Zum Inhalt der Seite

Einzelposting: Vegetarier ja oder nein?


Links hierher: http://www.animexx.de/forum/thread_193008/-1/12197809975813/
http://desu.de/M-9Qc3d




Von:   abgemeldet 26.08.2008 22:23
Betreff: Vegetarier ja oder nein? [Antworten]
> Ich bin schon lange Vegetarier und stoße immer wieder auf Kritik, was ich nicht versteh!!!
> Was ist eure Meinung dazu oder seit ihr vielleicht auch selbst betroffene?
>

Ich nehme jetzt mal ein paar Zitate aus dem gesamten Thread, auf die ich gerne eingehen würde, und gebe meinen Senf dazu ab, ist das okay so?

> Mit deinem Vergleich hast du vollkommen recht. Aber das Handeln von anderen (Tieren) rechtfertigt nicht das eigene. Wenn man die Möglichkeit hat, dem Tier wenigstens einen angenehmen Tot zu bringen, warum nutzt man sie dann nicht?

Weil eine Handlung bereits in dem Moment herabgewürdigt wird, in dem sie entschuldigt oder erklärt werden muss:
Die armen, armen Löwen! Diese armseligen Geschöpfe, können ja einfach nicht anders als Fleisch zu essen! Sie können einem wirklich leid tun. Da ist es doch ein Glück, dass wir zivilisierten Menschen weit genug gekommen sind, um bei uns solch' unglaubliches Leid verhindern zu können. Ja, wir sind ja schließlich keine dummen Tiere hier, also sollten wir so etwas vermeiden müssen!
Okay, dass das von der Natur sinnvoll (!) eingerichtet wurde, dass einige Tier jagen und andere gejagt werden, und sich nur deswegen als Prinzip durchsetzen konnte, ist ja egal- gäbe es diese Welt gar nicht, würde ja auch nicht so viel passieren, was nun mal aus menschlicher Sicht echt voll pöhse ey ist!
Und die armen Naturvölker erst. Ist das nicht traurig? Okay, sie haben mehr Respekt vor der Natur, und zerstören sie auch nicht so sehr wie die Industrienationen, aber hey, WIR müssten es doch besser wissen! Wir sollten stolz auf unsere Errungenschaften sein, sonst werden wir am Ende wieder so primitiv sein wie die Naturvölker! Wir sind doch keine Tiere mehr!
O, diese dumme Natur! Ich meine- diese arme, hilflose Natur! So viel sinnloses Leid, und bevor es uns Menschen gab hat es nicht mal jemanden gestört!
Ein Glück, dass dann so wunderbare Wesen wie wir Menschen aufgetaucht wird! Dass die Wertevorstellungen und Denkweisen, die wir nun auf die Natur und die nichtmenschlcihen Tiere übertragen wollen, absolut richtig sind, sehen wir ja auch an den Wohltaten, die der Mensch ihr getan hat!
Man sehe sich mal die Ausrottung der Wölfe in den deutschen Wäldern an- fantastisch, ne?
Weil wir Menschen uns so um die Natur sorgen, konnten wir das Leid der unschuldigen Pflanzenfresser verhindern! Ein Glück, dass sich wenigstens der Mensch noch sorgen macht!
Ich wieß gar nicht, wie die Erde so lange ohne uns auskommen konnte!
Ich meine, klar, es soll auch Leute geben, die behaupten, dass Rechte von Menschen erfunden worden sind, und Tiere ohne sie ganz prima ausgekommen sind- wie dumm!
Da lobe ich mir doch die gute Moral der Menschen. Und zwar aller Menschen! Sowohl im Großen (Ausrottung der Wölfe) als auch im Kleinen (Katzen ins Haus sperren -Schutz vor Füchsen und Autos-, kastrieren -um sie von den bösen, natürlichen, abnormen Trieben zu kurieren und vegan ernähren -ein Glück, dass die uns Menschen haben, die sie bevormunden um ihre bösen Taten verhindern zu können-)!
Eigentlich sollten (alle) Tiere wie Menschen behandelt werden, ohne Ausnahme! Dann muss es aber auch eine Polizei für die Tiere geben. Dann werden die bösen Fleischfresser kontrolliert und bei Bedarf bestraft, bis sie alle verhungert sind, und dann leben wir unser glückliches Veganerdasein mit Schafen, Pferden usw.!

Ergo: in dem Moment, in dem wir das ganze Leid verringern wollen, sehen wir das, was in der Natur schon immer geschah, als etwas Schlechtes, Leidvolles an, dass es zu verhindern gilt, und sehen uns (wohlgemerkt, nur uns Industrienationen!) als Krone der Schöpfung an.

Für mich ist der Tod, auch durch andere Tiere (und da gehören Menschen genauso zu), etwas ganz Natürliches.
Selbst wenn wir es also geschafft haben, dass wir alle möglichen Pillen schlucken könenn, die diese und jene Stoffe enthalten, dass wir Soja u.ä. aus anderen Ländern einfliegen lassen können, dass wir sogar fleischlose Wurst herstellen können- wozu? Wenn etwas in der Natur so normal ist, kann es nicht falsch oder unrichtig sein, sonst ist die ganze Natur nur falsch und unrichtig.
Die Natur „denkt“ nun mal nicht in moralischen Maßstäben. Und wenn wir das tun, dann fast immer nur, um den Menschen „vom Tier“ zu unterscheiden.
Dass Prinzip der Fleischfresser und der Pflanzenfresser, der Jäger und der Gejagten, der Nahrungskette- es hat sich evolutionstechnisch bewährt! Es ist nicht falsch. Es ist kein "Leid" und auch nichts, was wir verhindern müssen, nur weil wir es mit Ach und Krach schaffen. Es ergibt Sinn. Tod und "Leid" gehören zum Leben einfach dazu.

Der Mensch ist zwar auch nur ein Tier- aber die anderen Tiere sind nun mal keine Menschen.

Menschen haben Rechte, Pflichten und Gesetze erfunden. Weil wir es können. Ob das nun "natürlich" ist, sei mal dahingestellt, aber ich bin nun mal so ein verweichlichter Mensch und mag das Leben so, wie es heutzutage ist, und freue mich über meine Rechte, Pflichten und Gesetze.

Tiere kennen untereinander so etwas nicht.

Ich bin ganz sicher keine Naturromantikerin. Ich lese Bücher, sitze am Computer, gehe zur Schule. Ich will gar nicht leben wie ein Naturvolk o.ä.
Aber ich tue nicht immer so, als sei ich etwas Besseres.
Und ich habe das Gefühl, jedes Naturvolk, und auch die meisten „Kulturen“ danach, hatten ein viel besseres Bild von Tieren als die Vegetarier.

>Weil andere auch nicht besser sind? Weil es zu viel Arbeit wäre?

Wozu die Arbeit?
Ich kann im Tod, als Teil des Lebens, nichts Falsches sehen.

Es ist von der Natur her notwendig, dass es Jäger und Gejagte (und Tiere, die Beides sind- sogar ziemlich viele) gibt. So war das schon immer, und zwar weil es Sinn ergibt so.
Es ist nicht falsch. „Leid“ gehört zum Leben dazu.

Warum sollten wir Menschen uns solche Arbeit machen?
Weil wir etwas Besseres sind?

Gesetze, und somit auch Rechte, sind von Menschen erfunden worden.
Tiere können und wollen mit diesen nichts zu tun haben.
Ein Löwenrudel würde mich einfach fressen.
Aber für mich sind die trotzdem, schöne und starke Tiere, und nicht zu bemitleiden.
Ich trauere nicht um ihre "Opfer", und ich bemitleide sie nicht, weil sie so viel "Leid verursachen".

In der Natur gibt es keine „Rechte“.
Das heißt ja nicht, dass die sich alle pausenlos zerfetzen. Gerade Rudel und andere Famileinverbände sind mehr oder weniger friedlich.

Gesetze sind von Menschen erfunden worden, übertragen wir sie auf Tiere, dann erscheinen Tiere uns automatisch „minderwertig“.

Was mich übrigens zu einem Vergleich mit den achso häufig „tierlieben“ Buddhisten und Hinduisten hinzieht.
Bei denen gibt es ja diesen tollen Reinkarnationskreisulauf.
Und wisst ihr, wer ganz oben ist? Der Mensch!
Ja, ganz Recht, nur wir Menschen als Kronung der Schöpfung können ins Nirvana eingehen!
Die armen Tiere müssen sich zuvor noch ein bisschen reinkarnieren!
Und wer steht unter dem Menschen?
Ja, genau, die Tiere.
Meist ohne bestimmte Reihenfolge, weil so der Unterschied verdeutlicht werden soll. „Die Tiere“ und „die Menschen“. Ja klar, Schimpansen sind das Gleiche wie Mistkäfer, Löwen, Hühner und Mäuse. Nur Menschen sind etwas ganz Besonderes.
Und deswegen müssen wir uns durch besonderes Verhalten hervortun. Sonst verdienen (!) wir es nämlich gar nicht, so etwas wahnsinnig Tolles (!) wie ein Mensch sein zu dürfen (!) und werden (zur Strafe!) wieder ein Tier.
Im Buddhismus und Hinduismus wird auch Mitleid viel Wert zugesprochen, usw.
Was auch daran liegt, dass das ganze Leben, die ganze Natur etc. nur „Leid“ ist.
Zu bemitleiden sind also die Wesen, die so leben müssen. Ein Glück, wenn man dann im Nichts ist!
Boah, da wird es lustig sein. Ja, Glück hat der, der sich losgerissen hat von der leidvollen, bösartigen Natur! Aber nein, die ist ja zu bemitleiden. Arme Natur. Bist ja kein so toller Mensch wie wir.
Ach, der arme Löwe, der kann ja nichts dafür, wenn der uns angreift. Beten wir für ihn, dass er im nächsten Leben auch so ein toller Mensch wird wie wir. Und wenn er dieses tolle Menschenleben dann wegwirft, indem er so „naturbewusst“ lebt wie 99 % der Menschen in den Industrienationen- na, dann wird er halt wieder als so etwas Niederes wie ein Löwe wiedergeboren. Armer Löwe.

> Außerdem ist der Unterschied auch der, dass wildlebende Tiere ihre Beute nicht in Käfigen aufwachsen lassen.

Da gebe ich dir recht.
Wobei ich das jetzt nicht als so schlimm erachte, wie die Tiere in den richtigen Biobauernhöfen behandelt werden. Und die scheinen auch meist sehr glücklichen und frohen Gemüts zu sein.
Was bei den in Enge und Krankheit der Massenhaltung lebenden Artgenossen ja garantiert nicht der Fall ist, so sollte niemand leben müssen, „auch“ kein Tier.
Aber Schafe, die jeden Tag auf der Weide sind?
Oder Hühner, die auf einem Biobauernhof sitzen und Eier legen?
Oder gar Wildtiere, die vom Jäger gejagt werden?
Das ist für mich alles normal und richtig.

Aber das mit der Massentierhaltung finde ich auch am schlimmsten.
Wie schmerzhaft jetzt genauso der Tod ist, ist dabei gar nicht so wichtig, zumindest IMO.
Eine Maus, die, egal wie grausam, von einer Katze gefressen wird, hat es immer noch tausend Mal besser, als eine Henne in der Legebatterie IMO. Denn die (also die Maus) hatte schließlich ein Leben DAVOR.

>Wobei ich schon glaube, dass es eher vedrängen ist - viele Leute wollen sich einfach auch keine Gedanken darüber machen, was sie essen.

Vorurteil.
Viele machen sich sehr wohl solche Gedanken.

Und wenn alle, die sich Gedanken darüber machen, gleich Vegetarier werden- dann werden unter den Fleischessern (die es ja immer geben wird) nur noch solche sein, denen es egal ist.
Und die Biobauern gehen auch pleite, weil die, die sich Gedanken machen, da nicht immer kaufen.

So ist das aber (noch) nicht. Zum Glück.

> Mal abgesehen davon, dass der Mensch die Natur einfach auch viel zu stark beeinflusst. Nur weil man auf Fleisch verzichtet, ist man ja noch lange kein Mensch, der im Einklang mit der Natur lebt - so was sind meiner Meinung nach nur Naturvölker oder diese Waldmenschen in unseren Breitengraden.

Nenn' mir ein Naturvolk, das vegetarisch lebt!
Gibt es nämlich nicht.
Dass die sich nicht so besinnungslos voll fressen, wie „wir“ Industrienationen, ist wahr, dass sie keine Massentierhaltung und keine Legebatterien haben, auch dass sie generell viel mehr Achtung vor Tieren empfinden als wir.
Aber sie essen Fleisch. Warum auch nicht? Es ist das Natürlichste der Welt.


> 2.Fleisch ist nicht lebensnotwendig,also warum sollen Tiere,die teilweise auf grausamste Art und weise getötet werden und kein erfülltes leben hatten,für MICH sterben?
> Ich möchte daran nicht Schuld sein,aber Menschen,die Fleisch essen,sinds ja.Schließlich wirds für den Konsumenten "hergestellt" und die seid Ihr.:x

Wieder diese Gedankengänge.
Die sterben nicht nur für dich, sondern für alle fleischfressenden Tiere.
Selbst wenn wir Menschen perfekt ohne Fleisch auskämen- wozu das Ganze, es ist von der Natur, die ja bekanntlich nicht „menschlich denkt“, so „eingerichtet“ worden, das einige Tiere andere Tiere fressen.

> Nur,weil wir größer und auch stärker sind sollen wir ihnen ein schönes Leben verweigern?Das find ich nicht fair.
>

Recht des Stärkeren, gilt in der Natur. Es sind eher wir Menschen, die wir uns auf Rechte geeinigt haben und diese auch (einigermaßen) einhalten können. Tiere halten sich nicht an Menschenrechte, warum sollten sie selbst solche zugesprochen bekommen.
Die Tiere werden auch ohne uns Menschen getötet und gefressen.
Was nicht heißen soll, dass nicht die Menschen viel völlig unnatürliches Leid (ich sage nur: Massentierhaltung, grenzenlose Bejagung bis zum Aussterben, etc.) über die Welt gebracht haben, in der es ohne uns ganz anders aussehen würde.
Aber MENSCHENrechte auf Tiere zu beziehen, ist genauso unnatürlich (soll NICHT heißen: genauso schlimm) wie die Massentierhaltung selbst

> Ich nehm mal an weil man mit Hunden und Katzen mehr zu tun hat als mit Kühen, Schweinen und Hühnern. Da baut sich ne gewisse Zuneigung auf und man findet es nicht gut was mit diesen Tieren angestellt wird.
> Ähnlich wie mit Mitmenschen: Kennt man jemanden nicht und der wird ermordet trifft es einen nicht so als wenn es ein guter Freund wäre.
>
>

Hier kommt wieder die Denkweise zum Tragen von wegen „die Tiere“ und „die Menschen“. Als ob jede Tierart ein Vertreter von „den Tieren“ wäre, aber jeder einzelne der Menschen ein Vertreter „der Menschen“.

Du trauerst bei einem Hund, um alle Hunde, einschließlich deinem, aber du trauerst bei einem dir fremden ermordeten Menschen nicht für alle Menschen??? Aaaaaaaahaaaa....

Nur, weil Hundefleisch zu essen plötzlich auch in DE erlaubt wäre, würde deswegen keiner deinem Hund an den Kragen wollen... o.O
Verkaufe gerade Digivices, Stickeralben, Comicbücher und V-Pet (Digital Monster)
*schleichwerbungmach*
bei Interesse einfach melden, Preis kann verhandelt werden!
http://animexx.onlinewelten.com/forum/?forum=2&kategorie=97&thread=199861

Zurück zum Thread