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Teure Mieten führen zu teuren Eintrittspreisen In DACH

Autor:  Fuyamu
 

 


Wer schon einmal eine Veranstaltung geplant hat der weiß, wie schwierig es ist, eine passende Location zu finden. Ein Hauptproblem hierbei sind die Mietpreise. Je höher sie sind, desto teurer werden die Eintrittspreise, die Standgebühren, Werbeflächen und alles andere, was sich Veranstalterinnen und Veranstalter einfallen lassen, um am Ende nicht in den roten Zahlen zu stehen. Das heißt aber auch, hier findet eine sozial-wirtschaftliche Ausgrenzung statt und unsere kollektiven Gestaltungsmöglichkeiten und unser Zusammenleben werden eingeschränkt.

Jetzt mögen sich viele fragen, wie es denn sonst laufen soll und das ist der entscheidende Punkt: Wer einmal verstanden hat, dass es auch anders funktionieren könnte, gibt sich mit dem Status Quo nicht mehr ohne Weiteres zufrieden.

 

Wem gehört die Stadt?

Im Oktober 2024 erschien ein auf der Website der österreichischen Tageszeitung der Standard ein lesenswerter Artikel über Parkbänke in der europäischen Stadtplanung. In ihm heißt es: „Die Stadt an sich [… ist] nicht für Menschen gedacht, die weder konsumieren, noch produzieren. […] Die öffentlichen Räume in europäischen Ländern werden immer dynamischer ausgerichtet, sodass es den Menschen nicht leicht gemacht wird anzuhalten, um sich auszuruhen oder zu reden‘, so Sorando. Dies führt dazu, dass öffentliche Bänke immer weniger werden. Und die Bürger und Bürgerinnen verlieren kostenlose öffentlichen Treffpunkte, sodass sie zwangsläufig in private Gastgärten gedrängt werden, wo sie aber etwas konsumieren müssen.“
Es geht um Vertreibungseffekte. Öffentliche Infrastruktur wird nicht in Stand gehalten oder zurückgebaut, um Platz zu machen für Profitinteressen.

Eine vergleichbare Ausrichtung existiert auch bei Locations, die sich für Veranstaltungen eignen. Es gibt welche, die kann man von privaten Anbietern mieten und andere sind im Eigentum der Stadt bzw. der Gemeinde. Letztere sind in der Regel wesentlich kostengünstiger. Nun wurde die öffentliche Verwaltung, die für diese Vermietungen zuständig ist, über Jahrzehnte kaputtgespart und die Personaldecke ist dort so dünn, dass es für die Angestellten unmöglich ist, Sachen zeitnah zu bearbeiten. Wenn dann noch Sonderwünsche dazu kommen und Anfragen nicht nach vorgefertigten Muster bearbeitet werden können, verzögern die hierarchischen Organisationsstrukturen, bei denen die Angestellten wegen jeder abweichenden Kleinigkeit erst Absendung durch Vorgesetzte bitten müssen, die Bearbeitung zusätzlich. Aus meiner eigenen Erfahrung und auch durch den Austausch mit anderen Leuten, die schon mal an solchen Prozessen zur Anmietung mitgearbeitet haben, ergibt sich ein klares Bild: Mietet man von privaten Konzernen wird es teuer, aber unkompliziert. Mietet man von der Stadt oder Gemeinde wird es günstig, aber anstrengend und langwierig in der Kommunikation und Organisation.

Profitorientierte Konzerne, die einen möglichst hohen Gewinn erwirtschaften wollen, können nicht mit den Preisen von nicht-gewinnorientierten Akteuren mithalten. Daher lobbyieren sie u. A. für das Kaputtsparen öffentlicher Infrastruktur wie Verwaltungen, sodass sie nicht mehr funktionieren, um auf diesem Wege ihre gewünschten Profite zu erzielen. In Kommunen sind aktuell 100.000 Personalstellen unbesetzt.

Ein weiterer Aspekt hierbei ist der soziale Wohnungsbau. Er wird oft so präsentiert, als ginge es dabei nur um günstige Mietwohnungen. Das ist eine Falschdarstellung. Sozialer Wohnungsbau ist immer auch Infrastrukturplanung, bei der neben Einkaufsmöglichkeiten, medizinischer Versorgung und anderen wichtigen Dingen ebenso Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten wie Gärten, Schwimmbäder, Bibliotheken und Kinos von Anfang an mit geplant werden. Oft gehören auch Versammlungsräume dazu, die dann für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt werden können. Speziell bei selbstverwalteten Wohn- und anderen Gebäudekomplexen sind sie meist zentraler Bestandteil.

Wenn man nur zur eigenen Hausverwaltung gehen muss, um einen Raum zu kriegen, der dann entweder gar nichts oder nur wenig kostet, hat man einen sehr unkomplizierten Vorgang und ermöglicht auch Leuten ohne viele finanzielle Rücklagen, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.

Diese soziale Art des Zusammenlebens und Wirtschaftens ist möglich, jedoch muss man sie aufbauen und dann auch aktiv gegen jene verteidigen, die von er aktuelle Situation profitieren. Das sowas gelingen kann, sieht man an Projekten wie dem Mietshäuser-Syndikat oder dem ORWO-Haus.

 

Zusammenarbeit braucht Gemeinschaft

Kommen wir zurück zu den Parkbänken. Mit der Abnahme der sozialen Räume in den Städten sind auch immer weniger Möglichkeiten vorhanden, bei denen Menschen sich kennenlernen und in Gruppen zusammenschließen können. So haben z. B. fast alle Conventions oftmals nicht genug Mithelfende, um eine reibungslose Vorbereitung und dann auch einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gewährleisten zu können. Doch wo sollen sie auch herkommen? Wenn man keinen Berührungspunkt mit einem Projekt hat, man keinen der Beteiligten kennt wird, man sich tendenziell eher nicht dafür begeistern können.

Offline stattfindende Vorbereitungstreffen, bei denen alle bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen, erzeugen ein anderes Gemeinschaftsgefühl und Vertrauen, als wenn man Vorbereitungstreffen per Video Chat macht oder nur schriftlich kommuniziert. Die technischen Möglichkeiten, die wir heute haben, sollten wir nutzen, aber wir sollten uns auch bewusst machen, was sie leisten können und was nicht.
Neuen Leuten z. B. anzubieten, bei einem kommenden Treffen vorbeizukommen und so einen Eindruck von einem Team und der gemeinsamen Arbeit zu ermöglichen, ist manchen lieber als eine Helferanmeldung auszufüllen und dann erst am Veranstaltungstag die Personen kennenzulernen, mit denen man zusammenarbeitet. Aber für solche Treffen braucht man auch einen Raum und je leichter und kostengünstiger solche verfügbar sind, desto mehr werden solche Organisationsmöglichkeiten genutzt.

Wenn man will, dass gesellschaftliches und kulturelles Leben entsteht und wächst, muss man die Rahmenbedingungen erschaffen, die eben jenes ermöglichen. Die Gestaltungsmacht für unser gemeinschaftliches Leben und unsere Umwelt sollten wir nicht profitorientierten Konzernen überlassen, die immer ein Interesse daran haben, den maximal möglichen Gewinn aus allem herauszupressen und sich dann auch für eine Stadtplanung einsetzen, die primär ihren Interessen dient.

 

Organisiert euch

Jetzt ist die Situation nun mal, wie sie ist und jede Veranstalterin und jeder Veranstalter muss daher Klinken putzen, um an passende Räumlichkeiten zu möglichst geringen Preisen zu kommen. Das ist eine sehr zeitintensive und oft auch frustrierende Arbeit. Dennoch sollten sie und auch alle, die ein Interesse an niedrigen Eintrittspreisen, Standgebühren und anderen Kosten haben, sich der Tatsache bewusst machen, dass dieses Problem nicht auf individueller Ebene gelöst werden kann.

Statt über vermeintlich geizige Besucherinnen oder Besucher zu schimpfen oder Organisations-Team für ihre angeblich schlechte Prioritätensetzung bei ihren Ausgaben zu kritisieren, müssen wir uns die Frage stellen, warum so wenig kostengünstige und öffentliche Räume zur Verfügung stehen und Strategien entwickeln, wie wir sie (zurück)erobern können. Hierbei kann man von denen lernen, die solche Kämpfe bereits in der Vergangenheit geführt haben. Eine Möglichkeit wäre es z. B., sich mit Gleichgesinnten als Verein oder Genossenschaft zu organisieren und dann selbst das Gewünschte und Benötigte aufzubauen.

 

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Oberflächlich und mutlos Aus dem Netz

Autor:  Fuyamu
 

 


Ich habe vor kurzem den Anime von Seraph of the End gesehen und war so ein bisschen angestoßen fasziniert, was für eine Weltanschauung ich dort präsentiert bekam. Neben einem glorifizierten Militarismus, der sehr an Starship Troopers erinnert mit dem Unterschied, dass sich in dem Film (nicht jedoch in der Buchvorlage) eben darüber lustig gemacht und eine solche Sicht auf Militär, Krieg und Kampf auf diesem Wege kritisiert wird, ist es schon sehr erstaunlich, was bei der Serie für Taten gerechtfertigt werden, wenn es um die Familie geht. Um nur ein Beispiel zu nennen: in der zweiten Staffel metzeln die Hauptfiguren ihre eigene Kompanie nieder, weil jemand aus dem feindlichen Lager diese angreift und die Leute sich verständlicherweise verteidigen, aber eben jener Angreifer mit einem der Hauptcharaktere befreundet ist, was die Anderen dann realisieren, ihn daher zum Familienmitglied erklären und ihn deshalb beschützen wollen.

Dieser Anime stellt es als die richtige Entscheidung hin, dutzende unschuldige Menschen zu ermorden, wenn es um ein Familienmitglied geht. Der Feind meines Freundes ist mein Feind – oder so ähnlich.
Es wird auch kein Versuch von einem der Beteiligten unternommen, die Situation friedlich zu lösen und das ihr zugrunde liegende Missverständnis aufzuklären, dass überhaupt den Angreifer zu der Attacke bewegte. Zwar realisieren die Hauptfiguren, was tatsächlich los ist, aber statt alle vom gegenseitigen Töten abzuhalten, sie haben schließlich auf ihre eigene Kompanie am meisten Einfluss, attackieren sie kurzerhand die eigenen Kameradinnen und Kameraden. Gewalt und Kampf wird als einzige Lösungsstrategie präsentiert.

 

Geschichten prägen die Wirklichkeit, die Wirklichkeit prägt die Geschichten

Ich habe danach im Netz geguckt, ob ich eine kritische Auseinandersetzung mit diesem doch sehr populären Anime finden kann. Leider erfolglos. Und damit steigen wir ins Thema dieses Blog-Eintrages ein: Ideologiekritik.

Wir alle waren damit auch schon mal damit konfrontiert, denn wenn man sich z. B. damit auseinandersetzt, wie Frauen in Serien oder Videospielen dargestellt werden, ist das Ideologiekritik. Neben einer solch oberflächlichen Auseinandersetzung, bei der es nur um Repräsentation geht und die einem oftmals glauben machen will, wenn nur genug Frauen in Führungspositionen seien, wären Frauenfeindlichkeit und Sexismus überwunden, kann und sollte man jedoch noch sehr viel tiefer gehen. Dass Frauen von ihren Männern finanziell abhängig sind, weil sie z. B. geringere Löhne bekommen, ermöglicht einen Machtmissbrauch, der immer ausgenutzt werden wird, solange er existiert und in der Hierarchie der Arbeitswelt aufzusteigen, ist immer nur für Einzelpersonen eine Lösung, niemals jedoch für alle. Es greift daher viel zu kurz, nur Rollenbilder und Stereotype zu hinterfragen. Stattdessen braucht es eine grundlegende Kritik an den Spielregeln unser Gesellschaft.

Nun prägen Filme weitaus mehr als uns nur unser Frauenbild und speziell, wenn man sich mit Ideologiekritik in Bezug auf Filmtheorie auseinandersetzt, stolpert man schnell über die Frankfurter Schule und auch über Namen wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Karl Marx und Walter Benjamin, die darüber schrieben, welche Bedeutung Medien für die Akzeptanz von Machtverhältnissen und Herrschafts- und Wirtschaftssysteme haben und auch wie sie ein Produkt jener Systeme sind. Genau da wird es erst richtig spannend. Die Kritik der Kulturindustrie, die Horkheimer und Adorno in Dialektik der Aufklärung 1944 beschrieben, ist nach wie vor einer der besten Texte, wenn man verstehen will, was im Medienbetrieb schiefläuft und warum immer wieder schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Kulturerzeugnisse dabei herauskommen.

Wenn hingegen z. B. Ninotaku in einem Video über die schlechten Arbeitsbedingungen bei Studio Mappa, dass u. a. Serien wie Attack on Titan und Jujutsu Kaisen produziert, meint, dass Studios, Produktionskomitees und Geldgeber doch bitte verstehen sollen, dass gute Qualität Zeit benötige und dass die Fans auch gerne länger auf Serienfortsetzungen warteten, wird offensichtlich, dass er nicht das Problem verstanden hat und dann so ein hilflos geäußerter Wunsch als Lösungsansatz dabei herauskommt.

Ich werde jetzt keine Zusammenfassung von Dialektik der Aufklärung hier schreiben, weil das Thema zu umfangreich ist, um es auf einen Absatz herunterzubrechen. Es gibt aber von Scobel (3sat) ein 33-minütiges Video, was ich an der Stelle empfehlen kann, sich anzugucken.

 

Die Moral der Geschichte

Nehmen wir eine andere Serie, bei der das Systemische gut sichtbar ist: Food Wars. Ich mag sie, aber die Totsuki-Akademie, an der die Charaktere kochen lernen, ist nicht so toll, wie einem die Serie glauben machen will. Diese Schule wird unter anderem damit im Manga vorgestellt, dass man eine Schulgebühr entrichten und eine Aufnahmeprüfung bestehen muss. Kinder, die nicht in eine wohlhabende Familie hineingeboren werden und die Eltern auch nicht die Möglichkeit haben, mit Nachhilfe zu unterstützen, haben schlechte Chancen, an dieser Schule für die später gut bezahlten Jobs ausgebildet zu werden. Es haben auch die Wenigsten von uns ein Elternteil, dass in dem eigenen Traumberuf arbeitet und einem Dinge beibringen kann, wie der Hauptcharakter Soma Yukihira. Außerdem hat er das Glück, dass sein Vater ein Restaurant besitzt, wodurch er Zugang zu aller zur Übung notwendigen Ausstattung bekommt.
Die Serie stellt dar, wie sich wohlhabende Eliten selbst reproduzieren und wie wenig Chancen andere haben, in ihren Reihen mitzuspielen.

Im einem Interview hat der Bildungsforscher und Soziologe Aladin El-Mafaalani über das deutsche Bildungssystem gesagt: „Unser Schulsystem tut so, als gäbe es Chancengleichheit. Unser System hat gar nicht eingebaut, dass eigentlich seine Aufgabe ist, Chancengleichheit herzustellen.“
Japan ist nicht Deutschland und eine fiktive Serie ist auch nochmal was anderes, weswegen man nicht ohne weiteres Kritik übertragen kann. Aber dieser ganz konkrete Punkt, dass bei Food Wars eine Schule präsentiert wird, die vortäuscht, dass alle die gleichen Chancen hätten, wo doch schon in der allerersten Folge eine Selektion gezeigt wird, bei der gerade Kinder aus weniger wohlhabenden Familien aussortiert werden, gilt auch hier.

Filme, Serien, Bücher und anderes sind Erzählungen über Menschen, ihre Beziehungen und die Gesellschaft und sie prägen unsere Weltanschauung und unser Verständnis von Gerechtigkeit. Deswegen braucht es eine kritische Auseinandersetzung mit ihnen. Reviews, die darauf bedacht sind, bei niemandem anzuecken, sind genau das nicht.
Die besten Analysen sind die, die es schaffen einem einen anderen Blick auf etwas zu geben. Auch wenn man am Ende zu dem Ergebnis kommt, dass man mit ihnen nicht einverstanden ist, lösen sie dennoch einen Denkprozess aus, bei dem man auch die eigene Sicht hinterfragt.

 

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Neuregelung für Kleinunternehmer In DACH

Autor:  Fuyamu
 

 


Wer ein Gewerbe oder einen Verein betreibt, muss Buch führen über ihre oder seine Ausgaben. Viele nutzen dafür die sogenannte “Kleinunternehmerregelung”, die eine vereinfachte Buchführung ermöglicht. Ab dem 1. Januar 2025 gelten jedoch ein paar Änderungen.

 

Änderungen zu Umsätzen, die im EU-Ausland erwirtschaftet wurden

Die EU-Richtlinie 2020/285 vom 18. Februar 2020 sorgt EU-weit für eine Änderung bei der Kleinunternehmerregelung, die u. a. Deutschland zu ab Januar 2025 geltenden Änderungen in der nationalen Gesetzgebung zwingen. Zum einen wird die Beschränkung der Steuerbefreiung für Umsätze im Ausland aufgehoben. Bisher galt hier, dass deutsche Kleinunternehmer, Vereine und Einzelpersonen Umsätze, die im EU-Ausland gemacht wurden, in jedem Fall nach den Umsatzsteuerregelungen versteuern mussten, unabhängig von deren Höhe. Die Freigrenzen galten hier nicht. Ab 2025 jedoch kann man sie auch im EU-Ausland in Anspruch nehmen. Zu beachten ist hierbei, dass jeweils die Freigrenzen und Regelungen des jeweiligen Landes für einen gelten, in dem man die Umsätze erwirtschaftet hat und dass die EU-weiten Umsätze im vorherigen Kalenderjahr 100.000 € und im laufenden Kalenderjahr ebenfalls 100.000 € nicht überschreiten dürfen. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Deutschland und vergleichbare Behörden in anderen EU-Ländern werden hierfür zukünftig EU-weit einheitliche Identifikationsnummer für die betreffenden Unternehmen und co. vergeben, anhand derer sie die Umsätze in den Steuerbehörden anderer EU-Länder abfragen können. Außerdem muss man vierteljährliche Umsätze aus nicht-deutschen EU-Ländern an das BZSt melden. Das muss innerhalb eines Monats nach Ablauf des jeweiligen Quartals auf elektronischem Wege erfolgen.

 

Neue Grenzwerte für Umsätze in Deutschland

Die bisher geltenden Umsatzgrenzen, um sich auf die Kleinunternehmerregelung beziehen können, werden erhöht. So galt bisher, dass der Gesamtumsatz im Vorjahr 22.000 € und der Gesamtumsatz im laufenden Jahr 50.000 € nicht übersteigen durften, wenn man die vereinfachte Buchhaltung machen wollte. Die neuen Grenzen sind 25.000 € Gesamtumsatz im Vorjahr und 100.000 € Gesamtumsatz im laufenden Kalenderjahr.

Damit bleibt Deutschland noch sehr weit hinter der möglichen Erhöhung der Grenzen zurück, denn nach der EU-Richtlinie wäre es möglich die Umsatzgrenze des Vorjahres auf 85.000 € zu erhöhen, was eine Entlastung für viele kleine Unternehmen, Vereine und Einzelpersonen bedeuten würde.

 

Falsche Darstellung durch Halbwahrheiten

In vielen Texten wird die Kleinunternehmerregelung als Steuerbefreiung betitelt. Das ist so ungenau und vereinfachend formuliert, dass zwar Leute, die sich damit tagtäglich auseinandersetzen, wissen was gemeint ist, es aber für Laien ein inhaltlich falsches Bild vermittelt.

Wenn man sich auf die Kleinunternehmerregelung bezieht, muss man zwar keine Umsatzsteuer zahlen, man ist aber gleichzeitig nicht vorsteuerabzugsberechtigt.
Bei der Umsatzsteuer unterscheidet man zwei Arten. Es gibt eine Vorsteuer, die die Umsatzsteuer ist, die man selbst zahlt. Wenn man als Unternehmer bei einem anderen Unternehmen einkauft, weist der andere in der Regel ein Umsatzsteuer auf der Rechnung auf, die man mitzahlt. Diese spezielle Umsatzsteuer nennt man Vorsteuer und die kann man sich vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Wenn man hingegen selbst eine Rechnung schreibt und dort eine Umsatzsteuer ausweist, muss man diese später an das Finanzamt zahlen.
Mit jeder Steuererklärung wird nun bei Unternehmen, Vereinen und co. die zu zahlenden Umsatzsteuer mit der zu erstatten bekommenden Vorsteuer verrechnet und je nachdem bekommt man dann eine Rückerstattung vom Finanzamt oder muss noch etwas zahlen.

Wenn man sich auf die Kleinunternehmerregelung bezieht und keine Umsatzsteuer zahlen muss, kann man sich aber gleichzeitig auch keine Vorsteuer zurückerstatten lassen. Das daher pauschal als Steuerbefreiung zu betiteln, ist daher falsch.

Nun gibt es jedoch noch andere Steuern, wie z. B. eine Körperschaftssteuer, die Leute und Gruppen bezahlen müssen, wenn sie wirtschaftlich tätig sind. Die Kleinunternehmerregelung bezieht sich auch auf die und an der Stelle findet tatsächlich eine Steuerbefreiung statt.

Für Privatpersonen ist diese Unterscheidung in diese zwei Arten der Umsatzsteuer irrelevant und mit Körperschaftssteuern und Ähnlichem haben sie in der Regel auch nichts zu tun, weswegen viele nicht wissen, dass es da solche Unterscheidungen gibt.
Wenn man jetzt als Laie fachbezogene Artikel liest, muss man sich daher bewusst sein, dass man sie aufgrund von fehlendem Wissen gerne mal falsch interpretiert.

 

Unwissen ausnutzen

Sowas wird auch politisch ausgenutzt, in dem z. B. Steuererleichterungen, von denen nur Großkonzerne profitieren, so hingestellt werden, dass sie gemacht werden um kleine und mittelständische Unternehmen nützen.

Ein Beispiel dafür: Lars Feld, aktuell Chefberater von Christian Lindner (FDP) und ehemals SPD-Mitglied, dass an den Hartz4-Gesetzen mitgearbeitet hat, hat in einem Interview im ZDF die Abschaffung des Solidaritätszuschlages (Soli) so geframt, als würde sie vor allem den kleinen Unternehmen zugutekommen. Ein Blick in eine Einkommensteuertabelle zeigt, dass das schlicht falsch ist. Einen Soli zahlt man erst ab ca. 5.650 € Monatseinkommen und dann beträgt der auch erstmal nur ca. 4,50 € im Monat und steigt dann mit steigendem Einkommen. Das ist eine Steuererleichterung ausschließlich für Reiche.

Dieser Quatsch verfängt aber auch gerade bei Geschäftsführern, die für Buchhaltung und Personalabrechnungen sich Leute einstellen und selbst keine Ahnung davon haben.

 

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Conventions könnten ein Finanzierungsproblem bekommen Conventions & Events

Autor:  Fuyamu
 

 


Conventions finanzieren sich in der Regel über drei Wege: Eintrittskarten, Werbekooperationen und Standgebühren von Händlern und Ausstellern. Wenn eine dieser drei Geldquellen wegbricht, wird es schwierig. Allerdings haben die Veranstalterinnen und Veranstalter nur begrenzt Möglichkeiten, auf so etwas zu reagieren.

 

Conventions sind in einem Konkurrenzverhältnis

Alle Besucherinnen oder Besucher haben nur begrenzt Ressourcen, also Zeit und Geld, zu Conventions zu fahren. Mit einem ähnlichen Problem sind Händler und Werbepartner konfrontiert. Je mehr Conventions entstehen, desto schwieriger wird es für die Einzelnen, genügend Einnahmen zu erzielen. Es spielen selbstverständlich viele Faktoren mit hinein und ob beispielsweise die Verkäufe von Eintrittskarten steigen oder sinken, ist oftmals nicht nur darauf zurückzuführen. Mit diesem Fakt müssen Organisatoren umgehen und das zeigt sich u. a. dann, wenn sie versuchen einen Veranstaltungstermin zu finden, an dem keine ähnliche Veranstaltung stattfindet.

Diese Konkurrenz besteht aber auch gegenüber anderen Freizeitaktivität, Verpflichtungen und auch gegenüber dem Berufsleben. Jemand mit einer 30-Stunden-Arbeitswoche hat mehr Zeit für Hobbies als jemand mit einer 40-Stunden-Arbeitswoche.

 

Der Elefant im Raum

Ein sehr großes Problem ist, was im Speziellen seit 2018 nochmal sehr verstärkt wird, die steigende Armut. Nach einer Veröffentlichung vom Paritätischen Gesamtverband bezugnehmend auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind aktuell 16,6% der Menschen „armutsgefährdet“. Ich packe den Begriff deswegen in Anführungszeichen, weil wenn man sich die Zahlen zum Einkommen und die Lebenssituationen anschaut, finde ich ihn euphemistisch. Es ist auch sehr auffällig, dass im Kontext von Armut in Deutschland häufig von „armutsgefährdet“ geredet wird, jedoch selten von „arm“ – nach dem Motto Armutsgefährdete gibt es, aber keine Armen.
Die Armutsquote steigt seit Jahren kontinuierlich und erreicht von Jahr zu Jahr einen neuen Rekord. Aktuell geht es hier um 14,1 Millionen Menschen in Deutschland.

Das trifft Conventions in mehrerlei Hinsicht. Einerseits verkaufen sie weniger Eintrittskarten. Sich Essen zu kaufen oder die Stromrechnung zu bezahlen, hat für Menschen verständlicherweise eine höhere Priorität, sodass dann an Dingen gespart wird, die nicht lebensnotwendig sind. Andere gehen zwar noch auf Veranstaltungen, geben aber weniger Geld bei den Händlern und anderen Ausstellern aus. Die Folge davon ist, dass es sich für sie nicht mehr lohnt, auf einer Convention einen Verkaufsstand zu betreiben, weswegen sie dann auch wegbleiben.
Beides ist in vielen Fällen auch nichts, was eine Veranstaltung dadurch lösen kann, dass sie die Preise für Eintrittskarten oder Standgebühren senkt und dann an anderer Stelle weniger Geld ausgibt. Was oftmals viel mehr zur Buche schlägt, sind die Kosten für Hotelübernachtungen und An- und Abreise, auf die eine Veranstaltung keinen Einfluss hat.

Wenn sich für eine Veranstaltung keine andere Geldquelle ergibt, muss sie schrumpfen oder kann im schlimmsten Fall gar nicht mehr stattfinden, weil sie nicht mehr kostendeckend ist. Steigende Armutsquoten vernichten auf diesem Wege auch immer gesellschaftliches und kulturelles Leben.

 

“Die Anderen sind schuld”

Obwohl dieser Zusammenhang offensichtlich ist, fand ich mich in den letzten Monaten häufiger in Gesprächen mit Leuten wieder, die zwar ihre sinkenden Einnahmen sahen, aber die Ursache verkannten. So habe ich mit Händlern geredet, die eine Schuld bei der Convention-Organisatoren sehen wollten – schlechte Standplätze, schlechte Location, zu wenig Werbung gemacht und dadurch zu wenig Besucherinnen – und Convention-Organisatoren und -Helfern, die mit Boshaftigkeit und Verwahrlosung der Menschen argumentierten – Menschen hocken nur noch vor Computern und Streaming Diensten, sie sind faul geworden, sie wollen keine Gemeinschaft mehr und Social Media hat das verursacht.

Solche Sichtweisen sind mitunter gefährlich, denn wenn man sich mit ungerechtfertigten Schuldzuweisungen und herbeifantasierten Eigenschaften von Menschen versucht die Welt zu erklären, wird man blind für gesellschaftliche Missstände und mögliche Lösungsansätze. Es ist im Besonderen ein sehr beliebter Trick, Sachen in den Bereich der Natur zu schieben und sich so einer ernsthaften Auseinandersetzung zu verweigern.
Sätze wie „Menschen sind egoistisch und immer auf ihren eigenen Vorteil bedacht und deshalb geizig“, haben mit der Realität nichts zu tun und behaupten eine Unveränderbarkeit der Situation – was in der Natur von etwas liegt, kann nicht verändert werden, denn es ist biologisch begründet. Richtig übel wird es dann bei Spielarten wie „Homosexualität ist unnatürlich“ oder „Frauen wollen von Natur aus alle Mütter werden“.

Menschliches Verhalten resultiert immer auch aus der ganz konkreten Lebenssituation und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen heraus und darf daher niemals getrennt davon betrachtet werden. Wir haben mit der Soziologie einen ganzen Wissenschaftszweig, der sich nur damit auseinandersetzt.

 

Es gibt ein Interesse an Armut

Sehr anschaulich lässt sich dieser Zusammenhang z. B. am Arbeitslosengeld aufzeigen: je höher es ist und je geringer somit die Möglichkeit wird, durch Arbeitslosigkeit in Armut abzurutschen, desto mutiger werden Menschen darin, sich von ihren Vorgesetzten nicht alles gefallen zu lassen, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einzufordern und für ihre Kolleginnen und Kollegen einzustehen, wenn diese unfair behandelt werden. Das Arbeitslosengeld ist die Sicherheit und somit die Verhandlungsmasse aller Lohnabhängigen.

Aktuell haben wir die Situation, dass auf einen nicht besetzten Arbeitsplatz drei Leute kommen, die Arbeit suchen. Wer in dieser Situation von faulen Arbeitslosen schwadroniert, hat entweder keine Ahnung von der Faktenlage oder lügt bewusst, um so Zustimmung für weitere Kürzungen des Arbeitslosengeldes zu kriegen, wodurch die Angst vor Arbeitsplatzverlusten weiterwächst und so weiter die Löhne und Arbeitsbedingungen nach unten gedrückt werden können.

Hohes Arbeitslosengeld und hohe Löhne wären übrigens auch gesamtgesellschaftlich gut, denn wenn Leute Geld ausgeben, sind das die Einnahmen von irgendwem, wodurch Unternehmen wachsen, dann mehr Leute einstellen müssen und so die Arbeitslosigkeit sinke.

Etwas anders verhält es sich bei Großunternehmen, denn sie haben in der Regel als Absatzmarkt nicht nur das Land, in dem sie produzieren lassen, sondern sind auf den Export fixiert. Hierfür ist Deutschland ein sehr gutes Beispiel, denn genau diese Politik wurde vor ca. 20 Jahren mit der Agenda 2010 verfolgt.

Es wurde das Arbeitslosengeld gekürzt und die Leiharbeit ausgeweitet, damit z. B. eine Organisierung der Angestellten in Betriebsräten und Gewerkschaften zu erschwert wurde, um die Löhne nach unten zu kriegen. Dadurch konnten die deutschen Großunternehmen zu geringeren Kosten – für Unternehmen sind Löhne genau das – produzieren als ihre ausländischen Konkurrenten. Das folgte dann dazu, dass sie ihre Waren zu niedrigeren Preisen anbieten konnten, sie mehr verkauften, die nicht deutschen Unternehmen entsprechend weniger und Kunden verloren. Deutschland wurde Exportweltmeister auf dem Rücken der hiesigen Lohnabhängigen und das war kein Versehen.

Ich möchte jetzt nicht noch weitere Beispiele nennen, wie und warum Armut bewusst erzeugt wird. Mein Punkt ist Folgender: Es sind nicht die Conventions schuld und auch nicht die Händler, Ausstellerinnen oder Besucher.

 

Veränderung ist möglich

Unter all diesen Gruppen gibt es Menschen, die wegen steigenden Preisen und ausbleibenden Einnahmen verständlicher Weise ernsthaft besorgt sind. Es ist jedoch nicht hilfreich, wenn wir uns gegenseitig dafür die Verantwortung versuchen zuzuschieben und unseren berechtigten Frust aneinander auslassen.

Die Meisten, mit denen ich in den letzten Monaten geredet habe, seien es Veranstalterinnen, Händler, Aussteller und auch Besucherinnen, haben durchaus einen klaren Blick auf die Situation. Auch wenn sie nicht unbedingt genaue wirtschaftliche Hintergründe benennen können, so nehmen sie doch wahr, wie ausgeliefert sie momentan sind und wie wenig Handlungsmöglichkeiten sie haben, darauf zu reagieren. Gerade weil sie die Lage so richtig einschätzen und wissen, dass z. B. etwas mehr Werbung Geldprobleme nicht lösen wird, gibt es mitunter keinen sehr zuversichtlichen Blick in die Zukunft.

Ich habe auch keine einfach Lösung, die ich jetzt hier präsentieren kann, denn die relevanten Stellschrauben liegen außerhalb der Anime/Manga-Community. Für den Moment halte ich es für sinnvoll, sich erstmal ein paar Zusammenhänge bewusst zu machen und damit anzuerkennen, dass die Situation nicht Ergebnis von einer Natur des Menschen ist, sondern ein Resultat von Interessen und Entscheidungen und somit veränderbar.

 

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Vorgestellt: Magazin über Girls- & Boys-Love in Manga, Anime & Japan Anime, Conventions & Events, In DACH, Manga, Vorgestellt, Yaoi, Yuri

Autor:  Fuyamu
 

 

DokiDoki-Magazin


 

Ein Magazin für gleichgeschlechtliche Liebe in Manga und Anime.

Erscheint seit: Sommer 2017

Im Netz:

 

 

 

Einmal jährlich im Juni erscheint das DokiDoki-Magazin. In ihm werden die neusten Yaoi- und Yuri-bezogene Manga, Anime und Realserien aus Ostasien vorgestellt und über Aktuelles aus Japan zu Feminismus und Queer-Themen berichtet.

Es ist zweigeteilt in einen Yaoi- und einen Yuri-Part. Beide Teile des Magazins sind gleich aufgebaut. Auf den ersten Seiten findet man Neuigkeiten aus Japan, Convention-Berichte, kurze Kolumnen, Interviews und Ähnliches. Diese Artikel sind eher kurz gehalten und umfassen meisten lediglich zwei Seiten, sind von der Themenauswahl jedoch recht vielfältig.

Es folgen Infos über Manga-Neuerscheinungen in Deutschland und Reviews über die neusten Anime, Realserien und Filme. Abschließend gibt es eine Leseprobe zu einem neu erschienen Manga. Neben Inhalte aus Japan werden auch Serien aus Thailand und Südkorea vorgestellt.

Das Magazin richtet sich hauptsächlich an Leute, die nach neuem Lesestoff oder neuen Serien und Filmen für das nächste verregnete Wochenende suchen. Ihr könnt es direkt beim Verlag oder in manchen Anime/Manga-Läden und Buchhandlungen kaufen.

 

Wir haben das Magazin selbst gekauft und erhalten für diesen Beitrag keine
Bezahlung oder andere Form der Gegenleistung.

 

 

PS:
Dem Magazin lagen vier beidseitig bedruckte Poster und ein Stickerbogen (auf der Seite ganz nach unten zu finden) bei, für die wir keine Verwendung haben und wegwerfen würden. Falls die jemand haben möchte, könnt ihr uns einfach kontaktieren und wir schicken sie euch per Post zu. Gleiche Nummer bedeutet, jeweils Vorder- und Rückseite des Posters. Wir gehen nach dem Prinzip vor, wer sich zuerst meldet, kriegt etwas.

 

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Kritik an KI-Kunst geht am Problem vorbei Aus dem Netz

Autor:  Fuyamu
 

 


KI-Kunst ist eine coole Sache. Leute spielen damit herum oder erzeugen Bilder für ihre eigenen Projekte. Dass das einige Künstlerinnen und Künstler erzürnen würde, war abzusehen. Doch die Forderung, dass Leute aufhören sollen mittels Künstlicher Intelligenz generierte Kunst zu benutzen, ist weltfremd. Technischer Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und KI kann Kunst schnell und kostengünstig erzeugen. Das macht es für Unternehmen, Vereine, Einzelpersonen, usw. so attraktiv, sie zu nutzen. Auch wenn aktuell noch viele rechtliche Fragen offen sind, wie z. B. welche Daten KIs überhaupt zum Lernen nutzen dürfen, so ist diese Technologie inzwischen Teil unseres Alltags und wird dort auch nicht mehr zurückzudrängen sein. Der daraus resultierenden veränderten Arbeitswelt müssen sich die Künstlerinnen und Künstler anpassen. Es verkennt die Realität, wenn man „Die Erfindung des Fotoapparats schadet den Malern und das Gebäude, was fotografiert wurde, hat jemand anderes entworfen und gebaut.“-Diskussionen führt. Dass sich Berufe verändern, mitunter auch aussterben, ist eine Entwicklung, die zwangsläufig mit jedem Fortschritt vonstattengeht. Daher wäre es sinnvoller, die Arbeitsbedingungen der Künstler in den Blick zu nehmen, wenn man ihre Situation verbessern möchte.

 

Wunschtraum vs. Realität

Ein Hobby zum Beruf zu machen, ist ein Wunsch, den sehr viele Menschen haben. Die Aussicht darauf, keinen über sich zu haben, der über die eigene Arbeitszeit, -weise, -bedingungen bestimmt und zudem einem Arbeiten zuweist, sodass man eben sehr fremdbestimmt in dem eigenen Alltag ist, sind Gründe, warum sich auch viele dazu entscheiden, als Künstler selbstständig zu sein und nicht in einem klassisches Angestelltenverhältnis zu arbeiten. Das geht jedoch einher mit finanziellen Unsicherheiten, da man sich eben nicht darauf verlassen kann, dass am Monatsende eine bestimmte Geldsumme auf dem eigenen Konto erscheint. Verstärkend kommt hinzu, dass künstlerische Berufe generell sehr umkämpft sind. Es gibt sehr viel mehr Menschen, die als Künstler arbeiten möchten, als es Bedarf an ihnen gibt. Wenn zu viele Arbeiter auf zu wenig vorhandene Arbeit treffen, öffnet das einem Unterbietungswettbewerb bei Löhnen und Arbeitsbedingungen Tür und Tor. Außerdem stehen sie auch in einem Konkurrenzverhältnis um das Geld ihrer Kunden.

Auf diese ohnehin schon prekäre Lage trifft nun die KI als ein weiterer Konkurrent um bezahlte Arbeit. Dass das bei dieser Berufsgruppe Existenzängste auslöst bzw. schon vorhandene verstärkt und manches im Kopf schon gebaute Luftschloss von einer gut laufenden Karriere zerstört, ist nicht verwunderlich. KI-Kunst zu verteufeln und andere moralisch abzuwerten, die sie benutzen, wird jedoch deren Weiterverbreitung nicht aufhalten und nichts an der schlechten Arbeitssituation von Künstlerinnen und Künstlern ändern.

 

Verengter Blick

Was man auch nicht übersehen sollte ist, welche Möglichkeiten sich durch KI-Kunst für andere Bereiche eröffnen. Sich selbstständig zu machen oder ein Hobby-Projekt zu starten, ist immer eine Herausforderung und erfordert oftmals Geld am Anfang. Aufgrund dessen sind die Chancen, wer zu so etwas überhaupt die Möglichkeit hat, in unserer Gesellschaft sehr ungleich verteilt. KI trägt hier zu einer Demokratisierung bei, da es eine kostengünstig nutzbare Technologie ist. Auch Leute ohne viel Vorerfahrung und Übung können mit ihr z. B. Logos, Werbebilder, Charakterzeichnungen und andere Bilder erzeugen. Nur ein Beispiel: sie hilft u. a. denjenigen, die Videospiele erstellen möchten, zwar Kenntnisse über Spielmechaniken und Programmiererfahrung haben, aber nicht zeichnen können und auch nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, einen Künstler zu beauftragen.

Es greift zu kurz, über KI-Kunst zu reden und dann nur darauf zu gucken, welche Konsequenzen sie für Zeichner und Grafikerinnen hat. Die viel entscheidenderen Debatten sind hier: Wie kann sichergestellt werden, dass (technischer) Fortschritt nicht zur Armut und Arbeitslosigkeit derjenigen führt, deren Beruf am Status Quo hängt? Wie können wir Lohndumping verhindern, wenn es ein Überangebot an verfügbaren Arbeiterinnen und  Arbeitern gibt, die einen Beruf ausüben möchten? Wie können wir Machtstrukturen in Unternehmen verändern, sodass Leute selbstbestimmter arbeiten können und Angestelltenverhältnisse wieder beliebter werden?

 

Luftschlösser für alle

Das sind alles politische Fragen, die ich hier nun aufgemacht hab und das ist die Ebene, auf der wir reden müssen. Alles, was sich um das Thema Arbeit dreht, ist hochpolitisch und da werden auch die gnadenlosesten Verteilungskämpfe geführt, wie man kürzlich erst wieder bei den Streiks der GDL sehen konnte. Wohlgemerkt wurden dabei u. a. kürzere Arbeitszeiten bei gleichbleibendem Lohn erstritten, sodass die Leute mehr Zeit für ihre Hobbies haben. Es ist ein flächendeckendes Problem, dass Leute mit ihrer 40-Stunden-Arbeitswoche, dann vielleicht noch Kinderbetreuung und Angehörige pflegen, abends nur noch die Kraft dafür haben, sich etwas vor den Fernseher zu setzen, dann erschöpft ins Bett fallen und kaum Zeit für etwas anderes bleibt.

Möchte man Situation für Künstlerinnen und Künstler im Allgemeinen verbessern und sie unterstützen, muss man sich politisch zu engagieren. Dinge wie z. B. geringe Mieten, hohes Arbeitslosengeld, Gesetze gegen Überstunden, Verringerungen der Wochenarbeitszeit und Kündigungsschutz ermöglichen auch ihnen ein besseres Leben. Gerade Videospielfirmen, die von einem Tag auf den anderen plötzlich mehrere hundert Mitarbeiter entlassen, während sie vorher noch eine andere Firma aufkauften, könnten z. B. mal einen Betriebsrat vertragen, der bei solchen Firmenentscheidungen mitredet.

 

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Materialien für Cosplays gesucht? Aus dem Netz, In DACH

Autor:  Fuyamu
 

 


Mal etwas in eigener Sache. Auf unserer Website gibt es einen Bereich namens Cosplay-Materialien. Dort sind Läden in gelistet, die Stoffe, Nähzeug, Bastelmaterialien und Ähnliches verkaufen, dass ihr zum Anfertigen von Cosplays benötigt.

Die vier Oberkategorien Nähen, Bastelkram, Perücken und Schminke sind dann auch nach Bundesländern und Städten unterteilt, sodass ihr wirklich gezielt nach Läden suchen könnt, die in eurer Nähe suchen könnt. Außerdem haben wir die Adressen und Anfahrtmöglichkeiten mit dem ÖPNV gelistet. Ihr könnt auch ein paar Online-Shops in der Auflistung finden.

Gibt es einen Laden, der in der Liste fehlt, schickt ihn uns gerne über unser Kontaktformular. Wir prüfen dann eure Angaben und fügen ihn, sofern wir sie verifizieren können, bei uns hinzu. Wenn man von den Online-Shops ersteinmal absieht, haben wir für den Moment erstmal nur Läden aus Deutschland gelistet. Jedoch fügen wir auch gerne welche aus Österreich oder der Schweiz mit hinzu.

Und falls sich jemand von euch denkt: "Hey, eine Website, die sowas gemacht hat, gab es doch schon mal." - Stimmt. Aber die Person, die damals die Seite "Cosplay-Läden" erstellt hatte, gehört jetzt zu unserem Team, hat den entsprechenden Bereich auch auf unserer Website erstellt und schreibt auch gerade diesen Blog-Eintrag. Es ist einfacher, sowas in einem Team zu betreuen als alleine und passt auch thematisch gut zu Fuyamu.

 

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Von Helfern & Feudalismus Conventions & Events, In DACH

Autor:  Fuyamu
 

 


Ich bin neulich auf X (Twitter) rumgegeistert und da sprang mir ein Posting der Dokomi ins Auge: "Update: Helferbewerbung DoKomi 2024". Nun ist mir vor Jahren einmal bei solchen Aufrufen eine Gemeinsamkeit aufgefallen und seit dem schaue ich jedes Mal, ob ich wieder Bingo rufen kann. Im Fall der Dokomi: ja, konnte ich. Etwas weiter unten im Posting steht der Satz: "Dann bewerbt euch jetzt!"

Nun sind Bewerbungen nichts, was viele Leute gerne machen. Man denkt sich gutklingen Werbetexte zwecks Selbstvermarktung aus - oder kopiert sie aus dem Internet - um sich selbst in möglichst gutes Licht zu rücken, um die Arbeitsstelle zu bekommen. Auch die Dokomi fragt ihn einem ausfüllbaren Bewerbungsbogen auf ihrer Website: "Warum möchtest Du bei der Dokomi Helfer werden?"
Vorneweg: ich halte das für eine strunzdumme Frage; genauso wie es lächerlich finde, wenn für ehrenamtliche Helfertätigkeiten eine Bewerbung gefordert wird, wo doch die Regel ist, dass ehrenamtlich organisierte Veranstaltungen ohnehin quasi jede Person annehmen, die ein ausgefülltes Formular abschickt. Dass man ein paar Eckdaten, wie Alter, Name, Notfallkontakt, usw. abfragt, ist nachvollziehbar. Jedoch könnte man alternativ transparent und ehrlich mit der Situation umgehen, statt Bewerbungstexte abzuverlangen.

 

Immer weiter mit dem Mittelalter

Bewerbungen sind keine neue Erfindung. Sie haben ihren Ursprung in der Frühen Neuzeit (ca. 1600 - 1800) als Bittstellerschreiben an Könige und andere Feudalherren. Bittsteller baten bei diesen um Arbeit in dem sie, in unterwürfigster Weise ihr Leid schilderten. Je besser man dabei war, je herzzerreißender die erzählte Geschichte, desto wahrscheinlicher bekam man die Arbeitsstelle. Das wandelte sich im Laufe der Zeit, sodass Bewerberinnen nicht mehr, ihr Leid in den Fokus rückten, sondern dazu übergingen, ihre Fähigkeiten zu betonen.
Zwar sind die meisten europäischen Ländern seit ca. 100 Jahren oder länger keine Monarchien mehr, aber wir haben noch sehr viele gesellschaftliche Strukturen, die aus der Monarchie resultieren (Quelle 2). So haben auch heutzutage die Besitzlosen keine andere Möglichkeit, als ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um zu Geld für u. a. Wohnung und Nahrung zu kommen. Demgegenüber stehen Firmen, die immer noch wie Erbmonarchien organisiert sind und der Eigentümer/König bzw. eine von ihm beauftrage Person entscheidet, wer bei eine Anstellung bekommt.

Dass sich dabei diese Form der Bewerbungen durchgesetzt hat, ist historisch und in den gesellschaftlichen Machtstrukturen begründet und hat nichts mit einer oftmals angenommenen Objektivität und Sinnhaftigkeit zu tun. Ich habe schon öfters Leute gefragt, die für die Helferorganisation bei Conventions verantwortlich sind, warum sie einen Bewerbungsprozess machen, statt eine Anmeldung und die Antwort war immer die gleiche: sie wollen sehen, dass sich die Leute Mühe geben, denn das würde ja zeigen, dass sie ernsthaft Interesse an dem Projekt - auch Cosplay-Gruppen, Show-Gruppen, usw. fordern oftmals Bewerbungen - haben und daraus können man schließen, dass sie gut mitarbeiten werden. Das ist eine Argumentation, die genauso ein Feudalherr im Jahr 1652 hätte bringen können und fußt auf dem gleichen klassistischen Weltbild.

 

Funktioniert es?

Ehrenamtlich organisierte Projekte handeln mitunter nicht vorsätzlich, wenn sie solche Bewerbungsprozesse implementieren. Vielmehr werden die Verantwortlichen wahrscheinlich einfach reproduzieren, was sie aus ihrem Alltag kennen und mit Bewerbungen für Jobs sind die meisten Menschen wohl wesentlich öfter konfrontiert, als mit Torwächter-freien Anmeldungen und demokratischen Organisationsstrukturen, wie sie z. B. bei Vereinen, Gewerkschaften, Parteien oder Genossenschaften üblich sind.

Zurück zur Dokomi, die mir hier jetzt nur als exemplarisches Beispiel für viele Anime/Manga-Conventions und andere Fanprojekte in Deutschland dient: die ganze "Helfer werden"-Seite ist geschrieben und aufgebaut, wie eine Stellenanzeige für einen Job. Ich frage mich, schreckt das nicht eher Leute ab?
Ich kennen niemanden, der gerne Bewerbungen schreibt und Bewerbungsprozesse durchläuft. Dass man sich im eigenen Alltag mit sowas rumschlägt, da es kaum Firmen gibt, die hier anders vorgehen - und ja, die gibt es - ist verständlich. Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit, bei denen kein Sachzwang zur Teilnahme besteht, stelle ich jedoch die Effektivität in Frage, neue Leute zu gewinnen, die nicht schon vorher Helfer/innen auf Veranstaltungen waren oder mit Menschen aus dem Team befreundet sind und von denen überzeugt wurden, auch mitzumachen.

Meiner Erfahrung nach ist das auch ein Phänomen ausschließlich innerhalb der Anime/Manga-Community, dass man für eine ehrenamtliche Tätigkeiten einen Bewerbungsprozess durchlaufen muss. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass der Anime/Manga-Boom erst vor so ca. 30 Jahren hierzulande begann und die Fangemeinde eine sehr viel jüngere Historie hat als beispielsweise Kleingartenvereine? Eventuell ist auch ursächlich, dass die Anime/Manga-Community grundsätzlich ihren Anfang nichzt in einer anderen ehrenamtlichen Tätigkeit hat, aus sich selbst heraus entstanden ist und sich daher Privatunternehmen zum Vorbild nahm statt beispielsweise Vereine.

 

Für mich ist es ein unsympatisches Merkmal der Anime/Manga-Community. Es ist ein autoritäre Herangehensweise. Ich habe oft Beschwerden über elitär auftretende Cosplayer gelesen und gehört. Jedoch selten habe ich Kritik gehört gegenüber z. B. Conventions oder anderen Fanprojekten. Und nochmal: ich halte die betreffenden Projekte und Leute nicht für Überzeugungstäterinnen. Meine These ist, es wurden unkritisch Konzepte aus der Privatwirtschaft kopiert.
Ich wünschte, es würde eine gegenteilige Entwicklung auch innerhalb der Anime/Manga-Community geben, die mit solchen aus dem Feudalismus stammenden, klassistischen Konzepten bricht, die Menschen hierarchisieren.

 

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Cosplay-Wettbewerb auf der Leipiziger Buchmesse 2024 Conventions & Events

Autor:  Fuyamu
 

 


Die Anmeldung für den Cosplay-Wettbewerb auf der Leipziger Buchmesse 2024 / Manga-Comic-Con startet am 25. Januar 2024. Das gab der Veranstalter nun auf seiner Website und Social Media bekannt. Anmeldeschluss ist der 1. März 2024.

Der Wettbewerb soll am 23. März 2023 im Zeitraum von 14.30 - 16.30 Uhr stattfinden. Die Siegerehrung beginnt um 17.30 Uhr. Es stehen 23 Teilnehmerplätze und zehn Wartelistenplätze für die Teilnehmerinnen zur Verfügung. Man kann sowohl als Einzelperson, aber auch als Team antreten.

Alle Teilnehmer erhalten ein kostenloses Dauerticket für die Leipziger Buchmesse / Manga-Comic-Con.

 

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Alles neu mit eigener Website Aus dem Netz, Conventions & Events, Cosplay, Zu Fuyamu

Autor:  Fuyamu
 

 


Ab sofort werden wir wieder häufiger bloggen. Die letzten Monate verbrachten wir damit, Fuyamu rundum zu erneuern und heute können wir endlich das Ergebnis präsentieren.

So haben wir nun eine eigene Website, die wir ab sofort als Hauptankerpunkt für unsere Aktivitäten nehmen werden. Wir haben unsere alten Blog-Einträge alle dorthin übertragen und neue werden wir in Zukunft ebenfalls dort parallel zu Animexx veröffentlichen.

Des Weiteren gibt es auf unserer Website einen Veranstaltungskalender, ein Schwarzes Brett und eine Liste mit Läden in denen ihr Materialien zum Herstellen von Cosplays, wie z. B. Stoffe und Farben, kaufen könnt.

Neben Animexx und Twitter / X werden wir fortan auch auf Mastodon (auf der Animexx-Instanz) und Instagram zu finden sein. Also schaut auch mal gerne dort vorbei!

 

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