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Und dann hat er ja gesagt

von

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Ödnis

Ich stand seit Jahren mal wieder vor der Uchiha-Residenz. Eine finstete Aura schwebte über meinem Elternhaus und der sechsjährige Sasuke in mir erwachte. Er erinnerte mich an die verhängnisvollste Nacht für den gesamten Uchiha-Clan. Ein leichter Schweißfilm bildete sich auf meiner Stirn und meine Hände zitterten verräterisch. Selbst nach all diesen Jahren habe ich vor diesem Ort eine aufrichtige Angst. Die Eingangstür ging auf und enthüllte die mysteriöse Dunkelheit, in der sich die alten Geister meiner Vergangenheit versteckten. Ich holte tief Luft und machte einen Schritt dieser Dunkelheit entgegen.
 

Das spannende Mysterium hielt nicht lange an. Ich musste ganz trocken feststellen, dass die Uchiha-Residenz nichts weiter als ein altes verlassenes Haus ist. Überall lag Staub, einige Sachen waren kaputt, manche Fenster waren angeschlagen, manchmal fehlte die Tür oder der kompletter Tatami-Boden. Das Haus war trotzdem ziemlich gut erhalten. Ich fand sogar ein wenig Notfallzeug fürs Erste: die alten Futonbetten lagen immer noch zusammengerollt im Bettwäscheschrank, auf dessen Ordnung meine Mutter damals sehr achtete. Ein bisschen Kleinkram wie Lappen, Geschirr und Besteck, Handtücher und sogar etwas Putzmittel ruhten ebenfalls genau dort, wo man es vermuten würde. Ich wanderte wie verhext und ziemlich planlos durch die Residenz, denn dieses Haus war eine riesige Erinnerung an mein früheres Lebens. Hier ist der Teich, wo Itachi und ich häufig verstecken spielten. Hier ist das Büro meines Vaters. Damals war uns Kindern die Zutritt hierhin strengst verboten. Hier ist die Küche, wo wir jeden Abend alle zusammen aßen. Hier ist mein ehemaliges Zimmer und das gegenüber gehörte Itachi. Ab und zu schlich ich mich nach der angekündigten Abendruhe zu Itachi ins Zimmer und hörte mir die spannenden Geschichten über seine Missionen an. Und hier… hier nahm Itachi eigenhändig unseren Eltern das Leben. Diese versiegelte Tür fesselte meinen Blick für eine ganze Weile. Auf dem dünnen Stoff konnte man selbst nach diesen Jahren verblasste Blutflecken unter dem übrigen Schmutz erkennen. Eine grazile menschliche Silhouette, die beim kalten Mondschein die breiteste Straße des Uchiha-Viertels aufmerksam beobachtet, entstand vor meinen Augen und ich konnte dieses Bild nicht loswerden. Diese Erinnerung ist immer noch so lebendig. Plötzlich überwältigte mich eine herzzerreißende melancholische Sehnsucht. Nein, ich darf jetzt nicht in diesem altem Zeug herumwühlen. Es ist schon zu lange her und es lässt sich absolut nichts dagegen machen. Ich drehte um. Lieber diesen Teil des Hauses nicht besuchen.
 

Heute brachte ich die Putzaktion ins Rollen. Es stellte sich überraschenderweise als sehr anstrengend heraus mit nur einem Arm zu putzen. Es wäre sehr schön, wenn ich jemanden dafür bezahlen könnte, aber es gibt einfach kein Extrageld. Eigentlich reicht das Geld in den jetzigen Umständen katastrophal nicht aus und deswegen muss ich unbedingt zu Kakashi. Ich bin mir zuversichtlich, dass er für meine Fähigkeiten irgendeine Anwendung findet. Am liebsten hätte ich die Einzelmissionen, aber ich bin an sich nicht wählerisch. So ein Luxus darf ich mir zurzeit nicht leisten.
 

Der Tag neigte sich bereits dem Ende zu und langsam bekam ich Hunger. Nach dem Putzen wollte ich mich so wenig wie möglich bewegen und sehr passend wartete auf mich ein altes Angelzeug in einem der Schränke im Büro meines Vaters. Ich schnappte es mir und machte mich auf den Weg zum Fluss.
 

Ich erwischte gerade noch die letzten Sonnenstrahlen des Sonnenuntergangs. Sie küssten sanft die Bäume und färbten den Himmel in ein feuriges Orangen um. Die Schatten waren lang und spitz, meins streckte sich über 3-4 Meter. Die Abendfrische eines späten Sommers berührte leicht meine Haut. Es war sehr angenehm, besonders nachdem man den ganzen Tag putzend in einem geschlossenen staubigen Raum verbrachte. Ich erreichte mein Ziel und mir offenbarte sich ein majestätischer Blick auf den breiten Fluss Konohas. Ich hielt kurz an und bewunderte diese abendliche Landschaft. Abends kommt es einem vor, als ob der Fluss aus flüssigem Kupfer bestünde. Ich vergesse zu oft, wie schön diese Welt eigentlich ist.
 

Nach einiger Zeit war das Angeln endlich mit einem Erfolg gekrönt und der erste Fang brutzelte bereits fröhlich neben dem Feuer am Spieß. Mittlerweile ging die Sonne vollständig unter und die Nacht löste den Tag ab. Ich saß immer noch am Ufer in der Hoffnung noch einen Fisch zu fangen. Außer mir war hier keiner. Es passierte absolut gar nichts. Die Natur hielt ihren Atem an. Als ob jemand flüchtig die Zeit stoppte. Ich blickte zum Himmel hinauf. Eine dicht besetzte leuchtende Sternedecke hing direkt über meinem Kopf, als ob sie mit den Fingerspitzen ganz einfach zu berühren wäre. Ich wünschte, ich könnte diesen magischen Himmel Naruto zeigen. Er hätte mir dabei Sachen aus seinem Alltag erzählt und würde sich bestimmt dabei über etwas Dummes aufregen. Wenn er zu Ende geredet hätte, würde ich ihn leicht an die Stirn küssen. Er würde daraufhin heimlich seinen Kopf auf meine Schulter legen. Wir beiden hätten so getand, als hätten wir es nicht bemerkt. Und ganz zum Schluss würde ich ihm sagen, dass ich froh bin, dass er bei mir ist. Ja, das wäre ein sehr schöner Abend.
 

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg zu Kakashi ohne gefrühstückt zu haben. Gestern fand ich eine steinalte Tütensuppe in der Küche und hob sie aus irgendeinem Grund für den absolutesten Notfall auf. Hoffentlich ereignet er sich nie. Ich besorgte mir stattdessen den billigsten Ramen zum Mitnehmen und lief mit einem Pappbecher durch die bereits chaotischen Straßen Konohas. Viele Menschen waren gerade dabei ihren Tag zu beginnen. Ganz wie ich selber.
 

Nach einer halben Stunde stand ich in Kakashis Büro. Mein Ramen war alle und ich bereute es irgendwie. Im Hokage Büro herrschte die gleiche chaotische Atmosphäre von gestern. Leute liefen hin und her, Türen gingen ununterbrochen auf und zu und sogar Kakashi sah für seine Verhältnisse angespannt aus.
 

„Morgen,“ warf ich ihm.

„Guten Morgen, Sasuke“ sagte er etwas verpeilt. „Womit kann ich dir heute behilflich sein?“

„Ich brauche dringend Geld. Dürfte ich vielleicht bei Anbu ein Paar Einzelmissionen übernehmen?“

„Eeeeeh“ seufzte er nachdenklich. „Man kann nicht einfach so auf Einzelmissionen geschickt werden. Für sowas gibt es Regel und die gelten nunmal für alle.“

„Sag mal, könntest du mich generell bei Anbu arbeiten lassen?“

„Im Prinzip schon, und von mir aus sehr gern. Du bist ein exzellenter Shinobi und es wäre eine große Verschwendung wenn ausgerechnet du nicht arbeitest, aber…“

„Es ist auch nicht einfach?“ Ich beendete spontan seinen Satz und er nickte.

„Richtig. Deine Situation ist… naja, besonders. Ich muss vor allem das Rat der Älteren überzeugen, dass du trotz deiner…“ Er legte eine Pause ein um meine Situation möglichst taktvoll zusammenzufassen. „Ähm… kriminellen Vermerke… eine Bereicherung für die Anbu-Reihen wärest. Ich kann es nur versuchen, ohne etwas im Voraus zu versprechen.“

„Okay, verstehe. Dann würdest du es bitte tun?“

„Na gut, ich versuche es eben. Du wirst per Post benachrichtigt und im Falle eines positiven Verdikts wirst du vorgeladen um die Einzelheiten und Formalitäten zu klären.“

„Danke, Kakashi.“ Okay, dann wird es doch nichts mit "gleich heute den Job bei Anbu". Dann muss ich eben geduldig sein.

„Immer gerne. Kann ich noch was für dich tun?“ fragte er in einem Chef-Ton.

„Ich hätte noch eine kleine Bitte… und zwar…“ Es war ungemein peinlich den Leiter vom Team 7 darum zu bitten meine Rückkehr von den Teamkollegen aus dem besagten Team 7 zu vertuschen, aber naja… „Kannst du bitte möglichst keinem weitergeben, dass ich zurück bin?“

„Darf ich fragen wieso?“ Kakashis eine Augenbraue hob sich hoch.

„Ich habe gewisse Gründe…“, die damit zu tun haben, dass ich Naruto jahrelang einseitig liebe, und jetzt ist dieser Schwachkopf verlobt. So sollte der vollständige Satz heißen.

„Okay, ich frage dich nicht weiter aus. Dann erzähl ich keinem, dass du zurück bist.“ Er musste sich gleich korrigieren, „außer den Leuten, die für die Aufnahme ins Anbu informiert werden müssen.“ Er schmunzelte durch seine Maske. „Hast du noch irgendein Anliegen?“

„Nein, das wär's dann.“

„Okay,“ er fing an, irgendwelche Formulare auszufüllen. „Du wirst wie gesagt per Post benachrichtigt. Ich hoffe darauf, dass wir uns bald wiedersehen.“

„Das hoffe ich ebenfalls.“

„Also, auf Wiedersehen!“

„Bis dann!“
 

Und so kam es dazu, dass ich statt einer spannenden Einzelmission tagsüber putzte und abends angelte. Nach vier Tagen nahm die Putzerei ihr Ende und danach vergingen meine Tage noch trister: ich trieb mich planlos im Wald rum bis es vollständig dunkel wurde. Jeder nächste Tag brachte absolut nichts neues mit sich. Das Training und der andere lebensnotwendige Kleinkram konnten keine sinnvolle Beschäftigung ersetzen. So drifteten meine Gedanken öfter als sonst zu Naruto ab und ich konnte mich nicht dagegen wehren. Warum denke ich so oft an ihn? Nur weil ich ab jetzt in Konoha bin? Anscheinend spielt es doch eine große Rolle, dass wir räumlich weniger getrennt auseinander sind. Narutooooo! Hör auf, meinen Kopf zu besetzen! Ich will es doch gar nicht!
 

Nach dem ereignislosesten Monat meines Lebens bekam ich endlich einen Brief von Kakashi. Der Verdikt des Rates fiel zu meinem unendlichen Glück positiv aus. Diese Neuigkeit beflügelte mich buchstäblich und heute flog ich zum finalen Treffen praktisch an. Nur noch einige Minuten, bis es losgeht! Nun ging die Tür auf und vier Menschen betraten den Raum. Einen erkannte ich sofort. Es war Shikamaru. Unsere Augen trafen sich flüchtig. Er guckte mich mit schätzender Verdacht an. So, als ob er mich irgendwie ausrechnen wollen würde. Nachdem sich alle bequem an Kakashis Besprechungstisch gemacht hatten, leitete der sechste Hokage eine kleine Rede ein:
 

„Guten Morgen alle! Ich möchte Ihnen diesen jungen Mann vorstellen. Er heißt m Uchiha Sasuke und, wie ihr alle wisst, wird er ab heute den Reihen des Anbu beitreten. Ich bitte Ihnen, ihn herzlich willkommen zu heißen.“
 

Nach dieser Ansprache wurden die drei Herrschaften vorgestellt. Zwei davon bildeten das besagte Rat der Älteren und der letzte vertrat die Shinobi-Allianz. Außerdem bestätigte sich meine Vermutung. Shikamaru ist der neue Berater des Hokage. Mein ehemaliger Mitschüler guckte mich die ganze Zeit über mit Verdacht an. Er ist bestimmt in keinster Weise über meinen Eintritt ins Anbu begeistert. Die zwei aus dem Rat der Älteren erklärten mir allgemein, wozu Anbu überhaupt gegründet wurde und was die Aufgaben eines Anbu-Mitgliedes sind. Derjenige, der die Allianz repräsentierte, erklärte mir genau, was Konohas Anbu mit der Shinobi-Allianz zu tun hat, und was diese Tatsache konkret für mich bedeutet. Danach gingen die Drei und der echte „Spaß“ fing an. Ich musste durch ein sehr langes langweiliges Gespräch mit Shikamaru durch. Er musste nämlich die Fähigkeiten jedes einzelnen Shinobi kennen, damit er im Falle eines Krieges bestmöglich planen kann. Er stellte mir unterschiedliche Fragen und notierte meine Antworten in einer Mappe mit der Aufschrift „Uchiha, Sasuke". Parallel dazu bekämpfte Kakashi mühsam einen riesigen Bürokratiemonster. Die Formularenflut hörten einfach nicht auf. Seit wann ist denn Konoha so bürokratisch?! Nach dem Gespräch schien die Aufnahmeprozedur abgeschlossen zu sein. Als Letztes musste ich ein paar Unterlagen unterzeichnen und eine Mappe mit den Informationen zur anstehenden Mission entgegennehmen. Kakashi klärte mich über die Mission kurz auf und für heute war es erstmal alles. Auf dem Nachhauseweg inspizierte ich neugierig den Inhalt der Mappe. Er war ziemlich überschaubar: zwei Merkblätter und eine Anbu-Maske. Das erste Blatt enthielt ein detailliertes Wetterbericht von Kumo für den kommenden Monat und eine Karte. Auf dem zweiten Merkblatt waren der Treffpunkt, das Datum und die Uhrzeit zu finden. Anscheinend treffe ich mich morgen mit dem Team. Gut zu wissen. Als ich das zweite Merkblatt durchlaß, verschwand die Tinte sofort.
 

Die anstehende Mission klang auf Anhieb ziemlich spannend. Raikage hatte einen nicht unbegründeten Verdacht, dass einer seiner engster Berater ein Verräter sei und höchstwahrscheinlich eine Attentat auf ihn plane. Ein Team aus 5 Shinobi muss es nun rausfinden. Meine Aufgabe bestand darin den Verdächtigen unmittelbar zu beobachten. Die anderen vier kümmerten sich darum, dass ich nicht entdeckt werde. Ich war mit allem einverstanden. Nachdem man einen Monat lang planlos im Wald rumhängen müsste, fühlt sich jeder Job erstklassig an. Schon übermorgen geht es los nach Kumo.
 

Zuhause wartete auf mich eine heftige Überraschung. Sakura saß nämlich vor meiner Tür. Ich erinnerte mich daran, was genervt zu sein hieß.
 

„Saaaasuke-kuuuuun! Ich bin so froh dich zu sehen!“ rief sie energisch aus. Sie klang genauso wie damals mit 13. Diese anhängliche Stimme… ob die sich jemals ändert?

„Ich kann leider nicht dasselbe behaupten. Würdest du bitte gehen? Ich hab Zeug zu tun.“ erwiderte ich auf ihre Begrüßung.

„Du hast dich überhaupt nicht geändert.“ stellte sie fest und versuchte mich zu umarmen, aber ich schob sie zur Seite.

„Und überhaupt, woher weißt du, dass ich hier bin?“ erkundigte ich mich kurz.

„Durch Shikamaru…“

„Arschloch…“ zischte ich. „Sakura, ich würd dich jetzt wirklich bitten…“

„Na komm! Lass uns doch zusammen was machen! Du kannst jetzt nicht behaupten, dass du uns gar nicht vermisst hast! Wenigstens Naruto müsstest du vermisst haben, oder? Soll ich ihn vielleicht anrufen? Oh ja, er wird sich bestimmt freuen…“
 

Wenigstens Naruto vermisst haben…
 

„Das wird jetzt bestimmt spaßig sein!“ Sie holte ihr Handy raus und fing an Narutos Nummer einzutippen.

„Ähm, Saukraaaa…“ Sie hörte nicht auf.
 

Ich muss diese Katastrophe gefälligst aufhalten.
 

Ich berührte leicht ihre Hand, in der sie das Handy hielt, und klappte das Gerät für sie zusammen. Sie zuckte zusammen vor Überraschung. Ihre großen grünen Augen blickten gefesselt auf mich hinauf.
 

„Sakura, lass uns erstmal zu zweit was unternehmen, okay? Würdest du vielleicht essen gehen wollen?“ Ich guckte sie absichtlich direkt an und versuchte sie telepathisch zu zwingen, dass sie meine Einladung annimmt und Naruto völlig vergisst.

„Wie du wünschst“ sprach sie verhext aus ohne den gläsernen Blick von mir wegzunehmen.
 

Nach ungefähr fünfzehn Minuten saßen wir im Ramenladen, den ich bereits heute Morgen aufsuchte. Heute ist es schon meine zweite Portion Ramen. Wenn es so weiter geht, mutiere ich sicher bald in Naruto. Was für eine schreckliche Vorstellung! Sakura schwärmte seit ungefähr 10 Minuten über ihre momentanen Angelegenheiten. Ab und zu stellte sie Fragen, aber meine Antwort waren platt und trocken. Deswegen verlief das Gespräch eher einseitig und verwandelte sich bald in ein Monolog. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte. Es ist nur ein ziemlich sinnloser Zeitvertreib. Es war weder unterhaltsam noch informativ. Teilweise deswegen hörte ich absolut nicht zu.
 

„Weißt du, Naruto unterrichtet jetzt an der Akademie.“

„Oooh…“ konnte ich nur erwidern. Betreut er etwa ein Genin-Team? Der Gedanke, dass jemand ihn Naruto-Sensei nennt, kam mir leicht absurd vor.

„Unerwartet, ne? Ihm gefällt es dort und er sagt, die Kinder sind süß.“

„Und was unterrichtet er? Ich meine, er kann doch nichts, oder?“ Das meinte ich ernst. Dummer Naruto…

„Najaaa, mittlerweile würde ich es nicht mehr sagen. Abgesehen davon unterrichtet er die Kampftechniken. Aber wahrscheinlich hast du recht… Das ist das Einzige, was er realistisch gesehen unterrichten kann.“
 

Sakuras Monolog hörte abrupt auf und ich bekam die Gelegenheit mich an unseren letzten Kampf zu erinnern. Wahrscheinlich ist er der momentan stärkste Shinobi in der gesamten Welt. Würde diese Tatsache ihn nicht zum besten Kampftechniken-Lehrer machen? Ich weiß es nicht. In meinen Augen ist er viel zu schwachsinnig um ein Lehrer zu sein.
 

„Wie geht's ihm eigentlich so?“

„Ziemlich gut. Er ist vor anderthalb Jahren Jounin geworden und arbeitet seitdem an der Akademie. Iruka-Sensei bot Naruto damals den Job an, er ist ja der neue Akademiedirektor. Naruto war so froh damals. Er wusste halt nicht, wie er diese krasse anstehende Hochzeit finanzieren soll, und dann flog das Jobangebot selbstständig auf ihn zu…“

„Sakura, sag mal… was hat das mit der Hochzeit? Das passt so gar nicht zu ihm.“

„Er änderte sich sehr. Zum Beispiel das mit dem Jounin-Test… Er lernte jeden Tag 6 bis 8 Stunden dafür! Kannst du es dir vorstellen?! Ich weiß, es hört sich unglaublich an, aber ich hab es live miterlebt und ihn ein bisschen dabei unterstützt. Ich hab ihm Essen vorbeigebracht und mich generell oft bei ihm rumgetrieben, weil ich damals den Job noch nicht hatte“ Als sie es erzählte, wünschte ich, ich wäre an ihrer Stelle und dürfte mich um Naruto auf dieser Weise kümmern. „Und er war wirklich schnell durch die Prüfung durch.“

„Das würde ich so gerne sehen!“ Den Satz wollte ich nicht laut aussprechen.

„Sowas muss man gesehen haben, ne?“ Sie lächelte kurz. „Aber er ist eigentlich nicht viel fleißiger geworden, es ist nicht das. Sein Wesen transformierte sich gefühlt komplett. Wusstest du, dass Naruto einer der schlimmsten Workaholics ist?“

„Was?!“ ließ ich reaktiv ab.

„Ja, war mir auch komplett neu. Seitdem er den Job hat, ist er nur noch am arbeiten. Er macht ständig Überstunden und kümmert sich um die Sachen in der Akademie, um die er sich nicht kümmern muss. Dadurch nahm unser Kontakt rasch ab und Hinata beschwert sich ebenfalls. Ich weiß, dass er es nur gut meint, sie brauchen sehr viel Geld für die Hochzeit… aber ich mach mir Sorgen um ihn. Es ist einfach nicht gesund.“ Sakura hörte genau dann auf zu reden, wenn ich unbedingt mehr wissen wollte.

„Hmmm… und was denkst du also? Was hat es mit der Hochzeit auf sich?“ Ich versuchte das Gespräch ein wenig in die gewünschte Richtung zu lenken.

„Achso! Ich habe mich ja komplett von der ursprünglichen Frage abgelenkt…“ Sie lachte und guckte mich direkt an. „Ich erzähl dir erstmal wie es überhaupt zu dieser Verlobung kam, okay?“

„Klar…“

„Das mit der Verlobung passierte von jetzt auf gleich. Sie waren nicht mal vernünftig zusammen. Es kam halt dadurch zustande, weil Hinata entführt worden war, und Naruto natürlich als erster zur ihrer Rettung eilte. Nachdem sie zurück waren, vergingen ein paar Wochen und ich erfahre darüber. Jetzt wird es irgendwie öffentlich, keine Ahnung, frag mich nicht. Aber jetzt wo du es weißt, komm ich auf deine Frage zurück. Ich glaube wirklich, dass Naruto ganz aufrichtig Hinata liebt. Ich denke, teilweise deswegen gibt er sich so große Mühe. Und generell tut es immer richtig gut die beiden anzugucken! Auch rein äußerlich…“ Ihr Gesicht wurde total verträumt. „Er kümmert sich, weißt du? Deswegen wünsche ich den beiden vom Herzen alles-alles gute, obwohl deren Verlobung mir damals total verfrüht vorkam. Vielleicht macht es manchmal wirklich keinen Sinn zu warten. Die beiden sind eindeutig dafür.“
 

Der Abend nahm langsam den Ausklang und wir verabschiedeten uns. Zuhause schmiss ich mich ins Bett und starrte stumm die Decke an. Naruto und Hinata, das perfekte verlobte Paar. Perfekt, ha? Was soll das überhaupt? Sakuras Erzählung zufolge geht es ihnen ziemlich gut. Und eigentlich sollte ich die beiden sein lassen, aber… ich kann es nicht übers Herz bringen. Am liebsten würde ich jetzt gleich alles offenlegen. Zum Beispiel so: „Naruto, ich liebe dich schon seit unserer Genin-Zeit. Ich will an deiner Seite sein. Bitte nimm es mir nicht übel.“ Siehst du, Sasuke, es ist gar nicht schwer! Es sind nur drei kurze Sätze! Nur Drei! Warum hast du es nicht früher angesprochen?! Aber wenigstens hast du endlich geschafft einzusehen, dass dieses Gespräch stattfinden soll. Besser früher als später. Und besser später als nie. Ach, Naruto, wenn du nur wüsstest, dass ich jeden Tag in deinen Armen aufwachen will! Oder wenigstens mich ab und zu in deiner Nähe aufhalten. Vielleicht wird das doch was mit der Freundschaft? Der Eine ist in den Anderen hoffnungslos verliebt. Und dieser Andere ist verlobt… darf sich diese Beziehung überhaupt „Freundschaft“ nennen?! Jedenfalls wenn ich mit meiner Beichte ankomme, muss ich beten, dass wir in Wirklichkeit mehr als nur Freunde sind. Hoffentlich will er mir immer noch seine Wärme schenken. Wenn es immer noch der Fall ist, nehme ich sie diesmal dankend an. Der verirrte Falter fand seine eine Sonne und fliegt auf sie direkt zu. Hoffentlich wird er dabei nicht zu Asche verbrannt. Hoffentlich kann er ein und für alle Mal die Dunkelheit verlassen.



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Kommentare zu diesem Kapitel (2)

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Von:  Maren-san
2017-09-13T01:16:45+00:00 13.09.2017 03:16
an sich bisher finde ich die geschichte ja gut nur wie sie zueinander sprechen finde ich komisch
Von:  Scorbion1984
2017-08-06T08:21:56+00:00 06.08.2017 10:21
Tolle Geschichte ,werden sich seine Wünsche erfüllen ,wird er je Naruto für sich gewinnen ?!
Bin gespannt wie es weiter geht !
Antwort von:  suugakusan
06.08.2017 17:41
Wow, jemand liest die Geschichte tatsächlich! Vielen Dank!


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