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Auftrittsverträge Convention, Neuerungen, Showact, Showact-Website, Showgruppe

Autor:  ShowactWebsite

 

In eine vorhergehnden Weblog-Eintrag habe ich euch auf den Bereich "Für Conventions"  aufmerksam gemacht. Heute wird dieser um einen weiteren Unterpunkt ergänzt: "Auftrittsverträge".

 

Das ist ja mal komplett anders!

Ja, auf der Showact-Website wird für die Auftrittsverträge ein Konzept vorgeschlagen, wie es aktuell in Deutschland nicht eine einzige Convention praktiziert. Ich habe hier wieder versucht eine Brücke zu schaffen zwischen der Amateur-Anime/Manga-Theaterszene und der professionellen Theaterlandschaft. Dieses Konzept rückt deutlich mehr die Individualität der Shows / der Showacts in den Vordergrund.

 

Mehr Aufwand?

Diese Auftrittsverträge bedeuten mehr Aufwand in der Vorbereitung, sowohl für die Conventions, als auch für die Showacts selbst. Natürlich geht es schneller, wenn, wie es überlicherweise abläuft, die eine Seite einen Vertrag vorsetzt und die andere Seite nur zustimmen oder ablehnen (= also nicht auftreten / sich gar nicht erst bewerben) kann.

Momentan haben wir daruch aber die Situation, dass viele Auftrittsverträge schlicht nicht funktionieren. Das ist Gang und Gebe, dass Showacts aus dem Grund manche Klauseln einfach ignorieren, weil sie schlicht nicht praktikabel sind, auch wenn sie der Conventions bestägigt haben, den Vertrag zu akzeptieren. Was sollen sie aber machen? Sie kriegen vorgefertigte, allgemein verfasste Verträge vorgesetzt und wenn sie dich nicht so hinnehmen, bekommen sie keine Auftritte. Das hat dann widerum zur Folge, dass sich die Conventions darüber aufregen, dass eben die Showact nicht das machen, was vereinbart war.

 

Ein Beispiel:
Eine sehr große Convention hatte bis vor nicht allzu langer Zeit in ihren Auftrittsverträgen stehen, dass jeder Showact grundsätzlich nur einen Bühnenhelfer mitbringen darf. Wenn man viele Requisiten hat oder Leute, die sich in dem Stück umziehen müssen, kommt man mit einem Bühnenhelfer allein nicht aus. Das hatte zur Folge, dass die Showacts bei der Bewerbung einfach ein paar ihrer Helfer als Darsteller angemeldet haben. So wurde dann aus 11 Darstellern und 3 Helfern mal kurzerhand 13 Darsteller und 1 Helfer.
Die Convention hat sich dann im Umkehrschluss darüber aufgeregt, dass die Showacts bei der Anmeldung betrügen. Die Anschuldigung stimmt, aber was sollten sie denn anderes machen, wenn seitens eben dieser keine Verhandlungen über die Vertragbedingungen zugelassen werden?

 

 

Unterschiede

Die Showacts sind in ihren Shows, der Anzahl der Personen, Einsatz von Requisten, Verwendung von Techniksachen, usw. zu verschieden, als das für alle die gleichen Bedingungen gelten und funktionieren würden. Das diese Individualität nicht beachtet wird, ist ein Organisationsfehler, der so einige Problem verursacht. Man darf die Showacts nicht (unbewusst ?) in eine Bittstellerposition drängen, sondern muss mit ihnen auf Augenhöhe verhandeln und die für beide Seiten wichtigen Punkte unter einen Hut bringen.

 

 
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Datum: 17.09.2017 02:22
Sehe das Thema das erste Mal und habe mir mal die Vorschläge durchgelesen. Klingt ja an und für sich nicht schlecht. Sogar ziemlich gut, aber ich muss doch reingrätschen:
(...) oder aber denjenigen anhand eines Ausweises oder Führerscheins identifizieren, (...)

Das ist per Gesetz nicht gestattet. Das Verlangen eines Ausweises. Da muss man sich dann schon anderes einfallen lassen. Einfachste Lösung: Normales Bild und~ ein Bild mit dem Bühnen Outfit auf den "Ausweis". :-)
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Wann immer Katsuya lächelt, schmilzt ein Eiswürfel.
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Datum: 18.09.2017 09:09
Clubs dürfen das aber nicht. Sie tun es einfach. ;)
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Datum: 11.11.2017 01:49
@Suuyuki
>diese Thematik erst entsprechend ernst genommen wird, sobald damit mal eine Veranstaltung gewaltig einen auf den Deckel kriegt.
wird in dem Bereich wahrscheinlich kaum passieren. Außer es kommt tatsächlich mal zu einem massiven Versicherungsfall - aber ansonsten... wer wird denn da wen verklagen? und auf was? die meisten dieser Verträge sind ausführliche Hausregeln. Weder wird die Showgruppe die Veranstaltung auf Schadensersatz verklagen, weil zu wenig Lagerfläche da war, noch wird die Con die Showgruppe verklagen, weil jemand sein Konfetti nicht sauber genug von der Bühne gekehrt hat. Die Konsequenz bei den Verstößen ist ja eher, dass man gegenseitig auf schwarzen Listen landet und sich nicht mehr bewirbt/nicht mehr angenommen wird. 
 
Trotzdem wäre es manchmal schön, wenn etwas sinnvollere Verträge vorhanden wären. Aber. Professionalisierung ist vielen in der Szene zuwider. Tja. Dann halt nicht. 
Vorsicht, dieser Diskussionspartner könnte für Kinder ohne Ahnung nicht geeignet sein, da er pedantisch und mit linguistischer Feinheit Argumente zerfleddern kann.
("A man shouldn't die with no understanding of why he's been murdered" - Matthew Stover)
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Datum: 11.11.2017 01:51
@ Azamir

Ich hatte das jetzt nicht nur im Bezug auf Showgruppen gemeint, sondern im Allgemeinen. Entschuldige bitte das Missverständnis. Da habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt.
Wer den Himmel auf Erden sucht, hat im Erdkundeunterricht geschlafen.
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Datum: 11.11.2017 01:53
>Ich finde, die Kosten die man hierbei einsparrt, stehen in keinem Verhältnis zu dem Risiko, dass man dabei eingeht.
 
pfft, welches Risiko denn. 
Ich kann es in gewisser Weise schon verstehen. Das Risiko ist überwiegend vernachlässigbar. Und es hat sich halt noch nie irgendwo relevant verwirklich, das heißt der wirklich relevante Fall ist eh nicht bekannt. Wie bereits gesagt: haupt-Konsequenz einer miserablen und ggf auch vertragswidrigen "Zusammenarbeit" ist eben nur die Aufkündigung zukünftiger Zusammenarbeit. Keine Con wird je eine Showgruppe auf Schadensersatz verklagen - keine Showgruppe wird eine Con je auf Schadensersatz verklagen. Nur wenn es tatsächlich mal ne Versicherung gäbe, die in Anspruch genommen wird und die nicht zahlen will, könnte überhaupt mal was vor Gericht landen. Und bisher gab es verdammt selten Unfälle o.ä., die zu negativen Reaktionen seitens einer Versicherung - so es die überhaupt gab! - geführt hätten. 
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Datum: 11.11.2017 01:59
Auch in anderen Bereichen ist das ganze so sehr von Fans für Fans, dass die Risiken überschaubar sind. Gerade die Urheberrechts-Panik bei Fanarts etc lässt mich etwas lachen, weil einfach keine Sau sich genug für die Sachen interessiert, um da vor Gericht zu ziehen. und damit ist es eigentlich scheißegal, was irgendwo im Vertrag steht, weil niemand es je gegen den Willen von jemand anderem durchsetzen wird. 
 
Selbst auf Seiten der Halleninhaber steht oft massiver Müll in den Verträgen, weil von Immobilienverwaltung geschrieben, und die wollen nicht, dass ihnen die Juristen die unwirksamen Klauseln rausstreichen. Ich mache jetzt seit fast nem halben Jahr hauptberuflich Vertragsrecht in ner Anwaltskanzlei, es ist so hart, was für ein Müll von Seiten der Mandanten angeschleppt wird, und von wie viel unwirksamem Scheiß in ihren Verträgen sie sich niiiiieeeee trennen wollen. Und manchmal dann auch der größte Scheiß zum eigenen Nachteil abgenickt wird, weil man den Vertrag nicht gefährden will. Ich habe ne größere Firmentransaktion begleitet, am Ende wäre ich fast geplatzt. und zwar weil beide Seiten so blöd waren. Sowohl unser Mandant als auch die Gegenseite. 
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Datum: 11.11.2017 14:25
>Also versuchen sie es mehr auf so eine (ich sage es jetzt mal so) Einschüchterungsschiene? Ich meine, ist das so ein Ding, dass sie es berechnend und bewusst auf die Unwissenheit ihrer Vertragspartner anlegen? Unwirksame Klauseln sind ja eben unwiksam. Also auch wenn man sowas ja unterschrieben hat, muss man sich, meines Wissens nach, nicht an solche Klauseln halten.
 
Ja, die Einschüchterung/Unwissenheit der Gegenseite wird sehr oft absichtlich genutzt. Oft werden Sachen in Verträge geschrieben, von denen man weiß, dass sie in einem Gerichtsverfahren nicht halten würden. Man ist sich aber ebenso sicher, dass es nie zu einem solchen Gerichtsverfahren kommen wird, weil die Gegenseite viel zu sehr auf ein Fortbestehen der gesamten Geschäftsbeziehung angewiesen ist, und deswegen nie vor Gericht ziehen wird. 
Manche Sachen werden auch nur in Verträge geschrieben, obwohl man sie nie einfordern wird, nur um eine gewisse Drohkulisse aufrecht zu erhalten, dass man ja fordern KÖNNTE, wenn der andere sich nicht auch an andere Punkte im Vertrag hält. 
 
Theoretisch muss man sich an alles halten, was man im Vertrag unterschrieben hat. Eine unwirksame Klausel ist halt eine, die quasi nicht im Vertrag steht. Es gibt dann halt keine Regelungen zu dem Punkt, gegen die man überhaupt verstoßen könnte. 
 
Was halt meist das entscheidende ist: Solange niemand Konsequenzen setzt, wenn gegen Regelungen verstoßen wird, dann isses halt auch egal. Und man kann immer drauf pokern, dass die Gegenseite sich nicht wehren wird. 
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Datum: 11.11.2017 15:57
@ Azamir

Danke für die Hintergrundinfos. :)

Du hast mich damit aber auf eine Idee gebracht. Vielleicht sollte ich einen Unterpunkt auf der Showact-Website zu genau diesem Thema machen. Also, dass ich ein paar Beispiel-Klauseln aufliste, die eben unwirksam sind. So könnte man vielleicht ein paar Showgruppen-Menschen die Angst / Unsicherheit vor sowas nehmen.

Hättest du vielleicht Zeit und Lust mir dabei zu helfen? So ein paar Grundlagen zum Vertragrecht, kenne ich ja wie gesagt und ich weiß halt auch paar allgemeine Sachen aus dem Thema Theaterbereich. Aber so eine Volljuristin wie du bin ich nicht.^^;

Wenn ich zu dem Thema ein paar Sachen zusammengestellt habe, könntest / würdest du dann einfach nochmal rübergucken, ob alles, was ich da zusammengestellt habe, soweit richtig ist?
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Datum: 12.11.2017 23:41
Ich glaube leider, dass ich auf absehbare Zeit nicht die Zeit habe, da irgendwas genau anzugucken. Zumal es auch selten pauschal zu sagen ist, dass eine Klausel 100% unwirksam ist, in jeder Konstellation. Ich hatte jetzt 2 Wochen Urlaub, aber der ist jetzt vorbei. Ich bin unter der Woche oft froh, wenn ich Abends noch ne halbe Stunde "frei" am PC bin... 
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Datum: 16.11.2017 17:48
@ Azamir

Schade, aber ich kann verstehen, wenn dir das zu viel ist. :)
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