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Yu-Gi-Oh! GY - The Blue Kingdom

von

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In der Hitze des Gefechts

„Na, wer weiß die Antwort?“, fragte die Lehrerin in der Obelisk-Uniform.

Frau Mentzel, eine junge, etwas beleibtere Frau mit rabenschwarzen Locken, schritt vor der breiten Projektionsfläche des Beamers hin und her.

Sie schaute in den Saal, insbesondere auf die linke Seite.

Das Auditorium bot gerade so genug Sitzplätze für die etwa 600 Schülerinnen und Schüler, die vor einem Monat von der Duellakademie aufgenommen wurden.

Es war, wenn man einen Blick durch die sitzende Schülerschaft warf, gut erkennbar, dass das Bewertungssystem in den Probeduellen darauf ausgerichtet war, jedem Haus etwa gleich viele neue Schülerinnen und Schüler zuzuordnen.

Keine Uniformfarbe hatte eine eindeutige Mehrheit.

Auch zu ersehen war die blockartige Verteilung der Sitzplätze:

Die Schüler der verschiedenen Häuser blieben vorwiegend unter sich, so saßen auf dem linken Flügel überwiegend die Slifer, in der Mitte waren die Ras und die Obelisken waren rechts.

Nur selten verirrten sich einige Ra-Schüler in die anderen Blöcke und es gab auch eher wenige Slifer- oder Obelisken-Schüler im Ra-Block.

Obelisken und Slifer vermischten sich gar nicht.

„Ich wiederhole nochmal die Frage: Wie wird eine Fusionsbeschwörung durchgeführt?“

Es war nicht so, als ob sich beim ersten Mal niemand gemeldet hätte, ganz im Gegenteil.

Wie üblich meldeten sich überwiegend die Schülerinnen und Schüler in blau, während im roten Block sich nur wenige trauten.

Meistens waren es nur Erin, die neben ihr sitzende Fiona und manchmal noch die etwas schüchternere Mayla und Daniel, die sich am Unterricht beteiligen wollten.

Auch diesmal meldeten sich nur die üblichen vier.

Die Lehrerinnen und Lehrer versuchten normalerweise die leistungsschwächeren Schüler zu motivieren, anstatt jedes Mal einen Obelisken oder Ra dranzunehmen.

So kam es zu Situationen wie diesen.

Frau Mentzel wartete nochmal kurz, bevor sie auf Daniel zeigte um ihn aufzurufen.

„Um eine Fusionsbeschwörung einzuleiten, aktiviert man eine Fusionskarte und bietet zwei Monster auf der Hand oder dem Feld als Tribut. Diese Monster nennt man Fusionsmaterialmonster und sie bilden das neue Fusionsmonster, das aus dem Extradeck gerufen wird. Die genauen Bedingungen an das Fusionsmaterial unterscheiden sich dabei von Fusionsmonster zu Fusionsmonster.“,antwortete er selbstbewusst und recht flüssig.

Aus dem rechten Flügel war nach Daniels Antwort Getuschel und auch leises Gelächter zu hören, was nicht unüblich war, wenn ein Slifer eine falsche Antwort gab.

Erin fasste sich an den Kopf.

Sie spielte selbst einige Fusionsmonster und kannte sich daher besser mit diesen aus, bewunderte allerdings auch Daniels Mut, sich immer wieder aufs Neue zu melden, auch wenn er nie zu hundert Prozent Bescheid wusste.

„Nun, ähm, da war ja schon viel Richtiges dabei. Allerdings ist anzumerken, dass Fusionsmaterialmonster nicht als Tribut angeboten, sondern lediglich auf den Friedhof gesendet werden. Außerdem werden nur MINDESTENS zwei Fusionsmaterialmonster eingesetzt, manche stärkeren Fusionsmonster fordern drei oder sogar vier Monster als Material.“

Daniel lauschte stumm und konzentriert und machte sich emsig Notizen.

Sein Credo war: „Es ist okay Fehler zu machen, es ist nur nicht okay Fehler zu wiederholen.“

Die Lehrerin malte nun mit dem Touchpad des Laptops, welcher am Beamer angeschlossen war, ein Schaubild, dass die Fusionsbeschwörung verdeutlichen sollte, welches die Schülerinnen und Schüler abmalten.

Sie stellte nun die nächste Frage.

„Was sind die Kosten einer Fusionsbeschwörung in Bezug auf die Kartenvorteilsrechnung?“

Erin schaute gelangweilt und meldete sich.

Wieder eine Frage, die sie mühelos beantworten könnte.

Eine Schülerin aus Obelisk-Blue wurde drangenommen: „Bei der Fusionsbeschwörung werden mindestens drei Karten aus der Hand oder dem Feld eingesetzt, um ein Fusionsmonster, also eine Karte zu rufen. Daher entspricht in der Regel der Verlust an Kartenvorteil der Anzahl der benötigten Fusionsmaterialmonster. Dieser Verlust wird aber beispielsweise durch Karten wie Wiederverwertungsfusion abgefedert, die ein bereits im Friedhof befindliches Monster als Fusionsmaterial nutzen kann.“

Eine perfekte Antwort, die Erin auf schmerzliche Weise an ihre Niederlage gegen Maxim erinnerte.

Die Kartenvorteilsrechnung hatte die Grundannahme, dass eine Karte, die ein Spieler spielt oder kontrolliert, in etwa eine Karte des Gegners neutralisieren kann.

Hat Spieler A zum Beispiel vier Karten auf der Hand und drei auf dem Feld und Spieler B keine Karten auf der Hand und fünf auf dem Feld, so hat Spieler A, der ja insgesamt sieben Karten hält oder kontrolliert, einen Kartenvorteil von zwei.

Das Deck von Maxim Dreher hatte Erins vor zwei Wochen in der Generierung von Kartenvorteil meilenweit abgehängt.

So konnte er, als er seinen Kartenkönig Kreuz-Ass rief, ohne Probleme Kartenvorteil opfern um jeden Spielzug von Erin zu annullieren.

„Eine sehr gute Antwort! Prima!“, freute sich die Lehrerin und vervollständigte das Schaubild, während sie weitere Beispiele für Karten, die Fusionsbeschwörungen effizienter machten, nannte.

Mayla gähnte.

Es war nun bereits die achte Unterrichtsstunde und keine der drei Mädchen schaffte es, am Ende des Schultags noch viel Energie aufzubringen, auch wenn sie, insbesondere Fiona, sich bemühten.

Außerdem war „Fusionslehre I“ ein für Mayla eher uninteressantes Fach, da sie nie Fusionsmonster gespielt hat und auch nicht vorhatte, jemals welche in ihr Deck zu tun.

Das einzig für Mayla Spannende für sie an dem Fach war es mögliche Schwächen von Fusionsmonstern zu finden, um Erin häufiger besiegen zu können.

Nun musste auch Erin gähnen und sie fühlte sich ein bisschen schlecht dafür.

Frau Mentzel gehörte definitiv zu den besseren Lehrerinnen und Lehrern der Akademie, auch wenn sie erst seit einem Jahr ihr Referendariat beendet und damit weniger Erfahrung hatte.

Unter den Lehrern waren auch die den dreien bereits bekannten Herr Althus, Herr Schrainmann und Frau Ehring und sie waren allesamt mittelmäßig bis entsetzlich:

Herr Althus hatte große Probleme mit der modernen Technik im Auditorium und seine monotone Stimme machte aktives Zuhören sehr schwierig.

Herr Schrainmann war einfach nur extrem durcheinander, regelmäßig vergaß er Lehrmaterialien, oder auf welchen Buchseiten die letzte Unterrichtsstunde aufgehört hatte.

Auch Pünktlichkeit gehörte nicht zu seinen Stärken.

Das wäre an sich halb so schlimm, aber er neigte dazu, die fünf bis fünfzehn Minuten, die er zu spät kam, ans Unterrichtsende dranzuhängen, was wiederum die Pausenzeit der Schülerinnen und Schüler verringerte.

Am schlimmsten war allerdings Frau Ehring:

Sie war nicht nur gnadenlos streng, was dazu führte, dass es keine Stunde gab, an deren Ende nicht einer oder mehrere Schüler wegen Kleinigkeiten nachsitzen mussten, sie gab auch lawinenartige Unmengen an Hausaufgaben auf.

Vorgestern hatte ein übermütiger Ra-Schüler sich über die Hausaufgabenmenge beschwert und sich damit zwei Wochen Nachsitzen eingehandelt.

„Gut, meine letzte Frage für heute: Was geschieht eigentlich, wenn eine Fusionsbeschwörung annulliert wird ?“

Erin schreckte ein wenig auf.

Diese Frage erwischte sie auf einem kalten Fuß, sie konnte sich nicht daran erinnern, wann ihr sowas zuletzt in einem Duell passiert ist.

Erin behielt den Arm, genauso wie die zögernde Mayla und Daniel diesmal unten, lediglich Fiona meldete sich und war damit im Camp der Roten die Einzige.

Frau Mentzel nahm Fiona dran und Erin war auf die Antwort gespannt.

„Bei der Annullierung einer Fusionsbeschwörung unterscheidet man zwischen zwei Fällen: Erstens die Annullierung des Effekts, die die Fusionsbeschwörung auslöst und zweitens eine Annullierung der Beschwörung. Im ersten Fall führt eine Annullierung dazu, dass die Fusionsmaterialien nicht auf den Friedhof gesendet werden, da es sich dabei um einen Teil des Karteneffekts und nicht um Aktivierungskosten handelt. Wird allerdings die Beschwörung selbst annulliert, verliert der Gegenspieler sowohl das Fusionsmonster selbst, als auch die Fusionsmaterialmonster, weshalb die Annullierung der Beschwörung strategisch vorteilhafter ist. Die gleichen Regelungen gelten übrigens exakt genauso für Ritualbeschwörungen.“

Es war kurz still, bevor Frau Mentzel anerkennend nickte.

„Eine großartige Antwort! Sehr gut!“, schwärmte sie begeistert.

Auch Erin zeigte sich stark beeindruckt von Fionas umfangreichen Wissen über Fusionsmonster.

Tatsächlich hatte sie Fiona noch nie duellieren sehen.

Wenn die drei Freundinnen mit den Hausaufgaben fertig waren, lernte Fiona oftmals alleine weiter, während sich Mayla und Erin gegenseitig duellierten oder andere Gegenspieler suchten.

Jetzt hatte Erin aber die Neugierde gepackt.

Ob Fiona wohl selbst Fusionsmonster benutzt?

Der Gong ertönte und Frau Mentzel versuchte ihr Bestes, die Schülerinnen und Schüler, die zugleich ihre Sachen zusammenpackten zu übertönen: „Hausaufgaben zu nächster Stunde sind Seite 39 Nummer eins bis vier und auf Seite 40 Nummer sechs. Außerdem lest ihr euch bitte Seite 42 aufmerksam durch und die Extrafleißigen dürfen auch die Aufgaben zum Text bearbeiten! Bis nächste Woche und habt ein schönes Wochenende!“

Auch die drei Mädchen standen nun auf und drängten sich aus dem Lehrsaal.

Sie waren gerade durch den großen Hauptausgang durchgegangen, als Fiona plötzlich mit einem Knall zu Boden fiel.

„Guckt mal, Ladys, diese Klugscheißerin kann noch nicht mal richtig laufen!“

Eine Obeliskschülerin mit eiskalten blauen Augen, braunen Locken und pinken Ohrringen sah hämisch auf die am Boden liegende Fiona hinab, während ihre Clique, bestehend aus drei weiteren Obeliskmädchen, über ihren Spruch kicherte.

Mayla kniete sich vor Fiona hin, um ihr aufzuhelfen, doch diese drehte sich wütend zur Obeliskschülerin um.

„Du hast mir ein Bein gestellt! Das war doch Absicht!“, brüllte Fiona, während sie ihr vom Fall schmerzendes Knie rieb.

„Slifer und ihre Ausreden! Du weißt doch sonst so viel? Vielleicht solltest du mal herausfinden, wie man geht, ohne zu stolpern?!“

Eine ihrer Freundinnen tat nun so, als ob sie selbst stolperte und schüttete dabei ihre offene Limonadenflasche Fiona ins Gesicht.

„Ups, wie ungeschickt von mir!“, bemerkte sie sarkastisch und die Obeliskin mit den pinken Ohrringen lachte und antwortete ihr.

„Ach, das kann aber schon passieren, dass man hier hinfällt“, sie schaute mit purer Verachtung auf Fiona hinab, „bei all dem MÜLL, der hier rumliegt!“

Die vier gingen nun laut gackernd an Fiona, Mayla und Erin vorbei.

Erin schäumte nun förmlich vor Wut und wollte ihnen gleich hinterherlaufen.

„Diese dämliche Tussi kauf ich mir!“

„Nein, Erin!“, fuhr Fiona sie an und stand mit Maylas Hilfe auf.

„Lass es gut sein. Ich will jetzt erstmal aufs Klo um mich ein bisschen zu waschen, danach gehen wir zum Sliferplatz. So wie immer.“

Erin ballte die Hand wütend zur Faust, atmete dann aber einmal tief ein und aus, das half ihr sich zu beruhigen.

Sie wollte sich nicht mit Fiona streiten und nickte einfach ohne etwas zu sagen.

Die drei gingen zur nächsten Mädchentoilette und am Waschbecken spülte sich Fiona das Gesicht, den Hals und die Haare, die sie notdürftig mit Papiertüchern abzutrocken versuchte.

„Klebt es noch?“, fragte Mayla besorgt.

„Alles gut“, entgegnete Fiona doch ihre Freundinnen erkannten, sofort, dass ihr der Vorfall noch sehr zu schaffen machte.

„Alles gut... Lasst uns losgehen.“

„Unser Wochenende wäre deutlich schöner, wenn Frau Mentzel uns nicht wieder so viel aufgegeben hätte“, nörgelte Erin auf dem Weg und wechselte damit bewusst das Thema, damit es Fiona vielleicht besser ginge.

Die fünf besagten Aufgaben waren zwar nicht sehr umfangreich und eine Seite lesen dauerte auch nicht lange, aber es gab ja auch noch in den anderen Fächern genug zu tun.

„Also ich finde Frau Mentzel sehr nett und wenn wir uns gleich zusammensetzen, ist das schnell erledigt.“, antwortete ihr Mayla.

Zügig schritten die drei nebeneinander die Gänge entlang.

Ihr gemeinsames Ziel war der Sliferplatz, dort hatten sie bereits ihren Lieblingstisch zum gemeinsamen Arbeiten gefunden.

Allerdings musste man sich ziemlich beeilen, damit einem die anderen Sliferschüler nicht den Sitzplatz vorher wegnahmen, denn der Hausplatz war sehr populär und sie hatten nun schon etwas Verspätung.

Doch Erin, Fiona und Mayla hatten heute Glück.

Ihr Stammplatz war frei und das Wetter war genau richtig, um im Freien arbeiten zu können: Trocken, nicht zu warm oder zu kalt und nur wenig Wind, der die Zettel durcheinander wirbeln konnte.

Nach knappen zwei Stunden waren die Mädchen endlich mit allen Hausaufgaben fertig.

Mayla stöhnte erschöpft, während sie und Erin ihre Bücher und Hefte wieder in ihren Taschen verstauten.

Fiona hingegen bearbeite die von Frau Mentzel gestellten Zusatzfragen.

„Unsere Fiona ist heute mal wieder „extrafleißig“ “, bemerkte Erin schnippisch und Mayla musste schmunzeln.

„Hast du Lust auf ein Duell? Dann stören wir Fiona auch nicht beim Lernen“, fragte Mayla.

„Hmmm, mir ist gerade nicht danach, bin völlig KO. Aber vielleicht ist ja dein neuer Freund in Duellstimmung?“

Mayla wurde rot.

Neulich Abend hatte Erin Mayla und Daniel dabei erwischt, wie sie händchenhaltend hinter der Unterkunft saßen.

Seitdem waren Fiona und insbesondere Erin sehr neugierig darauf geworden wie es nun zwischen den beiden steht, aber Mayla wusste selbst nicht so ganz, ob sie schon mit Daniel zusammen war, oder ob er es nicht vielleicht anders sah.

„Ähm, also... ich, tja, ich...gucke mich mal um“, statterte Mayla und stand auf.

Erin blieb sitzen und grinste sie überzogen breit an.

„Tu das. Ich wünsche euch zwei viel Spaß!“

Nun saßen nur noch Erin und die vor sich hin schreibende Fiona gegenüber und Erin döste ein wenig.

Topfit war sie nach einem langen Schultag wirklich nicht mehr, allerdings war das nicht der Grund, warum sie Maylas Herausforderung abgelehnt hatte.

Sie wollte sich sehr wohl duellieren, nur eben nicht mit ihr.

„Hast du eine Idee bei Frage drei? Der Rest war total easy, aber die hier ist voll komisch formuliert!“, fragte Fiona.

Sie drehte das Buch zu Erin hin und sie las sich die Frage nochmal durch.

„Ich glaube der Teil mit der Beschwörung vom Friedhof bezieht sich auf den ersten Absatz, ergibt ja sonst wirklich keinen Sinn“, antwortete Erin nach kurzem Grübeln.

Fiona nahm sich das Buch wieder und guckte kritisch.

„Okay... also schreibe ich einfach, dass Fusionsmonster nur aus dem Friedhof als Spezialbeschwörung gerufen werden können, wenn sie zuvor regulär als Fusionsbeschwörung gerufen wurden, nicht aber wenn sie direkt vom Extradeck auf den Friedhof gelegt wurden...Das kam mir etwas zu simpel vor.“

„Manchmal ist das Leben simpel.“

Fiona schrieb eilig ihren letzten Satz und klappte dann zufrieden ihr Buch zu.

„Ich finde es cool, wie gut du dich zum Lernen motivieren kannst. Ich würde mich am liebsten nur den ganzen Tag duellieren.“

Fiona grinste, sie freute sich über das Kompliment.

„Weißt du, es ist nicht so, dass ich gar keine Freude an Duel Monsters habe, aber mir geht es eher darum mich selbst zu beweisen. Dafür muss ich nicht unbedingt viele Duelle spielen. Bestnoten zu erreichen und mein Theoriewissen zu vertiefen sind dazu genauso gut geeignet. Außerdem ist unser GY-Score im Gegensatz zu unseren Noten nicht relevant für den Häuserwechsel.“

„Das ist schade, ich wollte dich gerade herausfordern.“

„Und ich wollte nochmal meine Notizen von gestern durchgehen“,

sagte Fiona und holte eine ihrer vielen bunten Mappen aus dem Rucksack.

Erin war nun etwas frustriert und überlegte sich, wie sie ihre Freundin zu einem Spiel überreden konnte.

„Angst zu verlieren?“

Im Zweifelsfall wirkten kleine Sticheleien bei Fiona Wunder, aber der Spruch war wohl etwas zu offensichtlich.

Sie lachte.

„Offen gesagt, ja. Ich duelliere mich nicht einfach mit allen und jeden. Wenn ich spiele, will ich mir sicher sein, dass ich auch gewinnen werde und das bin ich mir bei dir einfach nicht.“, antwortete sie, ohne den Blick von ihrer Mappe abzuwenden.

Erin ging nun ein Licht auf.

„Deswegen hast du dich auch nicht gegen diese doofe Obeliskentrulla zur Wehr gesetzt, oder?“

Zwar war Fiona wie ihre Freundinnen auch zu stark für das Sliferhaus, aber man hatte Fiona anhand ihrer Duellleistung lediglich dem Haus Ra-Yellow zugeordnet.

Gegen einen Obelisken hatte Fiona also tatsächlich wohl keine guten Karten.

Sie schmollte und las ohne zu reagieren weiter.

Erin hatte versehentlich einen wunden Punkt getroffen.

„Sobald ich soweit bin, werde ich sie besiegen. Ihr beiden braucht euch keine Sorgen zu machen.“

„Ich wette, du bist weiter als du denkst“, entgegnete Erin, „Niemand hier lernt so viel wie du, Fiona. Du hast dich, seit wir hier angefangen haben, wahrscheinlich schon deutlich verbessert.“

Nun hatte Erin Fiona erfolgreich umgestimmt.

Fiona klappte nun auch ihre Mappe wieder zu.

Wenn sie ehrlich mit sich war, war sie inzwischen auch nicht mehr allzu aufnahmefähig.

„EIN Duell, du Nervensäge!“, sagte sie und grinste Erin neckisch an.

Beide Mädchen stellten sich gegenüber und aktivierten ihre Dueldisks.

Fiona machte den Anfang.

„Ich beginne mit diesem lieblichen Monster: Der Solaritus Hydrazinthe im Verteidigungsmodus!

Ein Blumenmonster mit blauen Blüten, aus denen bezahnte Mäuler ragten, stellte sich mit einem wilden Fauchen vor.

Solaritus Hydrazinte: Stufe 1, 600Atk, 300Def.

Erin war nicht beeindruckt: „Dein zu groß geratenes Unkraut macht mir keine Angst, das kriege ich schon noch klein!“

„Ach ja? Dann passt es ja prima, dass ich noch zwei verdeckte Karten setze, damit meiner Hydrazinthe nichts passiert!“

Zwei verdeckte Karten erschienen vor Fiona.

„Ich beende meinen Zug. Bevor du aber dran bist, aktiviert sich der Effekt meiner Hydrazinthe: In meiner End Phase darf ich ein beliebiges Solaritus-Monster aus dem Deck suchen und meiner Hand zufügen. Außerdem lege ich ein weiteres Solaritus-Monster von meinem Deck direkt auf den Friedhof. Ich füge also Solaritus Glutstacheligel meiner Hand zu und mein Solaritus Glückskäfer kommt auf den Friedhof.“

Fiona zeigte Erin beide ausgewählten Monster vor.

„Du bist dran!“

Ihr erster Zug diente dazu, sich auf den weiteren Duellverlauf vorzubereiten, das war Erin klar.

Die beste Strategie gegen Decks, die sich langsam aufbauen, ist es schnell und aggressiv vorzugehen.

„Ich beginne sofort mit einer Fusionsbeschwörung: Ich fusioniere meine Donnerklang-Gardna mit der Donnerklang-Inkarnation auf meiner Hand! Zeig dich und bring mir den Sieg! Donnerklang-Ritterin!“

Aus einer dunklen Gewitterwolke schoss ein Blitz auf das Spielfeld hinab, als das Licht des Blitzes verblasste, saß die Ritterin kampfbereit auf ihrem Ross.

Donnerklang-Ritterin: 2500Atk, 2000Def.

„Das ist noch nicht alles! Ich nutze jetzt den Schnellzauber Fusionskompensation! Diese tolle Zauberkarte erlaubt es mir bis zu zwei Monster der Stufe 4 oder geringer, die ich als Fusionsmaterial für eine Fusionsbeschwörung nutze, als Spezialbeschwörung zu rufen, allerdings dürfen diese Monster nicht in diesem Zug angreifen. Deshalb rufe ich Donnerklang-Gardna und Donnerklang-Inkarnation im Verteidigungsmodus!“

Beide Monster erschienen vor Erin.

Donnerklang-Gardna: Stufe 3, 100Atk, 2000Def.

Donnerklang-Inkarnation: Stufe 2, 700Atk, 0Def.

„Ich habe in diesem Zug noch keine Normalbeschwörung durchgeführt. Deshalb rufe ich von meiner Hand die Donnerklang-Kriegerin!

Die Kriegerin streckte ihr Schwert siegesgewiss Fiona entgegen.

Donnerklang-Kriegerin: Stufe 4, 1500Atk, 1600Def.

Fiona schaute ein wenig ungläubig auf Erins Seite des Feldes.

„Hast du gerade vier Monster in deinem ersten Zug beschworen?!“

Erin lächelte: Sieht ganz so aus! Zwar werden daraus gleich nur noch drei Monster, aber deine Probleme werden sich dadurch verdoppeln: Denn jetzt rüste ich meine Donnerklang-Kriegerin mit der Inkarnation aus! Das verschafft ihr pro Battle Phase einen ganzen zusätzlichen Angriff!

Blaue, zuckende Blitze durchdrangen nun das Schwert der Kriegerin.

Donnerklang-Kriegerin: 1500Atk → 2200Atk.

„Ich bin bereit zum Angriff! Donnerklang-Kriegerin, zerstöre die Solaritus Hydrazinthe! Statische Spaltung!“

Die Kriegerin rannte auf Fionas Pflanzenmonster zu und zerschnitt es mit einem gezielten Schwertschlag.

„Dir bleiben keine Monster mehr übrig, Fiona! Deshalb greift dich meine Kriegerin jetzt direkt an!“

„So leicht mache ich es dir nicht! Ich aktiviere die permanente Falle Tribut an das Licht: Wenn ein Monster mich direkt angreift, darf ich ein Solaritus-Monster aus meinem Deck direkt auf den Friedhof senden. Dadurch verlieren deine Monster noch vor der Schadensrechnung 1000 Angriffspunkte. Ich sende eine weitere Solaritus Hydrazinthe von meinem Deck auf den Friedhof!“

Die Fallenkarte deckte sich auf und Erins Kriegerin schrumpfte in sich zusammen.

Donnerklang-Kriegerin: 2200Atk → 1200Atk.

Die Kriegerin schlug Fiona mit dem Schwert, diese stolperte ein paar Schritte zurück.

Fionas Lebenspunkte: 4000 → 2800.

Fiona verschnaufte kurz und sah Erin dann herausfordernd an: „Na, wagst du noch einen direkten Angriff mit deiner Ritterin, oder soll sie ihre Angriffspunkte behalten?“

Da brauchte Erin nicht lange überlegen.

Es war offensichtlich, dass Fiona irgendetwas mit den ganzen Monstern in ihrem Friedhof vorhatte, allerdings konnte Erin auch unmöglich einfach nur abwarten, bis sich eine Möglichkeit ergab Fionas Falle zu zerstören.

Es galt das Duell schnell zu gewinnen, bevor Fiona ihren gesammelten Vorteil verwerten konnte.

„Die Donnerklang-Ritterin greift dich jetzt mit ihrem 10.000-Volt-Stoß direkt an! Attacke!“

„Der Effekt von Tribut an das Licht aktiviert sich und ich schicke die letzte Hydrazinthe vom Deck auf den Friedhof! So verringern sich die Angriffspunkte deiner Ritterin!“

Nun wurde auch Donnerklang-Ritterin kleiner und stach dann mit der Lanze auf Fiona ein.

Donnerklang-Ritterin: 2500Atk → 1500Atk.

Fionas Lebenspunkte: 2800 → 1300.

Fiona hatte zwei direkte Angriffe hintereinander eingesteckt und dabei bereits zwei Drittel ihrer Lebenspunkte verloren.

Sie keuchte und stütze sich auf ihren Oberschenkeln ab.

„Alles gut bei dir?“, rief ihr Erin zu.

„Ging mir....nie besser!“, japste Fiona und richtete sich wieder auf, „Bist du fertig?“

„Bitte, du bist am Zug!“

Fiona zog.

Pass gut auf, ich werde ab jetzt dieses Duell voll für mich rumreißen! Ich beschwöre im Verteidigungsmodus den Solaritus Glutstacheligel!“

Das Igelmonster mit rot glühenden Nadeln auf dem Rücken begrüßte die Duellantinnen mit einem Quieken.

Solaritus Glutstacheligel: Stufe 3, 1000Atk, 1400Def.

Der Effekt meines Igels aktiviert sich direkt, nachdem er als Normalbeschwörung gerufen wird: Ich darf jetzt ein Solaritus-Monster als Spezialbeschwörung aus dem Friedhof rufen! Sag Hallo zu meinem Solaritus Glückskäfer!

Ein fröhlich lachender übergroßer Marienkäfer mit Sternen statt Punkten erschien.

Solaritus Glückskäfer: Stufe 1, 400Atk, 400Def.

„Jetzt wird es langsam richtig heiß! Ich nutze den Spielfeldzauber Ritualstätte der Gebrandmarkten!“

Kaum hatte Fiona den Zauber aktiviert, schon veränderten die Hologramme der Dueldisk das gesamte Spielfeld.

Die grüne Wiese, auf der Sie standen wich schwarzem Kopfsteinpflaster.

Aus dem Boden erhoben sich acht kreisförmig aufgestellte, antik aussehende Säulen, an deren Spitzen große Flammen loderten.

In diesem Kreis leuchteten auf dem Boden rote Linien, die das Bild einer weiteren Flamme bildeten.

„Dein Spielfeldzauber ist ganz schön düster!“, bemerkte Erin.

Sie kannte diesen Spielfeldzauber.

Er diente dazu, die Ritualbeschwörung von Monstern mit dem Feuer-Attribut zu unterstützen.

So viel also zu ihrer Vermutung, ihre Freundin würde ebenfalls auf Fusionen setzen.

Auch Fionas Monster schienen sich in der Ritualstätte nicht wirklich wohl zu fühlen.

Nervös blickten der Igel und der Marienkäfer hin und her.

Fiona grinste.

„Tja, eitel Sonnenschein war jetzt ja auch lang genug oder? Ich mache jetzt voll ernst und spiele den Ritualzauber Solaritus Siegel: Ich muss Monster mit dem Gesamtlevel oder höher des zu beschwörenden Ritualmonsters als Tribut anbieten. Dabei aktiviert sich der Effekt von meinem Spielfeldzauber. Ritualstätte der Gebrandmarkten verdoppelt die Stufen der Monster, die ich als Tribut für die Ritualbeschwörung eines Feuer-Monsters anbiete!“

Eine rötliche Aura bildete sich um Fionas Monster, als sie ihre Stufe erhöhten.

Solaritus Glutstacheligel: Stufe 3 → Stufe 6.

Solaritus Glückskäfer: Stufe 1 → Stufe 2.

„Gemeinsam haben mein Igel und mein Käfer eine Stufe von acht, damit darf ich also ein Ritualmonster der Stufe acht oder niedriger ausspielen! Und da habe ich genau das Richtige! Heiz Erin ordentlich ein, Solaritus Sonnenanbeterin!“

Der Glutstacheligel und der Glückskäfer verwandelten sich in kleine Feuerbälle, die immer enger und enger umeinander kreisten und schließlich kollidierten, woraus eine rauschende Feuersäule entstand.

Aus der Feuersäule krabbelte langsam Fionas neues Monster hervor, eine etwa zwei Meter hohe Fangschrecke mit glühend heißen Fangbeinen.

Solaritus Sonnenanbeterin: Stufe 7, 2200Atk, 2900Def.

Fiona war noch nicht fertig: „Mein Solaritus Siegel hat einen zweiten Effekt: Ich darf Solaritus-Monster bis zur gleichen Anzahl der als Tribut angebotenen Monster von meinem Deck auf den Friedhof senden! Da ich für diese Ritualbeschwörung zwei Monster genutzt habe, darf ich bis zu zwei Monster auf den Friedhof schicken. Ich wähle dafür einen weiteren Solaritus Glückskäfer und das Ritualmonster Solaritus Sonnenatlas!“

Wie gesagt, tat Fiona die beiden Monster aus ihrem Deck auf den Friedhof.

Erin hatte zwischendurch mitgezählt: Drei Hydrazinthen, zwei Glückskäfer, ein Glutstacheligel und der Sonnenatlas machten zusammen ganze sieben Monster.

Was hatte sie bloß mit all den Monstern vor?

„Der Spaß endet noch nicht, denn jetzt nutze ich den Effekt des Glückskäfers: Wird er als Tribut für die Ritualbeschwörung eines Solaritus-Ritualmonsters genutzt, so darf ich eine Karte ziehen! Handelt es sich bei dieser Karte um einen Zauber oder um eine Falle, so darf ich sie vorzeigen und sofort eine zweite Karte ziehen! Also, dann versuche ich mal mein Glück!“

Fiona zog und zeigte mit einem selbstsicheren Ausdruck die frisch gezogene Zauberkarte vor.

„Da dies kein Monster ist, darf ich eine zweite Karte ziehen!“, sagte Fiona und zog.

„Kunststück, du hast ja auch schon einen Großteil deiner Monster aus dem Deck genommen! Natürlich ziehst du dann keine Monster mehr!“, bemerkte ihre Kontrahentin.

„Ach, sag bloß, du denkst, ich tat das nur, um meine Chancen mit dem Glückskäfer zu verbessern? Wenn dem so ist, muss ich dich leider enttäuschen! Jetzt geht es hier nämlich richtig rund!“

Die beschworene Sonnenanbeterin scharrte mit ihren Beinen wie ein wütender Stier über das dunkle Pflaster.

Meine Sonnenanbeterin hat zwei Effekte: Erstens erhält sie 200 Angriffspunkte für jedes Solaritus-Monster in meinem Friedhof dazu. Das macht normalerweise zusätzliche 1400 Angriffspunkte. Aber ganz ehrlich: Ihr zweiter Effekt ist noch viel krasser, denn indem ich drei Solaritus-Monster aus meinem Friedhof wieder in das Deck mische, darf ich meine Sonnenanbeterin jedes deiner Monster angreifen lassen. Also kommen alle drei Solaritus Hydrazinthen wieder zurück in mein Deck und meine Sonnenanbeterin bekommt zusätzlich 800 Punkte!

Fionas Insektenmonster wurde immer größer und bedrohlicher.

Solaritus Sonnenanbeterin: 2200Atk → 3000Atk.

„Los, mein wunderbares Insekt! Zeige ihnen die Schmelzsichel! Beginne mit der Donnerklang-Ritterin!“

Die Sonnenanbeterin spaltete Erins Ritterin mühelos mit einem Hieb ihrer glühend heißen Fangklaue entwei.

Um sich vor der Wucht der Attacke zu schützen, hielt sich Erin die Arme vors Gesicht.

Erins Lebenspunkte: 4000 → 2500.

„Jetzt kommt Angriff Nummer zwei auf deine Donnerklang-Kriegerin zu! Schmelzsichel-Angriff!“

Der riesige Mantide schlug nun auf die Kriegerin ein, die der herabstürzenden Klaue schützend ihr Schwert entgegenhielt.

Das Schwert verlor sein blaues Leuchten und Erin musste einen weiteren, schmerzhaften Stoß erleiden.

Donnerklang-Kriegerin: 1200Atk → 500Atk.

Erins Lebenspunkte: 2500 → 700.

„Da Donnerklang-Kriegerin mit dem Unionsmonster Donnerklang-Inkarnation ausgerüstet war, wird nicht sie, sondern stattdessen meine Inkarnation zerstört. Außerdem darf ich nun dank des Effekts meiner Inkarnation die Karte Fusion aus meinem Deck oder meinem Friedhof auf die Hand nehmen. Ich nehme sie aus meinem Friedhof.“

„Mach nur, aber ich werde dir keine Monster zum Fusionieren übrig lassen! Ich aktiviere meine verdeckte Karte, den Schnellzauber Dominoeffekt! Wenn ein Spieler Kampfschaden erlitten hat, darf ich ein Monster dieses Spielers zerstören. Daraufhin verlierst du, Erin, die Hälfte der Atk des Monsters an Lebenspunkten! Sag Bye-Bye zu deiner Kriegerin!“

Erins Kriegerin zerplatzte, als sich Fionas Dominoeffekt aufdeckte und Erin verlor ein drittes Mal hintereinander Lebenspunkte.

Erins Lebenspunkte: 700 → 450.

„Denk ja nicht, dass ich Donnerklang-Gardna vergessen habe! Solaritus Sonnenanbeterin, greife Erin ein drittes Mal an! Schmelzsichel!“

Fionas Sonnenanbeterin stürzte sich ohne Gnade auf Erins letztes Monster.

„Dein Feld ist leer und mit nur drei Karten auf der Hand wirst du mich nicht aufhalten können! Ich gebe an dich ab!“

Erin machte sich an ihren Zug.

Sie zog eine Zauberkarte und lächelte.

Fiona hat sich als eine unerwartet harte Gegnerin herausgestellt, aber diese Karte könnte dabei helfen, das Spiel wieder zu ihren Gunsten zu wenden.

„Ich aktiviere die Zauberkarte Wiederherstellungskommando! Sie erlaubt es mir nicht nur drei Monster aus meinem Friedhof zurück in mein Deck zu mischen, ich darf außerdem noch eine neue Karte ziehen. Damit kommen also Donnerklang-Inkarnation und Donnerklang-Kriegerin in mein Deck und meine Donnerklang-Ritterin darf zurück in das Extradeck!“

Erin zog.

Als Normalbeschwörung rufe ich Donnerklang-Taktikerin im Verteidigungsmodus!“

Eine belesen aussehende Frau mit einer Armbrust auf dem Rücken, die mit ihren hellblonden Haaren und ihrer Brille Erin ziemlich ähnelte, erschien.

Donnerklang-Taktikerin: Stufe 4, 1200Atk, 1700Def.

„Meine Taktikerin ist mehr Akademiker als Kämpfer, deshalb darf ich mir einmal pro Zug ein Donnerklang-Monster aus meinem Deck suchen, falls sie mein einziges Monster ist!

Ich wähle die Donnerklang-Seele!“

Sie nahm das Donner-Monster auf die Hand und präsentierte es ihrer Gegnerin.

Fiona ahnte worauf Erins Zug hinauslief.

Sie hatte im letzten Zug Fusion wieder auf die Hand genommen, mit Wiederherstellungskommando Donnerklang-Ritterin in das Extradeck getan und hatte nun auch passenderweise ein Donner- und ein Krieger-Monster zur Verfügung.

„Ich spiele Fusion! Mit Donnerklang-Taktikerin und Donnerklang-Seele als Fusionsmaterial feiert meine einzigartige Ritterin ihr Comeback!“

Auf Erins Seite bildete sich die Gewitterwolke, aus der mit einem Blitz Erins Fusionsmonster wiederkehrte.

Donnerklang-Ritterin: Stufe 7, 2500Atk, 2000Def.

„Hole ruhig deine Ritterin zurück, gegenüber den 3000 Punkten meiner Solaritus Sonnenanbeterin ist sie bestenfalls ein Schildknappe!“, spottete Fiona.

„Da hast du völlig Recht! Wie gut, dass sich dank des Effekts von Donnerklang-Seele die Angriffskraft meiner Ritterin weiter erhöht! Wird die Seele nämlich als Fusionsmaterial für ein Donnerklang-Monster auf den Friedhof gesendet, darf sie das gerufene Fusionsmonster sofort ausrüsten! Allerdings darf ich es für den restlichen Zug nicht mehr ausklinken!“

Die Lanze der Ritterin leuchtete in dem elektrisierten Blau.

Donnerklang-Ritterin: 2500Atk → 3300Atk.

„Da meine Ritterin nun stärker ist, spricht deine Sonnenanbeterin besser ihr letztes Gebet! Angriff mit dem 10.000-Volt-Stoß!“

Die Ritterin durchdrang den Panzer der Sonnenanbeterin, die daraufhin explodierte und eine Fiona schädigende Schockwelle freisetzte.

Fionas Lebenspunkte: 1300 → 1000.

Fiona gab sich cool: „Du konntest zwar meine Sonnenanbeterin besiegen, aber deine Probleme enden dadurch noch lange nicht! Mein Feldzauber Ritualstätte der Gebrandmarkten entschädigt mich jedes Mal, wenn ein Ritualmonster mit dem Attribut Feuer zerstört wird, mit einem Ritualzauber aus meinem Friedhof! Ich nehme also das Solaritus Siegel wieder auf meine Hand!“

„Tu das ruhig, ich beende meinen Zug mit einer verdeckten Karte!“

Vor Erin erschien die verdeckte Karte.

Ihr Monster und die verdeckte Karte musste Fionas nächstem Zug standhalten, denn Erin hatte inzwischen keine einzige Karte mehr auf ihrer Hand.

„Ich bin dran! Pass gut auf, denn jetzt aktiviere ich den Zauber Neuer Tagesanbruch! So, wie am Morgen die Sonne aufgeht, ersteht auch ein neues Solaritus-Monster aus meinem Friedhof auf! Ich nehme also Solaritus Sonnenatlas auf die Hand und schicke dafür einen Solaritus Glutstacheligel von meinem Deck auf den Friedhof!

Erin sah zähneknirschend dabei zu, wie sich Fiona ein neues Ritualmonster auf die Hand holte.

„Als Normalbeschwörung rufe ich Solaritus Hydrazinthe!“

Solaritus Hydrazinthe: Stufe 1, 600Atk, 300Def.

„Allerdings bleibt meine Pflanze nicht lange auf dem Feld, denn gemeinsam mit der zweiten Sonnenanbeterin auf meiner Hand biete ich sie dank dem Solaritus Siegel als Tribut an! Hier kommt das Monster, das dieses Duell beenden wird! Solaritus Sonnenatlas!“

Das Pflanzenmonster auf dem Feld und die Sonnenanbeterin auf Fionas Hand verwandelten sich wieder in umeinanderkreisende Feuerbälle, die gemeinsam eine beeindruckende Flammensäule bildeten.

Aus dem Inferno heraus erhob sich Fionas Sonnenatlas, ein gigantischer, ascheweißer Schmetterling mit roten Flügeln, auf denen sich mittig jeweils ein goldenes Sonnensymbol befand.

Mit jeder Bewegung der Flügel fielen einzelne Funken zu Boden.

Solaritus Sonnenatlas: Stufe 8, 2500Atk, 3000Def.

„Du kennst bereits den Effekt meines Ritualzaubers: Da ich zwei Monster als Tribut angeboten habe, darf ich weitere zwei Solaritus-Monster vom Deck auf den Friedhof schicken! Ich wähle eine Hydrazinthe und den dritten Glückskäfer dafür aus!“, sie legte beide Karten vom Deck auf den Friedhof, „Damit habe ich jetzt insgesamt neun Solaritus-Monster auf dem Friedhof und genauso wie seine kleine, sonnenanbetende Schwester bekommt Sonnenatlas einen Boost von 200 Angriffspunkten für jedes dieser Monster!“

Solaritus Sonnenatlas: 2500Atk → 4300Atk.

„Ganz egal wie viel Angriffspunkte deine übergroße Motte auch hat, meine Ritterin zerstört mit ihrem Spezialeffekt jedes Monster noch vor der Schadensrechnung!“, rief Erin.

„Tja, das werden wir ja sehen! Erstmal wird es Zeit für den Effekt von Sonnenatlas: Ich gebe alle drei Glückskäfer aus dem Friedhof meinem Deck zurück und darf dafür alle offenen Karten vernichten, die mein Gegner kontrolliert!“

Der Flammenschmetterling erhob sich und schlug seine riesigen Flügel, aus denen ein mächtiger, sengend heißer Wind auf Erins Feldseite traf.

Erins Donnerklang-Ritterin ging in Deckung und die Lanze verlor ihr Leuchten.

Donnerklang-Ritterin: 3300Atk → 2500Atk.

Solaritus Sonnenatlas: 4300Atk → 3700Atk

„Deine ausgerüstete Seele hat zwar die Donnerklang-Ritterin vor der Zerstörung beschützt, aber ohne sie verliert deine Ritterin ihren besonderen Effekt. Das heißt mein Solaritus Sonnenatlas wird dein letztes Monster mit Leichtigkeit einäschern und deine restlichen Lebenspunkte gleich dazu! Los, Solaritus Sonnenatlas! Starte den finalen Angriff mit dem alles verbrennenden Solarsturm!“

Auf den Flügeln von Fionas Ritualmonster bildeten sich unzählige kleine, rote Punkte, aus denen blitzschnelle Feuergeschosse unaufhörlich auf Erins Feldseite einprasselten.

Als das Bombardement aufhörte und der Rauch verflog, stand Erin stoisch hinter einem anderen Donnerklangmonster, einem jungen Mädchen mit einem riesigen Schild im Kettenhemd gekleidet, ohne einen einzigen Lebenspunkt verloren zu haben.

Fiona war entgeistert:“Wie kann das sein! Meine Attacke sollte bei dir 1200 Schadenspunkte angerichtet haben! Und woher kommt dein Monster?!“

Erin lächelte siegessicher und klärte ihre Gegenspielerin auf: „Das war die Power von Donnerklang-Gardna! Befindet sich dieses Monster in meinem Friedhof, wenn eins meiner Donnerklang-Monster angegriffen wird, darf ich es beschwören und allen Kampfschaden verhindern!“

Donnerklang-Gardna, Stufe 3, 100Atk, 2000Def.

„Pah, da hast du wohl gerade soeben noch für einen Zug durchgehalten. Aber das heißt gar nichts, mein Sonnenatlas ist kaum zu bezwingen: Dank des besonderen Effekts von Hydrazinthe wird er noch stärker! Ich beende meinen Zug und in der End Phase nehme ich Solaritus Glutstacheligel von meinem Deck auf die Hand und sende einen anderen Sonnenatlas vom Deck auf den Friedhof.

Solaritus Sonnenatlas: 3700Atk → 3900Atk.

Erin wollte es sich kaum eingestehen, aber ihre Gegnerin lag mit ihrer Einschätzung genau richtig. Nur mit ihrer Gardna und der verdeckten Karte allein, könnte sie unmöglich das gefährliche Bossmonster ihrer Freundin nicht überwinden und Fionas Deck war so konzipiert, dass es über die Zeit immer mehr Monster auf den Friedhof brachte, wodurch ihre Ritualmonster immer stärker wurden.

Wenn sie das Duell noch gewinnen wollte, dann musste sie jetzt die exakt richtige Karte ziehen.

Sie schloss hoffnungsvoll die Augen, als sie ihre Hand auf das Deck legte.

Sie zog und betrachte die Karte.

„Perfekt!“

„Ich aktiviere den Zauber Dringendes Ziehen! Diese Karte darf nur aktiviert werden, wenn ich sonst keine Karten auf der Hand halte und weniger als tausend Lebenspunkte habe und sie erlaubt es mir zwei weitere Karten zu ziehen!“

Erin schaute sich die neuen Karten kurz an und überlegte.

Ein Gefühl überwältigender Freude durchflutete ihren gesamten Körper und Geist.

Sie hatte den Weg zum Sieg gefunden.

„Zuerst aktiviere ich meine verdeckte Karte, die Blitze der Wiedergeburt! Damit kehrt meine soeben im Kampf gefallene Ritterin mit zusätzlichen 500 Angriffspunkten zurück!“

Einige Blitze schlugen wieder und wieder auf Erins Feld ein, als plötzlich Donnerklang-Ritterin auf ihrem Ross vor stand.

Donnerklang-Ritterin: Stufe 7, 2500Atk, 2000Def.

Donnerklang-Ritterin: 2500Atk → 3000Atk.

„Oh Mann, Erin! Hast du wirklich keinen anderen Trick auf Lager, als das gleiche Monster immer und immer wieder zu beschwören?! Ich bin schon zweimal in diesem Duell mit deiner reitenden Blechbüchse fertig geworden, ich werde es auch ein drittes Mal schaffen!“

Aber Erin hatte durchaus einen anderen Plan, als sich nur auf Ritterin zu verlassen.

„Aus meiner Hand spiele ich Fusion! Ich verschmelze also Donnerklang-Gardna und Donnerklang-Ritterin zu einem neuen Monster!“

Eine schwarze Wolke bildete sich über Erin und knisterte bedrohlich.

Ein Blitz schoss auf den Boden und als das Licht wich, stand eine muskulöse Hünin mit zwei Doppeläxten in den Händen, sowie einem Kriegshammer, einem Morgenstern und einem Breitschwert auf den Rücken geschnallt da.

„Bühne frei für meine Donnerklang-Waffenmeisterin!“

Donnerklang-Waffenmeisterin: Stufe 5, 2100Atk, 1600Def.

Fiona kam jetzt nicht mehr mit.

Hatte Erin gerade wirklich ihre Ritterin zusammen mit einem weiteren Monster zu einem um fast 1000 Punkte schwächeren Monster fusioniert?

„Ich sehe, du bist überrascht, Fiona! Aber meine Waffenmeisterin hat mehr drauf, als du denkst! Ich beschwöre aus meiner Hand die Donnerklang-Inkarnation und rüste sofort die Donnerklang-Waffenmeisterin mit ihr aus!“

Das Energiewesen schwebte auf die Waffenmeisterin zu und verschwand, wonach auf ihren Doppeläxten zahlreiche blaue Blitze tanzten.

Donnerklang-Waffenmeisterin: 2100Atk → 2800Atk.

„Jetzt greift meine Donnerklang-Waffenmeisterin an, mit dem doppelten Gewitter-Axtschlag!“

Erins Fusionsmonster sprang auf den Sonnenatlas zu.

„Der besondere Effekt von Waffenmeisterin aktiviert sich im Kampf: Ist sie mit einem Donnerklang-Monster vom Typ Donner ausgerüstet und greift ein Monster mit mehr Angriffspunkten an, so darf sie Angriffspunkte von einem ihrer Fusionsmaterialmonster dazubekommen! Damit erhält sie die Angriffskraft meiner Donnerklang-Ritterin dazu, ganze 3000 Punkte!“

hinter der Waffenmeisterin, die nun mit ausgeholten Äxten auf den Riesenschmetterling stürzte, bildete sich schwach eine Silhouette der Donnerklang-Ritterin.

Donnerklang-Waffenmeisterin: 2800Atk → 5800Atk.

Fiona riss entsetzt die Augen auf.

„Das gibt es nicht! Fünftausendachthundert Punkte!!“

Die Waffenmeisterin trennte mit beiden Axtklingen simultan die Flügel des Sonnenatlas ab, der daraufhin explodierte.

Fiona wurde von der gewaltigen Wucht des Angriffs von den Füßen gerissen.

Fionas Lebenspunkte: 1000 → 0.

Der Staub legte sich und die Hologramme verschwanden.

Fiona lag stöhnend am Boden und Erin bemerkte eine Zuschauerschaft von anderen besorgt aussehenden Slifern um die beiden herum, die sie wegen Fionas Spielfeldzauber nicht gesehen hatten.

Erin erkannte plötzlich was hier passiert ist, sie fühlte sich, als wäre sie aus einer Trance erwacht.

Sie hatte Fiona zum Duell überredet, zum Einen, weil sie neugierig auf ihr Deck war, aber zum Anderen auch, weil sie ihrer Freundin Mut machen wollte.

Sie wollte Fiona aufbauen, damit sie sich gegen ihre Feinde durchsetzen konnte.

Erin hatte schon unzählige Freundschaftsduelle mit Mayla geführt, aber dieser Kampf war anders.

Es war, wie Fiona gesagt hatte, sie duellierte sich nicht aus Spaß, sondern aus Ehrgeiz, aus dem Willen zu gewinnen.

Erin hatte sich von diesem Ehrgeiz anstecken lassen und vollkommen die Kontrolle über sich verloren, ohne es zu bemerken.

Sie hatte sich nicht freundschaftlich duelliert, sie hatte mit aller Gewalt gekämpft, so wie sie es auch gegen Barry und Maxim getan hatte.

Sie fühlte sich schrecklich.

Behutsam ging Erin auf ihre Freundin zu und reichte ihr die Hand.

„Fiona.... Es..ähm tut mir Leid, ich habe wohl etwas übertrieben. Geht es dir gut?“

Fiona schlug Erins Hand beiseite und stand auf, ohne sie anzusehen.

„Du hast sie doch nicht mehr alle!“, schrie sie und ihre Stimme klang zittrig, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen.

Erin schluckte und konnte sich kaum bewegen, als sie sah, wie Fiona sie verließ und wortlos in Richtung Unterkunft ging.

Sie muss wohl mehrere Sekunden lang wie eine Salzsäule ins Leere gestarrt haben, als sie endlich die Kraft fand, sich wieder zu rühren.

Um sie herum weitere tuschelnde Schaulustige.

Beschämt griff sie nach ihrem Rucksack und machte sich zügigen Schrittes auf zu ihrem Zimmer.

Als Erin ankam, waren ihre Freundinnen schon beide da.

Mayla lag, in ihrem aktuellen Liebesroman vertieft, im Bett.

„Dein Rubinaugengreif hat mein Herz gestohlen“...

Eine Etage über ihr war Fiona, mit der Nase in einem Schulbuch.

Entweder schien Mayla nicht mitbekommen zu haben, wie schlecht es Fiona ging, oder Fiona hatte ihren Frust gekonnt überspielt, um Mayla nicht in den Konflikt mit hineinzuziehen.

„Hey Erin! Schön, dass du auch wieder da bist!“, trällerte Mayla.

„Hey, ich bin ein bisschen vor dir losgegangen, nicht böse sein!“, rief Fiona in dem gleichen fröhlichen Ton.

Erin verstand.

Es war die zweite Option.

Der Rest des Abends verlief ruhig und recht normal, als ob auf dem Sliferplatz nichts passiert sei.

Mayla fragte zwischendurch nach, was die beiden so getrieben hätten und Fiona erzählte, dass sie lediglich weitergelernt hätten.

Irgendwann legten sich dann alle drei schlafen.

Erin lag wach in ihrem obersten Bett und lauschte konzentriert, ob Mayla und Fiona bereits eingeschlafen waren.

Sie konnte Maylas sanftes Ein- und Ausatmen ausmachen.

„Mayla?“, flüsterte sie kurz, um zu testen, ob sie wirklich eingeschlafen war.

„Die ist bereits im Traumland“, flüsterte Fiona kühl zurück.

Sie war noch immer aufgewühlt.

„Hör mal, Fiona, ich-“

„Es tut mir Leid“, unterbrach sie Fiona mit aufrichtiger Stimme.

Erin dachte zuerst, sie hätte sich verhört.

„Ähm...okay?“

„Ich bin eine echt furchtbar schlechte Verliererin und es war unfair von mir, dich so vor all den Leuten anzufahren.“

Erin schwieg und musste erstmal Fionas Entschuldigung verarbeiten.

„Erin?“

„Es ist alles gut. Das heute Nachmittag war meine Schuld. Ich wollte dir eigentlich in einem freundschaftlichem Duell zeigen, wie stark du eigentlich bist und

bin wohl zwischendurch etwas durchgedreht.“

Fiona kicherte nun leise.

„Typisch Erin, sein Bestes zu geben gehört doch zu einem Duell dazu. Aber jetzt verstehst du glaube ich, warum ich mich nicht mit der Obeliskin anlegen wollte. Was wäre, wenn die mich so zusammengefaltet hätte wie du? Die und ihre Gang würden dann noch die ganzen restlichen drei Jahre auf mir rumhacken.“

„Ja, das stimmt wohl. Gut, dass du immer auf mich Hitzkopf aufpasst.“

„Irgendwer muss es ja tun“, antwortete Fiona sarkastisch.

Erin fühlte sich erleichtert, sie hatte aufrichtig Angst gehabt Fiona verletzt zu haben, aber im Moment klang sie gar nicht mehr böse oder traurig.

„Ich will mich nur duellieren, wenn ich mir sicher bin, dass ich gewinnen werde“, wiederholte Fiona ihre Aussage vom Nachmittag, „ich meine...wie soll ich sagen...also noch ist ja alles Spiel und Spaß hier an der Akademie, aber später, wenn wir in drei Jahren alle unsere Abschlüsse haben, da wird keiner danach fragen, ob wir Spaß mit unserer Arbeit haben oder so. Da kommt es einfach nur darauf an, ob man besser als die Konkurrenz ist oder nicht. Je eher man sich daran gewöhnt, je einfacher hat mans im Leben.“

Die Unterhaltung zwischen Fiona und Erin wurde von einem genervten Brummen aus der untersten Etage des Stockbettes unterbrochen, offenbar hatten sie Mayla wieder aufgeweckt.

„Hoppla, Tschuldige Mayla, wir sind jetzt still“, entschuldigte sich Fiona.

Aber Erin hatte noch eine Frage, die sie stellen musste, sie bemühte sich nun etwas leiser zu sprechen:

„Dir geht es wirklich gut, Fiona? Du kannst ehrlich mit mir sein.“

„Hm, ich bin schon etwas frustriert, aber hauptsächlich über meine eigene Schwäche. Aber die treibe ich mir schon noch aus, warts nur ab! Und jetzt: Gute Nacht.“

„Gute Nacht, bis morgen.“

Fiona ging es in der Tat wohl wieder gut, eigentlich könnte Erin nun beruhigt schlafen.

Aber Erin lag weiterhin wach.

Das was Fiona alles eben gesagt, ihre Philosophie was Duel Monsters und im Grunde auch den restlichen Alltag anging, nach der Stärke und Gewinnen viel wichtiger als Spaß waren... Das gab Erin noch zu sehr zu denken.

War es wirklich das, was Fiona fühlte?

War die verbissene Art zu duellieren, wie Erin und Fiona es heute getan hatten, für sie normal?

Erin hatte schon lange nichts mehr gehört, was so falsch für sie klang.
 

____________
 

Neue Karten:
 

Monsterkarten:
 

Donnerklang-Taktikerin: Stufe 4, 1200Atk, 1700Def, Typ Krieger, Attribut Licht, Effekt:

Einmal pro Zug, falls du kein anderes Monster kontrollierst: Füge deiner Hand ein „Donnerklang“-Monster aus deinem Deck zu
 

Donnerklang-Waffenmeisterin: Stufe 5, 2100Atk, 1600Def, Typ Krieger, Attribut Licht, Fusion/Effekt:

1 "Donnerklang"-Krieger Monster + 1 "Donnerklang“-Krieger Monster

Wenn diese Karte mit einem „Donnerklang“-Monster vom Typ Donner ausgerüstet ist: Wenn diese Karte ein Monster angreift, das mehr Atk als diese Karte hat: Wähle ein Monster, dass du als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung dieser Karte genutzt hast: Diese Karte erhält die Atk des Fusionsmaterialmonsters bis zum Ende des Zuges dazu.
 

Solaritus Hydrazinthe: Stufe 1, 600Atk, 300Def, Typ Pflanze, Attribut Feuer, Effekt:

Wenn diese Karte als Normal- oder Spezialbeschwörung beschworen wird: Du kannst in der End Phase dieses Zuges ein „Solaritus“-Monster von deinem Deck deiner Hand hinzufügen und wenn du das tust, lege ein „Solaritus“-Monster von deinem Deck auf den Friedhof.
 

Solaritus Glutstacheligel: Stufe 3, 1000Atk, 1400Def, Typ Ungeheuer, Attribut Feuer, Effekt:

Wenn diese Karte als Normalbeschwörung beschworen wird: Du kannst ein „Solaritus“-Monster von deinem Friedhof als Spezialbeschwörung beschwören.
 

Solaritus Glückskäfer: Stufe 1, 400Atk, 400Def, Typ Insekt, Attribut Feuer, Effekt:

Wenn diese Karte als Tribut für die Ritualbeschwörung eines „Solaritus“-Ritualmonsters angeboten wird: Du darfst eine Karte ziehen. Wenn die gezogene Karte eine Fallen- oder Zauberkarte ist, darfst du sie vorzeigen und eine weitere Karte ziehen
 

Solaritus Sonnenanbeterin: Stufe 7, 2200Atk, 2900Def, Typ Insekt, Attribut Feuer, Ritual/Effekt:

Diese Karte erhält 200 Angriffspunkte für jedes „Solaritus“-Monster in deinem Friedhof. Einmal pro Zug: Mische drei „Solaritus“-Monster aus deinem Friedhof wieder in dein Deck, diese Karte kann jedes Monster, das dein gegner kontrolliert in diesem Zug einmal angreifen.
 

Solaritus Sonnenatlas: Stufe 8, 2500Atk, 3000Def, Typ Insekt, Attribut Feuer, Ritual/Effekt:

Diese Karte erhält 200 Angriffspunkte für jedes „Solaritus“-Monster in deinem Friedhof. Einmal pro Zug: Mische drei „Solaritus“-Monster aus deinem Friedhof wieder in dein Deck, zerstöre alle offenen Karten, die dein Gegner kontrolliert.
 

Zauberkarten:
 

Fusionskompensation: Schnellzauber:

Wenn du eine Fusionsbeschwörung durchführst: Wähle bis zu zwei Fusionsmaterialmonster der Stufe 4 oder niedriger und beschwöre sie als Spezialbeschwörung. Diese Monster dürfen in diesem Zug nicht angreifen.
 

Wiederherstellungskommando: Normaler Zauber:

Wähle drei Monster in deinem Friedhof: Füge sie deinem Deck hinzu, dann ziehe eine Karte.
 

Dringendes Ziehen: Normaler Zauber:

Du kannst diese Karte nur aktivieren, wenn du weniger als 1000 Lebenspunkte hast und wenn dies die einzige Karte in deiner Hand ist: Ziehe zwei Karten. Du kannst nur eine „Dringendes Ziehen“ pro Zug aktivieren.
 

Ritualstätte der Gebrandmarkten: Spielfeldzauber:

Wenn du Monster als Tribut für die Ritualbeschwörung eines Ritualmonsters mit dem Feuer-Attribut anbietest: Verdoppele die Stufen dieser Monster.

Einmal pro Zug, wenn ein Ritualmonster mit dem Feuer-Attribut auf deiner Spielfeldseite zerstört wird: Wähle eine Ritualzauberkarte in deinem Friedhof und füge sie deiner Hand zu.
 

Solaritus Siegel: Ritualzauber:

Diese Karte kann verwendet werden, um ein beliebiges „Solaritus“-Ritualmonster als Ritualbeschwörung zu beschwören. Du musst zusätzlich offene Monster von deiner Hand oder deiner Spielfeldseite als Tribut anbieten, die gemeinsam die gleiche oder höhere Stufe als das Ritualmonster haben, das du als Ritualbeschwörung beschwörst. Du kannst bis zu genauso viele „Solaritus“-Monster von deinem Deck auf den Friedhof legen, wie du Monster als Tribut anbietest.
 

Neuer Tagesanbruch: Normaler Zauber:

Wähle ein „Solaritus“-Monster aus deinem Friedhof und füge es deiner Hand hinzu. Lege ein „Solaritus“-Monster von deinem Deck auf den Friedhof.
 

Fallenkarten:
 

Tribut an das Licht: Permanente Falle:

Wenn dich ein Monster direkt angreift: Lege ein „Solaritus“-Monster von deinem Deck auf den Friedhof. Das angreifende Monster verliert 1000 Atk.



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Kommentare zu diesem Kapitel (1)

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Von: FeenjaWesker
2026-01-15T21:23:51+00:00 15.01.2026 22:23
So, nachdem ich mich heute (mittels TTS-Tool) bis hier hin vorgearbeitet habe, ist es Zeit für ein Zwischenfazit meinerseits.
Ich hatte ja schon einmal vor einigen Wochen erwähnt, dass ich mir die Geschichte vorzugsweise während der Arbeit anhören werde, weil ich momentan einfach kein Zeitfenster frei habe, um mir alles in Ruhe durchzulesen.
Klappt bislang wirklich super. Auch wenn mir das Tool aus "Duell-Disc" ständig "Düll-Disc" macht und ich mich heute erst einmal lachend an meinem Kaffee verschluckt habe. 😅 ... Hihihi, Düll-Disc.

Vorab muss ich nochmal betonen, dass ich von Yu-Gi-Oh nur in so fern eine Ahnung habe, als dass ich damals ab und zu eine Folge auf RTL2 gesehen habe. Interessiert hat mich das Fandom allerdings nie (was sich wohl auch nicht mehr ändern wird). Dennoch muss ich hier einfach hervorheben, dass ich der Geschichte bislang sehr gut folgen kann und man wirklich kaum Vorwissen mitbringen muss, um die Einzelheiten zu verstehen.

Auch wenn ich sagen muss, dass mir der Sinn und Zweck dieser Akademie irgendwie Rätsel aufgibt. Was genau bringt es einem denn, einen Abschluss an Duellanten-Hogwarts zu machen? Welche Berufschancen soll einem das ermöglichen? Und was genau macht man als professioneller Duellant?
Ist jetzt kein "Fehler" deinerseits, weil dies ja ein Teil der offiziellen YGO Lore ist. Trotzdem wirft das eine ganze Menge Fragen auf. Aber ich will mich ja auch nicht spoilern lassen, für den Fall dass du das hier in einem kommenden Kapitel nochmal näher erwähnen wirst. Ich lass mich überraschen 😺

Am meisten erstaunen mich bislang die Duelle. Denn eigentlich hatte ich erwartet, dass sie mich (wie oben erwähnt) nicht interessieren werden und ich die beim Anhören nur passiv mitnehme. Aber tatsächlich passiert eine ganze Menge, was bislang auch für die Story relevant ist und das ist für mich echt spannend zu beobachten.
Das Duell gegen Leroy war verdammt stark und spannend geschrieben! Es wundert mich im Nachhinein allerdings auch ein wenig, dass die sich dort (durchaus laut) duellieren konnten und niemandem ist es aufgefallen. Haben die dort keinen Sicherheitsdienst auf dem Gelände? Ich dachte da gibt es Kameras? Aber gut, es ist am Ende ja doch nur eine Schule und für Schulen gibt es bekanntermaßen keine Geldmittel.

An der Stelle übrigens ein ganz großes Lob für die ganzen Ideen, was deine eigenen Karten angeht. Du steckst da echt unfassbar viel Zeit und Herzblut rein und das merkt man der Geschichte wirklich an. Ich bin wahnsinnig beeindruckt von dieser Leistung!
Man merkt daran sehr, wie viel dir YGO bedeutet und mir gefallen die ganzen kleinen Details in den Decks. Jedes hat ein individuelles Thema und natürlich gibt es die (für YGO so typischen) übertriebenen Fähigkeiten und Sub-Fähigkeiten und Kombo-Fähigkeiten, bei denen man sich immer fragt "Wo zur Hölle steht das auf der Karte?! Wurde die Rückseite dafür auch noch bedruckt, oder was?!" Sogar ich kenne dieses Meme :D

Was die Charaktere angeht, bin ich ebenfalls positiv überrascht. Kein einziger davon geht mir (bislang) irgendwie auf die Nerven, oder fühlt sich überflüssig an. Häufig bewegt man sich mit eigenen Charakteren ja auf eher dünnem Eis und der Grad zwischen spannend und nervig ist oft nur sehr schmal. Als Teenager bringen die alle ihre typischen Teenagerprobleme mit sich, die in so einem Alter die Welt bedeuten und sich am Ende dann doch als gar nicht so schlimm herausstellen.
Grinsen musste ich auf jeden Fall bei der Stelle, als Kevin die gute Erin einmal komplett ausfragt und mein Gedanke dazu war vor allem: "Großer Gott, Erin! Wie gehst du denn mit deinen Daten um? Wäre das ein YouTube Video, dann würde jetzt an dieser Stelle ein Placement für irgendeinen VPN-Dienst kommen!" Fehlte ja nur noch, dass sie ihm ihre Handy PIN und die Zugangsdaten zu ihrem Paypal-Konto diktiert.

Technisch kann ich auch nicht meckern. Bei einer derart langen Geschichte sind gelegentliche Tippfehler völlig normal und würde das TTS-Tool nicht jeden Buchstabendreher übertrieben akkurat vorlesen, würden mir die wohl kaum auffallen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt darauf, mir morgen weitere Kapitel anzuhören.
Bis dahin liebe Grüße und ich denke mal, dass ich dir hier wieder schreiben werde, sobald ich Kapitel 10 erreicht habe.

Feenja 🌸
Antwort von:  DonnerklangErin
16.01.2026 16:41
Hi Feenja!

Danke für dein liebes Feedback.
Joa, die Prämisse einer Duellakademie ist so ein Suspension-Of-Disbelief-Ding, das darf man nicht allzu sehr hinterfragen, sonst fliegt es einem um die Ohren :D
Es ergibt teilweise vllt Sinn, weil Yu-Gi-Oh! wahrscheinlich mit lebensechten Hologrammen im Reallife deutlich populärer wäre und auch das Zuschauen sehr viel spannender wäre. Ich sehe das als Analogie zu einer Akademie für Fußball oder andere sehr beliebte Sportarten.
Tatsächlich thematisieren meine Charas später ihre Zukunftspläne, aber...erst ab The Red Downfall, im zweiten Jahr.
Es ist schön zu lesen, dass dir trotz fehlendem Yu-Gi-Oh!-Background die Duelle so zusagen. Ich finde die Decks und deren Spielmechaniken sind ne tolle Gelegenheit bestimmte Persönlichleitsaspekte der Charaktere zu betonen und gleichzeitig haben die Charaktere die Gelegenheit ihre Cleverness so ein bisschen unter Beweis zu stellen.
Die Kehrseite ist, dass man akzeptieren muss, dass in diesem Universum Duelle als unumstößliches Konfliktbewältigungsmittel sind. Wenn du jemanden dazu zwingen willst, etwas für dich zu tun, dann hältst du dieser Person kein Messer an den Hals, sondern besiegst sie in einem Kartenspiel :D Suspension-Of-Disbelief eben.
Ich hoffe, dass dir die zulünftigen Kapitel auch gefallen werden!

Liebe Grüße





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