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Weblog-Berichte zu: Tamako Market







The Japan Experience ~日本経験~ Pt. 3: Otaku-Teil II ~ Anime-Schauplätze Tamako Market, Inari, Konkon, Koi Iroha, The Eccentric Family, Japan-Reise, Kyoto

Autor:  Jitsch

Als nächstes möchte ich auf zwei Orte in Kyoto eingehen, die direkt was mit Anime zu tun haben. 

Chronologisch zuerst kommt der Shimogamo-Schrein, den ich schon im letzten Post erwähnt hatte. Denn dieser Schrein ist das Zuhause der Hauptcharaktere aus dem bereits oben erwähnten Anime Uchouten Kazoku und wie schon erwähnt habe ich ihn primär deswegen überhaupt besucht. In Folge seht ihr jeweils ein von mir geschossenes Foto und einen Screenshot aus dem Anime zum direkten Vergleich. 


Man sieht hier den Hauptteil des Schreins im Logo-Bildschirm des Anime 

Und da ich das sowieso längst machen wollte, bekommt ihr an dieser Stelle gleich noch eine Story-Prämisse und meine absolute Empfehlung, mal in den Anime reinzuschauen, wenn ihr ihn noch nicht kennt. 

Also, im Anime ist der Schrein das Zuhause der Hauptcharaktere, der Shimogamo-Familie. Diese wird allerdings von niemandem wirklich wahrgenommen, da sie keine Menschen sind sondern Tanukis (japanische Marderhunde). Aber wie japanische Legenden kolportieren können sie sich in alles Mögliche verwandeln und laufen daher die meiste Zeit als Menschen herum. Das ist für sie auch sicherer, da es - im Anime - in Kyoto eine Gruppe namens "Freitagsfreunde" gibt, bei der es Brauch ist, an Neujahr einen Tanuki-Eintopf zu essen. 

Auf dem Screenshot rechts seht ihr Yasaburo Shimogamo, den Hauptcharakter, der gerne auch mal in Mädchengestalt durch die Stadt streift, einfach weil es Spaß macht. Überhaupt ist Spaß für ihn ein großer Faktor, und mit den ganzen ernsten Sachen - wie der anstehenden Wahl zum Nise-Emon, dem Oberhaupt der Tanuki-Community, würde er gerne gar nichts zu tun haben. Leider muss er sich trotzdem damit beschäftigen, denn sein Vater hatte den Posten zuvor inne, bis er im bereits erwähnten Eintopf der Freitagsfreunde landete, und nun versucht sein Bruder Yaichiro, den Posten zu übernehmen. 

Den Bruder seht ihr links auf dem Bild, der mit den stacheligen Haaren. Auch auf dem Bild sind Yasaburo (hier mal als Junge), seine Mutter und sein kleiner Bruder Yashiro, das Nesthäkchen. Sie sind eigentlich vier Brüder, aber der zweitälteste, Yajiro, hat sich vor einiger Zeit in Froschgestalt in einem Brunnen verkrochen und kommt nicht mehr heraus. Warum, ist den meisten seiner Familienmitglieder nicht bekannt. 

Wer ein bisschen Japanisch kann, bemerkt übrigens, wie kreativ die Eltern bei der Namenswahl ihrer Jungs waren: Ya-ichi-rou, Ya-ji-rou, Ya-sabu-ro und Ya-shi-ro... wenn man dann noch ein bisschen japanische Zahlen kennt merkt man, dass sie einfach nur nummeriert sind: 1 (ichi), 2 (ji, wobei das eher "der nächste" meint als die Zahl 2), 3 (sa) und 4 (shi).  

Nun werdet ihr fragen, worum geht's in dem Anime eigentlich, was ist die Story? 

Das ist gar nicht so leicht in wenige Worte zu fassen. Es geht natürlich um die anstehende Nise-Emon-Wahl und ständige Reibereien zwischen den Shimogamo-Brüdern und den Söhnen des anderen großen Nise-Emon Kandidaten Souun Ebisugawa. Außerdem um die Frage, wie Souichirou  trotz seiner großen Verwandlungsfähigkeit eigentlich in einem Eintopf landen konnte. Aber vor allem ist es ein Porträt einer Familie, die zusammenhält wie nichts, über das Leben im modernen Kyoto und die Lebenseinstellungen von Menschen, Tanuki und Tengu, die nicht immer zusammenpassen. Und letztlich ist er auch irgendwo eine Liebeserklärung an Kyoto bzw. das traditionelle Japan, das man im modernen Alltag schnell aus dem Blick verliert. 

Aber eigentlich kann man zu dem Anime viel beschreiben und wird trotzdem nie auf den Punkt kommen, weil man ihn einfach gesehen haben muss, um meine Liebe dafür zu verstehen. Ich liebe einfach alles daran - ganz weit vorne die gesamte Shimogamo-Familie, aber auch die anderen Charaktere sind liebenswert. Das Setting ist bezaubernd, weil es so realistisch ist und vor allem so authentisch japanisch. Ich liebe die Geschichte, die der Anime erzählt, gerade auch die ruhigeren Momente die einen Einblick in diese magische Welt der von Menschen unbeachteten Wesen geben. Optisch kann man nicht meckern und auch den Soundtrack finde ich einfach nur schön. 

Schaut einfach mal rein. Ich habe mich schon nach den ersten 5 Minuten in diesen Anime verliebt und im Gegensatz zu vielen anderen ist meine Begeisterung nie wieder abgeflaut. 

-*- 

Der zweite, im Gegensatz zum Shimogamo-Schrein ungeplante Anime-Bezug, den ich in Kyoto gefunden habe, war ganz um die Ecke in einer Ladenstraße und lachte uns in Form von Pappaufstellern an: Tamako Market


Achtet auf die Ladenstraße im Hintergrund, nicht auf den fetten Vogel. 

Wie gesagt war das ganze völlig ungeplant, da war halt diese Ladenstraße in Laufdistanz vom Shimogamo-Schrein und wir haben einen Ort zum Mittagesssen gesucht. Und dann stand da auf einmal die hier: 

Und ich so: "Moment, das ist Kanna! Was macht die hier?". Dann schaute ich mich um und merkte, was Sache war. Eigentlich sollte es niemanden wundern, dass ein vom Studio Kyoto-Animation (kurz: KyoAni) gemachter Anime seine Vorlage in Kyoto hat, oder? Aber für die, die den Anime nicht kennen, auch hier eine kurze Einführung. 

Der Anime spielt zu etwa 80% in und um die besagte Ladenstraße, im Anime Usagiyama-Shoutengai. So heißt die wirklich existierende Ladenstraße nicht, aber der Bezug ist schon recht offensichtlich, nicht zuletzt weil sie im Stadtteil Kitashirakawa liegt - und die Hauptperson heißt Tamako Kitashirakawa. 

Hier auf dem linken Bild, das ist Tamako. Sie ist die Tochter einer Familie von Omochi-Herstellern (was Omochi sind, muss ich hier aber nicht erklären, oder?). Sie lebt mit ihrem Vater Mamedai und ihrem Großvater Fuku, da ihre Mutter schon länger tot ist. Außerdem hat sie eine kleine Schwester namens Anko (die auf dem rechten Bild). Und dann gibt es noch den Omochi-Laden von gegenüber, mit dem es einen gewissen Konkurrenzkampf gibt, von dem der Sohn der Familie, Mochizou, aber nichts wissen will, zumal er sehr offensichtlich in Tamako verknallt ist. 

Wer ein bisschen Japanisch kann, dem fällt auf, dass die Charaktere alle nach Reiskuchen benannt sind. "Tama" sind Bällchen, "Anko" rote Bohnenpaste und "Mamedai-Fuku" (kombiniere die Namen von Vater und Großvater) Reisbällchen mit Bohnen drin, während das "Mochi" in "Mochizou" wohl recht offensichtlich ist. 

Hier sehen wir noch die Freundinnen von Tamako. Links Shiori, eine Klassenkameradin die sehr, sehr schüchtern ist, sich aber langsam mit Tamako und ihren Freundinnen anfreundet. Midori, die Blonde, ist wie Kanna (die von weiter oben) eine Kindheitsfreundin von Tamako, weil alle drei Töchter von Händlern aus der Ladenstraße sind. Ihr Pappaufsteller steht passenderweise neben dem Spielzeugladen (im Anime wird der Spielzeugladen von ihrem Opa geführt). Ach so, und in dem Blumenladen arbeitete übrigens kein Mensch, der so aussah wie die Person links hier: 


Das Links hier ist vermutlich ein Mann... die Person wird zumindest von Daisuke Ono gesprochen. Explizit wird zum Geschlecht nichts gesagt und der Vorname Kaoru ist auch geschlechtsneutral. 

Zuletzt sehen wir hier (rechts) Choi Mochimazzwi. Wie man an Outfit und Hautfarbe erkennt, ist sie keine Japanerin. Hier muss ich jetzt doch mal den Plot der Story erklären: Eines Tages verschlägt es einen sprechenden Vogel in die Ladenstraße, der auf der Suche nach einer Braut für den Prinzen seines Südseekönigreichs ist. Er lernt Tamako kennen, frisst bald zu viele Omochi und wird zu fett, um zu fliegen. Choi taucht später auf, weil der Kontakt zu jenem Vogel abgebrochen ist, erliegt aber auch dem Charme der Gegend und bleibt für längere Zeit. 

Der Anime ist 90% Slice of Live und 10% absurder, irgendwie fantasy-mäßiger Plot der das ganze lose zusammenhält. Letztlich begleiten wir die Bewohner der Ladenstraße innerhalb von 12 Episoden durch 12 Monate und schauen ihnen dabei zu, wie Valentinstag gefeiert, ein Ladenstraßen-Event organisiert oder für einen Auftritt auf dem Schulfest geprobt wird. Auch ein sehr entspannender Anime, aber mich hat das Ende nicht so ganz zufriedengestellt. 

Derzeit läuft in den Kinos ein Film zu Tamako Market, was wohl auch der Hauptgrund für die Papp-Aufsteller ist. Den werde ich mir sicher auch anschauen. 

-*- 

Der Vollständigkeit halber gibt es noch einen Kyoto-Anime, von dem ich gelesen habe, dass man in Kyoto seinen Spuren folgen kann. Dieser heißt Inari, Konkon, Koi Iroha. Er dreht sich um ein Mädchen, das im Fushimi Inari Schrein lebt (der mit den tausenden von Toriis) und auch so heißt - also, Inari Fushimi. Eines Tages, als sie sich vor dem Typen auf den sie steht, blamiert hat, taucht die Göttin Uka-no-Mitama-no-Kami auf und will ihr einen Wunsch erfüllen, weil sie vor Jahren mal einem verletzten Fuchs geholfen hat. Sie wünscht sich prompt, so zu sein wie ihre Mitschülerin, auf die ihr Schwarm zu stehen scheint - und wie das mit Wünschen immer so ist, verwandelt sie sich prompt in ihre Mitschülerin. 

Statt der von mir erhofften Körpertausch-Verwirr-Geschichte endet das ganze damit, dass Uka am Ende der Folge ihren Wunsch zwar nicht rückgängig machen kann, sie aber mit Verwandlungsfähigkeiten ausstattet, so dass sie sich von da an in alles verwandeln kann, was sie will. Oh, und natürlich stellt sich schon in Folge 2 heraus, dass ihr Schwarm doch nicht in das andere Mädchen verliebt war. Man hört heraus, dass ich von dem Anime nicht gerade begeistert war, tatsächlich habe ich nach Folge 2 abgebrochen. 

Das Setting war nichtsdestotrotz nett, realistisch gemacht und so. Außerdem fand ich es gut, dass in dem Anime zur Abwechslung mal die Charaktere tatsächlich einen Kyoto-Dialekt gesprochen haben, was bei den oben vorgestellten nicht der Fall war. 

-*- 

Das war's zu den Spuren der Animes in Kyoto und als nächstes kommt dann noch ein Post über den Pretty Store und meine Ausbeute des Besuchs in Nipponbashi, wobei ich von letzerem keine Fotos habe, da ich das meiste gleich nach der Rückkehr in ein Paket gepackt und nach Deutschland geschickt habe, da mein Koffer sonst in zwei Monaten platzen würde. 




Hinweis: Themen-Einträge sind Weblog-Einträge, die einem Event zugeordnet sind. Wenn du also selber einen schreiben willst, tu das einfach in deinem Animexx-Weblog und gib dieses Event als Zuordnung an.

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