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Weblog-Berichte zu: Kiniro Mosaic





SimulReview Frühjahr 2015 Pt.3: Girls, Gesangsprinzen und Geballer Saint Seiya, Gin Tama, Ace of Diamond, Uta no Prince-sama, Kiniro Mosaic, I Can't Understand What My Husband Is Saying, The Fruit of Grisaia, Mysterious Joker, Anime-Review, Crunchyroll, Review, Simulcast

Autor:  Jitsch

Hier findet ihr nun die zweite Hälfte an Serien, die diese Season auf dem Streamingportal Crunchyroll angelaufen sind. Dieses bietet neben den schon vorgestellten neuen Serien einen ganzen Haufen an Fortsetzungen. Die werden, weil sie einen anderen Namen tragen oder es eine Sendepause zwischen der neuen und der vorherigen Staffel gab, eben separat aufgeführt, angekündigt und lizensiert. Oftmals macht es wenig Sinn, sie zu schauen, wenn man die erste Staffel nicht kennt – aber bei eher episodischen Serien kann eine zweite Staffel auch ein Einstiegspunkt sein, wenn man den Vorgänger nicht kannte.

Meine Reviews beantworten daher folgende Fragen: Erstens, ob ich selbst die vorhergehenden Staffeln gesehen habe, zweitens, ob die Serien für einen „Quereinstieg“ geeignet sind und drittens, ob es sich vielleicht lohnt, die Serie bei Staffel 1 neu anzufangen. Zusätzlich erwähne ich wie schon in den vorherigen Crunchyroll-Reviews zur Vollständigkeit, in welchen Sprachen man die Untertitel gucken kann.

In den Fällen, wo die Vorgängerstaffel(n) auch auf Crunchyroll zu finden sind, müsst ihr einfach nur den jeweiligen Link zur Serie anklicken, da die verschiedenen Staffeln einer Serie üblicherweise auf derselben Serienseite zu finden sind.

In dem Zusammenhang noch ein Trick: Es gibt auf Crunchyroll einige Serien, zu denen keine deutschen Untertitel existieren, die man sich in Deutschland aber trotzdem legal anschauen kann. Dafür muss man allerdings einmal ganz nach unten scrollen und unter "Sprache" auf English (US) umschalten. Solange die Einstellung auf "Deutsch" steht, werden einem nämlich nur Videos angezeigt, die deutsche Untertitel enthalten. (Das gilt übrigens auch für andere Sprachen, aber Englisch ist wohl am ehesten interessant.) Es gibt zwar auch Serien, die in Deutschland geblockt sind, weil hierzulande ein anderer (Streaming-) Anbieter die Rechte hat - aber gerade bei vielen älteren Serien, die liefen bevor Crunchyroll Deutschland gelauncht wurde und die in Deutschland nicht auf DVD herauskamen, sollte man mal probieren, ob man sie evtl. mit englischen Untertiteln finden kann. Von den hier vorgestellten Serien findet man so zumindest alle Staffeln von Gintama.

Ein paar der Vorgänger sind aber auch bisher gar nicht in Deutschland lizensiert - wer sie trotzdem schauen möchte, muss sich wohl leider die Mühe machen, den Serientitel in einer Suchmaschine einzugeben, um inoffizielle Releases davon zu finden.

Jetzt aber zu den Reviews!

Ace of the Diamond –Second Season- ( -> Link zur Serie )
jap. Titel: ダイヤのA [Dia no Ace]

Sprachen: DE, EN

Vorgängerstaffel(n): bei Crunchyroll verfügbar

Synopsis: Anlässlich eines Artikels über die vergangene Saison lässt Sportreporter Akio Mine ein Spiel aus der Vorrunde des nationalen Turniers noch einmal Revue passieren. Dort spielte das Team der Seido Oberschule gegen das der Yakushi Oberschule, und am Ende machte nur eine kleine Sache den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Teams aus…

Jitsch findet: Es ist enttäuschend, dass die zweite Staffel erst mal mit drei Folgen Rückblick anfängt. Besonders, da die erste Staffel nicht etwa so lange her ist, dass man Auffrischung braucht, sondern deren letzte Episode gerade erst eine Woche vorher ausgestrahlt wurde. Für japanische Zuschauer, die die Serie im Fernsehen schauen, mag das Sinn machen, auf Crunchyroll (wo man jederzeit Staffel 1 komplett schauen kann) nervt es dagegen nur.

Also, falls das nicht deutlich geworden ist, ich habe Ace of the Diamond selbst seit Episode 1 mitverfolgt und mag die Serie sehr, aber 75 Episoden sind schon ein großer Batzen, den man aufholen müsste, wenn man jetzt neu einsteigen will. Zumal die Rückblick-Episoden nur einzelne, wichtige Spiele nacherzählen, aber nicht die Handlung von Staffel 1 von Anfang an, so dass sie als Grundlage für einen Quereinstieg nicht so wirklich geeignet sind.

Dabei ist die Story der Serie an sich schnell erklärt: Die Seido Oberschule hat ein Baseball Team, und dieses Team würde sich gerne für die nationale Meisterschaft qualifizieren. Die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht, weil die Schule für ihren Baseball recht bekannt ist und auch gezielt Schüler scoutet, die nur um Baseball zu spielen dorthin gelotst werden. Das passierte Eijun Sawamura zu Beginn der Serie. Seitdem arbeitet er hart daran, besser und vielleicht sogar der Beste – das „Ace“ seines Teams – zu werden, hat aber harte Konkurrenz in einem talentierten Pitcher in seinem eigenen Jahrgang.

Die große Stärke an der Serie sind zwei Dinge: Zum einen ist sie unglaublich gut darin, durch Zeichnungen, Gesichtsausdrücke, Farbwahl und nicht zuletzt den tollen Soundtrack immer eine fesselnde Atmosphäre zu schaffen, die einen auch bei den sich oft über gefühlt dutzende Episoden hinziehende Matches bei der Stange hält. Zum anderen hat sie einen ganzen Haufen toller Charaktere, die die Serie tragen. Eijun ist kein Überflieger, und genau so wenig ist das irgendwer anders im Team, stattdessen liegt der Fokus auf der Zusammenarbeit und jedes Teammitglied hat ein Gesicht, einen Charakter und eine Geschichte. Auch deshalb würde ich Neueinsteigern empfehlen, die Charaktere von Anfang an kennenzulernen und mit Staffel 1 anzufangen.

Was Sport-Anime angeht, ist Ace of Diamond für mich das Maß aller Dinge, weil die Serie im Gegensatz zu vielen anderen Shows des Genres den Fokus wirklich nur auf den Sport legt und dabei ziemlich realistisch bleibt. Das Team gewinnt mal und verliert mal, Eijun hat seine Stärken und Schwächen und manchmal eben auch einen schlechten Tag. Dadurch bleibt es immer spannend.

Wer Sport-Anime mag, sollte meiner Meinung nach ruhig mal von Anfang an reinschauen, denn wenn man erst mal angefangen hat, vergeht die Zeit beim Schauen wie im Flug.  

 

 

Gintama° ( -> Link zur Serie )

Sprachen: DE, EN

Vorgängerstaffel(n): gesamt 6 Staffeln; bei Crunchyroll auf Englisch verfügbar [hierzu auf English (US) umschalten, s.o.]; auch bei Viewster auf Englisch verfügbar (Link zu Staffel 1)

Synopsis: Auf einer Pressekonferenz entschuldigt sich Gintoki Sakata in der Rolle des Hauptcharakters stellvertretend dafür, dass die Serie Gintama noch nicht abgeschlossen ist und dass sie nicht mehr von Sunrise animiert wird. Dann kündigt er unverblümt an, dass es jetzt aber weitergeht. Das ist streng genommen aber dann doch nicht der Fall, denn die neue Staffel beginnt damit, dass die Zeit stehengeblieben ist, weil Gintoki eine magische Uhr zerdeppert hat. Er und seine Freunde Shinpachi und Kagura, die als einzige auch nicht vom Stillstand betroffen sind, versuchen also, die Zeit wieder in Gang zu bringen, doch das ist gar nicht so einfach.

Jitsch findet: Ich habe tatsächlich schon oft gehört, dass Gintama was Comedy angeht so ziemlich der Goldstandard in der Anime-Welt ist. Bisher hatte ich aufgrund der schieren Masse an Staffeln nur einfach noch nicht so richtig den Einstiegspunkt gefunden. Die ersten fünf Minuten der neuen Staffel zeigen schon, was Gintama auszeichnet: eiskalte Parodien (die Pressekonferenz basiert auf Ryutaro Nonomuras Weinkrampf), übertriebene Selbsterkenntnis und Slapstick (das Ende der Konferenz ;).

Auch wenn die Produktion der Serie offiziell vom Studio Sunrise zum Branchenneuling BN Pictures gewechselt hat, sind an der Produktion fast nur Leute beteiligt, die auch schon an den vorherigen Staffeln mitgewirkt haben, auch für alte Fans sollte die neue Staffel also keinen Bruch darstellen.

Wer vorher noch nie Gintama geschaut hat, braucht sich aber auch nicht davor zu scheuen, einfach mal mit der 2015-er Staffel einzusteigen. Die Handlung baut auf nichts Vorherigem auf und auch mit den Charakteren wird man schnell warm. Hauptgrundlage der Witze sind zwei Dinge: Einerseits die Charaktere, die allesamt alberne Vollidioten sind (Gintoki allen voran) und andererseits die eigenständige, aber von Satire geprägte Handlung (die Folge endet beispielsweise mit einer Dragonball-Z-Referenz).

Letztlich sollte jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit dem Humor der Serie was anfangen kann, und um das zu beurteilen kann man genau so gut wie mit der ersten auch mit der neuen Staffel anfangen.

 

 

[Kurzserie] I can’t understand what my Husband is saying 2nd season ( -> Link zur Serie )
jap. Titel: 旦那が何を言っているかわからない件 2スレ目
[Danna ga Nani wo Itteiru ka Wakaranai Ken 2 Sure-me]

Sprachen: DE, EN, ES, FR, PT, IT

Vorgängerstaffel(n): bei Crunchyroll auf Deutsch verfügbar

Synopsis: Hajime und seine Frau Kaoru haben immer noch sporadisch Verständigungsschwierigkeiten, wenn er wieder mit seinen Otaku-Anwandlungen ins Kraut schießt. Alles in Allem verläuft ihr Alltag aber harmonisch.

Jitsch findet: Staffel 1 dieser Kurzserie (Laufzeit 3:30 Minuten) hatte mir schon extrem gut gefallen, allein weil es so gut wie keine Anime gibt, die das Zusammenleben eines normalen Pärchens beschreiben. Hajimes otakumäßige Anspielungen (er will z.B. etwaige Kinder Asuka und Rei nennen – woher er das wohl hat) bieten für den Anime-versierten Zuschauer hin und wieder was zum Lachen, aber auch ohne dass man alle versteht hat man hier eine niedliche Geschichte über zwei Menschen, die sich einfach gefunden haben. Da die Folgen ohnehin superkurz sind spricht nichts dagegen, bei Staffel 1 anzufangen und schnell aufzuholen, allein weil die dort erzählte Vorgeschichte des Paars echt ans Herz geht.

 

 

JOKER 2nd Season ( -> Link zur Serie )
jap. Titel: 怪盗ジョーカー [Kaitou Joker], auch „Mysterious Joker“

 

Sprachen: DE, EN, ES, FR, PT, IT

Vorgängerstaffel(n): bei Crunchyroll auf Deutsch verfügbar (Staffel 2 beginnt bei Folge 14)

Synopsis: Inspektor Oniyama kann es nicht glauben: Phantomdieb Joker wurde gefasst, und nicht einmal von ihm! Während er nun an seinem Lebensinhalt zweifelt, verfolgt Joker seinen eigenen Plan, denn in der Gefängnisfestung Demon’s Heaven soll vor 20 Jahren ein wertvoller Ring von einem Häftling versteckt worden sein.

Jitsch findet: Joker ist eine Kinderserie und das sagt eigentlich schon alles. Inhaltlich geht es um Phantomdieb Joker und seine ebenfalls nach Spielkarten gestalteten Freunde, die Schätze auf der ganzen Welt sammeln, vermutlich einfach weil es ihnen Spaß macht. Die Charakterdesigns sind überdreht und knallbunt, die Stories anscheinend immer in einer Episode abgeschlossen und nicht immer ganz logisch. In der aktuellen Folge findet sich z.b. der gesuchte Ring im Kopf eines Wasserhahns – dass den in 20 Jahren noch nie jemand ausgetauscht hat, obwohl er spritzt, ist weit hergeholt. Der brutale Gefängniswächter verursacht mit seinem stacheligen Eisenprügel höchstens übertriebene Beulen oder rote Hautstellen und dass die Helden ungeschoren davonkommen steht völlig außer Frage. Kinderkram eben.

Insofern ist „Joker“ höchstens dann interessant, wenn man keinen Bock auf eine tiefgründige Story, Fanservice oder die meist eher parodistische Art von Anime-Humor hat. Ansonsten ist es definitiv nichts für den erwachsenen Animezuschauer. Die zweite Staffel hätte man jetzt auch nicht extra ankündigen müssen – es gab zwar eine Sendepause von Januar bis April, aber die Serie geht nahtlos weiter, sogar mit demselben Opening (Crunchyroll unterscheidet die Staffeln auch nicht, wie sonst üblich, in der Sortierung). Mittendrin einsteigen ist aufgrund des episodischen Charakters trotzdem ziemlich einfach, die Frage ist nur, ob man das will.

 

 

Hello!! KINMOZA ( -> Link zur Serie)
jap. Titel: ハロー!!きんいろモザイク[Hello!! Kiniro Mosaic]

Sprachen: DE, EN, ES, FR, PT, IT

Vorgängerstaffel: Kinmoza! Kiniro + Mosaic, nicht in Deutschland lizensiert

Synopsis: Für die in Japan lebende Engländerin Alice und ihre japanischen Freundinnen hat das neue Schuljahr begonnen. Und es ist gar nicht so leicht, sich einzugewöhnen, wenn die beste Freundin plötzlich nicht mehr in der eigenen Klasse ist und man noch dazu eine neue, ziemlich strenge Lehrerin bekommt… 

Jitsch findet: Dieser Anime ist von vorne bis hinten überhaupt nicht mein Fall. Es geht um niedliche Mädchen, die zur Schule gehen, im Klassenzimmer herumblödeln und irgendwelche Dialoge führen, deren Inhalt trivial und meistens auch nicht lustig ist. Ich habe es jedenfalls selbst zu Reviewzwecken nicht durchgehalten, die ganze Folge durchzuziehen, weil einfach nichts passiert.

Da hilft auch nicht der Aspekt des kulturellen Austauschs, der in Anime dann doch eher selten ist. Die Hauptpersonen sind drei Japanerinnen und zwei Engländerinnen. Alice schreibt zu Anfang der Folge einen Brief in Englisch an ihre Mutter, der von der Synchronsprecherin auch annehmbar vertont wird. Darüber, dass eigentlich eine Japanerin dort spricht, kann sie aber nicht hinwegtäuschen, und das ganze klingt wie ein Text aus einem Englisch-Lehrbuch knapp über Anfängerlevel, also nicht gerade authentisch.

Auch wenn Staffel 1 auf Crunchyroll nicht verfügbar ist, bietet der besagte Brief genug Einblick in die Grundsituation, um etwas mit der Serie anfangen zu können. Die Mädchen sind dabei, wie man das aus derartigen Anime so kennt, eine charakterlich bunt gemischte Truppe – eine ist niedlich, eine ist stoisch, eine ist dämlich, eine ist die „große Schwester“ und eine die Verrückte. All das natürlich immer auf total niedliche Art und Weise… Die Charakterdesigns sind wohl das, was mich am meisten nervt, weil alle Mädchen total niedlich aussehen, sogar die Lehrerinnen (ja, die Frau im Kostüm auf dem obigen Screenshot soll eine Lehrerin sein, auch wenn sie kaum älter aussieht als das Mädchen neben ihr). Jungs dagegen laufen, obwohl es sie an der Schule gibt, meist so durchs Bild, dass man ihre Gesichter nicht sieht.

Für mich hat das ganze mal so absolut gar keinen Reiz, aber wer Serien wie K-On! oder Non Non Biyori mag, wird wohl auch bei Kinmoza seine Freude daran haben, einer Horde übertrieben niedlicher Mädchen beim Nichtstun in der Schule zuzusehen.

 

 

The Labyrinth of Grisaia & The Eden of Grisaia ( -> Link zur Serie )
jap. Titel: グリザイアの迷宮 [Grisaia no Meikyuu] , auch “Le labyrinthe de la grisaia” &
グリザイアの楽園 [Grisaia no Rakuen], auch “Le eden de la grisaia”

Sprachen: EN, ES, FR, PT, IT, DE

Vorgängerstaffel(n): bei Crunchyroll auf Deutsch verfügbar

Synopsis: Um nicht nur die Fakten sondern auch die persönliche Perspektive Yuujis zu seiner Vergangenheit zu erfahren, wird er von der Agentin JB dazu befragt. So lassen sie gemeinsam seinen Werdegang wieder aufleben: Das Verhältnis zu seiner Schwester Kazuki, deren Verlust und wie er nach einem langen Leidensweg schließlich an der Mihama Akademie gelandet ist...

Jitsch findet: Von der ersten Staffel, „The Fruit of Grisaia“ habe ich Abstand genommen, nachdem ich die ersten zwei Folgen stinklangweilig fand. Die Story stellte sich da so dar: Hauptcharakter Yuuji kommt an eine spezielle Schule, an die außer ihm nur eine Handvoll Mädchen gehen und lernt sie nach und nach besser kennen. In den ersten zwei Folgen von Staffel 1 ist wirklich nichts passiert außer, dass er mit jedem der Mädchen relativ lange, nichtssagende Gespräche geführt hat.

„The Labyrinth of Grisaia“ eröffnet die neue Staffel mit einem knapp 50 Minuten langen Special über die Vergangenheit des Hauptcharakters, „The Eden of Grisaia“ ist dann im Anschluss die eigentliche zweite Staffel, also die logische Fortsetzung der ersten. Das Special widmet sich ganz Yuujis Vergangenheit, und die ist harter Tobak. Im Großen und Ganzen besteht sie nur aus sexuellem Missbrauch an Yuuji und daraus, dass er immer wieder töten muss. Das wird aber auch immerhin mit Rücksicht inszeniert und nicht etwa für die grafische Zurschaustellung benutzt. Trotzdem hat Yuuji ein übertrieben hartes Schicksal, wo man sich mit jedem neuen Schlag fragt, ob es das nicht langsam mal gewesen sein kann.

Das Special ist dem Auftakt der ersten Staffel stimmungsmäßig verblüffend unähnlich und ich kann schwer einschätzen, welches von beiden das Gesamtflair der Serie besser trifft. An und für sich macht es so oder so wenig Sinn, mit dem Special anzufangen, da es (so suggeriert es das Ende) den Einstieg in die Handlung der zweiten Staffel macht und die in Staffel 1 etablierten Charakterbeziehungen zwischen Yuuji und den Mädchen der Mihama Akademie dafür vermutlich entscheidend sein werden.

Am Anfang einzusteigen würde ich also jedem naheliegen, ob man die Serie nun wegen der weiblichen Charaktere schaut oder weil man gerade mal einen Harem-Anime schauen möchte, wo der Hauptcharakter kein "netter Normalo" ist.

 

 

Saint Seiya – Soul of Gold – ( -> Link zur Serie )

Sprachen: bei Crunchyroll DE, EN, ES, PT, IT außerdem bei Daisuki in EN, IT, ES, PT, KO, ZH, ID, MS, TL, TH

Vorgängerstaffel(n): Saint Seiya, mehrere Movies und OVAs; nichts davon in Deutschland lizensiert

Synopsis: Inmitten von Schnee kommt Aiolia zu sich und schleppt sich zu einer Festung. Als man den vermeintlich Betrunkenen in den Kerker wirft, trifft er dort auf die junge Frau Lyfia, die ihm folgt, als er mit Leichtigkeit wieder ausbricht. Sie bittet ihn, ihre Heimat Asgard zu retten und den falschen Diener Odins, Andreas Lise, sowie den Weltenbaum Yggdrasil zu zerstören. Doch Aiolia ist in Gedanken noch zu sehr beim Kampf der Gold Saints gegen Hades… der sein Leben kostete. Doch wer hat ihn zurück ins Leben gerufen, und zu welchem Zweck?

Jitsch findet: Saint Seiya ist ein uraltes Franchise, das in Frankreich oder Italien ziemlich beliebt ist. In Deutschland ist weder der Original-Manga noch eine der vielen TV- und Movie-Adaptionen erschienen, wehalb die Serie hier kein Schwein kennt. „Soul of Gold“ stellt jedenfalls meines Wissens das erste Mal dar, dass „Saint Seiya“ (neben sporadischen Videospielen) offiziell nach Deutschland kommt. Und das ausgerechnet in einer Ausprägung, in der der Namensgeber Seiya voraussichtlich nicht einmal vorkommt.

Um die Handlung “Soul of Gold” zu verstehen, sind die bisherigen Staffeln eher peripher; es hilft aber, zumindest die Grundlagen des Franchise zu kennen. Dass es Menschen gibt, die die Wiedergeburt bestimmter Götter darstellen, und dass sie von auserwählten Kriegern beschützt werden. Die Krieger von Athena, zu denen auch die Hauptcharaktere der neuen Serie gehören, werden Saints genannt, tragen magische Rüstungen (Cloth) und kämpfen mit ihrer inneren Energie, genannt Cosmo. Zumindest das wird in der Serie als bekannt vorausgesetzt, aber auch zu den Charakteren wird nicht viel erklärt (z.B. was es mit der Rückblickszene von Aiolia auf sich hat, in der sein Bruder schwer verletzt ein Baby im Arm trägt). Sich zumindest anzulesen, was in der Haupthandlung der vorherigen Staffeln passiert ist, ist definitiv keine schlechte Idee, um den Überblick zu behalten.

Im Prinzip ist „Saint Seiya“ eine Magical Boy Serie. Es gibt eine „Verwandlungssequenz“, in der die Rüstung erscheint, magische Fähigkeiten und in dieser Folge auch gleich noch ein Power-up, das entsprechend noch mehr glänzt und dem Charakter ein paar Flügel an der Rüstung verleiht. Prinzipiell wird dabei mit Fäusten gekämpft, aber aus Budgetgründen oder auch nur, weil das bei diesem Franchise schon immer so gemacht wurde, bestehen die Kämpfe hauptsächlich aus Standbildern, Nahaufnahmen und vielen bunten Effektlinien, die Faust- und Schwerthiebe darstellen sollen.

Abgesehen davon sieht die Serie aber gut aus, vor allem wenn man bedenkt, dass sie von Toei Animation stammt – das Studio, das sich bei Sailor Moon Crystal ständig durch grauenvolle Zeichnungen unbeliebt macht. So wie ich den Laden kenne, ist es aber durchaus erwartbar, dass man auch bei „Soul of Gold“ einen starken Qualitätsabfall nach den Einführungsfolgen beobachten kann, wie es auch bei Pretty Cure regelmäßig der Fall ist.

Inhaltlich bietet die Serie durchaus einen interessanten Aufhänger. Lyfia stellt zunächst Andreas als den Bösen hin, doch ihr Lächeln am Ende der Folge, als sie anscheinend von einem fremden Geist besessen ist, sieht alles andere als nett aus. Zunächst müssen sie und Aiola sowieso erst mal die restlichen 11 Gold Saints aufsammeln. Wie es derzeit aussieht, lässt sich die Serie damit genug Zeit, dass man auch als Saint-Seiya-Neuling genug Zeit hat, sie alle kennenzulernen.

Für alle, die gerne mythologisch angehauchte Serien oder ernst gemeinte Shounen-Serien mit Fokus auf Zweikämpfen sehen, sollte Soul of Gold auf jeden Fall etwas sein. Schlecht fängt das Spinoff nicht an, ob es gut ist, wird die Zeit zeigen.  

 

 

 

Tesagure! Bukatsumono 3 ( -> Link zur Serie )
jap. Titel: てさぐれ!部活もの すぴんおふ プルプルんシャルムと遊ぼう
[Tesagure! Bukatsumono Spin-Off Puru-purun Charm to Asobou]

Sprachen: DE, EN, ES, FR, PT

Vorgängerstaffel(n): Tesagure! Bukatsumono und Tesagure! Bukatsumono Encore, nicht in Deutschland lizensiert

Synopsis: Der Tesaguri-Club hat sich für die 3. Staffel etwas Besonderes überlegt: eine Kollaboration! Dafür werben sie die fünf Hauptcharaktere der Serie Puru-purun Charm an, für die es zwar eine Mangavorlage und Synchronsprecherinnen, aber noch keine Anime-Umsetzung gibt. Nachdem man sich über das Setting, die gegenseitigen Anreden und das Ending geeignet hat, geht es auch gleich los mit dem Slife-of-Life Ansatz für die neue Staffel.

Jitsch findet: Wie man an der Synopsis erkennt, hat „Tesagure!“ einen starken Metahumor. Wobei, eigentlich ist das Ganze eine ganze Metaserie, denn die Handlung ist im Grunde genommen „die Mädchen denken sich aus, was in der Serie passieren soll und spielen es dann auch so“. Man merkt schon stark, welche Szenen noch halbwegs nach Skript gehen und welche, das wird in der Einführung auch gesagt, durch Improvisation entstehen.

Optisch ist das ganze mittelmäßig. Vermutlich aufgrund der Natur der Entstehung (wenn die Synchronsprecherinnen improvisieren, kann man natürlich nicht alles vorher animieren) ist die Serie mit 3D-Computermodellen gemacht, und das nicht ansatzweise auf einem Grad der Perfektion, wie ihn z.B. Toei in Pretty Cure mittlerweile erreicht. Gerade Hände sehen oft etwas verbogen aus und die Gesichtsausdrücke könnten lebendiger sein.

Die Serie ist eines der Beispiele, wo es wirklich schade ist, dass die Opening und Ending Songs von Crunchyroll nie untertitelt werden. Dadurch entgeht einem beim Opening der ganze Witz der Lyrics, die im Prinzip beschreiben, was gerade zu sehen ist (Ich übersetze mal selbst ein paar Zeilen: „Guckt, jetzt laufen wir, und strecken unsere Hände aus! Wenn wir das einfach machen ist es doch gleich wie ein typisches OP, oder?“).

Auch ohne die ersten zwei Staffeln Tesagure zu kennen, kommt man schnell rein; die alten Charaktere lassen sich schnell einordnen und die Neuzugänge von Puru-purun Charm werden ohnehin alle vorgestellt. Wer also gerne einer Horde Mädchen dabei zusieht, wie sie über Dinge wie Brust-Raketen bei weiblichen Robotern oder „Kabedon“ diskutieren, wird dabei trotz der eher mauen Optik seinen Spaß haben!

 

 

Utano☆Princesama Revolutions ( -> Link zur Serie )
jap. Titel: うたの☆プリンスさまっ♪マジLOVEレボリューションズ
[Uta no☆Prince-sama♪ Maji LOVE Revolutions]

Sprachen: DE, EN, ES, FR, IT, PT

Vorgängerstaffel(n): Utano☆Princesama Maji Love 1000% und Utano☆Princesama Maji Love 2000%, nicht in Deutschland lizensiert

Synopsis: Auf ihrem Weg über den Campus läuft Haruka nicht nur den 7 Mitgliedern der Band ST☆RISH über den Weg sondern auch den Jungs des QUARTET NIGHT. Nachdem sie mit allen ein paar Worte gewechselt hat, kommt ST☆RISH beim Schulleiter zusammen. Der verkündet, dass für das internationale Sportevent Triple S, das in Japan stattfinden wird, eine Band für den Eröffnungssong gesucht wird. QUARTET NIGHT ist hierfür vorgesehen, doch die Jungs von ST☆RISH wollen sich diese einmalige Chance auf einen Auftritt vor der ganzen Welt auch nicht entgehen lassen.

Jitsch findet: Die erste Folge der neuen Staffel ist für Neueinsteiger so ziemlich perfekt. Harukas „zufällige“ Bewegungen mit den wichtigen männlichen Charakteren der Serie und ein zusätzlich als Narrative vorgelesener Brief an ihre Großmutter vermitteln wirklich alles, was man so wissen muss. Nanami ist Songwriterin, die Jungs von ST☆RISH quasi „ihre“ Band und allesamt offensichtlich an ihr interessiert, aber auch für QUARTET NIGHT hat sie schon geschrieben, auch wenn sie mit dessen Mitgliedern noch nicht ganz warm geworden ist. Die Charakterdesigns decken dabei natürlich das gesamte Spektrum an Haar- und Augenfarben, Frisuren und Charaktereigenschaften ab, das Frau sich wünschen könnte.

Die Serie ist absolut unrealistisch, weiß das anscheinend auch selbst und macht es sich sogar zu eigen. Dafür spricht jedenfalls die absurde Reihung „zufälliger“ Begegnungen von Haruka mit den Jungs über die Folge. Aber auch das Ende der Episode wirkt bewusst überzogen, als alle Jungs todernst erst einzeln hintereinander und dann noch einmal synchron das vom Schulleiter in den Raum geworfene Wort „Revolution“ wiederholen.

Zusätzlich zur Story über das Berühmtwerden gibt es natürlich noch Popsongs, gesungen von den Charakteren bzw. ihren Synchronsprechern (allesamt bekannte und beliebte Sprecher wie Mamoru Miyano, Junichi Suwabe etc.) und zusammen mit Tanzeinlagen zu feschen Videos geschnitten. Dabei sind die mit 3D-Computermodellen animierten Tänze schon ziemlich gut gemacht und stellen kaum einen Stilbruch zu in 2D gezeichneten Szenen dar. Ob einem der Musikstil zusagt, wird man schon nach dem Musikvideo in den ersten anderthalb Minuten sagen können - wenn man damit nichts anfangen kann, sollte man um die ganze Serie einen Bogen machen.

Wer also auf japanische Idols in gezeichneter Form steht und dabei Männer gegenüber Frauen bevorzugt, ist bei den Gesangsprinzen genau richtig.

 

 


Ich hoffe, die Reviews waren hilfreich, um die neuen Staffeln auf Crunchyroll auch für Nichtkenner einordnenbar zu machen ;)

Über Anregungen zu den Reviews würde ich mich freuen - und wenn ihr die Serien auch gesehen habt wäre es auch superspannend, zu hören, was ihr davon gehalten habt.

Zuletzt hier wieder der Link zum Masterpost, wo alle bisherigen und noch kommenden SimulReviews verlinkt sind bzw. noch werden.




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