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Der Comic-Salon Erlangen und DManga zwischen Preisen und Bashing Comic-Salon Erlangen, DManga, Grablicht, Max-und-Moritz-Preis

Autor:  roterKater

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UPDATE 5:

Der Video-Podcast Zettgeist #173 bietet eine sehr anschauenswerte Zusammenfassung des Comic-Salons mit Eckart Breitschuh, Stefan Dinter und Sascha Thau, in dem auch in der ersten halben Stunde ausführlich über den Comic Clash, den ICOM-Preis und natürlich den Max-und-Moritz-Preis diskutiert wird. Lobende Erwähnungen gibt es unter anderem für den in UPDATE 3 verlinkten Comicgate-Artikel von Mark-Oliver Frisch sowie auch diesen selbigen Blogeintrag, den ihr gerade geöffnet habt.

Daran seht ihr schon, die drei sind in etwa auf meiner Wellenlänge und fassen die Diskussion und die Kritik an Deutschlands prestigeträchtigstem Comicpreis ebenso unterhaltsam wie treffend zusammen. Mein Lieblingszitat stammt von Eckart Breitschuh. Der sieht den Grundtenor des Preises nämlich auch als "massives Feuilleton-Dünkel: Die glaben echt, ihre Scheiße stinkt nicht."

Also unbedingt anschauen! Wer's nicht gesehen hat, kann auch nicht mitreden! Hier geht's zum Video!

P.S. Irgendwann gestern hat der Blogeintrag hier übrigens die 666 unique visits geknackt. Danke allen fürs Lesen und weiter verteilen und den Kommentatoren unten für die spannende Diskussion!

UPDATE 4:

Splashcomics haben mittlerweile die Videomitschnitte der erwähnten Panel-Diskussionen hochgeladen. Ich hab sie euch hier verlinkt.

UPDATE 3:

Mein Comicgate-Kollege Marc-Oliver Frisch, Übersetzer von u.a. The Walking Dead, hat auf comicgate.de das Gluabwürdigkeitsproblem mit dem Max-und-Moritz-Preis mal von der anderen (und wesentlich produktiveren) Seite angegangen. Laut ihm verspielt nämlich eher die Atherrenriege in der Jury die Glaubwürdigkeit des Preises, als ein Publikumspreis für einen deutschen Manga. Sehr lesenswert.

UPDATE 2:

Christopher Franz hat uns im Titel-Magazin heute gezeigt, dass man aufgeblasenen Elitarismus tatsächlich sogar noch weiter treiben kann. Ich denke, der Artikel ist es wirklich nicht wert, hier noch einmal ausführlich kommentiert zu werden. Da reicht es wohl einfach zu sagen: Alles hier folgende, plus die Kommetare. Hoch zwei.

Nur kurz noch: Wenn Herr Franz meint, die Halbwertszeit von Grablicht läge weit unter zwei Jahren, hat der Mann wohl irgendwie übersehen, dass der Manga (in diversen Versionen und Instanzen) seit mittlerweile acht Jahren veröffentlicht wird und sobald kein Ende in Sicht ist. Und wer meint, Kriterium für einen Publikumspreis wäre intellektueller Anspruch, hat sowieso irgendwas nicht verstanden.

UPDATE 1:

Thomas Vorwerk hat die Kritik an seinem FAZ-Artikel unten in den Kommentaren als abgemeldet selbst hier kommentiert. Ich habe mittlerweile auch (viel zu) ausführlich drauf geantwortet.

Hier findet ihr noch einen weiteren Artikel, diesmal zu Zitaten aus der Berliner Zeitung, der die Politisierung des Festival ebenfalls auf die Nerven geht, allerdings auf eine sehr seltsame Art.



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Der diesjährige Comic-Salon Erlangen ist vorbei, und abschließend kann man durchaus eine gesteigerte Präsenz des deutschsprachigen Manga auf dem Festival feststellen, die sich erfreulicherweise in diversen Auszeichnungen für heimische Manga-Künstler niederschlug.

So gab es dieses Jahr zwei Panels zu deutschen Manga, die beide von engagierten Redakteurin und Autorin Anne Lail Delseit geleitet wurden, die auch einen Artikel zu zehn Jahren Germanga in der zum Salon erschienenen neuen Comixene 114 verfasst hat. Das erste unter Organisation von Animexx enstandene Panel beschäftige sich mit dem Schwerpunkt Doujinshi, das zweite Panel unter dem Titel Germanga versammelte einige der besten deutschen Zeichner (Daniela Winkler, Melanie Schober, Alexandra Völker, Nina Nowacki, Marika Herzog und David Füleki), um über die Probleme mit der Anerkennung aus der eigenen Szene, Vorurteilen und das berüchtigten Germanga-Bashing zu diskutieren.

Zudem gab es erstmalig in Erlangen dieses Jahr einen Manga-Markt nach Vorbild des Doujinshi-Marktes der Leipziger Buchmesse, ebenfalls organisiert von Anne Delseit. Der Messeleitung war das komische Manga-Volk dann wohl doch nicht wichtig genug, um es angemessen im Rahmen des Salons zu präsentieren. Denn anders als das Comic-Clash-Zelt, das prominent an der Durchlaufsader zum Haupteingang mitten auf dem Rathausplatz stand, wurde der Manga-Markt an einer entlegenen Ecke zwischen Biergarten, der Rückseite des Clash-Zelts, einem Springbrunnen und einer Hauswand eingepfercht, soweit wie möglich entfernt von den anderen auf dem Platz befindlichen Comichändlern, dem Eingang, der Bühne mit den Cosplay-Wettbewerben oder überhaupt zufällig vorbeilaufenden Menschen. Eine Kennzeichnung oder Beschilderung fehlte völlig. Wir erfuhren vor Ort sogar, dass wir offiziell nicht mal Teil der Messe, sondern des Wochenmarktes waren. Dementsprechend dürftig war auch der Aufbau in Bierzelt-Optik. Alles in allem ein ziemlicher Reinfall. Das wird beim nächsten Mal hoffentlich besser. Sonst müssen wir den Erlangener Manga-Markt leider unter Zeitverschwendung zur Akte legen.    

Kommen wir lieber zu etwas Erfreulicherem, nämichen den Preisträgern: So nahm der ewig umtriebige David Yeo Füleki den ihm bereits kürzlich vom Goethe-Institut unterstellten ICOM-Independent-Comic-Preis für herausragendes Artwork in seinen meist Entoman featurenden Comics für den Kleinverlag Delfinium Prints mit nach Hause. Hierzu kann man natürlich anmerken, dass ebendiese Comics aktuell beim Großverlag Tokyopop neu nachgelegt werden. Man darf aber nicht vergessen, dass Tokyopop im Gegensatz zu EMA, Planet Manga und Carlsen Manga tatsächlich ein unabhängiger Comicverlag ist, nur eben der mit der größten Auflage Deutschlands (ja, noch vor Reprodukt, liebe Graphic-Novelisten!) 

Über die Definition von Independent und Förderbedürftigkeit im Umfeld des ICOM lässt und ließ sich ja schon lange diskutieren. Warum ein seit Jahrzehnten veröffentlichender Autor wie Schwarwel, der den Hauptpreis für den besten Independent-Comic abräumte, diesen noch nötig hat, kann man sich genauso gut fragen. Erfreulich am disjährigen ICOM-Preis ist jedenfalls die Offenheit gegenüber weniger auf hochgeistige Intellektualität abzielenden Comics: Neben David Füleki wurden noch Horrorschocker-Herausgeber Levin Kurio und die unterhaltsame Sci-Fi-Tash-Adaption Perry, unser Mann im All ausgezeichnet. Hier zeigte sich die ICOM-Jury deutlich weniger verkrampft als ihre Kollegen beim Max-und-Moritz-Preis. Aber dazu später mehr.   

Die nicht minder aktive Herausgeberin und Zeichnerin Olivia VenusKaio, die unter anderem für den Schwarzen Turm an Anthologien wie Paper Theatre, Blütenträume oder den Subway to Sally Storybooks arbeitete, erhielt mit dem Ehapa-Comicstipendium einen hochdotierten Verlagsförderpreis. Aktuell veröffentlichte sie den Zombie-Comic Endzeit.

Die dritte wichtige Auszeichnung ging an Daniela Horrorkissen Winkler, die sich den Max-und-Moritz-Publikumspreis für ihre Vampir-Serie Grablicht sicherte. Dies ist umso erstaunlicher, da Grablicht für so ziemlich alles steht, was die M&M-Jury, in der seit gefühlten Jahrzehnten dieselben Leute sitzen, die eigentlich auch immer nur dieselben Verlage (Carlsen, Avant und Reprodukt - auch dieses Jahr wieder) und Künstler (neben Jens Harder sind jetzt auch Flix und Isabel Kreitz zweifache Preisträger) auszeichnen, gerne links liegen lassen. Das meint hier nicht speziell Vorbehalte gegen Manga oder gar deutsche Manga, sondern eher ein allgemeines Jury-Problem mit Unterhaltung um der Unterhaltung Willen. Panini haben es beispielsweise mittlerweile aufgegeben, ihre zahlreichen DC- und Marvel-Titel für den Preis einzureichen, den sie eh nie gewinnen werden. Man sehe dazu auch Stefan Pannors Artikel auf seinem Blog vor einigen Wochen. Inhaltsschwangere Graphic Novels, die eher mit angenommener "Wichtigkeit" als mit Lesevergnügen glänzen, sind zweifelsohne immer die Jury-Favouriten gewesen. Nun hat das M&M-Publikum ein Statement gegen den konservativen, bildungsbürgerlichen Gestus des Preises gesetzt.

Doch anstatt dies als Aufhänger zu nutzen, den deutschsprachigen Manga in Presse und Comicszene endlich mal zur Kenntnis zu nehmen und die Leistungen der jungen, sich rasant entwickelnden Künstler anzuerkennen, spielen die altehrwürdigen Comic-Schildbürger lieber beleidigte Leberwurst. So wollen die Enthüllungsjournalisten von @Rohrhirsch Max-und-Moritz-Juristen lautstark über das Ergebnis des Publikumsvotings ablästern gehört haben - freies Zitat: "Man sieht ja, was dabei rauskommt." Link1 Link2 Link3

Der Tagesspiegel übt sich in ebenfalls in Enthüllungen und merkt zum Publikumssieg von Grablicht lediglich die vermeintlich geringe Publikumsbeteiligung von rund 1300 Stimmen an, was der Berliner Comicladen Grober Unfug auf seinem Twitter-Account wiederum zum Anlass nimmt, die Zahl mit der Auflage ihres Hauslieblings Fil (ca. 50.000) gegenzurechnen und gleichzeitig die mangelnde Verfügbarkeit des Gewinnerbandes anzumerken. Hierbei sollte man allerdings nicht den neuen Verlag Delfinium Prints und schon gar nicht die Autorin in die Verantwortung nehmen, sondern lieber der ursprünglichen Verlag Droemer/Knaur, welcher nach dem Aus seines Comicstars-Labels dessen verbliebene Exemplare eiskalt einstampfen ließ, ohne die Künstler auch nur davon zu benachrichtigen.

Den Vogel abgeschossen hat aber mal wieder die FAZ, dienstälteste Instanz des unterhaltungsfeindlichen deutschen Bildungsbürgertums im Geiste Adornos und Horkheimers und unerschütterlicher Hofherr des GraNo-geschwängerten Comic-Snobismus. Dort jedenfalls kommentierte Autor Thomas Vorwerk den Ausgang des Publikumsvotings mit folgenden Worten:

Angesichts einer sehr netzaktiven Künstlerin, deren Werk auch als Webcomic erscheint, sollte man hier aufgrund des viralen Schneeball-Prinzips, das schon Bud Spencer ein Schwimmbad bescherte, das Abstimmungsverfahren überdenken und sich die Frage stellen, ob das Ergebnis einer Internetabstimmung tatsächlich demokratisch und qualitativ vertretbar ist.

Ich glaube, wenn ich anfange aufzulisten, was an dieser Aussage alles falsch ist, endet dieser Blogeintrag frühestens nach weiteren 5000 Wörtern. Darum lasse ich das jetzt einfach mal so stehen, damit ihr euch das "qualitativ vertretbar" noch ein bisschen auf der Zunge zergehen lassen könnt.

Traurig ist jedenfalls, dass sich ein Panel auf dem Comic-Salon mit den Vorurteilen, Angriffen und Diskreditierungen aus der Szene selbst auseinandersetzt und es dann ein feulletonistisches Leitmedium schafft, selbst diese "Saku-chans88_2" (Zitat aus dem Panel) noch an Einfältigkeit in den Schatten zu stellen. Herzlichen Glückwunsch! das Germanga-Bashing erhält endlich auch Einzug in die deutschen Tageszeitungen!

Es ist noch ein langer, langer, langer Weg ...
 
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Datum: 11.06.2012 14:36
Ein schöner Beitrag mit vielen traurigen Worten.

Schade, dass Germanga immer nicht als das anerkannt wird was es ist, eine unheimlich schwere Arbeit bis zur Beendigung in der viel Herzblut steckt.
...öhm xD Kekse?
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Datum: 11.06.2012 14:51
Was, was, was? Das gemeine Fussvolk durfte über Comics abstimmen? Unfassbar! Es hat mich gerade so brüskiert, dass mir mein Monokel in den Earl Grey Tea gefallen ist!

Scherz beiseite, diese dummschwätzenden Snobs die meinen, alle Unterhaltungsmittel müßten auf tiefphilosophischen Problemen aufbauen, kann ich nicht ernst nehmen. Wenn ihnen der Gedanke derart fremd ist, dass man Filme, Bücher oder Comics auch (nicht nur) zur Entspannung, Ablenkung oder Spaß anschaut/liest, sind es definitiv die falschen Leute um darüber zu urteilen. Schade nur, dass gerade die immer soviel Raum zugewiesen kriegen, um ihren Unmut kundzutun.
Ich sage nicht, dass man keine Ansprüche haben darf, aber gerade in den letzten Jahren merke ich, dass dieses ernste Getue einfach Überhand nimmt und nur noch albern wirkt.
Die Snobs können noch so sehr mit schwierigen Fremdwörtern und komplizierten Sätzen um sich werfen: für mich sind die mittlerweile die reinste Lachnummer geworden und ich hoffe nur, viele andere Leute sehen das genauso und nehmen sich deren Geschwätz nicht zu Herzen.

Muahahaaaa! Black Humor ahead: My Neighbour Dracula and Franken Bishi
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Datum: 11.06.2012 15:20
Wo kommt eigentlich die absurde Ansicht her, das Internet wäre nicht "demokratisch" genug?
Ich muss den Definitionsbestandteil von Demokratie überlesen haben, in dem stand, dass es nur analog über Handzettelchen und am besten nur von den snobistischsten Snobs geschehen darf.
Wenn das Internet nicht "volksnah" ist, was denn dann?
Solchen Schlumpfgesichtern müsste man sprichwörtlich eine klatschen.
Dann rutscht das Hirn vielleicht wieder in die Fassung...

Sonst: Schön geschrieben und zusammen gefasst! :3
Sorata Suijizaha liebt das weibliche Geschlecht, ist ein Vielfraß und Chaot und unglaublicherweise ist er der Einzige, der die Welt retten kann!
Zum Glück - für alle - stehen ihm treue Gefährten, wie die wunderschöne Magierin Youko Tadashi, zur Seite.
http://www.animexx.de/doujinshi.php/zeichner/139504/output/15960/
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Datum: 11.06.2012 18:06
das nennt man ja auch Publikumspreis und nicht Jury-votet-welcher-comic-am-besten-ist!

wenn die leute den manga gut finden warum sollten sie nicht dafür voten? am schluss zählt was sich verkauft und nicht was tiefgründiger ist
Datum: 11.06.2012 19:16
Ignoranz mach leider nicht mal vor der gebildeten Klasse halt. Schade auch, dass sie auf pseudotiefgründige Werke reinfallen. Goetes Satz "Versucht nur die Menschen zu verwirren, sie zu befriedigen ist schwer." scheint wohl bis heute und trotz all unserer Bildung seine Wirkung nicht zu verfehlen.
Schöner Artikel.
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Datum: 11.06.2012 22:31
Daniela hat niemanden gezwungen abzustimmen, sie hat einfach eine treue Fangemeinde. Und jetzt, wo ich Grablicht hier mal gelesen habe, verstehe ich warum. Die Geschichte ist auf eine süße Art unterhaltsam, halt sympatisches Shojo (mit viel Blut, öchöm). Jedenfalls: Ich hab mich sehr für sie gefreut, als ich gehört habe, dass sie abgeräumt hat. Ansonsten interessant, wie's hinter den Kulissen (wieder) zuging. Eieiei ...

Ich empfehl das hier mal :-).
http://www.the-wired.de - Bilder/Comics/Log
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Datum: 12.06.2012 00:19
Wenn die 5000 Worte zusätzlich mal noch was Positives bringen würden, würd ich sie gern lesen.
Traurig, das ganze.

Gratz an die 3 :)
Jesus rockt!
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Datum: 12.06.2012 11:17
Schöner Bericht!

Hast du zu dem letzten Abschnitt grad mal noch ´nen Link parat?
Ich find irgendwie so wenig zu den ganzen Comic Salon-Happening.
Meine Homepage: www.MANGA-MADNESS.de
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Datum: 12.06.2012 11:40
Yeo:
> Hast du zu dem letzten Abschnitt grad mal noch ´nen Link parat?
> Ich find irgendwie so wenig zu den ganzen Comic Salon-Happening.

Hier ein paar Artikelübersichten:

Comicgate
mycomics
graphic-novel.info
splashcomics

Auf Splashcomics gehen in den nächsten Tagen sicher auch noch die Videomitschnitte von den Panels online.
***75 KT + bis zu 3 Items für jeden Teilnehmer abzustauben! Infos hier!***
***Blog zu deutschen Manga-Publikationen***
Oder hier: http://twitter.com/Demon_Zeparu
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Datum: 12.06.2012 12:34
Q:

> Wenn Grablicht für das steht, was die MM Jury immer auszeichnet, dann ist es doch übnerhaupt nicht erstaunlich.

Da wurde beim Editieren auch ein Stück Satz verschluckt. Danke, wurde ausgebessert.
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***Blog zu deutschen Manga-Publikationen***
Oder hier: http://twitter.com/Demon_Zeparu
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Datum: 12.06.2012 19:04
Done. Kein Ding, ich steh zu meinen Schreibfehlern! ;)
***75 KT + bis zu 3 Items für jeden Teilnehmer abzustauben! Infos hier!***
***Blog zu deutschen Manga-Publikationen***
Oder hier: http://twitter.com/Demon_Zeparu
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Datum: 13.06.2012 11:57
Jitsch:
> Also, der Feuilletonist der Berliner Zeitung sieht das scheinbar ähnlich wie du:

Tut er nicht. Warum, steht im nächsten Blog:
http://animexx.onlinewelten.com/weblog/256872/584102/
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Datum: 13.06.2012 17:00
Tach auch,
hier der vermeintliche "Snob", der für die FAZ schrieb. Die 5000 Zeichen würde ich auch gern lesen. Hier nur folgende Erläuterungen: 1. Bashe ich nirgends Deutsche Mangas, wie ich auch demnächst bei einer Rezension zu "Grablicht" (Band 2) auf satt.org erläutern werde.
2. Weiß ich, dass ein Publikumspreis vom Publikum gewählt wird. Aber wenn die Wahl vor allem etwas darüber aussagt, wer am besten in sozialen Netzwerken integriert ist, so ist das ein Problem. Die Handzettel, die am Donnerstag in Erlangen auslangen, sind wahrscheinlich von so ziemlich jedem Besucher ausgefüllt worden, und das waren alles Comicleser, die sicher den einen oder anderen Comic auf der Liste kannten. Wenn die auch Daniela Winkler favorisiert haben, dann ist das voll in Ordnung. Aber ich weiß, wie es bei Internet-Votings läuft. Da werden Freunde und Freundesfreunde aktiviert, und selbst, wenn die womöglich tatsächlich Danielas Comic gelesen haben und sich dafür interessieren, wäre es halt interessanter, das Votum einer unsortierten "Comic-Brut", wie sie in Erlangen zugegen war, zu erfahren.
Thomas Vorwerk
Datum: 13.06.2012 17:08
Ach ja, eines noch. Ich hätte wahrscheinlich für "Fennek" von Lewis Trondheim und Yoann gestimmt. Was ein sehr unterhaltsamer, nicht unbedingt nur für Kinder geeigneter Comic ist. Charles Burns, "Marzi", "Das tapfere Prinzlein", Lorenzo Mattotti und Flix sind allesamt sehr unterhaltsam, und mein Text soll ja nicht meine persönlichen Vorlieben spiegeln, sondern auch die Trends, die natürlich von der snobistischen Jury, den snobistischen Verlagen, den snobistischen Journalisten und nicht zuletzt dem snobistischen Publikum mitgeprägt werden. Ich lese übrigens auch Mangas. Und nicht nur politisch relevante.
Der Snob
Datum: 13.06.2012 17:24
Sehr geehrterer Herr Vorwerk,

ich verstehe das Problem, dass Sie mit Internetvoting haben, ABER trotzdem verstehe ich in ihrem Artikel die Unterstellung nicht, die indirekt aussagt, dass Danielas Fans weniger Stimmwert haben als andere und sie ausserdem durch "unlautere Mittel" auf Stimmfang gegangen wäre.
Das ist nicht so.
Facebook, Twitter und andere soziale Medien zu nutzen sind frei für jeden Künstler zu nutzen. Das ist nicht Danielas Privileg. Sie hat die Abstimmung nicht durch den puren Einsatz einer kellyfamilyartigen Familienbande gewonnen, sondern weil sie sich über die Jahre ihre Leser und Fans hart erarbeitet hat.
Das passiert nicht einfach so, sondern weil die Leser ihren Comic gut und unterhaltsam finden.
So viele Cousins und Cousinen kann man gar nicht haben.

Die Verbreitung von Comics über das Internet sind ein Fakt über den wir uns in der Comicszene freuen sollten. Noch mehr Künstler sollten das Netz nutzen, um ihren Comic zu bewerben, denn das ist die beste Methode, um auch ausserhalb des kleinen Comicghettos Gehör zu bekommen.
Wir können uns nicht mehr zurücklehnen und darauf hoffen, dass die Verlage unsere Comics bewerben und Leser sie einfach so entdecken.

Daniela hat es genau richtig gemacht. Und ich finde, das sollte man ihr gönnen.
Datum: 13.06.2012 17:49
Einen direkten Eingriff von Daniela unterstelle ich keinesfalls (dazu habe ich mir ihre Facebook-Seite auch nicht ausreichend durchgeblättert), und aus Ihrer Sicht hat sie es auch richtig gemacht, aber ich bin z.B. Filmkritiker, und wenn der Panorama-Publikumspreis auf der Berlinale ermittelt wird, bekommt man nach dem Kinobesuch einen Zettel, auf dem man eine "Schulnote" ankreuzt, und daraus wir ein (oft überraschender) Gewinner ermittelt.
Mir wäre es halt lieb, wenn die Auszeichnung direkt aussagt, dass das Publikum (und damit meine ich irgendwie auch die Erlangen-Besucher) auf den Gewinner steht (zugegeben ist da die Einschränkung auf nur 3 Publikums-Nominierungen auch ein Riesen-Problem), und nicht einen Gewinner, der die am besten organisierten Fans hat. Zugegeben, bei nahezu jedem Votum gibt es die Gefahr einer "übermäßigen Einflussnahme" bestimmter Personen oder Gruppen (man kann ja auch am Donnerstag in Erlangen stapelweise Handzettel sammeln und mit Kreuzen versehen - es gab ja nicht einmal was zu gewinnen, wofür man seinen Namen reinschreiben müsste), aber Internetvoting (und zwar nicht nur bei Comics) ist für mich fast am dubiosesten. Jetzt mal völlig losgelöst von irgendwelchen direkten Vorwürfen. Flix hätte sicher auch einige Fans mobilisieren können, aber alle ausländischen Künstler konnten ja (ohne fähige Fanclubs) nicht so auf das Votum eingreifen - und deshalb bin ich unzufrieden. Da muss es eine bessere Lösung geben (auch, was die Publikumsnominierungen angeht, die schon frühzeitig Lager für die "normalsterblichen" Wähler errichten). Von mir aus gerne 20 nominierte Mangas und auch ein Gewinner, aber nicht so, wie es diesmal lief.
Der Snob
Datum: 13.06.2012 20:05
Aber da finde ich eine örtlich gebundene Abstimmung auch nicht gut. Mit ein bisschen Überspitzung kann man sogar sagen, die sei genauso schlecht. Wenn man es ganz genau nimmt, dürften auch nur Menschen abstimmen, die alle Titel gelesen und sich eine Meinung darüber gebildet haben. Und das sind dann sehr viel weniger als 1000 Stimmen.

Bei einer Befragung ausschließlich der Salon-Besucher hat man auch wieder ein Ungleichgewicht. Zunächst werden die Besucher generell Comics den Mangas vorziehen (was jetzt ohne jegliche Wertung dahingestellt sei) und außerdem hat man ein geografisches Ungleichgewicht, da die meisten Besucher aus dem Raum Erlangen kommen werden.

Ich denke übrigens, dass man es nicht schaffen wird, mit angemessenem Aufwand eine ausgewogene, repräsentative Umfrage für den Publikumspreis zu etablieren.
Internet, Bastelkrams, Techik und allgemeine Geekerei - schau vorbei :3
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Datum: 13.06.2012 20:57
Ich finde diese Art von Publikumsvoting auch nicht gerade ideal, eben weil die Qualität halt auch leicht mal untergehen kann und die wenigsten Voter zumindest die Hälfte der Titel gelesen haben werden.
Allerdings: War das nicht jedem von vornherein klar? Jeder vernünftige Mensch, der halbwegs weiß wie das Internet heutzutage funktioniert, muss doch von selbst drauf kommen, dass da nicht nur Comicspezialisten, die jeden Titel auf dem Markt gelesen haben, voten werden. Sich im nachhinein darüber zu beschweren ist irgendwie dämlich. Wobei das wohl auch nicht die Veranstalter sein werden, die da auf beleidigt machen.
Datum: 14.06.2012 02:05
... Publikumsbeteiligung von rund 1300 Stimmen an, was der Berliner Comicladen Grober Unfug auf seinem Twitter-Account wiederum zum Anlass nimmt, die Zahl mit der Auflage ihres Hauslieblings Fil (ca. 50.000) gegenzurechnen und gleichzeitig die mangelnde Verfügbarkeit des Gewinnerbandes anzumerken.

Ein wenig Aufklärung nebenbei:
die Auflage von 50 000 bezieht sich auf alle 13 Ausgaben. Also 15 Jahre zusammen gerechnet. Wenn Daniela Winkler 15 Jahre Comics machen würde, dann wäre ihre Auflage wohl 10 oder 100mal höher als 50 000. Deswegen hat dieser Vergleich nichts zu bedeuten.
Der Max&Moritz Preis ist verdient.

Das Voting System ist eigentlich gut, denn man kann nur einmal eine Stimme abgeben und man muss sich anmelden um eine Stimme abzugeben. So werden es Manipulationen schwer gemacht.

Und es waren nicht 1300 Stimmen, sondern 1.724 Stimmen (ich vermute Grablicht hat von 1724 Stimmen 1300 Stimmen erhalten und bei der Podiumsdiskussion wo die Zahl 1300 fiel hat man sich vertan)
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Datum: 14.06.2012 11:37
So, wieder halbwegs nüchtern, dann tipp ich hier nochmal eine ausführlichere Auseinandersetzung mit dem besagten Zitat zusammen, um die ich jetzt schon merhfach gebeten wurde. Mal sehen, ob ich auf 5000 Wörter komme ...

Zuerst einmal hat es mich, Herr Vorwerk, sehr gefreut, dass Sie den Weg zu Animexx gefunden haben und zudem genug Humor besitzen, sich den User-Namen abgemeldet zu geben. Das macht Sie für nicht jedenfalls gleich wieder ein großes Stück sympathischer, und damit haben Sie meine Erwartungshaltung gegenüber der FAZ-Redaktion in jedem Fall wieder etwas ausgebaut!

Mein erstes großes Problem, das Zitat betreffend, ist die Sache mit Bud Spencer und dem Schwimmbad, die ja als Vergleich herangezogen wird. Und der Vergleich hat nicht mal Beine zum Hinken. Auf der einen Seite haben wir ein paar einzelnen Chaoten, die eine öffentliche Abstimmungsmöglichkeit für einen offensichtliche Spaßaktion missbrauchen, damit überraschenderweise viral gehen und nach bester 4-chan-Manier genug Spaßvögel finden, die den Scherz mitmachen und sich so gegenüber den ernstgemeiten Vorschlägen durchsetzen. Auf der anderen Seite haben wir eine etablierte deutsche Mangaserie, deren Autorin sich über mittlerweile acht Jahre hinweg mühsam eine Fangemeinde aufgebaut hat, welche wiederum irgendwie mag, was die Autorin tut (sonst wären sie ja keine Fans von ihr) und diesem Wohlwollen dann wiederum in einer Publikumsabstimmung Ausdruck verleiht.

Mit dem Vergleich unterstellen Sie allerdings, dass es denjenigen Leuten, die für "Grablicht" abgestimmt haben, gar nicht um "Grablicht" selbst ging, sondern darum, sich einen Scherz zu erlauben, indem sie den lächerlichsten Vorschlag als Gag durchvoten und so den Max-und-Moritz-Preis sabotieren. Und davon fühle ich mich, wie wahrscheinlich alle anderen "Grablicht"-Leser auch, persönlich angegriffen. Das war keine Scherzwahl. Die Leute, die für "Grablicht" abgestimmt haben, haben das nicht als Scherz getan, sondern weil sie "Grablicht" mögen.

Davon haben mehr Leute den Weg zur Abstimmung gefunden als bei anderen Titeln, und das hat natürlich mit Danielas Online-Präsenz zu tun sowie mit der Tatsache, dass eine Teilabstimmung über Animexx ein Heimspiel für sie ist. Aber die heimliche Unterstellung, die geschätzten 500+ Leute, die für "Grablicht" ihre Stimme gaben, kennen oder mögen die Serie eigentlich gar nicht, sondern machen das nur aus Gag oder weil sie irgendwen kennen, ist nicht in Ordnung. Was hier wirkte, war kein virales Schneeballprinzip, sondern der aktive Einbezug der eigenen Fangemeinde, und das hätte jeder andere nominierte Künstler genauso tun können.

Daher zieht für mich auch das Argument mit der Benachteiligung ausländischer Künstler irgendwie nicht. Wenn diese sich in dem Maße für ihre deutsche Fangemeinde und den Max-und-Moritz-Preis interessieren würden, wie Daniela das tut, hätte nichts in der Welt sie davon abhalten können, genau das gleiche zu tun. Dann hätte auch ein Kirkmann in seinem Blog einen Aufruf "to my German fans" starten können. Oder ein Urasawa. Tun sie aber nicht. Warum? Weil Deutschland viel zu weit weg ist. Weil Erlangen viel zu klein ist. Weil sie andere Dinge im Kopf haben. Ich bezweifle, dass Urasawa überhaupt mitbekommen hat, dass der nominiert war. Selbst wenn es ihm jemand gesagt hätte, er hätte es wohl fünf Minuten später wieder vergessen. Ich stelle mir das Szenario, hätte Urasawa gewonnen, immer so vor: Urasawa schwer beschäftigt überm Zeichentisch gebeugt, Redakteur kommt kurz rein, sagt: "Übrigens, du hast gerade einen deutschen Publikumspreis gewonnen!" - Urasawa, horcht kurz auf, sagt: "Aha", und zeichnet weiter.

Ganz ehrlich: Ich finde es absolut richtig so, dass ein deutscher Publikumspreis an jemanden geht, die für ihr deutsches Publikum auch aktiv da ist. Die man auch mal anschreiben und/oder persönlich treffen kann. Bei einem Publikumspreis geht es für mich nicht nur um irgendwelche angenommenen objektiven Qualitätskriterien, sondern entscheidend ist, wie gut das Verhältnis zwischen Publikum und Werk/Künstler ist. Und das ist in Danielas Fall eben ausgezeichnet.

Und was die anderen deutschen Nominierungen angeht: Ja, deutsche Manga-Zeichner besitzen die aktivere und engagiertere Fangemeinde, weil die Manga-Szene eben stark auf aktive Partizipation ausgelegt ist (Cosplay, Fanart etc.). Dann wird eben eher einer Marika Herzog ein Fan-genähtes, knapp meterhohes Plüschtier zu ihrer Serie geschenkt als einem Reinhard Kleist. Dafür wird letzerer eben von Feuilleton zu Feuilleton geschleift (was man von deutschen Manga nicht gerade behaupten kann) und hat ja auch schon seinen Jury-Preis in der Tasche.

Manga-Fans sind aktiver im Internet und engagieren sich leichter für ihre Künstler. Aber soll das jetzt wirklich ein Vorwurf sein? Sollte man das nicht lieber als Anregung nehmen für alle anderen Künstler, sich ähnlich intensiv mit ihren Fans und Lesern auseinanderzusetzen? Um mal das vermeintliche Jury-Zitat aufzugreifen: "Man sieht ja, was dabei rauskommt." Ja, sieht man. Wer sich um seine Fans kümmert, wird von seinen Fans belohnt.

Für vermeintliche Qualitätsurteile hat man die Jury, für die Beziehung zwischen Künstlern und heimischen Lesern gibt es den Publikumspreis. Und da hat Daniela einfach von allen nominierten des besten Stand und damit auch absolut verdient gewonnen. Daran gibt es einfach nichts zu rütteln, unabhängig davon, was man von "Grablicht" qualitativ hält. Man muss "Grablicht" nicht mögen, aber die Leute, die es mögen, tun das halt mit besonders viel Hingabe. Das muss man einfach respektieren, und das hat Ihr Artikel nicht getan, ganz im Gegenteil.

Stattdessen geht Ihnen die "qualitative Vertretbarkeit" über alles, was man in diesem Kontext einfach nicht anders lesen kann, als das Sie Grablicht für Mist halten, der den Preis nicht verdient hat, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, was Sie daran nicht mögen oder ob Sie es überhaupt schon gelesen haben. Und das kann man schwerlich anders verstehen, als dass Sie der Ansicht sind, die Leute, die für "Grablicht" abgestimmt haben, wüssten nicht, was gut ist (oder es wäre ihnen egal). Und das ist, wie auch Daniela schon auf Twitter schrieb, ein ziemlich böser Tritt gegen ihre Fans.

Ihr Argument mit der Demokratie verstehe ich auch irgendwie nicht. Wie können Sie behaupten, eine Abstimmung, bei der jeder User zuerst registriert sein muss und dann genau einmal abstimmen kann, wäre nicht demokratisch? Laufen unsere Politwahlen nicht irgendwie ganz genauso? Ist eine Registrierung mehr Arbeit als ein Gang ins Wahlbüro? Sie sagen, sie hätten für Trondheim gestimmt? Warum haben Sie es denn nicht getan? Das klingt für mich irgendwie nach den Leuten, die zu faul sind, zur Wahl zu gehen und sich hinterher beschweren, dass die olle Merkel schon wieder auf dem Thron sitzt. Herr Vorwerk, Sie sind das Publikum! Wenn Sie von Ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch machen, können Sie doch nicht die Leute für die Wahlergebnisse angreifen, die es getan haben! Oder gar die Wahl selbst. Und selbst wenn Sie es getan haben, muss man in einer Demokratie eben auch mal die Enntscheidung der Mehrheit akzeptieren. Und da finde ich 1724 Stimmen durchaus eine statistisch relevante Größe.

Außer natürlich, Sie halten die Masse für dumm und nicht in der Lage, repräsentative Entscheidungen zu treffen, gerade in Kulturdingen. Die Kollegen Horkheimer und Adorno schweben ja irgendwie auch heute noch als Rachefurien über dem FAZ-Feuilleton und monieren jeglichen kulturellen Ausverkauf. Deswegen schreibt ein Herr Platthaus ja auch am liebsten zu Dingen, wenn sie in Deutschland noch keine Sau kennt, ganz zu Erheiterung der deutschen Verleger, die sich die feuilletonistische Unterstützung lieber dann gewünscht hätten, wenn die besprochenen Werke dann auch tatsächlich bei uns erscheinen.

Jedenfalls halten Sie entweder Massen für entscheidungsunfähig, oder aber Sie sind der Meinung, Demokratie dürfe nicht über das Internet stattfinden. Das wäre dann quasi so, als würden Sie der Piratenpartei vorwerfen, die wäre nicht demokratisch, weil ihre Mitglieder aktive Twitter-Accounts und Blogs unterhalten. Dann wären auch Online-Petitionen nicht demokratisch.

Für mich war die Abstimmung jedenfalls demokratisch absolut wasserdicht, und nur weil einige Leute näher am Wahlbüro wohnen als andere, macht das die Sache nicht automatisch undemokratisch. Zumal man noch die Möglichkeit der Briefwahl hatte. Das alles berührt übrigens noch gar nicht die Frage, ob eine Publikumsabstimmung überhaupt demokratisch sein muss und in welchem Gesetz das steht. Aber der Punkt hat sich damit hoffentlich eh erledigt.

Soviel zu Ihrem FAZ-Zitat. Nun noch kurz zu den letzten Kommentaren:

DerSnob schrieb:
1. Bashe ich nirgends Deutsche Mangas, wie ich auch demnächst bei einer Rezension zu "Grablicht" (Band 2) auf satt.org erläutern werde.

Es freut mich natürlich, dass Sie "Grablicht" besprechen wollen, nur würde es mich noch etwas mehr freuen, wenn das tatsächlich in der FAZ passiert, wo Ihre Zwischen-den-Zeilen-Meinung jetzt wohl unkommentiert so stehen bleiben wird. Insgesamt ist "Grablicht" jetzt aber in eine Position manöviert worden, wo der Manga quasi exemplarisch für das gesamte deutsche Manga-Schaffen steht. Und da hat der Manga jetzt doch etwas große Schuhe an. Denn selbst wenn Ihnen oder einem anderen Journalisten "Grablicht" nicht gefallen sollte, was man ja absolut verstehen könnte, gäbe es da noch so viel mehr zu entdecken.

Vielleicht jagen Ihnen ja auch die Musikszenen in Christina Plakas "Yonen Buzz" eine Gänsehaut über die Arme. Vielleicht freuen Sie sich über den Dresdner Lokalkolorit in Marika Pauls "Royal Lip Service"? Vielleicht gefällt Ihnen auch die respektlose Neuinterpretation des "Struwwelpeter" durch David Füleki? Oder die eigenwilligen Nacherzählungen klassischer Märchen im "Grimms Manga Sonderband"? Vielleicht schmunzeln Sie über den chaotischen Humor in Stella Brandners "Todernst" oder René Scheibes "Puppenkrise", oder bewundern die dynamische Strichführung und Komposition in Marika Herzogs "Grimoire" (so ab Band 2). Vielleicht finden Sie auch den perfekten Stoff für einen künftigen deutschen Jugendfilm in Anike Hages "Gothic Sports" oder Melanie Schobers "Personal Paradise". Vielleicht begeistern Sie sich in Anna Hollmanns "Stupid Story" auch für androgyne, knutschende Jünglinge mit Lipgloss, die sich fröhlich durch sämtliche Boyslove-Klischees zitieren!

Na gut, letzteres vielleicht weniger. Der Punkt ist, im Zuge des Max-und-Moritz-Preises den deutschen Manga auf "Grablicht" zu reduzieren wäre ebenso fehlgeleitet wie schade. Was wir uns durch den Preis erhoffen, ist ein allgemein gesteigertes Interesse für die deutschen Mangakünstler, und dass hier vielleicht ein Tor aufgestoßen wird, dass sich auch mal die mittlerweile ja erfreulich Comic-affinen Tageszeitungen damit beschäftigen. Das schlimmste wäre, wenn diese jetzt einen kurzen, oberflächlichen Blick auf "Grablicht" werfen und die Tür dann gleich wieder angenervt zuschlagen, weil das nicht so ihre Suppe ist, nach dem Motto, kennste einen, kennste alle. Vielleicht wäre so ein Leitartikel über die aktuelle deutsche Mangaproduktion ja auch mal was für den Herrn Platthaus, da könnte er mal über was schreiben, worüber sonst keine Tageszeitung schreibt!

DerSnob schrieb:
Die Handzettel, die am Donnerstag in Erlangen auslangen, sind wahrscheinlich von so ziemlich jedem Besucher ausgefüllt worden, und das waren alles Comicleser, die sicher den einen oder anderen Comic auf der Liste kannten. Wenn die auch Daniela Winkler favorisiert haben, dann ist das voll in Ordnung. Aber ich weiß, wie es bei Internet-Votings läuft. Da werden Freunde und Freundesfreunde aktiviert, und selbst, wenn die womöglich tatsächlich Danielas Comic gelesen haben und sich dafür interessieren, wäre es halt interessanter, das Votum einer unsortierten "Comic-Brut", wie sie in Erlangen zugegen war, zu erfahren.


Hier verstehe ich Ihr Problem nicht. Die Zettel wurden nach Ihnen reichlich ausgefüllt und gingen auch in die Bewertung mit ein. Wenn wirklich jeder Besucher die am Donnerstag ausgefüllt hat und wir am Ende bei 1724 Stimmen landeten, müsste das doch den überwiegenden Stimmenpool bilden, oder nicht? Tut es natürlich nicht. Wahrscheinlich war die Zahl der am Donnerstag noch dazugekommenen Stimmen verschwindend gering. Und hätte man jetzt nur das gezählt, hätte man sich dort genauso gut die Frage nach der Repräsentativität stellen müssen. Die Manga-Fans reisen in Erlangen zum Beispiel traditionell erst am Samstag an.

Ich verstehe, dass Sie sich eine Abstimmung nach Vorbild der Panorama-Publikumspreises wünschen, wie ihn die Berlinale vergibt. Das ist aber aus mehreren Gründen in Erlangen organisatorisch nicht möglich. Während die Berlinale 10 Tage läuft, von denen man an acht oder neun Tagen für den Publikumspreis abstimmen kann, läuft der Comic-Salon eben nur vier Tage, und da die Gala bereits am Freitag ist, kann man nur am ersten und am schlechtesten besuchten Tag für den Preis abstimmen. Ein tatsächlicher Festivalpreis ist allein deswegen schon weitestgehend unmöglich.

Und selbst wenn Erlangen den zeitlichen Umfang der Berlinale hätte, ergäbe sich noch ein weiteres Problem: Auf der Berlinale werden die Stimmzettel nach den jeweiligen Vorführungen für den entsprechenden Film ausgehändigt. Jeder, der abstimmt, hat also gerade den Film gesehen, über den er abstimmt. Wie will man das bitteschön mit Comics umsetzen? Im Wesentlichen bräuchte man dafür eine Festival-Edition aller nominierten Comics, die auf dem Festival direkt verkauft werden, und von denen jeder Ausgabe ein Stimmzettel für das Publikumsvoting beigelegt ist. Das wäre sicherlich auch irgendwie machbar. Vielleicht könnte man das Zeitproblem auch umgehen, indem man diese Ausgaben schon vor dem Festival in den Handel bringt. Das Problem dürfte eher der unglaubliche Arbeitsaufwand und die mindestens 50.000€ zusätzliche Investitionskosten sein. Nein, ich denke, Erlangen ist schon so nahe an einem Festival-Preis dran, wie es einer Comicveranstaltung möglich ist.

Worüber man aber wirklich nachdenken könnte, und da gebe ich Ihnen absolut recht, wäre, die Stimmzettel auf Notensystem umzubauen. Man vergäbe dann für jeden Comic eine Note von 1 bis 6. Die, die man nicht kennt, lässt man frei. (Und ja, Missbrauch wird es auch da immer geben, keine Frage. Ohne geht es einfach nicht.) Dann hätte man auch gleichzeitig mehr Stimmen insgesamt zu werten. Das Publikum wäre dadurch vielleicht auch eher zu qualitativen Wertungen verführt als zum Pushen persönlicher Lieblinge. Über den Vorschlag sollte die Jury auch jeden Fall mal nachdenken. Der gefällt mir.

@COMICZEICHNER: Danke für die Zahlen! Was ich nur hörte, war, dass "Grablicht" wohl mit überwältigendem Vorsprung gewonnen hat. Es waren jedenfalls deutlich mehr als bloß persönliche (oder auch online-) Kontakte, die dafür abgestimmt haben. Wie gesagt, Arbeit am Publikum gewinnt Publikumspreise. Und zwar auch ganz demokratisch.

So, 2237 Wörter. Na gut soll mal reichen. ^^
Übrigens, falls ihr es noch nicht gesehen habt, hier habe ich noch ein paar Zitate aus der Berliner Zeitung kommentiert.
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***Blog zu deutschen Manga-Publikationen***
Oder hier: http://twitter.com/Demon_Zeparu
Datum: 14.06.2012 19:37
> damit haben Sie meine Erwartungshaltung gegenüber der
> FAZ-Redaktion in jedem Fall wieder etwas ausgebaut!

Ich fühle mich nicht generell stellvertretend für die FAZ-Redaktion (bin nur eher unregelmäßiger freier Autor), warne aber vor solchen "Erwartungshaltungen".

> die Sache mit Bud Spencer und dem Schwimmbad, die ja als
> Vergleich herangezogen wird.

Das sollte eher mit wenigen Worten anhand des bekanntesten Beispiels das Problem dem Leser nahebringen. (Natürlich nicht ohne eine gewisse Herabsetzung des Prozederes - nicht unbedingt des Comics).

> Das war keine Scherzwahl. Die Leute, die für "Grablicht"
> abgestimmt haben, haben das nicht als Scherz getan, sondern
> weil sie "Grablicht" mögen.

Davon war ich auch in etwa ausgegangen.

> das hätte jeder andere nominierte Künstler genauso tun können.

Das stimmt. Aber meines Erachtens ist das nicht der Entscheidungspunkt eines Publikumspreises.

> Daher zieht für mich auch das Argument mit der Benachteiligung > ausländischer Künstler irgendwie nicht. Wenn diese sich in dem > Maße für ihre deutsche Fangemeinde und den Max-und-Moritz-Preis > interessieren würden, wie Daniela das tut, hätte nichts in der > Welt sie davon abhalten können, genau das gleiche zu tun.

Das stimmt, mein Argument ging an meiner beabsichtigten Aussage (siehe oben) vorbei.

Dann hätte auch ein Kirkmann in seinem Blog einen Aufruf "to my

> Bei einem Publikumspreis geht es für mich nicht nur um
> irgendwelche angenommenen objektiven Qualitätskriterien,
> sondern entscheidend ist, wie gut das Verhältnis zwischen
> Publikum und Werk/Künstler ist. Und das ist in Danielas Fall
> eben ausgezeichnet.

Subjektive Kriterien sind bei einem Publikumspreis (und auch bei einem Juryentscheid) total in Ordnung. Aber ich dachte (und ich wiederhole mich leider), dass es um einen Preis für den besten (oder von mir aus auch beliebtesten) Comic geht, und eben nicht um den Künstler, der das beste Verhältnis zu seinen Fans hat. Wer nicht das geringste Interesse an seinen Lesern hat, aber gute Arbeit abliefert, hat den Publikumspreis IMHO eher verdient als jemand, der (unabhängig vom Werk) einen guten Draht zu Lesern und / oder abstimmungsbereiten Sympathisanten hat (ich denke immerhin, dass es durchaus Wähler gab, die für den von der animexx bestimmten nominierten Deutschmanga gestimmt hätten, unabhängig davon, ob sie vielleicht einen anderen bevorzugt hätten).

> Dann wird eben eher einer Marika Herzog ein Fan-genähtes, knapp > meterhohes Plüschtier zu ihrer Serie geschenkt als einem
> Reinhard Kleist.

Kleist interessiert mich nicht wirklich, aber der würde sich sicher über einen meterhohen Johnny Cash oder Castro freuen ;-)

> Manga-Fans sind aktiver im Internet und engagieren sich
> leichter für ihre Künstler. Aber soll das jetzt wirklich ein
> Vorwurf sein? Sollte man das nicht lieber als Anregung nehmen
> für alle anderen Künstler, sich ähnlich intensiv mit ihren Fans > und Lesern auseinanderzusetzen?

Nö. Manga-Fans sind auch deshalb aktiver im Internet, weil sie eine neue Generation sind. Comic-Zeichner sollen Comics zeichnen. Wenn Sie nebenbei auf facebook rumtändeln wollen, ist das okay. Aber es kann nicht die Aufgabe dieser Künstler sein. Das ist dann eher was für ihre PR-Berater (es gibt genügend "Vertreter" von Künstlern aller Art, die den Fans ein "gutes Verhältnis" vorgaukeln. Damit kann man einiges besser verkaufen. Aber mir geht es auch nicht um besser verkaufte Comics, sondern einfach um bessere Comics.)

> Für vermeintliche Qualitätsurteile hat man die Jury, für die
> Beziehung zwischen Künstlern und heimischen Lesern gibt es den > Publikumspreis.

Immer noch Nö.

> Man muss "Grablicht" nicht mögen, aber die Leute, die es mögen, > tun das halt mit besonders viel Hingabe. Das muss man einfach
> respektieren, und das hat Ihr Artikel nicht getan, ganz im
> Gegenteil.

Wen ich respektiere, entscheide ich selbst. Und nur weil jemand etwas "mit Hingabe" macht, ist das noch kein Grund für eine Respektbezollung. Ich erspare uns allen Beispiele für "hingabungsvolle" Personengruppen, sonst wird mir das wieder als bösartiger Vergleich ausgelegt.

Bei Abfassen meines Textes hatte ich übrigens Band 2 von "Grablicht" gelesen, wollte aber ganz dezidiert nicht auf meine Meinung zu sprechen kommen, sondern mich vor allem zum Abstimmungsproblem äußern. Mein Redakteur hatte aber irgendwie den Riecher, dass ich den Comic nicht besonders mag, und wir kamen so in der Diskussion zum Thema der "qualitativen Vertretbarkeit". Was für mich okay war, ich hätte es nur auf mich allein gestellt eher außen vor gelassen.

> Wie können Sie behaupten, eine Abstimmung, bei der jeder User
> zuerst registriert sein muss und dann genau einmal abstimmen
> kann, wäre nicht demokratisch? Laufen unsere Politwahlen nicht > irgendwie ganz genauso?

Jetzt bitte mal alle melden, die nur eine E-Mail-Adresse haben. Ich habe glaube ich fünf oder sechs. Bei einer Bundestagswahl wird es mir schwerer fallen, mehrere Stimmen abzugeben.

> Sie sagen, sie hätten für Trondheim gestimmt? Warum haben Sie
> es denn nicht getan? Das klingt für mich irgendwie nach den
> Leuten, die zu faul sind, zur Wahl zu gehen [...]

Ich habe den Trondheim (wie Grablicht, Packeis, das tapfere Prinzlein, Lou! und noch einiges) erst am Samstag im Zug gelesen. So einfach ist das. Ich habe nicht bei der Wahl teilgenommen, weil ich fand, dass ich zu wenige der nominierten Comics gelesen habe.

> Wenn Sie von Ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch machen, können Sie > doch nicht die Leute für die Wahlergebnisse angreifen, die es
> getan haben! Oder gar die Wahl selbst.

Innovative Argumentation. Meine Wahl war es, nicht zu wählen. Bei Bundestagswahlen usw. war ich bisher bei etwa 88% dabei, da hatte ich immer eine Meinung. Aber um an der Publikumswahl teilzunehmen, hätte ich entweder einen absoluten Liebling gebraucht oder wenigsten zehn Comics rechtzeitig gelesen haben müssen. Ich habe mir aber alle Leseproben angeschaut und erstaunlicherweise dachte ich danach, das "Grablicht" ganz interessant sein könnte.

> Deswegen schreibt ein Herr Platthaus ja auch am liebsten zu
> Dingen, wenn sie in Deutschland noch keine Sau kennt, ganz zu
> Erheiterung der deutschen Verleger, die sich die
> feuilletonistische Unterstützung lieber dann gewünscht hätten, > wenn die besprochenen Werke dann auch tatsächlich bei uns
> erscheinen.

Aber wenn Andreas über einen neuen französischen Band schreibt, kommt ja vielleicht ein Verleger darauf, ihn hier herauszubringen. Das finde ich sehr lobenswert. Wenn er den Comic schon vor drei Jahren gelesen hat, wartet er doch nicht auf die deutsche Ausgabe (die er wahrscheinlich eh nicht im Regal braucht). Ich kann leider nicht gut genug französisch, aber meine englischsprachigen Comics lese ich auch lieber im Original, statt darauf zu hoffen, dass sie vielleicht auf Deutsch rauskommen.

> Jedenfalls halten Sie entweder Massen für entscheidungsunfähig, > oder aber Sie sind der Meinung, Demokratie dürfe nicht über das > Internet stattfinden. Das wäre dann quasi so, als würden Sie
> der Piratenpartei vorwerfen, die wäre nicht demokratisch, weil > ihre Mitglieder aktive Twitter-Accounts und Blogs unterhalten. > Dann wären auch Online-Petitionen nicht demokratisch.

Da die Piratenpartei nicht online gewählt wird, ist das okay. Das werden die anderen Parteien auch bald machen. Online-Petitionen finde ich auch okay, vor allem, weil sich die Gegenmeinung meistens sehr schnell auch im netz breitmacht.

> Das alles berührt übrigens noch gar nicht die Frage, ob eine
> Publikumsabstimmung überhaupt demokratisch sein muss und in
> welchem Gesetz das steht.

Mein Fehler. ich interpretiere das Wort "Abstimmung" offenbar anders.

> Es freut mich natürlich, dass Sie "Grablicht" besprechen
> wollen, nur würde es mich noch etwas mehr freuen, wenn das
> tatsächlich in der FAZ passiert, wo Ihre Zwischen-den-Zeilen-
> Meinung jetzt wohl unkommentiert so stehen bleiben wird.

Weder ist es wahrscheinlich, dass mich die FAZ dafür bezahlt, noch, dass sie die Kritik ohne Bezahlung abdrucken werden.

> Vielleicht begeistern Sie sich in Anna Hollmanns "Stupid Story" > auch für androgyne, knutschende Jünglinge mit Lipgloss, die
> sich fröhlich durch sämtliche Boyslove-Klischees zitieren!
> Na gut, letzteres vielleicht weniger.

Wieder so eine Erwartungshaltung.

> Vielleicht wäre so ein Leitartikel über die aktuelle deutsche
> Mangaproduktion ja auch mal was für den Herrn Platthaus, da
> könnte er mal über was schreiben, worüber sonst keine
> Tageszeitung schreibt!

Leite ich weiter.

> Die Zettel wurden nach Ihnen reichlich ausgefüllt

Ich schreibe "wahrscheinlich". Ich habe keine Zettel und Besucher gezählt, ich habe mich nicht einmal informiert, WO die überall auslagen und auf welche Art man hier "schummeln" kann.

> Jeder, der abstimmt, hat also gerade den Film gesehen, über den > er abstimmt. Wie will man das bitteschön mit Comics umsetzen?
> Im Wesentlichen bräuchte man dafür eine Festival-Edition aller > nominierten Comics, die auf dem Festival direkt verkauft
> werden, und von denen jeder Ausgabe ein Stimmzettel für das
> Publikumsvoting beigelegt ist. Das wäre sicherlich auch
> irgendwie machbar.

Warum nicht bei jedem Comic, der bei dem Publikumspreis mitmachen will. Dann ist auch das Nominierungsproblem gelöst. Aber wahrscheinlich gewinnt dann auch nur das Heft, das am häufigsten verkauft wurde (Superman? Simpsons? Micky Maus?) Ich bin mir der Probleme bewusst.

> Worüber man aber wirklich nachdenken könnte, und da gebe ich
> Ihnen absolut recht, wäre, die Stimmzettel auf Notensystem
> umzubauen. Man vergäbe dann für jeden Comic eine Note von 1 bis > 6. Die, die man nicht kennt, lässt man frei.

Supi.
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Datum: 15.06.2012 08:29
Horrorkissen:

> Fakt ist, dass ich zwar kräftig Werbung gemacht, aber niemanden gezwungen habe, ihre Stimme abzugeben. Ich denke, es ist durchaus fair, seine Leser/Fans anzusprechen, sofern man die Möglichkeit dazu hat.

NATÜRLICH ist es das, Fuxx! Wenn alle anderen zu faul waren oder es nicht nötig hatten, Werbung für sich zu machen ist es deren Pech! Das Internet ist heutzutage DER Platz um Werbung zu machen, jeder tut das und jeder hat Zugang dazu. Wer das nicht ausnutzt, will es offenbar nicht anders oder lebt unter einem dicken fetten Stein.
Und nur weil man Dinge bewirbt, heißt das nicht automatisch, dass man damit die Meinungen der User beeinflussen kann. Man sendet keine "radioaktiven Strahlen" aus, um Usern eine Gehirnwäsche zu verpassen. Wer nicht abstimmen wollte, hat es auch sicher nicht getan.
Ich finde diesen Vorwurf an dich, du hättest mit deinen "unheimlichen Zauberkräften" aus dem Netz, den Wettbewerb beeinflusst, einfach unglaublich lächerlich.


Muahahaaaa! Black Humor ahead: My Neighbour Dracula and Franken Bishi
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Datum: 15.06.2012 10:26
Ich denke, dass hier einfach die Meinungen auseinandergehen. Die Presse glaubt, dass ein Publikumspreis für den Comic und seinen Inhalt vergeben wird, die Fans argumentieren, dass er für den Künstler und seine Öffentlichkeitsarbeit vergeben wurde. Es ist doch eigentlich nicht überraschend, dass die Presse sich wundert, wie ausgerechnet ein Manga, der im Handel eigentlich nicht mehr erhältlich ist, von einem Label, das nicht mehr existiert, von allen anderen Comics und Manga auf dem Markt es schafft, ein Publikumsvoting zu gewinnen.
Datum: 15.06.2012 14:25
Vermutlich verwechselst du da was: in der Max-und-Moritz-Jury gibt es jedenfalls keine "Carlsen-Vertreterin"... (???)

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