Hausbesuch
@Yurii-chan: Tja, Kaito trifft nicht nur auf Heiji, es kommt noch viel schlimmer^^ Ich hoffe, es gefällt dir auch weiterhin.
@moonlight_dragon: Es hat ein bisschen gedauert mit dem neuen Kapitel^^° Aber ich werde mich bemühen, schnell weiterzuschreiben. Die Ideen sind schon auf dem Stichpunktzettel...
@kiss: Ich habe so schnell hochgeladen wie es ging, auch wenn es in diesem Fall sehr langsam war. Aber ich bemühe mich, das Tempo anzuziehen.
@KaitoDC: Tja, in diesem Fall muss Kaitou Kid Wunder wohl möglich machen. Vielleicht überschätzen sie ihn ja auch... wer weiß, was in diesen kranken Köpfen vor sich geht^^ Ähm, vielleicht ist es nicht so rüber gekommen, aber auf dem Zettel stand, dass es das FBI-Gebäude ist. So in der Art: FBI-Außenzentrale etc. Hab ich vielleicht ein bisschen blöd beschrieben.
Gab es wirklich jemanden dort oben, der ihn nicht leiden konnte? Kaito erhob sich und klopfte sich den Staub von den Hosen. Dann sah er wieder zu Heiji und erstarrte. Das war ein Fluch, definitiv, denn neben Heiji stand Shinichi Kudo, der seinen Freund gerade aufzog.
„Hey, Alter, alles in Ordnung?“. Wandte sich Heiji ihm zu. Kaito nickte: „Mach beim nächsten Mal einfach die Augen auf.“
Heiji hob eine Braue: „Wie wär’s, wenn du beim nächsten Mal aufpasst?“
„Ich habe mich gerade umgedreht. Ich konnte dich gar nicht sehen, aber du bist uns entgegengekommen. Kannst du mir dann sagen wie ich dich hätte sehen sollen?“
Verlegen lachte Heiji: „Hast recht, sorry.“
Jodie sah Kaito verwundert an: „So ein scharfer Verstand. Sag bloß du bist auch ein Detektiv.“
„Ich? Garantiert nicht“, wehrte Kaito ab, „mit Detektiven kann ich nicht viel anfangen.“
„Ach, warum nicht?“, fragte Heiji.
Kaito hob nur eine Augenbraue: „Ihr seid mir zu logisch. Alles müsst ihr erklären, dabei habt ihr keinen Funken Kreativität.“
„Na, aber um die Fälle zu lösen, braucht man doch eine gewisse Kreativität oder nicht?“, fragte Jodie vermittelnd, doch Kaito schüttelte entschieden den Kopf: „Die Kreativität beweist ja der Täter. Die Detektive lesen nur in den Hinweisen.“
„Du scheinst uns wirklich nicht sonderlich zu mögen“, sagte Heiji und klang dabei ein wenig verletzt. Der Braunhaarige zuckte mit den Schultern: „Wenn dir jeden Tag ein Detektiv im Nacken sitzt, würdest du auch anders darüber denken.“
„Ach, kennst du einen?“
„Saguru Hakuba klebt an mir wie die Motte am Licht“, seufzte Kaito und zu seiner Verwunderung verdunkelte sich Heijis Gesicht bei der Erwähnung des Namens.
„Ich kann den Kerl auch nicht ausstehen.“
Jodie sah die beiden verwundert an: „Wer ist denn dieser Hakuba?“
„Ein Oberschuldetektiv, der in meine Klasse geht.“
„Bei euch in Japan scheint es von Schuldetektiven nur zu wimmeln“, meinte Akai und Kaito sah ihn stirnrunzelnd an: „Sie leben nicht in Japan.“
„Ich wüsste nicht, dass dich das etwas angeht.“
„Es war nur eine Frage“, Kaito wandte sich ab, „kein Grund, so gereizt zu reagieren. Ich wollte sowieso gehen.“
Er trat an Shinichi vorbei, doch ein lautes „Stop!“ ließ ihn sofort halten. Fragend sah er zu Jodie: „Was ist denn?“
Diese musterte die beiden Jungen und auch Heiji, der ihre Blicke bemerkt hatte, betrachtete sie nachdenklich. Kaito ahnte schon, was gleich kam.
„Seid ihr beiden verwandt, Kudo?“, fragte Heiji und starrte sie intensiv an.
„Nicht, dass ich wüsste.“
„Wie heißt du eigentlich?“, Jodie sah zu Kaito.
„Kaito Kuroba.“
„Der Name kommt mir bekannt vor“, murmelte sie und rieb sich nachdenklich das Kinn. Akais Augen blitzten auf und er sah Kaito durchdringend an: „Bist du zufällig verwandt mit Toichi Kuroba?“
„Er war mein Vater.“
„Was?“, rief Jodie aufgeregt und sah bedachte den Teenager mit bewundernden Blicken, „Der Toichi Kuroba war dein Vater? Hast du auch was von ihm gelernt?“
Verlegen kratzte sich Kaito am Kopf: „Nur eine Kleinigkeit.“
Eine kleine Rauchwolke entstand und mit einem Knall erschien ein großer Blumenstrauß in seiner Hand: „Ich hoffe, der gefällt Ihnen.“
„Oh, das ist wundervoll!“, Jodie betrachtete die Blumen und roch daran, dann sah sie ihn an, „Wie hast du das gemacht?“
Lächelnd hob Kaito den Zeigefinger: „Ein Magier verrät seine Tricks nicht.“
„Nur einen kleinen Tipp?“, bettelte sie, doch Kaito schüttelte den Kopf: „Nein. Kein Magier wird Ihnen jemals seine Magie verraten.“
Shinichi lachte: „Vermutlich hat er den Blumenstrauß aus der Vase neben dem Tresen.“
„Du meinst den dort?“, fragte Kaito und deutete hinter seinen Rücken. Dort stand ein beiges Gefäß mit einem Sonnenblumenstrauß. Verwirrt sah Shinichi ihn an: „Wie hast du das gemacht?“
„Du bist der Detektiv, finde es heraus!“, dann drehte er sich um, „Ich gehe dann.“
Nachdem Kaito durch die Glastüren verschwunden war, legte sich eine kurze Stille über die Anwesenden, die von Heiji gebrochen wurde: „Komischer Kerl, aber irgendwie witzig.“
„Seltsamer Zufall“, murmelte Akai und die drei sahen ihn fragend an.
„Was meinst du?“
„Hast du nicht gehört, wer sein Vater war?“, Akai wandte sich um und ging zu den Fahrstühlen. Die anderen folgten ihm.
„Doch“, meinte Jodie und betrachtete den Blumenstrauß, „Toichi Kuroba. Er soll einer der besten Magier der Welt gewesen, bevor er gestorben ist.“
„Eben“, antwortete der Schwarzhaarige, „das ist doch seltsam oder nicht.“
„Ich verstehe nicht ganz“, die Verwirrung war ihr immer noch anzusehen, doch Shinichi klärte sie auf: „Chris Vinyard hatte bei ihm Unterricht. Das hat mir meine Mutter erzählt. Die beiden wollten sich auf ihre Rollen vorbereiten und hatten Kuroba um Hilfe gebeten, weil der ein Meister der Verkleidung war.“
„Oh!“, Jodies Gesicht hellte sich auf.
„Aber sein Sohn wird ja wohl kaum mit ihr unter einer Decke stecken oder?“, fragte Heiji zweifelnd, „Ich meine, mehr ist da ja nicht. Sie hat Kuroba mal gekannt.“
„Genau“, antwortete Shinichi, „sie kannte jemanden, der problemlos in jeder erdenkliche Rolle schlüpfen konnte. Angeblich war er auch ein guter Stimmenimitator.“
Der Groschen fiel und trotzdem sah Heiji noch wenig überzeugt aus: „Gut, wir wissen, woher Wermut ihre Fertigkeiten herhat, aber das hilft uns nicht wirklich weiter.“
„Vielleicht doch“, sagte Akai, „vielleicht hat Kuroba ja Unterlagen über seine Schüler. Es wäre auf jeden Fall Wert das rauszufinden. Und wir müssen in Erfahrung bringen, inwiefern seine Familie davon wusste. Wenn die Organisation plötzlich beschließt, dass es keine Spuren mehr geben darf, dann sind seine Witwe und der Junge in Gefahr.“
„Vielleicht sollten wir mal mit ihnen sprechen“, schlug Jodie vor, „am besten so schnell wie möglich.“
„Am besten gleich“, murrte Akai und schloss sein Büro auf, dann schnappte er sich seine Jacke und die Autoschlüssel, „wenn der Junge nicht da ist. Zeugen reden mehr, wenn sie allein sind.“
Die Jungen stimmten zu, doch Jodie schalt ihn: „Dann vergiss aber nicht, dass es wirklich Zeugen sind. Du gehst da immer gleich ran als wären es mögliche Verdächtige.“
Akai rollte mit den Augen und sah sie dann mit gehobener Braue an: „Willst du nicht die Blumen in eine Vase stellen.“
„Oh, ja. Du hast Recht. Geht schon mal vor“, die Blonde lief zu ihrem eigenen Büro und die Männer machten sich auf den Weg.
„Kennt deine Mutter die Adresse von Kuroba noch?“, fragte Heiji, doch Shinichi war ihm zuvor gekommen und hatte schon durchgeklingelt. Während die drei ins Auto stiegen, bemerkten sie nicht, dass Kaito in der Baumkrone auf dem Parkplatz saß und den Kopfhörer aus dem Ohr nahm. Es war doch gut gewesen, eine Wanze in dem Strauß zu verstecken.
Als die Blonde Frau auch eingestiegen und der Wagen weggefahren war, sprang er auf den Boden. Er konnte sowieso nicht verhindern, dass diese Typen vor ihm bei seiner Mutter ankamen, aber er würde sich sofort auf den Weg machen.
Kaito wusste nicht, was Chris Vinyard mit diesen Typen zu tun hatte, schließlich war diese schon tot und er hatte auch keine Ahnung, von welcher Organisation dieser Akai gesprochen hatte, aber er hatte das Gefühl, dass Ärger auf ihn zukam und Kaito wollte soweit es möglich war Schadensbegrenzung begehen.
Es dauerte nicht lang, da standen zwei Erwachsene und zwei Jugendliche vor einem hübschen Familienhaus. Der Garten war herrlich gestaltet und weiße Tauben tummelten sich in einem Vogelbad.
„So wohnt also ein Zauberer“, sagte Jodie und betrat das Grundstück. Sie trat zur Haustür, die anderen hinter sich und klingelte. Kurze Zeit später öffnete sich die Tür und eine schwarzhaarige Frau sah sie fragend an: „Sie wünschen?“
„Sie sind doch die Frau von Toichi Kuroba oder?“, fragte Jodie und die Frau sah sie misstrauisch an: „Ja, woher kennen Sie unsere Adresse?“
„Meine Mutter hat sie mir gegeben“, sagte Shinichi, „Yukiko Kudo.“
Das Gesicht der Frau hellte sich auf: „Dann bist du der kleine Shinichi? Sie hat viel von dir erzählt. Kommen Sie rein.“
Sie ließ die vier eintreten und führte sie in ein freundliches Wohnzimmer. Schnell sah sie sich um, aber Kaito hatte keine Spuren hinterlassen, die auf Kid schließen lassen konnten. Meist arbeitete er ja sowieso in Toichis altem Zimmer.
„Setzen Sie sich. Ich hole Ihnen etwas zu trinken.“
Keiner der vier setzte sich. Sie betrachteten lieber die Fotos auf einer Kommode. Ein großes Bild mit schwarzem Rahmen stand in der Mitte. Ein junger Mann mit Schnurrbart lächelte in die Kamera. Toichi Kuroba. Rund herum gab es einige Familienfotos, aber auf vielen waren Toichi und ein junger Kaito zu sehen. Mal auf der Bühne, dann mit Tauben oder beim Üben verschiedener Zaubertricks. Ab und zu konnte man auch einen alten Mann erkennen. Er hielt sich immer im Hintergrund, war aber auch auf einem Gruppenfoto zu sehen.
Shinichi nahm an, dass es eine Aufnahme kurz vor Kurobas Tod sein musste. Der Magier stand in der Mitte im weißen Anzug, die Hände auf den Schultern seines lachenden Sohnes. Neben Kaito stand ein Mädchen in einem hübschen Kleid und winkte. Zu Kurobas Rechten stand seine Frau und auf der linken Seite war wieder der alte Mann.
Jodie hatte diese Aufnahme in die Hand genommen und die Männer sahen über ihre Schulter. Ein Klappern riss sie aus ihren Betrachtungen.
„Entschuldigen Sie“, meinte Jodie verlegen und setzte sich, „wir waren so fasziniert von den Fotos. Sie haben wirklich viele aufgestellt.“
Frau Kuroba lächelte nur leicht: „Die Fotos sind dazu da, angesehen zu werden. Es ist nur schade, dass sie immer mehr zur Erinnerung an die Verstorbenen werden.“
Sie klang traurig und Jodie sah sie mitfühlend an: „Wie meinen Sie das?“
Frau Kuroba stand auf und drückte Jodie das Bild in die Hand, das die vier zuvor betrachtet hatten.
„Das ist die letzte Aufnahme von Toichi vor seinem Tod. Das war vor der letzten Vorstellung. Neben ihm der Mann war sein Assistent Jii. Er ist bei dem Banküberfall letztens gestorben.“
Heiji erinnerte sich. Das war an dem Tag gewesen, als er und Kazuha in Tokyo angekommen waren. Jetzt fiel ihm auch wieder ein, dass er Hakuba und Kaito Kuroba am Tatort gesehen hatte.
„Ginzo Nakamori hat die Aufnahme gemacht. Er ist Inspektor. Seine Tochter steht dort neben Kaito.“
„Nakamori?“, Shinichi horchte auf, „Nakamori vom Kid-Einsatzkommando?“
Frau Kuroba nickte und Shinichi sah sie betreten an: „Seine Tochter ist doch bei einem Kid-Raubzug gestorben oder?“
„Ja, eine traurige Sache. Es hat Kaito schwer getroffen. Die beiden waren Sandkastenfreunde und eine Woche wurde Jii dann erschossen.“
Eine Träne lief ihr über die Wange und Jodie legte eine Hand auf ihren Arm. Shinichi schluckte. Er konnte sich nicht vorstellen, was er machen würde, wenn Ran und der Professor sterben würden. Die Gefahr war zwar immer präsent durch die Schwarze Organisation, aber...
Plötzlich öffnete sich die Haustür und Tauben flatterten in das Wohnzimmer.
„Ich bin wieder da!“