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My little Pony: One last Letter

von

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Kapitel 8

Tag fünfundzwanzig. Ich weiß nicht warum, aber ich glaube, ich habe Gilda überzeugt. Die anderen wurden nach meiner Geschichte auch noch einmal befragt, aber sie bestätigten sie soweit sie es konnten. Zwar sind immer Wachen in unserer Nähe, aber wir können uns frei bewegen. Auf unseren Rundgängen durch die Greifenfestung habe ich wieder viel zu viel Elend gesehen. Die Greifen, mit denen ich gesprochen habe, erzählten davon, dass vor zwei Wochen die andere Twilight wieder einige ihrer Nestlinge eingefordert hatte. Und vor gut einer Woche wäre Discord persönlich hier gewesen und hatte seine Macht demonstriert. Das Ergebnis war die Eisenwüste. Die Population der Feste war klein. Ich zählte gerade mal einhundert Greife. In den tieferen Kammern waren noch einmal etwas zwanzig Gelege mit jeweils einem Ei. Die meisten der Bewohner beobachten mich mit Misstrauen. Außer einem alten Greif, der in der Bibliothek der Feste arbeitet. Von ihm habe ich einiges über die Greifen erfahren. So gibt es bei ihnen eine Legende, in der eine kleine Gruppe mutiger Wanderer sich mit einem überlegenen Feind angelegt haben. Sie haben ihn besiegt, indem sie ihre magischen Gegenstände kombiniert haben. Die Geschichte erinnert mich daran, warum wir hier her gekommen waren. Aber der Alte konnte uns keine Auskunft geben, wo sich das Element der Harmonie befinden könnte. Er meinte nur, nachdem ich erzählt hatte, wie wir die anderen gefunden haben, das manches Mal die Suche an sich wichtiger ist, wie das zu Finden, was man sucht. Ich hoffe, das die Worte irgendwann einen Sinn für mich ergeben. Derweil hoffe ich auch auf die Hilfe der Greifen.
 

„Ich dreh hier noch durch.“, jammerte Rainbow Dash, „wenn ich nicht bald wieder fliegen darf, werd ich noch verrückt. Erst konnte ich nicht fliegen, weil Discord uns sonst gefunden hätte, dann wegen der Höhlen und jetzt, weil mich die Greifen sonst in Ketten legen.“ „Ganz ruhig.“, versuchte Applejack ihre Freundin zu beruhigen, „wir werden schon eine Möglichkeit finden, wie du wieder ans fliegen kommst.“ Twilight beobachtete die Szene jetzt schon zum dritten Mal für heute. Sie konnte Rainbow verstehen. Es lag in ihrer Natur zu fliegen. „Ich werde mal mit Gilda reden. Vielleicht findet sich ein Weg, wie du fliegen kannst. Außerdem will ich sie noch was wichtiges fragen.“, ließ sie verlauten. Rainbow schaute zu ihr herüber. „Ich hoffe, es wird nicht mit zu vielen Einschränkungen sein.“, erwiderte sie, „ich brauche die Luft, die durch meine Mähne fegt.“ Twilight nickte und machte sich auf den Weg zu Gilda. Den Weg zu ihr kannte sie bereits, so dass sie ihn ohne sich zu verirren fand. Vor ihren Gemächern atmete sie noch einmal tief durch. Sie klopfte an die massive, zweigeteilte Eichentür. Nach einer kurzen Wartezeit wurde die Tür von innen geöffnet. Gilda stand mitten in ihrem Raum und winkte Twilight herein. Langsam trat sie durch die Tür, an den Wachen vorbei, auf Gilda zu. Diese betrachtete das Pony eingehend. „Ich merke, dass du was auf dem Herzen hast.“, stellte Gilda fest. Twilight nickte. „Ja, Gilda.“, antwortete sie, „es geht um meine Freundin Rainbow Dash.“ Gilda hob einen Arm. Die Wachen nickten nur kurz, dann verließen sie den Raum. Als die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel bedeutete Gilda, Twilight sich zu setzen. „Lass mich raten.“, begann Gilda, „sie will fliegen?“ Twilight nickte. Seufzend sah Gilda zu ihr herüber. „Ich verstehe deine Freundin. Aber ich muss an mein Volk denken. Wenn Discord, oder Nightmare Moon, sie hier herumfliegen sehen, könnten sie meinen, wir machen gemeinsame Sache mit irgendwelchen aufständischen Ponys. Dieses könnte das Ende der Greifen bedeuten. Du hast gesehen, wie viele wir nur noch sind.“ „Das muss aber nicht für immer sein.“, erwiderte Twilight, „Wenn wir die Elemente vereinigt haben, könnte dein Volk wieder wachsen.“ Gilda winkte ab. „Ich weiß.“, sie wanderte unruhig durch ihr Gemach, „aber noch sind die Elemente nicht vereint. Daher gibt es vorerst keine Möglichkeit den Wunsch deiner Freundin nachzugehen.“ Sie blieb vor einer an der Wand hängenden Karte stehen und betrachtete diese stumm. „Gilda.“, sagte Twilight in die Stille hinein, „eine Frage hätte ich dann noch. Würdest du uns denn unterstützen, wenn wir uns Discord stellen?“ Gilda dachte lange nach. „Wenn ihr alle Elemente beisammen habt“, begann sie langsam, „würden sich die Greifen gerne einmal mehr in die Lüfte erheben.“ Sie drehte sich von der Karte weg und sah Twilight an. In ihren Augen brannte ein Feuer, welches Twilight bisher noch nie gesehen hatte. „Wir werden euch unterstützen, wenn die Zeit reif ist. Wir sind wohl die letzten Krieger, die Equestria noch hat. Und sollte unser Volk bei dem Versuch, dieses Land von der Tyrannei Discords zu befreien, untergehen, so würden wir diesen Preis zahlen. Um der Freiheit willen würden wir in den Tod gehen. Aber wir werden unser Leben nicht einfach so wegwerfen.“ Twilight schaute sie ernst an. „Dann sollten wir spätestens morgen weiter ziehen um die letzten Elemente zu finden.“ Gilda nickte. „Morgen ist ein guter Tag. Aber heute wollen wir leben.“ Sie ging zu einem kleinen Tisch, auf dem eine Glocke stand. Sie ergriff die Glocke und ließ sie erschallen. Sie hatte die Glocke gerade wieder auf den Tisch abgestellt, als sich auch schon die Tür öffnete. Ein junger Greif trat herein. „Hör zu.“, richtete Gilda die Worte an den jungen Greif, „lass im großen Saal ein Fest vorbereiten. Die Greifen werden sich nicht mehr ängstlich verstecken. Wir bereiten uns auf einen glorreichen Kampf vor. Lasst auffahren, was die Küche hergibt.“ Der Greif schaute sie groß an. Dann verneigte er sich. „Wie ihr wünscht.“, erwiderte er, bevor er sich ungeduldig entfernte. Gilda wandte sich wieder an Twilight. „Sag deinen Freunden, dass wir sie heute mit einem Fest verabschieden. Wir werden euch morgen zu einer Stelle bringen, an der ihr eure Suche fortfahren könnt.“
 

Das Fest war wahrlich rauschend. Es wurde alles aufgefahren, was die Greifen entbehren konnten. Es wurde getrunken, gesungen und gelacht. Einzig Pinkamena wollte nicht in Stimmung kommen. Sie stand abseits der feiernden Gesellschaft und hing ihren Gedanken nach. Twilight bemerkte dieses und trabte zu ihr hinüber. „Komm schon“, versuchte sie ihre Freundin aufzuheitern, „steh doch nicht alleine so griesgrämig herum. Hab doch auch mal Spaß.“ Pinkamena schaute Twilight aus ernsten Augen an. „Was soll daran Spaß machen, sein eigenes Begräbnis zu feiern.“, erwiderte sie. „Ach Pinkamena. Wir feiern nicht den Tod, sondern das Leben.“, erklärte Twilight, „Die Greifen sind eine erste Unterstützung für unsere Sache.“ „Es tut mir leid, Twilight.“, erwiderte das pinke Pony, „aber singen und lachen finde ich nicht unbedingt angebracht in dieser Lage. Nicht, nach allem, was ich erlebt habe.“ „Erzähl doch, was dich bedrückt.“, meinte Twilight, „danach wird es dir besser gehen.“ Pinkamena atmete tief durch. „Also gut.“, erwiderte sie, „aber erzähl es den anderen nicht.“ „Versprochen.“ Pinkamena setzte sich hin. „Das letzte mal habe ich vor drei Jahren gelacht. An meinem Geburtstag. Meine Familie hatte eine kleine Party für mich organisiert. Das ganze Haus war geschmückt mit Luftschlangen und Luftballons. Meine Mutter hatte sogar einen Kuchen gebacken. Das war schon etwas ganz besonderes, da wir nie viel hatten. Meine Schwestern hatten Geschenke aus Ponyville geholt und sogar mein Großvater hatte seinen alten Plattenspieler aus dem Keller geholt. Wir tanzten, aßen Kuchen und erzählten uns lustige Geschichten.“ Pinkamena schaute verträumt in die Luft. „Doch dann kam er. Irgendwie hatte Discord wohl von unserer kleinen Feier erfahren. Jedenfalls begann er unsere Farm anzugreifen. Zuerst zerstörte er unser Silo, in dem wir die Ernte untergebracht hatten. Dann machte er unsere Scheune den Erdboden gleich. Meine Eltern versteckten mich im alten Keller. Als sie die Klappe über mich geschlossen hatten, hörte ich nur noch einen lauten Knall. Ganze drei Tage blieb ich vor lauter Angst in dem dunklen Raum. Als ich mich wieder herausgetraut habe, war unser Hof eine Trümmerlandschaft.“ Tränen liefen über die rosanen Wangen. „Hätten wir nur nicht so laut gelacht.“, wimmerte Pinkamena, „dann würden wir noch zusammen sein.“ Twilight schaute ihre Freundin bedauernd an. „Das hat bestimmt nicht daran gelegen.“, sagte sie vorsichtig, „Discord wäre auch gekommen, wenn ihr nicht so viel Spaß gehabt hättet.“ Pinkamena schüttelte den Kopf. „Nein, weil ich so laut gelacht habe, ist er gekommen. Seitdem habe ich nicht mehr gelacht, um meine Freunde nicht noch einmal in Gefahr zu bringen“ Twilight stupste ihre Freundin in die Seite. „Aber du hast doch manchmal Mühe, es zu unterdrücken.“, zwinkerte sie ihr zu, „ich hab doch gemerkt, wie du nicht laut loslachen wolltest, als wir auf Spike getroffen waren.“ Pinkamena drehte sich von Twilight weg. Ihre Schultern begannen zu beben und sie gab ein seltsames Geräusch von sich. Plötzlich fühlte sich Twilight unwohl. „Hey, es war nicht böse gemeint.“, versuchte sie eine Entschuldigung, „du musst nicht weinen.“ Sie ging um ihre Freundin herum. Was sie sah erstaunte sie. Pinkamenas Gesicht wirkte verkniffen, als wollte sie etwas mit aller Macht zurückhalten. Die Tränen rannen über ihr Gesicht. Mit einem Mal platzte ein lautes Lachen aus ihr heraus. Sie hielt sich den Bauch. „Twilight.“, japste sie, „was ist das für ein Gefühl.“ Dann wurde sie wieder von einem Lachanfall geschüttelt. Die Greifen bemerkten, wie sich die Stimmung plötzlich veränderte. Irgendwie war die gesamte Atmosphäre in dem Saal noch entspannter geworden. Das Lachen aus dem Saal vermischte sich mit dem von Pinkamena. Sie schaukelten sich gegenseitig immer höher, bis zu einem Punkt, wo man die Spannung, welche die Luft erfüllt hatte, förmlich spüren konnte. Pinkamena holte gerade Luft, als mit einem mal ein greller weißer Lichtblitz alle für einen kurzen Moment blendete. Es herrschte Grabesstille. Die Greifen standen wie vom Donner gerührt da und schauten sich verwirrt um. Gilda war die erste, die sich wieder fing. „Was war das?“, fragte sie in die Stille hinein. Vor Twilight lag Pinkamena Diane Pie auf dem Bauch. Ihre Mähne war vollkommen zerzaust, genau wie ihr Schweif. „Pinkamena?“, fragte Twilight besorgt und stieß ihre Freundin mit einem Huf an. Das pinke Pony gab ein Brummen von sich. „Wie bitte?“ Twilight ging mit ihrem Ohr näher an sie heran. „Ich bin nicht mehr Pinkamena Diane Pie.“, gab diese von sich. Sie schaute Twilight mit einem breiten Grinsen an. „Ich bin Pinkie Pie.“



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