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Einzelposting: Vergewaltigung - Wer hat Schuld?


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Von:    grmblmonster 21.03.2009 16:37
Betreff: Vergewaltigung - Wer hat Schuld? [gesperrt]
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Generell muss man ja sagen:
In einer idealisierten Welt sollte so etwas wie Vergewaltigung nicht vorkommen.

ABER: Wir leben nicht wirklich in einer idealisierten Welt, sondern in der Realität.
Man kann sich nicht darauf verlassen, dass jeder sich an die Gesetze hält.

Jemand, der einen anderen Menschen vergewaltigt, hat eine Störung (sei es gehirntechnisch oder anerzogen). Diese Person übertritt eine gesellschaftlich anerkannte Grenze.
Insofern liegt natürlich in jedem Fall die Schuld der Grenzüberschreitung bei dieser Person, egal was geschehen ist, wie sich das Opfer angezogen hat oder was auch immer.
Der Übertritt der Grenze ist einfach da. Punkt. Insofern ist die vergewaltigende Person auf jeden Fall schuldig.


ABER:
Realistisch gesehen bekommen wir alle beigebracht, dass es andere Menschen gibt, die Grenzen überschreiten.
Also sollten wir auch IMMER vorsichtig sein. Man kann nicht erwarten, dass jeder andere Mensch so denkt, wie man selbst.

Ganz plattes Beispiel:
Hinter dem Zaun vom Nachbar steht Herkules, der Bullmastiff. Er sabbert, geifert, knurrt, fletscht die Zähne, schnappt und alles bei ihm steht auf "Angriff".
Strecke ich dann die Hand durch den Zaun? Nein. Warum? Weil ich bestimmte Warnzeichen erkenne. Ich provoziere das Tier nicht weiter.
Wenn ich doch die Hand durch den Zaun strecke, trage ich eine gewisse Schuld, schließlich habe ich das Tier weiter provoziert.
Trotzdem trägt auch Herkules Besitzer Schuld, denn er hat das Tier nicht angemessen erzogen.

Und dann gibt es noch den Fall:
Ich gehe über die Strasse und auf einmal fällt Herkules mich an, ohne, dass ich das habe kommen sehen. Er ist aus dem Garten entkommen und hatte sich versteckt.
In diesem Falle trage ich keinerlei Schuld, schließlich habe ich weder provoziert noch Warnzeichen gesehen.
In diesem Fall ist der Besitzer von Herkules auch Schuld, schließlich hat er das Tier weder angemessen erzogen, noch den Garten sicher gemacht.



Was ich damit sagen will, ist folgendes: Der Vergewaltiger trägt eigentlich immer Schuld, denn er setzt sich über etwas hinweg, was allgemein der Mensch nicht tut.

Allerdings gibt es Situationen, wo bei dem Vergewaltiger ein Triggersignal ausgelöst wird (überspitztes Beispiel ein Pädophiler, der plötzlich eine 8jährige im Minirock sieht). Das ist in einem gewissen Sinne eine Provokation. Natürlich sollte der Täter sich dann trotzdem zurückhalten können, aber Täter sind in diesem Fall geistig nicht mit normalen Menschen zu vergleichen.

In einer idealen Welt, in der alle Leute gleich sind, sollte man tragen, sagen und machen können, was man will, ohne dass es zu so etwas kommt.
Leider leben wir nicht in einer so idealen Welt. Und darum sollte auch jeder sich klar machen, wie weiter gehen will mit so offensichtlichen Signalen, die Urtriebe ansprechen und ob man sich nicht besser schützt.

Ergo: Es ist tatsächliche sehr unterschiedlich und immer eine Einzelfallentscheidung (denn es gibt genug Vergewaltigungen ohne Triggersignale). Allerdings sehe ich es auch so, dass der Täter IMMER die Schuld trägt, denn er hat die Grenze überschritten und Triebe sind einfach keine Entschuldigung.
Aber Triggersignale können nunmal solche Handlungen bei labilen Menschen provozieren.
Hearts on fire!

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