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Zwischen den Stühlen

...ist auch noch Platz
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Eine Nacht, drei Träume (Kakashi)

Der Grauhaarige legt den Hinterkopf an die Wand, das Kissen ist zwischen seinen Schulterblättern. Immer noch leicht zitternd vergräbt sie ihr Gesicht an seiner Seite und bricht in Tränen aus. Schützend legt er seinen Arm um sie und drückt sie an sich. Gedankenverloren streicht er mit dem Daumen über ihren Rücken. "Ich bin hier. Ich pass auf dich auf.", spricht er leise vor sich hin. Wieder und wieder, bis sie endlich aufhört zu weinen und wieder einschläft.
 

Er lauscht ihrem ruhigen Atem, spürt die warme Luft, durch den Stoff seines Shirts. Behutsam fährt seine Hand ihrer Seite entlang. Sie ist so verdammt zierlich, selbst Sakura würde neben ihr kräftig wirken. Doch er weiß, wieviel Kraft und Energie in diesem Körper steckt und er weiß, wieviel Anstrengung sie das gekostet hat. Wie oft hatte sie ihn zu extra Trainingsstunden genötigt. Lächelnd schüttelt er den Kopf. Nein, genötigt war das falsche Wort. Er hatte es gern gemacht. Nicht nur für sie, auch für sich selbst. Sie war ein ausgezeichneter Sparringspartner, außerdem hatte sie ihm gutgetan. Ihre fröhliche, unbekümmerte Art hatte er damals dringend gebraucht. Das Schicksal hatte sie zusammengeführt, schon lange bevor sie es wussten.

Langsam dämmert er in den Schlaf.
 

Der junge Kakashi hockt auf einem Baum. Seit dem Sonnenaufgang verharrt er hier. Es ist ein besonderer Tag, es ist der Todestag seines Vaters. Im letzten Jahren hatte jemand eine Blume an das Grab gestellt. Einfach so aus heiterem Himmel. Kakashi war zutiefst erstaunt darüber gewesen. Dieses Jahr hatte er sich vorgenommen, herauszufinden wer der geheimnisvolle Blumen-Bringer war. Also war er vor Sonnenaufgang aufgestanden und hatte sich in den Baum versteckt, von hier aus hatte er einen perfekten Ausblick.
 

Während er dort saß und wartete, trifteten seine Gedanken ab. Er war sich unsicher, ob er es gut fand oder nicht. Jemand dachte offensichtlich an seinen Vater, aber warum erst jetzt? Vier Jahre hatte es niemanden interessiert und nun brachte jemand eine einzelne weiße Lilie.
 

Kurz nach Mittag tauchte ein kleines Mädchen auf. Kakashi hätte sie beinah ignoriert, doch dann viel sein Blick auf ihre Hand. Eine weiße Lilie! Jetzt war der junge Hatake völlig irritiert. Sie war zu jung! Sie konnte seinen Vater nicht gekannt haben! Neugierig beobachtet er ihren Weg. Zielstrebig ging sie die Reihen entlang. Am Grab seines Vaters blieb sie stehen und legte die Blume ab. Respektvoll senkte sie den Kopf und hielt inne.
 

Beinahe wäre Kakashi vom Baum gefallen. Irgendwie war er wütend. Sie kannte seinen Vater nicht, was sollte das also? Leichtfüßig sprang er herunter und ging zu ihr. Zwei Meter von ihr entfernt blieb er stehen. Trotz aller Wut wollte er sich benehmen, das hier war schließlich ein Friedhof. Er musterte die Kleine. Sie war zierlich, wirkte wie eine Puppe. Ihre hellbraunen Haare gingen ihr knapp über die Schultern und waren rechts und links zu einem kleinen Zopf gebunden. „Danke nochmal.“, murmelte sie plötzlich. Danke?
 

Als sie sich umdreht, sieht sie den Jungen. Der untere Teil seines Gesichts war von einer Maske bedeckt. Sie fragte sich unweigerlich wie seinen Konoha-Stirnband auf den wild nach obenstehenden Haaren halten konnte. Seine zwei schwarzen Augen musterten sie. „Was?“, fragt sie Vorlaut. Etwas erschrocken zuckt Kakashi. Ganz schön frech die Kleine! „Das könnte ich dich genauso fragen.“, dabei verschränkt der Junge die Arme vor dem Oberkörper. Verwirrt legt das Mädchen den Kopf schief, „Ich bringe Sakumo eine Lilie.“ Die Augen des kleinen Hatake weiten sich, die des Mädchens plötzlich auch. „Du bist Kakashi oder? Sakumos Sohn?“ Völlig überrumpelt weicht der Angesprochene einen Schritt zurück. Wer ist dieses Gör bloß?
 

Die Entscheidung eines Mannes, hat ihrer beiden Leben beeinflusst und sie schließlich zusammengeführt. Der grauhaarige Junge wäre nicht der, der er heute ist und das kleine Mädchen würde gar nicht existieren. Der Vater des Mädchens war einer der Männer, die Sakumo einst rettete, anstatt die Mission zu beenden. Sie wurde erst Monate danach gezeugt. Seid sie das weiß, bringt sie dem unbekannten Mann jedes Jahr eine Blume, um sich zu bedanken das hier ist.
 

Die Zeit beschleunigt sich, zieht in dünnen Streifen vorbei…

Eine kleine Wohnung.
 

„Was machst du?“, fragt er etwas ungläubig. Er sitz auf der Arbeitsplatte der Küche, da das Wohnzimmer mit ihren kompletten Klamotten belegt ist. „Ich denke nach.“, antwortet sie abwesend. „Worüber? Ob du einen Kleiderbasar eröffnen willst?“ Der Grauhaarige kichert. „Blödmann.“ Kurzes Schweigen. Chihiro dreht sich zu ihrem Besuch um. Sie grübelt, „Könntest du mir einen Gefallen tun?“ Kakashi läuft es kalt den Rücken runter. Dieser süßliche Unterton verhieß nichts Gutes.
 

„Du hast ein Date?!“ Kakashi spürt es, nur kurz, aber es war da gewesen, ein Nadelstich ins Herz. Chihiro ist sauer. „Was soll das?“ „Was denn?“ „Na das. ‚Du hast ein Date?!‘“, dabei verzieht sie das Gesicht zu einer Grimasse. Er muss kurz kichern.
 

Die Wohnung löst sich auf. Die Zeit beschleunigt sich wieder…

Ein Haus, ein dunkles Wohnzimmer.
 

„Warum bist du betrunken?“, fragt Chihiro nach einiger Zeit des Schweigens. Sie beobachtet ihn eine Zeitlang. Die Selbstzweifel standen ihm ins Gesicht geschrieben. „Was ist passiert, Kakashi?“ Sein Blick richtet sich auf sie, das erstmal seit sie hier sitzen. „Sasuke ist weg.“, seine Stimme bricht ab.
 

Fasziniert betrachtet er sie eine Weile. Der Alkohol löst plötzlich seine Zunge, „Du bist hübsch.“ Seine Wangen glühen. Ihr Lächeln wird verlegen, „Das hast du mir vor sechs Jahren schon mal gesagt.“ „Hm. Jetzt meine ich es aber auch so.“ Die junge Frau sieht beschämt zur Seite, „Du bist betrunken.“ „Hm.“ Kakashi sieht immer noch fasziniert zu ihr, seine Wange sind rot, ihre auch. Das untrügliche Kribbeln in seinem Magen kocht langsam hoch. Der Geruch von Sommerregen übertüncht langsam den Sake Gestank. „Küss mich.“, fordert er leise. „Du bist betrunken.“, wiederholt sie sich…
 

Sanft zieht er sie zu sich. Ihre Lippen treffen aufeinander. Ein leidenschaftlicher Kuss, voll Sehnsucht.
 

Es ist dunkel… Stimmen sind zu hören…
 

"Also Freunde?" Ihre Stimme klingt genervt.

"Ja", sagt er, will aber nein sagen.

"Dann hör auf dich so aufzuführen!“ Ihre Stimme klingt sauer.

"Ja.", flüstert er, will aber nein sagen.
 

Schlagartig öffnet Kakashi die Augen. Sein Blick geht sofort zur Seite, Chihiro liegt mit dem Rücken zu ihm. Schnell steht er auf und sammelt seine Sachen zusammen. Er hat schon den Fuß auf dem Fensterbrett. Ein leises Seufzen lässt ihn nochmal zur Seite blicken. Sie hat sich umgedreht. Fasziniert sieht er sie an. Ein bekanntes und dennoch ungewohntes Gefühl macht sich in ihm breit. Der sonst so kontrollierte und bedachte Mann lässt sich zu einer spontanen Reaktion hinreißen.


Nachwort zu diesem Kapitel:
Die beiden sind sehr gute Freunde, aber offensichtlich scheint Kakashi doch mehr zu empfinden.

Tatsächlich wird es über das Kennenlernen, bzw. über die Entstehung der Freundschaft, nicht viel mehr geben.
Vielleicht konzipiere ich diese Gesichte noch. Ideen dazu habe ich. Mal sehen... Wird dann aber einer separaten Story. Komplett anzeigen

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Kommentare zu diesem Kapitel (1)

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Von:  Scorbion1984
2019-11-18T15:38:01+00:00 18.11.2019 16:38
Nun weiss ich immer noch nicht in wem sie nun verliebt ist ,Kakashi oder Yamato ?!
Antwort von:  Charly89
18.11.2019 19:14
Soll ja auch ein bisschen spannend bleiben XD

Aber ich verspreche, im nächsten Kapitel gibt es dazu ein klärendes Gespräch :)


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