FBI
@KaitoDC: Nun, ich hoffe, dass dir die nächsten Kapitel gefallen^^ Und ich hoffe, du hast Spaß beim Lesen.
@kiss: Schön, dass es dir gefällt. In nächster Zeit werden die Kapitel auch wieder häufiger hochgeladen, aber der zurückliegende Urlaub hat mich am Schreiben gehindert^^° Ich hoffe, du kannst das verzeihen ;)
@moonlight_dragon: Oh, mir gefällt es durchaus, wenn man mir sagt, dass einem das Geschriebene gefällt^^ Wem nicht? Ich mag die FBI-Agenten auch, deswegen tauchen sie ja auch auf :)
Nervös spielte Kaito mit seinem Schlüsselanhänger in seiner Jackentasche. Ein kurzer Blick auf die Uhr versicherte ihm, dass noch fünf Minuten bis zum Treffen Zeit blieben. Die Aussichtsplattform des Tokyo Towers war mittelmäßig besucht. Er ließ seinen Blick nochmals über die Anwesenden gleiten. Mit ihm waren es insgesamt dreizehn Personen, die einen Überblick über die nächtliche Stadt hatten.
Ein flaues Gefühl machte sich in Kaitos Magen breit. Ihm war schlecht. Vor einem Raubzug war er zwar immer aufgeregt, aber nie so nervös. Es war eher eine freudige Erregung, doch was er jetzt verspürte war richtiggehend Angst.
Kaito sah erneut auf die Uhr. Es blieben nur noch drei Minuten. Um sich zu beruhigen atmete er tief durch und bemühte sich um sein Pokerface. Sie durften seine Angst nicht spüren, auch wenn er sich vorstellen konnte, dass sich diese Männer ihrer Ausstrahlung auch so bewusst waren. Besonders dieser Blonde mit den langen Haaren war ihm unheimlich.
Er schluckte, als er sie entdeckte. Ganz in Schwarz gekleidet kamen sie auf ihn zu. Kaito schluckte, wich aber nicht zurück.
„Dir scheint tatsächlich etwas an deiner Mutter zu liegen“, sagte der dicke Mann und grinste. Dafür erntete er einen missbilligenden Blick seines Partners, der ihn zusammenzucken ließ. Kaito folgerte, dass der Blonde das Sagen hatte und konzentrierte sich auf diesen.
„Es ist gut, dass du gekommen bist“, sagte der Blonde. Kaito beobachtete, wie er eine Zigarette anzündete.
„Ich hatte nicht wirklich die Wahl oder?“, es klang fast trotzig und er biss sich sofort auf die Zunge. Diese Männer sollte er nicht reizen.
„Oh, man hat immer die Wahl.“
Kaito schwieg und ballte seine Hände in den Taschen. Dann zwang er sich dazu sie zu entkrampfen. Er musste schnell reagieren können, wenn er sich verteidigen musste. Nicht umsonst hatte er immer einen Teil seiner Ausrüstung dabei.
„Ich würde dir raten, keinerlei Tricks zu versuchen. Könnte schmerzhaft werden“, der Dicke holte eine Schusswaffe hervor und hielt sie so bedeckt, dass ihr Lauf auf Kaito zielte, ohne von den anderen Anwesenden entdeckt zu werden.
„Kommen wir zum Geschäft“, der Blonde nahm die abgebrannte Kippe in die Hand und schnipste sie über das Geländer, „Kaitou Kid kommt überall rein. Nicht wahr?“
Die Frage klang spöttisch, aber Kaito behielt seine Maske bei. Er durfte sich nicht provozieren lassen.
„Was wollen Sie?“, startete er die Gegenoffensive.
„Es ist nur ein kleiner Raubzug, nichts weiter. Ein Diebstahl, der dir und deiner Mutter die Sicherheit erkauft.“
Verwirrt runzelte er die Stirn: „Was will jemand wie Sie mit Juwelen?“
„Wir verlangen etwas wichtigeres als jämmerliche Klunker“, der Mann griff in seine Manteltasche und holte dann einen kleinen Zettel hervor, „dort wirst du uns etwas beschaffen.“
Kaito sah auf den Zettel. Es war eine Adresse. Er kannte das Viertel. Dort lag das Polizeihauptquartier Tokyos. Kaito schnappte nach Luft, als er die erste Zeile las. Diese Adresse führte zum japanischen Stützpunkt des Federal Bureau of Investigations!
„Das FBI?“, keuchte er.
„Du erfährst bald näheres“, die Männer drehten sich um und gingen. Nachdem sich die Fahrstuhltüren hinter den beiden geschlossen hatten, sank Kaito zu Boden. Die Anspannung fiel von ihm ab. Gott, diese Männer waren schrecklich. Ihre Nähe ließ ihn richtig frösteln und dieser Blonde hatte einen Blick drauf. Selbst der Teufel konnte nicht so schlimm sein.
Kaito lehnte sich mit dem Rücken an das Geländer und starrte nach oben. Es war noch vollständig dunkel und der Himmel war wolkenverhangen. Er saß einfach nur da und starrte in den Abendhimmel, zwang sich, den Kopf freizuhaben, an nichts zu denken.
Nach einer Weile richtete er sich wieder auf und holte den Zettel hervor. Das FBI... Was wollten diese Männer vom FBI? Wenn sie mit der amerikanischen Polizei im Clinch lagen, dann war da auf jeden Fall etwas faul. Kein Wunder, dass sein Vater sich damals geweigert hatte, mit diesen Männern zusammenzuarbeiten. Aber es war zu spät für ihn auszusteigen. Er konnte das Leben seiner Mutter nicht riskieren.
Kaito sah noch einmal über die Stadt und verließ dann den Tokyo Tower.
Nach einer unruhigen Nacht schleppte sich Kaito am nächsten Morgen zur Schule. Seine Träume waren voll von schwarzen Gestalten gewesen. Sie hatten ihn gejagt, über die Dächer der Stadt und dann waren plötzlich Blaulichter aufgetaucht. Dann war alles miteinander verschwommen und er war aufgewacht von dem ohrenbetäubenden Weckerklingeln.
Also saß er jetzt in der Schule und ließ den Unterricht an sich vorbeifliegen. Er konnte sich nicht richtig konzentrieren, denn ihm schwirrten die Gedanken. Wie sollte er beim FBI einbrechen? Das war doch Irrsinn, da konnte er sich auch gleich freiwillig stellen!
Der Lehrer achtete gar nicht darauf, ob seine Schüler aufpassten, also fiel Kaitos geistige Abwesenheit nicht weiter auf. Normalerweise würde er jetzt irgendeinen Streich spielen, aber er hatte keine Lust. Aoko war nicht da, um ihn zu jagen und dieser Gedanke machte ihn traurig. Sie war wegen ihm gestorben. Genau wie Jii. Und deswegen nahm er sich vor, würde er seine Mutter um jeden Preis beschützen!
Kaito versuchte seine ganze Aufmerksamkeit nach vorn zu lenken, nur um zu bemerken, dass ihn das Thema langweilte. Also griff er in seine Schultasche. Dort hatte er immer ein Buch parat, falls Langeweile eintreten sollte oder er sich von trüben Gedanken ablenken wollte wie jetzt.
Kaito stutzte, als er etwas griff, was dort eindeutig nicht hingehörte. Er beugte sich zu seiner Tasche hinunter und sah nach. Eine Brieftasche, die definitiv nicht ihm gehörte. Dann fiel es ihm ein. Das war das Portemonnaie von diesem Typen mit dem Giftblick.
Kaito legte das Objekt vor sich auf den Tisch und untersuchte es. Irgendwo musste da drin doch ein Hinweis auf die Identität des Mannes sein. Und den gab es. Wenige Augenblicke später starrte Kaito auf einen Dienstausweis des FBIs.
„Das ist nicht wahr“, hauchte er entsetzt und schreckte auf, als er eine Stimme hörte: „Kuroba, hast du etwas zum Unterricht beizutragen?“
„Nein!“, antwortete der schnell und schaffte den Ausweis aus dem Blickfeld des Lehrers. Der sah ihn nur mit einer hochgezogenen Augenbraue an und setzte dann seinen Monolog fort.
Kaito starrte auf das Passbild. Er musste die Brieftasche zurückbringen und bei der Gelegenheit konnte er einen Blick auf das FBI-Gebäude werfen. Hauptsache er begegnete diesem komischen Typen der nicht. Der war so arrogant, mit dem konnte sich selbst Hakuba nicht messen.
Kaito steckte die Brieftasche wieder zurück in seine Tasche und machte sich nach Schulschluss direkt auf dem Weg zum FBI-Gebäude. Es stand nur eine Viertelstunde Fußweg vom Polizeihauptquartier entfernt. Kaito zögerte, bevor er das graue Haus betrat. Er wusste nicht, ob man als einfacher Bürger hier einfach reinkonnte ohne gleich beleuchtet zu werden.
„Kann ich dir helfen?“, die Stimme hatte einen starken Akzent. Verwundert drehte sich Kaito sich um und erblickte eine blonde Frau mit hellen blauen Augen.
„Ähm... ich muss etwas abgeben“, brachte er hervor.
„Na, dann komm mit“, sie lächelte ihn freundlich an und zog ihn dann gleich hinter sich her. Kaito konnte sie nur anstarren. Diese Frau hatte eine sehr offene Art. Im Eingangsbereich führte sie ihn zu einem Tresen, an dem zwei Männer Bildschirme überwachten. Einer von ihnen sah auf und grüßte die Frau: „Guten Tag, Miss Saintemillion.“
Die Frau nickte und sah dann zu Kaito: „Was musst du denn abgeben?“
Er holte schnell die Brieftasche hervor: „Die hab ich gefunden.“
Die Blonde sah ihn überrascht an, dann sah sie erfreut zu den Männern: „Ruft Akai an und sagt ihm, er soll herkommen.“
Die Männer nickten und tätigten den nötigen Anruf. Die Frau hingegen drehte sich wieder zu ihm: „Er wird sich freuen, dass du seine Brieftasche gefunden hast.“
Wenige Augenblicke später kam der schwarzhaarige Mann in das Foyer: „Du wolltest mich sprechen, Jodie?“
Er klang als wäre er bei etwas gestört worden und sah ziemlich sauer aus. Aber Kaito fand, dass der Typ wohl immer so aussah.
„Der Junge hat dein Portemonnaie und deinen Ausweis gefunden.“
Akais Blick wanderte zu ihm: „Du?“
Kaito starrte herausfordernd zurück: „Ja, ich. Hier“, er warf ihm die Brieftasche zu. Akai sah sie kurz an und sah dann nach.
„Ich habe nichts gestohlen“, meinte Kaito ein wenig gekränkt.
„Das kann ich mir bei so einem lieben Jungen auch nicht vorstellen“, sagte Jodie, legte einen Arm um ihn und sah dann zu ihrem Kollegen: „Wie wäre es, wenn du dich bei dem Jungen bedankst?“
Akai seufzte: „Danke für’s bringen.“
„Brich dir nichts ab“, murrte Kaito und erntete ein Lachen von der Blonden.
„Du gefällst mir“, sie wuschelte ihm durch die Haare. Schnell löste sich Kaito von ihr und versuchte seine Frisur zu richten.
„Ich geh dann“, sagte er und wollte wirklich gehen, stieß aber, als er sich umdrehte, gegen einen festen Körper.
„Au!“, sagten sie gleichzeitig und sahen sich an. Sein Gegenüber starrte ihn verwundert an: „Dich kenn ich doch.“
Kaito starrte in ein gebräuntes Gesicht. Vor ihm stand Heiji Hattori.