ein anderer - wer hat dann "falsch" interpretiert?
Interpretation ist zu subjektiv und persönlich, um noch in Kategorien wie "richtig" und "falsch" davon sprechen zu können. Zumindest einige Aspekte davon.
Wenn du dich natürlich mit deiner Interpretation streng an alle Regeln der Hermeneutik hältst, kann dir nicht viel passieren, aber dann weißt du hinterher immer noch nicht, was du persönlich damit anfangen kannst.

> ich dneke, dass dieser thread und gerade dieses forum der falsche ort für eine derartige diskussion ist (du verstehst... ^^)

Ja, ich weiß...

> ich bin doch laut yammie ein "falsch abgebogener politiker" ^___~

Ah ja...

> ich weiß, gerade wenn "argumentiert" wird, dass ich so überreagiere nur weil die leute sich nicht ausdrücken können... und dann nicht mal den satz "für mangelnde eloquenz (der euren artikulierungsdilettantismus) kann ich nichts" verstehen, hab ich angst.

Weißt du, was mich am meisten stört?
Du weißt noch nicht mal, wogegen du da eigentlich genau argumentierst, weil die meisten das, was sie meinen, nicht ausdrücken können oder sich nicht die Mühe machen, es auszuformulieren.
Und je länger ich mir diese derartigen Diskussionen hier ansehe (normalerweise lese ich auch einiges mit, woran ich mich nicht beteilige), desto mehr Verständnis bringe ich aber für deine "Überreaktionen" auf.
Teilweise hat man doch echt das Gefühl, gegen eine Wand zu reden. Du sagst irgendwas, und was zurück kommt, ist nicht "Ich teile diese Meinung aber nicht, und zwar aus folgenden Gründen...", sondern "Stell dich nicht so an..." oder sie reden _vollkommen_ an einem vorbei. Zum Teil liegt es vielleicht echt daran, dass rein inhaltlich nicht verstanden wird, was man sagt, und zum Teil vielleicht auch daran, dass die Leute zwar vielleicht schon was verstanden haben, aber sprachlich nicht in der Lage sind, dafür oder dagegen zu argumentieren. Artikulationsdilettantismus ist wohl der richtige Ausdruck dafür^^

> oder gar: "kyo ist mir zu schlau. man KANN ihn NICHT verstehen..."

Was kein Grund und erst recht keine Rechtfertigung ist, es nicht trotzdem zu versuchen.
Ich will auch nicht behaupten, alles 100% zu verstehen (das tut wohl niemand, schließlich kann man nie endgültig wissen, was in einem anderen Menschen vorgeht), aber zumindest beschäftige ich mich ein Stück weit damit.

> ich maße mir nichts an,. aber man sollte kyos interviews bezüglich der musik beim wort nehmen ~

Selbst dann gibt es immer noch genug Möglichkeiten, zu überlegen, wie es wohl gemeint ist, welchen Stellenwert es hat, welche möglichen Aspekte es darüber hinaus noch geben kann, was man für sich selber damit anfangen kann, u.s.w...

> ich sehe die unterschiede ebenso. es war ein vergleich des verhaltens des publikums, der meiner meinung nicht nur eine parallele ist,s ondern erschreckenderweise identisch; gedacht an jene, die es anders nicht verstehen.

Glaubst du denn, ausgerechnet diese Leute würden den Vergleich verstehen, geschweige denn auf sich beziehen?

> die aussagen wie "es ist abstoßend sich an verletzungen zu erfreuen" nicht begreifen... die kyos aussage zu niveaulos finden.

Wunderbar, wir sind uns glaub ich weitgehend einig :)
Just because you're paranoid
doesn't mean they're not after you (Nirvana - Territorial Pissings)
Zuletzt geändert: 22.07.2005 16:24:49



Von:   abgemeldet 22.07.2005 15:14
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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Du meintest doch das sie sich nicht die Mühe machen sollte so ausführlich zu begründen.Weisst du nicht was du schreibst? *drop*
-.-"
JAPAN 4-Ever Freak!



Von:   abgemeldet 22.07.2005 15:22
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> Du meintest doch das sie sich nicht die Mühe machen sollte so ausführlich zu begründen.Weisst du nicht was du schreibst? *drop*
> -.-"

Ich? Nein, das war Miyabimaru.
Abgesehen davon: Sowohl sie als auch ich begründen das, was wir schreiben. Ich weiß recht gut, was ich schreibe, und auch bei ihr hab ich nicht den Eindruck, als würde sie einfach völlig wahllos irgendwas hinkleistern.
Kennst du den Begriff Ironie?
Und kennst du die üblichen Postings von Yusuke_Izaki?
Just because you're paranoid
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Zuletzt geändert: 22.07.2005 15:41:13



Von:    kareki 22.07.2005 18:23
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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@reita-san
NEIN... das war pure ironie!! sie hat NICHTS begründet, woraufhin ich schrieb "begründe bitte nicht so ausführlich!"
herrje -.-



> > wie dem auch sei, nur weil japaner die sprache verstehen, verstehen sie noch lange nicht kyos texte. keine mutmaßung... ich hab es erlebt. seitdem bin ich etwas desillusioniert.

> Und bei Musik, die ja nun wirklich neben Lyrics auch noch andere Aspekte zu bieten hat, ist es doch so schön einfach, die Inhalte zu ignorieren.

überraschen tut es mich nicht, aber es stimmt mich traurig!


> > dieses thema ist hochgradig philosophisch und unterliegt deshalb spekulationen und fehlinterpretationen.
>
> Spekulation ja, Fehlinterpretation nein.

fehlinterpreationen nicht deren werke betrifft. nein, was kunst überhaupt ist ~
und da bin ich sicher wird in einiges zu viel interpeetiert, in manches zu wenig: DAS ist fehlinterpretation; oder wenn man sich nicht ausreichend damit beschäftigt und voreilige schlüsse ziehen (z.b. in mama von kyo ginge es um vergewaltigung, nur weil man sünde und beine gelesen hat!)


> Ich will auch nicht behaupten, alles 100% zu verstehen (das tut wohl niemand, schließlich kann man nie endgültig wissen, was in einem anderen Menschen vorgeht), aber zumindest beschäftige ich mich ein Stück weit damit.

ja, ich weiß ~
ich denke wir müssen einander das nciht erklären ^___~


>
> > ich maße mir nichts an,. aber man sollte kyos interviews bezüglich der musik beim wort nehmen ~
>
> Selbst dann gibt es immer noch genug Möglichkeiten, zu überlegen, wie es wohl gemeint ist, welchen Stellenwert es hat, welche möglichen Aspekte es darüber hinaus noch geben kann, was man für sich selber damit anfangen kann, u.s.w...

was gegenteiliges hab ich nciht behauptet. es geht mir nur den aspekt zu widerlegen, er lüge in ALLEN interviews.
ich habe meine eigenen gedanken und denkweisen, ich brauche auch keinen kyo, der mir welche vorgibt! ^_____~


> Glaubst du denn, ausgerechnet diese Leute würden den Vergleich verstehen, geschweige denn auf sich beziehen?

natürlich nicht, aber provokation schafft interesse XD



Machiavelli war kein Machiavellist!
Zuletzt geändert: 22.07.2005 18:24:52



Von:   abgemeldet 22.07.2005 21:24
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> (z.b. in mama von kyo ginge es um vergewaltigung, nur weil man sünde und beine gelesen hat!)

Man sollte schon den _ganzen_ Text lesen (nicht nur zwei Wörter!!!), _bevor_ man anfängt zu interpretieren...
Aber da hab ich schon ganz andere Schoten erlebt. Nicht im Bezug auf Dir en grey, aber es war einfach der Lacher des Tages. Ich war mit 'ner Freundin im Auto unterwegs und das Radio lief. Es kam "Another day in paradise" von Phil Collins, und so plump und plakativ die Aussage des Liedes auch ist, es ist unmissverständlich sozialkritisch. Und was sagt Vera, als sie diese Zeile "It's just another day for you and me in paradise..." hört? "Das ist ja mal wieder typisch Mann!!! Sowas kann auch echt nur ein Mann schreiben, der gerade mit 'ner Frau im Bett war, oder?"
Ich konnte vor Lachen kaum mehr geradeaus fahren *drop*
Okay, man sollte sich wirklich _erst_ mit dem Inhalt dessen, was man interpretiert, auseinander setzen, und _dann_ interpretieren, bevor _sowas_ dabei rauskommt.

> was gegenteiliges hab ich nciht behauptet. es geht mir nur den aspekt zu widerlegen, er lüge in ALLEN interviews.

Das Problem ist, dass man nie so recht weiß, was man nun glauben soll und was nicht.
Okay, er müsste schon _ziemlich_ daneben sein, um über seine eigene Musik zu lügen (denn immerhin versucht er damit ja was auszudrücken), aber alles in allem lese ich Interviews mit ihm inzwischen schon, ohne überhaupt noch irgendwelche Wertungen wie "glaubwürdig", "unglaubwürdig" oder "hanebüchener Blödsinn" vorzunehmen. Ich lese diese Sachen ziemlich distanziert, weil ich letztlich nicht sagen kann, wann er lügt und wann nicht, und es macht auch für mich keinen Unterschied. Es interessiert mich nicht mal mehr so richtig, was davon gelogen und was wahr ist, und wenn mir was interessant erscheint, kann ich mir darüber vor dem Hintergrund, zu wissen, dass das alles haargenau so passiert ist, genau dieselben Gedanken darüber machen wie vor dem Hintergrund, zu wissen, dass es erstunken und erlogen ist. Folglich ist es egal, ob es wahr ist oder nicht. Der Effekt ist derselbe, die Wirkung auf mich ist dieselbe.
(Ja, Utilitarismus ist doch eine tolle Sache... die Auswirkungen sind alles, was zählt^^)
An seine Lyrics und Gedichte gehe ich allerdings anders heran, aber das versteht sich wohl von selber.

> ich habe meine eigenen gedanken und denkweisen, ich brauche auch keinen kyo, der mir welche vorgibt! ^_____~

Ach ja, das hatte man dir ja in diesem Forum auch bereits unterstellt...

> natürlich nicht, aber provokation schafft interesse XD

Das ist mal 'ne gute Einstellung XD
Just because you're paranoid
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Von:    Eisblau 23.07.2005 00:08
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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...................................................................Irgendwie ist alles was ich schreibe etwas Stimmungsabhängig und daher habe ich das was ich geschrieben habe immer wieder weggemacht, wer es lesen wird, wird aber doch immer wieder meine Meinung über Kyo herauslesen können. ^^
Zuletzt geändert: 04.08.2005 15:02:22



Von:    LunaticINC 23.07.2005 05:03
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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@ Miyabimaru und Trinchen

Ich will mich hiermit nicht in eure Unterhaltung einmischen, ich muss nur ein paar Dinge los werden.

Zu Kyos Ausdrucksweise im "orgins of the pain"-Interview:
Die Übersetzerin beschreibt in ihren Anmerkungen Kyos Art und Weise zu sprechen ganz eindeutig als ausgesprochen höflich.
Allein die Tatsache, dass er an dieser Stelle der Art deutlich wird, zeigt, wie sehr ihn dieses Thema mitnimmt.
Und in dem Zusammenhang hast du mich falsch verstanden, ich habe Kyos Selbstverletzungen niemals in meine Aussage, dass es bei Dir en Grey Konzerten auch um Unterhaltung/Spaß geht, mit einbezogen.
Ich habe eine Freundin, die sich geschnitten hat. Ihre oder Kyos Narben zu sehen, tut mir unglaublich weh, nicht weil ich mir einbilde ihren Schmerz nachempfinden zu können, sondern weil es mich absolut hilflos macht. Ich fühle mich ihrem schmerz total ausgeliefert, ohne ihnen auch nur im mindesten helfen zukönnen.
Jeder Mensch, der daraus irgendeine kranke Art von "Kicks" zieht, ist entweder Masochist oder Sadist und gehört in beiden Fällen in psychiatrische Behandlung.

Ich meinte ihre kleinen Gesten, z.B. das Publikum anfeuern, die Fans einzelne Textzeilen alleine singen lassen, sich ein Gesicht in der Menge heraussuchen und es böse anstarren, von Boxen springen, posen, Dinge ins Publikum werfen, oder Handküsse verteilen.

Meine Formulierung, das Kyo ein Entertainer sei, war falsch, da hast du recht.
Ein extremes Beispiel für meinen Standpunkt:
Ich würde auch jederzeit die Meinung vertreten, dass sich Beethoven und Schiller als Entertainer betätigt haben. Bevor mich jetzt alle Musik- und Literatur- Leistungskursler/Studenten in der Luft zerfetzten, mein Punkt ist folgender,
Schillers Theaterstücke haben eine klare künstlerische und politische Botschaft, aber die hätte niemand zur Kenntnis genommen, wenn die Stücke nicht so aufregend, provokant und tragisch gewesen wären.
Für mich wird die Schöpfung eines Menschen, egal welcher Art, erst dann zum Kunstwerk, wenn es so lebendig ist, dass andere berührt und ihre Gefühle aufwühlt werden. Funktionieren kann das aber nur, wenn es sie anspricht und irgendwie ihre Aufmerksamkeit fesselt.
"Langweilige Kunst" ist in meinen Augen ein Oximoron.

Am meisten hat mich der Umgang der Expressionisten mit diesem Problem beeindruckt.
Aus ihren Bildern blicken die Gefühle das Publikum direkt an. Mit Qual, Wut und Trauer schlugen die Maler ihren Zeitgenossen, deren eigene erstarrte Borniertheit und leere Sensationslust um die Ohren. Damit nutzten sie die Unterhaltungssucht der Menschen nicht nur aus, sondern kehrten sie gegen den Betrachter.
Lange Rede, kurzer Sinn. Mögen mich die Kunststudierten dafür auch umbringen wollen, so sehe ich doch sehr viele Parallelen in der Ausdrucksweise von Dir en Grey und den Expressionisten. (Farben, Motive, Gestalltungsmittel aber dafür ist es jetzt definitiv zu spät/früh am Morgen)
Auch kann Kyo einen regelrecht dazu bringen sich selbst zu hassen, denn man gibt ja eigentlich Geld dafür aus, zuzusehen wie er den Zuschauern seinen Schmerz vor die Füße wirft.
(Es ist wahrscheinlich meine optimistische Grundeinstellung, die mich hier anmerken lässt, dass auch die Expressionisten nicht nur düstere Bilder gemalt haben und so lange Kyo auf der Bühne lächeln und die Fans anfeuern kann, werde ich auch Spaß an seinen Konzerten haben.)

Entschuldige mich hiermit noch einmal für die Unterbrechung.

Meiner einer fällt jetzt in sein Bett.

Wirsing

Gummibärchen

Zuletzt geändert: 23.07.2005 05:05:22



Von:   abgemeldet 23.07.2005 11:04
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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@ Miyabimaru
Was ich dir noch sagen wollte.Ich glaub du fühlst dich hier in dem Thread etwas zu allwissend und angeben tust du auch irgendwo! Mit deinem ständigen "Getuhe" wie ich bin doch eh die beste von euch und kenne Kyo persönlich. SO denkst du bestimmt. Ich antworte jetzt am besten gar nicht mehr weil ich mich nicht mit so nem Niveau rumschlagen muss.
JAPAN 4-Ever Freak!



Von:   abgemeldet 23.07.2005 14:51
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
>>Und ehrlich gesagt liegt es bei dir vielleicht auch teilweise daran, dass dir viele einfach rein sprachlich nicht gewachsen sind. Denn wenn man sich mal so umschaut: Die Leute, die sich allein sprachlich auf einem gewissen Niveau halten, kannst du in diesem Forum an den Fingern einer Hand abzählen.<<

Gebt mir Papier und Bleistift, das kann ich absolut unterschreiben! Ich denke oft: In einem Chat kann ich schreiben, wie ich will, aber in einem Forum, wo man eigentlich über verschiedene Themen diskutieren möchte, sollte man sich schon ein bisschen mehr anstrengen. Halbe Sätze, halbe und verdrehte Wörter, das völlige Nichtvorhandensein einer anständigen Rechtschreibung, null Interpunktion und absolut keine sprachlichen Fähigkeiten in Bezug auf Argumentation... Im besten Fall kann man sich mittels „Internetschriftzeichen“ verständigen, was dann ungefähr so aussieht: *______*, *_Ü, o.O’, ^^, ^^v, -.-, °_0, o_o, O.O, ^_~, <<, ;), ...., !!! + !!!!!!!!!!!!!!! (wie schrieb einer meiner liebsten Autoren so schön? "Multiple exclamation marks are a sure sign of a diseased mind.“...) Aber versteht mich nicht falsch, ich halte diese Zeichen bei vielen durchaus für eine Verbesserung. Zumindest ist man dadurch in der Lage, den Sinn der ansonsten so sinnentleert scheinenden und jeglicher sprachlicher Kompetenz entbehrenden Texte zu entziffern. Ich finde „;-)“ sagt mehr als tausend Worte. Und in manchen Fällen ziehe ich ein Smilie tausend Worten gerne vor, denn ich bin ja schließlich keine Masochistin.

Ich fürchte, ich habe mich ein wenig im Zynismus verloren. Nein, nein, ich bin kein absoluter Gegner dieser Smiliekultur, im Gegenteil. Ich finde nur, dass man es auch übertreiben kann. Und dass es übertrieben wird.

>>Zum Teil liegt es vielleicht echt daran, dass rein inhaltlich nicht verstanden wird, was man sagt, und zum Teil vielleicht auch daran, dass die Leute zwar vielleicht schon was verstanden haben, aber sprachlich nicht in der Lage sind, dafür oder dagegen zu argumentieren. Artikulationsdilettantismus ist wohl der richtige Ausdruck dafür<<

Das Problem dieses „Artikulationsdilettantismus’“ liegt darin, dass a) der Begriff nicht völlig korrekt ist (jedenfalls würde ich den Ausdruck „Dilettant“ an dieser Stelle nicht so anwenden) und b) er andere Gründe für mangelnde oder unvollständige Argumentation bzw. Artikulation völlig ignoriert. Ich spreche hierbei von schlichter Ignoranz bzw. davon, dass es jemandem einfach zu blöd ist; vielleicht nimmt er etwas nicht so ernst wie man selbst, sodass er es nicht der Mühe wert findet. Möglicherweise kann sich die Person einfach nicht für Sprachakrobatik begeistern. Oder hat einfach nicht das Gefühl „Ich bin im Recht, weil ich mich so schön ausdrücke“. Es ist leider ein häufiger Fehler zu glauben, jemand sei besonders gebildet und vor allem: er sei „besser-wissend“ und habe daher natürlich recht, nur weil er in der Lage ist andere sprachlich zu entwaffnen. Sprachliche Fähigkeiten sind nur ein kleiner Teil der Intelligenz und haben z.B. wenig mit emotionaler Intelligenz zu tun. Auch Menschen, die sich sehr gewählt, richtig oder auch schön kompliziert ausdrücken, können ausgesprochen unkreativ sein oder einen Mangel an Empathie aufweisen. Sie müssen auch nicht zwangsläufig intelligenter sein als andere. Ein schönes Beispiel dafür ist ein Vogel, der zwar alle möglichen Laute imitieren kann, sie deshalb aber noch lange nicht versteht. Serienmörder ihrerseits sind in der Lage sozial angepasst zu leben und sind es, wie ihre Taten beweisen, doch nicht (welch drastisches Beispiel!). Wundervoll finde ich auch: Jemand, der gut, ja, überdurchschnittlich gut Klavier spielen kann, ist deshalb noch lange kein Komponist; er muss die „Seele der Musik“ nicht einmal verstehen, nein, denn das Klavier ist nur ein Werkzeug, dessen Gebrauch man entweder erlernt oder nicht. So ist auch die Sprache nur ein Werkzeug, das man beherrscht, oder nicht beherrscht, aber sie ist lange nicht der Weisheit letzter Schluss. Angelehnt an Wittgenstein möchte ich sogar behaupten, dass unser Verstand durch die Sprache geradezu „verhext“ wird. Übrigens war auch Goebbels ein ausgesprochen guter Redner; seine Reden möchte ich deshalb noch lange nicht unterschreiben.

Inhaltlich nicht verstanden zu werden ist natürlich ein Kreuz, aber ich möchte sogar noch behaupten, dass es hie und da gar nicht darum geht, nicht verstanden zu werden, sondern dass einem manchmal nur nicht Recht gegeben wird. Möglicherweise ist dieser Nicht-Rechtgeber ja ein „Artikulationsdilettant“ und er könnte sogar ein Artikulationsdilettant sein, der eine andere Meinung vertritt als man selbst. Oder einer, dem es eigentlich ziemlich wurscht ist, was man denkt. Natürlich könnte er das auch einfach sagen (vielleicht tut er es sogar), aber das wäre auch irgendwie ziemlich unbefriedigend für jemanden, der gerne argumentiert, weil er es eben kann. Umgekehrt gibt es natürlich auch solche, die argumentieren, obwohl sie es nicht können, und jene, die nicht argumentieren, weil sie es nicht können. Nicht zu vergessen die große Gruppe derer, die zwar argumentieren können, es aber nicht tun. Die fallen aber wohl in die „Is mir wurscht“-Kategorie (plus minus ein paar Phlegmatiker, denen wirklich alles egal ist –aber was hätte so jemand eigentlich in einem Diskussionsforum zu suchen?). Hierzu ein schönes Zitat von Nietzsche: „Die großen Verachtenden nämlich sind die großen Verehrenden.“ Aber Nietzsche zitieren kann heute auch irgendwie schon jeder („Wenn du zum Weibe gehst...“ eh schon wissen), was mich ausgesprochen unoriginell erscheinen lässt, weshalb ich mich jetzt einfach selbst zitiere: „Ich ziehe es immer noch vor, mit den Augen zu sehen...und zu schweigen.“ Das ist weder so schön noch so sinnvoll wie das obige Zitat, aber es ist von mir und deshalb mag ich es.

>>kann sie, aber dazu müsste sie erst einmal begründen!<<

Das klingt doch schwer nach einem Begründungswettbewerb: „Wer begründet am besten, warum er Kyo so sehr liebt? Der Hauptpreis ist... –hey, sag mal, was ist eigentlich der Hauptpreis...? Äh... okay... hüstel... der Hauptpreis wurde abgesagt, dafür haben wir jede Menge Verachtung! übrig für diejenigen, die keine! gescheite Begründung zustande bringen! Verachtung im Ausverkauf!! So billig war’s noch nie!“

Vielleicht übertreibe ich ja, aber Kyo zu mögen ist kein Wettbewerb und wenn jemand einfach mal erwähnen möchte, dass er es tut, ist das doch okay. Man stelle sich vor, alle Menschen brächten so viel Text zustande, dann hätte man doch keinen ruhigen Schlaf mehr, oder?

In Anbetracht des Umstandes, dass dieser Thread „Wie findet ihr Kyo von Dir en grey“ heißt und nicht „Was gefällt euch so an Kyo von Dir en grey“, wäre eine Antwort wie „Indem ich nach ihm suche“ irgendwie noch toller als „Ich mag ihn, weil...“.

>>"kyo ist mir zu schlau. man KANN ihn NICHT verstehen..."<<

Die weniger respektvolle Haltung wäre: „Denn verstehe ich nicht, der is mir zu blöd.“

Oder: „Den versteh ich, der is mir zu blöd.“

Es gibt natürlich auch: „Ich kapier’s, ich kapier’s! Mann, is der Mann genial!“

Oder: „Wow! *____*“

Und DAS halte ich noch für zuviel des Guten. Kyo, der Textschreiber und Sänger, hat vielleicht mehr im Hirn als viel –sehr viele- seiner Kollegen. Ist er ein Idiot? Ein Genie? Ein Heiliger? Ein Teufel? Ist er gar ein Intellektueller? Ist er rechts? Links? Ist er vielleicht unpolitisch? Ist er ein Masochist? Ein Sadist? Oder ist er einfach nur ein Narziss? Geisteskrank? Der einzig Normale unter vielen Verrückten? Ein weiterer Verrückter unter allen Verrückten? Ist er verrückt? Verrückt er hin und wieder seine Wohnzimmermöbel?

>>Ja, du hast auf jeden Fall Recht: Es tut weh.<<

Gut, dass es noch weh tut. Stellt euch vor, es würde nicht wehtun. Ihm jedenfalls. Dann wäre er vermutlich tot und ein toter Kyo kann weder singen, noch Texte schreiben oder sich auf der Bühne aufführen wie verrückte Polstermöbel. Nein, aber jetzt mal im ernst: Es sollte auch wehtun, wenn andere sich verletzten. Bis zu einem gewissen Grad nämlich, alles andere ist unnötig –und zwar unnötiger Masochismus. Seelische Selbstverstümmelung. Moralische Hypochondrie.

Kyo hat selbstverletztende Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit nicht gerade erfunden. Der Performancekünstler Stelarc ließ sich Haken ins Fleisch treiben und sich daran aufhängen. Die serbische Künstlerin Marina Abramovic verstümmelte sich immer wieder selbst, z.B. ritzte sie sich mittels einer Rasierklinge den kommunistischen Stern in den Bauch. So viel mir bekannt ist, ließ sie sich auch einmal von ihren Performancezusehern mit allen möglichen Gegenständen krankenhausreif schneiden...

Obwohl dies eindeutig mit Absicht geschieht und um Aufmerksamkeit zu erregen, ist es keineswegs „Entertainment“, denn wer sich davon unterhalten fühlt, ist möglicherweise schon einige Schritte näher am Verrücktsein als der Künstler selbst.

Ich fühle mich durch Kyos Verhalten auf der Bühne auch nicht gerade unterhalten und, ehrlich gesagt, ich finde es weder originell noch besonders schockierend. Vielleicht ist es wahr und er versucht tatsächlich nicht, besonders originell und schockierend zu sein, was man dann durchaus als Erfolg verbuchen könnte. Vielleicht tut er es wirklich aus einem ganz persönlichen Drang heraus, was ziemlich fatal wäre, denn die Kunst alleine bringt einen Menschen nicht aus einem tiefen Loch heraus, selbst wenn er sich dadurch noch so fantastisch artikulieren kann (einige Menge Künstler begingen Selbstmord, ersäuften sich in Alkohol oder machten anderen Blödsinn, der ihr Leben oder zumindest ihre Handlungsfähigkeit frühzeitig beendete). In diesem Fall bin ich eher geneigt zu glauben, dass es sich um Show handelt, was die beste aller Alternativen darstellt. Ich verstehe natürlich, dass es seinen Fans einen „Kick“ gibt, dass ihr Idol so wunderbar, wunderbar von seinen übermächtigen Gefühlen geleitet wird, dass er ein Genie am Rande der Verzweiflung ist –und was es sonst noch dazu zu sagen gibt. Kurt Cobain wurde genau aus diesen Gründen ein Mythos, aber er beging im Alter von 27 Jahren Selbstmord und verletzte sich in der Öffentlichkeit nicht selbst, wenn man von Alkohol- und Drogenexzessen absieht.

Wie dem auch sei, Dir en Grey werden musikalisch immer schlechter (darüber kann man streiten, muss man aber nicht), Kyos Songtexte sind nach wie vor gut. Ich würde nicht dahingehen und sagen, dass sie genial sind. Sie haben auf jeden Fall ihren Reiz. Allerdings habe ich oft das Gefühl, dass manche sie vor allem deshalb als intellektuell so hochwertig betrachten, weil sie keine simple Botschaft übermitteln, sondern sehr interpretationsabhängig sind. Gleichzeitig kann man aber schwer sagen, ein expressionistisches Gemälde ist besser als ein impressionistisches, nur weil man bei einem impressionistischen ja gleich sieht, worum es geht. Ich selbst liebe ja den Expressionismus sehr, also fällt es mir etwas schwer, mich mit meinem eigenen Vergleich zu identifizieren, also versuchen wir es anders: Eine weiße Leinwand, auf die man einen Apfel klebt, ist auch nicht besser als das Stillleben eines Apfels, nur weil man bei ersterem eigentlich überhaupt nicht kapiert, wofür es gut sein soll; das Stillleben aber hängt man sich gerne über den Küchentisch.

Kyo hat eine Art sich auszudrücken, es gibt aber auch andere, nicht minder gute und auch genialere Arten dasselbe zu tun.

Ich bin gerne bereit, dafür geteert und gefedert zu werden, aber ich glaube immer noch, dass Kyos Wut, Verzweiflung und was auch immer er sonst so auf der Bühne ausdrückt, etwas für die Seelen sehr junger Leute ist. Es gibt subtilere, jedoch nicht weniger schockierende Methoden die Gesellschaft vor den Kopf zu stoßen, sie auf ihre eigene Sensationsgier und Doppelmoral aufmerksam zu machen. Ich möchte sogar die Behauptung aufstellen, dass gerade das Subtile schockierender sein kann, was auch der Grund dafür ist, dass ich Kyos Bühnen“shows“ für etwas halte, das Jugendlichen gefallen kann, Postjugendliche traurig oder depressiv stimmt und Erwachsene für verrückt halten –und gar nicht zu unrecht, wie ich finde.

>>Auch kann Kyo einen regelrecht dazu bringen sich selbst zu hassen, denn man gibt ja eigentlich Geld dafür aus, zuzusehen wie er den Zuschauern seinen Schmerz vor die Füße wirft.<<

Ich dachte eigentlich immer, bei Dir en Grey ginge es um Musik. Ich wusste ja nicht einmal, was Kyo so treibt und wenn ich es gewusst hätte, hätte es mich auch nicht sehr interessiert. Diese Selbstgeißelungen seiner Fans sind vollkommen übertrieben. Vielleicht erwähnte ich es ja schon, aber diese moralische Hypochondrie ist vollkommener Unsinn, weil
a)man überhaupt keine Ahnung hat, was in Kyo wirklich vorgeht
b)es schlimmeres gibt als das, was er tut
c)er es immerhin freiwillig tut
d)man ihn ja nicht dazu überredet es zu tun
e)man ihn ja nicht dafür bezahlt es zu tun
f)er auch nur ein Mensch ist und Menschen zu idiotischem Verhalten neigen
g)er, wenn er’s auf der Bühne macht, eh ein bisschen exhibitionistisch ist
h)wenn man es als Fan lustig findet, ist es auch egal
i)wenn man es als Fan nicht lustig findet, ist es auch egal
j)wenn man als Fan überhaupt nix dabei findet, ist es auch egal
k)überhaupt spielt es keine große Rolle, weil ihm auch schnurz ist, was ihr denkt
l)und wenn nicht, hätte er keine Möglichkeit zu erfahren, was ihr denkt
m)d.h. dass alle Gespräche, Gefühle etc. für die Katz’ sind, völlig und total
Zuletzt geändert: 23.07.2005 14:54:29



Von:    _kasumi_ 23.07.2005 18:58
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> k)überhaupt spielt es keine große Rolle, weil ihm auch schnurz ist, was ihr denkt

naja, wenn es ihm tatsächlich so egal wäre, was seine fans davon denken, wäre ein großteil der postings in dem ganzen thread wohl überflüssig. aber offensichtlich ist es ihm nicht egal, darum geht es ja.
verständlicherweise regen manche reaktionen ihn sogar dermaßen auf, dass es für ein "fuck you, bastards" reicht. finde ich persönlich berechtigt.
außerdem wäre ein künstler ein sehr seltsamer künstler, wenn ihm völlig egal wäre, was das publikum von seiner kunst und seinem ausdruck derselben hält. und ich denke gerade kyo ist kein mensch, der die reaktionen seiner fans, wenn man sie denn so nennen kann, ignorieren würde; er selbst hasst diese art ignoranz, da wird er sie kaum vertreten.

> l)und wenn nicht, hätte er keine Möglichkeit zu erfahren, was ihr denkt

was jeder einzelne denkt kann und wird er wohl auch nicht wissen wollen, das wäre teilweise wohl auch mehr als deprimierend.
aber die reaktionen der breiten masse bekommt man trotz allem mit, vor allem bei konzerten.
Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert - es kommt darauf an, sie zu verändern. (Goethe)



Von:   abgemeldet 23.07.2005 19:48
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
Ich finde es ja immer wieder interessant, wie hoch die Meinung der Menschen über ihre eigenen Meinungen ist. Natürlich ist ein Künstler ein seltsamer Künstler, wenn ihm völlig egal wäre, was das Publikum von seiner Kunst und seinem Ausdruck derselben hält. Ich bezeichne Kyo übrigens immer noch gerne als Sänger und Songschreiber, auch wenn ich ihn vielleicht an manchen Stellen „Künstler“ genannt habe. Als Sänger und Songschreiber interessiert ihn bestimmt, wie viele Menschen zu seinen Konzerten kommen, wie viele die CDs und DVDs kaufen... Damit werfe ich ihm keineswegs puren Kapitalismus vor, aber ich denke, ein Mensch wie er weiß schon, woran er ist, solange irgendwer seine „Werke“ kauft. Und er wäre wohl auch ziemlich erschrocken, wenn plötzlich kein Mensch mehr zu Dir en Grey’s Konzerten käme.
Nein, was ich damit meine, dass es keine Rolle spielt, was ihr denkt, sind Diskussionen wie diese. „Er selbst hasst diese Art Ignoranz“ etc. So what? Selbst wenn ich einen Ich-Hasse-Kyo-Schrein in meinem Zimmer aufstellen würde –würde es ihn interessieren? Und wenn irgendjemand einen Ich-Liebe-Kyo-Schrein in seinem Zimmer aufstellen würde –würde es ihn interessieren? Vermutlich hätte er irgendwie mehr Angst vor dem Liebesschrein als vor dem Angstschrein, aber das ist jetzt auch egal. Und was glaubt ihr, wie sehr es ihn interessiert, was irgendwelche Fangirlies (oder auch nicht Fangirlies) in irgendwelchen deutschen Foren über ihn schreiben? Dass ihn Leute aus tausenden Kilometern Entfernung so gut zu kennen scheinen und ihn so toll analysieren können, ließe ihn vermutlich ziemlich kalt. Was heißt „ließe“? Das Wort heißt „lässt“, denn er weiß ja gar nicht, was irgendwelche Leute tausende Kilometer von ihm entfernt in irgendwelchen deutschen Foren über ihn schreiben. Mit anderen Worten: Es ist ihm wohl auch ziemlich schnurz.

Nicht schnurz ist ihm sicher, welche Wirkung seine Songtexte auf die Leute habe, aber DAS steht ja wohl hier nicht zur Diskussion, oder?

>>aber die reaktionen der breiten masse bekommt man trotz allem mit, vor allem bei konzerten.<<

Das Urteil einer breiten Masse ist ja auch ein wunderbares. So objektiv. So voller Liebe. Ich mag breite Massen. Sie haben nicht viel mit einzelnen Personen zu tun, aber sie sind irgendwie schön anzusehen.



Von:    _kasumi_ 23.07.2005 20:32
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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>Ich bezeichne Kyo übrigens immer noch gerne als Sänger und >Songschreiber, auch wenn ich ihn vielleicht an manchen >Stellen „Künstler“ genannt habe.

Also für mich ist das ein und dasselbe. Jemand, der kreative Dinge tut, ist ein Künstler. Ich will ihn mit diesem Wort ja nicht irgendwie hervorheben, ich meine nur ein Sänger ist genau so ein Künstler wie ein Dichter oder ein Maler, was ihn aber nicht gleich zum besseren Sänger macht.


> Nein, was ich damit meine, dass es keine Rolle spielt, was ihr denkt, sind Diskussionen wie diese. „Er selbst hasst diese Art Ignoranz“ etc. So what? Selbst wenn ich einen Ich-Hasse-Kyo-Schrein in meinem Zimmer aufstellen würde –würde es ihn interessieren? Und wenn irgendjemand einen Ich-Liebe-Kyo-Schrein in seinem Zimmer aufstellen würde –würde es ihn interessieren? Vermutlich hätte er irgendwie mehr Angst vor dem Liebesschrein als vor dem Angstschrein, aber das ist jetzt auch egal.

Also dass er diese Art Ignoranz nicht gerade mag war nur eine kleine Begründung für meine These. Ich hatte nicht vor groß über diesen Satz zu diskutieren <_<
Klar interessiert ihn das nen shice wenn jemand dieses oder jenes tut um ihn zu vergöttern oder zu hassen (ich meine ja simple Anerkennung wäre schon genug, aber manche übertreibens halt immer).


>Und was glaubt ihr, wie sehr es ihn interessiert, was irgendwelche Fangirlies (oder auch nicht Fangirlies) in irgendwelchen deutschen Foren über ihn schreiben? Dass ihn Leute aus tausenden Kilometern Entfernung so gut zu kennen scheinen und ihn so toll analysieren können, ließe ihn vermutlich ziemlich kalt. Was heißt „ließe“? Das Wort heißt „lässt“, denn er weiß ja gar nicht, was irgendwelche Leute tausende Kilometer von ihm entfernt in irgendwelchen deutschen Foren über ihn schreiben. Mit anderen Worten: Es ist ihm wohl auch ziemlich schnurz.

Hab ich je das Gegenteil behauptet? o_O
Ich glaube es könnte ihm nichts egaler sein als solche Threads über seine Person.
Außerdem habe ich auch nie behauptet, ich würde ihn kennen oder ihn analysieren können. Ich habe lediglich eine Meinung zu ihm und dem, was er tut. Und die bringe ich hier an, dafür sind Foren da, oder? Du postet ja auch hier rein und sagst, dass ihm das alles hier egal sein würde, aber das ist ihm dir zu folge genau so egal o_O Da verstehe ich dein Problem nicht.


> Das Urteil einer breiten Masse ist ja auch ein wunderbares. So objektiv. So voller Liebe. Ich mag breite Massen. Sie haben nicht viel mit einzelnen Personen zu tun, aber sie sind irgendwie schön anzusehen.

Du missverstehst mich offensichtlich. Ich habe nicht über die Reaktion der Masse selbst geurteilt. Ich habe nur gesagt, dass man eine Reaktion in einer breiten Masse besser erkennt als die individuellen Reaktionen. Deine Ironie kannst du also ruhig kleben lassen wenn du diese Aussage von mir angreifen willst o_Ô
Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert - es kommt darauf an, sie zu verändern. (Goethe)



Von:   abgemeldet 23.07.2005 20:40
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> Gebt mir Papier und Bleistift, das kann ich absolut unterschreiben!

*Papier und Stift rüber reich*

> Im besten Fall kann man sich mittels „Internetschriftzeichen“ verständigen, was dann ungefähr so aussieht: *______*, *_Ü, o.O’, ^^, ^^v, -.-, °_0, o_o, O.O, ^_~, <<, ;), ...., !!! + !!!!!!!!!!!!!!!

Ach, weißt du, ich finde diese Smileys ja noch halb so wild, aber man sollte sie bitte in Maßen verwenden und an Stellen, an denen sie auch angebracht sind.
Manche Postings sind regelrecht bis zur Unkenntlichkeit mit den Dingern zugemüllt (anders kann man es kaum mehr nennen).
Btw. Was bedeutet der hier? ---> *_Ü
Und °_O sieht aus, als hätte man ein Veilchen.

> Aber versteht mich nicht falsch, ich halte diese Zeichen bei vielen durchaus für eine Verbesserung.

Verbesserung ist ja auch davon abhängig, von welchem Ausganspunkt aus man etwas sieht. Gemessen an manch anderem sind diese Smileys sicherlich ein Fortschritt, beispielsweise gegenüber Postings wie:
http://animexx.4players.de/forum/?thread=104813&posting=90222 (zur Verteidugung von Yaoi-FFs)
http://animexx.4players.de/forum/?thread=92413&posting=70589 (wurde leider offenbar im Nachhinein von einem Admin zensiert, war aber ursprünglich von Kraftausdrücken gespickt)
Aber mein absoluter Favorit ist der hier:
http://animexx.4players.de/forum/?thread=95059&posting=103753

> Ich finde „;-)“ sagt mehr als tausend Worte. Und in manchen Fällen ziehe ich ein Smilie tausend Worten gerne vor, denn ich bin ja schließlich keine Masochistin.

Sicher? Dein Posting zeichnet sich nicht gerade dadurch aus, dass du mit Worten geizt... ;)

> vielleicht nimmt er etwas nicht so ernst wie man selbst, sodass er es nicht der Mühe wert findet.

Vollkommen in Ordnung. Ich erwarte nicht, dass jeder bis ins kleinste Detail alles erläutert, aber ein bisschen mehr als "Kyo ist geil" sollte schon drin sein.
Wer das Thema für der Mühe, hier rein zu posten, wert erachtet, der wird es doch wohl hoffentlich noch schaffen, mehr als einen halben Satz zustande zu bringen.

> Möglicherweise kann sich die Person einfach nicht für Sprachakrobatik begeistern.

Auch absolut in Ordnung. Aber Sprache als Mittel zum Zweck ist eine Sache, Sprachakrobatik eine andere. Wenn ich Sprache als ein reines Werkzeug, um damit etwas zu sagen, betrachte, funktioniert selbst das nur auf einem gewissen Sprachniveau. Wenn ich anfange, die Sprache regelrecht zu vergewaltigen, brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn mich hinterher keiner versteht.

> Oder hat einfach nicht das Gefühl „Ich bin im Recht, weil ich mich so schön ausdrücke“. Es ist leider ein häufiger Fehler zu glauben, jemand sei besonders gebildet und vor allem: er sei „besser-wissend“ und habe daher natürlich recht, nur weil er in der Lage ist andere sprachlich zu entwaffnen.

Natürlich ist nicht jeder, der anderen sprachlich überlegen ist, deswegen automatisch im Recht. Schade ist nur, dass einem kaum mehr jemand widersprechen kann, wenn derjenige nicht versteht, was man sagt.
Und... doch, es setzt ein gewisses Maß an Bildung voraus, sich sprachlich so auszudrücken, dass einen andere nicht mehr verstehen.

> Sprachliche Fähigkeiten sind nur ein kleiner Teil der Intelligenz und haben z.B. wenig mit emotionaler Intelligenz zu tun.

Wohl aber mit deren Ausdruck.

> Auch Menschen, die sich sehr gewählt, richtig oder auch schön kompliziert ausdrücken, können ausgesprochen unkreativ sein oder einen Mangel an Empathie aufweisen.

Hat jemand was Gegenteiliges behauptet?

> Sie müssen auch nicht zwangsläufig intelligenter sein als andere.

Da sollte man vielleicht auch mal sehen, dass sich Begabungen unterschiedlich verteilen. Der eine ist vielleicht gut in Sprachen, der nächste in Naturwissenschaften, ein weiterer kann wunderbar malen, andere sind unglaublich sportlich...
Natürlich kann man nicht die gesamte Intelligenz einer Person an deren Sprachgebrauch festmachen.

> Serienmörder ihrerseits sind in der Lage sozial angepasst zu leben und sind es, wie ihre Taten beweisen, doch nicht (welch drastisches Beispiel!).

Ist aber ein interessantes Beispiel :)
Ich glaube, so angepasst sind sie in vielen Fällen gar nicht, sondern es ist viel mehr so, dass sie nicht auffällig genug sind, um ihr Umfeld auf sich aufmerksam zu machen, weil dieses wiederum offenbar auch gar nicht versucht zu sehen, was da vorgeht.
Da wir hier ja im Dir en grey-Forum sind, nehme ich mein Lieblingsbeispiel eines Serienmörders: Ed Gein (und auch wenn es im Text zu "Jessica" "Edward H. Gein..." heißt - der gute Mann hieß mit zweitem Vornamen Theodore!!!).
Ed Gein lebte also schön in seinem Häuschen vor sich hin, galt als harmloser komischer Kauz und es hieß, bei ihm spuke es. Ein paar Kinder besuchten ihn also, als Mutprobe. Ed Gein zeigte ihnen "echte Schrumpfköpfe aus der Karibik".
Diese sogenannten Schrumpfköpfe waren Köpfe der Unmengen von Leichen, die er auf dem örtlichen Friedhof ausgegraben hatte (bei ihm ist gerade mal bei zwei Personen sicher, dass er sie tatsächlich umgebracht hat), zeigte er also einfach so vor, ganz offen.
Jeder hätte auf die Idee kommen können, dass da irgendetwas nicht stimmte, aber niemand dachte soweit. Die Leute waren entsetzt, als sich schließlich herausstellte, dass Ed Gein ein Psychopath war, dabei hat es - im Nachhinein und von Außen betrachtet - genug Anzeichen gegeben.

> So ist auch die Sprache nur ein Werkzeug, das man beherrscht, oder nicht beherrscht, aber sie ist lange nicht der Weisheit letzter Schluss.

Immerhin, sie ist das wichtigste Werkzeug, das uns zum Ausdruck von Gedanken und Gefühlen zur Verfügung steht, wenn wir - wie hier - in einem Forum im Internet diskutieren.
Darüber hinaus ist ja gemeinhin bekannt, dass die Sprache nur einen minimalen Anteil der zwischenmenschlichen Kommunikation ausmacht.

> Angelehnt an Wittgenstein möchte ich sogar behaupten, dass unser Verstand durch die Sprache geradezu „verhext“ wird.

Wo du Recht hast, hast du Recht. Der Verstand ist stark von der Sprache beeinflusst, das logische Denken funktioniert in den Grenzen, die die Sprache ihm weist.

> Übrigens war auch Goebbels ein ausgesprochen guter Redner; seine Reden möchte ich deshalb noch lange nicht unterschreiben.

Bitte sauber trennen zwischen Sprache und Inhalten.

> Inhaltlich nicht verstanden zu werden ist natürlich ein Kreuz, aber ich möchte sogar noch behaupten, dass es hie und da gar nicht darum geht, nicht verstanden zu werden, sondern dass einem manchmal nur nicht Recht gegeben wird.

Nun, das ist natürlich ein Problem bei Diskussionen. Dennoch, wenn jemand meine Meiung - die mir selbst natürlich in jedem Fall sinnvoll und logisch erscheint, sonst würde ich sie ja nicht vertreten - nicht teilt, mir aber gezielt sagen kann, weshalb er das nicht tut, dann fühle ich mich besser verstanden, als wenn mir jemand stundenlang zuhört und anschließend bloß "Äh... ja, also... find ich auch." dazu sagen kann.

> Möglicherweise ist dieser Nicht-Rechtgeber ja ein „Artikulationsdilettant“ und er könnte sogar ein Artikulationsdilettant sein, der eine andere Meinung vertritt als man selbst.

Was dann richtig ärgerlich ist, weil man dann in keiner Weise miteinander kommunizieren kann.
Wie du bereits sagtest: Sprache ist ein Werkzeug. Wenn jemand sein Handwerkszeug nicht beherrscht, kann er damit auch nichts erreichen.

> Oder einer, dem es eigentlich ziemlich wurscht ist, was man denkt.

Wem das sowieso egal ist, braucht keine Diskussionen zu einem Thema zu führen.

> Natürlich könnte er das auch einfach sagen (vielleicht tut er es sogar), aber das wäre auch irgendwie ziemlich unbefriedigend für jemanden, der gerne argumentiert, weil er es eben kann.

Wie gesagt, ich wüsste nicht, warum sich jemand, der kein Interesse daran hat, überhaupt an einer Diskussion beteiligen sollte^^

> Umgekehrt gibt es natürlich auch solche, die argumentieren, obwohl sie es nicht können, und jene, die nicht argumentieren, weil sie es nicht können.

Erstere sind aber auch diejenigen, bei denen Diskussionen oft in Streit ausarten, weil irgendwann nur noch ein bockiges Wiederholen immer und immer gleicher Argumente aufeinander folgt, die häufig noch nicht einmal Argumente sind, sondern fadenscheinige Ausreden und unnachvollziehbare Rechtfertigungen. Ich denke da gerade an eine gewisse andere relativ aktuelle Diskussion ;)
Nicht zu argumentieren, weil man weiß, dass man es nicht kann, finde ich ein Stück weit noch legitim. Wenn man allerdings darum weiß, sollte man es über kurz oder lang in Angriff nehmen, daran zu arbeiten und etwas dagegen zu tun. Niemand kann sein ganzes Leben lang jeglichen Debatten aus dem Weg gehen, nur weil er weiß, dass er nicht argumentieren kann.

> Nicht zu vergessen die große Gruppe derer, die zwar argumentieren können, es aber nicht tun.

Kein Problem.
Sobald sie sich aber an Diskussionen beteiligen, sollten sie es tun. Wenn sie keine Lust zu argumentieren haben, dann sollten sie sich vielleicht lieber von vornherein aus Diskussionen heraus halten.

> Die fallen aber wohl in die „Is mir wurscht“-Kategorie (plus minus ein paar Phlegmatiker, denen wirklich alles egal ist –aber was hätte so jemand eigentlich in einem Diskussionsforum zu suchen?).

Nun ja, das frage ich mich bei einer ganzen Reihe Leute...^^°

> Aber Nietzsche zitieren kann heute auch irgendwie schon jeder

Ich stehe zu meinen Bildungsdefiziten: Nein, ich kann Nietzsche nicht zitieren. Aber wenn du willst, zitiere ich dir aus Kants Definition von "Aufklärung", das wäre nämlich in diesem Forum mal auch nicht so verkehrt, zumindest bei einigen Usern...

> was mich ausgesprochen unoriginell erscheinen lässt,

Nein, ich finde das immer schön, wenn Leute ihre Aussagen auch noch mit Zitaten stützen können. Es ist zwar nicht nötig für eine in sich schlüssige Argumentation, aber ein nettes Sahnehäubchen :)

> weshalb ich mich jetzt einfach selbst zitiere: „Ich ziehe es immer noch vor, mit den Augen zu sehen...und zu schweigen.“ Das ist weder so schön noch so sinnvoll wie das obige Zitat, aber es ist von mir und deshalb mag ich es.

Hat auch was^^
Für die Umsetzung dessen ist es allerdings inzwischen zu spät, du diskutierst ja bereits mit :)

> Das klingt doch schwer nach einem Begründungswettbewerb:

Es ist kein Wettbewerb. Es ist einfach nur so, dass einfach in den Raum gestellte Aussagen als Meinungsäußerung, als vertretener Standpunkt ziemlich nichts sagend sind.
Man liest sich sowas durch und denkt: "Aha. Na und? Was soll uns das jetzt sagen?"

> „Wer begründet am besten, warum er Kyo so sehr liebt? Der Hauptpreis ist... –hey, sag mal, was ist eigentlich der Hauptpreis...? Äh... okay... hüstel... der Hauptpreis wurde abgesagt, dafür haben wir jede Menge Verachtung! übrig für diejenigen, die keine! gescheite Begründung zustande bringen! Verachtung im Ausverkauf!! So billig war’s noch nie!“

Das ist ja wohl mal ziemlich übers Ziel hinaus geschossen.
Man braucht das nicht "am besten" zu begründen, aber angenommen, ich mag einen Künstler, sei es nun Kyo oder jemand anders, dann mache ich mir doch mehr Gedanken über ihn als "Boah, hat der'n geilen Arsch!"
Man fragt also nach: "So, du magst ihn also? Was genau magst du denn an ihm?"
Wenn dann die Antwort kommt "Er ist soooo kawaiiiii!", dann ist mein erster Gedanke: "Klasse, du hast dir also noch nie Gedanken über ihn gemacht und behauptest trotzdem, ihn zu mögen?"

Vielleicht liegst du mit der Verachtung gar nicht mal soooo falsch (auch wenn ich es sehr drastisch formuliert und auch etwas übertrieben finde), aber dann möchte ich betonen, dass diese "Verachtung" nicht bedeutet, dass ich damit eine Person komplett als oberflächlich, artikulationsunfähig oder gar vollkommen schwachsinnig abstempel, sondern dass ich lediglich diese eine Verhaltensweise dieser Person oberflächlich finde und deshalb nicht für voll nehmen kann.
Es mag sein, dass ich im Bezug auf andere Themen mit diesen Leuten wunderbar zurecht käme.

> Vielleicht übertreibe ich ja, aber Kyo zu mögen ist kein Wettbewerb und wenn jemand einfach mal erwähnen möchte, dass er es tut, ist das doch okay.

Natürlich ist es kein Wettbewerb.
Obwohl... Was ich gehört hab, wie das vor einigen Jahren in der Fanszene gewesen sein muss, muss es da wohl ganz üble Sachen gegeben haben... Durchnumerierte Listen, wer die größten Fans sind, und solche Scherzchen.
Nur verstehe ich auch hier nicht, wieso um alles in der Welt man sich in einem Forum dazu äußert, wenn man dann nicht bereit ist, darüber zu diskutieren.

> Man stelle sich vor, alle Menschen brächten so viel Text zustande, dann hätte man doch keinen ruhigen Schlaf mehr, oder?

Seinen Schlaf können einem auch andere Dinge rauben, dazu brauche ich Animexx nicht^^°

> In Anbetracht des Umstandes, dass dieser Thread „Wie findet ihr Kyo von Dir en grey“ heißt und nicht „Was gefällt euch so an Kyo von Dir en grey“, wäre eine Antwort wie „Indem ich nach ihm suche“ irgendwie noch toller als „Ich mag ihn, weil...“.

Die Antwort wäre so platt, dass sie schon wieder gut wäre. Einziger Haken: Sie war bereits da^^
http://animexx.4players.de/forum/?thread=100572&posting=108762

> Es gibt natürlich auch: „Ich kapier’s, ich kapier’s! Mann, is der Mann genial!“

Aber das schönste ist, wenn man etwas teilweise versteht, und zwar gerade soweit, dass man sich über den Rest stunden-, tage-, wochen-, monate- oder jahrelang den Kopf zerbrechen kann.

Wobei... "Ich kapier's, der Mann ist genial!" ja echt mal ein unglaublicher Auswuchs eigener Arroganz wäre... Als wenn das eigene Verständnis ein allgemeingültiger Maßstab für Genialität wäre^^

> Und DAS halte ich noch für zuviel des Guten. Kyo, der Textschreiber und Sänger, hat vielleicht mehr im Hirn als viel –sehr viele- seiner Kollegen.

Vielleicht benutzt er es auch einfach nur mehr?

Sorry, ich kann mir hier jetzt dieses Kant-Zitat nicht verkneifen:
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Erschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen."

Und manchmal denke ich echt, bei einem Großteil der Menschen herrschen im Kopf Zustände wie vor der Aufklärung.

> Ist er ein Idiot? Ein Genie? Ein Heiliger? Ein Teufel? Ist er gar ein Intellektueller? Ist er rechts? Links? Ist er vielleicht unpolitisch? Ist er ein Masochist? Ein Sadist? Oder ist er einfach nur ein Narziss? Geisteskrank? Der einzig Normale unter vielen Verrückten? Ein weiterer Verrückter unter allen Verrückten? Ist er verrückt? Verrückt er hin und wieder seine Wohnzimmermöbel?

Fragen über Fragen... Wäre schön, jemals eine abschließende Antwort darauf zu erhalten, oder?

> Gut, dass es noch weh tut. Stellt euch vor, es würde nicht wehtun. Ihm jedenfalls. Dann wäre er vermutlich tot und ein toter Kyo kann weder singen, noch Texte schreiben oder sich auf der Bühne aufführen wie verrückte Polstermöbel.

Eigentlich bezog sich das "Es tut weh" eher darauf, wie man es als Fan wahrnimmt, aber in der Tat, täte es ihm nicht mehr weh, könnte man ihn wohl zu Grabe tragen.

> Nein, aber jetzt mal im ernst: Es sollte auch wehtun, wenn andere sich verletzten. Bis zu einem gewissen Grad nämlich, alles andere ist unnötig –und zwar unnötiger Masochismus.

Kommt auf die Beweggründe an. Mir tut es nicht generell weh, wenn sich andere verletzen. Wenn hier die 20.000. 13jährige Göre ankommt und rumjammert, wir sollten alle Mitleid mit ihr haben, denn wie arm sie eigentlich dran sei, könne man ja sicherlich an ihren minimal angekratzen Armen sehen, die sei demonstrativ jedem unter die Nase reibt, dann geht mir einfach nur noch der Hut hoch.

> Seelische Selbstverstümmelung.

Seelisch musst du doch schon ein Stück weit kaputt sein, um überhaupt erst damit anzufangen.
Nein, erst das Psychische, dann die körperliche Verstümmelung.
Es sei denn, du bist eine jener 13jährigen, die in Trägertops auf Cons fahren, um jedem zu zeigen, wie schrecklich schlecht es ihnen geht, seit ihre böse Mutter sie dazu verdonnert hat, ihr Zimmer aufzuräumen, sie eine Fünf in Mathe hatten und übendrein noch ihre Lieblingsboygroup ihr Styling geändert hat.

> Moralische Hypochondrie.

Ich hätte darauf ja jetzt gerne was geantwortet, womit ich mich leider sehr ins eigene Fleisch geschnitten hätte.
Man sollte sich den Einzelfall ansehen, ich werde den Teufel tun, alle, die sich selbst verletzen, über einen Kamm zu scheren.

> Kyo hat selbstverletztende Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit nicht gerade erfunden.

Hat niemand behauptet.
Aber in diesem Thread hier geht es - naja, ging es jedenfalls ursprünglich mal - um Kyo, deswegen diskutieren wir hier unter anderem, was sein Verhalten bei uns auslöst.

> Obwohl dies eindeutig mit Absicht geschieht und um Aufmerksamkeit zu erregen, ist es keineswegs „Entertainment“, denn wer sich davon unterhalten fühlt, ist möglicherweise schon einige Schritte näher am Verrücktsein als der Künstler selbst.

Was ist schon "verrückt"? Anomal? Nicht der Norm entsprechend?
Wie nähere ich mich dem Verrücktsein? Und wo genau soll die Grenze liegen?

> Ich fühle mich durch Kyos Verhalten auf der Bühne auch nicht gerade unterhalten und, ehrlich gesagt, ich finde es weder originell noch besonders schockierend.

Ich fürchte, man müsste auch schon in einer Welt aus rosa Zuckerwatte aufgewachsen sein, um davon wirklich zutiefst schockiert zu sein.
Es kann einen doch auch anders berühren, nicht nur indem es einen schockiert.
Was Originalität angeht: Wenn du so willst ist ALLES in irgendeiner Form schon mal dagewesen. Interessant ist nicht die Frage, ob etwas neu ist, sondern wie es umgesetzt wird. Und Kyo erreicht eine enorme Ausdrucksstärke, die ich bei den meisten anderen Musikern einfach vermisse, unabhängig davon, ob er nun Selbstverletzung auf der Bühne erfunden hat oder nicht.

> Vielleicht ist es wahr und er versucht tatsächlich nicht, besonders originell und schockierend zu sein, was man dann durchaus als Erfolg verbuchen könnte.

Vielleicht steht auch gar nicht die Frage "Wie originell oder schockierend ist dieses Verhalten?" im Vordergrund.
Etwas nur um der Originalität oder gar des Schockeffekts willen zu tun, ist so ungefähr das platteste, plumpste, einfältigste, das man machen kann.
Beispiel: Splatter-Filme. Sie sollen schockieren. Statt dessen werden sie von unglaublich vielen Leuten gemieden, weil sie genrebedingt in der Regel einfach zu schwachsinnig sind. Sie schocken nicht, sie nerven allenfalls.
Schocken allein ist keine Aussage.

> Vielleicht tut er es wirklich aus einem ganz persönlichen Drang heraus, was ziemlich fatal wäre,

Das wäre allerdings ziemlich fatal.
Nur frage ich mich, ob er das dann tatsächlich nur auf der Bühne täte.
Wenn es ein persönlicher Drang wäre, müsste er das ja auch außerhalb von Konzerten tun. Aber müsste er dann nicht weitaus mehr Narben haben?

> denn die Kunst alleine bringt einen Menschen nicht aus einem tiefen Loch heraus, selbst wenn er sich dadurch noch so fantastisch artikulieren kann (einige Menge Künstler begingen Selbstmord, ersäuften sich in Alkohol oder machten anderen Blödsinn, der ihr Leben oder zumindest ihre Handlungsfähigkeit frühzeitig beendete).

Ja, dafür gibt es ja nun wirklich genug Beispiele.

> In diesem Fall bin ich eher geneigt zu glauben, dass es sich um Show handelt, was die beste aller Alternativen darstellt.

Tritt jetzt bitte nicht schon wieder so eine Diskussion über die Frage, was "Show" ist los^^°
Ich denke auch, dass er das mit voller Absicht vor Publikum macht, und dass es so gesehen auch "Show" ist, aber es soll etwas vermitteln.
Und tatsächlich löst es eine ganze Reihe verwirrender Emotionen aus.

> Kurt Cobain wurde genau aus diesen Gründen ein Mythos, aber er beging im Alter von 27 Jahren Selbstmord und verletzte sich in der Öffentlichkeit nicht selbst, wenn man von Alkohol- und Drogenexzessen absieht.

Das klingst so euphemistisch...
Dieses "..., aber..." ist da fehl am Platz.
So sehr ich Nirvana schätze, Kurt Cobain ist kein Mythos, weil er "ein Genie am Rande der Verzweiflung" (herrje, der Mann war ein WRACK! Psychisch wie physisch! Der wollte seine Magenbeschwerden mit Heroin kurieren!) war, sondern gerade WEIL er tot ist. Wäre er nicht tot, würde man von Nirvana allenfalls noch hin und wieder mal "Smells like teen spirit" oder "Come as you are" auf irgendwelchen CD-Samplern für Nostalgiker finden. Kein Mensch käme auf die Idee, heute noch Kapital aus der Band schlagen zu wollen (es ist so abartig, es regt mich auf, und ich bin der Meinung, dass man im Fall von Nirvana teilweise Raubkopien besser mit seinem Gewissen ausmachen kann als Originale, weil man mit den Originalen einen Großteil des Geldes Courtney Love in den Rachen wirft, aber okay, das ist eine andere Diskussion, bei der ich allerdings genauso schnell auf 180 bin wie bei gewissen Diskussionen um Kyo)

> Wie dem auch sei, Dir en Grey werden musikalisch immer schlechter (darüber kann man streiten, muss man aber nicht)

Schön, dass du diese Bemerkung in Klammern dazu geschrieben hast, denn so kennzeichnest du diese Aussage als deinen persönlichen Geschmack^^
Ich persönlich mag die neueren Sachen lieber, aber wie gesagt: Geschmacksache :)

> Kyos Songtexte sind nach wie vor gut.

Nun, sein Stil hat sich aber auch ganz schön verändert und weiter entwickelt.

> Allerdings habe ich oft das Gefühl, dass manche sie vor allem deshalb als intellektuell so hochwertig betrachten, weil sie keine simple Botschaft übermitteln, sondern sehr interpretationsabhängig sind.

Ist es nicht schon ein Zeichen für einen gewissen Anspruch, Interpretationsspielraum zu lassen und sich dabei trotzdem auszudrücken?
Ich meine, mit den entsprechenden Mitteln ist es weder besonders schwer, sich auszudrücken, noch ist es sonderlich schwer, etwas mit Interpretationsspielraum zu schaffen (ich nehme mir ein Stück Pappe und male mit blauer Wasserfarbe ein paar Striche drauf... Viel Spaß beim Interpretieren. Die Wahrheit: Ich weiß selbst nicht, was das soll^^).
Aber er verknüpft diese beiden Elemente: Aussagen treffen (manchmal allerdings reichlich unverständlich...) und dennoch genug offen lassen, um dem geneigten Fan Spielraum zu Interpretation zu geben.
Und noch ein drittes Element, das gerade seine Texte für mich persönlich _sehr_ reizvoll macht: Er hat einen gewissen Hang zum Erzählerischen, die meisten Texte sind regelrechte Geschichten mit einer Handlung und Charakteren. Das ist nur meine persönliche Vorliebe, aber mir macht unter anderem das diese Texte sehr sympathisch.

> das Stillleben aber hängt man sich gerne über den Küchentisch.

Ich würde mir nie ein Stillleben irgendwo hin hängen. Für mich ist sowas langweilig und nichts sagend, auch wenn ich mich gut erinnere, dass meine Kunstlehrerin in der Schule da anderer Meinung war und anfing, in eine herunter hängende Zitronenschale auf einem Stillleben die Dekadenz der gesamten Menschheit rein zu interpretieren (es war ja auch ein barockes Stillleben, ha ha)

> Kyo hat eine Art sich auszudrücken, es gibt aber auch andere, nicht minder gute und auch genialere Arten dasselbe zu tun.

Hat niemand unterstellt.
Ich mache Kyo nicht an anderen Musikern fest, aber Dir en grey sind eben eine Band, die ich sehr mag. Persönliche Vorliebe, mehr ist es letztlich nicht.
Es gibt jede Menge Bands, die ich durchaus als Musiker und Künstler vollkommen ernst nehme, von denen ich aber trotzdem nicht Fan bin, weil sie mich einfach persönlich nicht ansprechen.

> Ich bin gerne bereit, dafür geteert und gefedert zu werden,

Keine Panik ;)

> aber ich glaube immer noch, dass Kyos Wut, Verzweiflung und was auch immer er sonst so auf der Bühne ausdrückt, etwas für die Seelen sehr junger Leute ist.

Darf ich dich darauf aufmerksam machen, dass du laut Steckbrief gute anderthalb Jahre jünger bist als ich?
Was genau heißt für dich "sehr jung"? Mitten in der Pubertät?

> Es gibt subtilere, jedoch nicht weniger schockierende Methoden die Gesellschaft vor den Kopf zu stoßen, sie auf ihre eigene Sensationsgier und Doppelmoral aufmerksam zu machen.

Sicherlich gibt es Methoden, die so subtil sind, dass sie erst recht keiner mehr versteht.
Das schöne bei Kyos Methoden ist, dass man sie weit genug verstehen kann, dass sie einem einen Denkanstoß geben.
Und was Sensationsgier und Doppelmoral angeht: Die einen wissen das sowieso, die anderen verstehen es noch nicht einmal, wenn man sie damit regelrecht erschlägt.
So traurig es ist, aber ich habe das Gefühl, dazwischen ist nicht mehr viel an Graustufen.

> Ich möchte sogar die Behauptung aufstellen, dass gerade das Subtile schockierender sein kann, was auch der Grund dafür ist, dass ich Kyos Bühnen“shows“ für etwas halte, das Jugendlichen gefallen kann, Postjugendliche traurig oder depressiv stimmt und Erwachsene für verrückt halten –und gar nicht zu unrecht, wie ich finde.

Natürlich ist das Subtile schockierender als das Direkte, Eindeutige.
Ist dir mal aufgefallen, dass die spannendsten Horror-Filme meist die sind, in denen kein Tropfen Blut fließt? Und trotzdem kann man manchmal hinterher nicht schlafen, weil man sich Sorgen macht, Sadako könnte jeden Moment aus dem Fernseher gekrabbelt kommen oder man könnte von einem Schwarm Amseln angegriffen werden.
Was ich einfach nur so traurig finde, ist, dass viele Leute sich offenbar gar keine Gedanken machen (oder sie leiden unter akutem Artikulationsdilettantismus, die Möglichkeit wollen wir ja mal mit in Betracht ziehen, obwohl das eigentlich auch nicht gerade ein Kompliment für diese Leute ist), sondern dass es ihnen einfach nur "gefällt".
Das ist nicht in dem Sinne traurig für Kyo persönlich, der kriegt es ohnehin nicht mit, aber es ist vom Prinzip her traurig, dass Menschen so oberflächlich sein können.

> Ich dachte eigentlich immer, bei Dir en Grey ginge es um Musik.

Wer sagt, dass man Musik als isoliertes Medium betrachten muss? Wieso sollte man Musik nicht mit anderen Ausdrucks- oder Kunstformen verbinden können?
Wusstest du, dass das in Japan sogar eine wesentlich ältere Tradition hat als im Westen? Wusstest du, dass sogar Richard Wagner mal eine Definition des Begriffes "Gesamtkunstwerk" aufgestellt hat, die beinhaltete, dass ein "Gesamtkunstwerk" aus dem Zusammenspiel von Musik, Tanz und Dichtkunst besteht und dass das ausgerechnet aufs Kabuki zutraf?
Wieso also sollte man Musik isoliert betrachten? Natürlich, Dir en grey sind Musiker, ich würde jederzeit die Musik an allererster Stelle nennen, wenn mich jemand fragen würde, was mir denn an der Band so gefällt, aber das bedeutete doch nicht, dass keine anderen Elemente zur Musik als Ausdrucksform und als Kunst hinzu kommen können.

> Ich wusste ja nicht einmal, was Kyo so treibt und wenn ich es gewusst hätte, hätte es mich auch nicht sehr interessiert.

Ehrlich gesagt kann ich eine solche Einstellung leichter respektieren als die Behauptung, es wäre cool oder sonst irgendwas, wenn sich jemand selbst verletzt.

> Diese Selbstgeißelungen seiner Fans sind vollkommen übertrieben.

Das müsstest du mir aber doch mal bitte genauer erklären...?
Wer geißelt sich hier in welcher Art und Weise selbst?

> a)man überhaupt keine Ahnung hat, was in Kyo wirklich vorgeht

Was einen nicht daran zu hindern braucht, sich zu überlegen, was er damit sagen möchte.

> b)es schlimmeres gibt als das, was er tut

Aber auch Schöneres.
Und wieder kein Hinderungsgrund, wenn es einen interessiert, trotzdem ein paar Gedanken dran zu verschwenden.

> c)er es immerhin freiwillig tut

Was wiederum die Frage aufwirft: Was soll es?
Wie du selber sagtest: Selbstverletzung ist nichts Witziges.
> Es sollte auch wehtun, wenn andere sich verletzten.

> d)man ihn ja nicht dazu überredet es zu tun


Dasselbe wie bei c)

> e)man ihn ja nicht dafür bezahlt es zu tun

Nochmal siehe c)

> f)er auch nur ein Mensch ist und Menschen zu idiotischem Verhalten neigen

Traurig aber wahr.
Allerdings kann man auch bei "idiotischen" Handlungen in einem solchen Kontext ruhig hinterfragen, ob sich vielleicht außer Idiotie noch andere Aspekte daran finden lassen.

> g)er, wenn er’s auf der Bühne macht, eh ein bisschen exhibitionistisch ist

Lässt sich wohl kaum gänzlich abstreiten, schließt aber wieder nicht aus, dass er nicht darüber hinaus etwas ausdrücken möchte.

> h)wenn man es als Fan lustig findet, ist es auch egal

Weil er nicht die Zeit hat, sich mit jedem Fan einzeln auseinander zu setzen.
Vom Prinzip her ist es dennoch traurig, wenn es wirklich Leute lustig finden.

> i)wenn man es als Fan nicht lustig findet, ist es auch egal

Man sollte nichts desto trotz seine Meinung über Musiker, von denen man Fan ist, sowohl mit seinem Verstand als auch mit seinem Gewissen vereinbaren können.
Wenn du von dem Standpunkt "Ihm persönlich ist es sowieso egal" ausgehst, kannst du eigentlich jeden noch so großen Schwachsinn von dir geben, weil es ihn persönlich sowieso nicht juckt.

> j)wenn man als Fan überhaupt nix dabei findet, ist es auch egal

Und wieder hat es mehr mit Prinzipien zu tun als mit seiner persönlichen Meinung dazu.
Der Mann könnte einem leid tun, wenn er sich bei jedem einzelnen Fan eine Meinung über dessen Einstellung zu seinem Verhalten bilden müsste, aber als Fan selber muss man seine Meinung mit seinem Gewissen ausmachen können. Wer natürlich soweit nie gedacht hat, kann auch dabei auch nicht in einen Gewissenskonflikt geraten.

> k)überhaupt spielt es keine große Rolle, weil ihm auch schnurz ist, was ihr denkt

Die Frage ist, für wen es eine Rolle spielt.

> l)und wenn nicht, hätte er keine Möglichkeit zu erfahren, was ihr denkt

Vermutlich will er es auch so genau noch nicht einmal wissen.
Möglichkeiten gibt es schon, man kann Fanpost und weiß der Geier was noch alles schicken.

> m)d.h. dass alle Gespräche, Gefühle etc. für die Katz’ sind, völlig und total

So gesehen ist _alles_ für die Katz.
Das Leben? Am Ende stirbt man sowieso.
Gefühle? Wären nicht die ersten Gefühle, die auf niemanden außer einen selbst Auswirkungen hätten. Sind sie deswegen wirklich für die Katz oder hat man genug Selbstwertgefühl um sich zu sagen, dass es doch genügt, wenn sie für einen selbst wichtig sind?
Ich verlange nicht, dass meine Gedanken und Empfindungen irgendeine Auswirkung auf Kyo haben. Ich müsste größenwahnsinnig sein, um mir das einzubilden.

> Und was glaubt ihr, wie sehr es ihn interessiert, was irgendwelche Fangirlies (oder auch nicht Fangirlies) in irgendwelchen deutschen Foren über ihn schreiben?

Interessiert ihn ebenfalls nicht.
Und trotzdem ist das keine Rechtfertigung, seinen Verstand vollkommn abzuschalten und alles, was man jemals über Werte wie Fairness oder Höflichkeit (auch gegenüber nicht anwesenden dritten) gelernt hat, aus seinem Kopf und seinem Gefühl heraus zu verbannen.

> Nicht schnurz ist ihm sicher, welche Wirkung seine Songtexte auf die Leute habe, aber DAS steht ja wohl hier nicht zur Diskussion, oder?

Warum nicht?
Wieso sollte man das nicht auch hier diskutieren?
Just because you're paranoid
doesn't mean they're not after you (Nirvana - Territorial Pissings)
Zuletzt geändert: 23.07.2005 22:21:39



Von:   abgemeldet 24.07.2005 19:56
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
>>Also dass er diese Art Ignoranz nicht gerade mag war nur eine kleine Begründung für meine These. Ich hatte nicht vor groß über diesen Satz zu diskutieren<<

Hatte ich auch nicht. Ich habe ihn lediglich als Beispiel genommen und dich nicht persönlich angreifen.

>>Außerdem habe ich auch nie behauptet, ich würde ihn kennen oder ihn analysieren können. Ich habe lediglich eine Meinung zu ihm und dem, was er tut. Und die bringe ich hier an, dafür sind Foren da, oder? Du postet ja auch hier rein und sagst, dass ihm das alles hier egal sein würde, aber das ist ihm dir zu folge genau so egal o_O Da verstehe ich dein Problem nicht.<<

Anscheinend verstehst du das Problem wirklich nicht.
Ich will noch einmal versuchen, es dir zu erklären:
a) Ich habe auch nicht behauptet, dass du behauptest ihn analysieren zu können. Ich meine nur, dass ich alle Versuche in diese Richtung absolut lächerlich und unnötig finde.
b) Foren sind da um zu diskutieren. Und das tun wir ja auch, oder? Noch einmal: Ich habe einfach nur eingeworfen, dass ich diese Kyo-Analysen nicht gut finde.
c) Natürlich kann es ihm egal sein. Und weißt du was? Ich bin mir dessen bewusst und kann gut damit leben.

>>Ich habe nur gesagt, dass man eine Reaktion in einer breiten Masse besser erkennt als die individuellen Reaktionen. Deine Ironie kannst du also ruhig kleben lassen wenn du diese Aussage von mir angreifen willst o_Ô<<

Und ich sage nur (und jetzt ohne Ironie): Die Reaktionen in einer breiten Masse sind vielleicht besser zu erkennen, sie sind aber nicht der Ausdruck des Einzelnen –und somit sind sie wenig aussagekräftig. Zumindest für mich. Ich schätze aber, dass jemand, der auf der Bühne steht, das anders sieht. Ein gewisser Narzissmus gehört schließlich dazu.

>>*Papier und Stift rüber reich*<<

Danke *draufkritzel*

>>Btw. Was bedeutet der hier? ---> *_Ü
Und °_O sieht aus, als hätte man ein Veilchen.<<

Ja, das habe ich mich auch schon gefragt… Meine Theorie lautet: *_Ü ist ein missglücktes *_* und °_O ein Picasso-Smilie (ohne smile). Smilie-Kreativität kennt nach oben und unten hin keine Grenzen.

>>Sicher? Dein Posting zeichnet sich nicht gerade dadurch aus, dass du mit Worten geizt... ;)<<

Für gewöhnlich bin ich mit Worten viel geiziger, als man hier vermuten möchte. Ich bin ja schließlich eine verkappte Phlegmatikerin. Oder, in der Wörtlichnahme des Wortes, eine Nihilistin.

Aber eigentlich meinte ich ja gar nicht, dass ich einen Smilie meinen eigenen Worten vorziehe, sondern den Worten anderer Personen.

>>Wenn ich anfange, die Sprache regelrecht zu vergewaltigen, brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn mich hinterher keiner versteht.<<

Da hast du natürlich recht. „Eine Sprache vergewaltigen“ ist allerdings auch wieder rein subjektiv. Ich empfinde zum Beispiel die Neue Rechtschreibung als pure Vergewaltigung a) der Sprache und b) meiner Souveränität als schreibendes Individuum. Mir ist natürlich klar, dass das hier nicht gemeint ist, aber ich hatte das plötzliche Bedürfnis, das irgendwann mal los zu werden.

Und wie du ja selbst bemerkt hast, ist es eher wahrscheinlich nicht verstanden zu werde, wenn man die Sprache nicht vergewaltigt…

>>Vollkommen in Ordnung. Ich erwarte nicht, dass jeder bis ins kleinste Detail alles erläutert, aber ein bisschen mehr als "Kyo ist geil" sollte schon drin sein. Wer das Thema für der Mühe, hier rein zu posten, wert erachtet, der wird es doch wohl hoffentlich noch schaffen, mehr als einen halben Satz zustande zu bringen.<<

„Kyo ist geil“ ist allerdings ein guter Grund, warum man ihn mag. Nicht gerade eine tolle Antwort auf „Wie findet ihr Kyo von Dir en Grey“ und auch kein Anwärter für den Literaturnobelpreis, aber immerhin ein Grund. Im Übrigen spreche ich ja gar nicht von solch intellektuellen Auswürfen. Du hast meinen Satz ja aus dem Kontext gerissen, was die Sache jetzt ein wenig schwierig macht: Ich meint ganz generell, dass manche Leute sich extrem in ein Thema hineinsteigern, das vielleicht für andere eher banal ist, und dass es diese Leute nicht verstehen, wenn jene, denen das Ganze zu banal ist, keine Lust auf die ewiggleichen Diskussionen haben. Das meinte ich mit „vielleicht nimmt er etwas nicht so ernst wie man selbst, sodass er es nicht der Mühe wert findet“. Die meisten Menschen werden durchaus Verständnis dafür haben, dass man in einen solchen Thread mehr als einen kleinen, lächerlichen Satz schreiben sollte, aber kein Verstädnis dafür, dass man gleich eine ganze Kurzgeschichte über Kyos Jugend, sein Seelenleben und alle Nuancen seiner einmaligen Persönlichkeit, nicht zu vergessen seinen Gesang und seine übrige Kunst, schreiben soll.

>>Und... doch, es setzt ein gewisses Maß an Bildung voraus, sich sprachlich so auszudrücken, dass einen andere nicht mehr verstehen.<<

Gut, gut, aber Bildung ist nicht Intelligenz. Es gibt auf der Welt 6 Milliarden Menschen, von denen nur ein kleiner Teil eine gute Bildung erhält –der Rest bleibt ungebildet, aber nicht unintelligent. Wenn Bildung nicht gefördert wird, ist das ein Problem. Ich kenne viele kluge Menschen, die leider von ihrem Elternhaus her nicht viel Bildung mitbekommen haben, wenig lesen etc.. Ich fühle mich völlig außerstande, so jemandem sprachlich zuzuschütten oder mich dabei auch noch gut zu fühlen. Ganz allgemein (also nicht auf dich persönlich bezogen) möchte ich dazu sagen, dass es aber leider viele Menschen gibt, die genau das immer wieder versuchen. So etwas verachte ich zutiefst und ich neige eher zur Zurückhaltung.

Übrigens ist es sehr leicht sich so auszudrücken, dass einen andere nicht mehr verstehen. Dafür braucht man nicht einmal besonders viele Fremdwörter benutzen oder was-weiß-ich. Ich finde es immer wieder extrem witzig zuzusehen, wie jemand andere mit pseudo-gebildeter Sprache zuschüttet (zu beobachten z.B. bei Politikern, aber auch Wirtschaftstreibenden, Besserwissern, arroganten Ignoraten…) und wie alle eher tumben Gemüter vor Staunen was vor ihm (oder ihr) auf der Erde kriechen. Das habe ich noch nie verstanden. Es gibt Menschen, die weitaus eloquenter sind als ich, aber –unter uns gesagt- das macht sie mir nicht überlegen.

>>Jeder hätte auf die Idee kommen können, dass da irgendetwas nicht stimmte, aber niemand dachte soweit. Die Leute waren entsetzt, als sich schließlich herausstellte, dass Ed Gein ein Psychopath war, dabei hat es - im Nachhinein und von Außen betrachtet - genug Anzeichen gegeben.<<

Das stimmt sicher, in seinem Fall. Aber es gibt auch viele Fälle von Serienmördern, die völlig angepasst lebten. Natürlich, im Nachhinein kommt man immer darauf, dass man es irgendwie hätte wissen müssen, weil dieses oder jenes an ihm komisch war. Aber es laufen so viele komische, harmlose Typen herum, dass es wirklich schwer zu sagen ist. Ein bekannter Serienmörder –leider fällt mir sein Name gerade nicht ein-, der es vor allem auf Frauen abgesehen hatte, verkleidete sich mit Vorliebe: als Polizist zum Beispiel (viele Serienmörder tun das, weil sie sich von Autorität angezogen fühlen) und auch als Berater für Frauen, die vergewaltigt wurden… Er war extrem höflich und legte seine Maske erst ab, wenn er bereit war zu töten…

>>Bitte sauber trennen zwischen Sprache und Inhalten.<<

Genau das ist es ja, was ich tue. Und so habe ich es auch gelernt, als wir im Lateinunterricht vor einer halben Ewigkeit über die Rhetorik gesprochen haben. Eine Rede Goebbels’ war dabei sogar in unserem Lateinbuch enthalten, eben als Beispiel dafür, wie eine Rede funktioniert. Von den Inhalten war dabei keineswegs die Rede, denn die sind, wie wir uns wohl einig sind, verachtenwürdig. Aus diesem Grund wählte ich ihn auch als Beispiel für einen durchaus gebildeten Redner ohne jegliche Empathie. Einfach nur jemand, der andere beeinflussen kann, deswegen aber noch lange nicht im Recht ist mit dem, was er sagt.

>>Was dann richtig ärgerlich ist, weil man dann in keiner Weise miteinander kommunizieren kann. Wie du bereits sagtest: Sprache ist ein Werkzeug. Wenn jemand sein Handwerkszeug nicht beherrscht, kann er damit auch nichts erreichen.<<

Meine Rede, meine Rede. Genau da ist ja das Problem. Aber es hat überhaupt keinen Sinn, mit jemanden zu diskutieren, der sich nicht ausdrücken kann, geschweige denn sich darüber aufzuregen, dass er es nicht kann…
Oder, und das habe ich schon erwähnt, ihn zuzumüllen, denn das hat dann tatsächlich den Anschein, als möchte man sich selbst beweisen, nicht seinen Standpunkt.

>>Wie gesagt, ich wüsste nicht, warum sich jemand, der kein Interesse daran hat, überhaupt an einer Diskussion beteiligen sollte<<

Das ist ja wieder aus dem Kontext gerissen. Natürlich muss niemand, der kein Interesse daran hat, an einer Diskussion teilhaben. Aber es kann ja auch sein, dass er Teile der Diskussion für völlig indiskutabel hält. Ist bei mir teilweise ja auch der Fall. Deshalb habe ich ja auch unterschieden zwischen jenen, denen einfach etwas „wurscht“ ist und denen, die irgendwie wirklich phlegmatisch sind (und sich deshalb gar nicht an einer Diskussion beteiligen).

>>Nein, ich kann Nietzsche nicht zitieren. Aber wenn du willst, zitiere ich dir aus Kants Definition von "Aufklärung", das wäre nämlich in diesem Forum mal auch nicht so verkehrt, zumindest bei einigen Usern...<<

Nun, es ist auch nicht unbedingt notwendig Nietzsche zitieren zu können. Und wenn es jeder könnte, hätten ja die, die es können, nichts mehr, womit sie angeben können. Kants Definition von Aufklärung kenne ich übrigens, aber zitieren könnte ich sie nicht. Wie dem auch sei, ich würde sogar sagen, es wäre für die meisten Menschen gar nicht schlecht, wenn sie sie kennen –und verstehen- würden…

>>Für die Umsetzung dessen ist es allerdings inzwischen zu spät, du diskutierst ja bereits mit :)<<

Das stimmt, aber glaub mir, es gibt die richtigen Situationen für dieses Zitat, ja, wirklich.

>>Man fragt also nach: "So, du magst ihn also? Was genau magst du denn an ihm?" Wenn dann die Antwort kommt "Er ist soooo kawaiiiii!", dann ist mein erster Gedanke: "Klasse, du hast dir also noch nie Gedanken über ihn gemacht und behauptest trotzdem, ihn zu mögen?"<<

Trotzdem frage ich mich, weshalb deswegen immer so ein Wirbel gemacht wird. Mein Gott, dann findet jemand halt seinen Arsch geil und ihn selbst kawaii… Das mit dem geilen Arsch ist vielleicht nicht das schlechteste Kompliment für einen Mann (auch wenn sicher gleich jemand sagen wird „Kyo ist nicht so oberflächlich…“).

Und „jemanden mögen“ ist ein Ausdruck, den man definitiv nicht so eng nehmen sollte. Ich mag hübsche Kleider –und hab trotzdem nur drei im Schrank hängen, die noch dazu nicht einmal besonders hübsch sind. Trotzdem würde es mich nerven, wenn mir jemand –angesichts meines armseligen Kleiderschranks- sagen würde, wie lächerlich es ist, wenn ich sage, dass ich „hübsche Kleider mag“. „Mögen“, das sagt man eben so. Ich „mag“ zum Beispiel Jonny Depp, aber ehrlich gesagt habe ich weder alle seine Filme gesehen noch interessiert mich, was er in seiner Freizeit so treibt. Und sein Innenleben geht mich eigentlich auch nix an. Ich mag ihn, weil ich das, was ich bisher von ihm gesehen habe, mag –und darüber hab ich auch nicht so toll nachgedacht. Komischerweise habe ich trotzdem nicht das Gefühl, dass ich mich sosehr vor militanten Jonny Depp-Fans fürchten muss, wie manche tumben Kyo-Fans… vor anderen Kyo-Fans.

>>(auch wenn ich es sehr drastisch formuliert und auch etwas übertrieben finde)<<

Natürlich ist es sehr drastisch formuliert und übertrieben.

>>Seinen Schlaf können einem auch andere Dinge rauben, dazu brauche ich Animexx nicht<<

Na ja, ich kriege regelmäßig Alpträume von so was. Aber das liegt wohl eher daran, dass ich etwas neurotisch bin.

>>Wobei... "Ich kapier's, der Mann ist genial!" ja echt mal ein unglaublicher Auswuchs eigener Arroganz wäre... Als wenn das eigene Verständnis ein allgemeingültiger Maßstab für Genialität wäre^^<<

Oder das eigene Unverständnis ein Maßstab für Dummheit…

>>"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Erschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen."<<

Da ist es ja, das schöne Kant-Zitat!

Und wenn man auch noch Geld machen kann, indem man –bildlich gesprochen- den Ausgang aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit (obwohl ich im Bezug auf „selbstverschuldet“ Kant nicht ganz zustimmen kann) hinaus in die Sonne der Aufklärung nimmt, ist das ganze noch doppelt so schön, oder?

>>Fragen über Fragen... Wäre schön, jemals eine abschließende Antwort darauf zu erhalten, oder?<<

Die abschließende Antwort ist bekanntlich 42, aber ich könnte auch ohne abschließende Antwort leben.

Es lebe der Relativismus!

>>Moralische Hypochondrie.<<

>>Ich hätte darauf ja jetzt gerne was geantwortet, womit ich mich leider sehr ins eigene Fleisch geschnitten hätte. Man sollte sich den Einzelfall ansehen, ich werde den Teufel tun, alle, die sich selbst verletzen, über einen Kamm zu scheren.<<

Mit moralischer Hypochondrie meine ich ja, was auch als „negativer Narzissmus“ bezeichnet wird. Das gilt für Personen, die den Anschein machen, sehr mitfühlend zu sein, oder auch jene, die sich ständig fragen, ob sie etwas falsch gemacht haben; Leute mit einem permanent schlechten Gewissen zum Beispiel. Solche Personen sehen zwar in ihren eigenen Augen und auch für ihre Außenwelt so aus, als wären sie sehr moralisch, in Wirklichkeit beschäftigen sie sich aber nur mit sich selbst, mit ihrem eigenen Innenleben und sie interessieren sich einen Dreck für andere –und sind zur Selbsterkenntnis kaum in der Lage.

Von Menschen, die sich selbst verletzen, spreche ich überhaupt nicht und moralische Hypochondrie hat damit auch nichts zu tun.

>>Seelisch musst du doch schon ein Stück weit kaputt sein, um überhaupt erst damit anzufangen. Nein, erst das Psychische, dann die körperliche Verstümmelung.<<

Wie gesagt, ich habe nie von Selbstverletzung gesprochen.

Ich spreche davon, wie gerne sich manche als Märtyrer aufspielen, als große Versteher, als hingebungsvolle Fans, die die Gefühle ihres Idols zu ihren eigenen Gefühlen machen usw.

>>Hat niemand behauptet. Aber in diesem Thread hier geht es - naja, ging es jedenfalls ursprünglich mal - um Kyo, deswegen diskutieren wir hier unter anderem, was sein Verhalten bei uns auslöst.<<

Und ich habe nicht behaupten, es hätte jemand behauptet. Wenn ich sage, dass Kyo die Selbstverletzung nicht gerade erfunden hat, dann meine ich damit, dass man es generell „überbewertet“. Nicht im Sinne von wertschätzen, nein, sondern dahingehend, dass man zu viel da hinein interpretiert. Darüber zu sprechen, was es bei einem einzelnen auslöst, ist doch völlig in Ordnung. Aber ständig so zu tun, als würde er, wenn er sich selbst verletzt, seinen guten, treuen, besten Fans damit ins Herz schneiden, ist absolut übertrieben. Und es ist mir auch völlig egal, was ihn dazu treibt. Ob es Show ist, ob er es aus Wut oder Verzweiflung tut –das spielt für mich in dem Augenblick keine Rolle, wenn ich sage, dass „er es nicht gerade erfunden hat“.

>>Was ist schon "verrückt"? Anomal? Nicht der Norm entsprechend?
Wie nähere ich mich dem Verrücktsein? Und wo genau soll die Grenze liegen?<<

Das ist eine leidige Diskussion. Für einen Serienmörder ist sein Verhalten auch nicht verrückt. Ich erinnere mich sogar an den Ausspruch eines von ihnen, der meinte, was ist denn schon dabei, wenn er ein paar Menschen töte –es gebe ohnehin genug...

Ich maße mir nicht an Verrücktheit zu definieren, aber ein geistig normaler Mensch sollte den Unterschied schon kennen, oder?

>>Was Originalität angeht: Wenn du so willst ist ALLES in irgendeiner Form schon mal dagewesen. Interessant ist nicht die Frage, ob etwas neu ist, sondern wie es umgesetzt wird. Und Kyo erreicht eine enorme Ausdrucksstärke, die ich bei den meisten anderen Musikern einfach vermisse, unabhängig davon, ob er nun Selbstverletzung auf der Bühne erfunden hat oder nicht.<<

Erstens: Nein, es ist nicht schon alles einmal da gewesen.
Zweitens: Das meiste ist schon mal da gewesen, das stimmt.
Drittens: Die Umsetzung ist entscheidend, das stimmt ebenfalls. Und ich finde nicht, dass Kyo so toll ist, was dieses Thema betrifft. Aber das ist dann auch wieder subjektiv und deshalb schwer zu diskutieren.

>>Beispiel: Splatter-Filme. Sie sollen schockieren. Statt dessen werden sie von unglaublich vielen Leuten gemieden, weil sie genrebedingt in der Regel einfach zu schwachsinnig sind. Sie schocken nicht, sie nerven allenfalls.<<

Oh, ich glaube kaum, dass Splatterfime schockieren sollen. Schocken ja, schockieren weniger. Und selbst das mit dem schocken ist eher nicht im Vordergrund. Viele dieser Filme sind ja als reiner Witz konzipiert, andere eben nur für die Splatterfilmfangemeinde, die das durchaus spannend oder lustig findet. Für die breite Masse ist das nicht gedacht.

Aber darum geht’s ja auch nicht, weshalb es auch wieder egal ist.

>>Nur frage ich mich, ob er das dann tatsächlich nur auf der Bühne täte. Wenn es ein persönlicher Drang wäre, müsste er das ja auch außerhalb von Konzerten tun. Aber müsste er dann nicht weitaus mehr Narben haben?<<

Wer weiß schon, was er tut, wenn er gerade nicht auf der Bühne steht? Ich persönliche glaube ja nicht, dass es ein persönlicher Drang ist. Ich denke, es ist „Show“ –ohne jetzt wieder die alte Diskussion zum Thema Show lostreten zu wollen. Natürlich will er damit etwas ausdrücken. Ich habe die große Botschaft dahinter bisher noch nicht ganz durchschaut, aber ich bin mir sicher, irgendwo ist sie, und vielleicht ist sie gar nicht so banal, wie ich glaube.

>>Das klingst so euphemistisch... Dieses "..., aber..." ist da fehl am Platz. So sehr ich Nirvana schätze, Kurt Cobain ist kein Mythos, weil er "ein Genie am Rande der Verzweiflung" (herrje, der Mann war ein WRACK! Psychisch wie physisch! Der wollte seine Magenbeschwerden mit Heroin kurieren!) war, sondern gerade WEIL er tot ist. Wäre er nicht tot, würde man von Nirvana allenfalls noch hin und wieder mal "Smells like teen spirit" oder "Come as you are" auf irgendwelchen CD-Samplern für Nostalgiker finden.<<

Oh, ich finde das keineswegs euphemistisch. Und dieses „aber“ gehört schon da hin, glaub mir. Wie dem auch sei, das interessante am Künstlerdasein ist ja, dass echte Künstler Mythen werden, nachdem sie tot sind. Sie bekommen Beachtung, solange sie jung sind, sie werden vergessen, wenn sie alt sind, aber sie bleiben unvergessen, sobald sie tot sind –so jung wie möglich, versteht sich. Wer kann sich denn auch einen alten Kurt Cobain vorstellen? Und ich bin mir durchaus bewusst, dass er ein Wrack war, psychisch wie physisch. Er war ein echtes Wrack, nicht wie Kyo. Der ist auf der Bühne ein Wrack, aber ansonsten scheint er keine allzu großen Probleme zu haben. Natürlich kann ich das nicht verifizieren, aber ich halte es für überhaus wahrscheinlich.

>>Ich persönlich mag die neueren Sachen lieber, aber wie gesagt: Geschmacksache :)<<

Gut, dass du’s als Geschmackssache erkannt hast. Ich hatte schon Angst vor Aufschreien (nicht unbedingt von dir, aber doch von anderen...). Ich liebe die alten Sachen, mit den neuen kann ich eigentlich nicht so viel anfangen...

>>Nun, sein Stil hat sich aber auch ganz schön verändert und weiter entwickelt.<<

Deshalb ist er auch nach wie vor gut. Er hätte auch schlechter werden können. „Ganz schön verändert und weiter entwickelt“ ist der richtige Ausdruck, weil man schlecht sagen kann, ob er besser geworden ist (auch wenn ich persönlich das eigentlich so empfinde).

>>Er hat einen gewissen Hang zum Erzählerischen, die meisten Texte sind regelrechte Geschichten mit einer Handlung und Charakteren. Das ist nur meine persönliche Vorliebe, aber mir macht unter anderem das diese Texte sehr sympathisch.<<

Das mag sein und ist auch nicht schlecht. Und auf die Gefahr hin, mir ein erneutes „hat auch niemand unterstellt“ einzuhandeln: Es gibt andere, die das genauso wie Kyo hinkriegen. Wenn nicht noch besser. Aber wie gesagt, ich mag Kyos Texte auch.

>>Ich würde mir nie ein Stillleben irgendwo hin hängen. Für mich ist sowas langweilig und nichts sagend, auch wenn ich mich gut erinnere, dass meine Kunstlehrerin in der Schule da anderer Meinung war und anfing, in eine herunter hängende Zitronenschale auf einem Stillleben die Dekadenz der gesamten Menschheit rein zu interpretieren (es war ja auch ein barockes Stillleben, ha ha)<<

Ich bin auch kein großer Fan von Stillleben. Ich ziehe expressionistische Gemälde vor, zum Beispiel von Schiele. Jugenstil ist auch nicht schlecht. Es gibt eine Menge in der Kunst, was ich überaus reizvoll finde. Stillleben gehört definitiv nicht dazu.

>>Darf ich dich darauf aufmerksam machen, dass du laut Steckbrief gute anderthalb Jahre jünger bist als ich? Was genau heißt für dich "sehr jung"? Mitten in der Pubertät?<<

Mitten in der Pubertät. Übrigens gibt es auch Leute, die da nie raus kommen, aber das ist jetzt nicht auf dich bezogen, wirklich. „Sehr jung“ schätze ich von 12 bis 16 und bei manchen dauert es dann noch ein paar Jährchen an.

Ich denke einfach, dass Leute, die gerade mitten in der Pubertät sind, die Holzhammermethode noch reizvoller finden, als es Leute tun, die sich psychisch in einer anderen Phase der Entwicklung aufhalten. Das hat jetzt nichts zu tun mit der Musik oder Kyos Texten, sondern schlicht mit der Bühnenshow.

>>Sicherlich gibt es Methoden, die so subtil sind, dass sie erst recht keiner mehr versteht.<<

Da muss ich dir Recht geben. Vielleicht liegt es daran, dass mir weltpolitisch Themen mehr am Herzen liegen als alles andere. Mich faszinieren eben die alten Bühnenshows von Pink Floyd über alle Maßen, während ich Kyo im Vergleich eher platt finde.

>>Ist dir mal aufgefallen, dass die spannendsten Horror-Filme meist die sind, in denen kein Tropfen Blut fließt?<<

Das mit den Horrorfilmen ist mir natürlich schon aufgefallen. Ich bin kein so großer Horrorfilmfan, weil ich dafür einfach zu viel Angst habe, aber die besten waren bisher immer die subtilsten. Die japanische Ring-Reihe fand ich nicht schlecht, die amerikanische Version war schon wieder viel weniger subtil und das hat mich schon ziemlich gestört. Es gibt natürlich auch noch andere Beispiele für gute Filme mit subtilem Horror (Shining) – und wenn ich ein größerer Horrorfilmfan wäre, würden mir auch noch einige mehr einfallen.

>>Das ist nicht in dem Sinne traurig für Kyo persönlich, der kriegt es ohnehin nicht mit, aber es ist vom Prinzip her traurig, dass Menschen so oberflächlich sein können.<<

Ja, aber das wussten wir doch alle schon vorher, oder?

>>Wieso also sollte man Musik isoliert betrachten? Natürlich, Dir en grey sind Musiker, ich würde jederzeit die Musik an allererster Stelle nennen, wenn mich jemand fragen würde, was mir denn an der Band so gefällt, aber das bedeutete doch nicht, dass keine anderen Elemente zur Musik als Ausdrucksform und als Kunst hinzu kommen können.<<

Ich bin ein sehr großer Fan des Ausdrucks „Gesamtkunstwerk“. Wenn du z.B. ein Bild ansiehst, auf dem nur jemand mit Farben einen Klecks gemalt hat, dann ist das ziemlich langweilig. Wenn du weißt, was der Künstler dazu zu sagen hat, ist es schon weniger langweilig. Ich sage jetzt nicht, dass ich ein Fan solcher Kunst bin, denn das bin ich nicht, aber so ist es eben. Musik muss man ebenfalls nicht isoliert betrachten, ich ziehe allerdings vor es zu tun, wenn die Musik kein offensichtliches Konzept verfolgt (Konzeptalben gibt es ja einige). Und ich kritisiere auch nicht, dass die Leute über mehr reden als nur die Musik, wenn das Gespräch auf Dir en Grey geht, selbst wenn mich der andere Quatsch zur Zeit weniger interessiert, ich kritisiere nur, dass ganz offensichtlich zu viel Wert auf die Persönlichkeit des Sängers (und der anderen Bandmitglieder hin und wieder auch) gelegt wird...

>>Das müsstest du mir aber doch mal bitte genauer erklären...? Wer geißelt sich hier in welcher Art und Weise selbst?<<

Wie oben erwähnt unter „moralischer Hypochondrie.“ Allerdings bin ich sicher, dass ich es in meinem vorherigen Text auch irgendwie erklärt habe, aber da jetzt ohnehin alles aus dem Kontext gerissen ist, spielt das keine große Rolle, fürchte ich.

>>Allerdings kann man auch bei "idiotischen" Handlungen in einem solchen Kontext ruhig hinterfragen, ob sich vielleicht außer Idiotie noch andere Aspekte daran finden lassen.<<

Jetzt mal weniger auf Kyo bezogen: Hinter Idiotie finden sich immer andere Aspekte. Vor allem die Idioten selbst werden nicht müde, die Idiotie würdevoll als etwas Notwendiges darzustellen. Man erinnere sich daran, wie die Kirche die Kreuzzüge gerechtfertigt hat; die Nazis die Verfolgung der Juden; die Terroristen ihr Handeln heute; George Bush sein Handeln nach dem 11. September...

Wenn Menschen etwas Dummes tun, gibt es immer viele, viele schöne Gründe dafür, was aber nichts daran ändert, dass es etwas Dummes ist.

Wie gesagt, das hat jetzt weniger mit Kyo zu tun. Kyo hat seine Gründe und in diesem Fall heiligt der Zweck wohl die Mittel, vor allen Dingen, weil er nur sich selbst verletzt und nicht andere, bzw. weil es im speziellen Fall wohl wenige Ausweichmöglichkeiten für sein Handeln gibt, wenn er darstellen möchte, was er eben darstellt.

>>Weil er nicht die Zeit hat, sich mit jedem Fan einzeln auseinander zu setzen.<<

Irgendwie hab ich auch ernste Zweifel daran, dass er das überhaupt möchte.

>>So gesehen ist _alles_ für die Katz. Das Leben? Am Ende stirbt man sowieso. Gefühle? Wären nicht die ersten Gefühle, die auf niemanden außer einen selbst Auswirkungen hätten. Sind sie deswegen wirklich für die Katz oder hat man genug Selbstwertgefühl um sich zu sagen, dass es doch genügt, wenn sie für einen selbst wichtig sind? Ich verlange nicht, dass meine Gedanken und Empfindungen irgendeine Auswirkung auf Kyo haben. Ich müsste größenwahnsinnig sein, um mir das einzubilden.<<

Dass das Leben für die Katz ist bzw. dass das Leben nicht für die Katz ist, lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Allerdings denke ich doch, dass das Leben an sich für die Gesamtheit des Universums wenig Bedeutung hat, der Vorgang des Lebens für den Einzelnen aber sehr wohl.

Ich denke, im Großen und Ganzen gibt es zwei Arten von Gefühlen: Solche, die von der Außenwelt bestimmt und gelenkt werden, und jene, mit denen ich die Außenwelt erfinde. Laut Kant ist die Erkenntnis ja immer auch vom Subjekt abhängig.

Was die Sache mit dem Selbstwertgefühl angeht: Hat man viel Selbstwertgefühl, wenn einem Dinge wichtig sind, von denen man weiß, dass sie unwichtig sind, oder verwechselt man das mit bloßem Selbstbewusstsein? Und ist der Selbstwert nicht vielmehr mit der Frage verbunden, ob das Ich auch in einer „nackten“ Umgebung (weit ab von der Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Sinn der eigenen Gefühle, nach dem Sinn eines kleinen Fertighauses mit Hund und Kindern...) einen Wert hat? Selbstwertgefühl hat nichts mit all diesen äußeren Umständen zu tun und am wenigstens mit Dingen, die ich in Bezug auf Kyo von Dir en Grey empfinde (z.B.).

Und natürlich dachte ich auch nicht, dass du verlangst, deine Gedanken und Empfinden hätten eine Auswirkung auf Kyo. Ich bezweifle, dass das überhaupt jemand denkt (na ja...), aber ich glaube, die Leute nehmen ihre Meinung über andere Leute durchaus zu wichtig. Eine Meinung über eine Person zu haben ist nicht das gleiche, wie eine politische Meinung zu haben, was ich als ungefähr tausend Mal wichtiger empfinde, aber leider nur selten vorkommt.

Und Größenwahnsinn ist eine Sache, die häufig ist und selten erkannt wird.

>>Warum nicht? Wieso sollte man das nicht auch hier diskutieren?<<

Ich habe ja nicht gesagt, dass man es nicht diskutieren sollte, ich sagte, dass es hier nicht zur Diskussion stünde, also: dass es hier nicht diskutiert wird. Jedenfalls nicht im Moment.

[edit] Ich habe mir meinen eigenen Beitrag gerade selbst noch einmal durchgelesen und festgestellt, dass er voller Fehler ist, was vor allem daran liegt, dass ich mich zu sehr beeilt habe. Wenn jemand die Fehler kaufen will, kann er mir ja eine PN schreiben...[edit ende]
Zuletzt geändert: 24.07.2005 20:15:21



Von:   abgemeldet 25.07.2005 01:08
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> Da hast du natürlich recht. „Eine Sprache vergewaltigen“ ist allerdings auch wieder rein subjektiv. Ich empfinde zum Beispiel die Neue Rechtschreibung als pure Vergewaltigung a) der Sprache und b) meiner Souveränität als schreibendes Individuum. Mir ist natürlich klar, dass das hier nicht gemeint ist, aber ich hatte das plötzliche Bedürfnis, das irgendwann mal los zu werden.

Schwimmmeister, Portmonee, Selbstständigkeit...
Ja, du hast Recht, die neue Rechtschreibung ist teilweise auch eine Vergewaltigung der Sprache XD

Was ich meinte war natürlich was anderes: Postings, frei von jeglicher Grammatik und Rechtschreibung, bar jeder Interpunktion, und dann meist auch noch vollkommen sinnentleert.
Vielleicht wäre ursprünglich mal ein Sinn drin gewesen, hätte der betreffende Schreiberling nur nie versucht, diesen schriftlich in Worte zu fassen, aber das wird sich einem wildfremden Leser, der irgendwo vor seinem Monitor sitzt und solche Beiträge zu verstehen versucht, leider nie erschließen.

> Und wie du ja selbst bemerkt hast, ist es eher wahrscheinlich nicht verstanden zu werde, wenn man die Sprache nicht vergewaltigt…

Kommt drauf an, von wem man verstanden werden will. Es mag arrogant klingen, aber mir ist es lieber, von denen verstanden zu werden, die die deutsche Sprache beherrschen, und dafür auf das Verständnis dieser "Sprachvergewaltiger" zu verzichten, als umgekehrt.
Fremdsprachler sollte man natürlich korrekterweise aus einer solchen Wertung raus lassen, aber von einem Muttersprachler sollte man doch erwarten können, dass er seine Muttersprache beherrscht.

> „Kyo ist geil“ ist allerdings ein guter Grund, warum man ihn mag.

Impliziert aber sofort die Frage: "Was genau ist an ihm geil?", insofern lässt es einfach zuviel offen, um als Begründung mehr als nur oberflächlich sein zu können.

> Ich meint ganz generell, dass manche Leute sich extrem in ein Thema hineinsteigern, das vielleicht für andere eher banal ist, und dass es diese Leute nicht verstehen, wenn jene, denen das Ganze zu banal ist, keine Lust auf die ewiggleichen Diskussionen haben.

Es ist normal, dass dem einen dies mehr am Herzen liegt, dem nächsten das, und einem anderen was anderes. Völlig in Ordnung.

> Die meisten Menschen werden durchaus Verständnis dafür haben, dass man in einen solchen Thread mehr als einen kleinen, lächerlichen Satz schreiben sollte, aber kein Verstädnis dafür, dass man gleich eine ganze Kurzgeschichte über Kyos Jugend, sein Seelenleben und alle Nuancen seiner einmaligen Persönlichkeit, nicht zu vergessen seinen Gesang und seine übrige Kunst, schreiben soll.

Naja, da ist ja einiges _sehr_ interpretationsabhängig, ne? Und gerade bei seiner Jugend... Die einen behaupten, er hätte eine ganz schlimme Jugend gehabt, die nächsten behaupten, er hätte ein tolles Verhältnis zu seinen Eltern, und letztlich lässt sich dazu kaum etwas Abschließendes sagen.
Was sein Seelenleben und seine Persönlichkeit angeht, kann man als Fan ohnehin nur Mutmaßungen aufstellen. Man müsste ihn schon persönlich gut kennen, um dazu etwas Fundiertes sagen zu können.
Aber Gesang und Kunst sind Themen, die man tatsächlich diskutieren kann. Wie gründlich man sich nun im Einzelnen damit auseinander setzen möchte, bleibt jedem selbst überlassen, aber dazu hat man etwas Handfestes, nämlich diverse Alben, DVDs, evtl. Konzerte (oder Festival-Auftritte, aber die sind ja für viele ein ziemliches Reizthema^^).

Was das Ausmaß der Postings angeht: Was wir hier machen, ist jedenfalls auch schon nicht mehr schön *drop*

> Gut, gut, aber Bildung ist nicht Intelligenz. Es gibt auf der Welt 6 Milliarden Menschen, von denen nur ein kleiner Teil eine gute Bildung erhält –der Rest bleibt ungebildet, aber nicht unintelligent. Wenn Bildung nicht gefördert wird, ist das ein Problem. Ich kenne viele kluge Menschen, die leider von ihrem Elternhaus her nicht viel Bildung mitbekommen haben, wenig lesen etc..

Traurig, aber wahr.
Mir fällt leider gerade aus meinem eigenen Bekanntenkreis kein Beispiel für sowas ein, eher die umgekehrten Beispiele: Leute, die ich eigentlich für recht intelligent halte, die aber ihre Intelligenz lieber ungenutzt lassen und sechs mal pro Woche die Nacht in irgendwelchen Diskos durchfeiern... Aber bitte, sollen diese Leute tun und lassen, was sie wollen. Ich habe kein Recht und betrachte es auch nicht als meine Aufgabe, mich in deren Privatleben einzumischen und ihnen irgendetwas vorzuschreiben.
Und... Die Person, die ich da an allererster Stelle im Kopf habe, hat von Haus aus eigentlich recht viel Bildung mitgekriegt.

> Ich fühle mich völlig außerstande, so jemandem sprachlich zuzuschütten oder mich dabei auch noch gut zu fühlen.

Eigentlich ist es tatsächlich mies, und sicherlich ist es unnötig, jemanden mit Fremdwörtern zu überschütten, bei dem man genau weiß, dass er die entsprechenden Ausdrücke weder kennt noch eben mal schnell nachschlagen könnte.
Andererseits braucht man sein eigenes Sprachniveau nicht auf das, was ich da oben als "Sprachvergewaltigung" beschrieben habe, herabzusenken, nur damit einen Leute, die mehr nicht zustande bringen, besser verstehen können.

> Übrigens ist es sehr leicht sich so auszudrücken, dass einen andere nicht mehr verstehen.

Irgendwann ist aber auch einfach ein Punkt erreicht, an dem du einfach ein bestimmtes Sprachniveau brauchst, um bestimmte Sachverhalte noch adäquat ausdrücken zu können. Was willst du dann tun? Die Hälfte des Inhalts unterschlagen, weil sich nur das, was übrig bleibt, noch auf sprachlichem Minimalniveau ausdrücken lässt, oder damit leben, dass dich einige Leute nicht verstehen?
Ich für meinen Teil entscheide mich für letzteres. Auch auf die Gefahr hin, dass mancher damit überfordert ist.

> Es gibt Menschen, die weitaus eloquenter sind als ich, aber –unter uns gesagt- das macht sie mir nicht überlegen.

Es gibt immer Menschen, die einem in irgendetwas überlegen sind. Aber nur, weil sie einem auf einem Gebiet überlegen sind, sind sie das natürlich nicht auf allen.
Es gibt sicherlich auch Situationen, in denen einem alle Eloquenz der Welt nicht mehr weiter helfen könnte. Ich denke gerade an eine ganze Reihe in den Sand gesetzte Chemie-Klausuren in der Oberstufe... Ich hab mir nicht mal mehr die Mühe gemacht, da irgendein dummes Geschwafel hinzuschreiben, sondern regelmäßig fast leere Klausurbögen abgegeben.

> Das stimmt sicher, in seinem Fall. Aber es gibt auch viele Fälle von Serienmördern, die völlig angepasst lebten.

Sicher, es gibt die unterschiedlichsten Fälle von Serienmördern. Ich hab mich vor ein paar Monaten mal - interessehalber - ein wenig mit dem Thema befasst. Da gibt es die absurdesten Sachen... Sachen, bei denen die Fassade sowas von durchschnittlich war, dass es fast schon auffällig unauffällig war, und dann wieder Leute, die fast schon wie Bonnie & Clyde gelebt haben.
Einen gab es, der irgendwie ein ganzes Haus zu einer Art riesiger Folterkammer umgebaut hatte und sich als Arzt ausgab. Der Mann hat sich jahrelang mit den fadenscheinigsten Ausreden bei anderen Leuten seinen Lebensunterhalt regelrecht zusammen geschnorrt, wenn ich das jetzt noch richtig im Kopf habe.
Oder Mary Bell... Eine meiner Lieblingsgeschichten... Sie war elf Jahre alt und hat zwei kleine Kinder erdrosselt. Sie war in jeder Hinsicht ein auffälliges Kind, jeder wusste, dass bei ihr einiges nicht in Ordnung war, aber es dauerte eine Weile, bis man sie und ihre beste Freundin als Täter identifiziert hatte.

Es ist zwar tatsächlich so, dass viele Serienmörder vollkommen unauffällig sind, aber das ist bei weitem nicht das, was sie ausmacht.
Die Definition des Begriffes sagt nichts weiter, als dass ein Serienmörder jemand ist, der mindestens zwei Menschen zeitlich voneinander unabhängig umbringt.

> Aber es laufen so viele komische, harmlose Typen herum, dass es wirklich schwer zu sagen ist.

Oh Shit! Da kann man ja glatt paranoid werden. Ja, es laufen jede Menge völlig durchschnittlicher Typen irgendwo dort draußen rum, die meisten haben irgendwelche komischen Marotten... Möglicherweise alles Serienmörder? Vielleicht auch potentielle Amok-Läufer? ;)
Schon klar, man müsste wirklich paranoid sein, um in jedem gleich einen Serienmörder zu sehen^^

> Ein bekannter Serienmörder –leider fällt mir sein Name gerade nicht ein-, der es vor allem auf Frauen abgesehen hatte, verkleidete sich mit Vorliebe: als Polizist zum Beispiel (viele Serienmörder tun das, weil sie sich von Autorität angezogen fühlen) und auch als Berater für Frauen, die vergewaltigt wurden… Er war extrem höflich und legte seine Maske erst ab, wenn er bereit war zu töten…

Hmm... Keine Ahnung, wer das war.

> Meine Rede, meine Rede. Genau da ist ja das Problem. Aber es hat überhaupt keinen Sinn, mit jemanden zu diskutieren, der sich nicht ausdrücken kann, geschweige denn sich darüber aufzuregen, dass er es nicht kann…

Du hast schon Recht.
Es ist nur so: Menschen regen sich unterschiedlich leicht und auch unterschiedlich gerne auf. Das ist irgendwo eine Charakterfrage. Nur, weil es sinnlos ist, sich über irgendwas aufzuregen, hält mich das noch lange nicht davon ab, es nicht trotzdem zu tun.
Und mal ehrlich: Wieviele Sachen machst du, die nüchtern betrachtet vollkommen sinnlos sind?
Ich mache so oft die unterschiedlichsten Sachen, die sich letztlich nur noch mit "Mir war halt gerade danach" "begründen" lassen.

> Oder, und das habe ich schon erwähnt, ihn zuzumüllen, denn das hat dann tatsächlich den Anschein, als möchte man sich selbst beweisen, nicht seinen Standpunkt.

Das fällt unter das, was ich dir beinah unter die "moralische Hypochondrie" geschrieben hätte: Mentale Masturbation.
Es war einfach nur der Wortlaut, der so eine Assotiation hervor gerufen hat bei mir, weniger das Inhaltliche ("mental masturbation" kommt in irgendeinem Songtext von den Manic Street Preachers vor, von denen eine Freundin von mir ziemlich lange Fan war, und demnach habe ich auch einiges von dieser Band abgekriegt^^°).

> Nun, es ist auch nicht unbedingt notwendig Nietzsche zitieren zu können. Und wenn es jeder könnte, hätten ja die, die es können, nichts mehr, womit sie angeben können. Kants Definition von Aufklärung kenne ich übrigens, aber zitieren könnte ich sie nicht.

Ganz ehrlich? Nach dem zweiten Satz bleib ich auch immer hängen. Inhaltlich weiß ich, was drin steht, aber eigentlich hab ich gestern sicherheitshalber noch mal nachgeschlagen, ob es so, wie ich es geschrieben habe, auch richtig ist^^
Wir mussten das mal in Deutsch auswendig lernen.

> Wie dem auch sei, ich würde sogar sagen, es wäre für die meisten Menschen gar nicht schlecht, wenn sie sie kennen –und verstehen- würden…

Etwas zu kennen, aber nicht zu verstehen, ist ja auch nicht gerade nützlich. Das ist allenfalls frustrierend :( *da gerade mal an den Text von Nirvanas "In Bloom" denkt*

> Trotzdem frage ich mich, weshalb deswegen immer so ein Wirbel gemacht wird.

Ich gebe zu, dass ich dir auch keine endgültige Antwort darauf geben kann, aber ich denke, es schaukelt sich hoch.
Person A: Ich mag Kyo.
Person B: Aha, was magst du denn an ihm?
Person A: Ach, er ist cool.
Person B: So, so... Was ist an ihm cool?
Person A: Er sieht gut aus, z.B.
Person B: Ist dir schon mal aufgefallen, dass er Sänger ist? Findest du nicht, dass da die Musik wichtiger ist?
Person A: Jetzt fühl dich doch nicht gleich persönlich beleidigt...
Person B: Tu ich ja gar nicht, aber maul mich nicht so an...

Tadaa! Und wenn man diese Diskussion zwanzig mal aus der Perspektive von Person B (möglicherweise auch aus der Perspektive von Person A, aber das weiß ich nicht, ich bin immer Person B gewesen^^°) geführt hat, fängt man irgendwann an, ein bisschen reizbar zu werden, was das Thema angeht, weil du jedesmal, wenn du irgendwo liest "Kyo ist geil" schon im Voraus weißt, dass du diesen - in deinen Augen - Schwachsinn entweder ignorieren musst oder nachhaken kannst und mit tödlicher Sicheheit davon ausgehen kannst, dass es in kürzester Zeit zum übelsten Zickenterror ausartet.

> Mein Gott, dann findet jemand halt seinen Arsch geil und ihn selbst kawaii… Das mit dem geilen Arsch ist vielleicht nicht das schlechteste Kompliment für einen Mann (auch wenn sicher gleich jemand sagen wird „Kyo ist nicht so oberflächlich…“).

Ja, dann will ich mal deine Vorhersage erfüllen (auch wenn es nicht um Kyos Oberflächlichkeit geht, sondern um die seiner Fans) ;)
Sicherlich ist es nicht böse gemeint, aber es IST oberflächlich. Manchen mag das egal sein, andere halten Oberflächlichkeit für eine der denkbar abstoßendendsten Charaktereigenschaften (neben Unzuverlässigkeit, darüber kann ich mich noch wesentlich mehr ärgern als über Oberflächlichkeit).

> Und „jemanden mögen“ ist ein Ausdruck, den man definitiv nicht so eng nehmen sollte.

Kann man denn dann nicht wenigstens mit dem Ausdruck "Fan" etwas vorsichtiger umgehen? Irgendwo muss man doch Abstufungen machen...

> „Mögen“, das sagt man eben so.

Es ist vielleicht zum Teil auch eine Problematik, die das Internet so mit sich bringt, aber wenn jemand hier schreibt "Ich mag Kyo", dann kann man absolut nicht einschätzen, wie das gemeint ist. Das kann alles heißen von "Ja, ja, ist ganz in Ordnung... Interessiert mich nicht weiter, aber ganz nett" bis hin zu "Der Mann ist mein Lebensinhalt, ich habe 24 Stunden am Tag nur Kyo im Kopf und jegliche CDs außer denen von Dir en grey habe ich schon längst entsorgt".
Es stimmt zwar, dass man "mögen" schon mal leicht so dahin sagt, aber im Grunde genommen ist es furchtbar nichts sagend.

> Ich „mag“ zum Beispiel Jonny Depp, aber ehrlich gesagt habe ich weder alle seine Filme gesehen noch interessiert mich, was er in seiner Freizeit so treibt.

Auf die Art mag ich z.B. Angelina Jolie. Die Frau ist mir sympathisch, nicht mehr und nicht weniger.
So etwas ist vollkommen okay.

> Und sein Innenleben geht mich eigentlich auch nix an.

Ich verkneife mir jetzt mal sämtliche abfälligen Kommentare über Tratschsendungen über irgendwelche Prominenten, wo so weltbewegende Dinge wie "Orlando Bloom hat gegen einen Zaun gepinkelt" und "Paris Hilton hat Schuhgröße 45" breit getreten werden.
Wen interessiert's?

> Komischerweise habe ich trotzdem nicht das Gefühl, dass ich mich sosehr vor militanten Jonny Depp-Fans fürchten muss, wie manche tumben Kyo-Fans… vor anderen Kyo-Fans.

Nun ja, die Fanszene ist auch bei Dir en grey nicht ganz unkompliziert.
Ist aber sicher nicht die einzige...
Ich denke da gerade an Metal - tru und nu?
HipHop - dieser ewige alberne Eastcoast-Westcoast-Konflikt?
Es gibt einige Fanszenen, in denen noch wesentlich mehr aus dem Ruder gelaufen ist als bei den Dir en grey-Fans, wo es immer nur dieser - auf Dauer zugegebenermaßen recht nervenaufreibende - Kleinkrieg zwischen denen, die die Musik an erster Stelle sehen und denen, die offenbar das Äußere für wichtiger halten.

Aber wenn ich es mir mal so überlege... Das scheint tatsächlich ein Phänomen zu sein, das sich weitgehend auf Musiker beschränkt und von dem Schauspieler nicht so stark betroffen sind *drop*

> Da ist es ja, das schöne Kant-Zitat!

Wie gesagt, nicht zu 100% aus dem Kopf ;)

> Und wenn man auch noch Geld machen kann, indem man –bildlich gesprochen- den Ausgang aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit (obwohl ich im Bezug auf „selbstverschuldet“ Kant nicht ganz zustimmen kann) hinaus in die Sonne der Aufklärung nimmt, ist das ganze noch doppelt so schön, oder?

Ohne Ironie: Was soll daran verkehrt sein, wenn man auch noch davon leben kann, seinen Verstand zu benutzen?

> Die abschließende Antwort ist bekanntlich 42, aber ich könnte auch ohne abschließende Antwort leben.

Ich hätte es wissen müssen... Diese Antwort kriegt man seit "Per Anhalter durch die Galaxis" ständig von jedem auf jede Frage.
Bei manchen Leuten würde es mich noch nicht mal mehr wundern, wenn man sie nach ihrem Namen fragen und "42" zur Antwort bekommen würde :/

> Mit moralischer Hypochondrie meine ich ja, was auch als „negativer Narzissmus“ bezeichnet wird. Das gilt für Personen, die den Anschein machen, sehr mitfühlend zu sein, oder auch jene, die sich ständig fragen, ob sie etwas falsch gemacht haben; Leute mit einem permanent schlechten Gewissen zum Beispiel.

Womit sich jetzt zeigt, dass ich mit meiner "mentalen Masturbation" als Antwort darauf nicht soooo schlecht gelegen hätte ;) (ich hab es mir nur verkniffen, weil sich das durchaus auch auf das, was wir hier tun, beziehen ließe, auch wenn ich selber es nicht so empfinde und sich sonst vermutlich keiner die Mühe machen würde, diese Endlos-Postings komplett durchzulesen^^°)

Ja, ich verstehe, was du meinst... Leute, die sich in ihrem eigenen Selbstmitleid suhlen und darauf dann so eine Art ziemlich verdrehtes Selbstbewusstsein aufbauen.
Und... ja, ich kenne so jemanden. Zum Glück ist es nicht mehr ganz so schlimm wie noch vor anderthalb Jahren. Der Typ war auf den ersten Blick sehr in Ordnung, aber irgendwann ging er einem einfach nur noch auf den Keks mit seinem Dauer-schlechten-Gewissen, seinem ewigen "Bestimmt ist XY jetzt sauer auf mich", etc....

> Solche Personen sehen zwar in ihren eigenen Augen und auch für ihre Außenwelt so aus, als wären sie sehr moralisch, in Wirklichkeit beschäftigen sie sich aber nur mit sich selbst, mit ihrem eigenen Innenleben und sie interessieren sich einen Dreck für andere –und sind zur Selbsterkenntnis kaum in der Lage.

Bis sie mit ihrer "Taktik" scheitern.
Ich habe mich mal mit einem anderen Mädel über diese besagte Person unterhalten, und sie grinste und meinte: "Ach, der... der ist nur glücklich, wenn er unglücklich sein kann."
Er schien zwar unglaublich in seiner Opferrolle (die er sich selbst auferlegt hatte) aufzugehen, aber leider führte es dazu, dass ihm nach und nach immer mehr Leute aus dem Weg gingen oder ihn in regelmäßigen Abständen vor den Kopf stießen. Und das Vor-den-Kopf-stoßen, das hat - in dem Fall - echt was gebracht.

> Von Menschen, die sich selbst verletzen, spreche ich überhaupt nicht und moralische Hypochondrie hat damit auch nichts zu tun.

Mir schon klar^^

> Ich spreche davon, wie gerne sich manche als Märtyrer aufspielen, als große Versteher, als hingebungsvolle Fans, die die Gefühle ihres Idols zu ihren eigenen Gefühlen machen usw.

Damit wär ich vorsichtig, weil das wirklich schon eine reichlich gewagte Unterstellung ist.
Manchmal... fühlt man bei Musik wirklich sehr viel. Ist es dir noch nie passiert, dass da bei einem Lied irgendwann einfach angefangen hast zu heulen? Dass dich irgendein Lied einfach vollkommen aus dem Konzept gebracht hat? Oder umgekehrt: Dass du nur wegen eines Liedes plötzlich die ganze Welt hättest umarmen können?
Es muss nicht unbedingt sein, dass man damit dasselbe fühlt wie der jeweilige Sänger, im Gegenteil, es ist sehr unwahrscheinlich, dass man exakt dasselbe fühlt wie überhaupt irgendjemand.
Aber sicherlich ist es kein bewusster Vorgang, dass man sich als Dir en grey-Fan Kyos Gefühle anzueignen versucht, was auch ziemlich vermessen wäre, da man ohnehin nie genau weiß, was in einem anderen vorgeht.
Soweit mal zu den Empfindungen bei Musik.

Zu dem Als-Märtyrer-aufspielen: Sehe ich eigentlich auch nicht ganz so. Das ist auch so etwas, das sich mit der Zeit regelrecht hoch schaukelt, so ähnlich wie diese Endlosdiskussion über Oberflächlichkeit. Eigentlich ist es ja auch ein Teil dieser Diskussion.
Einerseits hast du vielleicht gar nicht unbedingt das Bedürfnis, aller Welt mitzuteilen, was es bei dir selber auslöst, wenn Kyo sich auf der Bühne verletzt, andererseits hast du aber sehr wohl das Bedürfnis, den Leuten, die Kyo auf einen geilen Hintern reduzieren (es geht nur ums Reduzieren), mitzuteilen, dass seine Musik so viel mehr sein kann.

> Und ich habe nicht behaupten, es hätte jemand behauptet. Wenn ich sage, dass Kyo die Selbstverletzung nicht gerade erfunden hat, dann meine ich damit, dass man es generell „überbewertet“.

Man kann es auch genau anders herum betrachten: Alle anderen, die sich im Rahmen künstlerischen Ausdrucks selbst verletzen, werden unterbewertet^^

> Darüber zu sprechen, was es bei einem einzelnen auslöst, ist doch völlig in Ordnung. Aber ständig so zu tun, als würde er, wenn er sich selbst verletzt, seinen guten, treuen, besten Fans damit ins Herz schneiden, ist absolut übertrieben.

Das ist so dramatisch formuliert.
Vielleicht tut es manchmal wirklich weh. Du weißt nicht, was für persönliche Voraussetzungen die Leute haben. Jeder empfindet anders.
Und es ist ja nicht so, dass diese Leute allein dadurch ihr Fan-Dasein oder gar sich selbst definieren würden (will ich doch zumindest mal hoffen, aber da müsste man schon jeden einzeln fragen).
Es gibt ja auch keine klare Grenze, was übertrieben ist und was nicht. Eine reine Ermessensfrage...

> Das ist eine leidige Diskussion. Für einen Serienmörder ist sein Verhalten auch nicht verrückt. Ich erinnere mich sogar an den Ausspruch eines von ihnen, der meinte, was ist denn schon dabei, wenn er ein paar Menschen töte –es gebe ohnehin genug...

Und ich erinnere mich noch mal an den Fall von Mary Bell, die zu der Polizistin, die sie in einer Pause der Gerichtsverhandlung betreute, sagte: "Ach, wissen Sie, Mord ist eigentlich gar nicht so schlimm. Wir müssen sowieso alle irgendwann sterben."

Natürlich hat man ein gewisses Gefühl dafür, was "verrückt" ist. Aber das ist wirklich nur ein Gefühl, denn - nüchtern betrachtet - haben sowohl der von der genannte Ausspruch eines Serienmörders als auch das, was Mary Bell da (immerhin im zarten Alter von 11 Jahren!!!) von sich gegeben hat, durchaus Hand und Fuß. Tatsache ist, dass die Erde hoffnungslos überbevölkert ist und es ist ebenfalls unbestreitbar, dass wir alle irgendwann sterben.

> Ich maße mir nicht an Verrücktheit zu definieren, aber ein geistig normaler Mensch sollte den Unterschied schon kennen, oder?

Natürlich hab ich eine Vorstellung davon und bisher bin ich mit dieser Vorstellung auch noch nie auf irgendwelche größeren Probleme gestoßen, aber im Endeffekt ist es Ermessenssache.

> Wer weiß schon, was er tut, wenn er gerade nicht auf der Bühne steht? Ich persönliche glaube ja nicht, dass es ein persönlicher Drang ist. Ich denke, es ist „Show“ –ohne jetzt wieder die alte Diskussion zum Thema Show lostreten zu wollen. Natürlich will er damit etwas ausdrücken. Ich habe die große Botschaft dahinter bisher noch nicht ganz durchschaut, aber ich bin mir sicher, irgendwo ist sie, und vielleicht ist sie gar nicht so banal, wie ich glaube.

Bis auf den allerletzten Teil: Meine Rede.
Mich interessiert es halt, was er ausdrücken will, aber das ist einfach nur... mein persönliches Interesse. Für dich hat es einfach einen anderen Stellenwert als für mich^^
Ich finde deine Einstellung dazu vollkommen in Ordnung, einfach weil ein Gedanke dahinter steckt und du nicht einfach hingehst und es völlig wahllos ohne Sinn und Verstand als "kawaiiiii!" bezeichnest.

> Oh, ich finde das keineswegs euphemistisch. Und dieses „aber“ gehört schon da hin, glaub mir.

Ich sehe es anders. Kurt Cobain wäre niemals der Mythos, der er heute ist, wenn er sich nicht umgebracht hätte. Deswegen hätte ich anstelle des "aber" ein "weil" gesetzt.

> Wie dem auch sei, das interessante am Künstlerdasein ist ja, dass echte Künstler Mythen werden, nachdem sie tot sind.

Noch lange nicht alle. Viele werden alt, manche werden richtig gehend peinlich (Guns'n'Roses!!!), hätten vielleicht das Potential zur Legende gehabt, geraten aber in Vergessenheit und es interessiert niemanden, ob sie noch leben oder tot sind.
Wenn Axl Rose, der Anfang der 90er einen vergleichbaren Status hatte wie Kurt Cobain, jetzt sterben würde, dann gäb's 'ne Gedenksendung bei MTV und das wär's gewesen. Kurt Cobain aber ist über 11 Jahre tot und es gibt nicht nur Unmengen von Gedenksendungen über ihn und Nirvana, sondern er gewinnt auch heute noch ständig Fans hinzu.

> Sie bekommen Beachtung, solange sie jung sind, sie werden vergessen, wenn sie alt sind, aber sie bleiben unvergessen, sobald sie tot sind –so jung wie möglich, versteht sich.

Kennst du das Lied von den Ärzten "Schneller leben"?^^°

Aber... die wenigsten werden wieder rausgekramt, wenn sie bei ihrem Tod bereits vergessen waren. Das läuft allenfalls bei deutschen Schauspielern aus der Nachkriegszeit so, aber bei Musikern sieht es anders aus.

> Wer kann sich denn auch einen alten Kurt Cobain vorstellen?

Will ich gar nicht ;)

> Er war ein echtes Wrack, nicht wie Kyo.

Kyo ist ja auch kein Junkie.

> Der ist auf der Bühne ein Wrack, aber ansonsten scheint er keine allzu großen Probleme zu haben.

Wenn du mich fragst... Ich hab ihn in Berlin und bei Rock am Ring live gesehen (und ärgere mich tot, dass ich heute nicht in Paris sein kann, aber das ist ein anderes Thema), und ich habe den Eindruck, der Mann weiß sehr genau, wer er ist, was er tut und vor allem: Wie er sich ausdrücken kann.

> Natürlich kann ich das nicht verifizieren, aber ich halte es für überhaus wahrscheinlich.

Letztlich können wir alle nur von Eindrücken sprechen, wenn es um Leute geht, die wir nicht persönlich kennen.

> Gut, dass du’s als Geschmackssache erkannt hast. Ich hatte schon Angst vor Aufschreien (nicht unbedingt von dir, aber doch von anderen...). Ich liebe die alten Sachen, mit den neuen kann ich eigentlich nicht so viel anfangen...

So geht es mir teilweise mit den älteren Sachen. Viele davon finde ich schön, aber mehr auch nicht.
Obwohl auch einige dabei sind, die mich sehr berühren und die einiges bei mir auslösen, aber das ist nur ein vergleichsweise geringer Anteil.

> >>Er hat einen gewissen Hang zum Erzählerischen, die meisten Texte sind regelrechte Geschichten mit einer Handlung und Charakteren. Das ist nur meine persönliche Vorliebe, aber mir macht unter anderem das diese Texte sehr sympathisch.<<
>
> Das mag sein und ist auch nicht schlecht. Und auf die Gefahr hin, mir ein erneutes „hat auch niemand unterstellt“ einzuhandeln: Es gibt andere, die das genauso wie Kyo hinkriegen. Wenn nicht noch besser. Aber wie gesagt, ich mag Kyos Texte auch.

Und wieder sind wir an einem Punkt angelangt, an dem man kaum mehr argumentieren kann, weil es eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, was einem am besten gefällt.
Es gibt jede Menge wunderbare Songtexte, die nicht aus Kyos Feder stammen, durchaus auch welche, die etwas Erzählerisches an sich haben ("Schism" von Tool... eine Zeit lang dachte ich, das Ding erzählt mein ganzes Leben...)
Nur, weil Kyo gut ist in dem was er tut (andere mögen es anders wahrnehmen), heißt das nicht automatisch, dass alle anderen, die etwas Vergleichbares tun, schlecht darin sind.

> Mitten in der Pubertät. Übrigens gibt es auch Leute, die da nie raus kommen, aber das ist jetzt nicht auf dich bezogen, wirklich.

Ja, die kommen bei Männern aber erfahrungsgemäß häufiger vor als bei Frauen ;)

> Ich denke einfach, dass Leute, die gerade mitten in der Pubertät sind, die Holzhammermethode noch reizvoller finden, als es Leute tun, die sich psychisch in einer anderen Phase der Entwicklung aufhalten. Das hat jetzt nichts zu tun mit der Musik oder Kyos Texten, sondern schlicht mit der Bühnenshow.

Ich denke, dass man in dem Alter aber auch noch leichter zu beeindrucken ist und dass einem sowas dann sehr drastisch erscheint. Drastisch = rebellisch; rebellisch = cool.
Ist möglicherweise in dem Alter ganz normal, dass man so denkt, aber so leid es mir tut, ich kann das einfach nicht gutheißen, wenn Leute sowas von sich geben. Mit ein Grund, warum ich es bei Leuten, die sich von sich aus auf die Aussage "Kyo ist cool" beschränken, sinnvoll finde, einfach mal nachzuhaken, weshalb sie ihn denn "cool" finden.
Auch in der Pubertät ist man geistig durchaus schon in der Lage, weiter zu denken.

> Da muss ich dir Recht geben. Vielleicht liegt es daran, dass mir weltpolitisch Themen mehr am Herzen liegen als alles andere. Mich faszinieren eben die alten Bühnenshows von Pink Floyd über alle Maßen, während ich Kyo im Vergleich eher platt finde.

Tja, mit Pink Floyd habe ich mich in meinem ganzen Leben absolut noch nie beschäftigt. Bildungslücke, ich weiß^^°
Deswegen muss ich an der Stelle mal so ganz platt fragen: Wie sehen denn deren Bühnenshows aus?

> Die japanische Ring-Reihe fand ich nicht schlecht, die amerikanische Version war schon wieder viel weniger subtil und das hat mich schon ziemlich gestört.

Von der Ami-Version hab ich mir den zweiten Teil noch nicht mal mehr angesehen...
Ja, The Ring ist bei mir auch sowas... Ich kann diesen Film nicht gucken, ohne hinterher tagelang meinem Videorecorder und meinem Fernseher mit größtem Misstrauen zu begegnen (total irrational, ich weiß^^°)
An sich bin ich auch alles andere als ein Horror-Film-Fan, aber ich mag gut gemachte Thriller (Alfred Hitchcock - Die Vögel), und teilweise überschneiden sich die Genres hier doch ziemlich.

> >>Das ist nicht in dem Sinne traurig für Kyo persönlich, der kriegt es ohnehin nicht mit, aber es ist vom Prinzip her traurig, dass Menschen so oberflächlich sein können.<<
>
> Ja, aber das wussten wir doch alle schon vorher, oder?

Ich wollte es nur noch mal betont haben, weil du ja meintest, ihn juckt das sowieso nicht (womit du zweifellos Recht hast)^^

> Musik muss man ebenfalls nicht isoliert betrachten, ich ziehe allerdings vor es zu tun, wenn die Musik kein offensichtliches Konzept verfolgt (Konzeptalben gibt es ja einige).

Es kommt sicherlich auch auf das einzelne Album an, aber irgendwie wirkt die Idee eines Konzeptalbums auf mich so erzwungen...
Aber davon mal abgesehen (tut ja auch nicht wirklich was zum Thema) finde ich, dass es darauf ankommt, in welchem Ausmaß man sich mit der Musik beschäftigen möchte.
Wenn ich irgendwo im Hintergrund das Radio dudeln lasse, dann ist mir vollkommen egal, was man da vielleicht im Zusammenhang mit der Musik noch alles für Aspekte finden könnte, die interessant sein könnten.
Wenn ich aber von einer Band Fan bin, beschäftige ich mich auch über die reine Musik hinaus mit dieser Band. Dazu gehören zweifellos auch Bühnenshows.

> Und ich kritisiere auch nicht, dass die Leute über mehr reden als nur die Musik, wenn das Gespräch auf Dir en Grey geht, selbst wenn mich der andere Quatsch zur Zeit weniger interessiert, ich kritisiere nur, dass ganz offensichtlich zu viel Wert auf die Persönlichkeit des Sängers (und der anderen Bandmitglieder hin und wieder auch) gelegt wird...

Auf seine Persönlichkeit... Eigentlich eher weniger, die kennt schließlich keiner. Natürlich macht man sich anhand dessen, was er bei Lives oder in Interviews oder schlichtweg durch seine Texte von sich preisgibt, eine gewisse Vorstellung davon, aber das reicht bei weitem nicht, seine Persönlichkeit zu diskutieren.
Mehr als ein paar Eindrücke hat man da ja im Grunde nicht in der Hand.

> Jetzt mal weniger auf Kyo bezogen: Hinter Idiotie finden sich immer andere Aspekte. Vor allem die Idioten selbst werden nicht müde, die Idiotie würdevoll als etwas Notwendiges darzustellen. Man erinnere sich daran, wie die Kirche die Kreuzzüge gerechtfertigt hat; die Nazis die Verfolgung der Juden; die Terroristen ihr Handeln heute; George Bush sein Handeln nach dem 11. September...

Wir sehen diese Sachen als Idiotie. Bist du sicher, dass George Bush sein Verhalten auch so sieht? Dass die Kirche die Kreuzzüge damals so sah? Dass die Nazis die Judenverfolgung damals so sahen? Dass Terroristen den Terror nicht eher als Mittel zum Zweck betrachten?
Gut, wir können uns darauf einigen: Jemand, der etwas scheinbar Idiotisches tut, wird das normalerweise selbst nicht als Idiotie betrachten.
Als was aber betrachtet er es? Ich will Kyos Selbstverletzung ehrlich gesagt nicht als Idiotie bezeichnen, auch wenn ich sie irgendwie als falsch und unnötig empfinde, aber sie löst bei mir etwas aus. Und das soll sie auch. Frage: Was soll sie auslösen? Was ist seine Intention dabei? Und an dieser Stelle unterstellt man als Fan natürlich automatisch, dass seine Intention eine höhere ist als beispielsweise die der Nazis bei der Judenverfolgung (auf die "ich empfinde es als falsch und unnötig" ebenso zutrifft) oder die der Terroristen bei irgendwelchen Anschlägen).
Im Falle der Nazis halte ich nämlich die Intention für sich genommen bereits für Idiotie, im Falle von Kyo absolut nicht, auch wenn ich über die Intention der Nazis wesentlich präzisere Informationen habe als über Kyos Intention.
(Sorry, du wolltest es ja eigentlich eher nicht auf Kyo beziehen^^°)

> Wenn Menschen etwas Dummes tun, gibt es immer viele, viele schöne Gründe dafür, was aber nichts daran ändert, dass es etwas Dummes ist.

Naja, wenn wir schon nicht bei den Handlungen selber differenzieren können (obwohl man im Ausmaß der Folgen dieser Handlungen durchaus Unterschiede machen kann, finde ich), dann aber bitte wenigstens bei den Gründen.
Für mich ist es schon etwas anderes, ob jemand aus einem Grund, der mir vollkommen hirnrissig erscheint, wie etwa "Juden schaden dem deutschen Volk" eine riesengroße Dummheit begeht, oder ob jemand aus einem Grund, über den ich zwar letztlich nur Spekulationen anstellen kann, die aber wiederum für mich selber wirklich Sinn machen (wie etwa Ausdruck eines inneren Aufschreis, innerer Wut, Schmerz, aber auch das Bewusstsein, dass einen niemand daran hindern kann) eine "Dummheit" begeht.
Kann ich eine "Dummheit" überhaupt noch als "Dummheit" bezeichnen, wenn sie in so einem Kontext passiert? Ich meine, ich empfinde es nicht als richtig, wenn andere sich selbst verletzen, aber als "Dummheit" kann ich es einfach nicht sehen, weil ich dafür einfach immer noch zuviel Verständnis dafür aufbringe.

> Wie gesagt, das hat jetzt weniger mit Kyo zu tun. Kyo hat seine Gründe und in diesem Fall heiligt der Zweck wohl die Mittel, vor allen Dingen, weil er nur sich selbst verletzt und nicht andere, bzw. weil es im speziellen Fall wohl wenige Ausweichmöglichkeiten für sein Handeln gibt, wenn er darstellen möchte, was er eben darstellt.

Die Frage nach dem Zweck... bleibt dabei weiterhin weitgehend unbeantwortet (42).
Und was heißt keine Ausweichmöglichkeiten? Er wäre kein schlechterer Sänger, wenn er das mit der Selbstverletzung bleiben lassen würde. Also, die Leute, die sich Gedanken darüber machen, würden seiner Selbstverletzung sicherlich nicht nachtrauern, wenn er sich das ein für allemal abgewöhnen würde.

> >>Weil er nicht die Zeit hat, sich mit jedem Fan einzeln auseinander zu setzen.<<
>
> Irgendwie hab ich auch ernste Zweifel daran, dass er das überhaupt möchte.

Ich glaube nicht, dass er das wollen würde^^

> Dass das Leben für die Katz ist bzw. dass das Leben nicht für die Katz ist, lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Allerdings denke ich doch, dass das Leben an sich für die Gesamtheit des Universums wenig Bedeutung hat, der Vorgang des Lebens für den Einzelnen aber sehr wohl.

Wollen wir weiter philosophieren? :)
Natürlich hat das Leben für den Einzelnen Bedeutung, aber welche Bedeutung hat der Einzelne? Du brauchst noch nicht mal in solchen Größenordnungen wie der Gesamtheit des Universums zu denken, um zu dem Schluss zu kommen, dass der Einzelne kaum bis gar keine Bedeutung hat.
Ehrlich gesagt stört es mich noch nicht einmal besonders. Bin ich halt bedeutungslos. Und? Dadurch ändert sich... eigentlich gar nichts (deswegen kann ich auch mit dem Text zu "The Final" nicht viel anfangen, weil ich mir immer nur denke "Ja... Und?").

> Was die Sache mit dem Selbstwertgefühl angeht: Hat man viel Selbstwertgefühl, wenn einem Dinge wichtig sind, von denen man weiß, dass sie unwichtig sind, oder verwechselt man das mit bloßem Selbstbewusstsein?

Nein, ich meinte schon Selbstwertgefühl.
Ich müsste meine Bedeutung für den Rest der Welt und insbesondere für Kyo unrealistisch hoch einschätzen um zu glauben, dass es Kyo in irgendein Interesse an dem, was ich über ihn denke oder was seine Musik und sein Bühnenverhalten bei mir auslöst, hätte. Das heißt, ich müsste von der Bedeutung, die ich selbst für mich habe, auf die Bedeutung, die ich für andere habe, schließen.
Wenn ich es mir überlege, könnte es aber auch sein, dass das nach dem Sprachempfinden mancher Leute auch unter Selbstbewusstsein fällt, denn je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr verfließen die Grenzen zwischen den beiden Begriffen.

Wenn einem Dinge wichtig sind, von denen man weiß, dass sie unwichtig sind, dann hat das eher was mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber zu tun als mit Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.
Aber wenn man meint, etwas, das einem selber wichtig ist, müsste anderen deswegen genauso wichtig sein, dann hat man meiner Meinung nach ein übersteigertes Selbstwertgefühl (obwohl ich jetzt langsam einen Knoten im Hirn hab).

> Und ist der Selbstwert nicht vielmehr mit der Frage verbunden, ob das Ich auch in einer „nackten“ Umgebung (weit ab von der Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Sinn der eigenen Gefühle, nach dem Sinn eines kleinen Fertighauses mit Hund und Kindern...) einen Wert hat?

Ich würde es eher über die Frage definieren: Wieviel müsste man mir im Tausch für mein eigenes Leben bieten, damit ich es hergebe?
Es mag ein sehr platter Maßstab sein, aber ein Wert ist etwas, das man irgendworan messen kann.
Aber auch wenn ich anfange, anderen zu unterstellen, mir großen Wert beizumessen, dann finde ich, hat das was mit Selbstwertgefühl zu tun.

> Selbstwertgefühl hat nichts mit all diesen äußeren Umständen zu tun und am wenigstens mit Dingen, die ich in Bezug auf Kyo von Dir en Grey empfinde (z.B.).

Dann wundert es mich aber, wie es möglich ist, durch äußere Umstände das Selbstwertgefühl eines Menschen zu steigern oder zu zerstören. Selbstwertgefühl funktioniert - ebeso wie Selbstbewusstsein - auf jeden Fall im Wechselspiel mit der Umwelt.

> Eine Meinung über eine Person zu haben ist nicht das gleiche, wie eine politische Meinung zu haben, was ich als ungefähr tausend Mal wichtiger empfinde, aber leider nur selten vorkommt.

Jein.
Man sollte sich über die Dinge, die einen wirklich interessieren, eine _fundierte_ Meinung bilden.
Politik ist natürlich da ein etwas schwieriges Thema, denn mehr als eine Grundeinstellung in groben Zügen könnte ich dir dazu auch nicht anbieten, schon allein, weil ich mich mangels Interesse nicht mit Politik auskenne. Und ich werde den Teufel tun, mir eine Meinung zu irgendetwas zu bilden, wovon ich genau weiß, dass ich so gut wie keine Ahnung davon habe.

> Und Größenwahnsinn ist eine Sache, die häufig ist und selten erkannt wird.

Du scheinst sie öfter zu erkennen als ich^^°
Nein, ehrlich, ich kenne niemanden, den ich wirklich als größenwahnsinnig bezeichnen würde. Es ist nur natürlich, dass jeder seiner eigenen Meinung für sich die größte Bedeutung beimisst, schließlich ist es die Meinung, die auf die eigene Gedankenwelt und wahrscheinlich auch auf das eigene Leben die größten Auswirkungen hat. Aber das hat mit Größenwahn noch nicht viel zu tun.

> [edit] Ich habe mir meinen eigenen Beitrag gerade selbst noch einmal durchgelesen und festgestellt, dass er voller Fehler ist, was vor allem daran liegt, dass ich mich zu sehr beeilt habe.

Ähm... das war einer der fehlerfreisten Beiträge, die Animexx seit langem gesehen hat^^
Just because you're paranoid
doesn't mean they're not after you (Nirvana - Territorial Pissings)
Zuletzt geändert: 25.07.2005 02:25:14



Von:   abgemeldet 25.07.2005 13:03
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> > „Kyo ist geil“
Findet ihr nicht "geil" ein etwas oberflächlicher Begriff ist?
Also ich find das schon.

Forget me forever! Please let me die.



Von:   abgemeldet 27.07.2005 04:20
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
Avatar
 
Ich finde es echt belustigend, das ihr euch 15 Seiten lang ueber den Saenger einer Metalband streitet.

Zugegeben, "handsome" ist der auf jeden Fall und was zu sagen hat er definitiv auch.
Songwriter und Saenger gibt es wohl besser [also immer den Ton treffen, tut er nicht und die Songs die von ihm sind , sind Hardcore (das Genre, meine ich. Modifizierter Punk sozusagen.) und nicht unbedingt sehr anspruchsvoll] aber die Buehnenpraesenz und das Charisma sind wohl einmalig.
Einmalig sind auch die Lyrics. IMO nicht unbedingt wegen den Gedanken die er textlich festhaelt sondern eher weil soviel Ausruck in den Worten liegt und einen wirklich bewegen, ohne das die Aussage gleich offensichtlich ist (bzw manchmal keine Aussage haben oder man die Gedankengaenge von ihm nicht nachvollziehen kann).

hahaha, jetzt habe ich aber doch ganz schoen geschwaermt, obwohl ich nicht wirklich "Kyo" Fan bin.

da finix ^,^y

Ausserdem:
>>> KAWAII!!!<<< ist echt fies. Der Mann ist fast 30.

Bevor wieder einer auf die Idee kommen sollte in diesem Thread meine deutschskills zu kritisieren: >>>>bugger off!!!!<<<
[and there're no bloody "Umlaut" buttons on my keyboard]

m(_ _)m <----- dieser Smiley verbeugt sich und dankt fuer die Aufmerksamkeit.







~.~Please sign in and save the hide museum~.~
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Von:   abgemeldet 27.07.2005 17:10
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> Ich finde es echt belustigend, das ihr euch 15 Seiten lang ueber den Saenger einer Metalband streitet.
>
Wir streiten uns nicht wir disskutieren.Dafür ist so ein Disskusionsforum ja auch da oder hast du das noch nicht bemerkt.Und Dir en grey spielt eigentlich kein Metal. ~.-
Forget me forever! Please let me die.



Von:    Doci 27.07.2005 18:26
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> Wir streiten uns nicht wir disskutieren.Dafür ist so ein Disskusionsforum ja auch da oder hast du das noch nicht bemerkt.Und Dir en grey spielt eigentlich kein Metal. ~.-

äh ja das sehe ich aber so langsam aders >-> Diru ist schon Metal *nodnod* auch wenn ich es mal als "soften" metal bezeichne damit es nicht ganz so schmerzhaft ist *lol*
Peekaboo? What's that? Can you eat it?
No it is Peekaboo!!! *-*
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MUCC chaka!*-* There is nothing about MUCC on mexx but now! XD



Von:   abgemeldet 27.07.2005 18:35
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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Also, ich finde ja schon, dass man gerade von den neueren Sachen einiges schon getrost unter Metal fassen kann.
Saku z.B. ist doch schon recht metal-lastig, auch wenn es vielleicht nicht jedes einzelne Metal-Klischee erfüllt.
Just because you're paranoid
doesn't mean they're not after you (Nirvana - Territorial Pissings)



Von:   abgemeldet 27.07.2005 19:21
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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>
> äh ja das sehe ich aber so langsam aders >-> Diru ist schon Metal *nodnod* auch wenn ich es mal als "soften" metal bezeichne damit es nicht ganz so schmerzhaft ist *lol*

Ja manche Lieder hören sich echt nach Metal an aber die band ist es trotzdem nicht.Also so sehe ich das. "Soften" Metal is schon eher ein Ausdruck dafür !

Forget me forever! Please let me die.



Von:    Doci 27.07.2005 19:38
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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Gut dann nennen wir es so wenn du dich damit wohler fühlst ^.^
Diru sind softer Metal ! jey X3
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Von:   abgemeldet 27.07.2005 22:23
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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ich mein die kann man nicht wirklich einschubladen musikalisch. aber mittlerweile sind sie wohl doch eher ne metalband als alles andere. und saku ist auch Metalcore um genau zu sein und Tracks wie zB R to the Core haben auch mal garnix mit Metal zu tun, das ist Punkrock bzw HC Punk.

und eigentlich wollte ich auch Alternativ Metal schreiben.
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Von:    Doci 27.07.2005 23:00
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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Na dann sind sie bene multi kulti °_° das ist mir sowas von bockwurscht was die nun sind X3
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Von:   abgemeldet 29.07.2005 20:23
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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Er ist ziemlich cool!!!
Lehrer sind Dealer.
Sie versuchen den Stoff,
möglichst schnell an den Mann zu bringen.



Von:    kareki 30.07.2005 00:15
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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@kameko
„Die großen Verachtenden nämlich sind die großen Verehrenden.“ (Nietzsche)

^___~

Machiavelli war kein Machiavellist!



Von:   abgemeldet 30.07.2005 05:51
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
Also wenn ich nicht selbst ein großer Kyo-Fan wäre, würde ich ja jetzt sagen: "Er ist den ganzen Streit und Diskussionskram hier nicht wert" Na ja, er is es schon irgendwie wert, aber nicht in so extremer Art. Ich meine, gut... Jeder kann es halten wie er will. Jeder hat eine andere Ansicht, wie Kyo ist oder eher, wie er sein könnte. Fakt ist, keiner von uns kennt ihn persönlich (Und falls doch, besorgt mir bitte ein Autogramm von ihm...) und kann daher fest behaupten "So ist er" Und spekulieren kann man viel. Sei es nun über Charakterzüge oder die Kindheit eines Künstlers. Mal Gackt als Beispiel. Ich hab keinen Peil, wieviele Threads es wegen dem und seinem Privatleben schon gab und will es auch gar nicht wissen (Weil da eh immer nur sinnloses Herumgeheule ist, weil wieder jemand den berühmten Satz "Ich habe gehört, dass..." benutzt hat und sich alle künstlich darüber aufregen müssen) Aber eine Tatsache ist, dass uns Fans doch das Privatleben von jemandem nichts angeht. So hab ich es jedenfalls immer gehalten. Kyo is da schon etwas anderes. Er wirft einem ja praktisch seine Erinnerungen und Gefühle mit seinen Lyrics an den Kopf. Ist das zu extrem ausgedrückt? Ich hoffe nicht.

Na ja, ich denke über Kyo kann man noch hunderte von Seiten lang diskutieren. Eto~ Und mir ist etwas aufgefallen. Kann es irgendwie sein, dass er etwas scheu geworden ist? Bisher war er bei keinem Interview (was bezüglich der Konzerte in Deutschland oder dem in Frankreich geführt wurde) dabei. Ich finde das sehr schade, denn gerade Kyo´s Meinung, dem ich von der ganzen Band auch den meisten Respekt entgegenbringe, hätte mich doch sehr interessiert. Vor allem nachdem man so verschiedene Meinungen zu den Konzerten (Berlin, RiP, RaR und Paris) gehört hat. Na ja, vielleicht hat er auch einfach keine Lust auf die bekloppten Fragen, die da gestellt wurden. Ich meine... Ich war von den Interviews schon extrem enttäuscht. Immer nur Fragen, auf die selbst wir Fans die Antworten hätten geben können, weil es wirklich Dinge sind, die ja praktisch zum Dir en Grey-Allgemeinwissen zählen. Das einzige Interview was wirklich aufschlussreich und informativ war, war das, was jemand von J-Music Europe mit Shinya und Kaoru geführt hat. Sie haben über die kommende Single gesprochen, dass Kyo wieder für den Text verantwortlich ist und laut Kaoru ist dieses Lied, das Härteste, was sie bisher veröffentlich haben. Na ja, ich bin gespannt auf das Lied. Und so wie ich Neotokyo kenne, werde ich es wieder Ende September erst bekommen und nicht Anfang September, wo die Single eigentlich erscheinen soll.
Zudem weiß Kaoru wirklich, wie man die Fans ungeduldig macht. Das neue Album wurde kurz angesprochen sowie eine "Überraschung", die es laut Kaoru bald geben wird. Hoffentlich mal etwas, wovon nur wir in Europa etwas haben und nicht die kleinen schnuckeligen japanischen Mädchen, die wegen einem Diru-Konzert sogar um den ganzen Globus reisen*drop* Sie nerven!>-< Das Lolitagetue was die immer halten, ist auf Dauer wirklich nervtötend. Genau wie Die (oder war es Kyo?) gesagt hat: Manche sind einfach nicht dafür gemacht, so etwas zu tragen.

Was die Smiles angeht, die immer öfter verwendet werden... Ich habs geschaft ein komplettes Posting kein einziges von den Dingern zu benutzen. Und irgendwie gefällt mir das so besser. Ich denke für viele sind diese Emoticons schon einfach Gewohnheit geworden. Wenn man sie schon länger benutzt und dazu noch schnell schreibt, sowie ich, dann macht man solche Dinger schon automatisch (Und ich gebe zu, manchmal sogar nach praktisch jedem Satz) und die Finger wandern wie von selbst zu den Tasten. Und was Rechtschreibung und Art des Schreibens angeht... Hallo? PISA lässt grüßen. Wir Deutschen sind für sowas wohl einfach nicht gemacht. Eigentlich recht schade. "Das Land der Dichter und Denker" Merkt man nicht mehr viel davon, huh? Und in seiner Art zu schreiben ist jeder anders und hat seinen individuellen Stil. Sei es nun, dass man fast schon professionell wie ein Schriftsteller halbe Romane schreiben kann oder ob man sich noch an die jugendliche Sprache mit ihren manchmal etwas obszönen Ausdrücken hält. Das hält jeder anders und es kommt da wohl auch auf die Altersklasse und Bildung an. Man sieht ja, dass hier jeder seine Meinung anders wiedergibt. Der Eine schreibt hunderte von Zeilen, der Andere nur einen Satz. Und okay, "Kyo ist geil" ist zwar keine so tolle Aussage, aber immerhin IST es eine Aussage und sie zeigt, wie man Kyo findet. Das da vielleicht noch etwas mehr Begründung dazukommen könnte, stimmt schon. Aber ich hab auch schon Meinungen wie "Kyo? Der ist doch scheiße" gehört und dann gab es dazu als Begründung "Ist einfach so!" Jaaaa, sehr intelligent, was? Genauso wie manche Kinderchen sich weiß Gott was anmaßen müssen. Ich sage nur kleines Mädchen vom Dir en grey Konzert (ich habs von meiner Cousine erfahren, die mit der gesprochen hat.) die umbedingt mal Aufmerksamkeit wollte und deswegen "Kaoru du Arschloch" gerufen hat. Also wirklich... Es is die eine Sache einfach über einen Künstler abzulästern, aber eine Andere, wenn man ihm dann irgendwelche Unfreundlichkeiten an den Kopf wirft. Auch WENN er sie nicht verstehen konnte. Und dann war die Betreffende wohl noch ganz stolz darauf, dass sie dann ja 3000 andere Dir en Grey-Fans gegen sich hatte. Oh ja! Man bist du cool, Mädchen!*Augen verdreht* Ich glaube, wenn diese Betreffende neben mir gestanden hätte, hätte ich ihr erstmal sowas von die Meinung gegeigt.
Ach und Reita*anblinzl* Du kannst das dieser Tussi ja gerne schreiben, was ich gesagt habe. Mir egal... Ich diskutiere gerne mit ihr darüber, das solche Kommentare unter aller Sau sind! Da hat die Erziehung wohl kläglich versagt.*sigh* Aber bei Animexx gibts ja sogar Menschen über 20, die noch behaupten müssen, dass ein Künstler sie heiraten soll. Soviel zu erwachsenem Verhalten...

Und zum Abschluss noch das Interview von Jmusic Europe
[]= Kommentare, die ich mir nicht verkneifen konnte.

Guten Tag, ich vertrete Jmusiceuropa und verspreche euch, euch weder zu fragen, was Dir en grey bedeutet, noch was Visual Kei ist. Zunächst würde ich gerne mit euch über eure nächste Maxi Single “Clever Sleazoid“ reden. Musikalisch gesehen, wird es eher eine Ballade wie “Kasumi“, etwas gewaltiges wie “Saku“ oder einen Mix aus beidem wie “The Final?“
[Sehr Gut! Der erste Satz "verspreche euch, euch weder zu fragen, was Dir en grey bedeutet, noch was Visual Kei ist" hat Shinya und Kaoru sicher aufatmen lassen)

Kaoru: Dieses Lied wird das aggressivste unserer Geschichte sein.
[Da bin ich gespannt. Schlimmer als Zan kann es nicht werden. Das Lied fand ich wirklich schrecklich.]
Wer hat sich den Titel ausgedacht?

Kaoru: Das war Kyo-kun.

Und was bedeutet er?

Kaoru: Es ist eine Person, die sowohl vulgär, als auch weise ist. Es ist jemand, der so weit ins Dunkle und Trostlose ging, dass er nicht mehr davon zurückkommen kann.
[Das hab ich nciht ganz verstanden. Der Interviewer redet jetzt vom Liedtitel, oder? Und für mich kommt es so rüber,als redet Kaoru wiederrum über Kyo]

Auf eurer Maxi Single sind außerdem drei Livesongs. Wo wurden diese aufgenommen?

Kaoru: Sie wurden bei unserem Konzert im Shinkiba Coast Ende April aufgenommen.

Ich würde gerne auf eure Konzerte in Europa zurückkommen., zunächst auf das in Berlin. Vor einem Live fühlt man sich oft gestresst, wie war das bei euch?

Kaoru: Wir waren sehr überrascht, dass einige Fans schon mehrere Tage vor dem Konzert vor der Halle gewartet haben. Wir dachten, dass die Leute sich bei dieser Hitze (32°C) nicht viel bewegen würden, aber sie schrieen und rannten herum. Wir waren sehr zufrieden, aber wir hatten auch Angst.
Schon vor dem Beginn der Show gab es einige Ohnmachtsanfälle. Kyo war sehr besorgt. Aber die Öffentlichkeit wurde motiviert, dann wurden wir es auch. Als wir auf die Bühne kamen, waren wir glücklich, was die ganze Show lang anhielt. Es gab auch keine Schwerverletzten, also haben wir dieses Schauspiel genossen.
[Ich finde es toll, dass Kaoru erwähnt hat, dass Kyo sogar sehr besorgt war. Da sieht man, dass es auch noch Künstler gibt, die sich Gedanken um ihre Fans machen und nicht rauskommen, alles was da bei den Fans abläuft ignorieren, singen und wieder gehen]

Bei Rock am Ring habt ihr euch die Plakate mit großen Bands geteilt, hat euch das beeindruckt?

Shinya: Alle Gruppen, die dort waren haben uns mehr oder weniger inspiriert. Es ist ziemlich schwierig, davon eine auszusuchen.

Kaoru: Wie waren sehr beeindruckt. Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Japan und Rock am Ring. In Japan sind wir sehr bekannt und spielen in großen Hallen. Dort allerdings standen wir neben weltweit bekannten Bands und unsere Location war relativ klein im Vergleich zu deren. Das hat uns in unsere Schranken verwiesen. Bevor wir kamen, haben wir gesagt: Wir werden bei Rock am Ring sein, danach können wir sterben. Jetzt wollen wir weitermachen, um die großen Hallen zu erreichen.
[Große Hallen erreichen? Ich denke, das klingt, als können wir mit weiteren Konzerten innerhalb Deutschlands rechnen]

Kommen wir auf euer gestriges Konzert in Frankreich zu sprechen. Wie ist es euch dabei ergangen?

Kaoru: Wir sind sehr zufrieden, dass wir im Olympia spielen konnten, da diese Halle sehr bekannt ist. Das einzige Problem war, dass wir seit zwei Monaten kein Konzert mehr gegeben hatten. Das letzte war in Berlin gewesen. Wir hatten Angst etwas eingerostet zu sein, doch wir wurden von der Menge ermutigt, die uns zurief und aufgeregt war. Wir sind sehr früh am Morgen angekommen und hatten nichts hinter den Kulissen zu tun. Als wir auf die Bühne kamen, sahen wir, dass das Publikum zufrieden war, was das ganze Konzert über eine Art Crescendo aufbaute. Es war fantastisch, als wir bei den letzten zwei, drei Titeln auf unserem gewohnten Niveau waren.

Shinya: Was mich überrascht hatte war, dass der Balkon sehr nahe dran war. Ich konnte die ganze Menge sehen und wurde von ihr sehr beeindruckt.

Weswegen spielt ihr Garden nicht mehr? Sogar bei den Blitz 5 Days nicht, wo ihr doch Lieder aller Alben ausgesucht habt. Ist dieser Song ein Teil der Zeit von Dir en grey, die ihr vergessen wollt?

Kaoru: Bei den Blitz 5 Days schien es uns normal, es nicht zu spielen. Wir wählen unsere Songs nach Lust und Laune. Wenn wir die Blitz 5 Days noch einmal machen würden, wäre die Setlist vielleicht ganz anders.

Und nun zum Schluss: Könnt ihr etwas zu euren Projekten sagen?

Kaoru: Neben der Maxi Single im September, haben wir auch eine Tour in Japan, die bis zum Jahresende geht. Auch in den Zeitungen und im Fernsehen werden wir mehr Promotion betreiben. Aber wir können nichts weiter sagen, denn es ist alles nicht offiziell, also keine definitive Ankündigung. Nächstes Jahr wird es ein neues Album geben, sowie eine weitere Fanclub-only Veröffentlichung. Bald gibt es auch noch eine große Überraschung.
[Wie gesagt, das neue Album wird nur hier kur angesprochen. Aber ich denke, wenn mich die neue Single beeindruckt, werde ich mir das Album auf jeden Fall auch zulegen. Und dieangesprochene Überraschung macht mich wirklich neugierig. Vielleicht eine Europatour? Und dann Konzerte in Deutschland bitte nicht wieder nur in Berlin und München! Immer dieses "weit im Norden" oder "weit im Süden" Etwas Zentral wäre nicht schlecht. Kassel oder Frankfurt zum Beispiel!]

Danke an euch zwei für dieses Interview!

Übersetzer (jap./fr.): Seb


Reaktionen zum Interview: hier
Slash my wrist in the room
Hang myself in the room
Slash my wrist under the light
Please laugh at me it will not be a joke unless you do so
[From Kyo´s Poem Book]



Von:    Avi 30.07.2005 18:36
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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Erstmal: Wer, bitte, soll das alles lesen???????????
Weiter: Kyo...Nya...Klein, aber oho!
Aber Leute, Kyo ist gar nich soooooooooo klein (immerhin größer als ich und ich werde net mehr so viel wachsen)!!!!!!!!!
Tja, allerdings bin ich eher Totchi Fan!!!
Jaaaaaaaaa, Diruuuuuuuuu!

Darf ich mal fragen (und eine Antwort kriegen, bitte), warum die hier veröffentlichten FF meist irgendein dummes Pearing innerhalb der Bandmenschen beinhalten????
Ist doch irgendwie...gemein den anderen gegenüber...Will ja net kaogant erscheinen, aber könnten die Autoren nicht mal mehr auf die Band, als auf jedes einzelne Mitglied eingehen????

Nyaaaaa....bin heut in schlechter Laune...Da passt ja ain't afraid to die richtig dazu....
Immer diese Ohrwürmer...-.-
Werbung:
Bitte lesen, wenn ich mir schon die Mühe mache, zu schreiben:
Wenns da ist: Diru- Eine Odyssee und ihre Folgen oder die Freundlichkeit der Deutschen. Eine Überschrift!



Von:   abgemeldet 30.07.2005 18:44
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> Erstmal: Wer, bitte, soll das alles lesen???????????

Brauchst du nicht, es drehte sich größtenteils noch nicht mal mehr ums Thema, sondern um die mangelhafte Artikulationsfähigkeit vieler Animexxler.

> Darf ich mal fragen (und eine Antwort kriegen, bitte), warum die hier veröffentlichten FF meist irgendein dummes Pearing innerhalb der Bandmenschen beinhalten????

Weil die Leute einfallslos und in vielen Fällen auch reichlich respektlos sind oder - in wahrscheinlich noch mehr Fällen - einfach gedankenlos.
Oh, und weil es ja sooooo kawaiiiiii *quietsch* *kreisch* ist -.-

> Ist doch irgendwie...gemein den anderen gegenüber...Will ja net kaogant erscheinen, aber könnten die Autoren nicht mal mehr auf die Band, als auf jedes einzelne Mitglied eingehen????

Gemein welchen anderen gegenüber?
Man sollte das, was man schreibt, mit seinem eigenen Gewissen ausmachen können.
Ich finde es nur der Band gegenüber ziemlich zweifelhaft.
Just because you're paranoid
doesn't mean they're not after you (Nirvana - Territorial Pissings)



Von:   abgemeldet 31.07.2005 19:19
Betreff: wie findet ihr kyo von dir en grey? [gesperrt]
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> Erstmal: Wer, bitte, soll das alles lesen???????????
Wenn du zu faul bist das alles zu lesen dann solltest du auf das nicht antworten oder überhaupt ein Kommentar abgeben oder?
Forget me forever! Please let me die.


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