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Thread: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!!

Eröffnet am: 04.03.2007 18:36
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Von:    Tosken 14.09.2007 22:24
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
>Aber meine Frage zielte auf etwas Anderes ab: was ist mit >ehemals Betroffenen, die keine Lust mehr haben sich zu >verstecken und im Sommer im T-Shirt rumlaufen? Wir sprechen >hierbei dann von Narben, also verblasstem Narbengewebe und nicht >mehr von offenen Wunden. Wie sieht es hier aus?

Ja, das ist etwas anderes, wenn die Betroffenen damit nicht versuchen Aufmerksamkeit zu wecken. Und klar, man kann von ihnen an einem 40°C-Tag nicht verlangen, sich einzupacken.

>Sehr schöne Frage. Dennoch kann man damit nicht die Frage >wegwischen, ob es nicht auch bedenklich ist, wenn Jugendliche so >weit gehen um dazu zu gehören. Man bedenke: eigentlich gibt es >einen Überlebensinstinkt und einem "normalen" Menschen käme es >nie in den Sinn, sich selbst zu verletzen. Wieso wird dieser >Instinkt überwunden wenn es doch nur gespielt ist?

Dazu habe ich eine Idee. Ich werde sie langsam formulieren, um nicht durcheinander zu kommen:

Wir waren alle mal in der Pubertät (oder sind es zum Teil noch). So, wie fühlt man sich da? Unverstanden. Man neigt bei allem (Negativen) zur Dramatik. Hormonell bedingt hat man mal extrem gute und extrem schlechte Tage, ist unausgeglichen. Sowas war man vor der Pubertät nicht gewohnt. Dann kommen noch andere Sachen hinzu wie das "andere/gleiche (*g*) Geschlecht", das Abgrenzen von den Eltern/Erwachsenen im Allgemeinen und der Suche "nach sich selbst", blablabla.
Das kann man tagtäglich in der Realität und hier im Forum beobachten.

Da man mit den eigenen (angeblichen) Unzulänglichkeiten und den pubertären Verwirrungen ("Was ist plötzlich los mit mir?") nicht klar kommt und ziemlich anfällig für alles "Besondere" (man will ja "individuell" sein) ist, sucht man sich "gern" eine einfache Lösung dafür: eine Krankheit oder etwas anderes "Unnormales".
Das verschafft eine Art Erleichterung à la "Ich kann ja nichts dafür" und streichelt durch das Mitleid/Interesse der Anderen das Ego.
Endlich wird man bemerkt und eventuell "gut" behandelt, außerdem ist man durch dieses spezielle "Anders"-Sein "cool" und "geheimnisvoll".

Doch das Wichtigste ist eben: Man wird GESEHEN, BEACHTET. (Egal, ob dir Leuten in der Realität oder im Forum deswegen dumm kommen: Immerhin REAGIEREN sie auf dich und behandeln dich "INDIVIDUELL".)

Das "Dazu-gehören-Wollen" ist in Wirklichkeit nur der Wunsch nach Anerkennung und Respekt.
Doch dass man damit keine echte Anerkennung oder Respekt bekommt, wird verdrängt. Beides verdient man sich durch sein Handeln und seine Charakterzüge, aber nicht indem man Mitleid oder Aufmerksamkeit erregt.

Tja, und so kommt es dazu, dass jemand nach vielen schlechten Tagen an einem weiteren schlechten Tag denkt: "Hm, mit mir stimmt was nicht. Das MÜSSEN Depressionen sein..." Diese Idee beruht auf einer oberflächlichen Kenntnis des Krankheitsbildes, welche sich auf "schlechte Laune" und "Ritzen" beschränkt. Um das Klischee komplett zu erfüllen, geht der "Kranke" ins Bad und ritzt sich. Nun hat er die Bestätigung: "Ich ritze mich, also bin ich WIRKLICH krank. (Juchu!)" [Alternativ ist der/die Ex-Freund/in "Schuld", welche/r es "gewagt" hat ihn/sie zu verlassen...]
"Perfekt" ist das Glück meist erst, wenn der Rest der Welt einen bemitleidet und einem auf diese Art "bestätigt" krank zu sein. Jetzt ist man endlich "individuell" und wird deswegen sogar noch beachtet. Toll!

Das war jetzt ziemlich grob beschrieben. Ich hoffe, du versteht, was ich meine. ;)

Ich gehe davon aus, dass Pseudos sich irgendwo der Tatsache bewusst sind, dass sie nur simulieren und warum sie das tun. Allerdings verbannen sie diese Gewissheit ins Unbewusste, sodass sie nur noch im Hinterkopf existiert und sich nur leise meldet.

Was dabei rauskommt, sehen wir hier öfters im Forum:

-normale Schüchternheit wird zu einer "Sozialphobie",
-es werden Ritzbilder mit dazugehörigen "Leidensgeschichten" veröffentlicht
-Mädchen ritzen sich, weil der Freund sie während eines zweitagigen Krankenhausaufenthaltes nicht besucht hat (Nein, sie war nicht sterbenskrank...) > siehe Kummerkasten
-man bildet sich ein, an einer multiplen Persönlichkeit zu leiden, weil gerade "nichts funktionert" (ziemlich kreativ, wenn man an den anderen Quark denkt) > siehe Kummerkasten
-aus hormonell bedingten Depri-Phasen werden "ernsthafte" Depressionen mit allem was (angeblich) dazu gehört (Na, du weißt schon...) gemacht

Blablabla...

Beispiele aus der Realität:

-Mitschülerin von mir möchte "Eindruck" bei unserer Gruftie-Freundin schinden: "Kuck mal, ich hatte gestern auch einen schlechten Tag..." (krempelt vor der ganzen Klasse den Ärmel hoch, entblößt dabei einen waagerechten [*lol*] Kratzer am Handgelenk, der wohl als Selbstmordversuch gedeutet werden sollte...)

-England-Urlaub: Mädel erzählt uns vor fünfzig anderen Leuten, dass sie mal "fast vergewaltigt" worden wäre, aber "nicht gern mit Fremden" darüber redet. Sie hatte uns gerade vor einer Stunde kennengelernt.

-Das gleiche Mädel hat auch nach meiner Frage nach der Uhrzeit ihren Ärmel bis zur Schulter hochgekrempelt um mir mit einem Blick auf die Uhr gleichzeitig noch etwas anderes zu zeigen...

-Eine Freundin von mir hat sich ständig irgendwelche Geschichten ausgedacht.
Sie ist zu einer gewohnheitsmäßigen Lügnerin geworden:
Sie hätte früher ja Bulimie gehabt (und NIEMAND hat es gemerkt, nee is klar), erzählt von Freunden, die niemand außer ihr kennt.
Sie denkt sich teilw. richtige Dramen aus, von wegen sie hätte den Selbstmord einer (fiktiven) Freundin erahnt und niemand hätte ihr glauben wollen bis es dann geschehen war.


Dein Beispiel:
>Nehmen wir ein Beispiel: Ein 14jähriges Mädchen. Der Vater hat >die Mutter verlassen als sie schwanger war. Die Mutter >vernachlässigt das Kind, kümmert sich nicht darum. Es erfährt >also eine starke emotionale Vernachlässigung. Irgendwann - mit >14 - merkt das Mädchen, dass sie (endlich endlich) >Aufmerksamkeit bekommt, wenn sie sich selbst verletzt. Das >unglaubliche Bedürfnis, endlich beachtet und getröstet zu >werden, scheint durch das Symptom Selbstverletzendes Verhalten >deckbar zu sein. So verletzt sich das Mädchen immer wieder und >zeigt es auch herum, weil es die frühere Vernachlässigung so >kompensieren kann.

Ist ernster zu nehmen, als diese Pseudos, die man an jeder Ecke sieht. Aber dass das Mädchen ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit auf diese Art befriedigt, zeugt von einer unglaublichen Unreife, die in diesem Alter jedoch Gang und Gebe ist.
Ein Erwachsener hätte das Problem mit "Reden" bewältigt. Aber das ist ja viel zu langweilig und wahrscheinlich auch zu "kompliziert"...

EDIT: Nach weiterem Nachdenken ist mir noch eingefallen, dass das Mädchen mit ihrem Verhalten der Mutter wohl noch Schuldgefühle machen will, à la: "Siehst du, wie schlecht du mich behandelt hast? Du bist sooo eine schlechte Mutter!"

>Nicht jeder, der sich selbst verletzt und damit prahlt, ist >gleich schwer gestört.

Jemand, der damit prahlt ist nicht gestört - jedenfalls nicht so, wie er es gern hätte.

>Du triffst viel weniger (akut!) Betroffene an, die über 20 sind.

Vermutest du das, oder weißt du das? Vielleicht kommt es dir nur so vor, weil man -aus bereits genannten Gründen- von den wirklich Kranken nur wenig mitbekommt. (Und Erwachsene von über 20 Jahren sind in der Hinsicht meist so reif und vernünftig, mit ernsthaften Krankheiten diskreter umzugehen.)

>Trotzdem kann dieses Aufmerksamkeitsbedürfnis unter Umständen >einen schwerwiegenden Hintergrund haben, woraus resultiert, dass >das Verhalten durchaus krankhaft ist und nerst genommen werden >sollte.

Dieses Aufmerksamkeitsbedürfnis ist pubertär bedingt, deshalb zeitlich begrenzt und "verwächst" sich dementsprechend.

Einige holen sich eben Aufmerksamkeit, indem sie einen auf "Revoluzzer" machen (extrem links oder extrem rechts), den Duden auswändig lernen, (fiktive) Bettgeschichten erzählen oder indem sie "krank" werden.
Gibt bestimmt noch mehr Möglichkeiten, aber mein Post ist eh schon viel zu lang. ;)

Zuletzt geändert: 14.09.2007 22:45:01



Von:   abgemeldet 14.09.2007 23:43
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Ich hoffe, ich bekomme alles unter, was mir eben durch den Kopf ging als ich deinen Post las. Gleich als Anmerkung am Rande: es bereitet mir Freude :).


Ich finde deine Theorie der Pubertäts-Problematik sehr treffend und gut. Ich kann dir in allem nur zustimmen, was du geschildert hast. Ähnliche Beispiele wie du kenne ich auch. Es ist Winter, man geht (noch in der Schule) auf Toilette, möchte sich gerade die Hände waschen da kommen 2 Mädels im T-Shirt - der Arm von Kratzern verziert (pardon). Ich zog eine Augenbraue hoch und ging.
Ich denke schon, dass sehr, sehr viele Jugendliche in diese "Sparte" fallen. Siehe die Videos bei YouTube. Sie triefe nur so vor Selbstmitleid, sie suhlen sich darin und in der Gewissheit, dass sie nichts tun können und das Opfer der Welt sind. Ich werde regelmäßig wahnsinnig, wenn ich so etwas sehe/lese. Ganz besonders wütend werde ich aber bei solchen Beispielen:

- man bildet sich ein, an einer multiplen Persönlichkeit zu leiden, weil gerade "nichts funktionert" (ziemlich kreativ, wenn man an den anderen Quark denkt) > siehe Kummerkasten

Sehr kreativ, ja. Wurden wenigstens die Symptome korrekt dargestellt? Die Zeitlücken, die Flashbacks, die verschiedenen Handschriften, die Stimmen im Kopf, die Kopfschmerzen, die Kleidungsstücke, die sie nicht gekauft hat aber trotzdem komischerweise im Schrank hängen...? Ich lächle, wenn ich höre, dass jemand der Überzeugung ist, er hätte eine BPS. Aber bei einer DIS kriege ich die Krise. Da ist schluss mit lustig für mich. Die meisten Deppen (pardon) ahnen nicht einmal, welche Hintergründe diese Persönlichkeitsstörung hat. Wer sie einfach so kopiert, übernimmt, um sich selbst besser zu fühlen... Gott gnade ihnen, wenn solch ein Persönchen einmal vor mir steht.



Einen anderen Teil fand ich aber interessanter.

Ist ernster zu nehmen, als diese Pseudos, die man an jeder Ecke sieht. Aber dass das Mädchen ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit auf diese Art befriedigt, zeugt von einer unglaublichen Unreife, die in diesem Alter jedoch Gang und Gebe ist.
Ein Erwachsener hätte das Problem mit "Reden" bewältigt. Aber das ist ja viel zu langweilig und wahrscheinlich auch zu "kompliziert"...

Natürlich ist die Art, wie das Mädchen die emotionale Vernachlässigung kompensiert nicht ideal. Wie aber sollte sie sonst in ihrer Verzweiflung reagieren? 14 Jahre lang vernachlässigt, im "Idealfall" noch verhöhnt oder gar geschlagen. Ich kann ihre Reaktion nachvollziehen, auch wenn es gewiss nicht die Beste ist. Im Übrigen ist es hierbei nicht unüblich, dass sich das autoaggressive Symptom auch bis ins Erwachsenenalter hineinzieht. Bei solch einer Geschichte kann es sein, dass das Mädchen eine Posttraumatische Belastungsstörung mit sich zieht.
Einfaches Reden würde bei dieser Geschichte vermutlich nur wenig helfen. Kinder, die in hohem Maße vernachlässigt wurden, haben oftmals Probleme in Beziehungen. Sie haben ja auch nie ein gesundes Sozialverhalten (von der Mutter [sic]) erlernt! Gewiss kann es vorkommen, dass sich solch ein Mädchen selbst aus dem Sumpf zieht, aber dafür bedarf es einer starken Persönlichkeit und einem gesunden Umfeld, das es auffängt und ihm hilft. Ich denke, du unterschätzt das Problem hier ein wenig ;).

Vermutest du das, oder weißt du das? Vielleicht kommt es dir nur so vor, weil man -aus bereits genannten Gründen- von den wirklich Kranken nur wenig mitbekommt. (Und Erwachsene von über 20 Jahren sind in der Hinsicht meist so reif und vernünftig, mit ernsthaften Krankheiten diskreter umzugehen.)

Es ist nur eine Vermutung, ich habe leider noch keine empirischen Daten dazu erhoben (wär mal ne Idee ^^). Zum Altersdurchschnitt liegen aber auch - soweit ich weiß - in der Wissenschaft keine verlässlichen Zahlen vor. Meine Vermutung stützt sich in erster Linie auf ein Forum. Der Großteil der User ist unter 18, nur die wenigsten sind Ü20, noch weniger Ü30. Könnte aber auch daran liegen, dass ältere Generationen nicht mit dem Internet aufgewachsen sind. Ich habe mal gelesen, dass oftmals eine Symptomverschiebung stattfindet um so älter die Betroffenen werden. In der Pubertät ist es noch die Autoaggression, später kann es sich dann in eine Depression, in ein Bourn-Out-Syndrom oder in eine psychosomatische Reaktion umlagern.
Vielleicht ist Wahnsinn lediglich
Die Betrachtung der Realität
Aus einem anderen Blickwinkel.
(moi)



Von:    Tosken 15.09.2007 00:21
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
>Sehr kreativ, ja. Wurden wenigstens die Symptome korrekt >dargestellt?

Nicht im Geringsten.
Die Person begründete ihre Überzeugung u.a. damit, dass sie manche Gerichte mochte und gleichzeitig verabscheute. o_O Sie hatte auch schon Namen für ihre "Persönlichkeiten".

Als sie gemerkt hat, dass wir ihr nicht glauben konnten, hat sie gemeint: "Denkt ihr, dass ich jetzt meine anderen Persönlichkeiten rauslasse?" (als "Beweis")
Da war dann alles klar. Als ob das ein Kranker freiwillig tun könnte. o_O
Damit konnten wir sie dann überzeugen, nicht wirklich krank zu sein und es kam raus, dass es der Person zur Zeit nicht sonderlich gut ging. Leider sind unsere Ratschläge nicht auf fruchtbaren Boden gefallen, was auch daran lag, dass die Person nicht wirklich über ihre wahren Probleme sprechen wollte. Schade.

Ist eigentlich ein gutes Beispiel für das, was ich in meinem vorigen Post beschrieben hatte.

EDIT:
>die verschiedenen Handschriften

Hey, ich hab auch verschiedene Handschriften! Ich wette, jetzt wird jeder Pseudo neidisch. *lol*

>Natürlich ist die Art, wie das Mädchen die emotionale >Vernachlässigung kompensiert nicht ideal. Wie aber sollte sie >sonst in ihrer Verzweiflung reagieren? 14 Jahre lang >vernachlässigt, im "Idealfall" noch verhöhnt oder gar >geschlagen. Ich kann ihre Reaktion nachvollziehen, auch wenn es >gewiss nicht die Beste ist. Im Übrigen ist es hierbei nicht >unüblich, dass sich das autoaggressive Symptom auch bis ins >Erwachsenenalter hineinzieht. Bei solch einer Geschichte kann es >sein, dass das Mädchen eine Posttraumatische Belastungsstörung >mit sich zieht.
>Einfaches Reden würde bei dieser Geschichte vermutlich nur wenig >helfen. Kinder, die in hohem Maße vernachlässigt wurden, haben >oftmals Probleme in Beziehungen. Sie haben ja auch nie ein >gesundes Sozialverhalten (von der Mutter [sic]) erlernt! Gewiss >kann es vorkommen, dass sich solch ein Mädchen selbst aus dem >Sumpf zieht, aber dafür bedarf es einer starken Persönlichkeit >und einem gesunden Umfeld, das es auffängt und ihm hilft. Ich >denke, du unterschätzt das Problem hier ein wenig ;).

Kann sein. Ich muss auch zugeben, dass ich mich beim Schreiben ziemlich in das Thema hineingesteigert und deswegen wohl vorschnell geurteilt habe.
Klingt aber logisch, was du da schreibst. Leider sagt mir mein Bauch nichts dazu.

>Es ist nur eine Vermutung, ich habe leider noch keine >empirischen Daten dazu erhoben (wär mal ne Idee ^^).

Finde ich auch. Interessant wäre es allemal. Du solltest nur aufpassen, woher du die Informationen nimmst. Eine Umfrage unter Jugendlichen hätte wohl katastrophale Ergebnisse. ;)
Zuletzt geändert: 15.09.2007 00:28:11



Von:   abgemeldet 15.09.2007 13:44
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Es ist ja auch mächtig schwierig, mehrere Persönlichkeiten gleichzeitig zu sein. Wenn ich mir merken müsste, was welche Persönlichkeit mag, wer wie geschrieben hat und was wer weiß.. Ach herrje, ich käme da sehr leicht durcheinander. Aber wenn sie sich nichtmal die Mühe gemacht hat.. Schade ;).

Kann sein. Ich muss auch zugeben, dass ich mich beim Schreiben ziemlich in das Thema hineingesteigert und deswegen wohl vorschnell geurteilt habe.
Klingt aber logisch, was du da schreibst. Leider sagt mir mein Bauch nichts dazu.

Es ist ja auch ein sehr komplexes Thema. Man weiß nie, was nun wirklich dahinter steckt, oder nicht. Ist es ein ernst zu nehmender Hilfeschrei, oder reine Coolness? Ich durfte mich im letzten Semester damit auseinandersetzen, da ich eine Hausarbeit über das Thema Autoaggression schreiben musste. War sehr interessant..

Spricht dein Bauch öfter zu dir!? Psychotisch? ^^

Du solltest nur aufpassen, woher du die Informationen nimmst. Eine Umfrage unter Jugendlichen hätte wohl katastrophale Ergebnisse. ;)
+ggg+ ich stelle mir das gerade vor..
03% - "normal"
50% - DIS
70% - Phobie
90% - Depressionen
97% - Essstörungen
97% - Autoaggression

Mh... Wieso werden eigentlich so selten Psychosen gespielt? Eine Schizophrenie hat doch eigentlich auch etwas für sich...? Weil man mit einer Psychose auf jeden Fall sofort als "absolut krank" abgestempelt und im besten Fall auch gleich in einer psychiatrischen Anstalt landen würde? Die Frage ist gerade ernst gemeint. Wieso immer Neurosen, aber nie Psychosen?



Von:    Tosken 15.09.2007 14:40
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
>Spricht dein Bauch öfter zu dir!? Psychotisch? ^^

Nein, ich meinte damit mein Bauchgefühl, auf das ich mich ziemlich gut verlassen kann. Gerade bei solchen Themen ist das sehr nützlich.

Tut mir total leid, wenn ich dich enttäusche, aber ich bin einfach zu "uncool". ;)

>Mh... Wieso werden eigentlich so selten Psychosen gespielt? Eine >Schizophrenie hat doch eigentlich auch etwas für sich...? Weil >man mit einer Psychose auf jeden Fall sofort als "absolut krank" >abgestempelt und im besten Fall auch gleich in einer >psychiatrischen Anstalt landen würde? Die Frage ist gerade ernst >gemeint. Wieso immer Neurosen, aber nie Psychosen?

Ich nehme an, weil man sich Neurosen leichter einbilden und sie auch leichter vortäuschen kann. Wie das Beispiel mit den Depressionen: Man muss sich an einem schlechten Tag nur einreden, die schlechte Laune wäre krankhaft (am besten noch mit Unterstützung von Wikipedia und Co). Schwupps, schon hast du eine tolle Depression. Ein paar Ritzer am Arm dazu und fertig!

Schizophrenie dagegen ist doch ein wenig komplizierter und noch klischeebehafteter, à la "wahnsinniger Massenmörder" usw. Außerdem kann es passieren, dass man/die Krankheit beim Versuch sie vorzutäuschen nicht auf die Art "ernst" genommen wird, wie man es gern hätte.

Hinzu kommt, dass man noch einen bestimmten Auslöser braucht, der einen dazu bringt, sich gerade für eine bestimmte Krankheit zu entscheiden. Der fehlt wohl für z.B. Schizophrenie, weil man vielleicht das Krankheitsbild nicht gut genug "kennt", um daran etwas zu finden, das zu einem "passt".

Gehört multiple Persönlichkeit auch zu den Psychosen?
Daran würde man dann auch sehen, wie schwierig hier die "Umsetzbarkeit" war.

Psychosen sind oberflächlich betrachtet scheinbar komplizierter und unbekannter als leicht nachzumachende Neurosen.


Hui, das macht Spaß. ^^

Ich warte schon sehnsüchtig auf die kleinen quakenden Mädchen und Jungen à la "Ihr wisst doch gar nichts!!!!!einself" ^^




EDIT (zu deinem Post davor):

>Die Zeitlücken, die Flashbacks, die verschiedenen Handschriften, >die Stimmen im Kopf, die Kopfschmerzen, die Kleidungsstücke, die >sie nicht gekauft hat aber trotzdem komischerweise im Schrank >hängen...?

Wenn ich mir vorstelle, mir würde es so gehen, wäre ein Aufmerksamkeitsthread das Letzte, was mir in den Sinn käme.

Stell dir mal vor, du gehst an deinen Schrank und holst da Klamotten raus, die du dir (schon vom Geschmack her) nie gekauft hättest. Oder dein Freund wäre sauer auf dich, weil du zu ihm angeblich so "gemein" gewesen wärst, ohne dass du dich daran erinnern kannst.

Niemand, dem es so geht, geht dann ins Internet und behauptet sofort, psychisch krank zu sein, sondern geht wahrscheinlich erstmal zum Hausarzt. Denn solche Symptome sind doch viel zu unheimlich und (ver)störend, als dass man seine Zeit mit wilden Spekulationen vergeudet.
Zuletzt geändert: 15.09.2007 14:58:38



Von:   abgemeldet 18.09.2007 14:13
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Entschuldige, dass ich erst jetzt antworte, ich hatte gestern wenig Zeit.


Tut mir total leid, wenn ich dich enttäusche, aber ich bin einfach zu "uncool". ;)
Schade... ;)

Hinzu kommt, dass man noch einen bestimmten Auslöser braucht, der einen dazu bringt, sich gerade für eine bestimmte Krankheit zu entscheiden. Der fehlt wohl für z.B. Schizophrenie, weil man vielleicht das Krankheitsbild nicht gut genug "kennt", um daran etwas zu finden, das zu einem "passt".
Ein Fachmann antwortete mal auf meine Frage, welches Symptom ein Betroffener denn ausbilde (es ging um Autoaggression und Essstörungen), dass es maßgeblich darauf ankommt, was man schon kennt. In Zeiten, in denen Magersucht z.B. in den Medien eine aktuelle Rolle spielt, liege es nahe, dass der Betroffene dieses Symptom ausbildet (aus diversen Gründen wurden hier auch Essstörungen als Symptome betrachtet). Vielleicht ist das bei "Pseudos" auch so? Man kann nur das nachahmen, was man kennt und was relativ leicht fällt. Obendrein kommt es drauf an, ob es einem "liegt".

Gehört multiple Persönlichkeit auch zu den Psychosen?
Daran würde man dann auch sehen, wie schwierig hier die "Umsetzbarkeit" war.
Kleine Exkursion gefällig? ^^
Die multiple Persönlichkeitsstörungen wird (oder wurde z.T.) schon umbenannt in die dissoziative Identitätsstärung (DIS). Das wurde deshalb vorgenommen, da sich herauskristallisiert hat, dass die MPS "nur" eine Form von Dissoziation ist - und zwar sie stärkste, die es gibt. Sie ist also dem Bereich der Dissoziationen zuzuordnen. Abgesehen davon wird sie auch als eine Möglichkeit einer posttraumatischen Reaktion gesehen. Soweit ich weiß - und mich nicht irre - zählen die dissoziativen Störungen laut ICD10 zu den Neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen (F40-48)
Zu den Psychosen kann sie nicht zählen ^^. Ein wesentliches Merkmal der psychotischen Störungen ist ja, dass die Realitätsüberprüfung nicht mehr wirklich intakt ist - und diese haben Betroffene einer DIS durchaus noch ;).

Ich komme ins dozieren, entschuldige.. Ich hoffe, dich nervt das nicht zu sehr.


Psychosen sind oberflächlich betrachtet scheinbar komplizierter und unbekannter als leicht nachzumachende Neurosen.
Stimmt. Dabei ist es gar nicht so schwer, hinter jedem Baum einen Agenten der CIA zu sehen ;).
Das andere Problem ist, dass du eine psychotische Störung in der Regel auch am Hormonhaushalt erkennen kannst. Wenn also ein Betroffener zu einem Neurologen ginge und sagte, er wäre Schizophren (oder auch "nur" psychotisch) und der Arzt könnte aber kein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt erkennen.. Was wäre dann? ^^


Niemand, dem es so geht, geht dann ins Internet und behauptet sofort, psychisch krank zu sein, sondern geht wahrscheinlich erstmal zum Hausarzt. Denn solche Symptome sind doch viel zu unheimlich und (ver)störend, als dass man seine Zeit mit wilden Spekulationen vergeudet.
Nein, niemand geht ins Internet und behauptet das. Denn den Betroffenen fällt das gar nicht auf. Ich habe auch erstmal den Kopf geschüttelt, als ich das las, aber es ist wohl wirklich so, dass die Betroffenen so etwas nicht als Anzeichen sehen. Für sie ist es Alltag. Darum sprechen sie es auch nicht z.B. in einer Therapie an, da sie sich nicht vorstellen können, dass das etwas Ungewöhnliches ist. Eine Betroffene meinte mal zu mir: "Ich fand das ganz normal, dass ich an einem Tag mitbekam, ich hätte so tolle braune Augen beim letzten Treffen gehabt." - Sie hat grüne Augen. Klare, grüne Augen. Sie dachte, das sei normal und hat sich darüber keine weiteren Gedanken gemacht. Genau so bei allem Anderen. Vermutlich nicht zuletzt, da sie es nicht wahr haben wollte... Es brauchte Jahre, bis endlich ein Therapeut die richtigen Fragen stellte und ans Licht kam, dass sie eine aufgespaltene Persönlichkeit hat. Von alleine merkt das - in der Regel, Ausnahmen gibt's immer - kein Betroffener.



Wenn ich dir zu viel schreibe oder so, sag es bitte. Ich verfress mich gerne in einem Thema und schreibe und schreibe und schreibe... Bei Bedarf antworte ich also auch gerne kürzer und genauer ;).
Viele liebe Grüße

k.-k.



PS: Hat denn keiner Lust, hier mit zu machen? Um so mehr Stimmen, desto interessanter! ^^
Zuletzt geändert: 18.09.2007 14:18:39



Von:    Tosken 19.09.2007 22:19
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
>Ein Fachmann antwortete mal auf meine Frage, welches Symptom ein >Betroffener denn ausbilde (es ging um Autoaggression und >Essstörungen), dass es maßgeblich darauf ankommt, was man schon >kennt. In Zeiten, in denen Magersucht z.B. in den Medien eine >aktuelle Rolle spielt, liege es nahe, dass der Betroffene dieses >Symptom ausbildet (aus diversen Gründen wurden hier auch >Essstörungen als Symptome betrachtet). Vielleicht ist das >bei "Pseudos" auch so? Man kann nur das nachahmen, was man kennt >und was relativ leicht fällt. Obendrein kommt es drauf an, ob es >einem "liegt".

Genau so sehe ich das auch.
Die Symptome der Krankheit müssen halbwegs bekannt sein (ob als Klischee oder authentisch ist egal, solange es genug Normalos glauben) und sie müssen leicht umzusetzen sein.

Um mal beim Ritzen zu bleiben:
Schnitte sehen zwar unangenehm aus, aber wer von uns hat sich denn noch nie unabsichtlich geschnitten? Das ist jedem schonmal passiert, ob beim Rasieren oder Gemüse Schneiden. Man stirbt nicht davon und es tut auch nicht weh.
Fakt ist hierbei:
Man erzielt eine vermeintlich "große Wirkung" ohne große Unannehmlichkeiten. Perfekt!

>Ich komme ins dozieren, entschuldige.. Ich hoffe, dich nervt das >nicht zu sehr.

Nein, das tut's nicht. Ist ziemlich interessant. :)

Also könnte man sagen, dass jemand, der eine Neurose hat, merkt, dass mit IHM SELBST etwas nicht stimmt (z.B. Depressionen)?
Und der mit der Psychose glaubt stattdessen, dass DER REST DER WELT nicht "richtig funktioniert" (z.B. Paranoia)?

>Denn den Betroffenen fällt das gar nicht auf.
und
>Für sie ist es Alltag.
nehme ich jetzt mal als Stellvertreter für deine Erklärung dieses Absatzes.

Wie können die Betroffenen das nicht merken? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich meine, mit so einer Krankheit wird man doch nicht geboren. Das muss doch irgendwann mal anfangen, dass man aufwacht und sich wundert: "Oh, wo kommen die Schuhe her?" oder "Auf der Party bin ich doch gar nicht gewesen... oder?"
Sowas schleicht sich doch nicht einfach so ein?! *kopfkratz*

Merkt man nicht auch durch die Reaktionen anderer, dass etwas nicht stimmt?

Das kann ich nicht nachvollziehen. @_@

>Wenn ich dir zu viel schreibe oder so, sag es bitte.

Das ist nicht so, keine Sorge. Wenn ich was nicht verstehe, frag ich nach. ;)
Ich finde dieses Gespräch sehr interessant.



Von:   abgemeldet 21.09.2007 00:17
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Schnitte sehen zwar unangenehm aus, aber wer von uns hat sich denn noch nie unabsichtlich geschnitten? Das ist jedem schonmal passiert, ob beim Rasieren oder Gemüse Schneiden. Man stirbt nicht davon und es tut auch nicht weh.
Fakt ist hierbei:
Man erzielt eine vermeintlich "große Wirkung" ohne große Unannehmlichkeiten. Perfekt!

+hüstel+ Solange es Kratzer sind, stimme ich dir ja zu.. Nur bei Manchen (Vielen?) bleiben Narben zurück. Unter Umständen fügen sie sich sogar Wunden zu, die eigentlich genäht werden sollten.
Es ist ja relativ normal, dass man mit "harmloseren" Verletzungen anfängt. Wenn es jedoch nach und nach als Ventil eingesetzt wird (egal ob Pseudo oder nicht, denn Endorphine werden bei jedem ausgeschüttet ;)), reicht bald ein kleiner Kratzer nicht mehr aus. Ähnlich wie bei Dorgen: du brauchst mehr, mehr, mehr. In diesem Fall: mehr Schnitte, tiefere Schnitte - mehr.
Schau dir den Körper eines Betroffenen an, der seit Jahren autoaggressiv ist.. Nicht schön, gar nicht schön. Und das kann sich eben u.U. wegen der Endorphinausschüttung auch bei "Pseudos" so entwickeln. Vielleicht nicht so heftig - aber stärker dürfte es auf jeden Fall mit der Zeit werden, sofern das Sympton lange genug anhält.

Also könnte man sagen, dass jemand, der eine Neurose hat, merkt, dass mit IHM SELBST etwas nicht stimmt (z.B. Depressionen)?
Und der mit der Psychose glaubt stattdessen, dass DER REST DER WELT nicht "richtig funktioniert" (z.B. Paranoia)?

Jein.. Ich würde diese Aussage zwar nicht als falsch ansehen, aber es ist nicht genau das, was ich meinte (außer ich hab dich falsch verstanden).
Nehmen wir die paranoide Schizophrenie. Der Betroffene steht neben einem Bahnhof, ständig fahren Züge vorbei. Er ist der festen Überzeugung, Gott (oder wer auch immer) will ihm damit etwas sagen, das ist ein Signal, eine Botschaft an ihn! Es macht ihn verrückt, so schreit er: "Hör auf, ich weiß nicht, was du von mir willst, bitte hör auf!" Ein Güterzug hält an, der Betroffene denkt: "Cool. Es hat funktioniert."
Jeder "normale" Mensch, bei dem die Realitätsüberprüfung noch funktioniert weiß, dass an einem Bahnhof ständig Züge ein- und ausfahren. Ebenso weiß er, dass Züge auch öfter mal mitten auf den Gleisen anhalten müssen, weil sie z.B. noch rotes Licht haben. Bei dem Psychotiker fehlt dieses Wissen - diese Realitätsüberprüfung funktioniert nicht mehr. Sie sind der festen Überzeugung, es sind Zeichen, die nur an sie gerichtet sind. Sie kommen gar nicht auf die Idee, dass das krankhaft sein könnte.

Bei Neurotikern ist das nicht der Fall. Sie können sehr wohl einschätzen, was realistisch ist und was nicht. Sie würden in der gleichen Situation vielleicht mal kurz ähnliche Gedanken haben, dann aber den Kopf schütteln und sagen: "So ein Quatsch!" Sie bemerken nicht immer, dass sie krank sind, aber doch verspüren sie einen Leidensdruck (wie der Psychotiker aber oftmals auch). Eine Krankheit anzunehmen dauert aber in der Regel eine Weile - egal ob psychotisch oder neurotisch.

Ich weiß gerade nicht, wie ich es besser beschreiben könnte... Kannst gerne nochmal nachfragen. Hoffe auch, dass ich es gerade richtig beschreibe.


Wie können die Betroffenen das nicht merken? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich meine, mit so einer Krankheit wird man doch nicht geboren. Das muss doch irgendwann mal anfangen, dass man aufwacht und sich wundert: "Oh, wo kommen die Schuhe her?" oder "Auf der Party bin ich doch gar nicht gewesen... oder?"
Sowas schleicht sich doch nicht einfach so ein?! *kopfkratz*

Merkt man nicht auch durch die Reaktionen anderer, dass etwas nicht stimmt?

Das kann ich nicht nachvollziehen. @_@

Okay, nun wird's kompliziert... Ich muss ein wenig weiter ausholen, bis zur Entstehung einer DIS. Wohlgemerkt ist das aber nur meine Erklärung, die für mich logisch klingt und die ich mir vorstellen könnte ;).
Damit eine DIS entsteht, muss ein Kind in der frühesten Kindheit (0-3 Jahre, max. 4 Jahre alt) massive Gewalt erfahren haben, während der es Todesängste durchleidet. Das ist ein notwendiges Kriterium. Ohne schlimmste Gewalterfahrung - keine DIS.
Der zweite Faktor ist, dass das Kind niemanden hat, zu dem es gehen kann. In der Regel gibt es keine Vertrauensperson, es wird von allen ausgenutzt oder ignoriert oder geschlagen, wenn es sagt, dass es ihm nicht gut geht. Es hat keine Anlaufstelle, erfährt keinen Schutz, keine Wärme, keine Geborgenheit - es ist auf sich selbst gestellt, niemand hilft ihm.
Das sind die beiden wichtigsten Kriterien für eine DIS. Wenn beide vorhanden sind und das Kind außerdem zum dissoziieren neigt, kann es sehr gut sein, dass sich die Persönlichkeit aufspaltet.

Wieso spaltet sie sich auf?
Wenn das Kind wiedermal (in der Regel ist es nicht nur eine traumatische Erfahrung, sondern viele) Gewalt erleidet und das Gefühl hat zu sterben, dissoziiert es (=es entfernt sich von sich selbst, um das Trauma nicht zu sehr spüren zu müssen. Recht kompliziert). Das kann so weit gehen, dass es einen Teil seiner Persönlichkeit abspaltet, die "draußen" bleibt, während sich der "Rest" nach Innen zieht. So erlebt dieser abgespaltene Persönlichkeitsanteil das Trauma und nicht der Kern, der sich zurückgezogen hat und so relativ unversehrt bleibt. Und genau hier wird meiner Meinung nach der Schutz aktiv, dass die Betroffene nichts von der Aufspaltung merkt.
Damit dieser Schutzmechanismus weiterhin funktionieren kann, darf der Kern nichts von dem Trauma wissen. Denn weiß er etwas, wird er verletzt. Er muss also auch den abgespaltenen Persönlichkeitsanteil leugnen, der nun immer dann erscheinen wird, wenn es ein erneutes Trauma gibt (das werden später die sogenannten Trauma-Persönlichkeiten sein, die Erinnerungen haben). Der Kern wird sich während dessen zurückziehen und nichts mitbekommen. Damit er geschützt bleibt, muss er alles leugnen, was mit dem Trauma zusammenhängt.
Meiner Meinung nach (ich muss nochmal betonen, dass das meine private Spekulation ist ;)) ist dieser Verdrängungsmechanismus wichtig, um überleben zu können. Wie sollte eine Host (=Persönlichkeit, die den Großteil des Alltages übernimmt und in der Regel nichts von den Anderen weiß) sonst den Alltag regeln? Das System ist auf absoluten Schutz und vor Allem auf's Funktionieren ausgerichtet. Es kann u.U. unglaublich leistungsfähig sein. Dafür ist es aber notwendig, dass jeder Persönlichkeitsanteil seine Aufgabe übernimmt.
Weiß der Host also, dass es Persönlichkeitsanteile gibt, kann er daraus schließen, dass es ein Trauma gab. Dadurch wird der Schutzmechanismus (der das Trauma "erleichtern" soll) z.T. aufgehoben, dadurch wird das System in Gefahr gebracht und alles wird labiler. Aus diesem Grund erkennen Multiple - meiner Meinung nach! - sie Anzeichen nicht. Sie _dürfen_ sie auch nicht erkennen. Ansonsten wäre das ganze System in Gefahr und könnte nicht mehr richtig funktionieren.

Das ist nun aber nur meine persönliche Erklärung.. Ich weiß nicht, was die Wissenschaft dazu sagt (ich habe bisher noch nichts zu dieser Frage gelesen). Ich habe bisher nur gelesen, dass es für viele Betroffene offenbar "normal" ist und sie gar nicht auf die Idee kommen, dass das Anzeichen für eine DIS sein könnten. Sie grübeln zwar schonmal, werden Misstrauisch, aber in der Regel gehen sie diesen Gedanken nicht nach. Oftmals benötigt es (jahrelange) Therapie, bis endlich ein Fachmann die Zeichen deuten kann.
Falls dich das Thema sehr interessiert, kann ich dir nur Michaela Huber - Multiple Persönlichkeiten oder Puttman - DIS empfehlen.



Ich würde dir gerne eine Frage stellen... Wieso interessiert dich das Thema überhaupt? Es fällt oft schwer jemanden zu finden, den solche "kranken" Sachen interessieren. Der Großteil der Leute möchte ovn solchen Dingen eher nichts wissen.. -.- Darum verwundert es mich ein wenig.

Grüße :)

k.-k.
Vielleicht ist Wahnsinn
Lediglich die Betrachtung
Der Realität
Aus einem anderen Blickwinkel.
(Zitat moi)



Von:    Tosken 23.09.2007 15:14
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
>Solange es Kratzer sind, stimme ich dir ja zu.. Nur bei Manchen >(Vielen?) bleiben Narben zurück. Unter Umständen fügen sie sich >sogar Wunden zu, die eigentlich genäht werden sollten.

Ich gehe bei aufmerksamkeitsgeilen Idioten nicht von "ernsthaft Kranken" aus.
Deshalb beziehe ich mich hier auch meist nur auf die Alibi-Kratzer.

Ich kann mir gut vorstellen, dass auch diese unter den von dir genannten Umständen irgendwann zur "Sucht" führen können, aber ganz ehrlich: Mit solchen Menschen habe ich dann echt kein Mitleid.

zur DIS:

Okay, jetzt habe ich verstanden. ;) Logisch, dass die Symptome für die Betroffenen unter diesen Umständen "normal" sind.
Ich hatte mir es eher wie eine psychische Erkältung vorgestellt: Irgendwann fängt man doch an, zu niesen. ;)
Aber gut, das ist geklärt.

Ich weiß noch, ich habe mal eine Dokumentation zum Thema gesehen, in der behauptet wurde, dass eine Psychologin ihrer Patientin (unabsichtlich) eine DIS "eingeredet" hätte, weil sie von Anfang an davon ausgegangen sei, dass diese Krankheit vorliege.
Es konnte leider nicht geklärt werden, ob es nun so war oder nicht.
Das ist auch ein sehr interessanter Aspekt, wie ich finde.

>Ich würde dir gerne eine Frage stellen... Wieso interessiert >dich das Thema überhaupt? Es fällt oft schwer jemanden zu >finden, den solche "kranken" Sachen interessieren. Der Großteil >der Leute möchte ovn solchen Dingen eher nichts wissen.. -.- >Darum verwundert es mich ein wenig.

Hm, warum?
Naja, ich fand's schon immer interessant, WARUM Menschen WIE denken und handeln.
Hinzu kommt noch, dass mein Freund während seiner fachgymnasialen Ausbildung u.a. psychologisch und pädagogisch geschult wurde. Das ist auch ziemlich "praktisch". ;)

Ich denke, die meisten Leute interessieren sich nicht dafür, weil sie gerade von diesen Krankheiten abgeschreckt werden. Ist doch schon gruselig, was "im Kopf" alles falsch laufen kann. Psychische Krankheiten sind außerdem nicht so "greifbar" wie eine Grippe oder Nierenentzündung.

Ich muss gerade daran denken, wie ich im Park an einem Mann vorbei musste, der wild herumgekuckt und Selbstgespräche geführt hat. Sowas kommt einem doch viel bedrohlicher vor als jemand mit Grippe. Und wahrscheinlich verbinden die meisten die Worte "psychische Erkrankung" mit sowas.




Von:    Miiri 06.10.2007 16:23
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
also ich denke nicht das sich jeder emo ritzt.
ich finde aber das wiederum es leute gibt, die keine emos sind, die sich ritzten.
weil sie halt probleme haben.
oft sind es jugendliche die probleme haben zB. mobbing. in diesen momenten fühlt man sich leer und man weiß was man tun soll. es gibt viele die sich ritzen um zu spüren, dass sie noch leben, weil sie sich einsam, verlassen und als wäre man nichts wert ist fühlt.



Von:    Katherine_Pierce 06.10.2007 21:01
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
Avatar
 
Ich debke auch, dass nicht jeder Emo sich ritzt.
(auch wenn ich früher mal zur Ritzer-Sorte gehört hab, ist aber glücklicherweise vorbei!)
Don't try to lock me in a golden cage
I'm not a doll that you can show around
And I won't hesistate to turn the page



Von:   abgemeldet 07.10.2007 13:56
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
ich bin ein Emo und das behaupte nicht ich sondern alle meine Freunde!
Ich ritze mich nicht, sondern lache die ganze Zeit und knuddele jeden so oft wie möglich! Klar bin ich nicht immer happy drauf aber das ist normal...

Emos müssen nicht nur Röhrenjeans oder Chuks tragen - emo ist doch keine Mode! Wenn jeder, der Chuks trägt, ein Emo wär...wär jeder ein Emo>.<

Andere aus meiner Klasse müssen mich als Emo respektieren und die Vorurteilung zur Seite legen...(sonst sag ich ihn mal meine Meinung und das ziemlich schmerzhaft! ò.ó)



Von:   abgemeldet 07.10.2007 14:01
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
und noch was: Im Internet finedt man manchmal "How to be Emo"-Videos oder in Zeitschriften "HOw to be Emo"-Artikel.
Ich kleid mich jetzt als Hopper und bin dan ein echter Hopper - so leicht gehts nicht! Egal, ob du dich als Emo, Hopper, Rocker oder was weiß ich noch alles kleidest, du wirst es nicht so einfach! Emoklamotten kann man nicht einfach irgendwo kaufen, weil es die gar nicht gibt! Emo ist eine Einstellung.
z.B. Ich lese oft, dass man Emo-Klamotten in H?M kaufen kann - ich kauf mir da nie die Klamotten. Wenn ich mal shoppen gehen, bin ich NewYorker, Orsay oder anderen Läden, deren Name ich vergessen habe, und kauf mir da moderne Klamotten in Schwarz, weiß, rot oder silber.
Zuletzt geändert: 12.10.2007 16:50:38



Von:    Sashura 07.10.2007 14:17
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
>>Ritzt sich jeder emo?<<

Nein bestimmt nicht!! Ich bin zwar kein "emo" aber ich hab auch manchmal so fasen wo ich ganz in schwarz mit viel kajal und so durch die welt schlurfe und mich frage warum die ganze stadt von heute auf morgen grau geworden ist... *drop*
Ich denk das liegt echt teilweise an den hormonen und ich sehe ritzen nicht als hobby sondern als
1. ich-will-unbedingt-bemerkt-und-bemitleidet-werden-Ruf
oder als
2. mir-gehts-echt-voll-scheiße-und-ich-bin-total-am-ende-HILFERUF

das kommt ganz auf die person an...
wenn ich down bin, dann hör ich ganz viel Linkin Park, My Chemical Romance und so was halt...
Das hilft!! ^___°
Zuletzt geändert: 07.10.2007 14:19:01



Von:   abgemeldet 07.10.2007 16:56
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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> 1. ich-will-unbedingt-bemerkt-und-bemitleidet-werden-Ruf
> oder als
> 2. mir-gehts-echt-voll-scheiße-und-ich-bin-total-am-ende-HILFERUF

Lol.
Schonmal daran gedacht, dass das beides so gut wie dasselbe ist?
ADS; oder nicht ADS, jedenfalls will man Aufmerksamkeit - und das erreicht man auf diese Weise vielleicht; aber nur falsche Aufmerksamkeit. Aber naja, der neue Trend ist es ja, so um Aufmerksamkeit zu betteln, also bitte, Anpassung kann ja jeder gut leiden.


SVV - Selbstverletztendes Verhalten - ist etwas ganz anderes.
Wirkliche SSVler verletzen sich nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern weil es ihnen danach *besser* geht, auf eine Art und Weise.. natürlich hilft das auf die Dauer auch nicht; Aber ich will jetzt nicht abschweifen.

Dieses Trend/Mode-Ritzen kotzt mich an.
Es macht am Ende auch die Leute lächerlich, die richtige Probleme haben und es niemandem zeigen (können).
I wish my lawn was Emo, so it would cut itself.



Von:    Mopsbacke 08.10.2007 00:25
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Ich kenn genug Leut, die sich ritzen, um es dann jedem zweiten zu zeigen, dem sie begegnen, nur um zu zeigen wie 'cool' sie sind.

Und Emos können sich nicht ritzen, weil Emo eine Musikrichtung ist, und keine Person!
*kopf @ tisch*
Und nein - nicht jeder, der Emotional Hardcore hört, ritzt sich, weil das nur ein Vorurteil ist, wie man es tausendfach in dieser Welt antrifft.
Ist das also wirklich ein Thread wert...? Nein.
This is not a good bye...
...this is the kiss before you die. <3

バカラ バカラ バカ ダ ダ ダ
Die Ärzte - Kujira wo Sukue



Von:   abgemeldet 08.10.2007 14:04
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Und du rollst nur auf, was ein paar Leute schon vor dir gesagt haben~..
I wish my lawn was Emo, so it would cut itself.



Von:   abgemeldet 10.10.2007 17:45
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
Nöö.Es ritzen sich nich alle,zum Beispiel ich ritze mich nicht o.O
Außerdem isses jedem seine Angelegenheit finde ich,oder etwa nicht ?
Außer man schreibt überall hin: Ich ritze mich,ich bin ein Emo.
Damit will man nur Aufmerksamkeit erhaschen,sowas finde ich richtig bescheuert -,-
Friends ?? Love ya x3

Emos are the best !!

KH is my Life xD



Von:   abgemeldet 12.10.2007 16:59
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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ich-will-unbedingt-bemerkt-und-bemitleidet-werden-Ruf und mir-gehts-echt-voll-scheiße-und-ich-bin-total-am-ende-HILFERUF ust, meiner Meinung nach nicht das gleiche.
Eine alte Freundin von mir hat sich in der Schule geritz, nachdem sie eine 6 in englisch geschrieben hat. Jeder hat sich Sorgen gemacht - außer mir^^' ich gab ihr sogar mein Zirkel zum Ritzen , der dann aber von irgendeinen klassenkamerad weggenomen wurde. Er oder sie sagte zu mir "Bist du bescheurt? Sie ewill sich ritzen!"
meiner Meinung nach wollte sie nur Aufmerksamkeit-.-...sie hat sich am Ende doch nicht umgebracht, sondern nur oberflächlich gekratz und die Wunden waren nach einer Woche, glaub ich, verheilt.
Ich hätte anders gehandelt, wenn vor ihren Auge ihre Eltern gestorben wären, weil es ein großer Schock ist und man dann emfindlich ist (außer man liebt seine Eltern nicht oder hat sie selbst umgebracht >.<')

und...eigentlich ist ritzen nicht schlimmes. Für viele Leute, die das jeden Tag tun, ist es eine Sucht, die ihre Probleme vergessen lässt. Genauso wir Zigareten. Oder Alk. Oder Drogen. Oder schokolade xD
Jeder Mensch entscheidet selber, was er machen will. Es gibt immer mindestens 2 Möglichkeiten. Es ist seine Wahl. Wenn er dann stirbt ist es traurig aber er wollte es doch selber...^^'...
Don't cry, say "Fuck You" ans smile!



Von:    itsactuallyanne 15.10.2007 01:27
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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ich frag mich echt was jeder immer mit Emos und ritzen hat...
ich meine...genau so wie es Emos gibt die sich nicht ritzen gibt es auch Leute die sich ritzen aber keine Emos sind...ob nun wegen Aufmerksamkeit oder wirklichen Problemen sei dahingestellt...

in meinen Augen ist Emo immer noch eine Musikrichtung die einen eigenen Klamottenstyle mit sich gebracht hat...keine Gruppe von depressiven Tennagern die den ganzen Tag in einem dunklen Zimmer sitzen, sich die Arme aufschlitzen und gelegentlich ein paar Fotos für ihre Myspaceseite machen -___-...ist doch alles Schwachsinn
x♥x♥x hâvè ýôù évêr bèén âlònê ín â cròwdêd ròóm ? x♥x♥x
--------------------------------------------------------
サスケ ♥ ナルト because hate is love
Zuletzt geändert: 16.10.2007 01:00:57



Von:    Qielli 17.10.2007 01:51
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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> ritsen is doch kein hobby!!!!!!!!!!
> so was machen meist leute mitschlimmen problemen.


Oder Problemen die total Welt-unbewegend sind und eigendlich belanglos zu sein scheinen, aber die Person will/ muss ja auf sich aufmerksam machen, also ritrzt sie sich. Mit der Ausrede ihre Schmerzen dadurch zu verringern...
kenne einige solcher Leute und sie gehen mir auf den Geist.
Ernst nehmen kann ich solche Menschen nicht....
Alk ist keine Lösung und Selbstverstümmelung erst recht nicht.

Zu der Emo-sache.
kenne viele aber keinen der sich ritzt!
私は天使であるべきでな
~~~~~~~~...~~~~~~~~
"ich bin eine DIVA"
Zuletzt geändert: 17.10.2007 01:55:12



Von:    Regenstaub 19.10.2007 15:52
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
Meine Fresse, jetzt ist aber mal gut hier! Nicht jeder, der sich ritzt ist sofort ein Emo! Menschen, die ein Problem haben und nicht "Dumm" sind, ritzten sich, weil sie wissen wollen, ob sie überhaupt noch leben oder nicht. Beispielsweise kommt das bei Opfern einer Vergewaltigung vor. Man kann doch nicht sagen, dass diese Menschen dumm sind, weil ihnen etwas schlimmes passiert ist!

Einer aus meiner Schule wird "Emo" genannt weil er sich ritzt. Wo bitte liegt hier die Logik.
Oh, und es wird noch lustiger: ICH werde seit neustem Emo genannt, weil ich gesagt habe, dass es unrecht ist zu sagen, dass sich alle emos ritzten und alle Punks rechtsradikal sind!

Hallo???! Es ist das 21. Jahrhundert!!!! Der zweite Weltkrieg ist vorbei! Homosexuelle dürfen heiraten, also hört doch endlich mal mit diesen verdammten Vorurteilen auf!
Wenn man keine Ahung hat sollte man einfach mal die Klappe halten.
Kann ja sein, dass da irgendwo ein paar Möchtegernemos rumrennen, die sich ritzen und denken, weil sie ein schweißband mit nem Totenkopf tragen, sie total emo sind. Aber die meine ich nicht -.-

Und wenn jemand ein problem hat dann sollte man nicht noch mehr auf ihm herumtrampeln. Seid ihr Menschen oder Monster?! Wieso auch fragen, ob man helfen kann, lieber die leichere Variante; auf ihn einprügeln, bis er nicht mehr kann! http://animexx.onlinewelten.com/forum/icons/12.gif




Von:    Ryourin 19.10.2007 16:46
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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> Menschen, die ein Problem haben und nicht "Dumm" sind, ritzten sich, weil sie wissen wollen, ob sie überhaupt noch leben

Ohhh! Du kannst also in den Kopf eines jeden Ritzers hineinsehen...!

> Man kann doch nicht sagen, dass diese Menschen dumm sind, weil ihnen etwas schlimmes passiert ist!

Darum geht es nicht, Du Genie. Sondern um Menschen, die sich damit PROFILIEREN, daß sie sich selbst verletzen, es öffentlich anprangern, damit angeben und Mitleid erheucheln wollen.


> Oh, und es wird noch lustiger: ICH werde seit neustem Emo genannt, weil ich gesagt habe, dass es unrecht ist zu sagen, dass sich alle emos ritzten und alle Punks rechtsradikal sind!

Du Arme. ):

> Wenn man keine Ahung hat sollte man einfach mal die Klappe halten.

Stimmt.
...ich sage nichts weiter, aber man kann es sich denken, nicht?

> Seid ihr Menschen oder Monster?!

Monster. Mit Leib, Seele und hellster Freude!
Entweder man lebt oder man ist konsequent. – Erich Kästner



Von:   abgemeldet 19.10.2007 19:52
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Genau das ist es ja.
Wenn man jeder weiß, dass man ritzt, hat man entweder zu viele Freunde, mit denen man über alles redet(!!), oder zeigt gerne öffentlich, wie schlimm und tragisch das eigene Leben doch ist.

Leute, die sich aus ernsten Beweggründen selbst verletzen (s.g. SVV btw.), werden das garantiert verstecken und nicht einfach so jedem zeigen..
I wish my lawn was Emo, so it would cut itself.



Von:   abgemeldet 20.10.2007 15:41
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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> Hi ich habe eine umfrage : Ritzt sich jeder emo? ich denke nich -.-
> das meint echt jeder das die emo´s sich ritzen ich bin gespannt was ihr dazu meint...

Na ja, ich glaube auch nicht, dass jeder Emo sich ritzt. Es gibt Menschen, die sich ritzen, weil es dafür echt ernste Gründe gibt und die, die ich kenne, sehen von außen teilweise nicht gerade wie Emos aus.

> Also schreibt hier einfach mal rein was ihr dazu meint.

Abgesehen davon wird man schon als Emo abgestempelt, wenn man ein paar düstere Gedanken hat, Vans trägt oder sich ganz in schwarz kleidet. Oberflächliche Welt halt -_-...

http://forever-hide.chapso.de/

Meine Rechtschreibefehler sind absichtlich- sie dienen der allgemeinen Unterhaltung der Gesellschaft...

http://kysatohe.chapso.de/



Von:   abgemeldet 27.10.2007 14:48
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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Soooo ein Scheiß.. Echt mal. Ich kenne viele "Emos" und hör selber Emocore und Screamo und ritze mich nicht oder hab ständig Selbstmordgedanken.
Dieser ganze Scheiß, der ständig verbreitet wird ist wirklich schrecklich und vor allem wissen die meisten nicht mal etwas damit anzufangen und "beschimpfen" plötzlich jeden als Emo, weil er schwarze Haare hat und wie oben genannt Vans trägt und Co.
Wer definiert das eig.? Ich meine heute ist Stil und Lebensgefühl zwei verschiedene Dinge. Ich kann Schlager hören und mich emo kleiden (obwohl die Frage ist was sind "Emoklamotten"?)

Also alles Schwachsinn.. Und man darf alles sein hauptsache man ist glücklich und fühlt sich gut



Music is my boyfriend

Sei mutig und Lebe
Sterben ist feige!!




Von:    shi_swallow 27.10.2007 19:44
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
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ich bin scene kid das is die weiter entwicklung von emo und nur die kleinen pseudos sind so dumm und rizzen sich
schilu



Von:   abgemeldet 31.10.2007 15:47
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
Ich hatte jetzt nicht die kraft dazu, mir alles durchzulesen.
Dafür, dass manche dieses Thema am Anfang doof fanden, ist hier wohl ne menge zu Stande gekommen.


Emo (emotional Hardcore) bezeichnet ursprünglich ein Subgenre des Hardcore-Punk, auch Emocore genannt, das sich durch das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer sowie durch die Beschäftigung mit persönlichen Themen wie Liebe und Freundschaft auszeichnet.

Genau darauf basiert wohl auch der Gedanke des menschlichen "Emo"!

Leute, die viel mit Empotionen und Gefühlen zu tun haben und sich oft davon zu Taten verleiten lassen. Wie zum Beispiel, beim Trennungsschmerz ritzen, wie man das erzählt.
Manche empfinden das nur noch für Mode. Sie machen sichdie Haare und zeihen sich an wie ein Emo.... Das ist mit dem Ritzen eines der größten Klishees bei den Emos

Aus unserer Schule die, meinen, Emo würde "emotionales Mobbingopfer" bedeuten. Das ist jedoch sicher nicht die Wahrheit.

Wahrscheinlich bezeichnen sich die Emo's selbst nicht als Emo's. Die Leute außerhalb bezeichneten die Extremfälle, also die Ritzer, als Emo's.
Daher kam das mit dem ganzen Depri-Gehabe. In wirklichkeit, können Emo's sicher auch glücklich sein und ihr Glück auf auffälige Art und Weise vorführen.

Doch so hat es sich nun mal eingebürgert.

Manche bezeichnen sogar jemanden, der sich einmal geritzt hat, als Emo.

Ursprünglich, wie in diesem Thread wohl schon erwähnt, war die Bezeichnung Emo, wahrscheinlich an Fans dieser Musikrichtung gewendet.





Von:   abgemeldet 02.11.2007 13:25
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
Avatar
 
> Emo (emotional Hardcore) bezeichnet ursprünglich ein Subgenre des Hardcore-Punk, auch Emocore genannt, das sich durch das stärkere Betonen von Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer sowie durch die Beschäftigung mit persönlichen Themen wie Liebe und Freundschaft auszeichnet.

Ohh! Wunderschön von wikipedia kopiert. (:

Hast du überhaupt ne Ahnung, was du laberst?
Ne direkte 'Personifikation' vom Musikstil gibt es nicht, wird es nie geben.. das ist einfach nur falsch.
Emocore beschreibt die Musik; nicht die Einstellung der Menschen..
("Emotionale Einstellung" - was für nen Schwachsinn. Jeder Mensch hat Gefühle; und das hängt nicht davon ab, ob man "Emo ist" [richtig wäre: Emocore hört] oder nicht, die zu zeigen..)

.. achja:

> ich bin scene kid das is die weiter entwicklung von emo und nur die kleinen pseudos sind so dumm und rizzen sich

ROFL!
Scene kid ist die Weiterentwicklung von Emo.
...
Oh, Emo entwickelt sich! Dumdumdumdumdum; Emo wurde zu Scene Kid. Scene Kid einen Spitznamen geben?
.. Grow up, kiddo. Das Scene kannste weglassen, wenn du dich einer Gruppierung unterordnest, bei dir reicht das "Kid".
I wish my lawn was Emo, so it would cut itself.
Zuletzt geändert: 02.11.2007 13:27:03



Von:    Watashi-San 02.11.2007 13:29
Betreff: Vorurteil: Nicht Jeder Emo ritzt sich!!! [Antworten]
Avatar
 
> Ohh! Wunderschön von wikipedia kopiert. (:
>
> Hast du überhaupt ne Ahnung, was du laberst?
> Ne direkte 'Personifikation' vom Musikstil gibt es nicht, wird es nie geben.. das ist einfach nur falsch.

LOL
Das ist ja ganz was neues.
Bestes Gegenbeispiel läuft hier überall rum
Nennt sich Visual Kei

http://animexx.onlinewelten.com/community.php/go-zirkel
Con-Hopper und Dauerhelfer in den Bereichen Licht- und Bühnentechnik sowie Waffencheck
Nimm das Leben nicht so ernst - Du kommst am Ende doch nicht lebend davon


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