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Sei kein Clown!

von

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Nachtgespräche

Kapitel 2 ~ Nachtgespräche
 

"Anker lichten Männer! Setzt die Segel! Volle Fahrt voraus, wir nehmen Kurs auf Sharila!" Namis Stimme hallten über das ganze Deck und noch weit in die Stadt hinein. Zorro und Lex zogen den Anker hoch, während Ruffy und Sanji die Segel herunterließen. Lysop und Robin setzten mit Choppers Hilfe den Kurs und schon wenige Minuten später fuhr die Lamb auf der ruhigen See in Richtung Sharila davon.

"Sag mal Nami, was ist Sharila für eine Insel?" fragte Lex neugierig.

"Es ist eine Frühlingsinsel. In etwa einer Woche müssten wir ankommen."

"Super! Komm Ruffy, wir räumen meine Sachen ein!"

"Oh ja, prima!" Ruffy freute sich wie ein kleines Kind und stürmte mit Lex zusammen in ihr Zimmer, wo sie seine Sachen verstauten. Sanji, der gerade mit den Essensvorbereitungen fertig war ging nach draußen und steckte sich eine Zigarette an. Er ging auf Zorro zu und setzte sich neben den trainierenden Schwertkämpfer.

"Habt ihr gestern noch geredet?" Fragte er und blies den blaugrauen Rauch aus.

"Ja. Stell dir vor, er ist Buggys Bruder. Heftig oder?"

"Tatsächlich? Das erklärt auch die Ähnlichkeit zu ihm..."

"Stimmt. Und er ist auch erst 17, genau wie Ruffy. Ich denke mal deswegen verstehen sie sich so gut. Sie sehen wirklich aus wie die besten Freunde."

"Du hast Recht, vor allem wie glücklich Ruffy plötzlich ist. Vor ein paar Tagen war er noch total mies drauf. Naja gut, wie auch immer, ich muss das Essen fertig machen. Kannst du die anderen in einer halben Stunde holen?" Sanji drückte die Zigarette aus und schnippte sie über Bord, während Zorro genervt die Augen verdrehte und nickte.
 

Als das Essen eine halbe Stunde später auf dem Tisch stand fehlten zu Sanjis Erstaunen Ruffy und Lex. Zorro erklärte sich bereit die beiden zu suchen und versuchte sein Glück im Jungenzimmer. Als er an der Tür stand hörte er lautes Lachen und Gekichere, also waren sie hier und hatten seinen Essensruf einfach überhört. Vorsichtig öffnete er die Tür und spähte hinein. Ruffy lag lachend auf dem Boden und hielt sich den Bauch und Lex hockte neben ihm, ebenfalls laut lachend.

"Hey Jungs, das Essen ist fertig." Sagte Zorro und klopfte hart auf das Holz, damit sie ihn hören konnten. Sie drehten ihre Köpfe in seine Richtung. Nach einem weiteren Lachanfall standen sie auf und folgten Zorro in die Kombüse.
 

Als Zorro Sanji nach dem Essen beim Abwasch half kam ihm die Szene von vorhin wieder in den Sinn und er entschloss sich Sanji davon zu erzählen.

"Und wo ist da das Problem?" Fragte Sanji mürrisch und gab Zorro einen weiteren Topf.

"Irgendwie haben sie sich komisch benommen. Wie sie sich angeschaut haben... es kam mir seltsam vor, sehr seltsam."

"Du siehst Gespenster Zorro. Sie verstehen sich einfach gut."

"Wenn du meinst..." Murmelte Zorro und damit war das Thema erst einmal vom Tisch. Erst am Abend, als die Crew eine kleine Einweihungsparty zu Lex' Ehren gab erinnerte er sich wieder daran.
 

"Hoch die Tassen! Auf unseren neuen Mitstreiter Lex!" Rief Nami und alle stießen zusammen an. Lex saß neben Ruffy und sie lachten und redeten ununterbrochen. Als Zorro genauer hinschaute bemerkte er, dass Lex einen Arm um Ruffy gelegt hatte. Außerdem flüsterte er ihm ständig irgendetwas ins Ohr und dann lachte Ruffy beinahe hysterisch.

"Hey Zorro, warum so geknickt?" Sanjis Stimme klang schon ein wenig beschwipst als er sich neben Zorro auf den Boden plumpsen ließ.

"Ich bin nicht geknickt, aber schau mal bitte zu Ruffy rüber." Sanjis Blick wanderte kurz zu ihm hinüber, dann wandte er sich wieder Zorro zu.

"Ja und? Was ist mit ihm?"

"Siehst du nicht was da abgeht? Lex macht sich doch vollends an Ruffy ran!"

"Meinst du? Hm... ich find es eigentlich ganz süß. Sie sind einfach Freunde."

"So ein Quatsch. Du hast scheinbar keine Ahnung..."

"Hey immer langsam mit den jungen Pferden ja? Ich hab sicher mehr Ahnung als du!"

"Ach, wirklich? Warum hast du es dann bei Nami noch nicht geschafft?"

Sanji wandte sich für einen kurzen Moment beleidigt ab.

"Nun sei nicht gleich beleidigt. Ich nehms ja wieder zurück." Zorro klopfte Sanji beruhigend auf den Rücken. Als der sich wieder zu ihm umdrehte musste er lächeln.

"Schon ok. Ich nehms dir nicht übel, du hast ja Recht." Murmelte er.

"Du gibst mir Recht? Ist ja ganz was neues!"

"Wenns doch so ist... ich hab's einfach nicht geschafft. Ich denke mal ich sollte es aufgeben... schau dir doch mal an wie sie Lex anhimmelt..." Sanji verdrehte genervt die Augen als er Nami ansah. Es war so offensichtlich, wie sie Lex anstarrte, echt furchtbar.

"Du solltest wissen, dass das an seiner zweiten Teufelskraft liegt." Bemerkte Zorro, doch Sanji schien das nicht zu interessieren, er hasste diesen Anblick einfach.

"Argh... wie kann sie das nur tun?" Zischte er wütend und trank sein Bier aus.

"Mach dir nichts drauß, sie weiß dich scheinbar nicht zu schätzen." Zorro war selbst verwundert über seine Worte, doch sie sollten Sanji Trost spenden und nicht ihm selbst.

"Wer auf diesem Kahn weiß mich denn überhaupt zu schätzen?? Doch wohl niemand!"

"Ach komm schon Sanji, hör auf damit. Ich will das gar nicht hören."

"Da siehst du's mal, dir ist es auch scheißegal ob ich da bin oder nicht." Sanji blickte den Schwertkämpfer wütend an und hievte sich nach oben. Auf wackeligen einen torkelte er ins Jungenzimmer und ließ sich in seine Hängematte fallen.
 

Zorro schüttelte nur genervt den Kopf. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Jetzt fing Sanji schon an sich zu beschweren wie ein kleines Kind das keine Aufmerksamkeit bekommt. Er erhob sich mühevoll und musste zu seiner Verwunderung feststellen, dass er auch schon leicht betrunken war. Vorsichtig tastete er sich seinen Weg zur Kombüse und füllte seinen Bierkrug erneut. Als er wieder nach draußen ging flüsterte Lex gerade etwas in Ruffys Ohr, woraufhin dieser feuerrot wurde. Wieder musste Zorro den Kopf schütteln, während er sich wieder an seinen Platz setzte und weitertrank. Es kam ihm seltsam vor, dass Sanji nicht gemerkt hatte, dass da irgendwas abging. Das war doch so offensichtlich! Aber auch der Rest schien nichts davon mitzubekommen. Langsam glaubte Zorro noch verrückt zu werden.
 

"Also, ich glaub ich hau mich mal hin. Bis Morgen dann." Verabschiedete sich Robin und auch Nami folgte ihr nach unten. Auch Lysop und Chopper legten sich hin, sodass nur noch Zorro, Ruffy und Lex übrig blieben. Die beiden schienen den Schwertkämpfer nicht einmal zu bemerken, sie waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Die beiden sind einfach das allerletzte! Meldete sich eine altbekannte Stimme in Zorros Kopf. Diese Scheiß-auf-alles-Stimme war sogut wie immer Zorros Meinung, genau wie jetzt. Am besten solltest du zu ihnen rüber gehen und sie beide ins Wasser werfen, dann hättest du wenigstens ein für alle Mal deine Ruhe. Klar, sie würden dich rausschmeißen, aber wäre das wirklich so furchtbar? Dann hättest du wieder dein eigenes Leben und nicht diese Farce.

Doch jetzt kam eine andere Stimme hinzu. Sie klang beinahe sanft und irgendwie auch weise. Zorro konnte sich keinen Reim darauf machen, denn es war eine Frauenstimme.

Warum gönnst du es ihnen nicht Zorro? Sieh doch, sie sind so glücklich, warum willst du ihnen das kaputt machen? Also wirklich, es kommt mir vor als wärst du eifersüchtig.

Zorro schüttelte energisch den Kopf. Er wollte diese Stimme verscheuchen, doch stattdessen klang sie nun klarer dennje.

Lorenor Zorro, ich schäme mich für dich! Geh einfach ins Bett und lass den beiden ihren Spaß. Los, Abmarsch! Es schien als würde jemand Zorros Körper kontrollieren, denn er setzte sich tatsächlich in Richtung Kajüte in Bewegung. Als er die Tür hinter sich schließen wollte fiel ihm ein, dass er für die Nachtwache eingeteilt war. Also ging er zurück an Deck und kletterte den Mast hinauf, wobei er natürlich von Ruffy und Lex nicht bemerkt wurde.
 

Lex' Lächeln ließ Ruffys Augen jedes Mal aufs Neue strahlen. Es war ein helles und fröhliches Lächeln bei dem ihm warm ums Herz wurde. Er wusste nicht viel von anderen Gefühlen außer Kampflust und Freude, aber er wusste, dass es noch etwas anderes gab. Und jetzt gab es nur ihn und Lex. Schon die ganze Zeit über hatte er gar nicht mehr bemerkt, dass die anderen ins Bett gegangen waren.

"Also Ruffy, was meinst du? Noch ein Bier?"

"Na klar!" Rief der Strohhutjunge schon leicht lallend. Lex stand auf und holte zwei weitere Krüge Bier. Als er zurückkam lag Ruffy auf dem Rücken und blickte in die Sterne. Er legte sich neben ihn und tat es ihm gleich. Die Sterne funkelten am dunklen Nachthimmel und waren die einzigen Lichtspender dieser finsteren Nacht.

"Ruffy... deine Augen leuchten genau wie die Sterne..." sagte Lex mit einer sanften Stimme, die den anderen Jungen zum strahlen brachte.

"Danke..." antwortete er leise und legte einen Arm um den blauhaarigen. Der tat es ihm gleich und so schliefen sie wenige Minuten später ein.
 

"Uhhh... Ruffu... deine Augen leuchten wie die Sterne..." äffte Zorro Lex nach und verdrehte genervt die Augen. So ein schleimiges Gesülze hatte er noch nie gehört, höchstens von Sanji. Er war froh, als die beiden endlich eingeschlafen waren, so hatte er wenigstens Ruhe.

Du bist wirklich ein furchtbarer Mensch geworden Zorro! Ertönte dieselbe Stimme in ihm, die ihn schon vor einigen Minuten tierisch genervt hatte.

"Ach, leck mich doch!" zischte er in die Dunkelheit und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Er hatte wirklich keine Lust jetzt auch noch auf irgendwelche Stimmen zu hören.

Du warst früher so ein netter Mensch. Was ist nur mit dir passiert?

Plötzlich fiel es Zorro wie Schuppen von den Augen. Er kannte diese Stimme, natürlich kannte er sie. Denn sie gehörte schließlich seiner ehemals besten Freundin. Aber warum hörte er jetzt plötzlich Kuinas Stimme? Nach so vielen Jahren hatte er geglaubt ihren Klang vollkommen vergessen zu haben, aber er hatte sich wohl geirrt. Diesmal schloss er mit einem Lächeln auf den Lippen die Augen. Er hatte etwas verloren geglaubtes wiedergefunden, etwas, das er nie für möglich gehalten hatte.
 

Eine gute Stunde später lag Sanji in seiner Hängematte und starrte an die Decke. Als er vor wenigen Minuten aufgewacht war musste er plötzlich an seine Vergangenheit denken. Es war lange her, dass er über eine ganz bestimmte Person nachgedacht hatte, die sich völlig von ihm unterschied, obwohl sie sich äußerlich doch so ähnlich waren, zumindest früher.

"Heiji, wo bist du bloß?" Fragte er sich laut und blickte sich um. Natürlich waren nur Lysop und Chopper im Raum. Seufzend schwang sich der Koch aus der Hängematte und ging nach oben an Deck. Als er Ruffy und Lex sah machte er kehrt und ging zum Heck. Als er sich auf der Reling abstüzte und in die Ferne blickte musste er unwillkürlich an Heiji denken. Sanji hatte ihn lange nicht mehr gesehen, aber als sie sich das letzte Mal getroffen hatten, da hatte er ihn zum ersten Mal in seinem Leben nicht erkannt. Ja, Heiji hatte sich verändert, im Gegensatz zu Sanji, der noch immer derselbe war wie damals.
 

Und während der blonde Koch noch immer grübelte trieb ein kleines Boot gemütlich die Grand Line entlang, auf direktem Kurs zur Flying Lamb, die langsam aber stetig näher kam.
 

Kapitelende



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