Auf Nahrungssuche
Aus der Sicht von Nami
"Was ist mit dem hier? Ist der essbar?"
Ich deutete mit dem Finger auf einen Pilz, den ich unter einem alten Baum gefunden hatte. Robin schüttelte den Kopf.
"Nein, das ist ein grüner Knollenblätterpilz. Der ist hochgiftig"
Na toll. Nahrung in der Wildnis zu finden, war verdammt schwer!
Ich suchte den trockenen Laubboden weiter nach Pilzen ab.
In der Nähe hörte ich das leise plätschern eines Baches.
"Nami!" Robin winkte mich zu sich. Ich erhob mich und ging auf sie zu.
"Wie wäre es, wenn ich Pilze suchen gehe, und du inzwischen diese Beeren pflückst." Ich nickte und pflückte eine Beere.
"Wie heißen die denn?", fragte ich Robin und drehte die Beeren zwischen meinen Fingern. "Stachelbeeren. Probier doch mal"
Ich ging Robins Aufforderung nach und steckte die Beere in meinen Mund.
"Hmm. Schmeckt gut" Auf Robins Lächeln hin pflückte ich einige Beeren und legte sie zu meinen Pilzen in den Korb. Robin sammelte währenddeseen weiter Pilze und andere nahrhafte Früchte.
"Hier sind Kirschen und Äpfel. Außerdem Heidelbeeren, Blaubeeren, Maronen, Pfifferlinge und Champions, ein paar Kräuter, Brombeeren, Himbeeren und Nüsse." Robin deutete mit dem Finger auf jedes einzelne Nahrunsmittel.
Wow, ich war echt überrascht. Ich hätte nie gedacht, das wir so viel Nahrung in so weniger Zeit finden würden.
"Lass uns eine Pause machen", schlug Robin zu. Wir setzten uns auf einem großen Stein nahe am Bach und ruhten uns aus.
"Du kennst dich aber gut in der Wildnis aus. Woher eigentlich?"
Robin lächelte und zwinkerte mir zu. "Das ist mein Geheimnis" Wie fies.
Ich stopfte mir noch eine Stachelbeere in den Mund.
Mann, die schmecken wirklich gut. "Du Nami?"
Ich drehte mich zu Robin und sah sie fragend an.
"Bist du eigentlich an Sanji interessiert?" Ich verschluckte mich heftig an meiner Beere und klopfte mir auf die Brust. Wie kam sie denn jetzt auf diese Frage? Ich wurde leicht rot.
"Wieso? Bist du etwa an ihm interessiert?" H
astig schüttelte Robin den Kopf und ich seufzte erleichtert.
"Naja um ehrlich zu sein, ein wennig schon." "Du lügst!" "Wie bitte?"
"Nami, man merkt dir an, wenn du lügst" Robin grinste breit.
"Na gut. Ich gebe es zu. Ich bin in Sanji verknallt", meinte ich und hob abwehrend die Hände. "Und was machst du, um ihn für dich zu gewinnen?"
Hah, jetzt werde ich sie austricksen." Ich zwinkerte ihr zu.
"Das bleibt mein Geheimnis."
Robin starrte auf den Bach. "Wieso willst du das eigentlich wissen? Hast du dich etwa auch in wen verguckt?"
"Nein"
"Du lügst. Man sieht es dir an!" Jetzt lachte Robin.
"Na gut ich gebe es zu." Neugierig wie ich war, versetzte ich ihr einen Stoß in die Rippe und zwinkerte ihr zu. "Wer ist es? Kenn ich ihn?"
"Komm lass uns zurück zu den anderen gehen"
"Aber du hast mir meine Frage überhaupt nicht beantwortet!" So leicht kommt Robin mir nicht davon. Aber sie stand dennoch auf, griff nach ihrem Korb und ging weiter. Ich sprang ebenfalls auf, packte meinen Korb und lief ihr hinterher.
Die Antwort würde ich schon noch aus ihr herausquetschen. Schließlich waren wir Freunde und erzählten uns gegenseitig alle unsere Geheimnisse.
"Wow!", rief Ruffy begeistert auf und stopfte sich mit Beeren, Pilzen und Nüssen voll. "Du Kindskopf. Lass den anderen auch etwas übrig!"
Dann verpasste ich ihm eine Kopfnuss. "Aua", murmelte Ruffy bloß und verzog sich schmollend in eine Ecke. Sanji kam auf und zu und sah in unsere Körbe.
"Da habt ihr aber Einiges zusammengesucht. Mit den Fischen, die ich und die Jungs gefangen haben, müssten wir heute satt werden. Mal abgesehen von Ruffy"
Er lächelte mich an und sogleich verspürte ich ein wohliges Gwefühl, dass sich in meinem Körper ausbreitete. Sanji war wirklich ungeheuer süß, wenn er so dastand und sich wie ein Kind über die ganzen neuen Früchte und Pilze freute, die er noch nie gesehen hatte. Am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen und hätte... Halt, jetzt geh ich zu weit.
"Die Zelte sind super aufgebaut", lobte Robin die Jungs.
"Das war ich ganz alleine. Ruffy und Sanjis Zelt waren miserabel und ich habe sie in Ordnung gebracht." Zorro sah ziemlich stolz aus. "So hast du das?"
Sanji sprang Zorro auf den Rücken. Die streiten sich doch nicht schon wieder? "Sanji hör auf!" Abrupt löste sich Sanji von Zorro. "Ja, Nami-Mäuschen."
Robin kroch derweil in unserem Zelt herum und breitete die Schlafsäcke aus. "Sanjiiiiiiii, ich habe Huuuunger!", meldete sich Ruffy zu Wort.
"Jaja. Ist ja schon gut" Sanji wandte sich von mir ab, griff nach den Körben und lief zum Lagerfeuer, über dem die frischgefangenen Fische rösteten.
Da Robin ihn verboten hatte, sämtliche Kochutensilien mitsunehmen, rührte Sanji mit einem Ast in einem Stein, der eine Kuhle aufwies.
Das Einzige was Sanji aus seiner heißgeliebten Küche mitnehmen durfte, waren Teller und Besteck. Während Sanji das Süppchen umrührte, verteilte Chopper die Teller. Wir setzten uns auf die Baumstämme vor dem Feuer und aßen genüsslich die Suppe, die uns Sanji in die Teller füllte.
"Ich nenne dieses Gericht `Suppe á la Fruit de Wald´."
Ruffy verschlang sein Mahl schneller als ein Blitz und hielt Sanji den leeren Teller entgegen. "Nachschlag, bitte!"
"Du Fresssack!", entgegnete Sanji nur und füllte Ruffys Teller erneut.
Ich rückte ein wenig, kaum bemerkbar, näher an Sanji.
Es dämmerte bereits und bald würden wir schlafen gehen.
Wir saßen noch lange Zeit am Lagerfeuer, quatschten, lachten, erzählten uns Witze und Gruselgeschichte. Obwohl ich mich hervorragend amüsierte, hatte ich doch so ein merkwürdiges Gefühl. Als ob uns irgendwer beobachten würde.
Ich drehte mich um. Aber da war nichts, rein garnichts.
"Was ist los?" Sanji legte seinen Arm um meine Schulter.
Ich errötete. "Ähm nichts"
Er sah mich einen kurzen Moment an, und wandte sich wieder den Anderen zu. Seinen Arm ließ er allerdings weiterhin auf meiner Schulter ruhen.
"Uwaaaah. Ich glaub, ich verzieh mich schon mal ins Zelt."
Chopper stand auf, streckte sich und lief gähnend zum Zelt.
Er zog den Reißverschluss auf. "Gute Nacht, Leute"
"Nacht, Chopper" antworteten wir wie im Chor. Dann verschwand der kleine Elch im Zelt. Lysop folgte ihm wenige Zeit später.
"Zorro, du hältst heut Nacht Wache!"
"Wieso ich? Ich hab doch schon die Zelte aufgebaut", murrte Zorro.
Ruffy sah ihn ernst an.
"Weil ich es so sage" Zorro murmelte etwas Unverständliches.
Dann errichtete er sich und setzte sich vor das Zelt von ihm, Sanji und Ruffy. Wir anderen verzogen uns auch schon in unsere Zelte. Es war schon ziemlich spät und wir waren alle müde und erschöpft.
Die erste Nacht und was danach passiert, könnt ihr im nächsten Kapitel nachlesen.