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Mammutskelett im Tor zur Urzeit zusammengebrochen Museum, Natur und Umwelt, Tiere (real), Urzeit

Autor:  Critterzoology

 

Das Mammutskelett im Tor zur Urzeit ist am letzten Wochenende zusammengestürzt. Das Skelett war zwar kein Originalskelett, aber es war ein Abguss eines Exemplars aus der Schweiz, von dem keine Abgussform mehr existiert und das Museum in der Schweiz, wo sich das Original befindet, lässt auch nur selten Abgüsse machen. Hinzu kommt noch, dass das Skelett nicht von der Versicherung abgedeckt war. Gestern war noch jemand von der Kieler Zeitung da, und es ist zu hoffen, dass sich dadurch Spenden sammeln lassen können, damit das Skelett repariert werden kann.

 



So sah es vor dem Vorfall noch aus.


 

 

Diese Fotos habe ich gestern aufgenommen, nach dem Vorfall.

 

Was genau passiert ist, ist noch unklar. Wir gehen aber nicht von Vandalismus aus, weil das nicht wirklich Sinn ergeben würde.

 

https://www.torzururzeit.de/

Sommersemester 2025 – Riesenmonster und Untertassen Aliens, Designstudium, Dinosaurier, Kryptozoologie, Kunstakademie, Studium, UFO, Unileben

Autor:  Critterzoology

 

 

Das Sommersemester 2025 ist nun zu Ende. Ich hatte die Kurse diesmal so gewählt, dass ich nur an Montag und Freitag in die Uni musste, und somit jede Woche zwei Wochenenden hatte. Hauptsächlich einfach weil ich meistens einfach zu fertig bin, wenn ich von Köln nach Hause komme.

 

 

Kurz bevor das Semester anfing war ich gerade erst mit einer Hausarbeit durch und hatte erst mal ein wenig in meinem Skizzenbuch gekritzelt, um wieder ins Zeichnen reinzukommen. Hier sind ein paar Skizzen von Dinosauriern, die ich gemacht hatte. Die oberen zeigen Spinosaurus, die unteren Apatosaurus.

 

 

Das Skizzenbuch hatte ich natürlich auch mitgenommen zur Exkursion in das zoologische Museum, wozu ich einen vorherigen Blogeintrag geschrieben hatte. Das war auch eines der absoluten Highlights des Semesters. Ich hatte sehr viel Spaß, die Exponate zu skizzieren.

 

 

Am Freitag darauf hatte mein Dozent Martin sich meine Skizzen angesehen, und danach einen knuffigen Tyrannosaurier den er gezeichnet hatte zwischen die Seiten gelegt.

 

 

Bei ihm hatte ich dieses Semester auch den Projektkurs belegt. Ich war mir lange Zeit nicht sicher, was ich in dem Kurs machen könnte, aber ich habe in meinem Notizblock etwas rumskizziert, bis sich daraus eine Idee herauskristallisierte.

 

 

Währenddessen hatte ich einen Kurs für Character Design belegt. Was genau wir da machen würden war recht frei, und ich entschied mich dazu, ein Kaiju zu entwerfen, in einzelnen Schritten, vom Moodboard bis zum fertigen Monster.

 

 

Nachdem das Kaiju Gestalt angenommen hatte, machte ich mich an die letzten Schritte für meinen Projektkurs. Das war ein sehr zäher Prozess, weil der Laden, wo ich mein Papier bestellt hatte, hatte meine Bestellung versäumt. Als es dann doch endlich verschickt wurde, landete es in einem Abholkasten, für den man eine App braucht und mein Telefon ist zu veraltet für so einen futuristischen Unsinn. Am Ende hatte ich das ganze Projekt innerhalb einer Woche vor Präsentationstermin aus dem Boden gestemmt, aber es hatte am Ende geklappt. Das ganze hatte ich zu einem Video zusammengeschnitten, aber ich kann hier fürs Erste nur paar Ausschnitte zeigen.

 

 

Der Präsentationstermin war der letzte Tag auf dem Campus für diesen Sommer, aber nicht das letzte, was ich für die Uni noch erledigen musste. Heute ist der Abgabetermin für die letzte Abgabe Semesters, und zwar das Lernportfolio, in das insgesamt sechs Aufgaben hineinfließen, sowohl künstlerische als auch wissenschaftliche. Ich hatte meines zu dem Thema Verschwörungstheorien angefertigt. Dabei sind allerlei Sachen entstanden. Angefangen hatte ich mit einer Fotoreihe, in der ich UFOs in Fotos, die ich in Berlin und Niedersachsen aufgenommen hatte, hineingemalt habe. Hier sind ein paar meiner Lieblingsbilder aus der Reihe.

 

 

Danach machte ich mich daran, einen kurzen Comic über einen Bigfootjäger anzufertigen.

 

 

Anschließend folgten ein Exkursionsbericht, ein Thesenpapier, ein Essay, und so weiter, welche ich mit ein paar Skizzen ausgeschmückt habe. Das ganze sollte von der Aufmachung her an Scans von UFO-Akten erinnern.

 

 

Natürlich habe ich auch außerhalb der Uni wieder kreatives Allerlei gemacht. Hier ist zum Beispiel ein Gryposaurus mit Jungtier, den ich für das Prehistoric Times Magazine gemalt habe.

 

 

Und es sind noch ein paar Illustrationen entstanden für ein kryptozoologisches Projekt, an dem Nate Brislin gerade arbeitet. Aber mehr dazu verrate ich nicht.

 

 

Außerdem sind ein paar meiner Illustrationen jetzt auf Tassen und T-Shirts erhältlich im Etsy Store des Dinosaurierforschers Armin Schmitt.

 

 

Ansonsten war's das erstmal. Vor Kurzem war noch mein Geburtstag und ich hatte mir einen beigen Trenchcoat gekauft, den ich dann im Wintersemester tragen werde. Bis dahin.

 

Dinosaurier – Im Reich der Giganten BBC, Dinosaurier, Dokumentarfilm, Fernsehen, Serie, Tiere (real), Urzeit, Walking with Dinosaurs, ZDF

Autor:  Critterzoology


Walking with Dinosaurs (auch bekannt als Dinosaurier – Im Reich der Giganten) kommt heute zurück! Letzte Woche noch hatte ich mit Jay Balamurugan, der Assistenzproduzentin, geredet und heute ist schon Erstaustrahlung bei BBC! Bin mal gespannt, wer der Sprecher sein wird bei der Deutschen Fassung, wenn es im ZDF läuft. Otto Clemens wäre halt ein Traum wegen dem Nostalgiefaktor, aber das wird so oder so super. Ich bin auch gespannt auf die Musik der Neuauflage. Die Dinosaurier sehen auf jeden Fall schon mal fantastisch im Trailer aus:


https://youtu.be/Y4qqoyIcERU

 

Die Originalversion von 1999 war absolut bahnbrechend. Die erste Doku ihrer Art, in der Dinosaurier gezeigt wurden wie lebende Tierarten in Naturfilmen. Als ich noch ein ganz kleines Kind war, wirkten die Effekte so realistisch auf mich, dass ich glaubte Tim Haines und sein Filmteam hatten eine Zeitmaschine benutzt. Ich wusste damals noch nicht, was CGI ist. Mein Großvater zeigte mir das Making Of, um mir zu beweisen, dass es alles Puppen und Trickeffekte sind, und seitdem bin ich fasziniert von den Produktionsabläufen hinter solchen Aufnahmen.

Exkursion im Zoologischen Museum Exkursion, Museum, Natur und Umwelt, Natur zeichnen, Skizzen, Skizzenbuch, Studium, Tiere (real), Unileben, zeichnen

Autor:  Critterzoology

 

Heute war Exkursionstag an meiner Designakademie und eine der Exkursionen die zur Auswahl standen war besonders ansprechend für mich. Es ging in das örtliche Zoologische Museum und wir haben die Exponate skizziert. Es folgen meine Einträge im Skizzenbuch von der heutigen Exkursion.

 

Die Freude an alten Dinosaurierbüchern alte Bücher, Bücher, Dinosaurier, Flohmarkt, gebrauchte Bücher, Haul, Kunst, Nostalgie, Tiere (real), Urzeit

Autor:  Critterzoology

 

Ich habe mal wieder ein paar Dinosaurierbücher gekauft und für etwa 30 € bei einem Händler für gebrauchte Bücher 12 Stück bekommen. Der Großteil kostete unter 2 € jeweils, also ein absoluter Schnapper. Natürlich war das auch gezielt und nicht willkürlich. Wenn man durch Bücher aus zweiter oder dritter Hand stöbert, kann man den einen oder anderen Schatz finden. Dabei schaue ich vor allem nach drei Arten Büchern: Entweder haben sie Informationen, die ich ansonsten nicht im Netz finden würde, oder es sind welche die super-duper selten und anderswo teuer sind und ich finde sie mal für einen schmalen Taler, oder sie haben wunderschöne Illustrationen. Natürlich ist gerade Urzeitforschung eine Wissenschaft, die stets im Wandel ist, heißt die Informationen sind oft längst überholt, aber das heißt nicht, dass die Bücher nicht schön sind und es ist interessant zu sehen, wie sich das Verständnis im Laufe der Zeit verändert hat. Besonders ulkig zum Beispiel Spinosaurierdarstellungen von vor Jurassic Park 3.

 

Letztes Jahr hatte ich zum Beispiel ein Riesenglück als ich ein seltenes Buch gefunden hatte über Walfossilien aus Schleswig-Holstein, was mir enorm half, einen Wal zu illustrieren. Da waren viele Knochendiagramme drin, die es online nicht zu finden gibt. Letztes Jahr hatte ich auf dem Second-Hand-Tisch im Tor zur Urzeit auch drei tolle Bücher gefunden über Fossilien unter dem Röntgengerät, wodurch ich einen ganz besonderen Blick auf sonst verborgene Details erhielt, über die Dinosaurierfährten aus Barkhausen und ein dickes Buch über die Grube Messel mit sehr schönen Fotos der Fossilien. Wenn es um die Grube Messel geht bekomme ich sowieso glasige Augen.

 

Bei den Büchern, die ich diesen Monat gekauft hatte ging es mir vor allem um die Illustrationen, da ich mich gerne von alten Dinosaurierbildern aus den 70ern bis 2000ern inspirieren lasse, vor allem da ich eher analog male. Da waren einige tolle Sachen dabei. Zum Beispiel ist eines der Bücher die ich gefunden hatte von Jay Matternes illustriert worden. Der ist inzwischen 92 Jahre alt und somit ein echtes Urgestein der Tiermalerei. Die Bilder in diesem Buch sind zwar aus den 70ern und somit ist die Anatomie auch dementsprechend vintage, aber der Stil ist so modern, man würde denken das Buch käme aus den 2000ern. Dann habe ich sogar noch was gefunden von einem deutschen Illustrator, Hauke Kock. Ein kleines aber feines Büchlein vom Verlag Carlsen von 1992 mit Wasserfarben illustriert. Dann noch ein weiteres Buch illustriert von Giovanni Caselli mit einigen Bildern von Triasreptilien, die echt hart gehen. Es folgen ein paar von Casellis Bildern aus dem Buch "Die Welt der Dinosaurier" von L.B. Halstead aus den 70ern.

 

 

Kuehneosaurus in Actionpose, Ursäuger mit Beute und im Hintergrund ein Waldbrand auf einem Plateau. Geht einfach hart.

 

 

Ich liebe Casellis Farbwahl für den Archaeopteryx. Die Kombination aus pink und gelb ist einfach schön.

 

 

Der klassische Kampf Protoceratops vs Velociraptor.

 

 

Sowas sieht man sonst nie! Eine alte Darstellung von Alamosaurus, einem Langhalsdinosaurier, der am Ende der Kreidezeit lebte und T. rex durchaus begegnete.

 

Dann war in dem Konvolut noch „Saurier – Tiere der Urzeit“ vom Kosmos Verlag (ursprünglich Guarda e Scopri i Rettili della Preistoria) aus den 80ern, illustriert von mehreren Talenten, hauptsächlich aus Italien, wo es trotz der altbackenen Anatomie jede Seite sehr interessantes Tierverhalten zu sehen gibt, eingefangen mit unglaublichen Wasserfarbenillustrationen die wunderschön gemalt sind.

 

 

Das hier zu malen muss bestimmt eine Ewigkeit gedauert haben.

 

 

Unser Ur-ur-ur-ur-ur-urahn Cynognathus im Kampf gegen die Kakerlake. Manche munkeln, dieser Kampf ist noch immer nicht entschieden.

 

 

Der Plesiosaurier auf der Jagd nach Hotdogs.

 

 

So in etwa sieht jeder zweite Thumbnail von Mr. Beast aus.

 

 

Eines meiner Lieblingsbilder aus diesem Buch und auch eines meiner Lieblingsbilder von Stegosaurus überhaupt.

 

 

Pteranodon hat in diesem Buch einen wirklich schlechten Tag.

 

 

Der Giraffatitan aus dem Berliner Naturkundemuseum darf natürlich nicht fehlen.

 

Ein weitere Hingucker war „Tierwelten der Urzeit in Farbe“ vom Verlag Südwest (ursprünglich Prehistoric Animals) aus den 70ern, wo es statt Zeichnungen und Gemälden Fotos gab von Skulpturen der Tiere in Dioramen. Gerade die urzeitlichen Fische kommen in diesem Buch durch dieses Medium zur Geltung. Auf jeden Fall auch eine absolute Empfehlung.

 

 

Durch die Dioramenfotos sieht sogar diese Molluske aus dem Kambrium spannend in diesem Buch aus.

 

 

Die Wasserbewohner kommen hier ganz besonders zur Geltung.

 

 

Natürlich darf es auch nicht an Dinosauriern fehlen. Das Iguanodon auf der rechten Seite ist besonders schön.

 

 

Der mächtige Hauerelefant erwacht hier auch zum Leben.

 

Ein Schmöker über den ich noch reden möchte ist „Dinosaurierforscher – Die abenteuerliche Suche nach einer untergegangenen Zeit“ von Don Lessem aus den 90ern, wo es um die Paläontologie der Zeit geht. Auch eine interessante Zeitkapsel und alleine schon das Cover sieht cool aus mit der paläontologischen Prominenz darauf posierend. Man merkt aber auch wieder, wie männerlastig der Forschungsbereich damals war, aber so langsam ändert sich das zum Glück.

 

 

Ich gebe schamlos zu, dass ich mal ein Buch wegen des Covers gekauft habe.

 

 

Eine der wenigen Illustrationen aus diesem Buch von John Sibbick, der auch für seine Bilder aus dem Warhammer-Universum bekannt ist.

Winterliche Abenteuer und der Beginn des Sommers Kunstakademie, Persönliches, Stress, Studium, Unileben, Update

Autor:  Critterzoology

Nach längerer Winterpause will ich mal wieder etwas aktiver hier sein. Der Winter hatte auch einige Überraschungen mit sich gebracht. Da es Jahresende an meiner Akademie war, war es Zeit für die jährliche Mappenprüfung und eine Hausarbeit. Das wäre erst mal an sich nur normal stressig, aber kurz nach der üblichen Prüfung in einem anderen Fach ging es dann damit los, dass mein Telefon nicht mehr richtig funktionierte und mein Internet abgestellt wurde. Ich musste mich also erst mal mit meinem Netzanbieter rumschlagen, während ich an meiner alljährlichen Mappenpräsentation gearbeitet hatte. Die Mappe hatte ich als Buch angelegt, und musste somit rechtzeitig fertig sein, damit es vor der Prüfung gedruckt werden kann. Die Druckdatei musste ich am Ende dann vom Keller meiner Akademie aus an die Druckerei schicken. Danach hatte ich für einen Hotspot gezahlt, damit ich für meine Hausarbeit recherchieren konnte. Am Ende lief da noch alles gut, auch vor allem da ich viele Bücher zum Thema meiner Hausarbeit im Schrank habe, doch während des gesamten Durcheinanders bekam ich noch stressbedingte gesundheitliche Probleme hinzu. Das ist auch schon mal nicht fantastisch.

Die Mappenprüfung lief wenigstens sehr gut. Bei den alljährlichen Mappenpräsentationen handelt es sich um ein Portfolio der gesamten Arbeiten aus den vorherigen zwei Semestern. Das ganze wird dann verbunden mit einer Mappenliteratur. Ich hatte mich für das Buch „Deep Time“ von Riley Black entschieden und nutzte ihr Buch als Leitfaden, um meine Illustrationen und Projekte zu präsentieren, darunter auch die Tiere der Zukunft, die ich letzten Sommer entworfen hatte.

 

Die Hausarbeit lief ebenso gut. Das Thema das ich darin behandelt hatte waren die besonderen Hürden, die man in der Paläokunst bewältigen muss, mit einem Blick auf die Geschichte paläontologischer Rekonstruktionen, eine Übersicht der Arbeit an sich und gesellschaftliche Entwicklungen.

Daraufhin hatte ich drei Illustrationen für den Paläontologen Armin Schmitt fertiggestellt, die jeweils einen Dinosaurier zeigten, der in Deutschland gefunden wurde. Das hatte auch etwas länger gedauert als geplant, da ich kurz vor Semesterende mir eine Erkältung zugezogen hatte und dann darauf Internetausfall mitsamt Prüfungsstress folgten. Aber das ging dann auch schnell, sobald die Probleme aus dem Weg waren.

Zu Weihnachten war keine Zeit zur Familie in den Norden zu fahren, aber ich war bei meiner guten Freundin Emilia und ihrer Familie zu Gast. Ansonsten hätte ich nicht gefeiert, aber manchmal ist das auch mal wichtig und ich bin sehr dankbar, Leute in der Nähe zu haben.

Ansonsten war das Wintersemester recht angenehm. Im Illustrationskurs hatte ich ein paar Porträts von Persönlichkeiten aus der Urzeitforschung angefertigt und Tiere illustriert, die im 21sten Jahrhundert für ausgestorben erklärt wurden. Und dann war ich noch in einem Kurs, wo es einfach ums Entschleunigen ging, bei dem ich ein Skizzenbuch anfing und der mich auch dazu brachte, mal wieder Zoo Tycoon zu spielen. Inzwischen auch mit Mods, wovon ich auch mal etwas zeigen möchte.

Kurz vor Beginn des Sommersemesters hatte ich noch ganz ganz schnell eine Kurzgeschichte geschrieben, da ein Light Novel Verlag eine Anthologie mit Urban Fantasy rausbringen wollte. Am Ende wurde daraus leider nichts, da es nicht genug Einsendungen gab, aber das hatte mich dennoch dazu gebracht eine Geschichte zu schreiben, was ich ja seit der Schule nicht mehr gemacht hatte. Für dieses Sommersemester hatte ich mich daraufhin auch für einen Schreibkurs angemeldet. Ich bin deswegen sehr froh, dass ich dank des Verlages mal wieder ins Schreiben reingekommen bin.

 

Ansonsten bin ich mal gespannt, was das momentane Sommersemester noch mit sich bringt.

 

 

Ich game tatsächlich mal! – Kleiner Nostalgietrip mit Zoo Tycoon Computerspiele, Dinosaurier, Nostalgie, Simulation, Spiele, Tiere (real), Urzeit, Zoo, Zoo Tycoon

Autor:  Critterzoology

 

Normalerweise spiele ich ja gar nichts, einfach weil mich nichts wirklich anspricht. Bloß früher gab es ein Spiel, von dem ich mich meine ganze Grundschulzeit über nicht losreißen konnte. Dieses Spiel war Zoo Tycoon. Ich habe das Spiel wieder installiert und es läuft nun auf dem Laptop, den ich sonst für Unikrams benutze. Als erstes habe ich einen Dinosaurierzoo gebaut, einfach um das innere Kind zufrieden zu stellen, da ich damals nie einen wirklich passablen gebaut hatte, sondern meist nur in der Kinderkarte rumalberte. Ich verwende übrigens keine Mods, alles was hier zu sehen ist, ist mit der Complete Collection machbar. Für meinen Dinosaurierzoo habe ich natürlich eine der Karten aus Dinosaur Digs genommen, und besonders gefiel mir dabei die Karte mit der aktiven Ausgrabungsstätte. Diese habe ich natürlich nicht entfernt, weil es einfach steinstark aussieht.


Direkt am Eingang ist ein Präriehund-Café, weil es irgendwie gut zu den Badlands passt, in denen Fossilien ausgebuddelt werden. Dort können sich Besucher:innen mit mexikanischen Snacks erst mal stärken.

 

Direkt dahinter befinden sich ein Kino für Dinosaurierfilme, ein Souvenirladen und ein Kinderspielplatz.


Nun zu den Gehegen. Der Rundgang beginnt in der Triaszeit mit einem meiner Lieblingsdinosaurier, dem Plateosaurus aus Europa. Der einzige Langhalsdinosaurier in meinem Zoo.

Darauf folgt ein Raubsaurier aus der Trias, der Coelophysis aus Nordamerika. Plateosaurus und Coelophysis tauchten beide in der ersten Folge von Dinosaurier im Reich der Giganten auf und hatten dadurch einen gewissen Promistatus in den 2000ern.


Nach den Dinosauriern der Trias gelangt man zum Urlurchhaus. Dort gibt es ein paar der ersten Frösche aus der Triaszeit, aber auch einige Urlurche, die nach der Trias und sogar welche, die davor lebten. Um das Gebäude herum ist ein eingezäuntes Gewässer, in dem Lurche schwimmen können. Gegenüber vom Urlurchhaus befindet sich ein eingezäunter Steinkohlewald, wie es ihn vor den Dinosauriern gab für allerlei Amphibien und Riesenkrabbler.

Auf das Urlurchhaus folgt ein Insektenhaus für die gigantischen Gliederfüßer der Steinkohlezeit, die Riesenameisen aus dem Eozän und andere urzeitliche Krabbeltiere. Darüber befindet sich ein kleiner See mit Wasserfall, der für die Ameisen die Bedingungen im Eozän Deutschlands simuliert.


Der nächste Bereich ist die Juraküste. Hier gibt es ein Krustentierhaus mit Pfeilschwanzkrebsen (die übrigens keine Krebse sind, sondern mit Spinnen verwandt sind) und die Krabben, die im Solnhofener Plattenkalk ihre Fossilien hinterlassen haben. Außerdem gibt es einen Haitunnel und ein Flugsaurierhaus mit verschiedenen Pterosauriern des Jura.


Die Hauptattraktion hier ist aber das Jurameer, ein riesiges Salzwasserbecken. Hier schwimmen Plesiosaurier, die sowohl durch die Scheibe unter Wasser beobachtet werden können, als auch von oben von einer Aussichtsplattform.


Vom Jurameer geht es weiter in den Oberjura, zunächst mit Kentrosaurus, einem Stegosaurier aus Tansania. Besucher:innen können dem stacheligen Pflanzenfresser besonders nah kommen, durch einen Beobachtungsbereich, der sich in das Gehege streckt.

Ein Pfad führt bergab zu den Tieren der Morrison-Formation.

Als erstes begegnet einem Hierbei Stegosaurus. Neben dem Gehege befindet sich außerdem ein Stegosaurus-Minigolfplatz.

Etwas abseits befindet sich ein Gehege für Camptosaurus. Daneben befindet sich ein Bronto-Burger-Stand, der stellvertretend ist für die größten Tiere der Morrison-Formation, für die in diesem Zoo leider kein Platz wäre.




Wer sich traut, schaut beim Allosaurus vorbei, dem Top-Räuber der Morrison-Formation im Oberjura. Auf dem Pfad, der zu dem Hochsicherheitsgehege führt, kommt man vorbei an einem Diorama, das zeigt, wie die Morrison-Formation während einer Trockenzeit aussah. Für den Notfall kann man von diesem Bereich aus die frühe Kreide überspringen und direkt über die späte Kreide Richtung Ausgang gelangen.



Die Unterkreide beginnt mit dem Vogelhaus, wo die letzten paar Tiere aus dem Jura gezeigt werden. Im vorderen Bereich kann man sehen, wie Solnhofen im Oberjura zu Zeiten von Archaeopteryx aussah. Gegenüber vom Vogelhaus befindet sich das Gehege von Caudipteryx, einem gefiederten Dinosaurier aus der Unterkreide Chinas. Ein weiterer Dinosaurier der Unterkreide ist das Iguanodon aus Europa, welches einer der erfolgreichsten Pflanzenfresser war. Hinter dem Gehege dieser Herdentiere leitet Spinosaurus den Übergang von Unterkreide zu Oberkreide ein.


Zwar ist Spinosaurus hauptsächlich auf die Jagd nach Fischen spezialisiert, dennoch ist er der größte Raubsaurier in diesem Zoo und somit sorgt ein Graben rund um das Gehege für die Sicherheit der Besucher:innen. Der Beobachtungsbereich für diesen ägyptischen Raubsaurier hat eine Burgerbude, welche zum Verweilen einlädt.






Die Oberkreide wird weitergeführt mit zwei vogelartigen Dinosauriern aus der Mongolei, Velociraptor und Gallimimus, und zwei Pflanzenfressern aus Kanada, der Entenschnabelsaurier Lambeosaurus und der Hornsaurier Styracosaurus. Von Velociraptor kann man auf dem Rundgang auch Statuen und zwei Skelette sehen.


Neben dem Gehege für Styracosaurus befindet sich der Riesenalligator Deinosuchus, der in der Oberkreide unter anderem in Texas lebte. Die Panzerechse konnte Salzwasser vertragen und war somit an den Küsten des Meeres beheimatet, das sich in der Mitte Nordamerikas befand.






Am Ende des Rundgangs gibt es noch drei Dinosaurier, die in Hell Creek am Ende der Kreidezeit lebten. Zuerst begegnet einem dabei der Ankylosaurus mit seinem ikonischen Keulenschwanz. Dahinter lebt eine Herde von Triceratops. Und natürlich darf der Tyrannosaurus nicht fehlen. Besonders abenteuerlustige können Pedalboot fahren, während der Spitzenräuber der Kreidezeit sie dabei beobachtet. In der Mitte gibt es noch ein Restaurant, das umringt ist von Skeletten und Skulpturen von Triceratops und Tyrannosaurus.

Abseits von den Besucherpfaden gibt es noch eine Einrichtung, wo der ganze Dinosaurierdung kompostiert wird und einen Quarantänebereich für Tiere.

Die Urzeit der Urzeit: Deutschland vor den Dinosauriern – Tor zur Urzeit Teil 2 Erdgeschichte, Museum, Natur und Umwelt, Paläontologie, Schleswig Holstein, Tiere (real), Urzeit

Autor:  Critterzoology

 

Nach dem Blick auf die Kryptiden geht es erst mal weiter mit der Urzeit im Tor zur Urzeit. In diesem Eintrag geht es in das Paläozoikum, also die Zeit vor den Dinosauriern.  Auch in Deutschland konnte man aus diesem Zeitabschnitt eine Menge finden. Ich war häufiger mal in Steinbrüchen in der Eifel beim Ausgraben von Fossilien aus dem Devonzeitalter, der Zeit, als Amphibien das erste Mal an Land gingen. Auch an anderen Orten Deutschlands lassen sich Fossilien aus dem Paläozoikum finden. In Norddeutschland wurde ein Stummelfüßer aus dem Kambrium entdeckt, ähnlich der berühmten Hallucigenia aus Kanada. Im Ruhgebiet ist die gesamte Steinkohle Fossilien von Pflanzen aus dem Karbon, auch Steinkohlezeitalter genannt, welches von weiten Sumpflandschaften geprägt war, die von Rieseninsekten bewohnt waren. Und in der ehemaligen DDR befinden sich wichtige Fundstellen aus dem Permzeitalter, mit allerlei berühmten Tieren wie Dimetrodon, die man vorher nur aus Texas kannte.

 

Dimetrodon darf in keinem Dinosaurier-Spielset fehlen, und das, obwohl er kein Dinosaurier ist, und nicht mal zu deren Zeit lebte. In Deutschland wurde Dimetrodon etwa so groß wie eine Hauskatze, die wie alle Säugetiere näher mit Dimetrodon verwandt ist als mit Reptilien.

 

Im paläozoischen Bereich des Tors zur Urzeit konnte ich bei meinem Sommerbesuch nicht viel sehen, dafür fehlte leider die Zeit, aber beim nächsten Mal werde ich da mehr rumstöbern. Die Exponate aus dieser Zeit befinden sich alle im Erdgeschoss der Scheune. Direkt neben dem Eingang sieht man bereits ein Modell eines Endoceraten, gut zu erkennen an dem Gehäuse, das geformt ist wie eine Eiswaffel oder eine Schultüte. Ich glaube die Tentakel sind aus Plüsch, aber ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall sieht es knuffig aus. Endoceraten lebten im Ordovizium und Silur, also zu der Zeit, als manche Tiere, Pflanzen und Pilze bereits erste Schritte an Land machten, jedoch noch keine unter den Fischen. Endoceraten gehörten zu den Topräubern ihrer Zeit. Manche von ihnen schwammen auf ihre Beute zu, wieder andere krabbelten langsam auf ihren Tentakeln am Meeresboden in die Richtung ihrer Opfer. In Schweden fand man Endoceraten mit 2 m Länge. In Amerika sogar welche, die fast dreimal so groß waren. Ein Exemplar soll sogar 9 m lang gewesen sein, aber es wurde angeblich zerstört, also kann dies nicht bewiesen werden. Die nächsten lebenden Verwandten dieser urzeitlichen Kopffüßer sind die niedlichen Nautilusse aus der Tiefsee.

 

Das Endoceraten-Modell im Tor zur Urzeit. Die Gehäuse dieser Tiere wurden teilweise enorm lang, mitsamt Tentakeln waren die Tiere noch um einiges länger. Dahinter ist der Museumsladen zu sehen zusammen mit zwei Tieren aus dem Triaszeitalter, ein Modell von Tanystropheus, das vorher dem Natureum Niederelbe gehörte und der Plateosaurus, den ich Ende Mai gemalt hatte. Aber zur Trias komme ich später mal.

 

Ein paar Fossilien von Endoceraten verschiedener Größen aus dem Ordovizium und deren Lieblingsbeute, die Trilobiten. Zu sehen ist auch ein Endoceraten-Modell von CollectA in Anpirschpose.
Falls jemand Bock auf so ein Modell hat, man kann sich hier eins kaufen: https://www.spielzeug-guenstig.de/CollectA-Orthoceras-Geradhorn-88903.html

 


In der Netflix-Dokumentation „Leben auf unserem Planeten“ von 2023 gab es Riesen-Endoceraten bei der Jagd zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=3XOefGeW4pY

 

Nach Kambrium, Ordovizium und Silur ist das nächste Zeitalter des Paläozoikums das Devon. Im Devon begaben sich Wirbeltiere das erste Mal an Land. Fische wurden zu Amphibien. Im Meer hingegen war das Zeitalter der Fische, denn unsere Vorfahren hatten vor kurzem bewegliche Kiefer entwickelt, und waren somit in der Lage, ihre einstigen wirbellosen Fressfeinde zu beißen und zu zerkleinern. Zu dieser Zeit gab es mächtige Panzerfische im Meer, wie den Dunkleosteus, aber auch die ersten Haie.

 

Der Dunkleosteus war eines der berühmtesten Tiere aus dem Devon.

 

Ein Fisch mit Beinen! Das wird sicher nur eine vorübergehende Modeerscheinung sein, wer will schon an Land?

 

Natürlich waren nicht alle Fische im Devon Fressmaschinen an der Spitze der Nahrungskette. Bothriolepis, einer meiner Lieblings-Panzerfische, war eher relativ putzig. Im Tor zur Urzeit gibt es einen Abguss dieses Panzerfisches, der ein Geschenk war von einem süddeutschen Museum. In der BBC-Dokumentation „Monster der Tiefe“ taucht Bothriolepis auch kurz auf, wird aber direkt an einen Dunkleosteus verfüttert: https://youtu.be/DX4hdXqh-kQ

 

Der Bothriolepis im Tor zur Urzeit. Besonders ulkig sind die kleinen Augen, die eng beieinanderstehen. Bothriolepis lebte so ziemlich überall in den Weltmeeren des Devons.

 

Auf das Devon folgt das Karbon. Im Karbon entwickelten sich die ersten Reptilien und einige Gliederfüßer wurden and Land gigantisch. In Deutschland gab es zu dieser Zeit 1 m lange Tausendfüßer und Libellen mit 70 cm Flügelspannweite. Wer Lust hat, herauszufinden, wie es zu der Zeit in Deutschland war, dem empfehle ich die Steinkohlewald-Simulation von Heiko Achilles: https://www.extra-life.de/. Das Projekt ist aber seit Ewigkeiten auf Eis gelegt und somit gibt es nur die unfertige Version ohne Tiere, jedoch kann man die Pflanzen betrachten und durch den Sumpf laufen. Ansonsten empfehle ich Folge 5 der ITV-Serie Prehistoric Park, die sich im Karbonzeitalter Schottlands abspielt: https://www.youtube.com/watch?v=nGqC36nazhQ

 

Ein Modell der Riesenlibelle Meganaura im Tor zur Urzeit, das hilft, sich die Größe des Tieres besser vorstellen zu können. Wie heutige Libellen waren auch die Urzeitlibellen effiziente Jäger. Wenn die Libellen von heute in der Lage sind, Wespen zu erlegen, bleibt nur auszumalen, wozu die Riesen der Steinkohlewälder im Stande waren.

 

Eine aktuelle Darstellung einer Meganeura. Besonders auffallend sind die Stacheln an den Beinen, mit denen Beute festgehalten wurde, und die riesigen Augen, die recht modern wirken, obwohl sie vor 300 Millionen Jahren lebte. Libellen haben einen recht leichten Körperbau, was beim Riesenwuchs hilfreich war.

 

Ein weiterer Riesenkrabbler der Steinkohlewälder war Arthropleura, ein Verwandter der Tausendfüßer, der in Deutschland 1 m lang wurde, in anderen Regionen sogar so groß wie ein Auto.

 

Im Wasser der Steinkohlesümpfe gab es hingegen Ungetüme wie Anthracosaurus, die mit scharfen Zähnen und starken Kiefern ausgerüstet waren.

 

Auf das Karbon folgt das Perm. Ein paar der Riesenkrabbler lebten noch am Beginn des Permzeitalters, doch starben langsam aus. Die Herrscher des Perms waren die reptilienartigen Vorfahren der Säugetiere wie Dimetrodon. Nach einem Massensterben am Ende des Perms wurden sie von den Dinosauriern in der Trias abgelöst.

 

Plateosaurus ist einer der bekanntesten Dinosaurier der Trias und einer der bekanntesten Dinosaurier Deutschlands.

Katastrophen der Erdgeschichte im ZDF Dokumentarfilm, Fernsehen, künstliche Intelligenz, Urzeit, Weltraum, Wissenschaft, ZDF

Autor:  Critterzoology

 

In der ZDF-Mediathek befindet sich eine neue Doku zu apokalyptischen Naturkatastrophen der Urzeit mit dem Titel „Katastrophen der Erdgeschichte“. Direkt in den ersten paar Minuten sieht man teilweise überraschend gute Darstellungen der Urzeit. Die frühe Erde und der Planet Theia, der mit der Erde kollidiert ist, um den Mond zu formen, war vermutlich nicht so ein glühender Feuerball, wie die Sendung es darstellt. Dafür sieht man aber einen Edmontosaurus regalis, der dem neuesten Forschungsstand entspricht, mit kleinem Hahnenkamm und größeren Schuppen am Hals. Auch die anderen Tiere, die am Anfang angeteased werden, sehen anatomisch recht gut aus.

 

Das CGI an sich sieht aus wie in Dokus vor einem Jahrzehnt, wie „Planet Dinosaur“ vom BBC, aber die wissenschaftliche Korrektheit macht es wett.

 

Ich muss aber sagen, dass ich eher mit totaler Grütze gerechnet habe, denn das ZDF hatte die unvorteilhafte Idee, K.I.-generierte Bilder, vermutlich von Adobe Stock gekauft, für die Thumbnails zu verwenden.

 

Die eigentliche Szene in der Doku selbst, in der Theia mit der Erde kollidiert.

 

Die Darstellung im Thumbnail, wo stattdessen das Brokkoli-Geschwader den Spinatplaneten attackiert. Tolle Arbeit, generative künstliche Trotteligkeit.

 

Noch ein Thumbnail mit einem K.I.-Gebilde, diesmal der generische Brüllosaurus, den man auch auf dem neuen „Was Ist Was – Dinosaurier“ Cover sieht, bei „Dein Lesestart: Weißt du schon alles über Dinos?“ vom Duden und bei jeder lieblos zusammengestellten Dino-Liveshow, die Eltern das letzte Geld aus der Tasche ziehen wollen, das noch von der 2020er Wirtschaftskrise übrig bleibt.

 

Manche Ereignisse werden in der Doku aber auch etwas überdramatisch dargestellt, die Geburt unserer Sonne kommt hier einem Transformers-Film gleich. Aber da muss man auch fairerweise sagen, dass noch nie jemand die Geburt eines Sterns aus der Nähe gesehen hat und schwarze Löcher sehen auch spektakulärer aus, als was Hollywood sich zuvor vorstellte.

 

„Welcome, Megatron. I… am… Unicron.“

 

Die Animationen der Planeten sehen wunderschön aus, muss ich dazu auch sagen. Natürlich ist es nicht das Allerkomplizierteste, Texturen auf Sphären zu klatschen, aber die Beleuchtung und Lichteffekte machen es aus. Die dünnen Atmosphären bilden mysteriös anmutende Schleier um Mars & Co. und ich bekomme nostalgische Erinnerungen an die Weltraumbücher aus meiner Kindheit und die Astronomie-Dokus, die ich damals auf N24 geschaut hatte, bevor der Kanal von Rechtsextremen übernommen wurde.

 

Neben dem ganzen K.I.-Brei gab es wenigstens einen von Hand gemalten Thalassodromeus, mit dem die Sendung beworben wurde.

 

Die erste Folge der ZDF-Reihe „Katastrophen der Erdgeschichte“ bietet einen guten Überblick in die Astronomie, Planetengeologie und Astrobiologie, die die Entstehung unseres Sonnensystems, unseres Planeten und das Leben auf unserem Planeten erforschen. Die schrecklichen Thumbnails, für die sich der Sender entschieden hat (Und meine Fresse, kann man mit dem Rundfunkbeitrag nicht einfach für den gleichen Preis bessere Stock-Bilder kaufen oder gar einfach Screenshots aus der Doku selbst nehmen, was noch weniger kosten würde?), haben mich erst abgeschreckt, aber ich war von der ersten Folge positiv überrascht. Mal sehen, was die zweite Folge bietet.

Die Doku-Reihe kann man hier sehen: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/katastrophen-der-erdgeschichte-wie-unser-planet-entstand-100.html

In Gedenken an Marcus Burkhardt Archäologie, Botanik, Dinosaurier, Kunst, Künstler, Tiere (real), Zoologie

Autor:  Critterzoology

 

 

 

Eine Szene aus Kanada vor 75 Millionen Jahren. Parasaurolophus auf der Flucht vor Gorgosaurus. Mit einer leichten Neigung des Kopfes fängt Marcus Burkhardt die Panik des Beutetieres ein.

 

Wissenschaftliche Illustrationen, die ausgestorbene Arten zum Leben erwecken, in letzter Zeit auch oft Paläokunst oder Paleoart genannt, hatten ihre Kindertage in den 1830ern. In England wurde von Henry De la Beche das Gemälde „Duria Antiquior“ angefertigt, welches die Region der Grafschaft Dorset während der Jurazeit darstellt. Kurz darauf folgte ein weiteres Werk, das die Urzeit darstellte in der Erstbeschreibung des Flugsauriers Scaphognathus, gezeichnet von Nikolaus Christian Hohe an der Universität Bonn. Das Darstellen ausgestorbener Tiere hat somit auch eine lange Tradition in Deutschland, die bis 1831 zurückreicht. Dennoch sind es nur wenige Deutsche Künstler:innen gewesen, die diesem Handwerk beigetreten sind. Künstlerische Größen wie Maidi Wiebe, Heinrich Harder oder Manfred Rohrbeck werden oft vergessen, oder rücken in den Hintergrund, während meist von amerikanischen Talenten geredet wird. Auch heute sind es nur eine Handvoll innerhalb Deutschlands, die dieses Ziel mit Ernsthaftigkeit verfolgen. Marcus Burkhardt war einer von ihnen.

 

Eines meiner Lieblingswerke von ihm ist dieses Gemälde von Tenontosaurus. Meistens sieht man Bilder dieses Tieres, bei denen sich ganze Rudel von Raptoren auf sie stürzen. Er stellte die klassischen Beutetiere mit einer selten gesehenen Erhabenheit dar.

 

Der frühe Langhals Tuebingosaurus wurde hier geschickt von hinten dargestellt, wodurch die Teile des Körpers am besten zu sehen sind, von denen wir tatsächlich die Fossilien haben.

 

Ich hatte Marcus nie gekannt, geschweige denn die Chance gehabt, mit ihm zu reden, aber ich habe sein Schaffen aus der Ferne mitverfolgt. Das erste Werk, das ich von ihm gesehen hatte, war seine Darstellung des Riesenfaultiers Megatherium auf Wikipedia. Sein Gemälde für die Veröffentlichung von Tuebingosaurus war in mehreren Nachrichtenartikeln zu sehen und sogar in einem Buch von Ernst Probst. Über die Jahre hinweg war Marcus Burkhardt einer der produktivsten Leute in diesem Arbeitsfeld. Oft malte er ganze Landschaften, in denen sich die Tiere befinden, stets traditionell, während viele zu digital umstiegen. Er arbeitete auch oft in der Natur, mit Staffelei und Rucksack, wodurch seine Landschaften eine gewisse Lebendigkeit erlangten.

 

Seine größte Stärke lag bei Bildern von Huftieren. Hier ist eine Gruppe von Auerochsen an einem Fluss zu sehen.

 

Von 2015 bis zu seinen letzten Tagen waren seine Werke in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen zur Zoologie, Botanik, Paläontologie und Archäologie zu sehen. Er nahm an internationalen Wettbewerben teil und gewann mehrere Preise. Auch zu dem Prehistoric Times Magazine hatte er regelmäßig Illustrationen für die Artikel eingesendet. Seine Produktivität war unübertroffen.

 

Der Stammsäuger Keratocephalus aus Südafrika, auf nächtlicher Wanderung mit Jungtier.

 

In diesem Gemälde zeigt er den Panzerdinosaurier Sauropelta bei einem Nickerchen, statt in einem brutalen Kampf.

 

Was besonders bedrückend war, ist dass er sehr jung verstorben ist, in seinen frühen 30ern. Er hatte in der kurzen Zeit so viele Werke hinterlassen können, dass ich hoffe, dass man sich an ihn erinnert. Ich habe jedoch kaum jemand darüber reden hören. Er ist Ende Oktober 2023 verstorben, vor fast einem Jahr. Genauer gesagt am letzten Tag des Monats, genau an Halloween. Ich hatte irgendwann mitbekommen, dass er eine längere Zeit nicht auf Social Media gepostet hatte, obwohl er vorher sehr aktiv war. Ich hatte an dem Punkt, im letzten Winter, bereits eine Vorahnung. Etwas später sah ich den Popup auf seiner Portfolioseite mit der Überschrift „Abschied von Marcus Burkhardt“. Etwas später dann der Trauerpost seiner Historical Reenactment Gruppe. Ich kontaktierte Mike Fredericks vom Prehistoric Times Magazine, um ihn über die traurige Nachricht zu informieren, da Marcus regelmäßig zu dem Magazin beitrug. Sönke Simonsen vom Steinkern Magazin schickte mir im Sommer die Ausgabe vom Heft der Fossilienbörse, in dem ein Nachruf in Marcus Burkhardts Gedenken stand.

 

Eine Szene aus Russland während der späten Kreidezeit. Mit diesem Bild erlangte er den vierten Platz bei einem spanischen Wettbewerb.

 

Zeit ist schon eine komische Sache. Aus geologischer Sicht war die gesamte Geschichte der Menschheit kürzer als ein Wimpernschlag. Aus kosmischer Sicht noch weniger als das. Und dennoch, auch in so kurzer Zeit kann so viel passieren. Sei es innerhalb eines Lebens, innerhalb eines Jahres, innerhalb einer Minute.

 

Sein erstes Bild in einer wissenschaftlichen Publikation war dieser Meeressaurier 2022.

 

Ich muss auch dazu sagen, Marcus Burkhardts Schaffen war einer der Hauptgründe, warum ich letztes Neujahr diesen Account angelegt hatte, warum ich anfing Tiere der Urzeit zu malen. In der Paläokunst-Szene von heute sieht man eine Tendenz zu digitaler Kunst und eine Tendenz zum Influencerdasein, wo die Zahl der Follower:innen das wichtigste überhaupt ist. Aber die Werke von Marcus haben mir einen anderen Weg gezeigt, dass es auch geht, ohne auf Social Media ein großes Tier zu sein und dass analoge Kunst noch immer einen Platz in der wissenschaftlichen Arbeit hat. Auch wenn nur wenige ihn kannten, hoffe ich, dass er dennoch nicht vergessen wird. Ich weiß, dass ich ihn und seine Werke auf jeden Fall nicht vergessen werde.

 

Zum Schluss möchte ich noch auf jeden Fall empfehlen seine Seite zu besuchen und seine Werke zu bestaunen: https://natural-and-history-art.de/de/startseite/


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