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X

Japanisch Romaji: X-TV
Japanisch Kanji: X−エックス−
Erstmalig erschienen: 2001
Produzenten: Bandai Visual, CLAMP, Kadokawa Shoten, Madhouse Production
Animationsstudio: Studio Madhouse
Anzahl Episoden: 24
TV-Serie: X
OVA-Serie: X - OVA
Manga: X - 1999
Kinofilm: X - The Movie
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Fûma und Kamui

Hinoto
(c) 2001 by CLAMP

Review von Daniel Benkmann am 07.05.2002

Das Ende ist nah! Nein, nicht das Ende dieses Reviews (selbst wenn sich das manch ein Leser aufgrund dieser dämlichen Einleitung vielleicht wünschen mag). Die Rede ist natürlich vom Ende der Welt. Und wie bereits jeder Japaner im Vorschulalter weiß, gibt es nur einen Ort, an dem der Kampf um die Apokalypse stattfinden kann: Tokio, Nabel der Welt und Heimat von vielen tollen Wolkenkratzern, die man im Laufe dieses Kampfes in die Luft jagen, in Stücke hauen oder zerstampfen kann. Kein Wunder also, dass auch "X", das auf dem gleichnamigen und sehr erfolgreichen Manga von CLAMP basiert, dieses altgediente Setting bemüht.

Godzilla sei Dank ist die Art wie sich das Ende der Welt in "X" gestaltet aber ein wenig origineller als der Ort, an dem es stattfindet. Insgesamt haben wir es mit zwei Fraktionen zu tun, die beide ihre eigene Vorstellung davon haben, wie es mit der Menschheit und unserer Erde weitergehen soll. Auf der einen Seite wären da die Sieben Engel, auch die Sieben Drachen der Erde genannt, die am liebsten die gesamte Menschheit vernichten würden, damit sich die Erde von den Eingriffen der Menschen erholen und erneut erblühen kann. Auf der anderen Seiten haben wir die Sieben Siegel, auch bekannt als die Sieben Drachen des Himmels, welche die endgültige Zerstörung der Erde im Hinblick auf den momentanen Erhalt und das Wohlergehen der Menschheit in Kauf nehmen.
Um Missverständnisse zu vermeiden, sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass es sich bei den "Drachen" nicht um irgendwelche feuerspeienden Ungetüme handelt, sondern um relativ normale Menschen. Wobei "relativ normal" in einem Anime bedeutet: Sie haben Superkräfte, die selbst Superman vor Neid erblassen lassen würden.

Welche von den beiden oben erwähnten, nicht sonderlich rosigen Zukunftsvisionen Wirklichkeit wird, hängt der Seherin Hinoto zufolge, die auf der Seite der Drachen des Himmels steht, vor allem von einem Menschen ab: Kamui Shirô. Er allein hat die Macht das Schicksal zu verändern und je nachdem, für welche der beiden Seiten er sich entscheidet, wird die Menschheit entweder vernichtet oder darf fortbestehen.

Doch Kamui, der sechs Jahre nachdem er aus ihm unbekannten Gründen mit seiner Mutter überhastet von dort weggezogen war, wieder nach Tokio zurückkehrt, ahnt noch nicht, welche schwerwiegende Entscheidung vor ihm liegt. Nach dem Tod seiner Mutter ist sein Herz vor allem mit Bitterkeit erfüllt. Er schottet sich von seinen Mitmenschen ab und lässt selbst seine Jugendfreunde Fûma und Kotori Monô nicht an sich heran kommen. Doch es dauert nicht lange bis er in die Kämpfe zwischen den Drachen des Himmels und der Erde hineingezogen wird. Obwohl er sich dagegen sträubt, muss sich Kamui schließlich doch für eine Seite entscheiden...
 

Meine Meinung:

Der Grundplot von "X" gewinnt zwar sicherlich keinen Originalitätspreis, die Geschichte schafft es allerdings dennoch dank einiger unerwarteter Twists und die Art und Weise, wie sie präsentiert wird, zu fesseln. Ungewöhnlich ist auch die Tatsache, dass die "böse" Partei fast eine bessere Rechtfertigung für die Vernichtung der Menschheit hat als die "gute" Partei für den Erhalt derselben. Vor allem lebt die Serie aber von ihren interessanten Charakteren, an denen wahrlich kein Mangel besteht. Grob geschätzt hat "X" 18 Hauptpersonen plus noch eine Handvoll Nebencharaktere und ist damit zweifellos die TV-Serie mit dem höchsten Hauptpersonen pro Folge Quotienten, die ich jemals gesehen habe. Gerade jemandem, der die Manga-Vorlage nicht kennt, fällt es deswegen anfangs schwer sich in dem Gewirr von Charakteren, die laufend neu eingeführt werden, zurecht zu finden ohne völlig den Überblick zu verlieren. Umso bemerkenswerter ist es, dass ich am Ende der Serie dann doch das Gefühl hatte, alle Charaktere (mit ein paar bedauerlichen Ausnahmen) ganz gut zu kennen und ihre Motivationen zumindest grundsätzlich zu verstehen. Die Serie nimmt sich in Anbetracht ihrer relativ geringen Folgenanzahl wirklich sehr viel Zeit, um die Hintergründe ihrer Charaktere auszugestalten und viele von ihnen bekommen sogar beinahe eine ganze Folge für diesen Zweck zugestanden.

Ein Beispiel für einen der wenigen Charaktere, bei denen die Serie in dieser Hinsicht jedoch leider ziemlich versagt, ist Subaru Sumeragi. Obwohl die Serie für Leute ohne Vorkenntnisse des "X"-Mangas im Allgemeinen erfreulich verständlich ist (Negativ-Beispiel in dieser Hinsicht war "X - The Movie") und es schafft als eigenständiges Werk zu bestehen, gelingt es ihr dennoch nicht die reichhaltige Hintergrundgeschichte der Sumeragi-Familie in geeigneter Weise zu vermitteln. Es gibt einen Haufen Andeutungen und Rückblenden, die den Zuschauer zwar ahnen lassen, was für eine komplexe Geschichte Subaru hat, ihn aber über wichtige Teile davon weitestgehend im Dunkeln lassen. Aufgrund des Fehlens dieses Wissens fällt es einem schwer Subarus Motivationen nachzuvollziehen und insbesondere Folge 16, die sich größtenteils mit dem Konflikt zwischen Subaru und Seishirô Sakurazuka befasst, ließ mich mit einem ziemlich hohlen Gefühl zurück. Da läuft zwar eine Menge schön dramatisches Zeug ab, aber ohne den entsprechenden Hintergrund zu kennen, erschien es mir letztendlich bedeutungslos und langweilig. Für Leute, die den "X"-Manga oder "Tokyo Babylon" (das sich mit der Geschichte der Sumeragis befasst) kennen, ist dieser Kritikpunkt freilich gegenstandslos.

Wie gesagt sind solche Schnitzer aber ohnehin eher die Ausnahme denn die Regel. Doch die generell sehr ausführlichen Charakterisierungen bringen auch ihre Nachteile mit sich. Die Macher der Serie sind prompt in die Falle getappt und haben ob ihrer Charakter-zentrierten Folgen manchmal glatt vergessen, die eigentliche Haupthandlung weiterzuführen. So ist spätestens in Episode 14 ein Punkt erreicht, bei dem man sich denkt, dass die Handlung jetzt endlich ihre Zielgerade erreicht hat. Doch stattdessen sind die nächsten Folgen wieder extrem Charakter-zentriert, bringen die Haupthandlung im Prinzip kein Stückchen vorwärts und wirken allgemein ein klein wenig planlos. Dies mag damit zusammenhängen, dass man ungefähr zu dieser Zeit langsam die Grenze der im Manga beschriebenen Handlung erreicht hat, der zum Produktionszeitpunkt der Serie noch nicht abgeschlossenen war (und es zum Zeitpunkt dieses Schreibens immer noch nicht ist). Es ist zwar davon auszugehen, dass die Drehbuchautoren durchaus Instruktionen von CLAMP erhalten haben, wie sich die Handlung weiterentwickeln soll, aber ganz sicher mussten sie sich einige Dinge auch selber aus den Fingern saugen.

Auf jeden Fall wirkt es in diesem Zusammenhang sehr offenbarend, dass man sich dazu entschlossen hat, Folge 17 zu einer Rückblicks-Episode zu machen. Solche Folgen, die zu über 90% aus recycelten Schnipseln alter Folgen bestehen, finden sich zwar in ziemlich vielen Serien wieder, werden normalerweise aber in der Mitte der Serie platziert um Späteinsteigern, die die Serie nicht von Anfang an mitverfolgt haben, den Anschluss leichter zu machen. Bei X hingegen wirkt die Rückblicksfolge zu diesem späten Zeitpunkt wie ein indirektes Geständnis der Macher: "Ups, wir haben ja ganz unsere eigentliche Handlung vergessen! Erinnern wir den Zuschauer lieber mal wieder daran, dass es noch sowas wie einen roten Handlungsfaden gibt."
Mag aber auch gut sein, dass sich die Macher bei dieser Folge etwas viel trivialeres gedacht haben, so in der Richtung: "Ups! Unser Budget geht zu Ende! Machen wir mal schnell eine billige Rückblicksfolge." So oder so ist diese Episode in meinen Augen so überflüssig wie ein Kropf und mit der vergeudeten Zeit hätte man wesentlich sinnvollere Dinge anstellen können.

Entsprechend dem Abwärts-Trend, den die Serie in der zweiten Hälfte verfolgt, konnte mich auch das Ende nicht so recht überzeugen. Ich kann hier leider nicht allzu sehr ins Detail gehen ohne massiv herumzuspoilern, aber in gewisser Weise sabotiert das Ende die gesamte Prämisse der Serie und wirkte außerdem nach der sehr emotionalen vorletzten Folge fast schon wieder wie eine Antiklimax. Ärgerlich fand ich auch die Entwicklung, die zwei ganz bestimmte Charaktere im letzten Abschnitt der Serie durchmachen. Vor allem das Verhalten des einen kann ich einfach nur als extrem dämlich bezeichnen. Insgesamt gesehen ist das Ende keineswegs schlecht, aber in Anbetracht der exzellenten ersten Hälfte der Serie erwies es sich doch als ein wenig enttäuschend. Es wird interessant sein zu sehen, ob der Manga schließlich auf eine ähnliche Weise endet.

Alles andere als enttäuschend ist auf jeden Fall die technische Umsetzung der Serie. Die Animationen und Zeichnungen (speziell die Backgrounds) sind außergewöhnlich gut, zumal es sich um eine TV-Serie handelt. Die Animatoren von MADHOUSE, die mich erst kürzlich mit ihrer Arbeit für Metropolis und Vampire Hunter D: Bloodlust ins Staunen gebracht hatten, haben auch hier wieder ganze Arbeit geleistet. Ferner ist die Bildgestaltung durchaus ansprechend und es gibt einen Haufen Szenen, die man sich eigentlich auch als Gemälde an die Wand hängen könnte. Nur mit den durchs Bild fliegenden Engelsfedern haben sie es teilweise ein bisschen zu sehr übertrieben und an manchen Stellen ist die Bildsymbolik doch arg aufdringlich. Was die zahlreichen Action-Szenen betrifft, so enttäuscht Regisseur Yoshiaki Kawajiri (Ninja Scroll, Vampire Hunter D: Bloodlust) seine Fans auch diesmal nicht und inszeniert einige packende Gefechte zwischen den Mitgliedern der konkurrierenden "Drachen", bei denen nicht mit Superkräften gespart wird.

Der stimmungsvolle Soundtrack kommt der reichlich melodramatischen Natur der Serie sehr entgegen, manche Stücke wiederholen sich aber extrem oft. Besonders ein herrlich pathetisches Hauptthema (das verdächtig an "Stones" aus dem Soundtrack von Origins Ultima-Computerspielreihe erinnert) kommt in so gut wie jeder Folge vor, was mich persönlich aber kaum gestört hat, da es mir ausgezeichnet gefällt. Wer allerdings nicht so viel Gefallen an vor Pathos triefenden Scores à la Hans Zimmers "The Rock" findet wie ich, dem mag das plötzliche Einsetzen von schwülstiger Musik in so mancher Szene von "X" vielleicht etwas übel aufstoßen. Von einer Serie, die sich mit nichts geringerem als dem Ende der Menschheit befasst, kann man aber wohl gar nichts anderes erwarten.

Fazit: Trotz diverser storytechnischer Mängel in der zweiten Hälfte, bleibt "X" auf jeden Fall eine absolut sehenswerte Serie. Selten sah der Kampf um den Weltuntergang so schön aus und wurde von so interessanten Charakteren geführt. Ich werde das Gefühl allerdings nicht los, dass die Serie noch ein paar zusätzliche Folgen hätte vertragen können, um diverse Lücken in der Hintergrundgeschichte von einigen Hauptpersonen zu schließen. Außerdem hätte man mit der Produktion der Serie wohl lieber warten sollen, bis der Manga abgeschlossen ist. Dann wäre vielleicht nicht so ein halbgares Ende herausgekommen.


Von: Hutewald
10.03.2017 22:31
Action
Romantik
Humor
Anspruch
Handlung
Gesamt
Mit das beste Animee, das ich kenne!
Ist schon lange her, aber hat mit meine Liebe zum Genre begründet!
Und im Gegensatz zu vielen anderen Manga/Animee ist das Ende absolut stimmig!

DVD
Cover Episoden: 0,1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,15,16,17,18,19,20,21,22,23,24



Termin: Oktober 2017 - Firma: Nipponart - erschienen
Cover Episoden: 1,2,3,4



Firma: OVA Films - erschienen
Cover Episoden: 5,6,7,8



Firma: OVA Films - erschienen
Cover Episoden: 9,10,11,12



Termin: November 2003 - Firma: OVA Films - erschienen
Cover Episoden: 13,14,15,16



Firma: OVA Films - erschienen
Cover Episoden: 17,18,19,20



Termin: Februar 2004 - Firma: OVA Films - erschienen
Cover Episoden: 21,22,23,24



Termin: März 2004 - Firma: OVA Films - erschienen
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