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Will of Fire

The Story of "Fire Fist Ace"
von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo und Herzlich Willkommen zu meiner ersten FF :)
Ich werde versuchen regelmäßig neue Kapitel hochzuladen wie es meine Gedanken und auch meine Freizeit erfordert.
ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich sehr über Feedback freuen.

LG
~eure Mina Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hier folgt auch schon Kapitel 1. ;)
Die Geschichte beginnt eigentlich dort, wo Ace sich gerade vor kurzem der Whitebeard Piratenbande angeschlossen hat ^^ Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Gute Morgen meine Lieben :)
Hier das aktuellste Kapitel
^^

Würde gern wissen, wie ihr bis jetzt meine Story haltet.
Würde mich sehr über Feedback freuen ^.^ Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
So hier das nächste Kapitel :) Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo Leute ,
ich wünsche euch vorab mal Frohe Ostern :)
Würde mich sehr über Kommis freuen
*Teller mit Keksen hinstell*

LG
~Mina Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo zusammen :)
Es tut mir leid, dass ich so lange nichts von mir hab hören lassen.
Die letzten Klausuren standen vor der Tür und es war Lernen angesagt X.X
Aber nun versuche ich wieder regelmäßiger weiterzuschreiben.

Vielen Dank für euere Treue weiterhin Q__Q

LG
~Mina Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo meine Lieben,

mein kleines Geschenk an Euch kurz vor der Weihnachtszeit :)
Ein neues Kapitel ^.^
Da ich momentan Urlaub habe, werde ich versuchen mehr Zeit hier rein zu investieren.

Aber erst einmal viel Spaß mit dem neuen Kapi.
Würbe mich weiterhin sehr über Feedback freuen =)

*Teller mit Keksen hinstell*

LG
~Mina Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Hallo meine Lieben :)

hier das letzte Kapitel für das Jahr 2016. Vielen Dank für die Reviews und Favos.
Ihr seid klasse! Würde mich auch weiterhin über euer Feedback freuen.-^.^-

Melde mich im neuen Jahr nochmal , ich kann nur sagen:
Es wird spannend und vor allem wird es schon sehr bald ein Wiedersehen geben.
Ace tut mir schon leid, aber nicht jede Story hat direkt ein Happy End.
Ein langer steiniger Weg wartet auf den jungen Kommandanten und seine Freunde.
Ich hoffe, dass ihr meiner Story weiterhin treu bleiben werdet.
^-^

Allen schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017

LG
~Mina Komplett anzeigen

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Nummer 5

Es war eine eiskalte Nacht. Auf dem Meer wehte ein kalter Wind umher und peitschte die hohen Wellen an das Schiff, das auf dem Meer ruhte. Immer und immer wieder schlugen die Wellen an das alte Holz .Es schaukelte leicht hin und her, ein Knarren der alten Dielen war zu vernehmen.
 

Ein Offizier der Marine ging auf dem Deck seine Runde. Alle schliefen um diese Uhrzeit, nur er war zum Nachtdienst eingeteilt. Etwas müde und erledigt von dem heutigen Tage, wo sie sich alle wieder einmal eine Verfolgungsjagd mit einem Piratenschiff lieferten… und wie immer, verschwand es auf einmal, urplötzlich vor ihren eigenen Augen.

„… Schon wieder sind sie uns entwischt…!“

Mit der Faust schlug er gegen die Rehling, Wut funkelte in seinen Augen… schon wieder sind ihm genau die Schurken entwischt, von denen die gesamte Grand Line schon spricht.

Genauso angesehen wie die Crew von Whitebeard… nur dass der Kapitän des Schiffs keiner der 4. Kaiser ist…

Erst wurde das Schiff im Morgengrauen gesichtet, die Flagge, ein dreiköpfiger Drache mit dem Kopfschmuck von Totenschädel bedeckt.. genau sein Markenzeichen.. Alle riefen nur, dass erneut „seine“ Flotte gesichtet wurde. Aufgeregt und voller Elan setzten sich alle in Bewegung.. „Lasst sie dieses Mal nicht entkommen!“

Sie luden ihre Kanonen, feuerten auch eine ab, die jedoch ins Leere ging.. auf einmal ein Nebel… und sie verschwanden darin.. so schnell, wie sie auch aufgetaucht sind, sind sie auch wieder im Inneren des Nebels verschwunden. Ein Zufall? Eher nein!

Immer wieder wurde Gerüchten zufolge ausgesagt, dass das Schiff gesichtet wurde, aber sobald man darauf zusteuerte, dieser verdächtige Nebel auftauchte.

Nun hatte die Marine genau dort, wo das Schiff gesichtet wurde, Anker gelegt.

Man dachte wohl, dass es genau da wieder auftauchen würde, wobei die Chance 1: 1.000.000 stand, dass es genau ausgerechnet hier wieder auftaucht.
 

Ein junger Marinesoldat mit dunklem Haar, hinten zum Zopf zusammengebunden, nährte sich dem Nachtwächter und stellte sich neben ihn an die Rehling.

„Glauben Sie er taucht hier wieder auf Admiral?“

Der ältere der Beiden sah zu dem jüngeren und seufzte.

„Was glaubst du Kleiner, denkst du so ein schlauer Fuchs taucht genau hier nochmal auf?“

Der Junge schluckte und sah mit großen Augen nach unten.

„Denke wohl eher nicht, wenn Sie so schon fragen. Aber was genau will man von dem Piratenkapitän?“

Mit finsteren Augen sah der Nachtwächter aufs Meer.

„Dir ist die Geschichte von Gold D. Roger bekannt oder?“

Der Schwarzhaarige sah den Älteren mit großen Augen an.

„Sicher doch Sir, aber was hat es mit „ihm“ zu tun?“

Der Ältere sah aufs Meer hinaus und atmete langsam ein.

„Roger hatte damals an Board einen Jungen namens Eddard, ungefähr in deinem Alter. Er nahm ihn als Schüler und lehrte ihn die Lehre des Meeres und die Lebensweise eines Piraten… Der Junge war fleißig, lernte viel von seinem Herrn. Vergötterte ihn sogar regelrecht. Er arbeitete sich mit Schweiß und Fleiß bis ganz nach oben. Bald war der Junge ein angesehener Mann. Aber als Roger am Schafott hingerichtet wurde, war der Junge bereits einer seiner vertrautesten Offiziere. Er und noch jemand, man glaubt sogar, dass es einer von uns aus der Marine war, der damals half, dass der Nachkomme Rogers nie gefunden wurde. Als bekannt wurde, dass der Piratenkönig einen Nachkommen haben könnte, ließ man alles absuchen, jede schwangere Frau, wurde damals zum Verhör genommen, viele wurden auch hingerichtet, man hat hier nie erfahren, was aus ihnen wurde, aus diesem Grund war das schlussendlich die einzige logische Schlussfolgerung, da die Frauen nie wieder aufgetaucht sind “

Der Junge sah nachdenklich nach oben zum Himmel.

„Aber was hat das damals alles mit heute zu tun?“

Der Ältere lächelte:

„Ich weiß, dass keiner von euch Jungen die Geschichte 100 %ig genau kennt. Aber lass mich weiter erzählen. Der junge Offizier ist der jüngere Bruder von Edward Newgate, alias Whitebeard“

Die Augen des Jungen weiteten sich.

„Aber Whitebeard ist doch schon uralt, und außerdem waren er und Roger Feinde.“

„Sicher, aber Eddard hielt sich aus allem raus, Roger war sein Vorbild, nicht sein eigener älterer Bruder. Er verließ damals die Moby Dick und folgte Roger, er war jung damals, unerfahren. Aber sein Bruder nahm ihm das nie übel, der Junge solle seine eigenen Erfahrungen machen“

Der Junge schluckte:

„Und darf ich raten, diesen Mann sucht ihr nun.“

Der Nachtwächter nickte:

„Um an die Informationen zu kommen, was das Erbe von Gold D. Roger angeht, ist er im Moment unser einziger Anhaltspunkt. Wir wissen auch nicht, ob er kooperativ gestimmt ist, er ist inzwischen ebenfalls ein alter Griesgram wie unser Garp. Zudem vermutet wird, dass sich der Nachkomme von Roger auf dem Schiff von Whitebeard befindet. Ich denke eher weniger, dass Eddard seinen eigenen Bruder ans Messer liefern würde. Aber einen Versuch ist es wert….“
 

Ein Geräusch zog ihn aus seinen Gedanken

„!!!“
 

„WAS??!!!!! „

Urplötzlich wurden die beiden Marinesoldaten unterbrochen.

Ein Grollen war zu hören, das Schiff schaukelte nun stärker als eben noch, normale Wellen waren das nicht… Plötzlich eine Stille.
 

„Was war das Admiral?“

Ängstlich wich der junge Soldat von der Rehling zurück.

Der Nachtwächter schaute in die Dunkelheit.
 

Auf einmal wieder ein Grollen, diesmal lauter. Ein Fauchen war diesmal zu vernehmen. Wieder der Nebel, aber diesmal in tiefster Nacht. Die Sterne verschwanden hinter einer dicken Decke und waren kaum noch zu sehen. Alles war in tiefster Finsternis gehüllt.

Auf einmal sah man dann etwas am Himmel schweben, trotz des Nebels schien der Vollmond durch und man konnte in Mitten des Nebels eine Gestalt sehen. Groß, mächtig, mit gewaltig, großen und breiten Flügel flog es durch die Nacht. Die Hörner funkelten im Mondlicht.
 

„Admiral was ist das??!

Der Ältere nahm ein Fernglas aus seiner Hose und schaute in die Ferne.

Am Horizont war ein Schiff zu sehen.

„Diese Flagge… nein!!!“

Der Ältere sah zu dem Jungen

„Wecke den Kapitän!! Eddard ist am Horizont zu sehen!! Beeilung!!“

Der Junge nahm seine Füße in die Hand und rannte die Treppen runter und verschwand in der dunklen Kammer. Die Schritte wurden immer leiser, bis sie völlig verstummten.

Der Ältere sah wieder zum Horizont.

Das Schiff war wieder verschwunden, der Nebel wurde noch dichter.

//Was soll das werden Ed? // Der Nachtwächter sah sich um und war in kompletter Dunkelheit. Die Lichter an Bord waren erloschen, man konnte nicht einmal mehr die eigene Hand vor Augen sehen. Eine verdächtige Stille. Das Herz pochte immer lauter und der Atem wurde beschleunigt. Panik trat in dem Admiral hervor.
 

Dann Schritte.

Der junge Marinesoldat kam mit dem Kapitän des Schiffes zu ihm.

„Was soll dieser Radau mitten in der Nacht?“

„Aber Sir, ..“

„Nichts aber, warum hat der Grünschnabel hier mich geweckt?!“

Während die Beiden mit einander redeten, ging der junge Soldat vorsichtig an die Rehling und schaute nach unten. Plötzlich verlor er die Farbe aus dem Gesicht. Er schaute in riesige Augen, die sich zu Schlitzen verengten. Ein lautes Brüllen war zu vernehmen, auf einmal bebte das ganze Schiff, als ob das Meer erzittern würde. Der Junge erschrak und fiel rückwärts hin. Der Kapitän und der Admiral schauten zu dem Jungen und erstarrten vor Schreck.
 

Das Ungeheuer flog empor und brüllte nochmals auf. Diesmal lauter als beim ersten Mal.

Der Kapitän zog seinen Hut und kniete vor dem Ungeheuer nieder.

„Das kann nicht sein, ich dachte es gebe die Art nicht mehr…Was für eine Überraschung“

Der Nachtwächter schaute zu seinem Vorgesetzten und lief zu dem Jungen, der immer noch am Boden lag.

„Junge geh da weg!“ Aber der Marinesoldat bewegte sich keinen Millimeter.

Erneut stieß das Ungetüm einen lauten Schrei uns und atmete tief ein.

Plötzlich öffnete es sein Maul und speite Feuer.

Eine riesige Feuerwelle raste auf das Marineschiff zu. Auf einmal stand alles in Flammen. Selbst das Meer hatte Feuer gefangen. Ein Geschrei war zu vernehmen, viele Soldaten wurden aus ihren Träumen geweckt und sprangen von Board. Anderen wieder rum verbrannten bei lebendigem Leibe und schrien vor Schmerzen auf.

Der Junge sah neben sich und sah wie die verbrannten Leichen seiner Vorgesetzten dar lagen, mit leeren Blicken in den Augen. Starr vor Schreck.

Der Marinesoldat gab sich einen Ruck und sprang von Bord. Das Schiff brannte lichterloh und langsam brach es in sich zusammen, es versank langsam in den Tiefen des Meeres. Das Meeresfeuer hatte alle Soldaten, die von Board sprangen in den Tod gerissen, keiner kam lebend raus. Ihre Leichen schwammen an der Meeresoberfläche und trieben vor sich hin. Es war ein Szenario des Grauens.
 

Von weitem wurde das ganze Geschehen beobachtet.

Ein alter Mann, etwas groß geraten, kurzen grauen Haaren und langem Bart, der zu einem Zopf zusammen geflechtet war, stand an oberster Rehling an Board seines Schiffes.

Mit einem Fernrohr verfolgte er die ganze Misere.

„Das war Nr. 5 für diese Woche“

Neben ihm kam eine zierliche Gestalt zum Stehen, kniend, die von oberem Mast runter gesprungen kam. Im Dunkeln konnte man nur sehen, dass sie in einem dunklen Mantel gehüllt war. Ihre goldenen langen Locken kamen unter dem Umhang zum Vorschein.

Ihre Augen waren Richtung Boden gerichtet. Der alte Mann klopfte ihr zaghaft auf die Schulter und signalisierte ihr, dass sie vor ihm nicht zu knien brauchte.

„Gut gemacht mein Kind, die Plage soll sich ja von mir und von meinem Bruder fernhalten“

Breit grinsend sah er auf sie herab und zog ihre Kapuze vom Kopf.

Langes gold-blondes Haar kam zum Vorschein, ihre Augen im Dunklen konnte man trotz alledem erkennen. Sie funkelten in einem tiefen Blau, so blau wie das Meer und das Herz der See. Ihr Gesicht leicht kantig und lang gezogen. Es war eine hübsche junge Frau, ihr Blick war trotz alle dem gegen Boden gerichtet. Sie traute ihm nicht in die Augen zu schauen, er war immerhin der Kapitän des Schiffs und sie zeigte so ihren Respekt vor ihm.

Der alte Herr zog eine Sakeflasche und zwei Gläser aus seinem Mantel hervor und gab der jungen Frau ein volles Glas und hielt seines ihr entgegen.

„Auf das Piratenzeitalter und dass wir uns alle nicht von der Weltregierung und der Marine unterkriegen lassen, wir sind alle eine Familie, mein Kind, merke es dir gut!“
 

Die junge Frau konnte ein Grinsen nicht entbehren und hielt dem alten Herrn das Glas entgegen mit den Worten:

„Auf uns und das Piratenzeitalter und auf Euch, Eddard Newgate, Kapitän Greybeard, Bruder des Piratenkaisers Whitebeard. Möge das Meer uns viele Jahre lang Heimat für uns alle sein.“
 

Der alte Herr lachte laut auf und dann stoßen sie auf ihren Erfolg an.

Eine Frage von Ehre

[…]

Ein Junge lief durch die dunklen Gassen von Foosha Village. Er trug zerfetzte Kleidung und hatte schwarzes, kurzes und zerzaustes Haar, seine Wangen waren von Sommersprossen gezeichnet. Eigentlich waren die Leute ganz nett dort, zumindest die, die er kannte. Jedoch befand er sich gerade in einem Viertel, das nur von Verbrechern besucht war. Hier war ständig was los, viele Auseinandersetzungen, die meistens in einer Schlägerei endeten. Der Kleine lief ohne jegliches Interesse an ihnen vorbei. Auf einmal erstarrte jeder. Alle Köpfe schauten zu dem Jungen, der einfach weiter lief.

„Ist das nicht der Junge?“

Die Leute steckten ihre Köpfe zusammen und hielten sich ihre Hände vor die Münder und tuschelten. Leises Gemurmel, was der Junge aber genau verstand. Warum hatten sie es alle immer mit ihm? Abwertende und herabsehende Blicke wurden genau auf ihn gerichtet.

„Ausgeburt der Hölle!“ kam es aus der Menge. Ja so wurde er immer genannt, den jeder hier in dem Viertel wusste, wer er war. Ihm tat er ja selber leid, dass ausgerechnet er der Sohn des berüchtigten und gefürchteten Piratenkönig Gold D. Roger war. Er verabscheute seinen alten Herrn so sehr. Nie war er für ihn da, half ihm nicht wenn er in Schwierigkeiten war, wie konnte er auch, er war tot. Er hatte ihn nie kennengelernt, nicht einmal seine eigene Mutter, die damals ihr Leben gab, damit er leben konnte. Er hatte es so satt, der alte Marinesoldat Garp gab ihn damals in die Obhut von Curly Dadan, einer alten Bergbanditin, die in der Nähe dieses Dorfes mit ihrem Clan lebte. Jedoch war er die meiste Zeit dort auch allein. Eigentlich hatte sich an seinem Leben wenig geändert. Auf einmal flog etwas kleines haarscharf an dem Gesicht des Jungen vorbei. Ein Stein landete neben seinen Füßen. Sie hatten ihn doch tatsächlich mit einem Stein beworfen, so dachten sie also über ihn. Er hatte es immer gewusst, allein diese Blicke, diese eiskalten messerscharfen Blicke, die den Hass wiederspiegelten und alle Augen auf ihn gerichtet waren. „Warum hat ein solcher Bengel überhaupt ein Recht hier auf der Welt zu sein?!“ Alle standen sie um den kleinen Kerl herum und schauten mit dem Finger auf ihn.

//Warum immer ich, was habe ich den getan, ich bin nur ein kleiner Junge von nebenan…//

Eine Träne rollte die Wange hinunter, jedoch versuchte er jegliche Gefühle zu unterdrücken. Sie sollten nicht sehen, wie sehr es ihn verletzte, diesen Triumph wollte er ihnen nicht gönnen. Er rannte einfach los, weg aus dem Viertel, weg aus der Stadt. Er lief tief in den Wald hinein. Seine Tränen wurden dichter und ein Schluchzen war zu vernehmen. Warum hassten ihn alle so sehr, klar er war kein Engel gewesen, würde es auch nie sein, aber was konnte er für seinen Vater. Schwer atmend blieb der Junge stehen, seine Beine zitterten und klappten einfach zusammen. Nun kauerte er auf dem Boden und seine Tränen fielen auf den Boden. Ein Grollen war zu vernehmen, es war wohl ein Gewitter in Anmarsch. Mit letzter Kraft schleppte sich der kleine Kerl unter eine riesige Wurzel eines Baumes, die eine kleine Höhle sein sollte. Zumindest hier war er vor dem Regen sicher. Nun saß er da, zog seine Beine nah an sich heran, vergrub sein Gesicht darin und ließ nun seinen Gefühlen freien lauf. Hier konnte ihn keiner hören, immer musste er so tun, als ob alles in Ordnung ist. Nach außen wirkte er cool und gelassen, als ob ihn nichts stören würde, aber sein Inneres war deutlich gezeichnet, immer diese Erniedrigung, es hinterließ langsam seine Spuren. Einsam und allein saß er in dieser finsteren Höhle.

[…]
 

Auf einmal ein Klopfen.

„Ace bist du schon wach?“
 

Mit einem lauten Schrei fiel der junge Mann aus seinem Bett. Er sah sich verschlafen um, er war in seiner Kajüte auf der Moby Dick.

//Oh, wieder dieser Traum….//

Er griff sich an seinen Hinterkopf, den er sich bei seinem Abgang an der Bettkante angeschlagen hatte. Immer wieder sah er dieses Szenario aus seiner Vergangenheit.. es verfolgte ihn inzwischen jede Nacht, sobald er seine Augen schloss.
 

Wieder ein Klopfen und die Tür wurde geöffnet. Ein junger Mann, in Ace´s Alter, kam herein. Er hatte kurzes blondes Haar und trug ein blaues Tattoo in Form eines Kreuzes mit einem Anker vereint auf seinem Oberkörper.

„Ace, es gibt Frühstück, du wurdest schon vermisst.“

Der Schwarzhaarige kratzte sich verlegen am Kopf:

„Ach Marco, du bist es“

Leicht irritiert sah der Blonde ihn an und neigte seinen Kopf leicht zur Seite. Er machte sich Sorgen um seinen Nakama, die letzte Zeit hatte auch er festgestellt, dass mit Ace etwas nicht stimmt. Immer diese Abwesenheit, als ob er in Gedanken versunken wäre und nicht bei der Sache war. Wenn er ihn aber fragte, was los sei, kam meistens nur ein „Mit mir ist alles ok“, „Mach dir keine Sorgen“. Ihm kam es so vor, als ob er nicht darüber reden wollte. Er konnte ihn aber auch nicht dazu zwingen, so beschloss er einfach abzuwarten bis Ace sich dazu entschied mit ihm zu reden.

„Jedenfalls sollte ich dir das ausrichten, Vater erwartet dich und möchte sich noch kurz unter vier Augen mit dir unterhalten“

Nach diesen Worten drehte Marco sich um und verließ die Kajüte und ließ einen etwas verdutzten Ace zurück. Was wollte den der alte Herr von ihm?
 

Das Frühstück verlief friedlich. Die gesamte Crew hatte sich im Unterdeck angesammelt und aßen gruppenweise am Tisch. Ace saß bei Marco und noch einem Mann, Thatch. Er hatte braune mittellange Haare und einen schwarzen Kinnbart. An seinem linken Auge verlief eine Narbe seitlich vorbei, die er wohl von einem Kampf davongetragen hatte. Er und Marco waren Kommandanten von Whitebeard. Marco war der Kommandant der 1., Thatch der Kommandant der 4. Division. Demnach hatten sie auch ein hohes Ansehen auf dem Schiff. Sie waren auch diejenigen, die Ace überredet hatten, an Bord zu bleiben und einer von ihnen zu werden. Anfangs war Ace Feuer und Flamme einer der stärksten Piraten zu werden, er nahm sich sogar vor sich Whitebeard in den Weg zu stellen. Er aß auch die Mera Mera no Mi, eine Teufelsfrucht, die ihm die Fähigkeit gab sich komplett in Feuer zu verwandeln. Er hatte über Jahre so hart trainiert, er hatte sogar eine eigene Crew. Er wollte um jeden Willen sein Ziel erreichen und einer der Besten werden. Aber sein Ziel fand ein jähes Ende als er Whitebeard eines Tages wirklich gegenüber stand und eine erbitternde Niederlage einstecken musste. Da Whitebeard jedoch Potenzial in ihm sah, nahm er Ace mit auf die Moby Dick, wo er erst einmal gesund gepflegt wurde. Die Worte des alten Herrn verfolgten ihn heute noch..
 

[…] „Segle unter meiner Flagge, du kannst tun und lassen was du willst, aber nur unter einer Bedingung … werde mein Sohn“[…]
 

Erst dachte er, es wäre ein schlechter Scherz, ausgerechnet er? Dann auch noch die Tatsache, dass man seine damalige Crew gefangen genommen hatte. Wie sie dann alle herzlich aufgenommen wurden und man dachte, dass sie nie woanders hingehört hätten. Diese Situation belastete ihn sehr, zudem Thatch der Erste war, der auf ihn zukam und ihn versuchte zu besänftigen. Anfangs wollte er nicht darauf eingehen, er versuchte sogar Whitebeard umzubringen. Sobald sich eine Gelegenheit ergab, griff er ihn an. Aber Whitebeard wäre keiner der Piratenkaiser, wenn er Ace nicht in die Schranken weißen konnte. Jeder Versuch verlief erfolglos. Meistens machte Ace Bekanntschaft mit dem Meer, wenn er mal über Bord ging. Jedoch war das als Teufelskräftenutzer seine einzige Schwäche. Sobald man eine Teufelsfrucht zu sich nahm, verlor man die Fähigkeit zu Schwimmen, somit war er immer auf Hilfe angewiesen und musste gerettet werden.

Aber Ace gab nicht auf und versuchte es immer wieder, aber nicht mal im Schlaf konnte Ace ihm etwas entgegensetzen. Schlussendlich war es Marco, der ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholte.
 

[…]

Ace: „Warum segelt ihr alle unter seiner Flagge und nennt euch seine Söhne?!“

Marco: „Für die Außenwelt sind wir nur Kriminelle, einer von vielen… aber hier sind wir ein jemand und uns als seine Söhne und ihn als Vater zu bezeichnen, macht uns einfach glücklich“

[…]
 

Erst nach diesen Worten akzeptierte er die Bedingung Whitebeards und wurde ein Mitglied der Whitebeard-Piraten, er ließ sich sogar das Flaggenzeichen auf seinen Rücken tätowieren. Somit war Ace ein vollständiges Mitglied und ein Sohn Whitebeards. Endlich hatte er eine Familie, wo sich jeder um jeden sorgt. Whitebeard war für ihn mehr Vater als es Roger hätte je sein können.
 

„Sag mal Ace, was will Vater den von dir?“, fragte Thatch, der sich gerade eine Scheibe Brot mit Blutwurst in den Mund schob. Ace sah ihn erstaunt an „ Wenn ich das selber nur wüsste, Marco sagte mir, dass er mich sehen will“. Augenblicklich richteten Thatch und Ace ihr Augenmaß auf den Blondhaarigen, der genau in der Mitte saß und ihre Blicke beobachtete. Ein leichtes Seufzen war zu vernehmen. Er schob die Zwei zu sich und flüsterte leise, sodass nur sie es hören konnten. Ace sah überraschend zu Marco und verschluckte sich beinahe an seiner Hähnchenkeule.

„Whatt, das ist nicht dein Ernst?! Ausgerechnet ich?“

Augenblicklich zischte Marco und hielt Ace´s Mund zu.

„Tzzz… nicht so laut, eigentlich solltest du es von Vater erfahren, aber sag ihm nicht, dass du es von mir weißt, mach am besten so als ob du nichts wüsstest, ok?“

Ace nickte erstaunt und schob Marcos Hand weg, damit er nochmal atmen konnte.

Er konnte nicht fassen, was er gerade erfahren hatte, hatte Vater so viel Vertrauen zu ihm?

Ausgerechnet er in so einer Position? Marco musste sich verhört haben, nein dass konnte nicht sein. Das Frühstück verlief weiterhin friedlich. Aber Ace Gedanken drehten sich nur noch um diese eine Sache. So viele Gedanken flogen ihm in den Sinn, aber das Beste war, er würde einfach abwarten wie das Gespräch mit dem alten Herrn verläuft.
 

Am späten Nachmittag ging Ace zu der Kajüte von Whitebeard. Er stand vor der riesigen Tür und zögerte erst, ob er überhaupt klopfen sollte. Was ist, wenn es tatsächlich stimmt was Marco ihm erzählt hat, traut er sich das den überhaupt zu?

//Nachdenken bringt nichts, auf in die Hölle es Löwen//

Er klopfte an die Tür, woraufhin ein „Ja, herein“ folgte.

Ace trat erst zögernd herein und schloss die Tür hinter sich zu.

Nun stand er vor ihm.

Whitebeard war ein alter Mann, ziemlich groß und muskulös gebaut. Hatte kaum noch Haare, trug ein schwarzes Band über dem Kopf und hatte einen Schnauzbart in Form einer Sichel. Neben ihm stand eine Flasche Sake und zwei Gläser, die voll eingeschonken waren.

„Setz dich doch, hier“

Whitebeard reichte Ace ein volles Glas und zeigte ihm einen Sitz, woraufhin der Schwarzhaarige Platz nahm.

„Du wolltest mich sprechen, Vater“

Nun war der Augenblick der Wahrheit gekommen, nun würde sich rausstellen, ob Marco die Wahrheit gesagt hatte oder ihn nur zum Narren halten wollte.

„Nun ja…“, begann der alte Mann, „du hast dich gut gemacht, seid du hier auf meinem Schiff bist und dich meiner Crew angeschlossen hast. Du bist viel stärker geworden. Ich habe mich mal mit einigen Leuten hier an Bord unterhalten und habe mir mal verschiedene Meinungen über dich eingeholt.“

Ace erstarrte und sah seinen Herrn fragen an. //Also ist es doch wahr..//

„Ich habe sehr viel positives über dich gehört und auch dass du einen starken Willen und ein guter Kämpfer bist, der weiß worauf es ankommt. Aber auch dass du jederzeit bereit bist dein Leben für jemand anderes zu geben und sowas schätze ich sehr. Solche Typen von deiner Sorte sind viel zu selten vertreten. Aus diesem Grund hätte ich eine Frage an dich“

Der Schwarzhaarige wird immer hellhöriger und schaute angespannt auf den alten Herrn vor ihm.

„Meine 2. Division ist im Moment noch ohne eine Führungsposition und ich finde, dass du dich sehr gut als Kommandant beweisen könnest. Darum frage ich dich hier und jetzt, willst du den Posten als Kommandant in der 2. Division übernehmen?“

Ace saß einfach nur da, total erstarrt. Die Worte ließ er sich noch einmal durch den Kopf gehen. Also hatte Marco die Wahrheit gesagt. Ein Strahlen kam über sein Gesicht, wie ein kleines Kind, das sich freut, wenn es einen Teddy geschenkt bekommt.

„Vater, ich fühle mich wirklich geehrt,..“

Augenblicklich erstarrte er. Ausgerechnet er, als Sohn von dem Piatenkönig, dem Monster?

Ihm fiel ein, dass keiner hier an Bord über seine Herkunft Bescheid wusste. Was ist wenn sie ihn dann abweisen? Wenn sie ihn sogar ausstoßen?

Fragen über Fragen tummelten sich in Ace´s Kopf.

Whitebeard bemerkte, dass mit seinem Schützling etwas nicht stimmt.

Er klopfte auf die Schulter des Schwarzhaarigen und begann zu lachen

„HAHA, keine Sorge mein Sohn, ich erwarte im Moment nicht direkt eine Antwort. Lass dir das Angebot noch einmal durch den Kopf gehen, schlaf eine Nacht drüber. Du kannst mir morgen immer noch deine Entscheidung mitteilen.“

Ace sah seinen Vater mit großen Augen an. Er war so gütig und herzlich zu ihm. Würde das auch anhalten, wenn er wüsste, dass ausgerechnet er der Sohn seines Erzfeindes war?

Zu viele Gedanken schossen ihm im Moment durch den Kopf. Er stand kurz vorm explodieren. Im Augenblick sehnte er sich nur nach frischer Luft.

„Danke Vater, ich werde dir Morgen meine Antwort mitteilen“

Nach diesen Worten stand Ace auf und verneigte sich vor Whitebeard, danach ging er nach draußen und schloss die Tür.

Es gibt kein Zurück mehr, jetzt oder nie

Beim Abendessen verlief alles wie immer. Die gesamte Crew saß zusammen, erzählten sich gegenseitig Geschichten, was sie schon alles über die Jahre erlebt hatten und amüsierten sich hierbei voller Vergnügen. Zwischendurch floss mal Bier und Sake in der Runde und jeder war gut drauf, bis auf einen. Ace saß etwas abseits und schaute einfach nur sein Essen vor ihm an. Das war normalerweise gar nicht seine Art, normalerweise verschlang er alles, was ihm zwischen die Zähne kam. Früher hatten er seine jüngere Brüder Ruffy und Sabo ein Wettessen veranstaltet. Ihnen war zwar danach immer übel, aber die Drei konnten sich einfach nicht übertrumphen. Sogar der drei Jahre jüngere Ruffy konnte mit den Ältesten mithalten, was die Beiden anderen immer wieder erstaunen ließ. Nur diesmal war alles anders. Ihm lag einfach nur dieses Gespräch übelst im Magen. Immer wieder gingen ihm die Worte Whitebeards durch den Kopf und jedesmal versuchte er Freude daran zu finden, aber stattdessen kamen immer diese Zweifel. Was wäre wenn Whitebeard über seinen Vater Bescheid wusste? Was würden seine Nakama von ihm halten? Würden sie ihn genauso fallen lassen, wie damals die Leute in seinem Dorf?
 

Noch während der Schwarzhaarige sich den Kopf darüber zerbrach, nahm ein großer Kerl neben ihm Platz. Er war sehr rund gebaut und hatte schwarze wellige mittellange Haare und besaß eine ziemlich lange spitze Nase. Er hatte ebenfalls einen schwarzen spitzen Bart und immer ein fettes Grinsen im Gesicht, sein Name war Marshall D. Teach.

„Sag mal, was ist dir den über die Leber gelaufen?“, fragte der Größere und schob sich hierbei ein halbes Baguette in den Mund. Ace sah seinen Sitzgefährten an und seufzte leise. „Ach nichts ich hab einfach keinen Hunger“, dabei drehte er seinen Kopf von Teach weg.

Dieser bemerkte jedoch, dass Ace Magen was anders sagte. „Hier nimm was zu dir!“

Grinsend hielt er Ace einen Teller mit Forelle hin. Der Geruch stieg Ace zwar in die Nase, aber seine Gedanken konnten sich erfolgreich gegen seinen Hunger durchsetzen. „Das ist nett, Teach aber ich bekomme keinen Bissen runter, aber Danke für die Mühe“. Daraufhin stand die Feuerfaust auf und verließ den Gemeinschaftsraum. Teach blieb verdutzt da sitzen und schaute dem Schwarzhaarigen hinterher. Marco gesellte sich zu ihm und sah ihn mit einem fragenden Blick an. „Hat er was gesagt?“. Teach sah den Blonden an und zuckte mit den Schultern „Kein Wort nur, dass er keinen Hunger habe“. Langsam reichte es Marco. Er folgte Ace und fing ihn noch vor seiner Kajüte ab. Eisern stellte er sich der Feuerfaust in den Weg und versperrte ihm den Weg.

„Marco, lass mich bitte durch“

Doch der Kommandant der 1. Division dachte erst gar nicht daran. Sein sonst so gelassener Blick wurde finster und man konnte eine kleine Zornader auf seiner Stirn erkennen.

„Nein, ich gehe dir nicht aus dem Weg, mir reicht es langsam. Ich habe lange genug mir dieses Elend angesehen aber jetzt ist Schluss!“

Verschränkt mit den Armen funkelte Marco Ace mit einem finsteren Blick an.

„Ich weiß zwar nicht, was wir dir angetan haben, aber denkst du nicht, dass wir als deine Nakamas mal wissen sollten, was mit dir los ist? Jeder hier denkt, sie hätten dir was getan und wissen nicht mal was. Also hättest du bitte diese Courage und sprichst mal endlich mit uns?“

Ace wich den Blicken aus und schaute zu Boden. Er würde es nicht verstehen, keiner versteht es. Woher auch? Klar sie waren auch Piraten und Außenseiter wie er, aber keiner hatte diese Erfahrungen und Erniedrigungen ertragen müssen wie er. Sie waren nicht das Kind eines Monsters.

„Ihr würdet es nicht verstehen“

Marcos Augen weiteten sich und nun wurde er noch rasender. Er griff dabei Ace an den Schultern an und schüttelte ihn ordentlich durch. Vielleicht käme er dann mal zu Besinnung.

„Woher willst du das wissen, denkst du etwa, du bist der Einzige, der schon so viel Scheiße erlebt hat? Stelle dich nicht höher als du eigentlich bist. Ich sagte dir schon einmal, wir sind alle Außenseiter, jeder von uns hat schon schlechte Erfahrungen gemacht, mich eingeschlossen. Nur rede mal endlich mit uns, Mann. Wir sind deine Nakamas, deine Familie. Mit uns kannst du über alles reden, oder rede zumindest mal mit Vater drüber, wenn du es uns schon nicht sagen willst. Aber gerade er hat ein Anrecht drauf.“

In dem Moment griff jemand Marcos Hand. Thatch stand neben ihm und schüttelte den Kopf. „Blondi, so erreichst du gar nichts.“ Marco ließ von Ace ab und sah ihn weiterhin mit ernstem Blick an. „Denke mal drüber nach, Ace.“ In diesem Moment drehte sich Marco um und ließ die Beiden alleine. Ace sah fragend zu Thatch, dieser lächelte ihn an und klopfte ihm auf die Schulter. „Geh zu Vater und erzähle ihm, was dich beschäftigt, glaub mir, danach geht es dir besser.“ Mit diesen Worten lief der Braunhaarige an der Feuerfaust vorbei. Nun stand Ace alleine im Gang, sich fragend was er nun tun sollte.
 

Whitebeard hingegen saß in seinem Zimmer und bereitete seinen Log-Port für die nächste Reise vor. Dabei trank er genüsslich seinen Sake und las nebenbei die Zeitung. Er dachte über seinen Schützling Ace nach. Ihm fiel schon seit längerer Zeit auf, dass die Feuerfaust sich sehr zurückgezogen hatte. Dabei war er am Anfang doch so ein geselliger junger Mann gewesen, der einfach mit jedem hier an Bord klar kam. Diese Charakterveränderung beunruhigte den alten Piraten sehr. Er fragte sich, was der Junge wohl auf dem Herzen hatte. In diesem Moment ging die Teleschnecke neben ihm. Fragend nahm er ab. Wer versucht ihn um Mitternacht noch zu erreichen? Bestimmt nur ein schlechter Telefonstreich!

„Ja bitte?“, kam es grummig von ihm.

„Wow, hast du mal wieder gute Laune, Brüderchen“.

Whitebeards Augen weiteten sich.

„Ed, bist du das?“

„Sicher wer sollte es sonst ein. Darf ich nicht einmal meinem eigenen Bruder Hallo sagen? Außerdem will ich dich nur über die aktuellste Lage informieren.“

Der Ältere saß angespannt da und lauschte den Worten seines Bruders.

„Die Marine ist hinter uns her. Erinnerst du dich noch an die Sache nach Rogers Ableben?“

Whitebeard saß da und schaute ins Leere. Wie könnte er nur dieses Massaker vergessen. Kaum wurde bekannt, dass Roger einen Erben haben könnte, richtete die Marine ein Blutbad an. Allein der Gedanke an die Frauen und die Kinder, die damals unschuldig ihr Leben gaben, ließ das Blut in seinen Adern gefrieren.

„Ja sicher, so etwas vergisst man ja auch nicht so leicht, oder?“

Sein Gegenüber verstummte eine Weile und sprach weiter.

„Eigentlich war die Sache vom Tisch, aber irgendjemand hat den Funken wieder geweckt. Die Marine bekam einen anonymen Hinweis, ich konnte leider noch nicht in Erfahrung bringen, wer es gewesen sein könnte. Der Erbe soll sich auf deinem Schiff befinden, Bruder. Seit die Marine diesem Verdacht nahe geht, versuchen sie mich auf ihre Seite zu ziehen. Du glaubst es nicht, die wollten doch wirklich mit mir verhandeln, als ob ich dich ans Messer liefern würde!“

Whitebeards Augen weiteten sich. Der Erbe Rogers auf seinem Schiff?

„Was weißt du darüber; Eddard? Sag bloß du warst damals einer Derjenigen, die den Kleinen haben untertauchen lassen?“

Eddard lachte am Telefon.

„Wenn ich ehrlich sein soll, ja. Ich hab damals mit einem Marinesoldaten, der Roger ebenfalls respektierte, dafür gesorgt, dass das Lebenszeichen unentdeckt blieb. Aber das tut hier nichts zur Sache, Bruder, Ich wollte dich nur warnen und dir sagen, dass du und deine Crew vorsichtiger sein solltet. Mach´s gut, ich werde dir demnächst mal einen Besuch abstatten, bis dahin halte die Ohren steif.“

Irritiert und geschockt saß der Ältere da und ließ die Worte erst einmal sacken. Er konnte es nicht fassen, hat sich sein eigener Bruder den in solche Schwierigkeiten gebracht?

„Ed was hast du damals angerichtet?! Hallo?!“

Auf einmal kam ein Leerzeichen und die Verbindung war unterbrochen.
 

Whitebard öffnete die Flasche Sake erneut und goss sich noch ein Glas ein. Er konnte nicht so richtig glauben, was Eddard ihm eben erzählt hatte. Ging der ganze Alptraum nun wieder von vorne los? Allein bei dem Gedanken drehte sich dem Piratenkaiser der Magen um. Zu schrecklich war der Gedanke an damals. Als ob es gestern gewesen wäre.

Noch während er darüber nachdachte, klopfte es an der Tür.
 

„Alter Herr kann ich reinkommen?“

Whitebeard erkannte die Stimme und war etwas erstaunt, kam der Junge doch früher zu ihm als gedacht?

„Ja trete ein, ich bin noch wach“.

Die Tür ging auf und die Feuerfaust trat ein, etwas unsicher und zögernd.

Whitebeard sah seinen Schützling fragend an und zeigte auf den Platz neben sich.

„Was gibt´s den mein Sohn?“

Ace schluckte und sah seinen Herrn nicht an während er sich neben ihn setzte, sondern Richtung Boden.

„Es gibt da etwas was ich dir bzw. noch keinem hier auf dem Schiff erzählt habe“.

Der Ältere legte sich auf sein Bett zurück und trank sein Glas leer, wandte aber dabei seinen Blick von Ace nicht ab. „Dann schieß mal los.“

Erneut schluckend sah Ace zu dem alten Mann rüber. Jetzt oder nie. Die Versteckspielerei musste ein Ende haben.

„Nun.“ began er.

„Ich habe ja wie gesagt, meine Eltern nie kennengelernt. Weder meine Mutter noch meinen Vater.“ Seine Stimme begann leicht zu zittern. Er war sich sehr unsicher, denn wenn er jetzt sagt, dass er Rogers Sohn ist, gibt es für ihn kein Zurück mehr.

„Ich weiß aber, wer mein alter Herr ist. Du kennst ihn. Ihr ward Rivalen untereinander vor langer Zeit“ nun nahm er all´ seinen Mut zusammen. Jetzt oder nie.

„Ich bin der Sohn von Gold D. Roger.“

Eine Stille trat ein.

Whitebeard sah die Feuerfaust mit großen Augen an. Er war es also. Als ob er nicht schon so eine Vorahnung gehabt hätte.

//Du bist also der Junge, von dem mein Bruder mir erzählt hat//

Lächelnd sah er seinen Sohn an, dieser jedoch machte sich inzwischen Gedanken, was nun als nächstes folgen würde.

//Oh Ace du Dummkopf, du hättest es für dich behalten sollen// schoss es dem Schwarzhaarigen durch den Kopf.

„Ist das alles?“

Ace Augen weiteten sich und rissen ihn aus seinen Gedanken. Fragend sah er zu seinem Kapitän. Wie jetzt? War das alles?

Dieser fing an zu lachen und goss noch ein weiteres Glas mit Sake ein und reichte es der Feuerfaust.

„Ich dachte, du kommst wegen etwas Schlimmerem zu mir, mein Sohn“.

Nun war Ace ganz aus der Fassung. Hatte der Alte ihm nicht richtig zugehört oder war es ihm wirklich so gleich wer er war? Er verstand die Welt nicht mehr, mit so einer Reaktion hatte die Feuerfaust sicherlich am Wenigsten gerechnet.

„Weißt du mein Sohn“, Whitebeard legte sich wieder zurück und schaute zur Decke seiner Kajüte „Wir sind doch eigentlich alle gleich, was sagen unsere Eltern schon über uns selbst aus? Was können wir als deren Kinder für deren Taten? Wir sind doch alle schließlich Kinder der See“. Lächelnd sah er die Feuerfaust nach diesen Worten wieder an.

„Außerdem unterscheidest du dich sehr von dem Charakter deines Vaters, das will ich dir nur mal gesagt haben!“

Ace saß einfach nur da, er bemerkte wie seine gesamte Last, die sich schon eine ganze Weile auf ihm angesammelt hatte, von ihm abprallten. Er fühlte eine herzliche Wärme, das ihm die Tränen vor Freude nicht in die Augen stiegen vor Dankbarkeit war alles. Also hatte er sich umsonst solche Vorwürfe und Gedanken gemacht.

Erleichtert atmete Ace auf und wisch sich den Schweiß von der Stirn.

„War das auch der Grund warum du heute Mittag so drauf warst?“

Ace schaute seinen Herren an und nickte verlegen.

„Tut mir leid, Vater, ich hätte es dir von Anfang an sagen sollen.“

Der alte Mann lachte darauf hin nur und wuschelte mit seiner Hand durch Ace´s Haare.

„Ja hättest du lieber tun sollen, dann wäre dir so mancher dummer Gedanke erspart geblieben. Man kann sich das Leben auch unnötig schwer machen!!“

Nun musste auch die Feuerfaust lachen. Endlich war ihm eine große Last von der Schulter abgefallen. Nun fühlte er sich endlich befreit. Er musste sich noch bei Thatch bedanken und sich auch noch bei Marco für die ganzen Unannehmlichkeiten entschuldigen. Der Blondhaarige hatte sich wirklich nur, wie alle anderen auch, Sorgen um ihn gemacht. Das hatte er sich nun vorgenommen. Zudem verspürte die Feuerfaust nun wieder ein Hungergefühl. Endlich, auf das ganze leckere Essen zu verzichten, war nicht einfach gewesen und hat ihn einiges an Überwindung gekostet, nicht schwach zu werden.

Whitebeard stand auf und stellte sich nun vor Ace.

Er würde seinen Schützling um alles in der Welt beschützen, er war sein Sohn, ein Teil seiner Familie. Niemals würde er zulassen, dass Ace etwas passiert, das hatte sich der Piratenkaiser in dem Moment geschworen, als er von Ace Herkunft soeben erfuhr. Die Marine und er hatten damals eine Vereinbarung getroffen. Ein Waffenstillstand solange die Whitebeard-Piraten der Marine und auch umgekehrt sich gegenseitig aus dem Weg gingen. Zu viel Blut wurde damals vergossen und da waren sich die beiden Parteien damals einig gewesen. Und diese Vereinbarung ist bis heute noch gültig. Wenn der Junge sein Angebot annehmen sollte, so stand er noch mehr unter seinem Schutz und das könnte Ace das Leben retten und erleichtern. Niemand von der Marine würde es ausgerechnet mit einem Kommandanten von Whitebeards Crew aufnehmen, da war sich der alte Piratenkapitän sicher.

„Also mein Sohn, hast du nun eine Antwort auf meine heutige Frage“.

Der Schwarzhaarige verstummte kurz, dachte kurz nach und stand dann ebenfalls auf. Nun waren er und Whitebeard „fast“ auf gleicher Augenhöhe. Seine Augen begannen nun zu funkeln und der alte Mann konnte wieder die Selbstsicherheit in dem jungen Mann spüren.
 

„Vater, es ist mir eine Ehre den Posten als Kommandant der 2. Division anzunehmen“.

Geheimnisvolle Geschehnisse

„Auf dich mein Freund!“

Marco stand in der Mitte und hielt seinen Bierkrug in die Höhe und klopfte der Feuerfaust auf die Schulter, der direkt neben ihm saß. Alles drehte sich heute nur um ihn. Als er gestern Abend dem Kommandantenposten zusagte, wurde ihm zu Liebe heute eine kleine Feier gegeben. Die komplette Crew war anwesend und schauten auf den Schwarzhaarigen, der gerade von Thatch umarmt wurde und sich für ihn freute.

Auf dem Deck waren viele leckere Sachen angerichtet, von Obst, Gemüse bis hin zu Fleisch und auch Süßes durfte nicht fehlen. Ace sah sich um und ihm lief immer mehr das Wasser im Mund zusammen. Es sah alles so lecker aus und dass alles fand nur wegen ihm statt. Die Zweifel, die er bis gestern noch heckte, waren wie weggeblasen. Inzwischen brauchte er sich wegen seiner Herkunft keine Sorgen mehr zu machen. Whitebeard saß auf einem riesigen Stuhl und füllte Krüge mit Sake ein und Teach reichte jedem ein voller Krug Sake, andere, die lieber Bier bevorzugten, bekamen dies stattdessen. Nun hatte jeder seinen Krug und sah zu dem alten Mann hoch. Dieser stand auf und hielt seinen Krug in die Höhe, sodass jeder ihn sehen konnte.

„Auf unseren neuen Kommandanten der 2. Division, Portgas D. Ace“

„Auf Ace!“, kam es von allen Richtungen und stießen mit der Feuerfaust zusammen an.

Alle sprangen auf den Kommandanten und umarmten ihn, leicht verwundert, sah er seine Nakamas an. Sie waren alle so nett und herzlich, wie eine große starke Familie.

Marco reichte Ace als Erster eine riesige Wildschweinkeule, dieser jedoch war etwas beschämt. //Soll ich nun wirklich als Erster anfangen?//

Whitebeard lachte stattdessen nur und schüttelte den Kopf.

„Ace mein Junge hau´ rein, diese Feier findet schließlich zu deinen Ehren statt“.

Auf einmal konnte sich die Feuerfaust nicht mehr halten und riss Marco die Keule aus der Hand. Augenblicklich verschwand das ganze Fleisch in seinem Mund und griff schon nach dem Nächsten. Thatch lachte herzlich „Endlich ist er wieder der Alte“, klopfte dabei Ace auf die Schulter, sodass dieser sich auf einmal verschluckte. Kurz darauf hielt man ihm einen Bierkrug entgegen und er trank alles auf einmal leer. Leicht erschöpft saß er nun da und aß genüsslich weiter. In der Zwischenzeit begannen auch die Anderen etwas zu essen, jeder kicherte, lachte und machten Witze. So ausgelassen war die Stimmung schon lange nicht mehr. Andere fingen an Karten zu spielen und zogen sich gegenseitig ab. „Eh das ist unfair!“, rief einer von ihnen und fing an zu lachen. Andere wiederum tanzten umher und fingen sogar an Piratenlieder zu singen. Ja, der Alkohol, der an diesem Abend floss, hatte sein Ziel erreicht. Sie feierten bis tief in die Nacht.
 

Am Morgen lagen alle in ihren Betten und erholten sich von dieser anstrengenden Nacht. Der Alkohol war zu spüren und Ace brummte der Kopf. //Ich trinke nie wieder Bier..:// schoss es ihm durch den Kopf. Er hatte gar nicht bemerkt wie viel er getrunken hatte, immer wenn sein Bier leer war und kurz wegschaute, war sein Krug wieder randvoll. Es war wohl zu viel des Guten.
 

Als er langsam nicht mehr liegen konnte, schlurfte er langsam hoch an Deck. Er konnte sich kaum auf den Beinen halten, sie waren wie Gummi, die unter seiner Last nachgaben. Oben angekommen, sah er Thatch, der über der Rehling hing. Marco stand neben ihm und klopfte auf seine Schulter, natürlich nicht mit zu viel Schwung.

„Ist bei euch beiden alles in Ordnung?“, die Feuerfaust kam langsam auf die Beiden zu.

„Mir schon, ich hab auch nicht zu viel getrunken“, antwortete der Blondhaarige und sah etwas besorgt zu seinem Kameraden neben ihm „aber der gute Thatch hat es wohl ordentlich übertrieben, er hätte nur beim Sake bleiben sollen, Bier verträgt er eigentlich überhaupt nicht und naja… jetzt siehst du auch warum.“

Der Braunhaarige würgte leicht und übergab sich, dass er dabei nicht über die Rehling fiel und über Bord ging war alles. „Man iss mir schlescht“, kam es von dem Kommandanten der 4. Division und hielt sich dabei den Mund zu. Den ganzen Tag hingen die Meisten nur da und konnten nichts mit sich anfangen. Teach war einfach mal an Deck in der prallen Sonne eingepennt. Aber keiner hat ihn geweckt, stattdessen nahmen sie etwas Jogurt, der vom Fest noch übrig war und malten einen lachenden Smily auf seinen kugelrunden Bauch. „Man der wird vielleicht ausrasten, wenn er das hier sieht“, kicherte Vista. Vista war ebenfalls ein Kommandant, war groß gebaut, schwarze wellige Frisur und hatte einen schwarzen Schnauzer, der nach außen gewölbt war. Eigentlich hielt sich der Kommandant der 5. Division immer im Hintergrund, er hielt sich normalerweise aus allem raus, aber diesmal konnte er einfach nicht anders. Sein Kamerad Jozu, ebenfalls ein großer Pirat und Kommandant der 3. Division, hatte diese Idee. „ Dem zeigen wir es mal so richtig“. Lachend schlichen sie sich von dem Schlafenden weg.
 

Am späten Nachmittag kam die ganze Crew, soweit sie wieder alle Sinne beisammen hatten, wieder zusammen. Whitebeard saß am oberen Tisch und begutachtete seinen Log-Port.

„Wo geht’s diemal hin, Pops?“, kam es von Marco.

„Ich weiß es nicht, aus irgendeinem Grund will das blöde Ding heute nicht, schon das 3. Mal diese Woche“, antwortete Whitebeard und schaute finster die Kugel vor sich an. Der Zeiger in der Mitte ruttierte immer hin und her und kam einfach nicht zum Stehen. Es hätte ja schon fast jemandem schwindlig werden können, wenn er zuschaute. Leicht genervt atmete der alte Mann aus.

„Tzja schon wieder kein Kurs, also müssen wir wohl hier an Stelle bleiben, bis der Log-Port was anderes anzeigt“. Ein Aufstöhnen war zu vernehmen.

„ Oh Nein!“

„Nicht dein Ernst?“

„Wir versauen noch hier, was ist nur mit dem blöden Ding los?!“

Sie standen nun schon über eine Woche an Ort und Stelle. Irgendwo im Nirgendwo und keiner wusste in welche Richtung es nun weiterging. Das Gerät spielte einfach verrückt und keiner wusste warum.
 

„AWWWW WAS IST DAS FÜR EINE SCHEI???%%%%!!!!“

Alle schreckten auf und schauten zur Tür, wo das Fluchen herkam.

Da stand er, rot wie ein Hummer und auf dem Bauch in der Mitte ein lachender Smily in seiner normalen Hautfarbe. Teach kochte vor Wut und seine Hände, die er zu Fäusten geballt hatte, zitterten vor Zorn.

„WER WAR DAS??????????????!!!!

Dem hau´ ich eine runter!!“

Sein verzerrtes Gesicht sah einfach zu komisch aus.

Alle bliesen ihre Backen auf und fingen halshoch an lachen.

„Kommst du gerade frisch aus dem Ofen, Hummilein?“, kam es von Vista, der sich den Bauch vor Lachen hielt.

Dieser kochte nun noch mehr vor Wut.

„Das finde ich nicht lustig du Idiot, sieh dir mal meinen wunderbaren, robusten Körper an, da fasst mich kein Weib mehr an!!!“

Andere steckten ihre Köpfe zusammen.

„Wer will schon mit dem Idioten in die Kiste springen?“

„Genau so“.

Alle lachten auf und wälzten sich zum Teil auf dem Boden vor Lachen.

Teach kochte vor Wut, so erniedrigt wurde er noch nie, beleidigt verließ er den Gesellschaftsraum und dampfte wütend ab.
 

Gerade als Teach weg war, kam eine junge Frau angerannt, sie hielt eine Zeitung in der Hand und hielt sie in die Höhe, sodass jeder sie sehen konnte.

„Vater, Vater!“

Whitebeard hatte sich gerade erst von seinem Lachanfall erholt und setzte wieder eine ernste Miene auf.

„Was gibt’s den Haruta?“

Die Kommandantin reichte dem Älteren die Zeitung, der daraufhin die Titelseite las.

Seine Augen weiteten sich.

„Wie bitte??!“

Alle schauten Whitebeard an.

„Was ist los?“

„Ist was passiert?“

Marco griff nach der Zeitung und legte sie genau auf den mittleren Tisch des Raums und las laut vor, sodass sogar die in den hinteren Reihe es hören konnten.
 

„Feuerangriff auf Marineflotte:

Vor zwei Tagen war eine Marineflotte aus Marineford unterwegs Richtung Grand Line. Es war auf der Suche nach einem gesuchten Piraten, als sie plötzlich die Orientierung verloren und sogar nach Mitternacht von einem Ungeheuer angegriffen wurden. Die Marine jagte den berüchtigten Piraten und ehemaligen Offizier des Piratenkönigs Gol D. Roger, Eddard Newgate, Bruder des Piratenkaisers, Edward Newgate, auch unter seinesgleichen genannt Whitebeard.“
 

Alle standen fassungslos da und blickten ihren alten Herrn erschrocken an, dieser setzte jedoch einen finsteren Blick auf „Lies bitte weiter mein Sohn“.
 

„Die Soldaten wussten nicht wie ihnen geschah. Sie hatten Anker gelegt, da das Schiff des Gesuchten am selben Tag vorher entdeckt wurde, der Marine jedoch wieder entkam. Ein Nebel soll sich gebildet haben und versetzte die Crew in Angst und Schrecken. Ein Überlebender der Marine beschrieb es als Szenario des Grauens. Erst soll es finster geworden sein, danach erloschen alle Lichter an Deck, sodass alles im Dunkeln lag. Plötzlich soll er einen Schrei vernommen haben. Als er an die Rehling ging und hinüber ragte, schaute er in die Augen einer Bestie, mit Augen, die auf den ersten Blick hätten töten können. Es war riesig groß, hatte riesige, breite Flügel und sehr lange und spitze Hörner. Als ob es nicht schon schlimm genug gewesen wäre, setzte dieses Ungeheuer das ganze Schiff in Brand und riss alle Soldaten in den Tod. Selbst das Meer um das Schiff herum soll Feuer gefangen haben.“
 

Alle waren geschockt, Ace lief es eiskalt den Buckel runter bei dem Gedanken. Ein Ungeheuer? Das Feuer nutzte zum Töten?

Thatch klammerte sich an Vista und zitterte vor Angst.
 

„Der junge Soldat, dessen Namen wir auf seine Bitte hin nicht veröffentlichen wollen, war der einzige Überlebende des Blutbads. Er wurde körperlich nicht schwer verletzt, erlitt jedoch starken seelischen Schaden, sodass man ihn nach dem Interview in eine Seelensorgeanstalt eingewiesen hatte. „
 

Als Marco fertig war, sah er seine Mitkameraden an. Allesamt sahen sie Whitebeard an, der sich seine Hand gegen die Stirn schlug.

„Was für ein Narr..:“, kam es leise von ihm.

Alle sahen sich gegenseitig an, keiner wusste was im Moment abgeht.

„Du hast einen Bruder und wir wissen nichts davon?“, fassungslos standen alle vor dem alten Herrn. Dieser musste erst die richtigen Worte finden. Es war ihm unangenehm mit seiner Crew ausgerechnet über Ed zu sprechen.

„Ja er ist mein Bruder und ja er war Offizier von Gol D Roger, aber er und ich haben nicht viel miteinander zu tun, jeder geht seinen eigenen Weg und das ist auch gut so.“

Er nahm gleich die ganze Sake Flasche und trank sie in einem Zug leer.

„Er hat immer sein Ding durchgezogen. Damals als kleiner Junge wusste er schon, was er wollte und was nicht.“

Ace schaute seinen alten Herrn genau an, als er mit ihnen sprach. Whitebeard fiel es sehr schwer über seinen Bruder zu reden. Wenn er da an sich und Ruffy dachte, wohlbemerkt dass sie keine Blutsverwandten waren, hatten sie damals eine bessere Verbindung zueinander, wie sein Kapitän zu seinem Bruder.

„Aber genug der Dinge, die Sitzung ist hiermit beendet und ich wünsche euch noch einen schönen Abend meine Kinder.“ Dann stand der alte Mann auf und verließ den Gesellschaftsraum.
 

Whitebeard sah dabei traurig zu Boden als er seine Kajüte betrat. Wenn er an die Kindheitstage dachte, war ihr Verhältnis auch mal anders. Aber alles änderte sich, als Ed sich Gol D Roger anschloss, er wurde arrogant, übermütig und hatte keine Ahnung von Teamgeist. Zumindest das musste Whitebeard seinem alten Erzfeind Roger anrechnen, er brache Ed bei was es heißt ein Team zu sein, für seine Kameraden zu kämpfen. Wenn er nun an die jetzige Situation dachte, könnte man denken der alte Ed stände vor ihm. Zumal nachdem was mit dem Marineschiff passiert ist, das Bündnis zwischen der Marine und ihnen erheblich ins Schwanken kommen könnte.

Er trank seine Medizin und schaute dabei aus seinem Bullauge.
 

//Mein Bruder, warum bereitest du nur wieder so viel Ärger? Du wolltest den Jungen Ace in Sicherheit wissen, aber mit diesen Machenschaften, sorgst du genau für das Gegenteil//
 

Ace stand am Abend auf dem Deck und schaute in die Ferne hinaus. Eine schwache Brise fuhr durch sein Gesicht. Etwas in Gedanken versunken schaute er zum Himmel. Sie hatten eine sternenklare Nacht. Der Vollmond schien über dem Meer und es bot sich ihm so ein schöner Anblick. Während er so verträumt hinaus starrte, fiel ihm etwas am Horizont auf.

Ein komisches Wesen flog durch die Luft, was er nur von weitem sehen konnte. Es schlug mit den Flügeln und es sah so aus, als ob es durch die Luft segeln würde. So viel Eleganz. Was er noch sah, verschlug ihm den Atem. Auf dem Wesen saß eine Person. Sie trug einen langen Mantel und hatte eine Kapuze über dem Kopf. Er betrachtete sie eine ganze Weile lang. Sie saß einfach da und starrte geradeaus und hielt sich an dem Wesen fest, als dieses einmal höher mal tiefer flog. Dabei kam ein Windstoß und fegte die Kapuze von ihrem Kopf. Lange blonde Haare wehten im Wind und schimmerten im Vollmond. Es war eine junge Frau. Ihr Blick war immer auf ihr Ziel gerichtet und schaute nicht in Richtung der Feuerraust. Der Schwarzhaarige konnte nicht glauben was er da sah. „Ich glaub mich tritt ein Pferd, das ist doch ein Drache“, murmelte er vor sich hin. Er rieb sich die Augen, weil er dachte, dass der Alkohol vom Vortag noch in seiner Blutbahn war und ihn Dinge sehen ließ, die einfach nicht realistisch sein konnten. Es musste so sein, Drachen gab es schon seit Jahrhunderten keine mehr, er fantasierte vor sich hin. Als er die Augen wieder öffnete, waren der Drache und seine Reiterin verschwunden.

Die Ruhe vor dem Sturm

Die nächsten Wochen verliefen ganz normal, jeder ging seiner Beschäftigung an Board nach. Ace hatte sich inzwischen in seinem jetzigen Posten als Kommandant gut zu Recht gefunden. Anfangs stand er zwar etwas ahnungslos vor seiner Division und wusste nicht so recht, was er ihnen sagen sollte. Etwas verlegen kratzte er sich immer am Kopf und hatte sein typisches Pokerface, in der Form eines fetten Grinsens, im Gesicht. Marco stand ihm in der Zeit zur Seite, erklärte der Feuerfaust wie er seine Befehle und Taktiken gegenüber seiner Division zum Ausdruck brachte und wie er sich ihnen gegenüber als ihr Vorgesetzter zu verhalten hatte. Ace machte gute Fortschritte. Thatch und Marco behielten den jungen Schwarzhaarigen immer im Auge und beobachteten ihn während des Trainings.
 

In der Zwischenzeit hatte der Log-Port auch wieder einen Kurs bestimmt. Vor ein paar Tagen blieb der Zeiger im Inneren der Kugel in Richtung Osten stehen. Whitebeard machte große Augen und dachte schon, er sehe nicht richtig. Da spielte der Kompass die ganze Zeit verrückt und von heute auf Morgen funktionierte es wieder.

//Komisches Ding// schoss des dem Piratenkaiser durch den Kopf. Da der Proviant inzwischen von dem langen Zwischenstopp fast komplett ausgeschöpft war, hatten sich die Piraten vorgenommen bei der nächsten Insel einen kurzen Zwischenstopp einzulegen und die Vorräte wieder aufzufüllen. Ace konnte es nicht fassen, er und Thatch wurden damit beauftragt, die Einkäufe vor zunehmen.

Und dann war es endlich soweit. Einige Tage, nachdem der Log-Port eine Richtung bestimmt hatte, liefen sie am Hafen einer kleinen Insel ein.

„Was ist das für eine Insel, Pops?“

Ace lehnte sich über die Rehling und beobachtete dabei Whitebeard, der auf seinem riesigen Thron am Deck saß und die Vorratsliste durchging.

„Das ist Sunny Island“, brummte der alte Mann, „Die Stadt hat eine schöne Altstadt, zudem sehr nette Einwohner“.

„Und viele heiße Weiber!“, Teach sah sabbernd auf den Strand, der vor ihnen lag. Ein paar Frauen und junge Mädchen saßen knapp bekleidet am Strand und unterhielten sich, andere wiederum gingen ins Meer und genossen ein Bad. Ein Kichern und lautes Lachen war zu vernehmen.

„Ein herrlicher Anblick, oder?“, Teach nahm Ace seitlich in die Arme und sah seinen Kommandanten mit großer Erwartung an. Ace jedoch verzog keine Mimik und schielte etwas genervt seitlich zu Teach rüber. Er hasste es, wenn jemand so abwertend über Frauen sprach.

//Der und seine Weibergeschichten..//

„Oh Ace, schau dir doch einmal diese heißen Schnitten an, als ob du davon nicht auch angetan wärst, bei einigen könnest du ganz bestimmt gut landen, komm wir gehen mal ein paar Weiber aufreißen“, auf einmal sah Teach neben sich und bemerkte, dass die Feuerfaust gar nicht mehr neben ihm stand. Etwas zornig blickte er hinter sich und sah wie Ace zu Whitebeard ging und von diesem die Vorratsliste zurückbekam.

„Gut mein Sohn, dass müsste alles sein, nehmt ein paar Berry mit und schaut was ihr alles bekommen könnt.“

Der Kommandant der 2. Division nickte daraufhin und verließ zusammen mit Thatch das Schiff. Teach blieb allein zurück.
 

Die Altstadt war vollgestopft. Es war auch noch Wochenmarkt und da war die Stadt immer besonders voll. Überall standen Menschen an den unterschiedlichsten Ständen und bewunderten die Ware, die die Verkäufer dort anboten. Kinder lachten und spielten vor einem großen Brunnen, die Cafés und Restaurants waren komplett belegt und in den Biergärten saßen überwiegend ältere Männer, die ihr Rentnerdasein genossen.

„Ist schon lange her, dass ich so viele Menschen auf einem Haufen gesehen hab“, sagte Thatch und schaute zu Ace rüber. Dieser blieb an einem bestimmten Stand hängen. Thatch stellte sich neben ihn und sah den Schwarzhaarigen fragend an. „Was ist den?“

Die Feuerfaust besah das leckere Essen und kaufte sich gleich einmal mehrere XXL Hot Dogs, die er genüsslich während dem Vorräteeinkauf verzehrte. Die Stadt war riesig. Schöne Skulpturen, in Art von Drachen, verzierten die alten Gebäude. Die Gärten waren besonders gepflegt und die Kirschblüten blühten an jeder Ecke. Ace konnte gar nicht genug von dem Anblick bekommen. Sie kauften nach und nach alle Vorräte ein, die auf der Liste standen. Der Sack, den sie mit sich trugen wurde immer größer und schwerer.

„So jetzt fehlt nur noch das Bier und der Sake, dann können wir zurück“, sagte Thatch als er die Liste noch einmal begutachtete. Sein Gegenüber nickte drauf hin.
 

Sie liefen währenddessen an einem Stand vorbei, in dessen Innern eine Wahrsagerin saß. Viele Menschen, unteranderem junge Frauen blieben bei der alten Frau stehen.

„Meine Güte, die Leute glauben auch noch diesen Mist, den die Alte von sich gibt“, Thatch war leicht genervt und wollte den Schwarzhaarigen am Arm packen, damit sie schnell von dem Stand wegkamen doch plötzlich..

„Warte mein Junge!“

Die beiden Männer drehten sich um und schauten auf den Stand, von dem sie gerade weglaufen wollten. Die alte Frau saß an einem kleinen Tisch, unter ihr befand sich ein riesiges Kissen. Ihre Augen waren geschlossen. Sie war allein.

„Woher wusste die Alte, dass wir an ihrem Stand vorbei gingen“, flüsterte Ace in Thatchs Ohr. Dieser zuckte nur mit den Achseln.

„Setz dich mein Kind“, die alte Frau deutete auf das Sitzkissen gegenüber von ihr.

„Wen von uns beiden?“, fragte die Feuerfaust und blickte dabei etwas irritierend seinen Nachbarn an. Dieser schaute nur irritierend zu der Feuerfaust zurück. Sie wussten nicht was sie von dieser Situation halten sollten.

„Dich mein Junge, komm her“.

Etwas zögerlich nahm die Feuerfaust gegenüber von ihr Platz.

„Wie lautet dein Name mein Junge“.

„Ace, werte Dame, Portgas D. Ace“

Etwas fragend schob die alte Frau ihre Augenbraue nach oben und nahm seine Hand und befuhr das Innere seiner Handflächen. Ihre Finger waren weich und nicht so verschrumpelt, wie man es von einer alten Dame erwartete. Sie öffnete ihre Augen und sah Ace direkt ins Gesicht. Dieser jedoch erstarrte. Ihre Augen waren perl-weis, keine Iris, keine Pupille. Ein Schimmer lag in ihrem Blick, als schaue man eine Perle von einer Miesmuschel an.

//Sie ist ja blind// schoss es dem Schwarzhaarigen durch den Kopf.

„Also“, sie befuhr weiter die einzelnen Falten in seiner Handfläche.

„Du bist ein sehr berühmtes Kind, wirst sogar von allen gesucht. Deine Existenz blieb der Weltregierung und der Marine lange verborgen. Dein Vater war ein gefürchteter Mann, sehr gefährlich. Du hast viel Last und Leid auf deinen Schultern tragen müssen, du hattest kein einfaches Leben. Momentan scheinst du auf dem Schiff eines berühmten Piratenkaisers zu leben, habe ich Recht?“

Ace schluckte. Woher wusste die alte Dame das, konnte sie doch hellsehen?

Innerhalb von wenigen Minuten konnte sie fast alles über ihn herausfinden.

War es Zauberei oder doch nur Schwindel?

„Kann gut sein, werte Dame“, seine Stimme zitterte.

Sie sah wieder nach unten und fuhr fort:

„Im Moment mag dein Leben zwar problemlos sein, aber merke dir gut, es werden andere Zeiten kommen. Du bist nicht der Einzige, vor dem sich die Marine fürchtet.“

Die Feuerfaust schaute gefesselt zu der alten Dame.

„Was wird mit mir geschehen?“

Die alte Dame nahm ihre Hände wieder zu sich und nahm die Glaskugel, die neben ihr stand. Sie warf einen Blick hinein.

//Wie kann sie etwas sehen, sie ist doch blind?!//

„Deine Welt wird sich von heute auf Morgen ändern, sowohl äußerlich, als auch gefühlsmäßig. Du wirst einer Person begegnen, der so ziemlich das Gleiche wiederfahren ist wie dir selbst, vielleicht sogar schlimmeres.“

Ace wurde hellhörig, wie kann jemandem noch etwas Schlimmeres passiert sein wie ihm selbst. Er glaubte kaum daran, dass es noch jemanden gab, der genauso gefürchtet war, wie sein Vater Roger selbst.

„Was meinen Sie damit, etwas Schlimmeres wie mir?“

Die alte Dame sah den Schwarzhaarigen finster an und zog den Jungen zu sich und flüsterte leise in sein Ohr:

„Hast du schon einmal eine geliebte Person vor deinen Augen sterben sehen?“

Ace Augen weiteten sich. Er eine geliebte Person sterben sehen?

Augenblicklich schoss ihm ein Bild von Sabo durch den Kopf. Schluckend erinnerte er sich wieder an damals. Er hatte seinen kleinen Bruder damals an die Regierung verloren, als sie ihn damals mit einer Kanonenkugel abschossen, als dieser das erste Mal Segel setze um das Land zu verlassen. Aber gesehen hatte er es nie. Einer von Dadans Banditen hatte es damals mit eigenen Augen gesehen.

„Dachte ich es mir doch“, kam es von der Wahrsagerin.

Fragend sah die Feuerfaust die alte Frau an, die in der Zwischenzeit wieder gegenüber von ihm Platz genommen hatte.

„Du wirst noch einiges lernen müssen, mein junger Pirat. Halte stets die Augen offen“.

Sie kramte neben sich und holte etwas Funkelndes, ein Medallion, aus einer Kiste heraus. Es funkelte in purem Gold und im Innern befand sich ein Kristall. In dem Kristallinneren war ein Dreiköpfiger Drache eingraviert. Wenn man es gegen das Licht hielt, schimmerte es in allen Regenbogenfarben.

Sie nahm die Hand des Kommandanten und legte das Schmuckstück behutsam hinein und umschloss es mit seinen Fingern. Leise flüsterte sie, so dass nur er es hören konnte:

„Dieses Medallion wird dich zu ihr führen, sie wird das Zeichen im Innern erkennen. Pass gut darauf auf und hüte es wie einen Schatz“.

Mit diesen Worten erhob sich die Dame und begab sich in das Innere eines Zeltes, das sich direkt hinter dem Stand befand. Die Feuerfaust blieb fragend zurück.
 

Am Abend hatten sie alle Vorräte auf der Moby Dick sicher verstaut.

Die Feuerfaust lag auf seinem Bett in seiner Kajüte und hielt das Medallion in das Licht der Kerze, die auf seinem Schreibtisch stand. Schimmernd besah er das Goldstück und umfuhr die Gravierung mit seinen Fingern.

„Das nenne ich mal Kunst“, flüsterte der Schwarzhaarige.

Immer wieder halten die Worte der Wahrsagerin durch seinen Kopf. Er wusste nicht wie er sie deuten sollte. Er wusste nicht, ob die Wahrsagerei eher gut oder eher schlecht für ihn war. Tatsache war, dass die alte Frau nun über ihn Bescheid wusste, aber er glaubte nicht, dass die Wahrsagerin der Marine etwas mitteilen würde, so schätze er sie nicht ein.

Aber wer soll diese geheimnisvolle Person sein, die sein Leben verändern soll?

Woran würde er sie erkennen?

Fragen über Fragen tummelten sich in seinem Kopf.

Es klopfte an der Tür.

„Herein“, kam es von dem Schwarzhaarigen.

Die Türklinke wurde hinuntergedrückt und Marco spitze hinein.

„Was machst du denn schon im Bett?“

Augenblicklich lies Ace das Medallion unter seinem Kopfkissen verschwinden, sodass der Blondhaarige es nicht bemerkte.

„Ich denke nur nach, was gibt´s den?“.

Marco schob fragend die Augenbraue nach oben.

„Komm schon, Pops hat einen riesigen Tisch in einer Piratenbar direkt am Strand bestellt. Er wollte wohl mit uns noch einen Abend feiern bevor es Morgen wieder auf See geht.“

„Alles klar, gib mir nur noch fünf Minuten.“

Er zog ausnahmsweise ein gelbes Shirt an und legte sich das Medallion um seinen Hals. Es passte ganz gut zu seiner blutroten Perlenkette, die er immer trug. Er versteckte das Schmuckstück so gut es ging unter seinem Shirt, sodass niemand es sehen konnte. An Bord lassen, wollte er das Medallion nicht. Danach griff er nach seinem Orangenen Hut, zog sich diesen über seinen Kopf und begab sich an Deck.

Alle andern hatten das Schiff bereits verlassen und warteten nur noch auf den Kommandanten der 2. Division. Mit einem Schwung sprang Ace das Schiff hinunter und lief zu den Anderen, die bereits auf ihn warteten.
 

Zusammen gingen sie zu einer Bar, die wirklich direkt am Strand lag. In ihr befanden sich überwiegend Piraten, die ihr Bier genossen und gleichzeitig Spiele wie MauMau, Pocker und Dart spielten. Ihr Tisch befand sich etwas abseits. Als alle Platz genommen hatten, kam auch schon die Bedienung, eine schüchterne, vollbusige Frau.

„Was kann ich für euch tun?“

„Gib mal dem guten Teach einen Kuss auf die Backe, mein Mäuschen“, lachte Teach und schlug der Bedienung dabei auf den Hintern. Diese wirkte etwas genervt und ignorierte das Geschehene.

Als jeder seine Bestellung abgegeben hatte, schaute Ace in die Runde. Es waren kaum Frauen anwesend, stellte er fest. Etwas zornig fiel sein Blick dabei auf Teach, der seine Finger einfach nicht bei sich lassen konnte. Jedes Mal wenn die weiblichen Bedienungen an ihm vorbei gingen, pfiff er ihnen hinterher und fletschte seine Zähne.

//So ein Widerling…// fuhr es der Feuerfaust durch den Kopf.

Je mehr an dem Abend getrunken wurde, desto heiterer waren alle.

Sie begannen Lieder zu singen und fingen auch an Karten zu spielen.

„Wie weit gehst du?“, Vista hielt sein Blatt vor sich so dicht, sodass keiner in seine Karten schauen konnte.

Thatch und Marco sahen sich beide an, danach blickten sie zu Ace, der immer noch sein Blatt beobachtete.

„Ich gehe mit“, kam es von Haruta und legte ihre Münzen in die Mitte.

Vista grinste nur und sah die anderen drei fragend an.

„Nein“, Marco warf sein Blatt hin.

„Ich gehe auch nicht weiter“, meinte Thatch und kratzte sich dabei verlegen am Kopf.

Ace jedoch wusste nicht was er tun sollte. Er wusste, dass Vista nur bluffte. Das erkannte er sofort an seiner Mimik.

Während er überlegte, sah er nach oben und blickte noch einmal in die Runde. Die Bar war immer noch voll von betrunkenen Piraten. Sein Blick fiel dabei auf einen hinteren Tisch, zwei Reihen weiter weg von ihnen. Dort saßen zwei vermummte Personen, eine etwas größere und eine kleine, zierliche Gestalt. Bei ihren Getränken handelte es sich lediglich um Kaffee, wenn er es richtig erkennen konnte.

//Die waren eben noch nicht da//

Genau in diesem Moment stand die zierliche Gestalt auf und kam auf den Tisch der Whitebeard-Piraten zu. Anscheinend wollte sie wohl ins Bad, das sich direkt hinter ihrem Tisch befand.

Beim genauen Hinsehen fiel Ace auf, dass sie hohe Stiefel trug und eine elegante Bewegungsweise hatte. Etwas faszinierte die Feuerfaust an dieser Person. Ihre Gegenwart ließ den Schwarzhaarigen vom Innern her aufheizen, als ob man gerade die Heizung auf volle Temperatur einstellte. Als die Person an dem Tisch und auch noch ausgerechnet an Teach vorbeiging, hielt dieser sie fest.

„Na, na meine Liebe wo wollen wir denn hin?“, Teach hatte sich wohl durch den Alkoholkonsum nicht mehr unter Kontrolle.

Diese schaute den Schwarzhaarigen nicht an.

„Ich gebe dir drei Sekunden um mich los zulassen“, kam es von der vermummten Gestalt.

Ace erkannte, dass es sich um eine Frauenstimme handelte.

//Teach lass den Blödsinn//

Dieser dagegen grinste nur und schaute dabei die junge Frau an.

„Als ob ich auf ein Weib hören würde!“, raunzte er und sein Griff um ihr Handgelenk wurde fester. Die junge Frau schaute immer noch in eine andere Richtung und ignorierte den Piraten. Teach gefiel das überhaupt nicht und zog die Gestalt mit einem Ruck an sich heran.

„Schau mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede, du wertloses Stück Dreck!“

Das war zu viel, Ace wollte dazwischen gehen, er ballte seine Hände unter dem Tisch bereits zu Fäusten. Er als sein Kommandant musste Teach Einhalt gebieten. Er war sein Vorgesetzter. Was würde er für ein Kommandant sein, wenn er sowas Abscheuliches zulassen würde.

„Eins…“, kam es auf einmal.

„Zwei…:“

Eine Stille trat ein.

„DREI!!!“

Auf einmal riss sich die junge Frau von Teach los und schluck ihm so dermaßen in die Magengrube, sodass der auf den massive Holztisch flog und dieser unter seinem Gewicht zusammenbrach. Eine riesige Delle war auf seinem Bauch zu sehen und Blut spritzte aus seinem Mund. Whitebeard stand auf und konnte seinen Augen nicht trauen.

Die Kapuze der Gestalt war während des Angriffs davongeweht. Blonde, goldene Haare kamen zum Vorschein. In Kampfposition stand sie nun vor dem Schwarzhaarigen und knackte dabei ihre Fäuste. Ihre blauen Augen glichen einem Raubtier, das gerade auf die Jagd war und die Beute erspäht hatte. Eine Zornader bildete sich auf ihrer seitlichen Stirn und sah wütend zu ihrem Gegner hinunter, der immer noch alle Vieren von sich gestreckt hatte. Augenblicklich kam dieser zu sich und stellte sich der Frau entgegen., gewaltig und bedrohlich zugleich.

„Wie kannst du es wagen, du Narrin, weißt du den nicht, wer ich bin?!“

Die junge Frau sah den Piraten grinsend und herausfordernd an.

„Legst du es darauf an von einem Weib wie mir vermöbelt zu werden?“

Alle Piraten in der Bar hatten die Augen auf die Beiden gerichtet.

Sogar die Whitebeard Piraten saßen still da und schauten gefesselt zu.

„Oh nein, mein armer Tisch“, heulte der Barkeeper und fasste sich mit beiden Händen an den Kopf.

Ace konnte seinen Augen nicht trauen. Vor lauter Erstaunen blieb ihm der Mund offen stehen. Teach wurde von einer Frau geschlagen und das mit nur einem Fausthieb. Wobei der Widerling es laut seiner Meinung auch verdient hatte, er schien diesmal an die Richtige geraten zu sein. Diese Frau strahlte so eine Energie aus, die der Kommandant der 2. Division gar nicht aufnehmen konnte. Eine Hitze breitete sich in ihm aus.

Ihm schoss nur eine Frage in diesem Moment durch den Kopf.
 

//Wer zur Hölle ist diese Frau?//

Schicksalhafte Begegnung

Immer noch waren alle Blicke auf die zwei Streitenden gerichtet. Alles war mucksmäuschen still. Alle starrten zu den Beiden. Einem der Zuschauer lief sogar das Bier aus dem Krug, da er ihn vor Schreck schief hielt. Nur das Tropfen des Getränks auf den Boden war zu vernehmen. Teach hielt sich immer noch den Bauch. Den Schlag, den sie ihm verpasst hat, hatte es echt in sich, er dachte, dass jeden Moment das Bier hoch kommt, aber diese Blöße wollte er nicht zeigen. Keuchend und mit weit aufgerissenen Augen schaute er die junge Blondine mit funkelndem Blick an. Wie konnte sie es nur wagen, ausgerechnet ihm eine runterzuhauen. Er dachte nicht mal daran, dass der Fehler bei ihm liegen könnte, jeder wusste es, außer er selbst. Diese hingegen ballte ihre Fäuste nun zusammen und ein Knacken war zu vernehmen. Auf einmal waren kleine Funken auf ihren Fäusten zu sehen. Auch die Hautfarbe veränderte sich, sie leuchtete in einem glutroten Schimmer. Ace konnte nicht glauben, was er da sah. Sie bildete einen kleinen Feuerring um ihre Fäuste. Wie geht das? Er war der Einzige, der dazu in der Lage war seinen Körper in Flammen aufgehen zu lassen, zudem er auch die Teufelsfrucht aß und wusste, dass kein anderer vor ihm sie hätte haben können, sonst hätte er wohl nicht die Kräfte, die er durch sie heute besitzt. Jedoch wurde das Schauspiel je unterbrochen, als eine Hand auf der Schulter der jungen Frau landete. Die junge Frau drehte sich daraufhin um und sah in die Augen eines jungen Mannes. Es handelte sich dabei um die andere Person, die vorher mit der Blondine am Tisch saß, der nun dicht hinter ihr stand. Seine Kapuze war ebenfalls runtergezogen. Rubinrotes Haar, welches hinten zu einem Zopf zusammengebunden war, kam zum Vorschein, smaragdgrüne Augen schauten die junge Frau an. Er war drei Köpfe größer als sie und hatte eine sehr schlanke Figur.

„Lass es gut sein, wir sind wegen etwas anderem hier, dass weißt du…“

Das Feuer erlosch augenblicklich bevor es erst richtig zu lodern begann. Mit finsterem Blick schaute sie zu dem Schwarzhaarigen, der immer noch keuchend vor ihr stand, zitternd auf den Beinen.

Sie schloss die Augen, nickte, wollte sich gerade zu ihrem Begleiter umdrehen und gehen, als der Schwarzhaarige Pirat sich vor sie stellte. Teach wusste gar nicht was los war, rasend vor Wut baute er sich bedrohlich vor der jungen Frau auf.

„Wie? Nichts ist vorbei, ich lasse mich doch nicht von einem Weib abservieren!!“

Er hob die Hand und wollte gerade ausholen und ihr eine Backpfeife ins Gesicht verpassen, als eine andere Hand seine stoppte, indem er den Weg blockierte und seine festhielt.

„Was zum!“

Teach sah erschrocken neben sich und erkannte seinen Kommandanten neben sich, der ihn mit finsterem Blick ansah und seine Hand fest im Griff hatte.

„Teach, es reicht jetzt, ich denke du hast genug für heute angestellt, denkst du nicht?“

„Aber dieses M..“

„Nichts aber, ich sagte es reicht oder soll ich mich wiederholen!“

Sein Ton war sehr streng und übertonnte die Stimme des anderen.

Marco und Thatch saßen fassungslos da und schauten die Feuerfaust mit großen Augen an.

Hatte er sich gerade wirklich Teach in den Weg gestellt?!

Brummend ließ dieser seine Hand sinken und schaute die Feuerfaust zornig an. Es war ihm unangenehm, dass nun sein Kommandant, sein Vorgesetzter, schon einschreiten musste.

Danach sah er wieder zu der Blondhaarigen, die nun direkt neben ihrem Begleiter stand.

„Glaub ja nicht, dass ich mit dir schon fertig bin!“, zischte er und drehte sich um und verließ die Bar, wenn auch sehr langsam.

Ace schaute Teach eine Weile hinterher und wandte seinen Blick wieder zu seinen Nakamas. Die standen alle fassungslos dar. Thatch und Marco blieb der Mund vor Erstaunen immer noch offen stehen. Was für ein Schauspiel.

„Danke für deine Hilfe“, hörte Ace auf einmal eine warme Stimme hinter sich, sie klang nicht mehr so rasend und wütend wie eben. Die Feuerfaust drehte sich um und sah in das Gesicht der jungen Frau, die direkt vor ihm stand und sich daraufhin vor ihm verneigte. Sie ging ihm gerade mal bis zur Brust, wirklich groß war sie ja nicht. Als sie wieder zu ihm hochschaute, sah er in ihre Augen. Es war fast so, als ob er sich selbst in ihnen verlieren würde, dieses Ozeanblau hatte etwas anziehendes an sich. Roter Schimmer legte sich auf seine Wangen, jedoch schüttelte er daraufhin schnell seinen Kopf und schob seinen Hut mehr ins Gesicht, sodass die Röte nicht so sehr auffiel.

„Gern geschehen, junges Fräulein.“

//Was ?? Junges Fräulein?? Spinne ich jetzt komplett?? Ace reiß dich zusammen//

Die Blondine lächelte daraufhin und reichte ihm ihre Hand entgegen.

„Ich hoffe, dass ihr noch einen schönen Abend habt“

Ace reichte zögernd seine Hand entgegen und kratzte sich verlegen am Kopf.

„Ach von so einem Idioten wie Teach lassen wir uns doch nicht den Abend verderben“.

Grinsend sah er sie an und lachte dabei. Währenddessen begutachtete die junge Frau ihr Gegenüber. Er sah ja schon heiß aus. Sein muskulöser Körper ließ bestimmt jedes Frauenherz dahinschmelzen und dieses Lachen war einfach nur süß. Jedoch ließ sich die Blondine davon nicht ablenken, sie kannte den jungen Piraten nicht und war trotz allem immer auf der Hut. Aber irgendetwas kam ihr bekannt vor, so als ob sie dem Kommandanten schon einmal begegnet wäre. Sie versuchte sich an diese Vertrautheit zu erinnern. Auf einmal wanderte ihr Blick auf seine Brust und sah etwas Funkelndes, das unter seinem Shirt hervorkam. Sie erstarrte als sie es erkannte, das blieb auch ihrem Gegenüber nicht unbemerkt. Ace fiel ihr Blick auf, der gegen seine Brust gerichtet war und er sah, dass das Medallion bei dem ganzen Getümmel rausgefallen war und nun hervorhing. Schnell griff er danach und ließ es wieder unter seinem Shirt verschwinden. Seine Nakamas sollten es nicht sehen, er war froh, dass Thatch während seinem Gespräch mit der alten Frau meterweit weg stand und die Worte von ihnen nicht mitbekommen hatte.

Sie schüttelte jedoch ihren Kopf und ließ von der Hand der Feuerfaust ab. Etwas stimmte ganz und gar nicht, sie erkannte dieses Medallion, aber es hieß es sei damals im Meer versunken und sei unerreichbar für jede lebende Seele. Auf einmal schoss ihr ein Bild in den Kopf. Ein Bild von einem Jungen, der einsam durch den Wald rannte und auf der Flucht vor den Dorfbewohnern war. Er weinte. Dann plötzlich ein anders Szenario, als der Junge mit zwei anderen Jungs im Wald unterwegs war und sie gemeinsam einen riesigen Tiger erlegten. Sie sah alles so klar vor sich, als ob sie selber anwesend gewesen wäre.

„Wir müssen los“

Die Worte ihres Begleiters rissen die junge Frau aus ihren Gedanken.

Sie nickte, richtete ihren Blick noch einmal zu der Feuerfaust und den Anderen und winkte.

„Auf Wiedersehen, vielleicht sieht man sich noch einmal im Leben“.

Aus irgendeinem Grund konnte sie das Gesehene nicht richtig deuten, was war das, war sie selber damals dabei und wusste es nicht? Fragen über Fragen tummelten sich in ihrem Kopf während sie sich von den Whitebeardpiraten entfernten.

Ace blieb verdutzt zurück und winkte ihr ebenfalls, wenn auch etwas wehmütig, entgegen. Er hätte sie gern näher kennengelernt. Das musste er sich wohl eingestehen. Es faszinierte ihn, dass sie ebenfalls das Element des Feuers beherrschen konnte. Er hätte gern mehr darüber erfahren. Lange schaute er der jungen Frau und ihrem Begleiter hinterher, die als sie die Bar verließen, wieder ihre Kapuzen aufsetzten. Es kam ihm so vor als ob sie unbemerkt bleiben wollten, als ob sie auch auf der Flucht sein könnten. Auf einmal schlug er sich mit der Hand gegen seine Stirn.

//Ich Dummkopf, ich habe nicht einmal nach ihrem Namen gefragt, geschweigedenn meinen verraten…//

„Ace, ich glaube der Barkeeper ist nicht gerade erfreut“.

Marco deutete mit einem seitlichen Nicken auf den Barkeeper, der hinter der Theke stand und sie mit einem bedrohlichen Funkeln ansah.

Die Feuerfaust ging auf den Barkeeper zu, der immer noch hinter seiner Bar war und krammte dabei in seiner Hosentasche. Der Barkeeper fuhr ängstlich zusammen als Ace vor ihm stehen blieb. Dieser krammte immer noch in der Tasche und grinste dabei.

„Hier, damit du dir einen neuen Tisch kaufen kannst und ich entschuldige mich für das Verhalten meines Nakamas, er verträgt einfach keinen Tropfen Alkohol“

Der Schwarzhaarige legte eine dicke Geldscheinrolle auf den Tisch.

Der Barkeeper schaute nicht schlecht, als er das Bündel vor sich sah. Und fing daraufhin wieder an zu heulen. Es gab also auch noch nette Piraten.

„Vielen Dank mein Herr“.
 

Sie verließen jedoch daraufhin schnell die Bar und liefen noch eine Weile durch die Gassen. Die Meisten hatten keine Lust mehr und gingen wieder zurück an Bord der Moby Dick. Ace, Thatch, Marco, Vista und Haruta gingen noch alleine durch das Nachtgetümmel.

„Sag mal Ace, was war eben mit dir los? Es scheint ja so, als ob das Mädchen dir die Sprache verschlagen hätte“, kam es lachend von Thatch, der daraufhin seine Arme hinter seinem Kopf verschränkte.

„Das stimmt allerdings du warst ganz still, als sie vor dir stand“, grinste Marco.

Ace wandte sich daraufhin ab und schob seinen Hut wieder mehr in sein Gesicht.

„Ach was, ich war nur erstaunt, dass sie auch das Feuerelement beherrscht, mehr nicht.“

Haruta sah seitlich zu Ace und zwickte ihm dabei mehrmals leicht in die Seite.

„Wer´s glaubt, ich konnte deine innerliche Hitze genau wahrnehmen“.

Etwas ertappt schaute die Feuerfaust weiter zu Boden. Ihm ging dieser schockierende Blick nicht mehr aus dem Kopf, den sie auflegte als sie das Medallion sah.

Vista legte daraufhin seinen Arm um Ace und lachte dabei herzlich.

„Ach wie niedlich unserem Ace hat es die Sprache verschlagen“.

Dieser schubste ihn daraufhin von sich weg.

„Als ob!“

„Hast du überhaupt nach ihrem Namen gefragt, mich hätte ja schon interessiert, von wem unser Teach da vermöbelt wurde“, lachte Marco.

Ace sah etwas genervt zu Boden und tritt dabei einen Stein vor seinen Füßen weg.

„Nein..“

„Mich hätte ja eher der Name des süßen Jungen neben ihr interessiert, hihi“.

Augenblicklich sahen die vier Männer geschockt zu Haruta, die einen leichten Rotschimmer auf ihren Wangen hatte und quickte erfreut vor sich hin.

„Der war ja zuckersüß und dieser Blick war einfach der Oberhammer, dieser Körper, diese Frisur einfach alles an dem Kerl war verführerisch“.

Mit Herzaugen schlenderte sie fröhlich vor den anderen her und tänzelte dabei um einen Laternenpfahl herum.

„Fragt sich wohl eher, wenn es hier erwischt hat“, kam es lachend von Vista.

Ace lachte daraufhin ebenfalls und schaute dabei zum Himmel. Dieser war sternenklar und der Vollmond erhellte die Nacht. Auf einmal bemerkte er eine Sternschnuppe, die durch das Himmelszelt hinwegfegte. Etwas in Gedanken versunken blieb die Feuerfaust noch eine Weile stehen und nahm das Medallion wieder hervor und begutachtete es genauer. Auf einmal bemerkte er wie sich die Form der Drachengravierungen im Kirstallinneren veränderte. Der dreiköpfige Drache nahm eine Kampfstellung ein und es sah so aus, als ob er Feuer speien würde. Dann erschienen auf einmal seltsame Zeichen um den Drachen herum. Eine Schriftart, die er nicht entziffern konnte.

//Was hat das Ganze nur zu bedeuten??//

Als die Feuerfaust bemerkte, dass er schon weit hinter einen Nakamas war, rannte er ihnen hinterher. „Wartet auf mich!“
 

Auf dem Dach einer Kirche saßen die Beiden andern Gestalten von eben und beobachteten die Fünf Piraten, die sich vergnügt wieder Richtung Moby Dick bewegten.

Ihre Kapuzen hingen ihnen weit ins Gesicht. Die junge Frau kniete auf dem Dach und schaute hinunter in das Getümmel, der junge Mann stand direkt hinter ihr.

„Was war eben mit dir los, Aria, du bist doch sonst nicht so leicht zu reizen.“

Die junge Gestalt saß weiterhin auf dem Dach und schaute in die Ferne.

„Dieser Angeber von Pirat scheint keinen Respekt vor Frauen zu haben, außerdem fiel mir seine Visage schon eine Zeit lang auf. Und wie hätte ich deiner Meinung nach reagieren sollen, Riko?“

Der Rothaarige sah seine Begleitern besorgt an und schloss seine Augen.

„Du weißt schon mit wem du dich da angelegt hast oder?“

„Sicher doch, ich habe Whitebeard erkannt, er ähnelt unserem Kapitän wirklich sehr. Nicht wahr?“, weiterhin sah die junge Frau in die Ferne.

„Sie sind immerhin Brüder, sie sind vom selben Blut.“

Riko stellte sich genau neben die Blondhaarige und schaute dabei in ihr Gesicht, dass im Vollmondschein gut zu erkennen war.

„Was beschäftigt dich, du bist seit wir die Bar verlassen haben so ruhig. Was ist zwischen dir und dem Kommandant vorgefallen?“

Aria schüttelte ihren Kopf und erhob sich von ihrem Posten.

Sie wollte ihre Gedanken lieber für sich behalten und gerade Riko sollte es nicht erfahren.

Ihr gingen diese Szenarien nicht mehr aus dem Kopf. Das geschah alles nachdem sie auf das Schmuckstück am Hals des Kommandanten geblickt hatte. Wie Zauberei? Wohl kaum!

„Wir sollten Greybeard Bericht erstatten, dass wir seinen Bruder hier gefunden haben, findest du nicht?“

Etwas enttäuscht schaute der Rothaarige Aria an, die immer noch in Richtung der Moby Dick schaute. Sie ließ ihn nie an ihren Gedankengängen teilhaben, dabei waren sie schon seit Jahren immer zu zweit unterwegs, aber nie sprach die Blondhaarige über ihre Gefühle, geschweigedenn über ihre Vergangenheit. Sie behielt generell alles, was sie selbst betraf, für sich.

„Du hast Recht, ich denke er würde sich sehr über ein Familientreffen freuen nicht wahr?“

Lachend legte er seine Hand auf die Schulter der jungen Frau, die immer noch in die Ferne blickte.

„Familie“, kam es ihr traurig in den Sinn.

Auf einmal flog ein silberner Falke an ihnen vorbei. Er trug ein Glöckchen um den Hals, das eine sehr schöne Melodie von sich gab. Eine sehr traurige Melodie wie Aria fand.

„Ein Zeichen, dass wir zurück an Bord gehen sollten“, sprach Riko und ging voraus. Die Blondhaarige blieb noch eine Weile stehen. Sie streckte ihren linken Arm aus und der Falke landete auf ihm. Aria strich dem Vogel zart über die Brust und sah ihm tief in die Augen. Die Augen funkelten in einem prächtigen Gold. Immer gegen Ziel gerichtet flog er von Arias Arm los und schwang die Flügel gegen Nachthimmel.

„Aria wo bleibst du denn?“

Die junge Piratin sah zu ihrem Gefährten, der schon auf dem Nachbardach gelandet war.

„Ich komme schon“, antwortete sie und blickte ein letztes Mal Richtung Moby Dick.

//Wir werden uns wiedersehen//

Daraufhin folgte sie Riko, der mit ihr zusammen von Dach zu Dach sprang und allmählich verschwanden sie in der Dunkelheit der sternklaren Nacht.

Der Fremde Bekannte

Es war Mitten in der Nacht als es allmählich ruhiger wurde. Alle Piraten waren erledigt und kaputt von dem heutigen Tag. Marco und Thatch sind sogar an Deck am Mast Kopf an Kopf nebeneinander eingeschlafen. Vista dagegen bevorzugte dann doch eher sein eigenes Bett und seine eigene Kajüte. Ehe er jedoch schlafen ging, deckte er die beiden Kommandanten jedoch behutsam mit der Decke zu damit sie über Nacht nicht froren. Ace dagegen war den Mast hochgeklettert und schaute vom Mastkorb aus weit in die Ferne. Er trug das Goldstück immer noch an seinem Hals und begutachtete es immer wieder.

„Das ist ein schönes Schmuckstück.“

Ein Schock durchfuhr die Feuerfaust und er drehte sich daraufhin angespannt um. Hinter ihm war die kleine Haruta zu ihm hochgeklettert. Etwas erledigt unteranderem auch unter dem Einfluss von dem Alkohol heute Abend setzte sie sich direkt neben den Kommandanten der 2. Division und reichte ihm ein Bierkrug, den der Schwarzhaarige dankend entgegennahm. Schlürfend setzte er sich ebenfalls und schaute in die sternklare Nacht.

„Wo hast du das Medallion eigentlich her?“

Fragend drehte sich Ace zu Haruta um, die ihn angespannt ansah und sich plötzlich das Goldschmück schnappte, das um Ace Hals hing und zog ihn unabsichtlich zu sich.

„Ehy!!“

Haruta setzte eine ernste Miene auf und sah die Feuerfaust mit funkelnden Augen an.

„Du weißt nicht was das ist oder?“

Ace Augen weiteten sich.

„Sag mir nicht du erkennst es wieder Haruta?!“

Sollte sie etwa diese gewisse Person sein? Das ist doch wohl ein schlechter Scherz?!

Haruta sah sich das Medallion nochmals genau an und nickte bloß.

„Ich selber habe sowas noch nie gesehen, aber ich hab davon gehört.“

Sie ließ von dem Schmuckstück ab und Ace setzte sich wieder aufrecht hin und umfuhr seinen Hals. Das hätte auch anders ausgehen können.

„Ach komm du Lusche so fest hab ich gar nicht angezogen!“

Sie versetzte ihm dabei einen etwas kräftigeren Hieb direkt in die Seite, sodass dieser schmerzhaft zusammenzuckte.

„Musst du eigentlich immer so grob sein?“

Haruta setze ein fettes Grinsen auf und schaute daraufhin wieder zum Himmel.

„Ach komm, das war doch nur Spaß!“

Von der einen auf die andere Sekunde wurde ihr Blick wieder ernster.

„Jetzt aber Spaß beiseite, Ace pass ja auf dieses Goldstück auf. Es ist sehr wertvoll und scheint auch einen gewissen Wert zu haben.“

Der Schwarzhaarige schaute die junge Frau zu seiner linken fragend an.

„Was weißt du darüber?“

Haruta räusperte sich, stand daraufhin auf und stellte sich genau vor die Feuerfaust.

„Es ist ein Schmuckstück einer sehr antiken Familie, du musst wissen in manchen Ländern herrschen noch andere Sitten als hier bei uns. Weit hinter der Grand Line gibt es keine Weltregierung oder die Marine, nicht einmal Piraten wie uns. Dort herrschen noch Könige und ob du es glaubst oder nicht, eine Familie war besonders bekannt. Sagt dir der Name Targuya irgendwas?“

Über Ace bildeten sich tausende Fragezeichen. Sie fragte ihn ernsthaft nach irgendeiner Familie wo am Ende der Welt leben soll? Bei seinem Alkoholniveau, den er sich heute Abend schon angetrunken hatte? Er kann keinen genauen Gedanken mehr fassen und ausgerechnet er soll etwas über Geschichte wissen?

„Nö.“

„Hab ich es mir doch gedacht. Naja egal. Jedenfalls lebte diese Familie in Reichtum. Sie hatten Gold und Schätze ohne Ende, das ganze Königreich war voll davon. Es hieß sogar, dass Gol D. Roger selbst das Gold gesucht hatte, jedoch bei seiner Suche und Schlacht gegen die Targuya eine heftige Niederlage einstecken musste.“

Ace weitete geschockt seine Augen:

//Mein Vater verlor gegen einen König?//

Haruta bemerkte seinen Gesichtsausdruck und erzählte weiter.

„Was nutzt einem das Beste Kanonengeschoss, wenn sie gegen Drachen antreten mussten.“

Die Feuerfaust blickte augenblicklich zu Haruta. Hat er das eben richtig verstanden?

„Wie? Wiederhole deinen Satz nochmal!“

Etwas genervt atmete die Kommandantin aus.

„Meine Güte bist du schwer von Begriff?

Roger musste sich Drachen entgegenstellen, nur hatten seine Waffen gegen sie keinerlei Wirkung. Er hatte Glück, dass sie ihm nicht gleich das ganze Schiff abgefackelt haben“

Ace durchfuhr auf einmal ein eiskalter Schauer.

„Aber Drachen gibt es doch schon so lange nicht mehr.“

„Es hieß, dass sie von der Bildfläche verschwunden seien, aber nicht, dass sie ausgestorben sind. Glaub mir Ace, ich denke es gibt sie noch, auch wenn das Königreich nicht mehr existiert. Sie werden eine neue Zuflucht gefunden haben.“

Der Schwarzhaarige hörte der jungen Frau aufmerksam zu.

„Was ist mit diesem Königreich passiert?“

Haruta setzte sich wieder neben Ace und nahm einen Schneidersitz ein. Sie faltete ihre Hände zusammen und legte sie auf ihre Beine. Ihr Blick war gegen den Horizont gerichtet.

„Ich erinnere mich nur daran, dass ich noch klein war, als auf einmal das Gerücht in meinem Dorf rum ging. Es muss ein blutiges Szenario gewesen sein. Es hieß, dass über Nacht eine Armee in Art eines Tsunami über das Land hergefallen sein muss. Die Armee soll alle Bewohner auf brutalste Art und Weise ermordet haben, vom Mann zu Mann bis hin zum letzten Säugling. Man fand am nächsten Morgen nur ein Blutbad vor, aber was passiert war, wusste keiner. Es gab laut Medien zufolge keine Überlebenden.“

Harutas Blick fiel dabei wieder auf das Medallion.

„Dieses Medallion soll im Besitz der Königsfamilie gewesen sein und es verschwand in jener Nacht. Keiner hat es wieder gefunden. Roger hätte sich im Grab rumgedreht, dass alles geschah nämlich genau vier Jahre nach seiner Hinrichtung.“

Ace schaute zu Boden und umfuhr die Gravierungen des Medallions erneut mit seinen Fingern. War es wirklich so wertvoll? Aber wo hatte die alte Wahrsagerin das Goldstück her? Wie hat sie es in ihre Finger bekommen und warum hat sie es ausgerechnet ihm anvertraut?

Die Feuerfaust merkte langsam, dass die vielen Fragen in seinem brummenden Kopf für ihn zu viel wurden, er stand auf.

„Ich denke ich werde nun zu Bett gehen, ich bin echt fertig und heute ist viel passiert.“

Haruta nickte daraufhin und grinste die Feuerfaust mit einem fetten Grinsen an.

„War eine coole Aktion von dir heute, Teach hast du mal ordentlich in die Schranken gewiesen.“

Ace schämte sich etwas, er konnte nicht so gut mit den Komplimenten anderer umgehen. Verlegen kratzte er sich am Kopf. Dies war definitiv zu viel des Guten heute.

„Ach und noch was Ace.“

Der Schwarzhaarige schaute fragend zu der sitzenden Frau.

„Du wirst die junge attraktive Frau wiedersehen.“

Ein Rotschimmer legte sich auf Ace Wangen und er schob sich den Hut ins Gesicht. Er hasste es, wenn man ihn in so eine Lage brachte. Was hatten sie den allesamt heute Abend mit ihm und dieser Frau. Er hat nichts angestellt, ihr nur geholfen und nun würden seine Nakamas ihm keine Ruhe mehr lassen. Dennoch setze er ein Lächeln auf.

„Gute Nacht Haruta“.

Nach diesen Worten sprang er vom Mastkorb runter.
 

Total erledigt schleppte sich Ace Richtung Kajüte. So kaputt wie heute war er wirklich schon lange nicht mehr. Ihm tat auch alles weh. Die Anstrengungen von heute hatten definitiv ihre Spuren hinterlassen. Mit letzter Kraft warf er sich ins Bett. Bevor ihm seine Augen ganz zufielen, zog er das Medallion aus und legte es neben sich. Noch eine ganze Weile schaute er sich erneut die Gravierungen an. Die Figur des feuerspeienden Drachen hatte sich seit den letzten Stunden nicht verändert. Im Mondlicht funkelte der Kristall wieder in allen Regenbogenfarben. Es sah einfach wunderschön aus, er konnte seinen Blick gar nicht mehr von dem Medallion abwenden. Ihm fiel daraufhin wieder die junge Frau ein, ihr Blick, ihr Lächeln, ihre Art wie sie durch den Gang stolzierte, so majestätisch, als ob sie es vorgelebt bekommen hätte. Er fühlte sich irgendwie seltsam. Er hat diese Frau nur einmal gesehen, aber durch ihre Art hat sie die komplette Aufmerksamkeit des jungen Kommandanten auf sich gezogen. Dann die Tatsache, dass sie ebenfalls das Feuerelement beherrschen konnte.

//Ich frage ich, was wohl noch auf mich zukommen wird..//

Irgendwann spät in der Nacht war Ace dann eingeschlafen.
 

Die Nacht verlief ruhig und am nächsten Morgen waren alle wieder voll dabei. Marco hatte zwar höllische Rückenschmerzen als er am Morgen feststellte, dass er am Mast eingeschlafen war, aber er versuchte seine Arbeit wie immer zu erledigen. Thatch dagegen war bestens erholt und tanzte auf dem Deck umher.

„Ach ein schöner Tag heute nicht wahr?“

Marco schaute genervt zu dem Braunhaarigen rüber und rieb sich dabei schmerzhaft seinen Rücken.

„Woher die gute Laune Thatch? Sag bloß du konntest in der Position gut schlafen!?“

Thatch sah den Blondhaarigen mit einem fetten Grinsen an und zwickte ihm dabei in die Backen und zog sie auseinander.

„Ich kann halt überall schlafen und bin nicht so verwöhnt wie ihr Jungspunde heutzutage.“

Vista gesellte sich daraufhin zu den Beiden und ließ seinen Blick über das Deck schweifen.

„Habt ihr Teach heute Morgen schon gesehen?“

Thatch ließ von Marco ab, der sich daraufhin scherzhaft seine Backen rieb, eine kleine Träne kam aus seinem Augenwinkel hervor.

„Also ich mal nicht und bei dir?“

Der Braunhaarige sah fragend zu seinem Kumpel neben sich, der daraufhin den Kopf nur schüttelte.

Teach war seit dem Vorfall letzte Nacht unauffindbar. Keiner hatte ihn gesehen, er war wie vom Erdboden verschluckt.

Haruta gesellte sich ebenfalls zu ihnen, die Arme hinter ihrem Kopf zusammenverschränkt.

„Ach der wird schmollen, weil er mal an die Richtige geraten ist und dann von Ace in die Schranken gewiesen wurde. Geschieht dem Ekelpaket Recht!“

Auf einmal war ein lauter Ruf zu vernehmen, der alle an Deck zusammenzucken lies.

„Ruft Vater! Da hinten kommt ein riesiges Schiff direkt auf uns zu!!“

Alle sprangen zur Rehling und schauten in die Ferne. Marco griff nach dem Fernglas und hielt es vor sich.

„Definitiv ein Piratenschiff, keine Frage“.

„Aber wer ist das?“, kam es von Vista.

Marco stellte das Fernglas etwas schärfer und erstarrte.

„Eine solche Flagge habe ich noch nie zuvor gesehen!“

Ace schnappte sich das Fernglas und schaute selbst hindurch.

Er erstarrte. Auf der Flagge war ein dreiköpfiger Drache, verziert mit Totenschädeln, zu erkennen.

//Das selbe Zeichen befindet sich doch auch auf dem Medallion// kam es der Feuerfaust in den Sinn.

„Los ruft Vater!!“

Kurze Zeit später befand sich nun auch der Piratenkaiser an Deck. Etwas genervt, da man ihn aus seinem Mittagsschlaf wecken musste, nahm er auf dem Thron Platz und schaute auf das Schiff, das direkt neben ihrem Anker legte. Es war genauso groß wie die Moby Dick, nur dass es keine Walform hatte, sondern die Form eines Drachen. Die Planken wurden runter gelassen und ein großer vermummter Mann kam als Erster auf sie zu, gefolgt von seiner Crew, die dicht hinter ihm erschien. Es handelte sich dabei um einen älteren Mann, etwas jünger als der Piratenkaiser selbst. Sehr langsam auf einem großen Holzstock abstützend, kam er langsam an Board der Moby Dick. Die gesamte Piratencrew sah den Mann neugierig an und machte ihm Platz, sodass er an ihnen vorbei gehen konnte. Ace konnte seinen Blick nicht von dem Mann abwenden.

//Wer ist das?//

Der Mann hob seinen Kopf und schaute Whitebeard direkt ins Gesicht. Dieser riss seine Augen auf und erstarrte. Zitternd erhob sich der Piratenkaiser und sah sein Gegenüber genau an, der nun vor ihm zum Stehen kam.

„Was du, das glaub ich jetzt nicht??“

Das gesamte Schiff bebte. Ace konnte einen gewissen Unterton in Whitebeards Stimme erkennen. Kannte er diese Person etwa? Und was soll dieser Tonfall??

Sein Gegenüber setze ein fettes Grinsen auf und zog den Mantel runter. Die Ähnlichkeit war verblüffend. Ein Mann mit grauen Haaren und einem Bart, der zu einem Zopf zusammengeflechtet war, stand nun vor dem Piratenkaiser.

Seine Augen waren zu engen Schlitzen verengt, jedoch erkannte er diese Stimme sofort.

Er reichte ihm seine Hand zum Gruß hin.

„Lange nicht gewesen, großer Bruder“.

Familientreffen

Der Besucher stand vor Whitebeard und schaute diesen mit einem fetten Grinsen an. Der Piratenkaiser dagegen ließ sich in seinen Thron niedersinken und funkelte sein Gegenüber mit einem finsteren Blick an. Seiner Crew jedoch blieb allesamt der Mund offen.

„WAS?? GROßER BRUDER?!“

Alle fingen an sich gegenseitig anzurempeln und rannten zu dem Unbekannten und reichten ihm die Hände zum Gruß. Dieser jedoch blieb fragend vor ihnen stehen und reichte einfach jedem einzelnen die Hand. Er verstand nicht so ganz was los war. Seine Absicht war es lediglich seinen Bruder zu besuchen, aber dass nun alle Crewmitglieder auf ihn offen zukamen, kannte der alte Mann gar nicht, demnach war er auch anfangs etwas überfordert mit der Situation.

„Eine Ehre dich kennenzulernen“, kam es von Vista.

„Willkommen auf der Moby Dick!“, Thatch kam aus seiner Begeisterung gar nicht mehr raus.

Ace dagegen beobachtete das ganze Szenario, er wusste nicht ob er so einfach auf den Fremden zugehen konnte, etwas hielt ihn zurück. Ein Blick auf seinen alten Herrn bestätigte seine innere Befürchtung. Whitebeard schien nicht begeistert von seinem Bruder zu sein, zu sehr brennte es Ace zu erfahren, was zwischen den Beiden vorgefallen war. Fragen kam für ihn jedoch nicht in Frage, wenn schon sollte man auf ihn zukommen und nicht umgekehrt.

Plötzlich befand er sich in dem Schatten dieses Fremden, der auf den jungen Kommandanten hinunter blickte.

„Dein Vater wäre stolz auf dich, Junge“.

Nach diesen Worten wuschelte der alte Mann durch Ace Haare, grinste diesen mit einem fetten Grinsen an und humpelte danach an dem Schwarzhaarigen vorbei.

Ace war fassungslos, kannte der Bruder seines alten Herren ihn etwa?

Die Feuerfaust hatte ja schon erfahren, dass der Bruder Whitebeards an Seite seines Vaters gekämpft hatte und dessen Offizier war. Aber woher kannte er ihn? Hat sein Vater ihm etwa das Geheimnis von der Existenz seines Sohnes anvertraut?

Immer noch geschockt sah er dem alten Mann hinterher, der nun direkt vor Whitebeard stand.

„Was willst du hier Ed?“, kam es von dem Piratenkaiser und schaute seinen Bruder dabei nicht an, sein Blick war gegen Boden gerichtet.

„Ach komm schon Edward altes Haus, ich werde doch wohl noch meinen Bruder besuchen dürfen, wie lange ist es her, wo wir uns das letzte Mal gesehen haben?“

Whitebeard seufzte und setze eine traurige nachdenkliche Miene auf.

„Fünf ganze Jahre und dann auch nur kurz…“

Nun lachte Eddard von Herzen und zog aus seinem Mantel eine Flasche Sake, löste den Stopfen und schonk seinem Bruder einen ordentlichen Schluck ein.

„Siehst du mal, zudem du letztens Geburtstag hattest und ich dir noch gratulieren wollte“.

Der Piratenkaiser hob eine Augenbraue hoch.

„Es ist ein tolles Geschenk, wenn man am Tag seines Geburtstags erfahren muss, dass der eigene Bruder ein Blutbad auf der Grand Line veranstaltet hat, zudem die Opfer auch noch Soldaten der Marine waren.“

Das Lachen Eddards erstummte augenblicklich und sah seinen großen Bruder mit finsterem Blick an.

„Das klären wir am besten, wenn wir unter uns sind, Edward…“

Whitebeard sah sich um und gab seinem Gegenüber ein übereinstimmendes Nicken.

Auf einmal fiel ihm der Blick seiner Crew auf.

„Wie du hattest Geburtstag, davon wussten wir ja gar nichts!“, etwas enttäuscht sah Haruta ihren Kapitän an. Whitebeard wusste nicht was er darauf antworten sollte, aber ehe er die passenden Worte finden konnte, schaltete sich Eddard ein.

„Mein Bruder hält nicht viel von seinem Geburtstag müsst ihr wissen. Es war für ihn immer eine Qual, wenn er von unserer Mutter damals eine riesige Torte gebackt bekommen hatte. Er hasst doch Süßigkeiten, aber schließlich war es sein Ehrentag“.

„Ja und wer hat sich natürlich auf die Torte wie ein wildes Tier gestürzt?“, kam es von dem Piratenkaiser, der seinen Bruder mit einem amüsanten Blick anstarrte.

„Ich bin halt das genaue Gegenteil von dir, haha, aber genug der Worte.“

Eddard schaute in die Richtung seines Schiffes und seiner Crew und gab ihnen ein Handzeichen, worauf diese nun auch das Deck der Moby Dick betraten.

„Zudem ich dir meine Leute vorstellen will“, kam es von Eddard, der daraufhin seinen Bruder anblickte, der seinen Blick gefesselt auf die Neuankömmlinge hielt.

„Keine Sorge, sie rauben dich nicht aus, ich habe sie alle mit Bedacht auserwählt, genau wie du deine“.

Ace und seine Leute sahen sich die Piraten genau an, die gerade an ihnen vorbeigingen.

Es waren Leute von allen Altersklassen vertreten, sowohl junge als auch alte Piraten.

„Eines schickt mich“, kam es von Marco, der direkt neben der Feuerfaust stand, der ihn fragend daraufhin anblickte.

„Hier ist keine Frau an Bord, das heißt, dass Teach sich mal nicht vergnügen kann. Eigentlich kann es mir auch egal sein, aber so bleibt uns der Stress erspart“.

„Bei diesem Kapitän würde ich mich das auch nicht trauen, wenn ich ehrlich sein soll“, antwortete Thatch, der hinter den Beiden stand und das Gespräch mitbekommen hatte.

Auf einmal spazierte ein großer Mann durch die Reihen und lief direkt auf die beiden Brüder zu. Ace erkannte ihn wieder. Es war der junge Mann von gestern Abend mit dem die junge Blondine verschwand. Seine Kleidung jedoch war eine ganz andere als gestern, er trug ein grünes Jackett mit einem weißen Hemd drunter. Die Hose hatte ebenfalls eine grüne Farbe und ein gigantischer Gürtel mit Nieten und Verschlusstaschen hingen an seinem Hosenbund. Über dem Kopf trug er ein Stirnband mit dem Zeichen der Piratenflagge. Die rote Haarfarbe und dieses dunkelgrün hatten einen gewissen Hinschauereffekt. Die Feuerfaust sah zu Haruta rüber, die nun wieder um die Wangen rot anlief und schnell zu Boden schaute.

„Darf ich vorstellen, mein 2. Kommandant, Riko“.

Der Rothaarige verneigte sich vor Whitebeard und gab ihm ebenfalls zum Gruß die Hand.

„Schön euch kennenzulernen, Whitebeard“.

„Die Ehre gilt auch meinerseits“, antwortete der Piratenkaiser.

Eddard blickte sich um und zog Riko zu sich.

„Wo steckt sie den schon wieder!“

Riko sah seinen Kapitän an und zuckte mit den Achseln.

„Kann ich euch nicht sagen, sie war eben noch hinter mir, wer weiß was in ihrem Kopf schon wieder vorgeht“.

Auf einmal spürte dieser einen schmerzhaften Druck hinter sich, eine andere Person hatte dem Kommandanten einen heftigen seitlichen Tritt verpasst. Sie war so schnell, keiner hatte sie kommen gesehen, wie aus dem Nichts tauchte sie auf einmal auf.

„Ich geb dir gleich! Pass auf was du sagst du Schwachkopf!!“.

Es war die junge Blondine, die ihrem Partner eine Lektion erteilte. Dieser krampfte unter Schmerzen zusammen. „Muss du immer so grob sein“.

Ace Herz schlug augenblicklich schneller als er sie sah. Er konnte es nicht glauben, dass er sie nach nicht mal 24 Stunden seit ihrer ersten Begegnung wiedersah.

Auch sie trug andere Klamotten, sie trug ebenfalls ein Jackett, jedoch in dunkelblau, ebenso wie ihre hautenge Hose, die ihrer Figur sehr schmeichelte. Zudem trug sie unter dem Jackett eine weiße Bluse, die mit Rüschen verziert war. Genau auf Brusthöhe befand sich in der Mitte eine silberne Brosche, in dessen Innern sich ein Saphirstein befand. Auf ihrem Kopf trug sie einen riesigen Hut, an dessen Seite sich eine lange Pfaufeder befand. Sie wirkte in diesem Outfit majestätisch und sehr elegant, man würde nie auf die Idee kommen, dass sie eine Piratin ist.

„Ach da bist du ja mein Liebes“, kam es von Eddard und legte seine Hand auf ihre Schulter.

„Hier ist mein Sonnenlicht der Crew“, er ging zur Seite und Whitebeard erhob sich und schaute sich die junge Frau genau an. Der Piratenkaiser erkannte die junge Piratin ebenfalls.

„Wie lautet dein Name mein Kind?“

Die junge Frau kniete vor Whitebeard.

„Mein Name ist Aria, ich bin die 1. Kommandantin unter Eddards Flotte“.

Der alte Mann kniete sich nun ebenfalls zu ihr runter.

„Du brauchst dich nicht zu verneigen, nicht vor einem alten Gauner wie mir“, grinste Whitebeard und gab der Kommandantin seine Hand und half ihr aufzustehen.

Sie bedankte sich und stellte sich nun direkt neben Riko, der sich gerade wieder aufgerappelt hatte. Sie ließ ihren Blick durch die Menschenmenge an Bord gleiten, jedoch ignorierte sie die Aufmerksamkeit der Feuerfaust, sie hatte ihn nämlich direkt unter den Piraten ebenfalls erkannt. Gezielt hielt sie ihren Kopf oben und schaute über die Menge hinaus um direkte Blicke zu vermeiden.

Ace konnte seinen Blick von Aria nicht abwenden. Sie sah so faszinierend aus, bestimmt kam sie aus einer sehr adeligen Familie, diese Manieren und das Verhalten an sich war viel zu untypisch für einen Piraten. Sie zog immer noch die Aufmerksamkeit des Kommandanten der 2. Division auf sich. Marco sah seinen Nachbarn an, grinste frech und winkte mit seinem Arm vor Ace Gesicht, woraufhin dieser aus seinen Gedanken gerissen wurde.

„Hey bist du noch erreichbar?“

Augenblicklich wandte die Feuerfaust seinen Blick von ihr ab und sah den Blondhaarigen genervt an.

„Ja bin ich, wieso?“

„WAFFF DU!!!“

Geschockt fuhren alle unter dem Schrei zusammen und schauten in die Richtung, aus der die laute Stimme kam.

Es war Teach, der gerade an Deck hoch gekommen war und noch eine Hähnchenkeule im Mund stecken hatte. Seine Augen weiteten sich als er Aria wiedererkannte, augenblicklich spuckte er die Reste des Fleisches aus und nahm wieder seine Kampfposition ein, zeigte dabei mit dem blanken Finger auf die Blondhaarige, die auf dieses Verhalten jedoch nicht reagierte. Eddard erkannte, dass der schwarzhaarige Pirat seine Kommandantin meinte und wandte sich seitlich zu ihr.

„Was soll denn dieses Theater, wer ist dieser aufgeblasene Typ überhaupt?“

Aria schloss genervt ihre Augen, zog ihr Schwert und übergab es Riko, der sie nur schockierend ansah.

„Ein Idiot, der nicht weiß wann Feierabend ist.“, antwortete die Kommandantin und grinste dabei.

„Kannst du mir mal sagen warum du mir dein Schwert gibst?“

„Gegen so einen brauche ich keine Waffen“, kam es von Aria, die daraufhin auf Teach zukam, der vor Wut zu kochen began. Keine Waffen gegen ihn?? Das sollte wohl ein übler Scherz sein!

Whitebeard sah seinen Bruder an, der ihm jedoch signalisierte, dass alles in Ordnung war.

„Warte ab Edward, dass wird ein amüsantes Schauspiel.“

Ace beobachtete wie Aria auf seinen Nakama zukam, der daraufhin schon Anlauf nahm um die junge Frau zu attackieren. Ein lauter Kampfschrei war zu hören.

Die Kommandantin wich seinen Attacken aus und sprang blitzschnell von einer Position zur nächsten. Egal wie oft Teach ausholte, sie war ihm immer einen Schritt voraus. Jedesmal wich sie gekonnt aus und sprang sogar über den Piraten drüber und landete direkt hinter ihm und verpasste ihm einen heftigen seitlichen Ellenbogenhieb in die Seite, sodass der kräftige Pirat abhob. Als er sich in der Luft befand, verschwand die junge Frau auf einmal und war nun direkt über ihm. Teach sah Aria schockiert an und konnte nicht reagieren, als sie ihm erneut einen kräftigen Tritt in die Magengrube verpasste. Während sie ihm in die Magengegend trat, entfachte eine Feuerbrunst aus ihrem linken Bein, der Teach eine heftige Verbrennung zufügte. Blut spritze aus seinem Mund und ein heftiger schmerzhafter Schrei war zu vernehmen. Er flog über Bord und landete direkt im Meer und ging wie ein schwerer Stein unter. Nach dieser Attacke war Teach ohnmächtig geworden und konnte sich nicht mehr bewegen. Die junge Frau sprang nun ebenfalls über Bord und blieb auf der Wasseroberfläche stehen. Den Piraten an Deck fielen wortwörtlich beinahe die Augen aus dem Kopf als sie beobachteten wie die junge Blondine über das Wasser lief und Teach aus dem Meer fischte. Sein Gewicht schien ihr gar keine Probleme zu bereiten, sie warf den Schwarzhaarigen über ihre Schulter und brachte ihn daraufhin zurück an Deck. Als sie sich wieder auf dem Deck befanden, legte sie Teach an den Mast, knackte kurz ihre Fäuste und kam wieder auf ihren Kapitän zu, der sie lächelnd ansah.

„Das ist mein Sonnenschein!“

Die gesamte Crew der Moby Dick konnte nicht fassen, was sie da gesehen hatten. Sie beherrschte das Feuer und konnte auch noch auf dem Wasser gehen. Ace stand geschockt da und musste erst einmal verdauen was er da gesehen hatte. Das mit dem Feuer war ihm letztens schon aufgefallen, aber nicht dass sie auch über das Wasser laufen konnte, mehr und mehr war er von ihr fasziniert. Er erkannte sich in diesem Moment selbst nicht mehr. Zu sehr wollte er mehr über ihre Fähigkeiten erfahren, ob er sich wohl mit ihr messen konnte?

Whitebeard war geschockt als er sie vor sich sah.

„Wie lautet dein Familienname, Aria?“

Die junge Kommandantin sah geschockt den Piratenkaiser an, der sie mit funkelnden Augen ansah. Sie ließ ihren Blick seitlich senken.

„Einfach nur Aria, mein Herr.“

Whitebeard erkannte eine gewisse Tonlage in ihrer Stimme, er schien einen wunden Punkt bei der Blondine getroffen zu haben. Aus irgendeinem Grund wollte sie darauf keine Antwort geben. Etwas enttäuscht senkte er seitlich seinen Kopf und lachte schließlich laut auf.

„Ach auch egal, wir sind doch schließlich alle Kinder der See!“, nach diesen Worten schaute er zu Ace rüber und gab ihm ein Augenzwinkern.

Die Feuerfaust verstand sofort und kam auf ihn zu.

„Das hier ist mein neuster Kommandant, Portgas D. Ace“.

Die Feuerfaust stand nun vor Eddard und verneigte sich vor ihm, als er sich wieder erhob schaute er direkt in das Gesicht von Aria, die direkte neben ihrem Kapitän stand.

Sie reichte ihm ihre Hand zum Gruß.

„Nett dich kennen zulernen, Ace“, kam es von der Blondine und lächelte den Kommandanten der 2. Division an. Dieser schob wieder seinen Hut so gut es ging in sein Gesicht. Es war ihm peinlich, dass er vor der Blondine rot anlief. Er verspürte wieder diese innerliche Hitze in ihm aufsteigen, er kochte regelrecht.

Nun kamen auch die anderen Piraten und grüßten sich gegenseitig.

„Ich bin Thatch und das hier ist Marco unser 1. Kommandant“, sprach der Braunhaarige zu Aria und deutete dabei auf den Blondhaarigen neben sich, der sich gerade mit Riko unterhielt, der sich gerade jedoch Haruta vorstellen wollte, die aber vor ihm in Ohnmacht fiel, als er vor ihr stand. Die Stimmung war sehr ausgeglichen und die unsichtbare Mauer zwischen beiden Parteien war schon dahin. Jeder unterhielt sich mit jedem.

„Komm mit ich zeig dir unser Schiff“, kam es von Ace. Er nahm die Blondine an der Hand und bewegte sich zusammen mit ihr von der Gruppe weg. Riko beobachtete die Beiden und sah etwas genervt zu Boden. Er hatte einen Beschützerinstinkt gegenüber Aria über die Jahre aufgebaut und fühlte sich für sie verantwortlich, er kannte die Feuerfaust nicht gut genug und konnte demnach sein Verhalten nicht einschätzen.

Marco fiel sein Verhalten auf und legte dem Rothaarigen seine Hand auf die Schulter.

„Keine Sorge Ace ist ein anständiger Typ, er fasst sie schon nicht an.“
 

Whitebeard dagegen begab sich mit seinem Bruder in seine Kajüte und verschloss danach die Tür hinter sich und verriegelte sogar die Fenster, sodass keiner zuhören konnte.

Eddard nahm am Tisch Platz und sah seinen älteren Bruder an, der genau gegenüber von ihm Platz nahm und ihn mit funkelnden Augen ansah.

„Also Ed was ist damals vorgefallen, warum ist die Marine auf Ace Aufmerksam geworden?“

Recht auf Leben

Eddard sah seinen Bruder finster an, stand auf, nahm sich einen Krug aus dem Regal und schonk sich und Whitebeard erneut Sake ein. Seufzend nahm er wieder Platz.

„Wo soll ich da am besten anfangen?“

„Am besten von Anfang an, man erfährt nicht alle Tage, dass mein eigener Bruder etwas mit dem Verschwinden von Rogers Sohn zu tun hat.“, fragend sah der Piratenkaiser sein Gegenüber an, der wiederum nur in seinen Krug schaute.

„ Ich kannte Ace Mutter, eine sehr schöne und anmutige Person. Sie nahm so viel Risiken auf sich.“

Whitebeard folgte jedem Wort und schaute interessiert auf Eddard, der daraufhin fortfuhr.

„Als Roger mir erzählte, dass er Vater werden würde, dachte ich nur, wie kann er sich auf so etwas einlassen. Ich hatte nichts gegen Rouge um Himmels Willen, aber seine Blutlinie würde immer in Gefahr sein. Er war ein sehr gefährlicher und gesuchter Pirat, dem die Marine Tag und Nacht im Nacken saß. Sie würden alles tun um die Erbfolge auszulöschen.“

Traurig blickte Eddard aus dem Bullauge.

„An jenem Tag vor seiner Hinrichtung war ich bei ihm, zusammen mit Garp.“

Whitebeard weitete seine Augen.

„Der Garp, Monkey D. Garp??“

Sein Bruder nickte.

„Ja, zu ihm hatte Roger ebenfalls ein großes Vertrauen aufgebaut und bat ihn, ebenso wie mich, Acht auf seinen Sohn zu geben. Er sagte, dass ein Kind nichts mit dem aktuellen Geschehen zu tun habe, wir sollten alles tun um ihn zu beschützen. Ein Kind sollte nicht nach den Taten seines Elternteils beurteilt werden. Nachdem er hingerichtet wurde, schlossen Garp und ich einen Pakt. Er würde auf Rouge während der Schwangerschaft Acht geben und ich würde die Marine absichtlich auf eine andere Fährte locken. Ich verursachte sehr viel Ärger und nahm die Aufmerksamkeit der gesamten Marine auf mich. Es tat mir sehr leid, dass andere Frauen und auch Kinder wegen einem unschuldigen Kind umgebracht wurden. Immer mehr Wut fuhr in mir auf, ich sah was sie mit ihnen anrichteten, ich war anwesend.“

Er schloss seine Augen, ihm fiel es schwer darüber zu sprechen.

„Edward, glaub mir, ich tat mein bestes um das alles einzudämmen, es sollten nicht noch mehr unschuldige Menschen ihr Leben lassen. Keiner hatte es verdient zu sterben. Nach einiger Zeit verlor die Marine jedoch das Interesse und wandten sich wieder anderen Verbrechen zu. Sie dachten, dass ein Erbe wohl nie existiert hatte, da ihre Ermittlungen durch meine Manipulation ins Leere liefen. Mein Soll war erfüllt. Als ich jedoch erfuhr, dass Rouge bei der Geburt von dem Kleinen ihr Leben ließ, gefror mir das Blut in den Adern. Gerade ein Kind sollte zumindest Elternliebe kennenlernen, wenn schon nicht vom Vater, dann zumindest von der eigenen Mutter. Garp hat den Kleinen aber direkt in Sicherheit gebracht. Ich war so froh, dass er zumindest noch am Leben war. Ich behielt ihn über Jahre im Auge. Mein Bruder, der Junge hatte kein einfaches Leben, zu oft hab ich mitbekommen, wie sie ihn verstießen und ihn beleidigten, sogar Steine nach ihm schmissen. Es war eine harte Kindheit, die Ace hatte. Es machte mich wütend, wenn ich sah, wie einige Dorfeinwohner mit ihm umgegangen sind.“ Die Augen Eddards fingen an zu funkeln je weiter er sprach.

„Jeder hat ein Recht auf Leben, jeder soll so leben, sodass er, sobald sein Leben zu Ende gehen würde, nicht bereuen würde gelebt zu haben.“

Whitbeard sah seinen Bruder angespannt an, in all den Jahren hat sich doch vieles an dem Charakter von Eddard verändert. Er war viel fürsorglicher und zuvorkommender als noch zu Kindheitszeiten. Roger hatte wohl viel auf ihn abgefärbt. Dieser war Feuer und Flamme seine Liebsten in Sicherheit zu wiegen. Er wurde zum Monster, wenn es um die Sicherheit seiner Leute ging und teilte demnach auch heftig aus.

„Ich konnte allerdings noch nicht in Erfahrung bringen, wer die Marine wieder auf Rogers Erben angesetzt hat“, sprach Eddard traurig.

Whitebeard senkte seinen Blick.

„Es war bestimmt jemand, der Ace schaden wollte. Er hat auch viele Feinde“, erwiderte der Piratenkaiser und nahm noch einen Schluck Sake.

Eddard schonk sich erneut Sake ein und schaute tief in den Krug.

„Aus diesem Grund habe ich auch die Flotte angegriffen. Sie waren auf der Suche nach mir, sie wollten doch tatsächlich, dass ich meinen eigenen Bruder an die Marine ausliefern würde. Es machte mich so wütend, einfach nur schon so dreist zu sein. Bruder gegen Bruder aufhetzen zu wollen. Wenn ich etwas von Roger gelernt habe, dann wie wichtig die Familie ist. Edward ich weiß ich war nie ein perfekter kleiner Bruder für dich, aber mit dem Alter macht man gewisse Erfahrungen und lernt das zu schätzen, was man hat.“

Whitebeard senkte seinen Blick und dachte über die Worte seines Bruders nach. Etwas ändern konnten sie im Moment sowieso nicht. Zudem er froh war, dass sich Eddard ihm endlich anvertraut hat.

„Mal ein anderes Thema, wer ist diese junge Piratin?“

Eddard sah auf, er hatte gerade mit so einer Frage gar nicht gerechnet.

„Ich nahm sie damals auf, sie war noch ein kleines Kind. Übersäht von blauen und grünen Flecken kam sie mir damals in einer Stadt entgegen. Sie hatte sich ein Stück Brot geklaut und wurde von dem Besitzer verfolgt, abgemagert, ausgehungert und kraftlos lief die Kleine gegen mich. Sie sah mich mit großen, weinenden Augen an und ich sah ihre Angst. Sie war vielleicht gerade mal 10 Jahre. In diesem Moment musste ich an Ace denken, sie war ihm so ähnlich. Daraufhin stellte ich mich dem Besitzer entgegen und gab ihm die paar Berry. Danach nahm ich sie mit auf mein Schiff und sie hat es seitdem nicht mehr verlassen, im Gegenteil, sie hatte sich sehr zu ihrem Vorteil entwickelt.“

Der Piratenkaiser nahm nun ebenfalls einen Schluck aus seinem Krug.

„Sie erinnert mich sehr an Adriana.“

Eddard sah hoch und schaute seinen Bruder mit großen Augen an.

„Die Adriana?“

„Genau mein Bruder, ich rede von Königin Adriana Targuya.“

Etwas Wehmut lag in der Stimme von Whitebeard.

„Als Aria vor mir stand, dachte ich erst, dass Adriana vor mir steht. Sie sah in diesem Alter genauso aus, zum Verwechseln ähnlich.“

Eddard legte seine Hand auf die Schulter seines Bruders.

„Edward, ich weiß, was du für sie empfunden hast, sie war zwar viel jünger als du, aber ihre Reife überstieg die von Gleichaltrigen. Es ist furchtbar einen geliebten Menschen zu verlieren, zudem bis heute noch unbekannt ist, wie sie und das gesamte Königreich zu Tode gekommen sind. Vor allem wer die Mörder sind.“

Wut spiegelte sich in den Augen von Whitebeard.

„Ihr habe ich wirklich viel zu verdanken, durch sie wurde ich erst zu dem Menschen, der ich heute bin“, sprach der Piratenkaiser.

„Eines Tages werden wir wissen, wer sie und ihre Familie auf dem Gewissen hat. Dann werden wir sie rächen.“, Eddard sah Whitebeard mit ernstem Blick an.

Dieser senkte traurig seinen Blick. Er dachte an Aria, wie sie ihn mit verstörtem Blick ansah, als er nach ihrem Familiennamen gefragt hatte. Irgendetwas stimmte nicht, wieso schämte sie sich für ihre Familie? Oder war es das gar nicht, sondern Angst? Aber vor was? Warum machte die junge Frau so ein Geheimnis aus ihrer Herkunft?

Er erinnerte sich an jenen Tag, als er erfuhr, dass das gesamte Königreich der Targuya vernichtet wurde, unteranderem auch von dem Tod Adrianas und ihrer Familie. Es hieß damals, dass es keine Überlebenden gab. Könnte es vielleicht sein, dass damals ein wichtiges Detail übersehen wurde?

Eddard sah seinen Bruder an und hielt ihm seinen Krug entgegen.

„Auf uns und das Piratenzeitalter, genieße die Zeit mit deinem kleinen Bruder, damit ich mir später nicht wieder anhören muss, dass unser Treffen wieder zu kurz verlief!“

Ein Lächeln legte sich auf das Gesicht des Piratenkaisers und nahm ebenfalls seinen Krug.

„Zum Wohl!“, sprach er und stieß zusammen mit seinem Bruder an.
 

„Wow das ist also euer Schiff.“

„Ist halt nicht das einzige Schiff, das Vater führt, es gibt noch einige weitere.“

Ace und Aria liefen gemeinsam auf dem Deck umher. Die Feuerfaust wollt der jungen Piratin das Schiff zeigen und war mit ihr schon unter Deck. Nun wollte er ihr das Deck von oben her zeigen. Das Schiff war schon riesig, sie verbrachten bereits Stunden damit das Schiff zu erkunden. Er jedoch genoss die Zeit mit ihr, als ob die Zeit stehen geblieben wäre.

„Darf ich dich mal was fragen?“, kam es von der Blondhaarigen, die augenblicklich neben Ace stehen blieb, sich seitlich an die Rehling lehnte, sie schaute ihn jedoch nicht an, sondern richtete ihren Blick gegen den Horizont.

Etwas verlegen kratzte sich der Schwarzhaarige am Kopf.

„Sicher doch, schieß los.“

„Warum nennt ihr ihn eigentlich euren Vater? Er ist doch euer Kapitän, wie kann er gleichzeitig ein Vater sein?“

Etwas erstaunt sah Ace die junge Blondine an, die ihn nun mit fragendem Blick ansah. Ihr Blick war wieder so verführerisch, als ob sie durch seine Seele schauen konnte. Mit dieser Frage hatte er nun überhaupt nicht gerechnet, zudem er nicht mal die richtigen Worte parat hatte. Er hatte in diesem Moment die Worte von Marco im Kopf, die er damals selber zu der Feuerfaust sagte. Jedoch wollte er nicht genau diese Wortwahl wiedergeben.

„Weißt du, jeder von uns hat schon so viel erlebt, sowohl gutes, aber auch viel Schlechtes. Keiner von uns fühlte sich irgendjemandem hingezogen, wir irrten auf dem Meer umher ohne Sinn und Verstand“

Ace zog sich wieder den Hut ins Gesicht und senkte seinen Blick.

„Aber dann kam Whitebeard und gab uns wieder das Gefühl ein jemand zu sein, wir waren für alle nur die Verbrecher, doch vor ihm waren wir alle Kinder, die wild durch die See streiften“. Ein Lächeln legte sich auf sein Gesicht.

„Es ist einfach ein Geschenk für uns, endlich wieder ein Jemand zu sein, einfach wir selbst sein zu können. Ich selber verstand nicht warum ich erst ein Gefangener von ihm war ..:“

Nach diesen Worten senkte er seinen Blick und stellte sich neben Aria an die Rehling und blickte auf das Meer.

„Und plötzlich sein Sohn wurde“.

Die Blondine schaute Ace an und senkte leicht ihren Kopf. Sie verstand worauf er hinaus wollte. Etwas Wehmut lag in der Luft, dennoch legte sie ein Lächeln auf ihre Lippen.

Die Art und Weise wie er von dem Piratenkaiser sprach, faszinierte sie. So sprach nur ein Kind, das stolz auf seinen Vater war.

„Ich kann dir nur eins sagen“.

Die Feuerfaust sah die Blondine fragend an, die diesen mit ernstem Blick daraufhin ansah.

„Sei froh, dass du so eine tolle Crew hast und jemanden, der so gut auf euch Acht gibt.“

Ace begutachtete die junge Frau und setzte nun ebenfalls ein Lächeln auf.

„Du hast doch auch eine tolle Crew und Eddard scheint auch ein toller Kapitän zu sein, oder nicht?“.

Die Blondine schaute Ace mit großen Augen an und senkte nachdenklich ihren Kopf Richtung Boden.

„Ja da hast du Recht, ohne ihn wäre ich schon längst tot.“

Ace hielt einen Moment inne, die Art und Weise wie sie sich vor ihm verhielt, erinnerte ihn stark an sein früheres Ich. Er dachte, dass er selbst gerade hier steht. Diese Zurückhaltbarkeit, diese ungewisse Ausstrahlung, als ob sie Angst davor hatte, dass man etwas über sie erfährt.

Etwas traurig senkte die Piratin ihren Blick und wandte sich von Ace ab, der neben ihr stand. Sie hatte wieder zu viel von sich Preis gegeben und gerade ihm wollte sie sich nicht öffnen. Sie kannte ihn nicht gut genug, ob er es verstehen würde. Ein eiskalter Schauder lief ihr den Rücken hinunter und ihr Puls begann zu rasen. Ace wusste nicht was diese Reaktion bedeutete.

„Hab ich was falsches gesagt?“, die Feuerfaust schaute die junge Frau fragend an und hob eine Augenbraue. Diese drehte sich um und sah Ace direkt ins Gesicht. Er bemerkte, dass ihr Blick so leer war, so voller Trauer und Traurigkeit. Ihm war ihre Reaktion eben bei seinem Vater schon aufgefallen, als er lediglich nach ihrem Familiennamen fragte. Da wirkte sie auch so traurig, so als ob man einen inneren Schalter in ihr umgelegt hatte. Was beschäftigte sie so sehr, dass sie innerhalb von Minuten so schnell ihre Maske wechseln konnte?

„Ach nichts, ich war gerade nur etwas in Gedanken, ich denke ich sollte wieder zu meinen Leuten zurückkehren.“

Der Kommandant senkte seinen Kopf, ein wenig Enttäuschung machte sich in ihm breit, er hätte gern länger mit ihr Zeit verbracht zudem er noch so viel wissen wollte. Aber er bemerkte schnell, dass die junge Frau vor persönlichen Fragen auf Abstand ging, als ob sie nicht riskieren wollte, dass jemand etwas über sie erfährt.

„Also dann gute Nacht Ace und danke für die tolle Schiffführung.“

Die Feuerfaust schreckte auf und bemerkte jetzt erst, dass es langsam dämmerte. Er war so in Gedanken gewesen, dass er gar nicht bemerkte, dass die Sonne bereits untergegangen war.

„Sicher, dir auch eine gute Nacht.“

Danach drehte sich die Blondine um und verließ die Moby Dick. Mit einem riesigen Satz sprang sie über die Rehling drüber und landete auf der anderen Seite des Schiffs. Sie blickte ein letztes Mal in die Richtung der Feuerfaust und begab sich dann unter Deck.

Als sie verschwunden war, schlug sich Ace gegen die eigene Stirn.

//Mann bin ich so ein Idiot//

Danach stieß er seinen Kopf gegen die Rehling und schaute genervt nach unten.

Jetzt war er einmal mit ihr alleine und dann musste er es so vermasseln.
 

„Sie braucht noch etwas, gib ihr Zeit“.

Ace erschrak und fuhr mit seinem Kopf hoch und schaute hinter sich.

Hinter ihm stand niemand anderes als der 2. Kommandant von Eddards Flotte.

„Du bist Riko, nicht wahr?“

Der Rothaarige nickte bloß und stellte sich neben den Kommandanten der 2. Division an die Rehling.

„Mach dir nichts daraus, selbst mit mir, und ich kenne sie schon von klein auf, spricht sie nicht über ihre Gefühlen und Gedanken.“

Die Feuerfaust blickte seitlich zu Riko, der nur einen leisen Seufzer von sich gab.

„Obwohl ihr euch schon so lange kennt?“

Riko schaute traurig in den Himmel.

„Du musst wissen, meine Schwester ist schon jung gestorben. Aria gab mir endlich noch einmal das Gefühl ein großer Bruder zu sein. Ich passte auf sie auf, als sie nachts nicht schlafen konnte oder sie weinend aus einem Alptraum erwachte. Ich brachte ihr das Kämpfen bei, trainierte Tag und Nacht mit ihr. Las ihr abends aus einem Piratenkinderbuch vor und deckte sie zu als sie neben mir eingeschlafen war.“

Ace senkte seinen Kopf und schob sich wieder seinen Hut ins Gesicht.

„Das mit deiner Schwester tut mir leid, ich kann nur annährend nachvollziehen wie es dir ergangen sein muss.“

Er dachte in diesem Moment an Sabo. Allein der Gedanke daran, erinnerte ihn selbst wieder an die schwere Zeit. Wie er alleine für Ruffy zuständig war und ihm ein Vorbild sein musste, trotz allem was passiert war. Er selbst lag mehrmals nachts im Bett wach und ließ im Stillen seinen Tränen freien Lauf.

„Ich frage mich nur eines, Feuerfaust.“

Der Schwarzhaarige wurde aus seinen Gedanken gerissen und schaute den jungen Mann neben sich mit fragendem Blick an.

„Was muss einem so jungen Mädchen wiederfahren sein, dass es Angst haben muss sich Menschen anzuvertrauen, die dem Mädchen eigentlich nur helfen wollen“.

Nach diesen Worten drehte sich Riko um und hob seine Hand zur Verabschiedung.

„Gute Nacht Portgas D. Ace, wir sehen uns Morgen zum Frühstück.“

Ace blieb allein zurück und ließ die letzten Worte Rikos noch einmal durch seinen Kopf gehen. Plötzlich dachte er an die Worte der Wahrsagerin. Er soll in naher Zukunft auf eine Person treffen, die sogar schlimmeres erlebt haben soll wie er selbst. Dabei war es dieser eine Satz, der sich besonders in sein Gedächtnis eingeprägt hatte.

//Hast du schon einmal eine geliebte Person vor deinen Augen sterben sehen?//

Wahres Gesicht

Der nächste Morgen brach an und der Sonnenaufgang tauchte das Meer in einen schimmernden orangenen Rotschimmer. Schon lange war der Ozean nicht mehr so klar, wenn es nicht so tief wäre, hätte man können auf den Meeresboden schauen. Es war keine einzige Wolke am Himmel und es sah so aus, als ob es ein sonniger Tag werden würde.

Die Crew war besonders früh aktiv heute Morgen. Sie saßen alle mit den Leuten von Eddard gemütlich zum Frühstück beisammen. Jeder unterhielt sich mit seinem Nachbarn und aßen gemütlich ihre Brötchen, die Eddard freundlicherweise zur Verfügung stellte. Da sie immer noch am Hafen von Sunny Island anlegten, war dieser morgens beizeiten in einer Bäckerei und hat gleich eine riesige Bestellung angefordert. Die Bäcker waren natürlich sofort überfordert. Durch den überraschenden Besuch seines Bruders war Whitebeard mit seiner Flotte noch nicht in See gestochen. Solange die Marine nicht in der Nähe war, konnten sie sich allesamt noch eine Auszeit gönnen.
 

„Na Teach, was macht deine Verbrennung?“, kam es von Vista, der gemütlich gegenüber von dem Schwarzhaarigen saß und sein Käsebrötchen verzehrte.

Dieser rieb schmerzhaft seinen Bauch, der mit einem großen dicken Verband umgeben war.

„Geht so, das Schlafen fällt mir dennoch schwer!“, brummte Teach.

Ace saß zusammen mit Marco, Thatch und Riko an einem Tisch etwas abseits und beobachteten das Szenario.

„Ich finde, er hat es voll und ganz verdient“, murrte Riko und sah Teach mit finsterem Blick an. Wenn Blicke töten könnten, wäre dieser einfach umgefallen.

„Naja er ist halt ein Idiot, Riko. Es ist mal ganz gut, dass er an eine Frau wie Aria geraten ist“, flüsterte Thatch und hielt sich die Hände vor den Mund, damit er nicht laut loslachte.

Die Feuerfaust sah sich in der Runde um und bemerkte, dass Aria noch gar nicht anwesend war.

„Wo steckt den Aria?“, fragte der Schwarzhaarige und sah fragend Riko an, der gegenüber von ihm saß. Dieser zuckte mit seinen Schultern.

„Kann ich dir nicht sagen, sie war aber auch die Nacht nicht in ihrer Kajüte.“

„Reißt sie mal des Öfteren aus?“, fragte Marco und schob eine Augenbraue nach oben.

Riko schüttelte den Kopf.

„Das ist das erste Mal, normalerweise ist sie sonst immer anwesend. Es ist untypisch für sie zu spät zu kommen.“

Der Rothaarige sah zu seinem Kapitän, der mit Whitebeard an einem Tisch saß. Dieser lächelte bloß und gab ihm ein Nicken.

„Hm unser Chef scheint mal keine Bedenken wegen ihrer Verspätung zu haben“, stellte Riko überraschend fest und widmete sich wieder seinem Frühstück.

Die Feuerfaust sah dennoch etwas besorgt wieder zu seinem Frühstück hinunter, das vor ihm stand. Normalerweise hätte er dieses sofort verschlungen, aber heute Morgen war ihm nicht danach. Er dachte nur an gestern Abend, wie er sein erstes Treffen mit der Blondhaarigen versaut hatte. Eigentlich wusste er nicht einmal was der Auslöser war, jedoch gab er sich die Schuld an dem Ausgang des Abends. Sie schaute so traurig, als er von Whitebeard erzählte, wie stolz er auf seinen „Vater“ war. Könnte das der Knackpunkt gewesen sein? Er hat sie nicht mal nach ihrer Familie gefragt. Ihm kam schon in den Sinn die Frage anzustoßen, jedoch fiel ihm schnell ihre Reaktion auf diese Frage bei dem Piratenkaiser wieder ein und dachte gleich, dass sie bei ihm genauso reagieren würde. Aber wie sollte er auf sie eingehen? Sie gab ja nichts von sich Preis, so emotionslos. Die Art und Weise wie sie auf Abstand ging. Aber auf den ersten Blick wirkte sie wie eine ganz normale Frau. Wer jedoch mehrere Minuten oder Stunden mit ihr verbrachte, merkte schnell, dass der erste Schein trügt. Die ganze Zeit, während er ihr das Boot gezeigt hatte, ging sie schweigend mit ihm mit und antwortete nur, wenn sie angesprochen wurde. Meistens immer nur ein „Ja“, „oh“ und „Das ist ja ein Ding, toll“. So wirklich gesprächig wirkte sie nicht. Sollte er sich bei ihr entschuldigen? Aber für was?

//Man, was mach ich nur//, er schlug sich mit seiner Hand gegen die Stirn und griff schnell nach seinem vor sich liegenden Brötchen, damit er sich schnell auf andere Gedanken bringen konnte.
 

Als alle fertig waren und sich schon wieder oben an Deck begeben wollten, kam die junge Piratin die Treppe hinunter. Sie lief an Ace vorbei ohne ihn eines Blickes zu würdigen, als dieser mit den anderen nach oben gehen wollte. Wie in Zeitlupe kam es ihm vor, als Aria an ihm vorbeiging, den Blick starr gerade ausgerichtet. Ein Stich durchfuhr ihn innerlich. Riko sah etwas geschockt seine Begleiterin an.

„Hey noch nichts von Begrüßung wie Guten Morgen gehört?“

Aria ignorierte ihn und lief auf ihren Kapitän zu. Riko kochte innerlich, er griff nach ihrer Hand und hielt sie fest.

„Kannst du mir mal antworten?!“

Die Blondine sah ihr Gegenüber nicht an, sondern senkte ihren Blick.

„Lass mich einfach los, ich muss mit Greybeard sprechen.“

Augenblicklich riss sie sich geschickt von dem Rothaarigen los und ging zu Eddard, der sie mit ernstem Blick ansah. Sie flüsterte ihm etwas ins Ohr, worauf hin sich seine Augen weiteten.

„Bist du sicher, Aria?“, kam es von dem Älteren.

Die junge Frau nickte bloß.

„Es besteht kein Zweifel“.

Eddard entschuldigte sich bei Whitebeard und ging mit der jungen Frau die Treppe wieder hoch. Immer noch schenkte sie Ace keinen Blick.

Als sie verschwunden waren, blieb die gesamte Crew verdutzt zurück.

„Sag mal Ace hast du gestern etwas angestellt?“, kam es von Jozu, der direkt neben der Feuerfaust stand.

„Ich kann mich nicht erinnern etwas angestellt zu haben“, kam es von dem Schwarzhaarigen. Riko sah etwas genervt zu den Anderen.

„Was ist denn mit ihr los?“, kam es von Thatch.

Riko verschränkte seine Arme hinter seinem Kopf.

„Frauen, die muss man manchmal echt nicht verstehen!“
 

Der Vormittag verlief weiterhin ruhig. Von Aria und Greybeard fehlte immer noch jede Spur. Ace stand an der Rehling und blickte hinaus aufs Meer. Sein Blick fiel dabei immer wieder auf das Nachbarschiff. Ein leichtes Seufzen war zu vernehmen. Er fragte sich wirklich, was er verbrochen hatte, hatte er doch etwas Falsches gesagt?

„Das eigene Herz ist so schwer, stimmt‘s?“

Der Schwarzhaarige wurde aus seinen Gedanken gerissen und bemerkte, dass sich Haruta zu ihm an die Rehling gesellt hatte.

„Das sagt gerade die Richtige“, kam es von der Feuerfaust.

„Dabei beachtet er mich nicht mal, was für eine Schande“, deprimiert schlug sich die Kommandantin ihren Kopf an die Rehling.

„Ich weiß ja, dass es hübschere als mich gibt, dass weiß ich sogar. Aber mich so ganz außer Acht zu lassen, tut echt weh.“

Die junge Piratin schien echt fertig zu sein, so hatte Ace Haruta auch noch nie erlebt.

„Glaubst du, er mag lieber die Blondine?“, fragte sie und sah dabei seitlich zu Ace rüber.

„Also soviel ich weiß, sieht er ihn ihr eher eine Schwester. Ich hatte gestern Abend mit ihm eine kleine Unterredung.“, antwortete die Feuerfaust.

„Sie kommt mir sehr distanziert vor, sie scheint sich ungern anderen gegenüber zu öffnen“, sprach Haruta und zog plötzlich eine Lillie aus ihrer Tasche.

„Wo hast du den diese Blume her?“, die Augen der Feuerfaust weiteten sich.

„Naja Sunny Island hat auch eine schöne Blumenwiese“, Haruta roch an der Blume und sah hinaus in die Ferne. Ihr Blick war traurig. Ace konnte in diesem Moment nur erahnen wie es seiner Nakama gehen musste.

„Naja ich wünsche dir noch viel Glück, Ace“.

Danach drehte sich die junge Kommandantin um und verabschiedete sich von Ace.

Nun stand er wieder alleine da. Als sein Blick wieder zu dem Nachbarschiff fiel, erstarrte er. Die junge Piratin stand an oberster Rehling und zog ihren Hut vom Kopf. In diesem Moment kam ein leichter Nordwind, der ihre Haare in die Luft wirbelte. Sie glich einem Engel, der auf die Erde gekommen war, es fehlten nur noch die Flügel. Ein leichter Rotschimmer bildete sich auf Ace Wangen und konnte seinen Blick nicht von ihr lassen. So etwas Schönes hatte er noch nie gesehen.

„Man dich hat es aber ordentlich erwischt.“

Marco stellte sich zu Ace, dieser sah immer noch in ihre Richtung.

„Lass mich dir eins sagen, ich habe bei ihr ein ungutes Gefühl.“

Ace sah geschockt zu Marco.

„Wie kommst du den darauf?“

„Ich weiß nicht, sie macht um sich ein großes Geheimnis und sagt keinem wer sie wirklich ist. Genau kann ich es dir auch nicht sagen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass etwas nicht stimmt.“, ein finsterer Blick legte sich auf Marcos Gesicht.

„Pass auf, auf was du dich bei ihr einlässt, Ace. Zudem ich bei Greybeard auch ein mulmiges Gefühl habe. Irgendwas verbirgt er vor uns und auch vor Pops und ich denke sie weiß es.“

Ace sah den Blondhaarigen entgeistert an.

„Was genau macht dich da so sicher, Marco?“

Der Blick des 1. Kommandanten verfinsterte sich.

„Genau kann ich es dir nicht sagen, aber meine Menschenkenntnis hat mich noch nie im Stich gelassen. Ich meine es nur gut mit dir, wenn ich dir sage, dass du vorsichtig sein sollst. Ach ja Thatch will noch einmal eine Runde Mau Mau mit uns allen, kommst du mit runter?“

Ace sah ein letztes Mal in Arias Richtung und nickte. Daraufhin verließen die zwei Kommandanten das Deck und begaben sich unter Deck zu den Anderen. Ace hatte trotz allem ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, was Marco ihm gerade gesagt hatte. Was ist wenn Marco Recht hatte?
 

Währenddessen stand Aria immer noch an der Rehling. Riko stellte sich neben sie. Immer noch genervt von ihrem Verhalten heute Morgen, verschränkte er immer noch seine Arme vor sich. Er konnte dies nicht einfach auf sich sitzen lassen, noch ist er der Ältere.

„Kannst du mir mal verraten, was dieses Theater heute Morgen sollte?“

Die Piratin sah ihren Nachbarn nicht an und starrte nur geradeaus.

„Es hatte nichts mit euch zu tun.“

„Nichts mit uns zu tun? Aria wir sind Gäste bei Whitebeard und was sollen seine Männer nun von uns halten, wenn die Stellvertreterin unseres Kapitäns so ein Verhalten an den Tag legt?!“, wütend stoß der Rothaarige mit deiner Faust auf die Rehling, sodass Aria erschrak.

„Denkst du nicht du reagierst etwas über, Riko?!“

„Aria, ich will dir nur damit sagen, dass du dir so keine Freunde machst! Was ist dein Problem? Schon von Anfang an, du lässt niemanden an dich ran, du stößt andere von dir weg, die dir eigentlich nur helfen wollen! Sogar mich, der dich von Anfang an vor allen in Schutz nahm, lehnst du ab. Warum tust du das?“

„Ich brauche keine Hilfe, ich komme super alleine klar“.

Der Rothaarige hatte genug davon, er presste seine Hände an die Schultern der jungen Kommandantin und drückte fester zu.

„Wenn du so denkst, bist du eine Närrin, Aria! Jeder braucht einmal Hilfe. Ich weiß nicht, was dir wiederfahren ist, dass du so eine Ablehnung gegenüber anderen hast!“

„Genau, du hast es erfasst“.

Riko sah die junge Frau vor sich entgeistert an, die daraufhin ihren Kopf senkte.

„Mehr hast du nicht zu sagen, schau mich an, wenn ich mit dir rede!“

Aria stieß sich ruckartig von ihrem Kollegen los und schaute ihn finster an. In diesem Moment erstarrte Riko als er ihr Gesicht sah. De Anblick ließ sein Blut im Inneren gefrieren.

„Aria? Was ist mit ..“

Weiter kam er nicht, als er in ihre Seelenspiegel schaute.

Die Pupille in ihrem linken Auge verengte sich zu einem schmalen Schlitz. Ihr Saphirblau verschwand und wurde durch ein giftiges Grün ersetzt, um den Schlitz legte sich ein glutroter Ring. Es sah aus wie das Auge einer Bestie. Auf einmal fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Genau wie das Auge der Bestie, das das Marineschiff angegriffen hatte. Riko wich von Aria zurück und schaute immer noch erstarrt vor sich. Augenblicklich schossen viele Gedankenfetzen von der Nacht durch seinen Kopf. Er hatte es damals nur nebenbei mitbekommen. Das Aufschreien der sterbenden Soldaten hatte ihn in jener Nacht aus dem Schlaf gerissen. Als er etwas benommen an Deck kam und sich neben Greybeard stellte, durchfuhr ihn ein Schauder als er das Ungeheuer sah, das gerade das gesamte Marineschiff in ein Flammenmeer tauchte. Einen Augenblick richtete das Ungetüm seine Aufmerksamkeit auf Greybeard, der immer noch neben Riko an der Rehling stand und dieser sich krümmte vor Lachen. Riko dachte erst in diesem Moment, es sei ein Alptraum. Aber es war wirklich passiert. Und von Aria fehlte in dieser Nacht als er oben stand jede Spur. Nun ergab alles für ihn einen Sinn.

„Du warst das..:“, flüsterte der Rothaarige und musste erst einmal begreifen, was sich gerade in seinem Kopf abspielte. Wie ein Blitzschlag durchfuhr es seinen gesamten Körper, ein Schauder lief eiskalt seinen Rücken hinunter.

„Warum hast du das getan, Aria!“

Die Blondhaarige stand immer noch bedrohlich vor dem Rothaarigen. Ihr Blick emotionslos.

„Du weißt gar nichts, Riko Van Tardè. Was weißt du schon über mein Leid?“

Riko sackte in sich zusammen und kniete vor der Kommandantin, sein Blick richtete sich gegen Boden. In seinem Blick lag etwas ängstliches. So hatte er Aria noch nie erlebt. Allein ihr Ego stellte in diesem Moment seinen sonst so taffen Charakter in den Schatten.

„ Nein, das gebe ich zu aber woher soll ich es wissen, wenn du mich nicht an deinem Leben teilhaben lässt. Diese Männer hatten vielleicht ein Zuhause, eine Frau, Kinder, die auf sie warteten. Hast du daran einmal gedacht? Das du damit Familien entzweit hast!“

In diesem Augenblick wurde ihr linkes Auge wieder normal. Ihr Blick verriet immer noch keinerlei Emotion. Sie drehte sich daraufhin um und wollte gerade das Deck verlassen. Dennoch blieb sie noch eine Weile stehen. Sie schaute Riko seitlich an und flüsterte dabei Worte, die dieser nur schwer verstehen konnte. Nach diesen Worten kehrte sie dem Rothaarigen den Rücken zu und verließ das Deck. Riko stand immer noch unter Schock. Arias Worte hallten immer wieder durch seinen Kopf wie ein Echo das von Berg zu Berg schallte.

// Sie sollen leiden, so wie ich leiden musste, ich werde solange weitermachen bis ich den Verantwortlichen finde und Greybeard hilft mir dabei. Mehr musst du nicht wissen.//

Verrat und Hilfslosigkeit

Aria lief währenddessen die Treppen hinunter Richtung ihrer Kajüte. Sie konnte immer noch nicht fassen, dass sie Riko diese Seite an ihr selbst gezeigt hatte. Ihr ist es noch nie vor anderen Leuten passiert und nun kam er und machte alles zunichte.

//So ein Mist, was habe ich nur angestellt?!//

Während sie weiterlief, hielt sie jemand urplötzlich an ihrem Handgelenk fest. Die junge Piratin erschrak, drehte sich um und sah Eddard hinter sich.

„Komm bitte mit in meine Kajüte.“

Aria schluckte und hatte einen Klos in ihrem Hals, mehr als ein Nicken konnte sie in diesem Moment nicht von sich geben. Ob er alles mitbekommen hatte?

Sie ging schweigend hinter dem Piratenkapitän her, als sie vor seiner Kajüte standen, öffnete er die Tür und bat durch ein Nicken Aria hinein. Bevor er die Tür schloss, schaute er genau, dass keiner ihnen gefolgt war.

Nachdem Aria sich setzte und Eddard gegenüber von ihr Platz nahm, schaute die Blondine nach unten. Sie konnte ihm nicht in die Augen schauen, dann würde er wissen, dass etwas mit ihr nicht stimmte.

„Hast du mir was zu sagen, mein Kind?“, brummte der alte Mann.

Aria lief es eiskalt den Rücken hinunter.

„Nein, mein Herr.“

Eddards Augen blitzten auf und er wusste, dass sie ihn gerade in diesem Moment anlog.

„Ich frage nochmal…“, begann er ruhig.

„HAST DU MIR WAS ZU SAGEN!!!“, brüllte er dieses Mal und schlug mit der Faust auf den Tisch, sodass sich eine riesige Delle in den diesen brannte.

Aria schreckte auf und fing an zu zittern. Sie hasste es, wenn er wütend wurde. Noch ließ er seine Wut an Gegenständen aus, aber es gab auch Situationen, wo er sich gar nicht mehr im Griff hatte und sogar zuschlug.

„Es tut mir leid“, begann sie.

Eddard schaute auf die junge Piratin hinab, sein Blick hatte etwas herablassendes an sich.

„Was tut dir leid?!“, entgegnete der Kapitän.

„Es ist einfach so passiert, er hat mich in die Ecke gedrängt, Eddard ich kann das einfach nicht mehr“, antwortete Aria und hielt sich die Hände über ihren Kopf.

„Ich will dir eines sagen, meine Schöne“, er griff mit seiner Hand nach dem Gesicht der Blondhaarigen und hob es doch, sodass sie genau in seine Augen sehen konnte.

„Du hast es mir zu verdanken, dass du nicht in der letzten Gosse sitzt, ich war es, der aus dir ein Jemand gemacht hat, ich bin derjenige, der bestens über dich genau Bescheid weiß und weiß auch was passiert, wenn die Weltregierung von dir erfährt!“

Arias Augen füllten sich mit Tränen, warum hatte sie sich auch als dummes Kind dem Alten anvertraut? Sie erinnerte sich an die Situation, als sie gerade auf Greybeards Schiff aufgenommen wurde und er sie befragte, woher sie den stammt. Als sie damals ihm alles erzählt hatte, begann der Alptraum. Seit diesem Tag hatte er sie ganz in der Hand. Sie musste vor allen anderen schweigen und jegliche Nähe zu anderen vermeiden. Dass sie die Anderen damit verletzte, war ihr immer schon sehr unangenehm, aber ihr blieb keine andere Wahl.

„Wir wollen doch nicht, dass die Regierung neben dem Erben von Roger zusätzlich noch die totgeglaubte Königstochter sucht, oder?“, flüsterte er und legt dabei ein hämisches Grinsen auf. Er genoss es die Oberhand zu behalten.

Arias Augen weiteten sich, danach legte sie wieder so gut es ging ein emotionsloses Poker-Face auf. Auf keinen Fall wollte sie einen Fehler riskieren.

„Natürlich nicht.“, entgegnete sie daraufhin.

„Ich brauche deine Fähigkeiten noch um endlich einer der Piratenkaiser zu werden. Zudem ich aus diesem Grund näher an meinen Bruder treten will, der Alte hat schon seine besten Zeiten hinter sich. Und was würde besser aussehen?“

Aria wusste worauf er hinaus wollte, sie war ein Werkzeug für ihn, mehr nicht, er nutzte ihre Situation bestens für sich und ging dabei über Leichen.

„Ob ich meinen Bruder umbringe oder er durch ein Unglück von einem Drachen getötet wird? Da wähle ich doch eher die zweite Variante!“, er fuhr der Blondhaarigen durch das Haar.

„Aber alles nach dem Anderen, ich habe zuerst noch andere Pläne, aber diese Plan wird mein letzter persönlicher Abschluss sein“, grinsend saß Eddard da und rieb sich daraufhin die Hände.

„Wenn ich erst einmal einer der vier Piratenkaiser bin, dann wird sich alles ändern, du könntest meine Stellvertreterin sein, wie wäre das?“

Aria versuchte so gut es ging sich nichts anmerken zu lassen. Sie wusste nur, dass ihr Kapitän wahnsinnig geworden war, aber sie konnte dies niemals irgendeinem sagen. Riko wusste nun auch schon zu viel und das letzte was sie wollte war, andere wegen ihr in Gefahr zu bringen. Sie würde Greybeard sogar zutrauen, diejenigen, die zu viel von ihr wussten, einfach so beseitigen zu lassen und das wollte sie auf keinen Fall riskieren.

„Aria, mein Kind“, er stand auf und kam auf die Blondhaarige seitlich zu und blieb genau vor ihr stehen.

„Ich habe dir versprochen, deine Familie zu rächen oder?“

Die Blondhaarige nickte drauf hin und stand nun ebenfalls auf und schaute zu ihrem Kapitän hinauf.

„Ja, das weiß ich, Greybeard“.

Daraufhin legte der Ältere seine rechte Hand auf ihren Kopf und durchfuhr ihr Haar.

„Du ähnelst wirklich sehr deiner Mutter, es wäre sehr Schade, wenn dir etwas zustoßen würde, also zwinge mich nicht, niemals etwas anderes zu behaupten.“

Nach diesen Worten ging er zur Tür und öffnete sie.

Aria ging langsam an ihm vorbei und als sie draußen angekommen war, flüsterte Eddard noch etwas in ihr Ohr:

„Enttäusche mich noch einmal und ich werde den jungen Kommandanten der 2. Division an die Marine ausliefern!“

Arias Augen weiteten sich und ein stechender Schmerz zog wie ein Blitzschlag durch ihr Herz. Woher wusste er?

„Denke ja nicht, dass mir seine Blicke nicht aufgefallen sind, du versuchst selbst zwar ihn auf Abstand zu halten, aber dein Poker-Face ist doch nicht so weitaus perfekt.“

Grinsend schlug er die Tür hinter Aria zu bevor sie noch etwas erwidern konnte.

Sie stand nun hilflos da und wusste in diesem Moment nicht, ob sie weinen oder laut losschreien sollte. Die Blondhaarige ging in Richtung ihrer Kajüte. Hilfslosigkeit machte sich in ihrem Inneren breit. Sie fühlte sich in ihrem ganzen Leben noch nie so allein, wie in diesem einen Moment. Als sie in ihrer Kajüte angekommen war, blieb sie, nachdem sie die Türe geschlossen hatte, dort stehen. Es war stockfinster, nur das Mondlicht durchflutete das Zimmer mit etwas Helligkeit. Sie begann zu zittern und legte ihre emotionale Mimik komplett ab. Wie ein Spiegel, der in diesem Moment in sich zusammenfiel. Wütend schlug sie den Glaskerzenständer von ihrem Schreibtisch, der daraufhin auf dem Holzboden in tausend Stücke zerschellte. Weinend brach die junge Frau in sich zusammen und krümmte am Boden, schlug mit der Faust gegen den Boden, solange bis ihre Hand schließlich zu bluten begann. Sie fasste sich mit den Händen an den Kopf. Tausende Bilder durchfuhren in diesem Moment ihr Gehirn, die Angst, dass ihr eigener Kapitän Ace ausliefern würde und dieser hingerichtet werden würde und sie selbst nebendran am Strick, der sich um ihren Hals mehr und mehr zuzog, nach Atem ringend.

„Was soll ich bloß machen?!“, flüsterte sie vor sich hin und Tränen liefen an ihren Wangen hinunter. So hatte sie sich ihr Leben nie vorgestellt, lieber wäre sie damals in der Gosse geblieben und die Gezeiten hätten ihrem jämmerlichen Leben irgendwann ein Ende bereitet. Das wäre ihr damals in diesem einen Moment lieber gewesen, als ein Leben in Freiheit zu führen, die jedoch keine Freiheit war. Sie lag in Ketten. Zu gerne würde sie fliehen, aber ohne ihren Begleiter wäre dies nie möglich. Die junge Piratin öffnete ihre Bluse. An ihrem Hals trug sie ein Halsband, an dem ein silbernes Schloss hing. Sie umfuhr es, griff nach dem Schloss und hielt es fest. Er war in diesem Schloss versiegelt und nur Greybeard hatte den Schlüssel. Verzweifelt blieb sie am Boden und kauerte sich in den hintersten dunklen Ecken und zog ihre Beine nah an sich heran, ihren Kopf vergrub sie in ihrem Schoß.
 

Währenddessen war auf der Moby Dick Ruhe eingekehrt. Thatch, der die Partie mehrmals gewonnen hatte, ging zufrieden in seine Kajüte und war auch gleich eingeschlafen. Die anderen waren auch zu Bett gegangen. Ace hingegen lag auf seinem Bett und starrte an die Decke. Mehrmals wagte er einen Blick aus dem Bullauge, da sich direkt neben seinem Bett befand. Das Meer war sehr ruhig, zu ruhig.

Ein unwohles Gefühl durchfuhr ihn. Wie die Ruhe vor dem Sturm kam es ihm vor.

Auf einmal klopfte es an der Tür.

Etwas überrascht stand die Feuerfaust auf und öffnete die Tür.

„Riko? So spät noch unterwegs?“, erstaunt stand der Kommandant da und schaute auf sein Gegenüber.

„Kann ich reinkommen, Feuerfaust?“

Ace nickte und bat den Rothaarigen einzutreten. Neben dem Bett befand sich ein Stuhl, worauf er Platz nahm, Ace setzte sich auf das Bett.

„Was gibt es den? Du schaust so aus als ob du einen Geist gesehen hättet.“

Riko überlegte kurz. Soll er ausgerechnet ihm von seiner Entdeckung erzählen?

„Sag mal Ace, glaubst du an Drachen?“

Die Feuerfaust weitete seine Augen und dachte erst, es sei ein Scherz von ihm. Aber seine Mimik verriet schnell, dass es sich hierbei um was Ernstes handelte.

„Ich sag´ mal so, es ist alles möglich, oder?“, entgegnete Ace.

Riko verschränkte seine Arme und schloss seine Augen.

„Ich hab einen gesehen, in jener Nacht“.

Ace sah fragend zu dem Rothaarigen rüber.

„Etwa als das Marineschiff angegriffen wurde?“

Riko nickte daraufhin und fuhr fort:

„Ich dachte erst, es wäre ein Alptraum gewesen, es wirkte alles so unecht. Aber mein Innerstes sagt mir, dass es wirklich passiert war.“

Ace überlegte kurz. Plötzlich fiel ihm eine Szene ein.

„Du musst wissen Riko, ich bin noch nicht so lange Kommandant, erst seit ein paar Wochen. Eines Abends war ich oben an Deck, es war ein sternenklarer Abend. Plötzlich sah ich etwas in weiter Ferne.“

Rikos Augen weiteten sich, plötzlich stand er auf und packte die Feuerfaust an den Schultern:

„Was hast du gesehen, es wäre wichtig!“

Ace fuhr überraschend fort:

„Es war ein mysteriöses Wesen, es hatte die Ähnlichkeit eines Drachen, zumindest sah es so aus. Nur..“

Die Feuerfaust hielt kurz inne.

„Auf diesem Drachen saß eine Person.“

Riko sah den Schwarzhaarigen entgeistert an, dann ließ er sich auf den Stuhl fallen und versank langsam in diesem.

„Hast du erkannt, wer es gewesen sein könnte?“

Ace schüttelte den Kopf und griff mit einer Hand unter sein Kopfkissen.

„Riko ich habe eine Frage an dich.“

Fragend sah der andere Kommandant hoch und sah wie Ace ein Schmuckstück unter dem Kopfkissen hervorzog.

„Was ist das, habt ihr das von einem Beutezug mitgehen lassen?“, antwortete der Rothaarige hämisch und nahm das Medallion an sich, als Ace es ihm hinreichte.

„Das Medallion hab ich von einer Wahrsagerin bekommen und meinte, dass es mich zu jemandem führen würde. Ich hab zwischenzeitlich in Erfahrung bringen können, dass es wohl einer alten antiken Familie gehört haben muss, die die Fähigkeit besaßen, Drachen beherrschen zu können. Aber warum sie es ausgerechnet mir gab, verstehe ich bis heute nicht.“

Riko sah sich das Medallion genau an. Er sah die Gravierungen. Plötzlich erstarrte der Rothaarige.

„Das ist Taryanisch“, fuhr er fort als er sich die Schriftzeichen um die Drachengravierung ansah.

„Soviel ich weiß, nannte sich diese Familie auch Targuya, hatten die etwa eine eigene Sprache?“, fragte die Feuerfaust neugierig. Anscheinend scheint er ja genau an den Richtigen geraten zu sein.

„Soweit ich weiß, hatten sie unsere Sprache selten benutzt, sie bevorzugten es stets in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren. Unsereinem fiel es natürlich schwer, sich mit ihnen zu verständigen. Aber ich habe diese Zeichen schon einmal irgendwo gesehen“, entgegnete Riko und versuchte sich zu erinnern.

„Aber du kannst mir da auch nicht viel mehr sagen, oder?“, fragte Ace und nahm das Schmuckstück wieder an sich als der Rothaarige es wieder auf das Bett legte.

„Leider nein, mein Erinnerungsvermögen ist doch etwas betrübt“, antwortete Riko und stand daraufhin auf.

„Tut mir leid, dass ich noch so spät zu dir gekommen bin, ich lade dich irgendwann einmal auf ein Bier ein“, sagte der Rothaarige grinsend und kratzte sich dabei verlegen am Kopf. Als er jedoch gerade die Tür öffnen wollte, drehte er sich ein letztes Mal zu Ace um.

„Ich habe aber dennoch noch eine Bitte an dich, Feuerfaust“.

Der Schwarzhaarige schaute fragend zu dem Rothaarigen auf.

„Pass bitte auf Aria auf, ich weiß nicht, wie lange ich sie noch beschützen kann.“

Ace Augen weiteten sich und er schaute Riko entgeistert an.

„Wie kommst du den darauf, noch stehst du direkt vor mir.“

Der Rothaarige sah traurig zu dem Schwarzhaarigen und ließ seinen Blick Richtung Boden blicken.

„Versprich mir einfach, dass du sie beschützt, wenn mir etwas passiert. Und dieses Gespräch zwischen uns hat nie stattgefunden“. Danach schloss Riko die Kajütetür und begab sich wieder hoch an Deck. Ace blieb verdutzt alleine zurück. Er dachte sich jedoch nichts dabei und legte sich wieder hin. Schnell fielen ihm die Augen zu und schon war er innerhalb von Minuten eingeschlafen.
 

Als Riko wieder rüber auf sein Schiff sprang, schaute er sich daraufhin um. Es überkam ihn das Gefühl, dass er nicht alleine an Deck war. Er spürte, dass jemand anwesend war. Langsam ging er an die Treppe und wollte sich gerade unter Deck begeben, als er auf einmal jemanden hinter sich spürte. Gerade als er sich umdrehen wollte, durchfuhr in ein stechender Schmerz. Als er nach unten blickte sah er die Schwertspitze, die sich nach vorn durch seinen Magen gebohrt hatte. Blut spritzte und er merkte, wie ihn seine Lebenskraft langsam mehr und mehr verließ. Ein lautes Lachen war zu vernehmen.

„So schnell kann es gehen, wenn man zu viel weiß, meinst du nicht auch?“

Riko erstarrte als er die Stimme erkannte. Das konnte doch nicht etwa sein Ernst sein?!

„Greybeard, warum?“

Und tatsächlich. Hinter Riko stand Eddard, der ihm ein Schwert in den Rücken gerammt hatte. Ein fieses Grinsen legte sich auf das Gesicht des Älteren.

„Du wirst dieses Wissen mit ins Grab nehmen“, grinste der alte Herr und zog das Schwert aus ihm heraus, woraufhin Riko zusammenklappte und vor Schmerz keuchte. Die Augen des Kapitäns leuchteten und sie glichen in diesem Moment einem Ungeheuer, das es genoss, seine Beute leiden zu sehen, wie eine Schlange, die mehr und mehr ihren Körper um die Beute schlang und ihr nach und nach das Leben ausquetschte.

„Ich werde dich langsam ausbluten lassen, du wirst dich nicht zwischen mich und meine Pläne stellen“, entgegnete Eddard eiskalt und verließ das Deck.

Riko war zu schwach um nach Hilfe zu rufen, als ob er es nicht gewusst hätte, dass ihm etwas passieren würde. Stark geschwächt schlürfte er sich an die Rehling und lehnte sich gegen den Holzbalken. So würde er nun dahinscheiden, einsam und alleine. Keine Menschenseele, die ihm helfen würde. Ein letztes Mal versuchte er seine Gedanken zu ordnen. An das, was Ace ihm erzählte, von dem Drachen und der Person, die auf ihm ritt. Schnell wurde ihm bewusst, um wen es sich handelte. Plötzlich fiel ihm auch der Moment wieder ein, wo er die Schriftzeichen gesehen hatte. Sie waren in einem Buch, das Aria gehörte. Er fragte sie damals sogar noch, ob sie von ihr stammten, da er es außergewöhnlich fand, dass jemand diese tote Sprache beherrschte. Die Blondhaarige musste daraufhin lachen und fragte, ob das sein Ernst gewesen sei. Sie leugnete es vor ihm, dass wusste er nun in diesem Moment. Sie war auch die Person, die auf dem Drache ritt. Langsam merkte er, wie seine Kraft ihn mehr und mehr verließ. So viel hätte er Aria noch gern gesagt. Wie hübsch sie sei und dass sie es woanders besser hätte als hier. Sie war keine typische Piratin, dafür war sie schon immer zu sanft. Aber nun ergab für ihn alles einen Sinn. Sie hatte Angst davor, dass die Wahrheit über sie rauskommen würde. Dass sie die letzte Überlebende war. Zu sehr interessierte es ihn, was damals geschehen ist, aber dazu würde er nicht mehr in der Lage sein. Vor allem was Greybeard darüber wusste. Ob er sie unter Druck setzte oder sogar erpresste? Und was ist mit dem Drachen passiert?

„Aria..“, hauchte er und schloss eine Augen. Vor ihm erschien noch einmal das Bild von Ace.

„Ace, pass gut auf meine kleine Schwester auf“, flüsterte er, eine Träne stahl sich aus seinen Augen.
 

Sein Herzschlag wurde immer langsamer, bis es schließlich zum Stillstand kam.

Fassungslosigkeit und letzte Hoffnung

Der Morgen brach schnell an, der Horizont wurde wie jeden Morgen in ein helles Licht getaucht. An diesem Morgen jedoch sollte nichts mehr so sein wie es war. Schnell waren alle früh auf Trapp, als man plötzlich einen Schrei vernahm, der darauf hindeutete, dass die Leiche von Riko gefunden wurde. Die Nachricht verbreitete sich sehr schnell auf beiden Schiffen. Fassungslos standen alle vor dem, an der Rehling lehnenden, leblosen Körper des Kommandanten der 2. Division von Greybeards Bande.

„Wer tut so etwas?“, kam aus den einzelnen Reihen.

Auch die Feuerfaust war gerade angekommen und verstand erst nicht was los war.

„Marco, was ist passiert?“.

Der Blondhaarige schaute die Feuerfaust an und senkte seinen Kopf.

„Sie haben Riko heute Morgen tot gefunden“.

Ace Augen weiteten sich, bahnte sich einen Weg nach vorne und erschauderte als er den leblosen Körper vor sich sah. Wie erstarrt stand er vor dem toten Kommandanten und plötzlich erinnerte er sich an letzte Nacht, wo er ihn lebend gesehen hat.

„Das war heimtückischer Mord!“, kam es von den Greybeard-Piraten.

Selbst Whitebeard war fassungslos und konnte nicht fassen, was los war. Er trat neben Ace und sah traurig nach unten, hielt seine Hand auf die Schulter seines Kommandanten der 2. Division.

„Sehr schade, ich mochte den Kerl, er war mir sehr sympathisch.“

Auch Greybeard stand da und schaute betroffen zu seiner Crew.

„Wer auch immer diese Tat begangen hat, er wird dafür bluten!“, raunte er.

Auch Aria gesellte sich zu der Versammlung, sie wusste nicht was los war, sie wurde nicht über den Tod ihres Kameraden in Kenntnis gesetzt. Alle gingen zur Seite und bildeten eine Gasse, damit sie nach vorne gehen konnte. Als sie jedoch da stand und vor sich den leblosen Körper des Rothaarigen sah, erschauderte sie und hielt inne. Alles verlief wie in Zeitlupe. Erst dachte sie, es sei ein Alptraum, ihr wurde aber schnell bewusst, dass es sich hierbei um die Wirklichkeit handelte. Ihr Herz pochte immer schneller. Tränen traten hervor und sie rannte auf den Rothaarigen zu.

„NEIN!!“, schrie sie und hielt Riko fest in ihren Armen und drückte ihn fest an sich. Sie weinte bitterlich und vergrub ihr Gesicht in seiner Brust.

„RIKO!!!“

Ace lief es eiskalt den Rücken runter als er dieses Szenario sah. Sie tat ihm in diesem Moment so leid. Sie scheint ihn doch sehr gemocht zu haben, also war sie nicht so emotionslos wie sie immer tut. Plötzlich erinnerte er sich an Rikos letzte Worte:

//Versprich mir einfach, dass du sie beschützt, wenn mir etwas passiert.//

In diesem Moment verstand die Feuerfaust was los war, Riko hatte schon eine Vorahnung, dass ihm etwas passieren würde, als ob er verfolgt werden würde. Aus diesem Grund sagte er auch, dass dieses Gespräch zwischen ihnen nie stattgefunden hätte. Aus diesem Anlass schlussfolgernd, verschwieg er es auch. Nicht, dass man noch auf die Idee kam, er hätte etwas mit dem Tod des Rothaarigen zu tun.

Er wollte auf die Blondhaarige zugehen, wurde jedoch von Marco zurückgehalten.

„Tu es nicht, nicht jetzt“, flüsterte der Kommandant der 1. Division und zog Ace von der ersten Reihe weg.

„Geh am Besten zu ihr, wenn sie alleine ist, dies ist im Moment kein guter Zeitpunkt!“

„Aber, Marco, sie braucht jetzt erst Recht unsere Hilfe.“

„Psst“, zischte der Blondhaarige und deutete mit seinem Blick auf Greyberad, der die Beiden die ganze Zeit im Auge hatte.

„Ace, ich traue diesem Greybeard nicht über den Weg, bei Aria scheine ich mich aber anscheinend geirrt zu haben, sie wusste hiervon nichts, sonst hätte sie anders reagiert und diese Trauer von ihr ist Echt.“

„Aber“, weiter kam die Feuerfaust nicht, denn schon wurde ihm der Mund von Thatch zugehalten.

„Hör am besten mal auf die Älteren, mein Junge, komm mit nach hinten zu uns“, zischte der Braunhaarige. Beide zogen sie Ace nach hinten, sodass er nichts mehr sah, ihr Weinen und Schluchzen war dennoch bis in die hintersten Reihen zu hören.

„Das war definitiv Mord“, sagte Vista, der sich an seinem Bart rieb und dabei seine Kameraden ansah. Neben ihm stand die kleine Haruta, völlig verstört und still.

„Aber wo ist die Waffe?“, fragte Marco und schaute seine Kameraden entgeistert an.

„Der Täter war clever, somit erschwert dies uns die Situation, klar ist dass er anscheinend mit einem scharfen Gegenstand zur Strecke gebracht wurde.“, antwortete Thatch.

„Er starb durch den Blutverlust der Verletzung“.

Erschrocken fuhren alle hinter sich und sahen eine kleine Gestalt hinter sich.

„Ach du bist es, ja sicher, du bist schließlich Arzt“, entkam es Marco und schlug dabei dem jungen Mann auf die Schulter.

„Ich würde sagen, entweder war es ein Schwert oder ein Messer, wobei ich von erstem ausgehe“, sagte der Schiffarzt und ging dann nach vorne um die Angelegenheit mit Eddard und Whitebeard zu besprechen.

Immer noch fassungslos standen sie da und verstanden die Welt nicht mehr. Ace sah einfach nur zu, wie Eddard Aria von Riko wegzog und diese sich auch noch wehrte.

„Nein lass mich los, ich will bei ihm bleiben!“, schrie sie bitterlich und schlug um sich.

Dieser Anblick tat ihm im Herzen weh. Auf der anderen Seite sie behindere ansonsten die Arbeiten des Arztes. Das Ganze war nur schwer zu ertragen, mit so etwas hatte echt keiner gerechnet. Ace begriff sehr schnell, dass es hier um mehr gehen musste, das verstand er nun. Was wusste Riko, was ihm das Leben gekostet hatte. War es wegen den Drachen, von denen er letzte Nacht sprach? Was könnte er nur in Erfahrung gebracht haben? Wollte er es ihm letzte Nacht mitteilen und er hat die Signale falsch verstanden? Fakt war nun, dass er nun nicht mehr dazu in der Lage war, mit ihm noch darüber zu sprechen.
 

Es herrschte eine gedämpfte Stimmung den ganzen Tag. Am nächsten Morgen wurde der Leichnam auf ein Boot gebracht und auf das offene Meer geschoben. Zuvor hatte man noch Feuer angezündet, sodass der Körper samt dem Holzboot in Flammen aufging und das Meer dann den Rest erledigen würde. Allesamt standen sie an der Rehling der Moby Dick und an der Rehling des Schiffes von Eddard und schauten zu, wie das Flammenmeer das Boot mit Inhalt in die Tiefen des Meeres zog. Dann zog Regen auf, der auf die gesamte Crew niederprasselte. Es war so, als ob der Himmel weinen würde.

Aria stand emotionslos neben ihrem Kapitän und schaute dabei seitlich zu Eddard, der einfach nur dastand. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass ihr eigener Kapitän etwas zu verheimlichen hatte. Er benahm sich anders als sonst, so distanziert. Aria kannte ihn nun schon lange und merkte, dass etwas nicht stimmte. Eddard selbst merkte, dass ihn seine Kommandantin misstrauisch seitlich anschaute. Er fasste Aria am Handgelenk und zog sie zu sich. Als ihr Ohr sehr nah an seinem Gesicht war, flüsterte er ihr etwas ins Ohr, worauf hin die junge Frau zusammenbrach. Zitternd saß sie am Boden und Tränen quollen aus ihren Augen.

„Vergiss deine Aufgabe nicht, mein Kind. Noch so eine Aktion und du wirst bald erneut eine Leiche sehen“, zischte Eddard und verließ das Deck.

Aria kniete am Boden, sie konnte es nicht fassen, nun war das eingetreten, wovor sie sich immer gefürchtet hatte. Dass wegen ihrer Dummheit unschuldige Menschen dafür herhalten mussten, aber dass ihr Kapitän ernst machen würde, hätte sie nie gedacht. So sehr kann man sich also in Menschen täuschen.

Ace entging dieses Schauspiel nicht, er sah wie sie plötzlich zu Boden sank, als Eddard ihr etwas mitteilte. Also schien Marco doch Recht zu haben, was den Bruder ihres Vaters anging. Zu sehr brannte ihn die Neugier mehr zu erfahren. Etwas lief definitiv aus dem Ruder, das wusste er. Dennoch würde er abwarten, bis er die Blondhaarige alleine antrifft.
 

Am Abend saßen alle zusammen wieder unter Deck. Plötzlich kam Eddard nach Vorne und trat vor die gesamte Mannschaft. Alle schauten zu ihm auf. Ace fiel auf, dass Aria jedoch nicht anwesend war, als er in die Runde schaute. Ihn durchfuhr ein seltsames Gefühl.

„Wir werden Morgen abreisen, dass wollte ich nur mitteilen. Nach dem gestrigen Vorfall, wäre es am besten, dass jeder seiner Wege geht“, Eddard ging zu seinem Bruder und reichte diesem die Hand.

„Danke für deine Gastfreundlichkeit, Edward, aber ich denke, dass sich unsre Wege trennen, bevor die Marine hier auftaucht, wenn der gestrige Vorfall erst die Runde macht, findest du nicht auch?“

Der Piratenkaiser schaute traurig zu Boden.

„Du hast Recht, und nochmal mein Beileid, wegen deinem Kommandanten. Hoffentlich findest du einen geeigneten Ersatz“.

Während sich die Kapitäne unterhielten, stahl sich Ace heimlich nach draußen. Er ging die Treppe hoch und betrat das Deck. Oben angekommen schaute er an die Rehling und sah Haruta dort stehen.

„Haruta, warum bist du nicht unten?“

Die junge Frau erschrak und die Feuerfaust sah wie sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischte. Dann erst drehte sich die Kommandantin um.

„Ach du bist es, schön dich zu sehen“, schluchzte sie und ließ wieder ihren Kopf hängen.

Ace kam auf sie zu und hielt seinen rechten Arm um ihre Schulter, wegen ihrer kleinen Größe musste er ein wenig in die Hocke gehen.

„Sicher, dass mit dir alles okay ist?“

Haruta nickte ein wenig.

„Ja geht schon, es ist nur.“, begann sie.

Ace fühlte wie sie anfing zu zittern und drückte sie näher an sich.

„Ich konnte ihm nicht einmal sagen, was ich für ihn empfinde. Ich hätte es ihm sagen sollen, als ich noch die Gelegenheit dazu hatte“, weinte die junge Frau und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.

„Ach komm, konnte ja keiner ahnen, dass es so ausgeht“, er war nicht gut darin Andere zu trösten, so etwas war nie seine Stärke gewesen.

„Ist schon wieder gut“, sprach Haruta und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

„Bist du dir sicher?“

Die junge Frau nickte.

„Ja, aber ich möchte nun etwas alleine sein“, entgegnete die Kommandantin und deutete durch ihre Bewegungen an, dass sie gehen wollte.

„Und wo willst du hin? Zu den Anderen?“

Haruta schüttelte den Kopf.

„Nein, zu viel Trubel will ich im Moment nicht, ich denke ich gehe in meine Kajüte. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend“

„Danke, dir auch und Kopf hoch“.

Die junge Frau lächelte und drehte sich daraufhin um und verließ das Deck.

Ace selbst hatte auch keine Nerven mehr jetzt nochmal zu den Anderen zu gehen. Als er von der Moby Dick aus Richtung Festland schaute, sah er, dass dort die Nacht wieder viel los war. Er sprang von Bord und begab sich Richtung Hafen. Die Regenwolken hatten sich über den Abend hinweg verzogen und es war eine sternklare Nacht. Der Mond hatte die Form einer Sichel.

//Wie der Bart von Pops// ein leichtes Lächeln überkam sein Gesicht.
 

Es war einiges los in der Stadt. Überall tummelten sich Menschen und die Bars waren vollgestopft. Die bunten Farben der Laternen waren wunderschön, so viele Farbtöne. Es war die Atmosphäre wie in einem Kinderbuch. Die Feuerfaust lief durch die vielen Gassen und schaute sich alles noch einmal genau an. Morgen würden sie bestimmt auch ablegen und wieder auf das weite Meer hinausfahren. Die letzte Nacht wollte er dann doch genießen. Keiner um ihn herum. Auch eine Auszeit musste mal sein. Als er an einem Kleiderstand vorbeikam, stahl er unauffällig einen schwarzen Mantel und zog sich diesen über. Falls doch Marinesoldaten hier sein sollten, mussten sie ihn ja nicht direkt erkennen. So leicht wollte er es ihnen auch nicht machen. Erstaunt lief er durch die Mengen und sah sich die betrunken Piraten an, die den Frauen hinterher pfiffen. So etwas schreckte ihn immer ab. Teach würde wunderbar zu denen passen, sein Verhalten war ja auch unter aller Schublade, wenn es um Frauen ging. Er lief weiter, bis er schließlich am Stadtrand angekommen war. Vor ihm befand sich nur Natur. Aber es waren keine normalen Pflanzen. Sie waren riesig und der Mondschein ließ verschiedene Pflanzensorten aufleuchten. Etwas unsicher trat er in den riesigen Wald und lief immer geradeaus. Sogar das Gezwitscher der Vögel war zu vernehmen, sehr untypisch für das Nachtleben im Wald. Nebenbei waren noch Geräusche von Heuschrecken und Kröten zu vernehmen. Auf einer Lichtung blieb er stehen. Vor ihm ein Blumenmeer. Ace rieb sich die Augen, die Blumen waren riesig und sie schimmerten in einem hellen Silberton. Er lief hinein und konnte den Weg klar vor sich sehen, die Blumen erhellten alles um ihn herum. Die Pflanzen waren größer als er selbst, ein perfektes Versteck.

„Wo bin ich hier?“, fragte sich die Feuerfaust und kratzte sich am Kopf.

„Hast du noch nie etwas von der berühmten Blumenwiese von Sunny Island gehört?“

Ace schreckte auf und sah sich um. Wo kam diese Stimme her? Schnell zog er sich den Hut ins Gesicht und seine Faust ballend schaute er vor sich, hinter sich, aber da war niemand.

„Spinne ich jetzt komplett?!“, Ace schaute sich um, aber konnte nichts erkennen.

„Über dir“

Ace schaute hinter sich und schaute auf den Baum, der hinter ihm stand. In der obersten Krone saß keine andere Person als Aria, die zu ihm hinter schaute.

„Aria? Was machst du den hier, ich dachte du wärst bei den Anderen?!“

Aria zog ihre Beine zu sich und umschlang diese mit ihren Armen, ihr Gesicht lehnte sie gegen ihre Knie.

„Was soll ich denn dort, hat doch alles keinen Sinn.“

Ace Augen weiteten sich, irgendwas stimmte nicht mit ihr, das merkte er sofort.

„Es tut mir leid, was mit Riko passiert ist. Hätte ich gewusst was passieren würde, hätte ich Riko niemals zurückgehen lassen dürfen“, in diesem Moment hielt er sich den Mund zu.

//Scheiße, dass hätte ich nicht sagen sollen//

Aria hob ihren Kopf hoch und schaute die Feuerfaust verwundert an.

„Wie zurückgehen lassen dürfen? Er war bei dir? Wann!“

Die junge Frau sprang von dem Ast runter und landete direkt vor dem Schwarzhaarigen.

„Nun ehm“, Ace wusste nicht wie er anfangen sollte. Ihm blieben die Worte wortwörtlich i Hals stecken, als sie so vor ihm stand. Ihm verschlug es die Sprache, wieder einmal.

„Jetzt sag schon!“, Aria verschränkte die Arme vor sich und sah Ace mit fragwürdigem Blick an.

„Scheiße“, mehr konnte Ace in diesem Moment nicht sagen, er schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn. Warum konnte er nicht einfach seine Klappe halten?!

Aria schritt nun langsam auf ihn zu, je näher sie kam, desto mehr hämmerte Ace Herz gegen seinen Brustkorb.

„Ich kann es dir nicht sagen“, entgegnete der Schwarzhaarige und sah ruckartig zur Seite.

Aria merkte, dass etwas nicht stimmte. Was wusste dieser Typ?

„Ace, warum war Riko bei dir? Bitte ich muss es wissen.“ Verzweiflung lag in ihrer Stimme.

Ace sah die Blondhaarige an, die nun direkt vor ihm stand. Sie war keine 10 cm mehr von ihm weg, so nah war sie noch nie bei ihm. Er sah ihre Traurigkeit in den Augen.

„Aria, was ist hier los, sag es mir? Warum war Riko bei mir und hat mich über Drachen ausgefragt? Warum war Eddard so merkwürdig zu dir heute? Denkst du etwa ich habe es nicht gesehen?“, es sprudelte alles so gerade aus dem Kommandanten raus, kontrollieren konnte er es nicht. Zu sehr verunsicherte ihn ihre Nähe.

Arias Augen weiteten sich.

„Was? Drachen? Was genau hatte er gefragt?“, fuhr die junge Piratin ihn an.

„Nicht viel nur, ob ich an ihre Existenz glaube und das er in jener Nacht, als das Marineschiff angegriffen wurde, einen gesehen hatte.“, antwortete die Feuerfaust und sah die Blondhaarige verwirrt an.

„Er hat es mitbekommen“, flüsterte die junge Frau und lehnte sich gegen den Baum.

„Ihr ward das, oder? Es stand so in der Tageszeitung“, entgegnete Ace.

Arias Beine fingen an zu zittern.

„Aria sprich mit mir! Ich will dir helfen, ich sehe doch wie verzweifelt du bist!“, Ace kam langsam auf Aria zu. Diese versuchte weiter zurückzuweichen, aber sie konnte nun einmal nicht durch den Baumstamm rückwärts durch gehen. Sie hielt ihre Hand vor Ace, sodass dieser vor ihr stehen blieb.

„Bitte frag nicht zu viel“, etwas zittriges lag in ihrer Stimme.

Ace verstand erst nicht worauf sie hinaus wollte, als sie ihr Gesicht hob, sah er direkt in ihr Gesicht. Sie weinte. Er hatte sie so noch nie weinen sehen, so verletzt ist sie also schon um ihre Emotion vor Anderen zu zeigen.

„Ich will nicht, dass dir das selbe widerfährt“, flüsterte die junge Frau und senkte wieder ihren Kopf. Nun verstand Ace was los war, Riko wurde nicht umsonst Opfer eines Verbrechens. Er schien etwas gewusst zu haben und Aria wollte es vor ihm verbergen. Zu seinem eigenen Schutz.

„Warum sorgst du dich überhaupt um mich, du kennst mich doch gar nicht“, sprach Aria mit verzweifelter Stimme und sah dabei wieder zu der Feuerfaust hoch.

„SAG MIR WARUM?!“, schrie sie ihn an und hielt sich dabei an dem Baumstamm fest.

„Weil..“, Ace kam es wie ein Geistesblitz. Nun fügten sich alle Puzzleteile zusammen. Augenblicklich kramte er in seiner Tasche und zog etwas Funkelndes hervor. Er hatte es seit dem gestrigen Vorfall immer bei sich und ihre Reaktion bei dem ersten Zusammentreffen in der Bar, als sie es an seinem Hals bemerkte, schien kein Zufall gewesen zu sein. Arias Augen weiteten sich als sie erkannte, was Ace in seinen Händen hielt. Er kam auf Aria zu, hielt ihre Hand auf und legte das Medallion behutsam hinein.

„ Ich denke, dass dieses Schmuckstück dir gehört..“, er kam noch näher auf sie zu, strich ihre Haarsträhne aus dem Gesicht und flüsterte leise in ihr Ohr„.. und dass sich unsere Wege nicht umsonst gekreuzt haben“.

Vertrauen

Aria sah Ace geschockt an, ihr Blick fiel auf das Medallion, das die Feuerfaust ihr gerade gegeben hatte. Sie erkannte es wieder, es war also doch kein Traum, dass sie das Medallion bei ihm um den Hals gesehen hatte als sie sich das erste Mal in der Bar begegnet waren.

„Wo hast du das her?“

Ace sah die junge Frau an und kratzte sich verlegen am Kopf, er wusste nicht wie er es ihr erklären sollte. Die Geschichte mit der Wahrsagerin war doch etwas zu unglaubwürdig und er wusste nicht, ob sie ihm glauben oder ihn gar für verrückt halten würde.

„Nun ja da war so eine ältere Frau, die mich ansprach und es mir schlussendlich mitgab“.

Aria sah etwas misstrauisch zu dem Kommandanten und legte sich das Medallion um.

„Klingt zwar etwas seltsam, aber ich glaube dir einfach mal, Feuerfaust.“

Als sie sich das Schmuckstück umgelegt hatte, begann es auf einmal zu Leuchten. Die Zeichen im Inneren des Kristalls veränderten sich schon wieder. Das Schloss um ihren Hals leuchtete in einem goldenen Schimmer und es begann zu Vibrieren. Aria wich erschrocken zurück und griff sich an den Hals. Ace sah die junge Frau verdutzt an.

„Ist alles in Ordnung mit dir?“

„Er reagiert auf das Medallion“, flüsterte sie und hielt dabei das Schmuckstück fest.

Ace Augen weiteten sich. Was sollte diese Aussage denn gerade? Die ergab für ihn überhaupt gar keinen Sinn.

„Was meinst du mit ER?!“

Die Blondine fuhr zu ihm hoch und dachte einen Moment nach. Schon wieder war ihr etwas vor ihm rausgerutscht. Er durfte es nicht erfahren, die Konsequenzen waren zu umfangreich. Sie wollte auf keinen Fall riskieren, dass es Ace auf die selbe Art und Weise ergehen würde wie Riko. Sie schluckte einen Moment.

„Hör zu Ace, es ist zu gefährlich. Je weniger du weißt, desto besser.“

Die Feuerfaust wollte das so nicht hinnehmen, immer wieder bekam er Brocken zugeworfen, die er sich wie ein Puzzle zusammenfügen musste.

„Aria, wem soll ich das bitte sagen? Wenn mir jemand etwas anvertraut, dann bleibt es auch bei mir!“. Er kam immer näher an Aria heran, die wieder versuchte vor ihm zurückzuweichen.

„Er hat seine Späher überall“, flüsterte sie so leise es ging.

Ace verstand nicht ganz, was sie bedrückte. Als er sich umsah, erkannte er einen etwas seltsamen Vogel auf dem Ast in der Baumkrone sitzen. Dieser war vorhin noch nicht da und für die Tageszeit war es unüblich, dass ein solcher Vogel nachts unterwegs war. Aber anscheinend hatte Aria Angst vor ihm. Wurde sie etwa überwacht? Das würde ihre Aussage erklären.

„Das haben wir gleich, der Pipmatz da oben stört.“

Er feuerte einen Feuerball aus seiner Fingerspitze ab und der Vogel ging in Flammen auf.

Als Aria das sah überkam sie die Angst. Sie wollte wegrennen aber Ace hielt sie fest.

„Was hast du getan?? Jetzt weiß er es! Lass mich los!!“

Die Feuerfaust dachte nicht daran los zu lassen, er wollte endlich wissen, was hier vor sich ging. Sein Griff wurde immer fester.

„Ich werde dich erst gehen lassen, wenn ich die Wahrheit weiß, Aria. Was ist hier los?! Vor wem hast du eine solche Angst?“

Aria zappelte hin und her und versuchte sich loszureißen.

„Ace bitte, wenn Eddard davon erfährt, sind wir beide in Gefahr!“

Augenblicklich erstarrte Ace.

„Was Eddard?! Pops Bruder?“

In diesem Moment vibrierte das Schloss an ihrem Halsband schon wieder. Plötzlich erbebte der Boden und das Schloss an ihrem Halsband leuchtete noch heller als vorher. Dann ein Knall und eine heftige Vibration lies die beiden Piraten zu Boden gehen. Aria erstarrte, als sich vor ihr eine Art Portal öffnete und etwas großes Mächtiges hervorstieg.

Ein Brüllen war zu vernehmen. Ace traute seinen Augen nicht. Was war hier los?

„Aria was hast du getan?“, brüllte er und hielt die junge Blondine immer noch fest.

Diese wiederum starrte das Wesen vor sich an.

„Ich fasse es nicht“, flüsterte sie.

Die Gestalt war doppelt so groß wie die Feuerfaust und als es vor ihnen stand, spreitzte es seine Flügel, die die Nacht noch mehr zu verdunkeln schienen.

„Das ist ein Drache“, stotterte Ace und ließ Aria dabei los, sodass diese sich wieder an den Baum lehnen konnte. Der Drache schüttelte sich erst und sah sich dann um. Bei Ace Anblick fing das Wesen an zu Fauchen und baute sich bedrohlich vor diesem auf.

Die Feuerfast wich zurück.

„Ganz brav mein Großer, ich bin dein Freund.“, dabei ging er ein paar Schritte zurück.

Der Drache war dunkelblau und die Augen waren giftgrün, seine Schuppen leuchteten in einem silbernen Schein. An sich ein sehr schönes Wesen. Immer bedrohlicher kam er auf diesen zu, fletschte dabei seine Zähne, die so lang waren wie Dolche.

Als Aria sah wie der Drache immer näher und bedrohlicher auf Ace zukam, überwand sie ihre Angst. Sie rannte zwischen die Beiden und stellte sich dem Reptilium entgegen, dabei streckte sie beide Arme aus.

„Es reicht, Remus. Er gehört mir!“

Ace sah verwirrt und etwas verdutzt die Beiden an. Dabei gaben seine Beine nach und er versank Richtung Boden. Ihm fiel in diesem Moment ein riesen Stein vom Herzen.

„Was Remus? Das Ding hat einen Namen?!“

Aria drehte sich daraufhin seitlich zu ihm.

„Solange ich da bin, tut er dir nichts. Aber fass mich noch einmal falsch an, dann bist du sein Nachtschmaus“.

Der Kommandant kniete immer noch am Boden. Wo kam der Drache plötzlich her?

Aria hingegen kam auf den Drachen zu und umarmte diesen.

„Endlich bist du frei“, Tränen traten hervor und sie begann zu weinen.

Der Drache legte behutsam seine Flügel um sie.

Als er dieses Szenario sah, erhob sich die Feuerfaust und kam langsam auf die Beiden zu.

„Er gehört zu dir?“

Aria sah immer noch ihren Drachen an und drehte sich dann zu Ace um und sah ihm direkt in die Augen.

„Ja, aber er war die ganze Zeit in diesem Schloss hier versiegelt“, sie deutete dabei auf das Halsband und das Schloss, das dran hing.

„Eddard hatte Remus in dieses Schloss gesperrt, damit er ihn und mich immer unter seiner Kontrolle hatte. Den Schlüssel trägt er immer um seinen Hals, es war also unmöglich dran zu kommen“.

Ace konnte nicht fassen, was Aria ihm gerade erzählte.

„Warum tut er so etwas? Ich dachte er ist so wie unser Kapitän und will nur das Beste für seine Leute.“, dabei schaute der Kommandant die junge Frau geschockt an.

Aria sah Richtung Boden, ihre Hände ballte sie zu Fäusten.

„Das denkt jeder. Er ist schließlich der Bruder von Edward Newgate. Aber die Beiden sind vom Charakter her Grund verschieden. Eddard sehnt sich nach Macht. Er will einer der vier Kaiser werden. Also pass gut auf deinen Vater auf.“

Ace sah geschockt die Blondine an und musste sich erst einmal sammeln.

„Was hat er vor, Aria, bitte sag es mir. Du und dein Drache seid nun frei, er kann euch nicht mehr unter Druck setzen. Ihr könnt fliehen“.

Tränen traten wieder hervor und dies zu realisieren war eine Wohltat für die junge Frau.

„Dank dir“, flüsterte sie und ein Rotschimmer legte sich auf ihre Wangen.

Der Schwarzhaarige sah etwas verdutzt zu der Kommandantin und schob sich dabei wieder seinen Hut so gut es ging ins Gesicht.

„Hör zu Ace, er wollte Edward mit Hilfe von Remus und mir töten. Wir sollten es wie ein Unfall aussehen lassen, da er sich selbst nicht die Hände schmutzig machen wollte. Außerdem stände er sofort in Verdacht. Richte es von mir aus Edward selbst aus.“

„Kannst du nicht einfach mit mir kommen und es ihm selbst sagen, vielleicht können wir dich auch aufnehmen.“

Bei diesem Gedanken wurde ihm wieder warm ums Herz. Wie schön wäre es Aria rund um die Uhr immer an Bord um sich zu haben.

„Das wäre mir wirklich eine Ehre, aber ich kann nicht.“

Enttäuscht sah Ace die junge Piratin an.

„Warum nicht? Bei uns wärst du sicher.“

„Ace niemand ist sicher. Wenn die Regierung erfährt, dass ihr eine wie mich unter euch habt, seid ihr alle in Gefahr.“

In diesem Moment erinnerte er sich wieder an die Worte der Wahrsagerin.

// Du bist nicht der Einzige, vor dem sich die Marine fürchtet//

Immer mehr erlangte Ace die Kenntnis darüber, dass Aria diese Person ist, von der die Wahrsagerin sprach.

„Warum fürchtet man sich so sehr vor dir. Ich meine, die ganze Zeit war ich der Meinung, dass ich der Einzige bin, den die Marine wirklich will.“

Arias Blick senkte sich augenblicklich.

„Du kennst doch die Geschichte der Targuya oder?“

Die Feuerfaust nickte und setzte sich dabei auf einen Felsen, der direkt neben dem großen Baum stand.

„Ich weiß nur, dass sie die Fähigkeit hatten Drachen zu beherrschen und dass sie eines Nachts alle ausgelöscht wurden. Mehr ist mir nicht bekannt.“

Aria setzte sich neben Ace, Remus hingegen legte sich direkt neben den Felsen, den Kopf legte er dabei auf Arias Schoß.

„Das ist wirklich nicht viel“, lachte sie und streichelte dabei den Kopf des Drachen, sodass dieser ein leises Schnurren von sich gab.

„Du musst wissen, die Targuya waren eine uralte Familie. Sie lebten stets in Einklang mit der Natur und führten ein unbeschwertes Leben und das tausende Jahre lang. Die Drachen kontrollierten sie nicht, sie waren Seelenverwandte. Sobald ein Kind das Licht der Welt erblickte, schlüpfte auch ein neuer Drache, der das Kind von klein auf begleitete. Sie wurden eins. Zwei Körper unterschiedlichster Kreaturen, die aber das Selbe fühlten und auch die Gedanken des Anderen lesen konnten.“

Ace sah beeindruckt zu dem Drachen.

„Das ist ja Wahnsinn, und das ist dein Drache? Also bist du auch eine Targuya“, in diesem Moment stockte dem jungen Mann der Atem.

„Aber wie kann das sein, alle sind doch in jener Nacht umgekommen, du nicht?“

Arias Blick verfinsterte sich. Ace merkte, dass er einen sensiblen Punkt bei ihr erwischt hatte. //Warum kann ich einfach nicht meine Klappe halten?!//

„Ich war anwesend“, flüsterte sie traurig.

Ace Augen weiteten sich. Das Blut gefror augenblicklich in seinen Adern, ein eiskalter Schauer lief ihm den Rücken hinunter.

„Ich war gerade mal 4 Jahre alt, als sie über uns herfielen.“, ihr Atem wurde schneller, sie begann zu zittern.

„Ich war gerade mit meinem älteren Bruder zu Bett gegangen, es war schon spät. Vater hatte uns gerade erst eine Geschichte erzählt. Mutter hatte uns zugedeckt und uns einen gute Nacht Kuss gegeben. Alles war wie immer. Unsere Bediensteten brachten uns noch was zu Trinken für die Nacht, machten unsere Bette zurecht. Alles war so friedlich. Ich wollte gerade einschlafen, als wir plötzlich einen Knall hörten und Schreie, die von der Stadt nach oben zu uns in den Turm drangen. Mir gefror das Blut in den Adern, mein Herz pochte so laut, dass ich dachte ich ersticke. Remus lag neben mir und fauchte, der meines Bruders richtete sich bedrohlich auf. Wir wussten, dass etwas nicht stimmte. Dann öffnete sich unsere Tür und eine Bedienstete kam hereingestürmt und packte mich und meinen Bruder am Arm. Sie sagte, dass wir fliehen sollen. Als wir die Treppe runterliefen, brachen sie gerade herein und erstachen unsere Eltern vor unseren Augen. Diese leeren und erschrockenen Blicke werde ich nie vergessen. Die Bedienstete öffnete uns die Kellertür und schubste uns hinein. Wir hörten plötzlich nur ihren Schrei. Mein Bruder packte mich an der Hand und rannte mit mir die Treppen runter. Sie führte uns zu einem Geheimgang, der uns von dort aus direkt aus der Stadt führte. Wir rannten und rannten, wir hörten schon, dass sie auch hinter uns her waren. Als wir draußen waren, rannten wir direkt in den Wald. Plötzlich durchfuhr mein Bruder einen stechenden Schmerz in der Brust. Sie hatten seinen Drachen durchs Herz erstochen und er schrie auf. Du musst wissen, wenn unser Drache verletzt wird, merken wir es an unserem eigenen Leib. Wenn sie sterben, verlieren wir einen Teil von uns, können aber weiterleben. Wenn wir jedoch sterben, sterben unsere Drachen mit uns. Mein Bruder war geschwächt und versuchte mich zu verstecken. Er wollte sich mit seinen gerade mal 7 Jahren den Einbrechern stellen, er hatte nichts mehr zu verlieren, sein Drache war schon tot. Sie hatten ihm den Kopf abgehackt und hielten ihn neben sich. Sie lachten als sie meinen Bruder sahen. „Was willst du kleiner, ist das dein Drache gewesen“, sie machten sich über uns lustig, verhöhnten uns. Ich erkannte nur die Uniformen, es waren Soldaten, sie trugen blau-weise Anzüge und führten Schwerter mit sich, sie trugen das Symbol der Marine.“

Ace erstarrte.

„Was die Marine war für das Massaker verantwortlich?!“

Aria nickte traurig und ließ ihren Blick wieder nach unten senken.

„Sie hatten ein leichtes Spiel, sie töteten meinen Bruder vor meinen Augen. Überall war Blut, es war furchtbar. Jedoch hatte mich einer von ihnen gesehen und kam auf mich zu. Er hatte schwarze Haare und einen schwarzen Bart, er trug eine runde Brille und einen goldenen Panzer, er schien der Offizier gewesen zu sein. Als einer der Soldaten mich töten wollte, stellte er sich vor mich. „Lasst sie laufen, sie macht es eh nicht mehr lange in der Wildnis und ein kleines Mädchen stellt für die Regierung keine Gefahr da“, das waren seine Worte. Er ließ mich entkommen. Von den Bergen aus konnte ich mit Remus sehen, wie sie das komplette Königreich in ein Flammenmeer verwandelten. Seit dem war ich allein unterwegs und konnte durch ein Fischerboot, welches am Ufer Anker lag, entkommen. Jahre lang hatte ich mich allein mit Remus durchgeschlagen. Dann trafen wir auf Eddard und seine Crew. Ich war damals so dumm und naiv und habe ihm alles erzählt. Daraus zog er seinen Nutzen und legte mir das Halsband an und versiegelte Remus in das Schloss. Seitdem war ich ihm gehorsam und es gab keinen Weg zu entkommen.“

Ace legte seinen Arm um ihre Schultern und zog sie langsam zu sich. Aria ließ es in diesem Moment sogar zu und legte ihren Kopf auf dessen Schultern. Es war angenehm sich endlich jemanden anvertrauen zu können.

„Aber warum die Marine, was für einen Nutzen hatte das Massaker für sie?“, fragte Ace.

Die Blondine schüttelte den Kopf.

„Ich weiß es nicht genau, aber ich kann mir nur vorstellen, dass die Regierung Angst davor hatte, dass wir die Weltherrschaft übernehmen. Natürlich war das Irrsinn, mein Vater war König seines eigenen Reiches, er war nie an dem Rest der Welt interessiert. Außerdem war er sehr gut mit Gol D. Roger befreundet“

Ace Augen weiteten sich und er schaute die Blondine fassungslos an.

„Was unsere Väter waren Freunde?! Es hieß doch, dass sie verfeindet gewesen seien!“

„Die Welt sollte glauben, dass sie verfeindet gewesen seien. Klar haben sie sich ab und an bekämpft, aber es geschah immer auf freundschaftlicher Basis. Ich kann mir nur vorstellen, dass jemand von der Regierung hinter dieses Geheimnis gekommen ist. Roger alleine war ja schon bedrohlich, aber mit den Targuya zusammen, wären sie zu gefährlich geworden.“

Aria schaute traurig in den Himmel und eine Träne kullerte ihre Wangen hinunter.

„Ich werde heute Nacht fliehen, Eddard hat nun dank dir keine Macht mehr über mich“, lächelnd sah sie die Feuerfaust an, dieser wiederum versuchte sein errötetes Gesicht zu verbergen.

„Keine Ursache, aber eigentlich war es das Medallion, nicht ich“.

Die Blondine lächelte und legte wieder ihren Kopf auf seine Schultern.

„Ich habe nur eine Bitte an dich, Ace“.

„Hm?“

„Bitte pass auf dich auf, wir werden uns in naher Zukunft wiedersehen und gib deinem alten Herrn Bescheid“.

„Mach dir keine Sorgen, ich passe auf mich auf“, grinsend sah Ace zu Aria.

Diese schaute daraufhin verlegen nach unten. Endlich konnte sie sich jemanden anvertrauen und musste nun keine Angst mehr haben. Von nun an war sie wieder ihr eigener Herr. Beide schauten sie nach oben zum Himmel. Der Vollmond erhellte die Nacht und Sterne schmückten den gesamten Himmel. Sie wussten, dass dies ihre letzte gemeinsame Zeit war und diesen wollten sie noch genießen.

Ich gehe meinen eigenen Weg

Immer noch saßen sie auf dem Felsen und schauten in die Ferne hinaus. Ace genoss die Zeit mit der Blondine und schaute sie mehrmals seitlich an, diese wieder rum schaute in die Ferne. Sie war froh, nun endlich wieder frei zu sein. Ihr Drache war nun aus dem Schloss befreit und nun konnte sie hingehen wo sie wollte, ohne dabei Rücksicht auf irgendjemanden zu nehmen. Plötzlich erhob sich die Feuerfaust und reichte der jungen Frau seine Hand.

„Lust noch ein bisschen durch die Stadt zu schlendern?“, lächelnd sah er sie an und Aria musste grinsen. Sie musste zugeben, Ace strahlte eine positive Energie aus. Durch den Abstand, den sie vorher vor ihm hatte, hatte sie diese Seite an ihm so gut wie gar nicht bemerkt. Sie nickte, hielt sich an der Hand fest und ließ sich hochziehen. Remus hingegen blieb am Felsen zurück und signalisierte seiner Herrin gleich auf Beutezug zu gehen.

Gemeinsam gingen sie zurück in die Stadt. Die Straßen waren immer noch erhellt von den vielen Lampen. Überall hingen bunte Lichterketten und die Leute liefen fröhlich durch die Gassen. Das erste Mal sah Aria die Welt mit anderen Augen. Da sie nun frei war, konnte sie sich an dem Außenleben beteiligen. Mit Begeisterung lief sie Ace voraus und schaute sich die bunte Lichtvielfalt an. Mehrmals drehte sie sich im Kreis und begutachtete alles um sie herum. Ace sah ihr gerne dabei zu, ihr Lachen und ihre gute Laune erstaunten den Schwarzhaarigen. Er fand sie vorher schon interessant aber nun war es voll und ganz um ihn geschehen. Ihre positive Ausstrahlung erfreute den Kommandanten der 2. Division. Er spürte wie sein Herz immer lauter pochte. Aria hingegen lief von dem einen zum anderen Stand und schaute sich die vielen Angebote an. Ace fiel dabei ein Schmuckstück auf. Es handelte sich dabei um eine silberne Blume in Form einer Lilie. Er wollte diesmal nicht schlecht dastehen und bezahlte ausnahmsweise dafür ein paar Berry. Aria sah den Schwarzhaarigen fragwürdig an.

„Was hast du dir da den gekauft?“

Ace grinste und nahm die Blume aus der Verpackung und steckte sie Aria in die Haare, sodass diese ihr lockiges blondes Haar hinter die Ohren streifen konnte.

„Steht dir ausgezeichnet, pass gut darauf auf“, sprach Ace und zog sich wieder den Hut weiter ins Gesicht, damit sein roter Schimmer auf den Wangen nicht auffiel.

Aria sah gerührt zu Ace hoch und betrachtete die Blume im Wasser eines Springbrunnens.

Noch nie hatte jemand ihr ein Geschenk gemacht und dann auch noch so etwas persönliches. Sie wusste gar nicht, was sie dazu sagen sollte. Ein leichter Rotschimmer bildete sich auf ihren Wangen.

„Sie ist wunderschön“, sie umfuhr die Blume und sah dazu wieder zu dem Kommandanten hoch, der sich freute, dass ihr diese Blume gefiel. Gemeinsam liefen sie weiter durch die Gassen. Er lief sehr dicht neben ihr, sodass seine Hand ihre fast berührte. Aria bemerkte seine Nähe, sie ging aber nicht von ihm weg und lief auch ziemlich dicht neben ihm. Ihr Herz pochte ebenfalls und sie wusste diese Situation im ersten Moment nicht einzuschätzen. Sie fühlte sich sehr wohl bei ihm. Seit sie ihm ihr Herz ausgeschüttet hatte, fühlte sie sich besser, so als ob ihr eine riesige Last genommen wurde. Jedoch überkam sie wieder einen Moment die Traurigkeit als sie an Riko dachte. Ace fiel auf das sie etwas bedrückte.

„Alles in Ordnung?“

Aria schaute den Kommandanten an und senkte leicht ihren Blick.

„Ich hätte Riko gern noch so viel gesagt, er war immer für mich da und hat sich um mich gekümmert. Was tat ich? Ich musste ihm gegenüber immer eiskalt sein, obwohl ich das nie wollte.“

Ace blieb stehen und hob mit seinem Zeigefinger ihren Kopf hoch, sodass sie in seine Augen schauen konnte.

„Glaub mir Aria, er wusste es. Aus diesem Grund gab er auch mir die Aufgabe dich zu beschützen. Er wusste anscheinend, dass ihm etwas zustoßen würde, so kam er jedenfalls für mich rüber.“

Aria ließ traurig ihren Kopf sinken. Sie wusste, dass Riko Kenntnis drüber hatte, was sie betraf, aber dennoch hatte sie ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Jedoch konnte sie nichts mehr daran ändern, Riko war tot und nichts konnte dies ungeschehen machen. Plötzlich überkam sie jedoch der Drang Vergeltung zu üben, sie wollte nicht einfach gehen ohne ihren Kapitän in die Schranken zu weisen. In diesem Moment jedoch wollte sie nicht daran denken, sondern nur ihre Freiheit genießen.

Die Zeit verging und dann standen sie in einem Rosengarten. Aria lief wieder voraus und schaute sich die Schönheit an. Alles schimmerte in einem roten Farbenmeer. Der Mond tauchte die Blumen in einen Goldschimmer, sie glitzerten und waren einen Blickfang für jeden Besucher, der sich dort aufhielt.

„Hast du schon einmal so was Schönes gesehen?“.

Die Feuerfaust stellte sich neben sie und grinste sie an.

„Ja hab ich“, antwortete er.

Die Blondhaarige sah den Kommandanten verdutzt an. Ace ergriff die Initiative, lief an ihr vorbei und nahm dabei ihre Hand. Auf einmal spürte die junge Frau ein wohliges Gefühl in der Bauchgegend. Ihr Herz begann zu rasen. Sie lief neben ihm her und hielt dabei ebenfalls seine Hand fest. Eine unangenehme Stille überkam die Beiden. Die Herzen pochten bis zum Hals. Aria schaute etwas unsicher zu Ace, der sie jedoch grinsend ansah. Eine Weile lang liefen die Beiden Händchen haltend durch den Rosengarten. Ace spürte ebenfalls das wohlige Gefühl in seiner Magengebend, wie Schmetterlinge, die durch die Luft flogen. Die Zeit hätte in diesem Moment niemals enden können. Er blieb stehen und pflückte eine Rose ab und versteckte sie direkt hinter seinem Rücken. Aria sah den Schwarzhaarigen fragwürdig an.

„Was versteckst du denn da?!“

Sie griff hinter den Kommandanten der 2. Division und versuchte sich das Versteckte unter den Nagel zu reißen, dabei kam sie ihm näher als beabsichtigt. Nur ein paar Zentimeter trennten ihre Gesichter voneinander. Sie konnte seinen Atem spüren und schaute ihm tief in die Augen. Ace wurde regelrecht in ihren Bann gezogen und schaute sie ebenfalls eine Weile lang an. Ihn überkam der Drang ihr noch näher zu sein, jedoch wollte er genau diesen Moment nicht mit so etwas übereiligem kaputt machen. Bevor er jedoch an etwas anderes denken wollte, hielt er ihr die Rose entgegen.

„Ich dachte sie gefällt dir vielleicht und möchtest sie als Andenken mitnehmen“, ein Grinsen kam über sein Gesicht. Aria stand einfach nur ratlos da. Schon das 2. Geschenk innerhalb von wenigen Stunden, der Typ machte sie echt fertig. Dass jemand ihr so viel Aufmerksamkeit entgegen brachte, war sie nicht gewöhnt, meistens hielten die meisten Leute Abstand von ihr und machten einen großen Bogen um sie. Was war anders? Die Tatsache, dass sie nun endlich frei war? Sich so gegenüber anderen benehmen konnte, wie sie im Innern auch wirklich ist? Dass die Schauspielerei ein Ende hatte? Im Moment war sie einfach nur glücklich. Lachend liefen die Beiden weiter durch den Garten.
 

Langsam brach jedoch der Morgen herein. Als sie an der Klippe standen, schauten sie zu den beiden Schiffen hinunter.

„Und du willst wirklich gehen, Aria?“

Die Blondhaarige nickte.

„Mich hält nichts mehr bei Greybeard.“

Ace sah traurig zu Boden und hielt dabei immer noch ihre Hand fest.

„Ace?“

Die Feuerfaust sah zu der Blondine, die wiederum zu ihm hochsah.

„Ich begleite dich noch bis zu deinem Schiff, ich habe mit Eddard noch eine Rechnung offen.“

Der Kommandant der 2. Division schluckte.

„Alles klar, ich werde aber in deiner Nähe bleiben.“

Also würde sie es doch durchziehen. Etwas Wehmut lag in seiner Stimme.

Aria bemerkte die Stimmung und hielt ihre Hand gegen seine Wangen.

„Wir werden uns wiedersehen, Feuerfaust“.

Der Schwarzhaarige nickte stumm und griff wieder ihre kleine zärtliche Hand.

Er schaute sie eine Weile an und seufzte. Es war schon eine sehr unangenehme Situation. Jetzt wo sie sich ihm gegenüber geöffnet hat und nun ihr wahres Wesen zeigt hat, müssen sie sich wieder trennen.
 

Währenddessen war der Abschied auf den Schiffen gekommen. Whitebeard stand mit seinen Leuten auf der Mobby Dick, Greybeard stand mit seiner Crew auf seinem Schiff.

„Wo steckt den Aria?!“, fragend sah Eddard zu seinen Leuten, die daraufhin alle mit den Achseln zuckten. Marco und Thatch fiel auf, dass bei ihnen auch jemand fehlte.

„Habt ihr Ace gesehen?“, frage Vista, der sich zu ihnen gesellte.

„Nein, du auch nicht?“, fragte Marco und setzte eine ernste Miene auf.

„Er hat die Nacht das Schiff verlassen und ist Richtung Stadt gegangen“, antwortete Haruta, die immer noch traurig an der Rehling hing.

„Ah da kommen sie ja“, rief Thatch und zeigte mit dem Zeigefinger auf Ace und Aria, die immer noch Händchen haltend, auf die Schiffe zukamen.

Marco fielen beinahe die Augen aus dem Kopf.

„Hab ich was verpasst?!“

Die Anderen schauten auch verdutzt drein. Ace schaute zu seiner Begleiterin, die daraufhin nickte und sich dann von ihm löste. Der Schwarzhaarige kam zu seinen Leuten, die ihn alle mit fragenden Blicken musterten

„Was läuft da zwischen euch?“

„Ace, du Hengst, hast du sie dir geangelt?“, raunte Teach und lachte laut los.

Der Kommandant ignorierte die Aussage von Teach und gesellte sich zu Marco, Thatch und Vista.

„Ace wo warst du die ganze Nacht?“, fragte Marco.

„Nachdenken und überlegen wie es weitergeht“, antwortete Ace und stellte sich neben Whitebeard an die Rehling.

„Für dich etwa, ich dachte du bist glücklich bei uns?“, Thatch sah die Feuerfaust traurig an, ihm liefen schon die Tränen wie Wasserfall die Wangen hinunter. Ace grinste Thatch an.

„Nicht ich! Es geht um sie“, er deutete mit dem Kopf zu Aria, die nun bei Greybeard angekommen war. Dieser sah sie mit funkelnden Augen an und setzte daraufhin wieder sein führsorgliches Gesicht auf.

„Aria, mein Sonnenschein, wo warst du denn?“, fragte der Ältere und wollte ihr auf die Schultern klopfen, als diese seine Hand wegschlug. Alle schauten erstarrt die Blondhaarige an. Auch Marco und die Anderen waren geschockt. Ace setzte ein fettes Grinsen auf, das er verbarg, indem er sich wieder den Hut ins Gesicht zog.

„Du brauchst nicht auf Fürsorgevater zu machen, ich weiß, was du getan hast!“, sprach Aria und schloss dabei ihre Augen. Eddard sah Aria entgeistert an, sie wagte es sich gegen ihn aufzulehnen. Das konnte er nicht auf sich sitzen lassen.

„Was soll das den jetzt?!“, raunte er und baute sich bedrohlich vor der jungen Frau auf.

„So wie ich es sagte, du hast keine Macht mehr über mich!“, sie ging mit ihren Händen an ihren Hals, öffnete das Halsband und warf es weg. Eddard sah entgeistert die Blondine an.

„Was soll denn dieses Theater jetzt?!“, brüllte er.

Die Blondhaarige setzte ein Grinsen auf und schritt an dem Älteren vorbei.

„Mich benutzt du nicht mehr als Waffe, ich bin mein eigener Herr“, sie ging zur Rehling und pfiff. Plötzlich vibrierte das gesamte Meer, alle mussten sich irgendwo festhalten, da sie ansonsten zu Boden gefallen wären. Der Drache erhob sich aus dem Meer und landete neben Aria, sein Brüllen erbebte das gesamte Deck.

„Wie hast du?“, stammelte Eddard und sah seine Kommandantin entgeistert an.

„Du kannst eine Targuya nicht von ihrem Drachen trennen, hast du das nicht gewusst!“, Aria zückte ihr Schwert und hielt dieses Eddard entgegen.

„Verschwinde von hier und lass dich nie wieder hier blicken“, zischte die Blondine und sah Eddard mit funkelnden Augen an.

Dieser sah den Drachen an und merkte, dass er sich dieses Mal geschlagen geben musste.

Gegen dieses Ungetüm kam er nicht an, damals ja als er noch kleiner war, aber inzwischen war der Drache mächtig gewachsen und wird noch, er hatte noch lange nicht seine volle Größe erreicht. Grummelnd sah der alte Pirat die Blondhaarige an.

„Dieses Mal magst du gewonnen haben, aber man begegnet sich im Leben immer zweimal, merk dir das!“.

Aria grinste zufrieden und sprang daraufhin auf ihren Drachen, der sich daraufhin in die Luft erhob. Eddard sah zornig zu der Blondine hoch und gab den Befehl zum Aufbrechen. Das Schiff setzte sich in Bewegung. Aria beobachtete wie das Schiff, auf dem sie lange Jahre verbracht hatte, langsam am Horizont verschwand. Sie setzten zur Landung auf der Mobby Dick an. Alle schauten die junge Frau fassungslos an. Ace sah zu Whitebeard hoch.

„Pops, Aria hat dir noch etwas zu sagen“.

„Ach wirklich?“, Whitebeard sah die junge Frau fragwürdig an.

„Dann komm mal mit mein Kind“, sprach er und Aria begleite Whitebeard mit zur Kajüte.

Ace und die Anderen blieben erstarrt stehen und sahen sich den Drachen an, der immer noch auf ihrem Deck saß. Dieser sah sich um, gähnte kurz, streckte sich und legte sich eingerollt hin. Er war wohl sehr erschöpft von letzter Nacht als er seinen ersten Freiflug seit langem hatte.

„Sag mal, wo kommt den der Drache her?“, fragte Marco und sah den Schwarzhaarigen an, der direkt neben ihm stand.

„Der gehört Aria“, antwortete Ace und sah grinsend zu Marco rüber.

„Woher die gute Laune?“, neckte Thatch und stichelte Ace dabei in die Seite.

„Es gibt nichts zu erzählen“, sagte Ace und sah zufrieden in den Himmel.

„Warum habt ihr dann Händchen gehalten?“, fragte Vista und bemerkte, dass er den richtigen Kopf bei dem Kommandanten gedrückt hatte, als dieser rot anlief.

„Es gibt nichts zu sagen..das sagte ich d..doch bereits“, stotterte Ace und drehte sich seitlich um, sodass man sein rotangelaufenes Gesicht nicht sehen konnte.

Er wusste ja selbst nicht was los war, er merkte, dass Aria ihm näher gekommen war und die Nähe ihrerseits zuließ, was sie aber bedeuteten, wusste er nicht. Auch das sie seine Hand hielt, warf Fragen in ihm auf. Sie war seitdem sie ihm alles erzählt hatte, wie ausgewechselt.
 

Währenddessen saßen Whitebeard und Aria in der Kajüte. Nach den Worten musste er sich erst einmal in seinen Sessel zurückfallen lassen. Geschockt sah er zu der Blondine rüber.

„Also doch.. und ich dachte mein Bruder hätte sich geändert.“

„Es tut mir leid Sie enttäuschen zu müssen. Ich wünsche ich hätte bessere Nachrichten parat“, Aria ließ ihren Kopf sinken.

Der Piratenkaiser musterte die junge Frau und ein Grinsen stahl sich in sein Gesicht.

„Ich wusste, dass du Adrianas Tochter bist.“

Aria fuhr erschrocken hoch und sah den alten Herrn entgeistert an.

„Sie sah in ihren jungen Jahren genauso aus wie du, die selbe Anmut, die selbe Gestalt, die selben Haare. Die Augen passen von der Farbe her gar nicht, die hast du eindeutig von deinem Vater“, der alte Herr musste loslachen.

„Sie scheinen meine Mutter gut gekannt zu haben“.

Wieder musste der alte Pirat loslachen.

„Mein Kind, hier auf der See brauchst du mich nicht mit Sie anzusprechen, unter Piraten bleibt man immer per Du. Ja sie war eine Kämpfernatur. Hat gerne den Jungs eine verpasst, wenn diese ihr zu nah kamen. Sie war wild und ungebändigt. Sie hatte eigentlich die passenden Eigenschaften um Piratin zu werden. Eigentlich war auch geplant, dass wir zusammen in See stechen, aber das Schicksal meinte es anders mit uns. Sie lernte deinen Vater kennen und lieben. Ich war sogar auf der Hochzeit damals. Man war sie eine hübsche Braut. “

Aria musste auch dieses Mal anfangen zu kichern.

„Man merkt dir an, dass du aus einem wohlhabenen Haus kommst. Allein deine Redensart hat dich schon verraten, das wird auch meinen Söhnen aufgefallen sein.“

Er sah die junge Frau lange an, dann erhob er sich aus seinem Sessel.

„Ich weiß nicht, ob irgendjemand es dir schon erzählt hat.“

Aria fuhr neugierig hoch.

„Als du geboren wurdest, kam deine Mutter auf eine echt bescheuerte Idee.“

Die Blondine schob eine Augenbraue hoch und sah den alten Piraten fragwürdig an.

„Sie gab mir die Aufgabe, wenn ihr und deinem Vater etwas passieren sollte, auf dich und deinen Bruder Acht zu geben. Ich bin sozusagen euer Patenonkel.“

Arias Augen weiteten sich, Tränen schossen ihr in die Augen.

Whitebeard sah Aria entgeistert an.

„Was ist los, mein Kind, ich dachte du freust dich“.

„Das bin ich auch, gut zu wissen, dass man noch ein Familienmitglied hier draußen hat. Dann bin ich ja gar nicht so alleine“, schluchzte Aria und vergrub ihr Gesicht in ihren verschränkten Armen. In diesem Moment musste sie an ihren Bruder denken. Er und sie hätten weiterleben können, auf der Moby Dick aufwachsen können, zusammen mit ihrem Patenonkel. Allein dieser Gedanke stimmte sie traurig. Zu wissen, dass alles hätte nach dem Überfall anders laufen können, wäre ihr Bruder nicht zurückgeblieben und mit ihr geflohen. Die Welt konnte so ungerecht sein.

„Du kannst auf meinen Schiff gerne bleiben solange du willst, Aria. Zumindest bis du einen Anhaltspunkt hast, wo dein Weg dich hin verschlägt.

Die Blondine nickte daraufhin, stand auf und verneigte sich.

„Danke für deine Gastfreundschaft, aber ich denke, ich werde noch heute Nacht aufbrechen. Ich will nicht, dass ihr wegen mir in Gefahr geratet.“

Der alte Pirat lachte darauf hin.

„ Aber aber, da hat es jemand aber ziemlich eilig, zudem du dir keine Sorge wegen Gefahren zu machen brauchst. Die Marine und wir haben einen Pakt und das schon jahrzehnte lang. Solange wir uns nicht rühren, tuen sie uns auch nichts. Also sei beruhigt und überlege mit Bedacht wie du weiter vorgehst“, nach diesen Worten griff er wieder zur Sakeflasche, die neben seinem Sessel stand und nahm einen großen Schluck.

Aria bemerkte, dass Whitebeard sich sehr um die Sicherheit seiner Leute sorgte. Sie nahm sich vor, zumindest noch ein oder zwei Nächte zu bleiben. Ein Lächeln stahl sich in ihr Gesicht als sie an Ace dachte. So konnte sie zumindest noch ein wenig Zeit mit ihm und den anderen verbringen und sie richtig kennenlernen. Sie brauchte sich nicht mehr zu verstellen. Von nun an würde sie ihrem eigenen Weg folgen.

Eine schwere Entscheidung

Der Abend war bereits angebrochen. Die Sonne tauchte den Ozean in Orange-Rot und man konnte schon sie schon am Ende des Horizonts untergehen sehen. Ace stand immer noch an der Rehling und wartete darauf, dass sein Vater mit Aria aus der Kajüte kommen würde. Er hoffte, dass sein Kapitän die Blondine umstimmen würde, damit sie noch eine Weile bleibt. Gerade jetzt wo er sie richtig kennenlernt, sollen sich ihre Wege wieder trennen, dass sollte nicht alles gewesen sein. Er hoffte innig, dass Aria es sich nochmal anders überlegen würde. Marco und Thatch standen weiter weg von ihm und schauten sich jeweils seitlich an. Von weiter Ferne hatten sie den Schwarzhaarigen gut im Blick.

„Man ihn hat es ja ganz schön erwischt“, der Braunhaarige kratzte sich am Hinterkopf.

Marco hingegen starrte immer wieder zu seinem Freund.

„Ich weiß nicht so recht“, kam es von dem Blonden, der sich an seiner Schläfe rieb.

„Kopfschmerzen?“, fragte Thatch.

„Das auch, aber noch eher mache ich mir Sorgen. Greybeard war nicht gerade erfreut, dass seine eigene Ex-Kommandantin ihn von der Stelle verwiesen hat. Hoffentlich gibt das keinen Ärger, den können wir momentan echt nicht gebrauchen“.

Der Braunhaarige gab dem Kommandanten der 1. Division einen Klaps auf den Rücken, sodass dieser beinahe voraus die Empore runterfiel.

„SACHTE, sachte du Tollpatsch!!!“, schnauzte Marco und sah seinen Nachbarn böse an.

„Ach komm sei doch nicht so, sind wir lieber froh, dass es Ace so gut geht“, gut gelaunt begann der Braunhaarigen neben ihm ein kleines Tänzchen vorzuführen, dabei nahm er hinter sich eine Rose hervor, die er sich zwischen die Zähne klemmte und schaute Marco mit einem verführerischen Blick an.

Marco schaute daraufhin seinen Freund fragwürdig an.

„Und du bist dir sicher, dass es dir gut geht?“

Daraufhin spuckte Thatch die Rose aus und legte einen Arm um den Blondhaarigen.

„Ich sag dir eins, in nächster Zeit wird unser Ace genauso rumtänzeln, wart´s ab.“

Der Blondhaarige sah seinen Nachbarn genervt an.

„Könntest du vielleicht dieses Getue mal ablegen? Ich will nicht wissen, was du dir wieder eingeworfen hast, dass du so drauf bist. Ehrlich gesagt macht das mir langsam Angst“.

Daraufhin sank Thatch traurig zusammen.

„ist schon gut“.
 

Während dessen kam Aria, allerdings ohne Begleitung von Whitbeard nach oben. Sie schaute Richtung Boden und dachte über die Worte von Whitebeard nach. Sollte sie bleiben und riskieren, dass sie und Ace sich zu nah kommen oder soll sie dem ganzen nachgeben. Sie wusste, was passierte, wenn die Marine hinter die Beiden kommen würde. Eine gemeinsame Zukunft würde auf Dauer sowieso nicht möglich sein. Sie müssten jedes Mal Angst um einander haben. Und jeder war die Schwäche des anderen, was keinem Feind verborgen bleiben würde. Vor allem dachte sie an die Worte ihres alten Kapitäns.

//Wenn du nochmal Mist baust, werde ich den jungen Kommandanten an die Marine ausliefern!!//

In ihr stieg Angst auf. Nein sie konnte nicht riskieren, dass Ace ihretwegen etwas passiert. Sie nahm sich vor noch heute Nacht abzureisen, so schwer es ihr fiel.

„Es ist besser so“, flüsterte sie und mit jedem Schritt wurde ihr Herz schwerer als sie die Feuerfaust an der Rehling stehen sah. Er hatte extra auf sie gewartet, dass wusste sie und es tat ihr innerlich weh, dass sie ihm keine Zeit mehr schenken konnte. Sie musste etwas erledigen, rausfinden was es mit dem Tod ihrer Familie auf sich hatte, ob ihre Theorie wegen ihren beiden Familien stimmt. Jetzt wo sie frei war, konnte sie endlich nach Antworten suchen. Während sie ging, sah sie am Mast Haruta stehen, die traurig Richtung Horizont blickte. Aria blieb kurz stehen und kam dann auf die kleine Kommandantin zu.

„Hallo, ist alles in Ordnung bei dir?“

Haruta hob traurig ihren Kopf und war überrascht, dass ausgerechnet Aria vor ihr stand.

„Ach geht so, könnte besser sein.“

„Ist es wegen Riko?“

Die Kommandantin fuhr erschrocken hoch.

„Ich hab gesehen, wie du ihn angehimmelt hast, das war nicht zu übersehen“, Aria lächelte Haruta an und legte ihre beiden Hände auf ihre Schultern.

„Er fehlt mir auch, jeden Tag. Ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlen musst.“

Die Kommandantin sah traurig wieder nach unten, es war schwer ihre Tränen vor Aria zurück zuhalten.

„Du kannst dich glücklich schätzen“, lächelnd und mit Tränen in den Augen sah Haruta die Blondhaarige an.

„Ich?“, Aria sah ihr Gegenüber etwas überrascht an.

„ich meine in Ace hast du einen super Freund gefunden“, sprach Haruta und lächelte daraufhin Aria an.

„Was denkst du etwa?“, sie musste erst mal begreifen, was Haruta gesagt hatte. Dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Dachte Haruta etwa, dass sie mit Ace zusammen ist?

„Nein, da hast du was falsch verstanden, Ace und ich sind nur Freunde, mehr nicht“, dabei kratzte sie sich verlegen am Kopf.

„Es sieht aber nach mehr aus, wenn man euch Beide so sieht. Ihr lernt euch zwar erst kennen, aber ihr habt eine innerliche Verbindung, die könnt ihr nicht leugnen“.

Aria stand fassungslos vor Haruta und verstand die Welt nicht mehr. Wieso dachte jeder, dass zwischen ihr und Ace etwas ist. Sicher hat sie dieses Gefühl der Schwebe schon bemerkt, wenn sie bei ihm ist, aber sie kennen sich noch nicht so lange. Sie wollte sich Zeit lassen und die Tatsache, dass sie Beide von der Marine gesucht werden, erschwert dies noch mehr. Es stand fest, dass es für sie keine Zukunft geben wird, egal wie stark die Gefühle für einander auch sein mögen.

„Hab ich etwa etwas Falsches gesagt?“

Aria wurde aus ihren Gedankengängen gerissen und bemerkte, dass sie immer noch vor Haruta stand.

„Nein, es ist alles in Ordnung, wirklich. Ich muss jetzt auch los, ich wünsche dir noch einen schönen Abend, Haruta.

„Dir auch, gute Nacht“, sprach die Kommandantin und verließ das Deck.

Aria blieb alleine da stehen. Plötzlich spürte sie einen Atem hinter sich. Sie drehte sich rum und sah, dass Remus hinter ihr stand. Die Blondine streichelte den Drachen unten am Kinn, woraufhin dieser wieder zu schnurren begann. Sie war so froh, dass er wieder frei war, das Gefängnis war nicht seine Welt.

„Ich weiß nicht was ich tun soll, Remus“, seufzte sie und vergrub ihren Kopf in seiner Brust.
 

Währenddessen wurde es immer finster draußen, die Sonne war schon längst untergegangen und die Dämmerung brach herein. Whitebeard saß immer noch in seiner Kajüte und betrachtete das Kerzenlicht der Kerze, die auf seinem hölzernen, massiven Schreibtisch stand. Verloren blickte er hinein. Die Geschehnisse der letzten Wochen sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Der Schlafentzug machte sich immer mehr und mehr bemerkbar. Die Augenlider wurden immer schwerer und die dunklen Augen waren inzwischen sehr hervorgehoben. Er sah aus wie eine wandelnde Leiche, wenn man ihm gerade über den Weg lief. Seine Gedanken kreisten um seinen Schützling Ace. Ihm fiel schon auf, dass sich sein Kommandant sehr verändert hat. Seit Aria aufgetaucht ist, ist er nicht mehr der Selbe. Der Piratenkaiser kannte diese Veränderung, er selbst hatte sie auch schon einmal durchlebt. Wenn er an Arias Mutter dachte, flammten in ihm ebenfalls alte Gefühle hoch, er konnte sie nicht leugnen, er würde dies auch nie. Die Zeit war wunderbar, sie hatten viele Abenteuer erlebt, kamen sich auch schon näher, jedoch meinte es das Schicksal anders. All diese Erinnerungen machten ihn etwas wehmütig, es war nicht leicht an die Vergangenheit zu denken. Seufzend stand er auf und begab sich in Richtung Tür, als er etwas Glänzendes auf dem Stuhl sehen sah. Es war das Medallion, das Ace Aria zurückgegeben hatte. Sie musste es, als sie eben miteinander gesprochen haben und sie daraufhin gegangen ist, dort liegen gelassen haben. Er hob das Schmuckstück hoch und betrachtete es eine Zeit lang. Dann nahm er es an sich und begab sich auf den Weg unter Deck, das Abendessen würde gleich beginnen.
 

Unter Deck war inzwischen einiges los. Die hungrigen Mäuler saßen auf ihren Plätzen und warteten fieberhaft auf das Abendbrot. Ace hingegen saß einfach nur da und starrte seinen Teller an. Er hatte so lange gewartet und sie ist nicht erschienen, das stimmte ihn etwas traurig. Auch den Anderen fiel auf, dass Ace nur da saß und seinen leeren Teller betrachtete. Thatch versuchte ihn daraufhin aufzumuntern, jedoch ohne Erfolg. Die Feuerfaust saß da wie ein Häufchen Elend. Marco und Vista schauten sich gegenseitig an und zuckten daraufhin nur mit den Schultern.

„Ace, altes Haus, du musst auch mal was essen.“, Thatch hielt dem Schwarzhaarigen eine volle Gabel vors Gesicht, jedoch reagierte Ace kein bisschen auf den leckeren Schmaus. Er sah regelrecht durch die Gabel hindurch.

„Thatch, lass es einfach. Er wird sich schon am Essen bedienen, wenn er wieder ein Hungergefühl entwickelt“, entgegnete Marco genervt und widmete sich seinem Teller.

Whitebeard, der auf seinem üblichen Platz saß, betrachtete das Geschehen und auch ihm fiel auf das Aria nicht anwesend war. Er stand auf und begab sich langsam hoch an Deck. Von der Blondhaarigen fehlte jede Spur. Auf dem Deck war niemand zu sehen. Sie wird doch wohl nicht schon abgereist sein?

Der Piratenkaiser wanderte weiter umher und sah schließlich an der oberen Rehling jemand stehen. Bei genauerem Hinsehen sah er, dass es sich um sein verschollenes Patenkind handelte. Aria stand einfach nur da und starrte auf den Horizont hinaus. Von weitem war ihr Drache zu sehen, der durch die Luft flog und im Meer verschwand um sich ein paar Fische zu fangen. Es war wie ein Tanz, den der Drache hinlegte, eine Art Ritual.

„Aria?“

Die Blondhaarige wurde augenblicklich aus ihren Gedanken gerissen und drehte sich erschrocken um.

„Ach Whitebeard du bist es“, kam es erleichternd von ihr.

Der alte Herr sah die junge Piratin verwundert an.

„Hast du jemand anderen erwartet?“

Die Blondhaarige senkte traurig ihren Kopf.

„Wusste ich es doch, warum gehst du Ace aus dem Weg. Ich beobachte euch beide schon den ganzen Tag. Ach ja du hast etwas bei mir in der Kajüte liegen lassen“.

Der Piratenkaiser übergab Aria das Medallion, das sie daraufhin traurig ansah.

„Danke, das habe ich schon die ganze Zeit gesucht. Naja…“

Etwas verlegen schaute die junge Frau zur Seite.

„Ich kann nicht anders, ich will nicht, dass er wegen mir in Gefahr gerät.“

Whitebeard sah Aria etwas verdutzt an.

„Warum das den mein Kind, Ace ist jetzt wirklich nicht so schwach, dass er sich im Ernstfall nicht verteidigen könnte. Was soll diese Aussage denn? Er scheint dich sehr zu mögen und du anscheinend ebenfalls, nur du stehst dir selber im Weg. Es ist doch nichts schlimmes daran, wenn man jemanden mag, im Gegenteil.“

Aria schossen daraufhin Tränen in die Augen.

„Das mag sein, aber… ich kann diese Gefühle einfach nicht zulassen. Du musst wissen,.. er ist der Sohn von Gol D. Roger, ich die totgeglaubte Königstochter.. wenn an die Öffentlichkeit kommt, dass wir beide leben und auch noch eine engere Verbindung zueinander pflegen, denkst du nicht, dass die Angst so groß wäre, den anderen zu verlieren?

Whitebeard, ich ertrage es einfach nicht mehr geliebte Personen zu verlieren“, daraufhin brach die junge Frau in Tränen aus. Der Piratenkaiser legte behutsam seine Arme um die junge Frau.

„ich habe erst meine Eltern verloren, meinen Bruder, gerade vor ein paar Tagen fiel Riko einem Verbrechen zum Opfer. Es ist einfach zu viel, ich ertrage es nicht mehr länger. Zudem hat Eddard gedroht, Ace an die Marine zu verraten, wenn ich es wagen sollte, noch einen Fehler zu begehen. Und was hab ich getan?? Ich habe ihn verstoßen und somit seine Wut geschürrt. Er wird seine Drohung wahr machen, Whitebeard und ich bin Schuld.“

Whitebeard war geschockt als er all dies in diesem Moment erfahren hatte. Das sein Bruder ihr auch noch gedroht hat.

„Aria, mein Kind. Wir werden auf Ace Acht geben und wie ich dir gestern schon gesagt habe, die Marine wird sich nicht rühren solange wir ein Abkommen haben.“

„Whitebeard, wer weiß wie lange dieses Abkommen noch gültig ist, wenn Eddard seine Finger mit im Spiel hat. Ich hab mehrere Jahre auf seinem Schiff verbracht, ich weiß wozu er fähig ist. Unterschätze deinen Bruder in diesem Fall nicht.“

Der Piratenkaiser bemerkte, wie sehr die junge Frau unter diesen Wahnvorstellungen litt.

„Außerdem war er es, der Riko umgebracht hat und das nur weil ich Riko kurz meine wahre Identität unbeabsichtigt Preis gegeben hab. Ich kann nicht verantworten, wenn Ace das Selbe widerfährt.“

„Du willst also Ace auf Distanz halten, verstehe ich das richtig? Du weißt schon, dass du dir und ihm damit keinen Gefallen tust. Dass Eddard Riko umgebracht hat, das ist mit Nichts zu entschuldigen geschweige denn zu verzeihen und er wird dafür auch zur Rechenschaft gezogen werden, dafür werde ich persönlich sorgen, mein Kind.“

„Ich hab doch keine andere Wahl. Versprich mir bitte nur, dass du und deine Crew auf ihn Acht gebt. Pass aber auch bitte auf dich auf, Eddard ist schließlich auch hinter dir her.“

Der Piratenkaiser nickte daraufhin.

„Aber ich habe eine Bitte an dich, Aria.“

Die Blondhaarige blickte auf.

„Wenn du das Schiff verlassen willst, kannst du das jederzeit gerne tun. Aber bitte verabschiede dich. Geh nicht einfach ohne ein Wort zu sagen. Ace hat ein Recht darauf zu erfahren, warum du gehst. Sag ihm den wahren Grund.“

Aria schaute daraufhin traurig zu Boden. Es fiel ihr schwer, darüber auch nur einen Gedanken zu verlieren. Sie musste ihm das Herz brechen, aber sie tat es nur ihm zu liebe um ihn zu schützen. Sie musste zugeben, sie hatte Gefallen an dem Kommandanten gefunden, vielleicht sogar mehr als sie zugeben wollte. Aber ihn einfach so ohne Worte im Stich zu lassen, brachte sie nicht übers Herz. Sie musste gehen und er hatte ein Recht darauf dieses zu erfahren.

„Das werde ich tun“, antwortete sie.

Whitebeard ließ die junge Frau wieder los.

„Aria, du wirst einen Weg finden das alles hier zu verarbeiten. Vielleicht wirst du dem ganzen irgendwann eine Chance geben. Aber finde erst einmal zu dir selbst. Vielleicht suchst du im Moment auch Antworten warum das alles ausgerechnet dir widerfährt. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und Glück. Ich und auch meine Söhne hoffen, dass du irgendwann wieder zu uns findest.“

Daraufhin schloss er die junge Frau noch einmal in seine Arme.

„Danke, Onkel“, flüsterte Aria und drückte den alten Herrn an sich.

Abschied

[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]

Vergangenheit und bittere Wahrheit

Es war dunkel und es tropfte von der Decke. Der Regen von draußen bahnte sich nach und nach einen Weg nach innen. Der Raum war finster und eine Finsternis umhüllte die Atmosphäre. Nur eine Kerze brannte auf einem Tisch und hüllte den Raum zumindest etwas in helles Licht.

„Was soll das heißen du hast versagt?“

Eine Stimmte hallte, das Echo war noch eine Zeit lang zu hören.

An der Tür, die am Ende des Raums lag, stand kein anderer als Eddard, der seinen Blick nach unten senkte.

„Ich konnte nichts tun, sie hat ihre Fähigkeiten zurückerlangt, der Schlüssel ist nutzlos geworden“.

Er warf den Schlüssel vor die Füße der vermummten Gestalt, die an einem Pult saß, mit der Kapuze über dem Kopf und den Blick auf sein Pergament vor sich richtend. Sein Gesicht war kaum zu sehen, der Kerzenschein warf einen Schatten in das Gesicht. Was zu erkennen war, waren Narben, die trotz Dunkelheit sein Gesicht zeichneten

„Du hattest nur eine Aufgabe, Greybeard…“

Ein Murren war zu hören. Es war schon unheimlich, nur der eigene Atem war zu vernehmen.

Eddard schreckte zusammen.

„Glauben Sie mir, ich habe alles getan um sie voneinander fern zu halten, aber wie stellen Sie sich das vor? Dinge, die vorherbestimmt sind, kann man nicht erschüttern. Das sollten Sie am Besten wissen“

„GENUG!!!“

Die vermummte Gestalt stand auf, die Tintenfässer fielen vom Tisch und zerschellten auf dem Holzboden.

„Deine Aufgabe war es Rogers Sohn von der Tochter des Königs fernzuhalten und die Kleine in ihre Schranken zu weißen, sie stand unter deinem Schutz und Kommando. Was glaubst du was die Marine mit uns anstellt, wenn sie erfahren, dass die Prinzessin noch lebt, geschweige denn der Bluterben des Piratenkönigs?!“

Greybeard zuckte zusammen.

„Ich wusste nicht, dass ihre Bindung so stark sein würde und das von ihrer ersten Begegnung an, ich hab die Situation falsch eingeschätzt, das gebe ich ja zu“.

„JETZT IST GENAU DAS EINGETROFFEN, WAS DIE MARINE UND DIE WELTREGIERUNG VERSUCHT HAT ZU VERHINDERN!!!!“

Die Gestalt packte Greybeard am Kragen und hob ihn hoch, sodass dieser den Halt unter sich verlor.

„Versuch das wieder grade zu biegen, Eddard, du hast nur noch eine Chance! Finde sie!“

Greybeard schluckte, er hatte eine Menge Respekt vor der Gestalt und zitterte am ganzen Leib.

„Ja, das werde ich..“
 

„IHR HABT WAS??“

Marco sah die Feuerfaust entgeistert an und hielt sich dabei die Hände am Kopf fest. Er konnte nicht glauben, was seine Ohren gerade zu hören bekamen. Der Schock saß so tief.

„Moment, nochmal von vorn“.

Marco nahm wieder seine ursprüngliche Position ein um nochmal so reagieren zu können.

„IHR HABT WAS???? Ace das hätte ich nie von dir gedacht, gerade du, der von allen Weibern in den Kneipen geflüchtet ist und immer auf unschuldig geschauspielert hat. Dann ausgerechnet mir IHR??!!“

Ace sah verlegen zur Seite und bereute es in diesem Moment sich dem Blondhaarigen anvertraut zu haben, jetzt wusste es die gesamte Besatzung.

„Ich werde nie wieder ein Wort mit dir sprechen, du Schreihals“, grummelte die Feuerfast und sah sein Gegenüber mit einem zornigen Blick an.

Marco fielen auf einmal die vielen neugierigen Blicke um die Beiden herum auf. Sofort fuhr er einen Gang zurück und zog den Kommandanten der 2. Division nah an sich.

„Wie ist das passiert und lass keine Einzelheit aus!“

Ace stieß den Blondhaarigen von sich, eine Zornader bildete sich auf seiner Stirn. Ihm war es so unendlich peinlich wie sich sein Nakama gerade aufführte

„Alter, ich werde dir doch nicht beschreiben wie wir es getan haben, du Lustmolch!!“

„Bleib doch mal locker, es muss dir nicht peinlich sein.“

Ace sah den Blondhaarigen entgeistert an und atmete tief ein und aus.

„Sie hatte sich von mir verabschieden wollen und naja, da führte eins zum anderen, genug Informationen?“

Marco klopfte auf Ace Schultern und sah ihn grinsend an.

„Jetzt kannst du immerhin mitreden, vorher hast du dich benommen wie eine Jungfrau“.

Laut begann er loszulachen. Wie sehr Ace ihm gerade die Pest an den Hals wünschte für diese Demütigung, aber er wusste, dass Marco nur Spaß machte.

Er musste zugeben, für ihn fühlte es sich an wie gestern, dabei war schon eine Woche vergangen seit Aria mit Remus aufgebrochen war. Er konnte immer noch ihren Geruch wahrnehmen und ihre Aura, die ihn um den Verstand brachte. Dieser Moment als sich ihre Lippen das erste Mal berührten, wie sie sich auf einmal so nah waren. Die ganze Zeit lief er mit einem Grinsen herum und irgendwann häuften sich die Anfragen der anderen was den los sei. Seufzend lehnte er sich an die Rehling und sah zum Horizont hinaus. Ace fragte sich wie es Aria gehen würde, ob sie schon in der nächsten Stadt angekommen war. Marco sah ebenfalls hinaus aufs Meer.

„Du wirst sie wiedersehen, mein Freund. Du musst nur Geduld haben.“
 

Die Zeit verging sehr schnell, für Ace jedoch immer noch zu langsam. Er stand auf dem Deck als Whitebeard nach Wochen wieder Anker legte. Sie waren an einer neuen Insel angekommen. Etwas wehmütig schaute er der Stadt entgegen, die nun vor ihm lag.

„Sag mal, was wollen wir hier denn Pops?“, kam es von Marco, der sich neben die Feuerfaust stellte und den alten Herrn musterte, der auf einmal zu grinsen begann.

„Neue Informationen beschaffen meine Söhne“.

Ace und Marco schauten sich gegenseitig fragend an. Es ist jetzt schon Monate her als sie wieder in See gestochen waren und Sunny Island hinter sich gelassen haben.

„Eine Frage, aber was suchen wir bitte hier in diesem Kaff?!“

Teach sah sich enttäuscht um.

„Diese Einöde ist doch echt ein Witz, Leute!“

Leider musste Ace Teach Recht geben, diese Insel war alles andere als einladend. Die Stadt, die vor ihnen lag, glich einer Geisterstadt. Ruinen und alte Gemäuer wucherten aus dem Boden. Keine Menschenseele war zu sehen, die Stadt wirkte eher verlassen und das schon seit sehr langer Zeit.

„Diese Insel schreibt ein Stück Geschichte“, sprach der Piratenkaiser und ging von Deck. Er sah sich um und ein wenig Traurigkeit kam in ihm hervor. Er kannte diesen Ort.

„Ihr wisst wirklich nicht, wo wir uns momentan befinden, meine Söhne?“.

Die gesamte Crew verstummte. Ace ließ seinen Blick durch die Gegend gleiten, auf einmal erregte eine Zeichnung an der Stadtmauer seine Aufmerksamkeit. Ein riesiger Drache schmückte die Ruine, zumindest was davon noch übrig war. Ace stockte der Atem. Es handelte sich um die selbe Gravierung wie auf Arias Medallion. Das konnte doch kein Zufall sein.

„Sind wir etwa..?“

„Genau das ist Dragon Stone Island, die ehemalige Heimat der ältesten Familie, die je auf den Weltmeeren existiert hat. Einige von euch werden die alten Sagen und Legenden kennen.“

Ace blieb der Mund offen stehen. Hier also hatte Aria mit ihrer Familie gelebt. Ein unwohles Gefühl überkam die Feuerfaust als Arias Stimme wieder durch sein Inneres hallte. Als sie ihm die Geschehnisse von damals erzählte.

„Warum sind wir wirklich hier, Pops?“, kam es von der Feuerfaust, dessen Hände sich zu Fäusten ballten, als er an Arias Schicksal dachte.

„Ihr könnt euch hier mal umsehen, vielleicht findet ihr etwas, was Aria vielleicht helfen könnte und du Ace kommst bitte mit mir“, sprach der Piratenkaiser und ließ die anderen Crewmitglieder zurück als er mit Ace davonschritt.

Marco und Thatch sahen sich fragend und schulterzuckend an.

„Also gut Jungs“

„Und Frauen, bitte“, fauchte Haruta, die direkt vor Marco stand und ihm ans Schienbein tritt.

„Ja, ist ja schon gut, dir scheint es ja wieder blendend zu gehen, wenn du schon wieder so austeilen kannst“, Marco rieb sich schmerzhaft das Bein und blickte die Kommandantin mit funkelnden Augen an. Diese grinste ihn nur an.
 

Ace lief derweil mit seinem Kapitän durch die verlassene Gegend. Hier wuchs kein Gras mehr. Nur abgestorbene Pflanzen und Bäume verendeten über die Zeit auf dem ausgetrockneten Boden. Ein sehr trauriger Anblick. Ace war immer noch unwohl bei dem Gedanken, dass er gerade durch Arias alte Heimat schritt.

„Ich denke mal Aria hat dir erzählt, was damals hier passiert ist oder?“

Die Feuerfaust sah fragend seinen alten Herrn an, der kurz stehen blieb um Luft zu holen. Der lange Gang war doch zu viel für den alten Mann. So lange Spaziergänge war er nicht mehr gewöhnt.

„So ziemlich, zumindest woran sie sich erinnerte“, antwortete der Kommandant der 2. Division.

Whitebeard sah seinen Schützling traurig an und gesellte sich nun zum dem Schwarzhaarigen und legte seine Hand auf dessen Schulter.

„Ich weiß wie du dich momentan fühlst“, sprach der alte Herr.

Ace verstand nicht so ganz was sein Kapitän in diesem Moment damit meinte.

„Was meinst du damit, Pops?“

Whitebeard setzte sich auf einen Felsvorsprung und deutete auf einen Platz neben sich, woraufhin die Feuerfaust Platz nahm.

„Du und Aria seid euch nicht umsonst begegnet“.

Ace Augen weiteten sich in diesem Moment. Was wusste sein alter Herr über die Beiden.

„Ich verstehe nicht worauf du hinaus willst“, antwortete Ace und sah den Piratenkaiser etwas ungläubig an.

„Ace es gibt da etwas was du wissen solltest“, Whitebeard wusste nicht wie er anfangen sollte und versuchte die richtigen Worte zu finden.

„Dein Vater und Arias Vater waren Freunde und sogar ziemlich gute. Sie haben die ganze Welt zum Narren gehalten und sich stets wie Rivalen benommen um kein Aufsehen zu erregen. Was sollte die Weltregierung denken, wenn sie herausbekommen hätten, dass sich der Piratenkönig mit dem mächtigsten König der Gezeiten zusammengeschlossen hätte.“

Ace lauschte aufmerksam den Worten seines alten Herrn.

„Das weiß ich ja, Aria hat mir das auch erzählt“, entgegnete der Schwarzhaarige und zog seine Beine nah zu sich. Was sollte denn das Ganze jetzt. Was wusste Whitebeard was Aria nicht wusste.

Dann machten sich die Zwei weiter auf den Weg. Sie kamen an Schlossmauern an, die komplett in Schutt und Asche lagen. Ace stapfte etwas unsicher durch die alten Gemäuer und sah sich genau um. Whitebeard hingegen blieb wieder stehen um kurz zu pausieren.

„Es ist bis heute ein Rätsel warum ausgerechnet Arias Familie ermordet wurde. Glaub mir wenn ich wüsste, wer es war, ich hätte sie alle hängen lassen“, zischte Whitebeard.

Ace schaute seinen alten Herrn verwundert an.

„Denn dieses Geheimnis konnte keiner wissen, es wussten nur sehr wenige“.

Die Augen der Feuerfaust weiteten sich. Was meinte er damit? Was für ein Geheimnis? War es wirklich so wichtig?

Whitebeard sah sich wehmütig um.

„Gerade in diesem Moment stehen wir in der Königshalle, zumindest was davon übrig ist“.

Der Schwarzhaarige sah sich um. Jetzt wo er wusste wo sie waren, konnte er einige Monumente erkennen, die zeigten, dass sich hier mal eine Festhalle befand. Was um Himmels Willen war hier nur vorgefallen? Als ob ein Krieg hier ausgebrochen wäre und die Bomben alles niedergerissen hätten.

„Und das durch Marinesoldaten unglaublich“, flüsterte Ace und senkte traurig seinen Kopf.

„Die Marine also“, brummte der alte Herrn und verschränkte seine Arme.

„Hat Aria dir das so erzählt?“

„Das hat sie mir erzählt, es waren Männer, die die Marineuniform trugen. Einer der Männer hat sie entkommen lassen, es soll ein älterer Herr in goldener Rüstung gewesen sein“.

Whitebeard erstarrte. Sein Herz blieb augenblicklich stehen.

Eine goldene Uniform? Das konnte nur ein Soldat gewesen sein.

„Sengoku..“, brummte Whitebeard.

„Du kennst ihn?“, Ace sah den Piratenkaiser fragend an.

„Ja, ich kenne ihn. Er war zu Zeiten deines Vaters einer der großen Admiräle der Marine neben Monkey D. Garp. Er hatte stets einen Sinn für Gerechtigkeit. Er hasste es, wenn Unschuldigen etwas zustieß und tat alles um sie zu retten. Das passt zu dem alten Halunken“. Ein Grinsen legte sich auf Whitebeards Gesicht als er an die alten Zeiten dachte als er noch ein junger Mann war und als Pirat die Weltmeere unsicher machte. Damals schon spielte sich Sengoku als Held auf und schwor die Unschuldigen zu beschützen.

„Er hat seinem Namen wieder alle Ehre gemacht, respekt“, kam von Whitebeard und sah wieder seinen Schützling an, der immer noch in der Halle umherlief. Sie drangen immer weiter in den alten Palast vor. Plötzlich trat Ace auf etwas drauf, was auf einmal unter ihm zersplitterte. Die Feuerfaust kniete zu Boden und begutachtete das Etwas, was er gerade zertreten hatte. Es handelte sich um einen alten Bilderrahmen der mit dem Rücken nach oben lag. Er sah schwer mitgenommen aus, die Spuren der Flammen waren noch zu sehen. Ace hob den Bilderrahmen hoch und drehte es um. Alles war schwarz, es war nichts mehr zu erkennen. Ace wischte mit seiner Hand über den Rahmen und ein bisschen konnte er etwas darauf erkennen. Im Innern des Bilderrahmens war ein Bild, ein Portrait.

Ace schaute etwas genauer auf das Bild. Dadurch, dass das Glas im Innern zersprungen war, konnte er nicht wirklich gut etwas erkennen. Er zog das Bild seitlich aus dem Rahmen heraus und sah es sich nochmal an. Es handelte sich um ein Familienfoto. Darauf abgebildet waren ein Mann und eine Frau. Der Mann sehr muskulös, sein Gesichtsausdruck aber so herzlich. Er erinnerte stark an Whitebeard. Die Frau neben ihm, eine wirklich gutaussehende Frau. Lange, lockige, blonde Haare bis zum Boden und hellgrüne Augen. Jeweils an ihrer Seite waren Kinder abgebildet. Rechts ein Junge, etwa 7Jahre alt. Ein freches Grinsen aber der Blick eines Abenteuerers. Ace musste schmunzeln. Der Junge erinnerte ihn an seinen Bruder Sabo. Er hatte den selben Blick drauf, wenn es um neue Abenteuer ging. Als er sich das Mädchen links von der Frau ansah, blieb sein Herz stehen. Ihr Alter vielleicht gerade mal 4 Jahre. Blonde Haare bis zu den Schultern und saphirblaue Augen.

„Ich fasse es nicht..Aria..“

Ace erkannte das Mädchen auf dem Portrait. Plötzlich erschien ein Bild vor seinen Augen. Es war damals, als er noch bei Dadan und den Dieben in Foosha Village gewohnt hatte. Er war an einem Tag auf Alleingang unterwegs. Damals stieß er auf Sabo und Ruffy, als Ruffy von einem riesigen Tiger gejagt wurde. Er und Sabo taten alles um die Riesenkatze von dem kleinen Strohhut wegzulocken, aber alles war vergebens. Gerade als die Katze nach dem Jungen schnappen wollte, verpasste jemand ihr einen kräftigen Tritt auf die Nase. Es war eine Gestalt in Lumpen gehüllt, ihr Gesicht war verschleiert. Sie griff nach Ruffy und brachte ihn auf einem Astvorsprung in Sicherheit. Als sie Ruffy oben ablegte, fiel ihr ein Teil des Schleiers herunter und Ace sah ihr Gesicht. Es war das selbe Gesicht wie auf dem Portrait. Als Ace damals ihr Gesicht sah, fühlte sich das Mädchen ertappt und löste sich innerhalb von Sekunden in Luft auf. Also war er Aria schon früher einmal begegnet. Aber warum konnte er sich bis gerade jetzt nicht an die Szene erinnern?

Whitebeard gesellte sich zu Ace und blickte ebenfalls auf das Bild.

„Ja, sie waren eine tolle Familie. Echt fruchtbar, was Aria schon in ihren jungen Jahren mitansehen musste“, traurig legte Whitebeard eine Hand auf Ace Schulter.

Die Feuerfaust erinnerte sich wieder an die Worte der Wahrsagerin. Alles ist bis jetzt so eingetroffen wie sie es damals vorhergesagt hat. Jemand würde in sein Leben treten, sein Leben und seine Gefühlswelt von Grund auf ändern. Jemand, dem noch schlimmeres widerfahren ist, wie ihm selbst. Jemand der genauso gefürchtet wird wie er selbst. Ace musste sich eingestehen, dass Aria viel verändert hat. Die Gefühle, die er für sie hegt, sind sehr tiefgründig. Aber er fragte sich woher Whitebeard es wusste.

„Was meintest du eben damit, dass Aria und ich uns nicht umsonst begegnet sind?“

Der Piratenkaiser ließ von der Schulter der Feuerfaust ab.

„Ich weiß nicht wie ich es dir schonend beibringen soll, mein Sohn“.

„Jetzt spuck schon raus mit der Sprache“.

Whitebeard sah seinen Schützling traurig an.

„Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum Arias Familie sterben musste“.

Ace Herz blieb augenblicklich stehen, eiskalt lief es ihm den Rücken hinunter.

„Dass ihr aufeinandertreffen solltet, war von euren Eltern vorherbestimmt.“

Wie in Zeitlupe hallten die Worte Whitebeards durch Ace Gedanken. Er verstand nicht worauf sein alter Herr hinaus wollte.

„Die Weltregierung fürchtete eine Verbindung zwischen dem Blut Gol D. Rogers und der Blutlinie der Targuyas. Sie wurde von euren Vätern geschlossen und es waren nur wenige, die damals, als sie ausgesprochen wurde, mit anwesend waren. Mich eingeschlossen.“

Ace schaute erschüttert seinen alten Herrn an.

„Was willst du mir damit sagen?“.

Whitebeard musste kurz innehalten um weiter fortfahren zu können.

„Als man dich damals nicht finden konnte, war man zwar der Annahme, dass es keinen Erben von Gol D. Roger gibt. Jedoch als die Weltregierung von dieser Bindung erfuhr, wollten sie keine Risiken mehr eingehen und haben dann die Familie Targuya angegriffen.“

Ace faltete das Portrait zusammen und steckte es in seine Hosentasche.

„Vom welcher Bindung sprichst du gerade?“

Der Piratenkaiser schloss die Augen. Er musste es ihm sagen, er hatte ein Recht darauf dies zu erfahren.

„Damals wusste dein Vater schon, dass er einen Sohn erwartet. Also wurde eine Bindung zwischen beiden Familien geschlossen, die besagt, dass der Sohn von Gol D. Roger den nächsten weiblichen Erben der Familie Targuya heiraten sollte, wenn die Zeit dafür gekommen sein sollte. Bedeutet, dass du und Aria einander versprochen seid. Ihr seid verlobt“.

Ein tiefer Stich durchfuhr Ace Herz als er diese Worte hörte. Ausgerechnet er und dann auch noch mit ihr? Auf der einen Seite machte sich natürlich Freude in ihm breit, aber auf der anderen Seite wusste er nun den wahren Grund warum Arias Familie sterben musste. Es war wegen ihrer Verlobung, wegen ihm. Wegen ihm hatte Aria ihre Familie verloren. Wenn sie dies erfahren würde, würde sie ihn wahrscheinlich dafür hassen, ihm die Schuld geben. Dabei bedeutete sie ihm doch so viel und genau aus diesem Grund war das gerade alles viel zu viel für ihn. Warum ausgerechnet jetzt wo zwischen den Beiden sowieso schon alles viel zu kompliziert läuft.

„Das glaube ich dir nicht“, flüsterte der Schwarzhaarige und begann zu zittern.

„Ace, ich war damals anwesend, ich weiß alles. Nur du und Aria wusstet es nicht. Zumindest bis zum heutigen Tag“.

Ace wich ein paar Schritte zurück.

„Das Schicksal hatte euch zusammengeführt, Ace. Es ist nur das eingetroffen, was eure Väter schon lange beschlossen hatten.“

„Und ich bin Schuld an dem Tod ihrer Familie.“, zischte die Feuerfaust.

„Ace, das stimmt nicht und das weißt du.“

„ACH WIRKLICH??!“, schrie der Schwarzhaarige und ballte seine Hände zu Fäusten.

„Hätte die Weltregierung mich nur damals gefunden und gleich ins Jenseits befördert, dann hätte Aria diese Trauer und diese schrecklichen Ereignisse niemals erfahren müssen. Ich war ein Niemand, ich hatte niemanden, aber Aria hatte eine Familie, sie hatte Eltern, Geschwister, ein Zuhause!!“, Tränen traten aus seinen Augen hervor. Er wurde in diesem Moment so sehr von seinen Gefühlen gelenkt, dass er vergaß, wer eigentlich vor ihm stand.

„Ace, was ist denn los mit dir, so kenne ich dich ja gar nicht“, Whitebeard sah seinen Kommandanten schockiert an. Diese Gefühlsausbrüche kannte er nicht, nicht von Ace, er ließ doch sonst nichts so nah an sich ran kommen.

„Mein Sohn, sprich mit mir“.

Ace zitterte am ganzen Leib und sah seinen alten Herrn zornig an.

„Warum hast du mir das die ganze Zeit vorenthalten?“, Der Schwarzhaarige sah seinen Kapitän traurig und mit verzweifelndem Blick an.

„Was hätte das Ganze denn an der Tatsache geändert?“, fragend sah der Piratenkaiser seinen Kommandanten der 2. Division an. Irgendetwas stimmte mit seinem Schützling nicht, soviel stand fest.

„Dann hätte ich diese Gefühle für sie niemals die Überhand gewinnen lassen“, antwortete Ace und rannte weg, hauptsache weg von diesem Ort. Er entfloh in diesem Moment auch vor seinen Gefühlen. Wie konnte eine junge Frau seine Gefühlswelt so durcheinander bringen? Klar, er könnte sich eine Zukunft mit Aria vorstellen, jetzt wo er wusste, dass sie einander versprochen waren, fiel es ihm auch leichter zuzugeben, dass er sich in die hübsche Blondine verliebt hatte. Aber der Gedanke daran, was wegen dieser Verlobung schon passiert war, was Aria für Höllenqualen durchleben musste. Die Tränen brannten schon in seinen Augen. Das letzte Mal als er so aufgelöst war, war als er um Sabo trauerte.
 

Wie soll er nun zukünftig mit diesem Wissen umgehen? Vor allem wie soll er das Aria nur beibringen, wenn sie sich wieder begegnen würden?

Du bist nicht alleine

Woanders auf der Grand Line war die Sonne gerade untergegangen. Die untergehende Sonne tauchte das Meer in ein tiefes Orange und ein Glitzern war auf der Meeresoberfläche zu vernehmen. Hier war ebenfalls ein Piratenschiff unterwegs, das sich durch die ruhige See bahnte. Auf dem Deck stand ein kleinerer Herr, mit einem bunten Gesicht und einer roten Knollnase, der ein Fernrohr in der Hand hielt.

„Immer noch nichts!“, brüllte dieser und seine rechte Hand bildete sich zu einer Faust.

„Ganz ruhig, Kapitän, die Strohhutbande taucht irgendwann nochmal auf, die können sich nicht in Luft aufgelöst haben“, ein kleiner dürrer Junge stand neben dem Kapitän und schaute diesen ängstlich an.

„Dieser Ruffy, wenn ich den in die Finger bekomme, der hat mich zum letzten Mal zum Narren gehalten!“

Neben ihm erschien auf einmal eine größere Frau, von schlanker Figur und langen lockigen schwarzen Haaren.

„Ach Buggy, wir suchen jetzt schon seit Tagen nach der Flying Lamb und du siehst doch, wie erschöpft die Crew inzwischen von der langen Suche ist. Gönne ihnen mal eine Pause.“

„Aber ich will diesen Schwachkopf von Gummimensch finden! Nach dieser Erniedrigung wird er den großen Buggy erst richtig kennenlernen!!“

Der Clown stellte sich ganz nah an die Rehling und schaute in die Ferne.

Er streckte den Zeigefinger aus und brüllte:

„WARTE NUR AB, IRGENDWANN FINDE ICH DICH!!!“

Als auf einmal eine Welle das Schiff schaukeln ließ, verlor Buggy an Halt und ging beinahe über Bord.

„AWWWW!!“

Die Frau konnte ihn gerade noch rechtzeitig am Kragen packen.

„Also wirklich, wegen einem Kind stürzt du dich hier halber in den Tod, du weißt doch, dass wir Teufelsfrüchtenutzer nicht schwimmen können! Nächstes Mal lasse ich dich einfach fallen!“.

„Wie wagst du es mit deinem Kapitän zu sprechen, Alvida, also wirklich!“, raunte der Clown und sah die Frau wütend an. Die Frau grinste hemmisch und ließ den Kragen ein wenig los, sodass Buggy nach unten sank.

Auf einmal begriff der Clown, dass er noch fast komplett über der Rehling hing. Sie würde ihn doch nicht tatsächlich fallen lassen.

„Ist ja schon gut, ich nehme alles zurück, Alvida, nur zieh mich hoch“, heulte der Kapitän und schlug mit seinen Armen wie wild um sich.

„Geht doch“, grinste Alvida und zog den Kapitän wieder komplett hoch an Deck.

Buggy sah die Schwarzhaarige böse aus dem Seitenwinkel an.

//Was für ein Teufelsweib hat man mir bitte hier aufgetischt?!Die ist ja größtenwahnsinnig!//

„Ihr seid ja wirklich witzig, Leute“.

Eine unbekannte Stimme hallte über das Schiff.

Buggy drehte sich erschrocken um und ließ seinen Blick über das ganze Schiff schweifen.

„Wer ist da, zeig dich“.

„Hier oben, du Clown“.

Buggy schaute nach oben und erschrak als er eine vermummte Gestalt auf dem Mast oben sitzen sah.

//Wo kommt die denn bitte her? Ich habe nicht bekommen, dass sie hier ist//

Schweißtropfen bildeten sich auf Buggys Stirn, die Alvida nicht entgangen waren.

„Wer bist du und wie kannst du es wagen einfach so auf meinem Schiff zu landen? Weißt du denn nicht mit wem du es hier zu tun hast?? Ich bin der große Buggy!!“

„Ja, ja schon gut, ich weiß wer ihr seid“, unterbrach die Gestalt ihn und sprang vom hohen Mast runter.

„WAAAH“, kam es von der gesamten Crew und versteckten sich vor der Gestalt hinter den Kanonen und Fässer, die oben an Deck standen.

„Tut mir leid, dass ich einfach so hier reinplatze, aber ich suche eine Insel und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könntet, ich glaube ich habe mich verflogen“, kam es von der Gestalt, die daraufhin die Kapuze abnahm. Es war Aria, die nun vor Buggy stand.

Die gesamte Crew bekam Herzaugen und errötete Gesichter.

„Oh eine Schönheit“, kam es von ihnen und kamen auf Aria zu.

„Welch‘ schönes Gesicht“, kam es von dem einen.

„Finger weg, ich hab sie zuerst gesehen“, raunte ein anderer und schubste den anderen weg.

„Willst du Ärger?“, die zwei fingen eine Rangelei an und fingen an sich zu Prügeln.

„SCHLUSS DAMIT!!!“, schrie Buggy und die Streithähne hielten inne.

Aria sah den Kapitän mit ernstem Blick an.

„Also, du willst, dass ich dir helfe, ja?“

Die Blondhaarige nickte.

„Ach ja ich hab vergessen mich vorzustellen, mein Name ist Aria und ich bin auf der Suche nach der Insel Drumm, einer Winterinsel.“

Buggy sah die junge Frau etwas verdutzt an.

„Warum sollte ich einer Fremden wie dir helfen, keine tausend Mann könnten mir auch nur ein Wort entlocken, du…“, auf einmal packte Aria den Clown am Kragen, schleifte ihn wieder an die Rehling, hob ihn mit nur einem Arm hoch und hielt ihn drüber, sodass unter ihm das Meer zu sehen war.

„WAHHHH WAS MACHST DU DA DU ROTZGÖRE!!!!“

Er schlug wie wild mit seinen Gliedmaßen um sich, traf Aria jedoch nicht.

„Sag mir einfach nur was ich wissen will, mein Guter“, grinsend schaute Aria Buggy an.

Alle Crewmitglieder sahen verdutzt dabei zu und wollten ihrem Kapitän helfen. Sie rannten mit Schwertern auf die junge Frau zu bis sie auf einmal von einem langen Drachenschwanz weggeschlagen wurden. Remus hatte sich hinzugesellt und sich schützend vor Aria gestellt. Er brüllte laut auf, sodass das ganze Schiff zu beben begann. Ein lauter Aufschrei der Besatzung war zu hören.

„WAH, was ist das denn!“

„Drache, rette sich wer kann!!“

Alvida kniete zu Boden und sah schockierend zu Aria auf.

„Wer bist du wirklich?“

Aria ignorierte die gestellte Frage, je weniger man über sie Bescheid wusste, desto besser.

Buggy hing immer noch über der Rehling und sah der Blondhaarigen direkt ins Gesicht.

„Ist ja schon gut, du musst weiter östlich fliegen. Irgendwann wirst du die riesigen Berge dieser Insel sehen.“

Aria grinste nur.

„Und du willst mich wirklich nicht hinters Licht führen, Buggy ist dein Name oder?“

Auf Buggys Stirn bildeten sich noch mehr Schweißperlen, die gab wohl niemals auf.

„Also gut, wir haben hier noch einen Log Port, nimm ihn an dich und folge ihm“. Er nahm den Log Port von seinem Handgelenk ab und reichte ihn Aria, die den Gegenstand dankend entgegennahm.

„Geht doch mein Guter, warum nicht gleich so“, grinste Aria und verfrachtete Buggy wieder an Bord. Sie drehte ihm den Rücken zu und stieg auf den Rücken von Remus, der die gesamte Besatzung immer noch im Blick hatte, knurrend.

„Warte, du hast meine Frage immer noch nicht beantwortet“, rief Alvida und stellte sich vor den Drachen.

Aria zog sich wieder die Kapuze über den Kopf.

„Je weniger man über mich weiß desto besser und vielen Dank für den Log Port“, Remus und sie hoben daraufhin vom Schiff ab und verschwanden in den Wolken im Himmel.

Buggy, Alvida und die anderen blieben verdutzt zurück.

„Was war das denn für eine?!“, schrie Buggy auf, eine Zornader bildete sich auf seiner Stirn.

„Willst du sie verfolgen?“, fragte Alvida und zog sich ihren Hut wieder tiefer ins Gesicht.

„Eins nach dem anderen.. zuerst kommt der Strohhut und seine Crew, danach ist sie dran“.

Buggy sah immer noch in die Richtung wo Aria mit Remus verschwunden war.

In ihm machte sich Unsicherheit breit, irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.

„Segel setzen!!!“, brüllte der Clown und begab sich in seine Kajüte. Wer war diese Frau und woher hatte sie diesen Drachen? Das ergab für ihn keinen Sinn.

Aria hingegen schaute auf den Log Port und schaute in die Ferne. Die Sonne war bereits vollständig untergegangen. Die Sterne waren am Himmelszelt zusehen, unter ihnen eine Wolkendecke, die sie von unten her unsichtbar machte. Es war ein schöner Anblick, der sich ihnen bot.

„Drumm ist unser erster Anhaltspunkt“, der Drache gab ein verständliches Nicken von sich.

Die Blondhaarige griff sich an die Brust und musste an den Kommandanten der 2. Division denken. Seit jener Nacht ging er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Kopfschüttelnd versuchte sie sich wieder auf ihr Vorhaben zu konzentrieren.

„Eines Tages werden sich unsere Wege wieder kreuzen“, ein Grinsen legte sich auf Arias Gesicht und blickte mit Zuversicht nach vorne.
 

Währenddessen lag Ace auf dem Bett in seiner Kajüte und starrte die Decke an. Er war weggerannt, weggerannt vor seinem Kapitän, der ihm die Wahrheit über seine und Arias Familie erzählt hatte. Er erinnerte sich, dass er stundenlang durch die abgestorbene Gegend gerannt war ohne auch nur einen Blick nach hinten zu sehen. Dabei stolperte er und fiel auch noch zu Boden. Zu allem Übel fing es dann auch noch an zu regnen. Immer wieder halten die Worte seines Vaters durch seinen Kopf.

//Du und Aria seid einander versprochen, ihr seid verlobt//

Er vergrub sein Gesicht im Kissen und stöhnte auf. Warum ausgerechnet er? Wieso legte man ausgerecht ihm immer Steine in den Weg? Warum musste alles nur so kompliziert sein? Plötzlich fiel ihm das zusammengefaltete Bild aus der Hosentasche und landete auf dem Holzboden. Die Feuerfaust hob das Stück Papier auf und faltete es auseinander. Lange betrachtete er das Familienportrait. Zart umfuhr er das Bild und musste dennoch schmunzeln als er die 4-Jährige Aria auf dem Portrait sah. Sie wirkte so unschuldig, als ob sie keiner Fliege etwas zu leide tun konnte. Da wurde er vor einiger Zeit eines besseren belehrt. Die junge Frau hatte echt Power, wusste wie man sogar so jemanden wie Teach ruhigstellte. Schon Wahnsinn was die Zeit so alles mit sich brachte.

Auf einmal klopfte es an der Tür.

„Ace, Ace komm schnell!!“

Die Feuerfaust erkannte Marcos Stimme und erhob sich. Die Stimme klang erfreut, gibt es etwa etwas zum Feiern?

Der Kommandant der 2. Division schritt die Treppen hinauf und erblickte die gesamte Crew die um Thatch herumstand.

„WOW wo hast du das denn her?“

„Das ist doch eine..“

Ace kämpfte sich durch die Menge und sah Thatch, der in der Mitte stand und einen komischen Gegenstand in der Hand hielt. Bei genauem Hinsehen erkannte Ace, was Thatch bei sich hielt.

„Thatch, das ist doch eine Teufelsfrucht oder?“, erstaunt kam Ace auf seinen Kollegen zu, der ihm die Frucht zum genauen Betrachten reichte.

„Wer hätte gedacht, dass es hier doch noch einen Schatz gibt“, grinste der Braunhaarige und umarmte Ace und auch Marco, der sich in diesem Moment zu den Beiden gesellt hatte.

„Thatch, du weißt schon, dass die Frucht und die Fähigkeit nun dir gehört. Der Finder darf die Teufelskraft an sich nehmen“, raunte Marco und schlug Thatch dabei ziemlich hart auf den Rücken.

„Haha, ja aber erst heute Abend, mit leerem Magen ist eine Teufelsfrucht nicht so gut verdaulich“, lachend betrachtete der Braunhaarige seinen Fund und konnte nicht glauben, dass er nun schon sehr bald über die Kräfte verfügen würde.

Whitbeard betrachtete seine Besatzung, die immer noch freudig umherschwang und sich zusammen mit dem Kommandanten der 4. Division freute.

Etwas unruhig wurde er jedoch als sich ein einziger von der Mannschaft heimlich wegschlich. Der Piratenkaiser erkannte den Pirat, es war kein anderer als Teach. Dieser grinste nur hemmisch und rieb sich dabei seine Hände. Whitebeard hatte ein unwohles Gefühl bei dem Kerl. Irgendetwas hatte sich an Teach verändert, er strahlte etwas Habgieriges und Unberechenbares aus. Auch Ace ist nicht entgangen, dass Teach sich davongeschlichen hatte. Ihm überkam ebenfalls ein seltsames Gefühl, eine Art Vorahnung. Dies ließ ihn für zumindest einen Moment seine Sorge um Aria vergessen.

Am Abend wurde ausgiebig gefeiert. Es wurden sehr viele Lieder gesungen. Zudem floss sehr viel Bier und Sake. Die Freude um den heutigen Fund war riesig. Ace war aufgefallen, dass Teach immer noch nicht mit anwesend war. Das kümmerte jedoch nicht wirklich jemanden, so blieben einem seine dummen Sprüche erspart. Es wurde ausgiebig gefeiert.

„Wann willst du dir die Kraft einverleiben, Thatch, also ich würde nicht so lange dasitzen“, kam es von Vista, der den Braunhaarigen daraufhin in den Schwitzkasten nahm.

„Immer mit der Ruhe, erst das Festessen, dann das Vergnügen“, raunte der Kommandant der 4. Division und stieß mit seinen Nakamas auf die erfolgreiche Schatzsuche an. Die Feier dauerte bis tief in die Nacht.
 

Ace lag in dieser Nacht sehr unruhig in seinem Bett, er wälzte sich im Schlaf hin und her. Er stöhnte auf und Schweißperlen liefen an seiner Stirn herunter. In seinem Traum lief er in einer Gasse umher, wie in einem Labyrinth, aus dem es kein Entrinnen gab. Er lief durch die einsamen Gassen und immer wieder halten die Worte der Dorfbewohner von früher durch seinen Kopf.

„Da ist die Ausgeburt der Hölle!“

„Seht ihn euch doch an, was will so eine Witzfigur schon in unserer Welt?“

„Hört doch auf“, Ace hielt sich beide Ohren zu, um so den Worten entfliehen zu können.

Auf einmal stand Aria vor ihm, die ihm daraufhin den Rücken zudrehte und weglief. Sie signalisierte ihm ihr zu folgen.

„Aria warte!“, schrie der Schwarzhaarige und lief der Blondine hinterher.

Sie war gerade ums Eck einer Gasse abgebogen und als Ace das gleiche tat, stand er vor einer Mauer, die ihm den Weg versperrte.

„Was ist hier nur los, verdammt!!!“, schrie Ace und hielt sich dabei die Hände an den Kopf.

Immer wieder hallten diese Worte in seinem Kopf umher und trieben den jungen Kommandanten an die Grenzen seiner Kräfte.

Er ging auf die Knie und krümmte sich am Boden. Was ist nur hier los?

„Warum bist du so traurig?“

Ace erkannte diese Stimme, jedoch war es eine Mädchenstimme. Er schaute nach oben und ein kleines Mädchen stand vor ihm. Es war ein Mädchen in einem königlichen Gewand, das schon sehr stark verschmutzt und zerrissen war, lange blonde Haare, die zu zwei Knoten rechts und links gebunden waren. Sie trug zudem in jedem Knoten eine Hibiskus. Große blaue Augen starrten die Feuerfaust an.

„Aria?“, kam es von Ace und er schaute sich an, auch er ist wieder ein kleiner Junge. Er trug wieder die alten zerlumpten Klamotten wie damals. Was für ein verrückter Traum ist das bitte?!

„Warum bist du am Boden?“, fragte das kleine Mädchen und schaute den jungen Ace herzlich an. Ace rieb sich die Augen, das muss wohl ein Traum sein.

„Ich..“, wollte er gerade beginnen, als das Mädchen ihm die Hand reichte.

„Niemand sollte am Boden knien, nun steh schon auf“, das Mädchen grinste den Jungen an und half ihm hoch.

Ace starrte Aria an und sah sich um. Sie waren wieder von den Dorfbewohnern umgeben.

„Warum hilft sie dem?!“

„Schaut euch mal ihre Augen an, wie die von einem Monster!“

„Wo hat die sich den rumgetrieben?“

„Sie ist genauso ein Abschaum wie er!“

Ace entging nicht, dass das Mädchen die Worte ignorierte und ihm daraufhin den Rücken zudrehte.

„Zeige niemanden, dass du verletzlich bist“, sprach das Mädchen und hielt Ace wieder an der Hand. Sie drehte ihren Kopf seitlich und Ace konnte so etwas wie Hoffnung in ihren Augen sehen. Sie waren nicht menschlich, sie erinnerten ihn an die See, dieses Strahlen, die Wellenbewegungen, ihre Augen glichen keinem Monster eher einem Naturwunder. Sie lief los und Ace folgte ihr. Gemeinsam liefen sie durch die Mauer, die vor ihnen stand hindurch. Auf einmal standen sie auf einer Blumenwiese. Aria kniete am Boden und pflückte ein paar Blumen. Ace schaute das Mädchen fraglich an. Was ist nur los mit ihr?

Das Mädchen flechtete aus den Blumen einen Kranz und kam auf den Schwarzhaarigen zu.

„Niemand ist allein“, das Mädchen legte den Blumenkranz um ihn.

„Warum wirst du auch von den Dorfbewohnern gemieden?“, fragte Ace und betrachte den Kranz um seinen Hals. Talent hatte sie auf jeden Fall.

„Weißt du, Menschen, die sich unsicher fühlen und nicht wissen wie sie damit umgehen sollen, neigen zu solchem Verhalten. Sie versuchen so ihre Angst zu verstecken“, das Mädchen roch an einer Blume.

„Zudem ich nicht so wie die anderen Menschen bin“, sprach sie.

Ace hörte ihr zu und setzte sich neben sie.

„Wie lange bist du schon alleine unterwegs?“, Ace sah das Mädchen interessierend an.

„Ich bin nicht alleine“, antwortete das Mädchen, ein Grinsen legte sich auf ihr Gesicht.

Ace verstand nicht so ganz worauf Aria hindeutete.

„Es wird immer Menschen geben, die dich nicht ausstehen können. Es wird aber Menschen geben, die deinen Weg mit dir gehen. Jeder hat seine Aufgabe“, sprach das Mädchen und erhob sich.

„Wo willst du denn hin?“,Ace erhob sich ebenfalls und sah Aria mit ernstem Blick an.

„Dorthin, wo meine Liebsten auf mich warten. Ich mag zwar mein Zuhause verloren haben, aber jedes Zuhause ist dort, wo Menschen, die dich lieben, auf dich warten. Auch du hast ein Zuhause. Vergiss doch die Idioten um dich herum. Was wirklich zählt sind die Menschen, die zu dir stehen. Leb wohl, Ace“, lächelnd drehte sich das Mädchen um und verließ den Schwarzhaarigen. Ace wollte ihr nachrennen, jedoch halten wieder Worte durch seinen Kopf.

„Ace, warte doch“

„Ace!!“

Die Feuerfaust drehte sich um und sah wie Ruffy und Sabo auf ihn zu gerannt kamen.

Menschen, die bei ihm sein wollen. Ace verstand nun was Aria ihm mitteilen wollte. Er rannte auf seine Brüder zu und schloss beide tief in seine Arme. Solange es Menschen gibt, die ihn lieben, achten und begleiten wollten, wird er niemals alleine sein. Ein Lächeln wuchs in Ace Gesicht während er in seinem Bett weiterschlief. Endlich mal ein Traum, der ihm kein Grauen schenkte. Jedoch hörte er auf einmal Stimmen, Stimmen, die ihn versuchten ihn aus seinem Traum zu reißen.

„Ace wach auf!“

„Kommandant, kommen Sie zu sich!“

„ACE!!“

Ace fuhr erschrocken hoch. Vor seinem Bett standen Marco und einige seiner Rekruten, die unter seiner Division standen. Am Liebsten hätte er sie alle niedergeschlagen. Warum ausgerechnet jetzt?!

„Warum weckt ihr mich so früh am Morgen!“, verschlafen rieb Ace sich seine Augen.

„Ace, es ist etwas furchtbares passiert!“, sprach Marco und schaute Ace nicht direkt an.

„Was ist passiert?!“, fragte Ace in einem strengen Ton.

„Nun ja..“

Eine Zeit lang schwiegen auch die Anderen. Der Feuerfaust wurde es nun doch etwas zu unheimlich. Ein unwohles Gefühl machte sich in ihm breit. Warum rückte sie nicht mit der Sprache heraus?

„RAUS MIT DER SPRACHE!!“, schrie Ace auf einmal. Alle anderen zitterten auf einmal.

„Thatch ist..“, Ace gefror das Blut in seinen Adern, Marco schaute ihn immer noch nicht direkt an, alle anderen standen schon die Tränen in den Augen.

„tot….“

Wahre Freunde

„Thatch ist… tot..“

Immer wieder hallten die Worte von Marco und den Rekruten der 2. Division durch Ace Kopf. Es ist so als ob die Zeit augenblicklich stehen geblieben wäre. Nur der Atem des jeweiligen Anderen war zu vernehmen und er hörte seinen eigenen Herzschlag. Ein eiskalter Schauer lief seinen Rücken hinunter. Die Rekruten weinten und gaben sich gegenseitig Halt. Es ist so als ob die Zeit stehen geblieben wäre, zumindest für die Feuerfaust in diesem Moment.

„Wie… was?“, stammelte der Schwarzhaarige und schaute mit seinem Blick durch seine Nakamas hindurch. Sie wirkten in diesem Moment wie Glas, durch das man durchschauen konnte, seine Gedanken waren augenblicklich leergefegt. Der Schock saß tief.

„Es muss wohl diese Nacht passiert sein“, sprach Marco und schaute dabei Ace mit nachdenklichem Blick an.

„Aber wieso, ich verstehe nicht…“, Ace fiel es schwer einen kompletten sinngemäßen Satz zu bilden, nur Bruchstücke von Worten kamen aus ihm hervor.

„Wir wissen es nicht, aber es wird auch einer von uns vermisst“, der Blondhaarige kratzte sich am Hinterkopf, so viel Trubel an einem Morgen und dann ausgerechnet noch sowas.

„Wie einer wird vermisst?“

„Teach, wir können ihn nirgendswo finden. Wir haben überall nachgesehen, er ist wie vom Erdboden verschluckt.“

„Was ist mit der Teufelsfrucht?“

„Die ist merkwürdigerweise auch weg, wir denken nicht dass Thatch sie noch zu sich nehmen konnte. Er wurde allem Anschein nach überrascht. Sein Blick..“, weiter kam Marco nicht. Ace rannte an dem Blondhaarigen vorbei, rämpelte ihn dabei noch an, sodass dieser an Halt verlor. Er bekam Halt bei einem der Männer, die bei ihm waren.

„ACE, warte!!! ACE!!!!“

Der Schwarzhaarige hatte genug gehört. Er rannte die Treppen hinauf, wobei er dabei noch ausrutschte und sein Knie an der Treppe aufschlug. Schmerzhaft zog sich der Kommandant der 2. Division wieder hoch und rannte weiter. Er erinnerte sich an das Gesicht von Teach als er sich gestern Mittag von der Gruppe davongestohlen hatte, seinen machthungrigen Blick. Ace war sein Verhalten nicht entgangen, er wusste, dass Teach alles für Macht tun würde. Aber das er dafür einen Nakama ermordet, hätte er niemals für möglich gehalten. Als er oben ankam, sah er die Crew, die einen Kreis gebildet hatte. Ace rannte zu ihnen und stahl sich an den einzelnen Piraten vorbei. Als er in der Mitte angekommen war, blieb sein Herz augenblicklich stehen. Vor ihm lag sein toter Nakama, alle viere von sich gestreckt, sein Blick leer und erschrocken, als ob er heimtückisch vom Hinterhalt attackiert wurde. Überall lag sein Blut. In seinem Rücken steckte ein Messer, Teachs Messer. Der Kommandant der 2. Division erkannte das Messer wieder. Also ist es wahr. Ace brach vor seinem toten Freund zusammen und krümmte am Boden.

„Nein, das kann doch nicht..“

Haruta wollte zu ihm gehen, aber Jozu und Vista hielten sie zurück.

„Am besten wir lassen ihn.“

Ace zitterte am ganzen Leib. Er spielte in diesem Moment genau diese Szenerie in seinem Kopf nach. Wie Thatch sich auf seinen Fund freute und die Frucht essen wollte. Wie Teach aus einem Hinterhalt hervorkam und den Braunhaarigen in diesem Moment mit seinem Messer tötete und die Frucht lachend an sich nahm. Thatch zusammenbrach und starb und das ganz allein. Es war keiner vor Ort, der ihm hätte helfen können. Ace stand nur da, einfach nur körperlich anwesend und seine Gedanken ganz woanders. Er sah, wie sein Nakama vor ihm starb. Er wusste, dass in diesem Moment seine Gedanken ihm einen Streich spielten, aber es fühlte sich so real an.

„Was ist los, meine Söhne. Was ist hier los?“, Whitebeard kam ebenfalls an Deck und erschrak ebenfalls. Er kniete zu Boden und hielt sich dabei an seinem Gehstock fest.

„Was ist hier passiert?“, polterte der Piratenkaiser und sah seine Besatzung mit ernstem, trauererfülltem Blick an. Die Köpfe sanken nach unten, keiner war in der Lage etwas zu sagen.

„Es war Teach“, stammelte Ace und seine Hand bildete sich zu einer Faust.

„ES WAR EINER MEINER REKRUTEN!!!!“, brüllte Ace und schlug dabei mehrmals mit seinen Fäusten auf den Boden ein, bis sie schließlich bluteten. Die Anderen sahen geschockt zu der Feuerfaust und senkten die Blicke. Die Szene, die sich in diesem Moment vor ihnen abspielte, war nur schwer zu ertragen.

„Ace“, nuschelte Haruta und zog ihre Hände nah an sich ran. Es brach ihr das Herz die Feuerfaust so aufgelöst zu sehen. In diesem Moment wünschte sie sich, dass Aria hier gewesen wäre, sie hätte ihn bestimmt zur Vernunft bringen können.

„HÄTTE ICH IHN NUR IN DIE SCHRANKEN GEWIESEN!!“, brüllte der Schwarzhaarige. Immer wieder schlug er mit seinen Fäusten auf den Boden ein, das Blut vermehrte sich langsam, dennoch spürte Ace keinerlei Schmerzen.

„Ace es reicht“, Marco hatte es ebenfalls an Deck geschafft und versuchte seinen Freund von der Selbstverstummlung abzuhalten.

„Hör auf das bringt doch nichts“, verzweifelt versuchte er den Kommandanten der 2. Division abzuhalten. Vista und Jozu kamen hinzu und packten Ace an den Armen.

„LASST MICH!!!“

„Hör auf damit, es reicht!“, schrie Jozu, Marco konnte sich das Ganze nicht mehr mit ansehen. Er holte weit aus und schlug Ace mit voller Wucht ins Gesicht. Der Schlag war auf dem ganzen Deck zu hören. Ace spürte einen Schmerz, er pochte. Mit weit aufgerissenen Augen schaute er den Blondhaarigen an. Hatte er ihm gerade wirklich eine gescheuert?

„Wenn Thatch dich jetzt sehen könnte, denkst du er wäre glücklich hierüber?!“, Marco deutete auf Ace Hände, die Fäuste waren in seinem Blut getränkt. Er hatte nicht bemerkt, dass seine Verletzung schon so weit fortgeschritten war. Marco sah keinen anderen Weg mehr um ihn noch zur Vernunft zu bringen. Mit strengem Blick schaute er den Schwarzhaarigen an, der langsam realisierte, was mit ihm los war. Er war wieder kurz davor die Nerven zu verlieren, genauso wie damals als sein Bruder Sabo starb. Er hatte aus Wut und Trauer sogar einen der Diebe, bei denen er damals gelebt hatte, beinah krankenhausreif geschlagen und das nur weil er im Weg stand als er damals losrennen wollte und den Mörder seines Bruders zur Strecke bringen wollte. Damals war er gerade mal 10 Jahre alt.

Whitebeard brach es das Herz, wenn er seine Kinder so aufgelöst sah. Er hielt inne und schaute auf den Leichnam seines ehemaligen Kommandanten.

„Bereiten wir ihm heute noch die letzte Ehre“, seufzte der Piratenkaiser traurig und begab sich wieder auf seinen Thron.
 

Am späten Abend war es dann soweit. Über Tag hatten die Piraten an einer Insel vor Anker gelegt und Blumen besorgt. Der Leichnam wurde auf ein einfaches Boot gelegt und mit Leinentüchern eingehüllt. Danach wurden die Blumen und auch andere Erinnerungsstücke auf dem Boot platziert. Ace schaute hierbei geistesabwesend zu, sein Blick und auch sein Herz waren so leer wie schon lange nicht mehr. Wieder machte sich die innere Leere in ihm breit. Als er hervortrat legte er einen Schal, den Thatch ihm einmal geschenkt hatte, auf den Leichnam drauf. Sein Herz wurde immer schwerer und wieder hatte er das Gefühl, das die Welt um ihn herum stillstand.

„Hier mein Freund, damit du es auch schön warm da hast, wo du jetzt bist“, flüsterte die Feuerfaust und schaute hierbei traurig auf die Blumen. Er erinnerte sich in diesem Moment an die Seebestattung von Riko. Damals hätte er nie gedacht, dass über ein halbes Jahr später ausgerechnet einer seiner besten Freunde an Bord das zeitliche segnete. Dann auch noch durch einen seiner Leute. Das alles war momentan zu viel für den Kommandanten der 2. Division. In diesem Moment wünschte er sich, dass Aria hier wäre. Sie hätte ihm bestimmt Trost schenken können. Schließlich war sie damals in der selben Situation. Als das Boot dann hinausfuhr, trat Marco hervor, mit ihm Ace an seiner Seite.

„Heute nehmen wir Abschied von einem Bruder“, sprach Marco.

„Ich weiß, es kommt plötzlich. Der Tod kommt plötzlich. Allein aus diesem Anlass erinnert uns das Schicksal immer wieder daran, dass unser Leben nur von Dauer ist. Wie lange, dass weiß keiner.“

Die Crew senkte ihre Blicke. Einige aus Thatchs Division fingen an zu weinen und gaben sich gegenseitig halt.

„Heute ist ein großer Mann von uns gegangen. Ein Mann, den wir alle als unseren Freund und Bruder in dieser Mannschaft aufgenommen haben. Ich kann nur sagen, ohne ihn, diesen großartigen Mann, wäre ich heute sicherlich nicht hier.“

Die Männer schauten teilweise verwundert zu Marco, Whitebeard senkte traurig seinen Kopf. „Ich war damals schiffbrüchig, ein kleiner Junge, nicht einmal 10 Jahre alt. Ein Sturm hatte damals das Schiff meiner Eltern überrascht. Ich war der einzige Überlebende. Tagelang schwamm ich auf einem Stück Holz, das von dem Schiff noch übrig geblieben ist, umher und drohte in der heißen Sonne zu verenden, es war Hochsommer, ohne Essen und ohne etwas zu trinken. Viele von euch wissen es nicht, waren damals nicht mit dabei. Thatch war damals ein junger Mann, der schon während seiner Jugend unserem Vater die Treue geschworen hat. Als er damals schon als Kommandant die Meere unsicher machte, fand er mich und rettete mir das Leben. Er brachte mich zu Whitebeard und überzeugte ihn davon, mich bei ihm aufzunehmen. Unser Vater war zwar damals etwas skeptisch aber dennoch gab er mir einen zweite Chance“, ein Lächeln kam über Marcos Lippen.

Whitebeard musste ebenfalls schmunzeln, auch wenn ihm eher zu Heulen zumute war.

„Ich weiß, während meiner Kindheit und Jugend habe ich hier viel Unsinn angestellt, aber dennoch lernte ich viel von Thatch. Er war für mich wie ein großer Bruder, den ich nie hatte. Heute verabschieden wir uns von einem großartigen Menschen und einem herzensguten Freund.“

Wieder war das Wimmern in der Crew zu vernehmen.

„Thatch mein Freund..“, Marco trat an die Rehling und zog einen Bogen hervor. Des Weiteren zückte er einen Pfeil, an dessen Spitze ein in Öl getauchtes Leinentuch umwickelt war. Ace zündete eine kleine Flamme und die Spitze stand sehr schnell in Flammen.

„Thatch unser Freund und Bruder, hiermit erweisen wir dir die letzte Ehre. Werde eins mit dem Meer und kehre zu deinem Zuhause zurück und mögen die Seekönige dich beschützen und dich auf einem neuen Weg, der nun vor dir liegt, begleiten“, nach diesen Worten schoss Marco den Pfeil auf das Boot, das nach wenigen Minuten direkt in Flammen stand. Ace stand einfach nur daneben und schaute zu wie das Feuer sich durch das Holz fraß und das Meer langsam das Boot vereinnahmte und zu sich runterzog. Die Feuerfaust fühlte sich so hilflos wie lange schon nicht mehr. Er hatte das Gefühl, das ihm immer mehr Steine in den Weg gelegt werden. Erst die Sache mit seinem Vater, dann Aria, die bis heute noch nicht weiß, was Ace wirklich für sie fühlt, die Tatsache, dass er dann auch noch mit der Blondine verlobt ist, wobei die Verlobung ebenfalls unter einem schlechten Stern steht und nun das, dass einer seiner Leute, der eigentlich unter seinem Befehl steht, seinen besten Freund getötet hat und warum? Wegen einer Teufelsfrucht, wegen einer gottverdammten Teufelsfrucht! Als ob die Welt nicht schon von Geld regiert wird, kommt nun diese Erkenntnis auch noch hinzu. Gedankenversunken stand Ace an der Rehling. Marco hatte bemerkt, dass sein Nakama schon seit Tagen schlecht drauf war.

„Sicher, dass mit dir soweit alles in Ordnung ist? Du bist schon seit Tagen gedanklich so abwesend.“, Marco gesellte sich zu Ace und sah ihn dabei mit nachdenklichem Blick an.

„Hm“, kam es von dem Schwarzhaarigen, der weiterhin auf das Meer starrte.

„Das mit Thatch ist nicht deine Schuld. Wer hätte auch damit rechnen kö..“

„Marco bitte lass es einfach!“

Der Blondhaarige sah geschockt seinen Nachbarn an, der daraufhin seinen Kopf seitlich von ihm wegdrehte. Die ganze Sache nahm ihn wirklich schwer mit.

„Es muss aber mal gesagt werden, Ace. Keiner konnte es ahnen. Nicht mal unser Vater konnte das voraussehen. Dich trifft keine Schuld.“

„Ach ja, aber ich bin sein Kommandant. Er stand unter meinem Befehl.“

„Ace, es reicht, denkst du nicht, dass du es langsam übertreibst? Ich verstehe deine Gefühlslage als Kommandant in diesem Moment. Wirklich, ich meine ich stehe in der selben Position wie du, es hätte auch einer meiner Division sein können. Aber sind wir mal ehrlich. Du bist seit Tagen schon so schlecht drauf. Seitdem wir von Dragon Stone Island zurückgekehrt sind, bist du wie ausgewechselt. Ist etwas vorgefallen zwischen dir und Vater. Ihr ward doch die ganze Zeit zu Zweit unterwegs oder?“

Ace gab keine Antwort von sich und musste erst einmal tief ein und aus atmen, ehe er weiter reden konnte.

„Warum passieren solche Dinge immer dann, wenn man sie nicht braucht.“

Der Blondhaarige bemerkte, dass den Schwarzhaarigen noch etwas anderes beschäftigte.

„Sei ehrlich, es ist jetzt nicht nur wegen Thatch. Ich denke mal, dass dieser Vorfall hier, das Fass zum Überlaufen gebracht hat, oder?“

Ace musste erst einmal seine Gedanken ordnen. Sollte er wirklich mit seinem Nakama darüber reden? Er fühlte sich momentan hin und her gerissen.

„Im Moment trifft mich einfach ein Schicksalsschlag nach dem anderen.“

Marco sah Ace mit fragwürdigem Blick an.

„Wieso was ist denn noch vorgefallen?“

Ace drehte sich um und lehnte sich an die Rehling. Marco bemerkte, dass es der Feuerfaust schwerfiel darüber zu reden.

„Es ist wegen ihr nicht wahr?“

Die Feuerfaust erstarrte und fühlte sich in diesem Moment ertappt. Wieder ließ er traurig seinen Blick über den Boden schweifen. Es war so unangenehm für ihn.

„Ace, denkst du wirklich ich bin so auf den Kopf gefallen? Ich habe eure Blicke gesehen. Man konnte die Hormone regelrecht zwischen euch hin und her hüpfen sehen. Ihr habt miteinander geschlafen. Denkst du nicht, dass es langsam zu offensichtlich wird?“

„Ich weiß, du brauchst mich nicht daran zu erinnern“, nuschelte der Kommandant der 2. Division und verschränkte seine Arme.

„Hey Mann es ist in Ordnung. Stehe deinen Gefühlen doch nicht so im Weg. Du machst hierdurch alles noch viel schlimmer. Glaub mir, wenn du dich erst einmal zu deinen Gefühlen für sie bekennst, geht es dir auch besser.“

Dann war einen Moment lang Stille.

„Heute hat mich einfach an die Sache mit Riko erinnert. Wie er damals ermordet wurde und Aria in der selben Position war wie ich. Wie sie dastand. Ganz alleine ohne ihre Nakamas. Ich bin immerhin nicht alleine, aber sie..“, entgegnete der Schwarzhaarige.

„Damals war es auch ein Vorfall, den man hätte nicht voraussehen können. Wer hätte auch gedacht, dass der Kapitän seinen eigenen Kommandanten umbringt? Außerdem warst du für sie da. Ich denke mal aus dem Grund hat sie auch Gefallen an dir gefunden. “, Marco gab Ace einen leichten Faustschlag auf den Oberarm. Dieser musste schmunzeln und gab Marco einen Schlag zurück.

„Ich werde Thatch vermissen“, flüsterte Ace und sah zum Himmel auf.

„Hey er ist immer noch da. Er schaut uns jetzt halt von hier oben zu“, Marco streckte seine Hand Richtung Himmel, der bereits durch ein Sternenzelt geschmückt war, aus und deutete dabei auf den Nordstern.

„Sagen wir einfach er ist der hellste Stern von allen. Immerhin hat er auch immer einen Starauftritt hingelegt, findest du nicht?“

Ace überkam ein kleines Lächeln und stimmte seinem Nakama zu.

„Ja du hast Recht.“

In diesem Moment kamen nun auch Vista, Jozu und Haruta hinzu und gesellten sich zu den beiden. Sie legten die Arme über die Schulter des Anderen. Haruta zog ein Tablett hervor, auf dem kleine Becher mit Sake gefüllt standen. Sie reichte jedem einen Becher.

„Auf unseren Thatch, dass er nun von oben über uns wacht“, sprach Haruta und hob ihren Becher hoch.

„Auf Thatch“, antworteten die Anderen und stoßen schließlich miteinander an.

Verzweiflung und Aufbruch in eine neue Welt

Der Morgen war bereits auf der Grand Line angebrochen. Die ersten Sonnenstrahlen erhellten die Landschaft, der Tau fiel von den Blättern der Bäume. Die Stadt füllte sich mit Menschen und sie begaben sich zu ihren morgendlichen Markteinkäufen. Unter ihnen war auch Aria, die sich vermummt unter die Menschenmenge schlich und durch die Gassen lief. Ihr Blick war stets auf ein Stück Pergament gerichtet. Sie hatte am frühen Morgen eine Liste geschrieben, wo sie noch überall hinwollte um Erledigungen zu tätigen. Inzwischen musste sie sich regelmäßig immer wieder an ihre Erledigungen erinnern, die letzte Zeit schwirrten so viele Gedanken in ihrem Kopf herum, sodass sie das eine oder andere vergaß. Die letzten Wochen hatte sie sehr unruhig geschlafen, etwas sagte ihr, dass etwas nicht stimmte. Sie sah Ace vor sich, verzweifelt und am Boden zerstört, aber warum und weshalb, verrieten ihr ihre Träume bislang nicht. In ihr war schon wieder diese Unruhe, die sich mehr und mehr in ihrem Innern breit machte. Auch Remus bemerkte dies und ließ seine Herrin keine Minute mehr aus den Augen. Er saß oben auf einem Dach, dennoch so, dass kein Dorfbewohner ihn sehen konnte. Er machte sich ebenfalls Sorgen um seine Herrin. Etwas war nicht in Ordnung, das spürte er. Schließlich war er mit Aria seelisch verbunden. Er bemerkte, wenn sie etwas bedrückte. Von weit oben hatte er alles im Blick. An einem Restaurant blieb Aria stehen und begab sich hinein. Der Raum war voller Menschen, zu ihren Bedenken schon zu viele. An der Bar nahm sie Platz. Der Wirt kam auch schon gleich zu ihr.

„Was darf es denn sein junge Frau?“

„Mir reicht ein Kaffee, vielen Dank“.

Der Wirt verneigte sich: „ Kommt sofort“.

Die Blondhaarige sah sich um und ließ ihren Blick durch die Mengen schweifen. Sie beschlich schon wieder ein seltsames Gefühl. Sie hatte seit Tagen schon ein seltsames Gefühl, als ob demnächst wieder etwas Schlimmes passieren würde.

//Ist alles in Ordnung, Herrin?//

Aria schreckte auf. Sie war es nicht gewohnt auf diese Art mit ihrem Partner zu kommunizieren, jedoch war sie seit kurzem in der Lage über telegenetische Kräfte mit Remus Kontakt aufzunehmen. Ihre Seelen waren verbunden, erst jetzt wusste Aria, was es mit dieser Fähigkeit auf sich hatte. Ihres Erachtens etwas zu spät, aber wie sollte sie sich diese Fähigkeit zu eigen machen, wenn Remus die ganze Zeit eingesperrt gewesen war. Er wuchs auch ordentlich, inzwischen war er fünf Köpfe größer als sie, sogar Ace hatte er von seiner Körpergröße her überholt. Etwas Sorgen machte sie sich schon, irgendwann wird ihr Drache auffallend sein. Schließlich begegnete man diesem Wesen nicht jeden Tag. Die Panik der Leute wollte sie sich erst gar nicht ausmalen.

//Sicher Remus, wie sieht es draußen aus. Gibt es etwas Neues?//

Einen Moment herrschte Stille in ihrem Kopf. Immer diese langen Pausen, manchmal war er schon ziemlich zäh. Sie hatte schon bemerkt, dass Remus nicht sehr gesprächig war.

//Irgendwas geschieht hier draußen. Ich spüre, dass es Ärger geben wird, passen Sie auf sich auf!//

Aria verstand erst nicht, was los war. Plötzlich würde sie aus ihren Gedanken gerissen, als hinter ihr ein Gepolter zu hören war. Erschrocken fuhr sie um und sah, dass eine Gruppe von Piraten sich Einlass in das Restaurant verschafft hatten. An der Front stand jemand, den Aria noch sehr gut in Erinnerung hatte, jedoch nicht in positiver Weise. Es war ausgerechnet Marschall D. Teach.

„WO IST DER KOCH HIER!!??“, brüllte der Schwarzhaarige und sah sich um. Aria drehte sich augenblicklich um, schaute wieder Richtung Bar und zog sich ihren Mantel wieder über den Kopf. Dieser Mistkerl hatte ihr gerade noch gefehlt.

„Verlasst sofort mein Restaurant ihr Halunken!“, schrie der Koch und wedelte mit seinem Kochlöffel vor dem Schwarzhaarigen herum. Dieser lachte hämisch, griff ihn am Hals und zog ein Messer hervor, das er dem Koch an den Hals hielt.

„Na, na wir wollen doch nicht, das sich die Klinge in deiner Halsschlagader wiederfindet oder?“

Seine Crewmitglieder lachten und sahen sich um. Die Leute, die zuvor ihr Mittagessen gemütlich genossen hatten, schrien und ergriffen die Flucht. Panik brach aus. Der Koch wurde mit voller Wucht gegen den Tresen geschleudert. Teach setzte sich an die Bar direkt neben Aria und verlangte nach einem Bier.

„NA WIRD´S BALD, IHR LUSCHEN!!!“

Aria verhielt sich ruhig und legte ihr Kinn auf ihren Handrücken, als sie ihre Hände gegen die Bar lehnte.

„Was ist mit dir? Hast du keine Angst vor mir?!“

Teach sah die vermummte Gestalt neben sich an. Aria reagierte erst nicht. Er machte den selben Fehler wie damals, wie dumm von ihm. Immer dieses Getue wie stark er doch sei und wie er sich anderen gegenüber beweisen musste.

„Hallo ich rede mit dir!!“, er wollte schon zum Schlag ausholen, jedoch war Aria schneller, blockte seine Hand ab und hielt sie fest. Ihre Fingernägel bohrten sich in seine Haut.

„Na, na Teach, hat dir meine letzte Lektion nicht gereicht?“.

Die Augen des Schwarzhaarigen weiteten sich, er erkannte diese Stimme. Nicht schon wieder diese Frau. Er versuchte sich zu befreien, jedoch war Aria wieder stärker als er. Schweißtropfen bildeten sich auf seiner Stirn.

„Nicht du schon wieder!!!“, brüllte er und riss sich mit Gewalt los. Aria ließ gerade in diesem Moment los und mit vollem Ruck fiel Teach vom Stuhl. Seine Crewmitglieder sahen verdutzt ihren Kapitän an. Als Teach zu sich kam, kniete Aria neben ihm. Er konnte ihre blauen funkelnden Augen sehen, die ihn fixierten.

„Was willst du von mir? Denkst du nicht, die letzten Begegnungen etwas unangenehm für dich verlaufen sind?“

Teach sah die Blondine mit verdutztem Blick an.

„Was machst du hier?!“

„Das Selbe könnte ich dich fragen. Wo sind die Anderen?“

Ein finsteres Grinsen schlich sich auf Teach´s Gesicht.

„Wo sollten die Idioten schon sein, ich bin alleine unterwegs. Unsere Wege haben sich getrennt, meine Gute“.

Wieder lachten die anderen Crewmitglieder, Aria ignorierte sie jedoch.

„Außerdem muss ich mich anderen Sachen widmen als den Träumen dieses Trottels von Piratenkaiser“.

In diesem Moment packte Aria Teach am Hals und hob ihn doch, sodass er den Halt unter seinen Füßen verlor. Die Anderen sahen geschockt zu der Blondine. Ohne mit der Wimper zu zucken, hob sie einfach mal einen schwergewichtigen Mann hoch, mit nur einem Arm.

„Wie war das?“, zischte Aria und sah Teach mit bedrohlichen Augen an.

Teach erkannte, dass sich in ihrem Gesichtsausdruck etwas geändert hatte. Ihre Gesichtszüge wurden härter und kantiger. Teach konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„Kleine, ich bin nicht mehr der alte Teach, ich besitze inzwischen Kräfte von denen du nur träumen kannst.“ Auf einmal hüllte Teach sich in schwarzen Nebel. Aria realisierte die Veränderung sofort und ließ den Schwarzhaarigen los. Der schwarze Nebel umgab Teach. Die Blondine nahm die Aura um ihn herum wahr, sie erkannte sie. Aber wie war das möglich.

„Wo hast du diese Teufelsfrucht her, Teach?!“

Der Schwarzhaarige lachte hämisch und nahm seine Kampfposition ein.

„Zu irgendwas war deine alte Heimat doch gut, muss ich echt zugeben!“

Arias Augen weiteten sich. Sie waren auf Dragon Stone Island?

„Thatch war ein wahrer Glückspilz, nur der Arme hat es leider nicht geschafft sich diese Kraft einzuverleiben“.

Die anderen Piraten fingen an zu lachen. Aria sah fassungslos ihr Gegenüber an.

„Was hast du getan, Teach?!“

„Das was jeder Mensch tut, wenn er zur Bestie wird“, raunte Teach.

Aria sah geschockt zu dem Schwarzhaarigen. In diesem Moment erinnerte sie sich wieder an Rikos Tod und Wut kam in ihr hoch. Sie sah Ace vor sich, der weinend vor seinem Nakama zusammenbrach. Warum war sie bloß weggegangen? Sie sah in diesem Moment ihre Alpträume der letzten Wochen vor sich. Also war alles real was sie gesehen hatte.

„Wie konntest du..“, ihr Blick sank Richtung Boden.

Teach rannte auf die Blondhaarige zu und zog sein Schwert. Diesmal würde sie ihn nicht mehr lächerlich machen. Die Demütigung saß immer noch zu tief. Allein der Gedanke daran machte ihn krank.

„Jetzt ist es aus mit dir?!“, brüllte Teach, holte mit seinem Schwert aus und schlug zu.

Blut spritze. Teachs Lachen erstarb als er sein Gegenüber ansah. Aria hatte seinen Angriff gestoppt. Sie hielt die Klinge in der Hand, Blut tropfte von ihren Handflächen herunter. Die Klinge hatte sich tief ins Fleisch geschnitten. Aber dennoch verzog Aria keine Mimik. Ihr Blick war auf den Boden gerichtet.

„Wie konntest du nur…. Dafür wirst du bezahlen“, flüsterte die junge Piratin und ihr ganzer Körper begann auf einmal zu zittern. Teach sah geschockt zu ihrer Hand, die sein Schwert gestoppt hatte. Ihre Hand krampfte zusammen, ihre Fingernägel veränderten sich und nahmen richtige Klauen an. Der Schwarzhaarige versuchte immer noch sein Schwert zurückzubekommen. Jedoch bewegte sich die Klinge keinen Millimeter.

„LASS LOS, SONST LERNST DU MICH WIRKLICH NOCH KENNEN!“, brüllte Teach.

Jedoch kam von Aria keinerlei Reaktion. Mit einem Fausthieb schlug Teach ihr ins Gesicht, wodurch sie die Klinge losließ. Sie griff sich mit ihrer normalen Hand gegen die Wange, die augenblicklich rot wurde, Blut lief ihr aus dem Mundwinkel. Auf einmal ein Lachen. Der Schwarzhaarige sah schockiert die Blondine an. Sie lachte, aber wieso?

„Ist das alles?“, grinsend sah die Blondhaarige hoch.

Teach wich von ihr zurück als er ihr Gesicht sah. Ihm lief es eiskalt den Rücken herunter.

Ihr linkes Auge hatte schon wieder diese giftgrüne Farbe. Der Schwarzhaarige ließ sein Schwert fallen und wich noch mehr zurück, bis er schließlich gegen einen Stuhl lief und rückwärts hinfiel.

„Wer oder was bist du?“, stammelte er und sah sein Gegenüber ängstlich an.

Aria grinste Teach an. Ihre Zähne hatten sich ebenfalls verändert. Ihre Eckzähne waren zu richtigen Reißzähnen geworden. Ohne auch nur ein Wort zu sagen kam sie auf Teach zu.

„Bleib weg von mir!“, brüllte der Schwarzhaarige.

Wieder griff Aria Teach am Hals und zog ihn hoch. Teach sah ihr direkt ins Gesicht. Ihre Gesichtszüge waren nicht mehr menschlich, sie glichen mehr einem Monster. Ihr rechtes Auge war so wie immer, jedoch ihr linkes Auge glich dem eines Drachen.

„Das ist für Thatch!“

Mit voller Wucht trat sie Teach in den Bauch, Blut spritze aus seinem Mund.

„Und das…“, erneut holte sie mit ihrer Faust aus.

„Ist für Ace!!!!“

Mit erneuter Wucht schlug sie dem Schwarzhaarigen ins Gesicht, sodass er durch die Wand des Restaurants flog. Mit einem harten Aufprall landete er an der nächstgelegenen Wand.

Die Crewmitglieder sahen geschockt zu und flüchteten augenblicklich.

„Ein Monster, rette sich wer kann!“

„Lauft um euer Leben!“

Teach lag immer noch in den Trümmern der zerstörten Wand und kam langsam wieder zu sich. Vor ihm stand Aria, die ihn herablassend anblickte.

„Wer bist du oder eher gesagt was bist du?“

Aria sah ihn einfach nur an. In diesem Moment nahm sie wieder ihre normale menschliche Gestalt an. Ihre harten Gesichtszüge verschwanden.

„So jemand wie du hätte es normalerweise nicht verdient zu leben, aber ich bin nicht Richter über Leben und Tod. Eines Tages wirst du das bekommen was du verdienst“.

Nach diesen Worten kehrte Aria dem Schwarzhaarigen den Rücken zu und ließ ihn allein zurück. Teach sah geschockt zu der Blondine. Was hatte Ace sich bitte hier für eine Frau angelacht? Sie war ein Monster!

Aria lief derweil auf einen gelegenen Hügel, wo Remus bereits auf sie wartete.

//Alles in Ordnung, Herrin?//

„Es ist schon wieder passiert, dabei hatte ich geschworen, das es nie wieder so weit kommt“, verzweifelt sah Aria ihre Hände an. Gerade eben waren es noch richtige Klauen.

//Hat es wieder die Kontrolle über Sie erlangt?//

Die Blondhaarige sah ihren Drachen verzweifelt an, die Tränen standen bereits in ihren Augen.

„Was passiert mit mir, Remus?“

Der Drache legte einen Flügel um sie.

//Ich weiß nicht, was es ist, aber Tatsache ist, dass es zu gefährlich ist, sowohl für Ihr Gegenüber als auch für Sie selbst.//

„Was meinst du damit?“

//Ich meine damit, dass Sie es momentan noch unter Kontrolle haben, aber was passiert, wenn Sie es nicht mehr zurückhalten können.//

Aria senkte ihren Blick. Sie wusste selbst nicht woher ihre Wandlung kommt. Das letzte Mal war als Riko vor ihr stand und sie in die Enge getrieben hatte. Nun war es weil sie Ace vor sich sah, verzweifelt, am Boden zerstört. Sie merkte schon, dass es immer nur dann passierte, wenn sie emotional stark unter Druck stand.

„Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt“.

Sie schaute hoch zum Himmel, die Nacht war bereits angebrochen.
 

Ace lag derweil auf seinem Bett, alle Viere von sich gestreckt und sein Blick gegen Decke gerichtet. Er konnte nicht schlafen, immer wieder wachte er schweißgebadet auf. Jedes Mal sah er das bleiche, tote Gesicht von Thatch vor sich. Sobald er seine Augen schloss, schossen ihm wieder diese Bilder durch den Kopf. Es machte ihn wahnsinnig. Er hatte es noch keinem seiner Nakama gesagt, aber es machte ihn wütend, dass sein Vater Teach einfach so entkommen ließ. Er gab keinen Befehl, dass man ihn suchen und ihm vorführen sollte. Er hatte immerhin den Namen Whitebeards beschmutzt, das war Ace´s Auffassung. Gerade er als Kapitän und Piratenkaiser sollte sich so etwas nicht gefallen lassen. Aber stattdessen blieb er total ruhig, tat gar nichts. Seine Hand ballte sich zu einer Faust, die augenblicklich in Flammen stand. Wenn Vater es nicht tun würde, würde er es tun. Ihm egal was die Anderen von seinem Vorhaben hielten. Er war sein Kommandant, trotz allem. Die letzten Wochen waren eine Qual für ihn. Die Bestattung war vor ein paar Wochen, jedoch war die schlechte Stimmung unter den Mitgliedern immer noch zu spüren. Ace machte es krank, mitanzusehen, wie sie alle versuchten in den Alltag einzufinden ohne auch nur einen Moment an Teachs Tat zu denken. Heute Mittag wäre er beinahe mit Marco aneinandergeraten und dass nur weil er ihn beruhigen wollte und eine Schlägerei zwischen ihm und einer seiner Rekruten verhindern wollte. Wieder einmal war zwischen den Rekruten der 2. Division Unstimmigkeiten wegen Teach ausgebrochen, wodurch es beinahe zu einer Schlägerei gekommen wäre. Ace war mit der Situation komplett überfordert. Zum einen gab er dem einen, wegen der Auffassung, dass Whitebeard zu sanft mit Teach umging, Recht, jedoch war er gezwungen stets sachlich gegenüber seinen Rekruten zu bleiben. Jedoch war das nie einfach für ihn gewesen. Die Tatsache, dass der Piratenkaiser ihn laufen ließ, machte die Situation nicht gerade besser. Er musste sich stark zusammenreisen, damit er nicht die Nerven verlor. Heute war es dann so schlimm, dass er beinahe auf einen seiner Rekruten losgegangen wäre. Im letzten Moment ging Marco noch dazwischen, jedoch wurde er von Ace Schlag ins Gesicht hart getroffen. Erst realisierte Ace in diesem Moment gar nicht was geschehen war. Es war so, als ob sich seine Faust selbständig gemacht hätte.

„Marco, was?“

Der Blondhaarige erhob sich langsam und hielt sich dabei seine Wange fest. Geschockt starrte er die Feuerfaust an und stammelte:

„Ace, was ist los ist dir? Was soll das alles?“

Die Rekruten traten langsam von Ace zurück und tuschelten hinter seinem Rücken. Einer von ihnen rannte zu Marco und half ihm hoch.

„Kommandant, was ist bloß in Sie gefahren?“

„Ace was hast du getan?“

Er stand einfach da, regungslos. Er ging ein paar Schritte zurück und schaute sich um. Alle Crewmitglieder standen einfach geschockt da. In diesem Moment kam dann auch noch ausgerechnet Whitebeard hinzu und sah sich das Szenario an, neben ihm Haruka, die sich vor Schock die Hände vor den Mund hielt. Dieser Moment war Ace so unangenehm, dass er sich ohne auch nur ein Wort zu sagen, zurückzog und sich in seiner Kajüte einsperrte. Er zitterte am ganzen Leib, seine Verzweiflung war so groß gewesen. Seine Beine gaben einfach nach und er sank in sich zusammen. Zusammengekauert am Boden vergrub er sein Gesicht in seinen Armen. Ausgerechnet jetzt, kam wieder die Sache mit Aria hoch. Warum war sie bloß nicht bei ihm geblieben? Was hätte sie getan?

„Aria warum bist du bloß weggegangen, ich weiß nicht, was ich noch tun soll“, flüsterte er. Das Geklopfe an seiner Tür nahm er überhaupt nicht wahr. Für ihn war das alles in diesem Moment nicht real. Stundenlang saß er am Boden zusammengekauert, nicht mal am täglichen Abendessen hat er teilgenommen, ihm war der Appetit vergangen. Später lag er auf seinem Bett. Gerade eben wurde er wieder von einem seiner Alpträume geweckt. So konnte das nicht weitergehen, er musste etwas tun. Es war tief in der Nacht und keiner würde ihn von seinem Vorhaben abhalten.
 

Der Schwarzhaarige öffnete seine Augen, stand auf und ging zu seinem Schrank, warf die grün/orangene Tasche auf sein Bett und begann seine Sachen zu packen. Solange die Anderen schliefen, würden sie nicht auf die Idee kommen ihn aufzuhalten. Als seine Sachen gepackt waren, schlich er langsam hoch an Deck. Das Schiff hatte Anker gelegt. Jedoch bevor Ace sich das Seil zu seinem Stricker hinunterschwang, hinterließ er einen Brief an Whitebeards Tür.
 

„Vater, ich kann diese Bürde nicht mehr mit mir rumtragen. Ich werde Teach zur Strecke bringen und Thatch rächen. Versucht mich nicht aufzuhalten, es hätte keinen Zweck. Bleibt munter und gesund, ich werde schon bald wieder bei euch sein. Bis dahin. Setzt die Segel auf meinen Sieg. Ace.“
 

Danach trat Ace ein paar Schritte zurück und begab sich zur Rehling. Er hielt Ausschau nach seiner Stricker, die unten Anker lag. Er sprang hinunter und landete direkt auf seinem kleinen Boot. Mit seinem Fuß trat er mit voller Kraft drauf, sodass Feuer hervorschoss. In Sekundenschnelle stand das Schiff in Flammen, bereit zum Aufbruch. Mit einem lauten Knall setzte sich das Boot in Bewegung und schon war er unterwegs. Er wagte nicht zurückzublicken. Vor ihm lag nun der weite Ozean.

Erinnerungen

Sein Magen knurrte wie die Hölle. Ace war nun schon seit Tagen auf dem Meer unterwegs. Er hätte seinen Proviant doch besser einteilen sollen, denn nach zwei Tagen war der Vorrat schon so gut wie aufgebraucht. Die Tatsache, dass er eventuell auf dem Meer den Hungertod sterben würde, trieb ihn immer weiter voran, sodass es gar nicht erst so weit kam. Mit letzter Kraft ankerte er an einer kleinen Insel. Bei genauerem Betrachten fiel ihm auf, dass es sich hier um eine Winterinsel handelte. Es schneite, sehr ungewöhnlich zur zeitigen Jahreszeit, es war Mitte Sommer. Jedoch machte ihm die Kälte gar nichts aus. Als Teufelsfrüchte- und Feuerelementnutzer war er gegen alle Art von Kälte immun. Nachdem er seine Stricker am Pfahl befestigt hatte, begab er sich in die Stadt. Sie war wie ausgestorben. An einem Holzschild konnte er, nachdem er den Schnee entfernt hatte, erkennen, dass er sich auf der Insel Drum befand. Was ihm direkt auffiel war die Abscheu der Bewohner. Als sie ihn, einen Piraten, sahen, ergriffen sie die Flucht, sperrten Türen und Fenster zu, stellten sich schützend vor ihre Kinder und funkelten ihn mit finsterem Blick an. Die Feuerfaust erkannte die Angst in ihren Augen. Was war hier bloß passiert? In Gesprächen wurde die Insel immer als freundlicher Gastgeber dargestellt. Aber das schien nicht der Wahrheit zu entsprechen. Ohne auch nur eine Reaktion zu zeigen, lief er durch das kleine Dorf und schritt geradewegs auf eine kleine Bar zu, die vor ihm lag. Er trat ein, schaute sich um und schloss hinter sich die Tür.

„Oh ein Gast“, ein kleiner pummeliger Mann kam auf die Feuerfaust zu und schüttelte ihm verlegen die Hand. Er war ganz aus dem Häuschen.

„Herzlich willkommen, nehmen Sie doch Platz. Sie haben die freie Auswahl.“

„Ehm, danke für die Gastfreundlichkeit“, erstaunt nahm Ace direkt vorne am Tresen Platz.

„Sie glauben nicht wie sehr ich mich freue hier nochmal ein neues Gesicht zu sehen. Seit dem Überfall vor einigen Wochen trauen sich die Leute nicht mehr auf die Straße.“

Ace wurde hellhörig.

„Überfall?“

Der kleine Koch reichte der Feuerfaust die Speisekarten, diese er dankend entgegennahm.

„Ja, es war fruchtbar. Hier haben ein paar Typen gedacht, sie könnten sich alles erlauben. Sie haben alle Häuser überfallen und sämtlichen Reichtum, sei es nur die billigste Halskette, haben sie mitgehen lassen.“

„Also ich nehme Spezial Deluxe, ich bin echt hungrig“, er reichte die Karte wieder zurück.

„Aber was waren das für Typen?“

Der Koch senkte seinen Blick.

„Ich kannte die Typen nicht, aber ein Einziger blieb mir in Erinnerung. Er war sehr schwergewichtig, schwarze Haare und hatte eine furchtbare Lache.“

Ace gefror das Blut in den Adern.

„Marschall D. Teach…“, kam es leise von ihm. Seine Hände bildeten sich zu Fäusten.

„Was Sie kennen diesen Halunken? Der war echt furchtbar, der hat sich benommen wie die Axt im Wald. Großmaulig und hat sich aufgespielt.“

„Das klingt definitiv nach Teach. Ja ich kenne ihn, er war einer meiner Leute und hat mich und meine Crew verraten, er ist ein Deserteur.“

Der Koch lauschte aufmerksam und bereitete derweil Ace Essen zu. Spezial Delux bestand aus mehreren Schweinekeulen, angebraten in Gemüse und dazu eine riesige Portion Nudeln.

„Ihre Crew? Von wo kommt Ihr den her?“

„Ich unterstehe Whitebeard´s Flotte“.

Augenblicklich hielt der Koch inne.

„Der gute alte Edward“.

Ace weitete seine Augen. Wie bitte? Hatte er sich gerade verhört?

„Was Sie kennen meinen alten Herren?“

Der Koch musste laut loslachen.

„Sicher kenne ich den guten alten Ed noch. Er war früher öfters hier. Zusammen mit einer jungen Dame, sehr hübsch muss ich sagen.“

Ace lauschte aufmerksam zu und aß derweil sein Essen. Normalerweise schlang er alles direkt runter, aber diesmal waren die alten Geschichten des Kochs interessanter als das gute Essen. Der Koch erzählte viel über Whitebeard. Auch von früheren Zeiten, zu Zeiten seines Vaters, den Zeiten Rogers und von dieser Frau. Sie musste eine wichtige Rolle in Pops Leben gespielt haben, wenn es so viel zu erzählten gab.

„Schade, dass aus ihnen kein Paar wurde. Sie hätten super zusammengepasst.“

Ace überlegt kurz und krammte in seiner Hosentasche. Er zog das zusammengefaltete Foto heraus und faltete es auseinander.

„Handelte es sich hierbei zufällig um diese Frau?“, er schaute dem alten Koch das Bild.

„Oh ja, sie hat sich kein bisschen geändert. Das ist sie. Eine wahre Schönheit. Sie war auch nachdem sie mit Ed nicht mehr unterwegs war öfters hier. Die letzten Male hatte sie ihre zwei Kinder dabei, einen Jungen und ein Mädchen.“ Als er das Foto genauer betrachtete, zeigte er auf die beiden Kinder.

„Jap, das sind sie. Super erzogen und sehr höflich. Der Junge war zwar manchmal ein Lausebengel, der stets seine Grenzen austestete aber er war ein guter Junge.“

„Und was war mit dem Mädchen?“, Ace interessierte es schon wie Aria damals schon war. Er konnte sich gut vorstellen, dass sie früher einmal ganz anders gewesen war.

„Sie war ein Engel. So ein Kind hatte ich in meinem gesamten Leben noch nicht erlebt. Sie war das genaue Gegenteil. Sie war hilfsbereit, freundlich, zuvorkommend, trotz ihres jungen Alters.“, jedoch legte sich ein trauriger Blick in sein Gesicht.

„Es ist einfach nur eine Schande, dass so eine tolle Familie sterben musste. Ich erinnere mich noch an den Tag, als die neue Zeitung erschien und diese Tragödie die Haupttitelseite war. Für mich und auch einige Anderen hier im Dorf brach eine Welt zusammen. Jeder kannte die Familie hier auf der Insel.“

Ace faltete das Bild wieder zusammen und steckte es zurück in die Hosentasche.

„Woher haben Sie das Bild überhaupt, junger Mann?“

„Von Whitebeard, er hatte dieses Foto immer bei sich“, log Ace. Er wollte es nicht an die große Glocke hängen, dass er es wegen Aria besaß. Anscheinend war jeder im Glauben sie sei damals umgekommen wie die anderen auch. Am Besten ließ er sie in dem Glauben. Die Weltregierung und die Marine durften von ihm und ihr nichts erfahren.

„Ich frage mich immer noch, was aus ihnen heute geworden wäre.“

Ein kleines Lächeln huschte über das Gesicht der Feuerfaust, ein roter Schimmer legte sich auf die Wange. Ihm wurde schon wieder so warm ums Herz, wenn er an die Blondine dachte.

„Wild, entschlossen, anmutig, eine wahre Schönheit“, nuschelte Ace leise vor sich hin und stocherte in seinem restlichen Essen herum. Es war das erste Mal seit langem, dass er sein Essen nicht komplett packte. Sonst schlang er immer alles runter und vergriff sich meistens noch am Essen seiner Nachbarn. Jedoch war ihm der Appetit vergangen, wenn er an die Blondine dachte. Der Koch schmunzelte, als er die Feuerfaust vor sich betrachtete. Die Art wie er über sie sprach.

„Aber soll ich Ihnen etwas sagen“, er neigte sich zu Ace über den Tresen und flüsterte:

„Sie lebt..“.

Ace sah schockiert den Koch an. Also wusste er es doch. Aber warum stellte er ihm dann diese Frage was heute aus ihr geworden wäre?

„Tut mir leid, Bursche, aber ich wollte Sie mal testen. Sie war vor ein paar Wochen hier. Ich dachte erst ich sehe eine Fata Morgana, als sie vor mir stand. Eine wahre Schönheit. Wir haben viel geredet“, er sah dabei den Schwarzhaarigen fixierend an „sie hat auch viel von Euch erzählt, Portgas D. Ace“.

Ace´s Herz machte in diesem Moment einen Hüpfer. Sie hatte von ihm erzählt?

„Wie bitte?“

Der Koch begann zu lachen.

„Ja ich weiß, was hier los ist. Aber keine Sorge, sie hat mir nicht alles erzählt, sondern nur, dass sie einen sehr interessanten jungen Mann kennengelernt hat. Aber die Art und Weise wie sie über Euch sprach. Sie hatte den selben Gesichtsausdruck wie Ihr gerade eben.“

Die Feuerfaust fühlte sich etwas unwohl. Er hatte damals schon unfreiwillig bei seinen Nakamas über Aria und ihn reden müssen. Dieser Koch war zudem noch ein Fremder.

„Es ist doch nichts dabei. Es ist das natürlichste auf der Welt“. Der Koch legte eine Hand auf Ace Schulter. Solange die Feuerfaust saß, musste der kleine Koch sich nicht zu sehr strecken.

„Sie müssen sich eines immer vor Augen halten. Die Liebe ist die stärkste Macht auf der Welt, die es gibt. Sie wird gerne von Anderen, die diese Liebe noch nie erfahren haben, unterschätzt. Aber ihre Auswirkungen sind riesig. Sie lässt Menschen das tun, was sie normalerweise nie tun würden. Sie wachsen über sich hinaus. Leider ist meine Frau vor drei Jahren von mir gegangen, aber ich bin froh die Erinnerungen an damals immer in meinem Herzen tragen zu können. Das größte Geschenk, was sie mir geben konnte, war mich zum glücklichsten Mann der Welt zu machen. Wie das Schicksal es leider so wollte, sind wir kinderlos geblieben, weil sie einen Gendefekt hatte, aber dennoch waren wir vom ersten bis schließlich zum letzten Tag, glücklich miteinander vereint. Ich bereue es nicht meine Zeit mit ihr verbracht zu haben.“

Ace ließ die Worte sinken und ging diese in seinem Kopf nochmal durch. Eigentlich hatte der alte Mann Recht mit dem was er sagte. Er hatte diese Veränderung an sich auch schon bemerkt. Sie zeigte ihm eine andere Seite an sich, eine Seite, die er selbst seinen Brüdern damals nicht gezeigt hatte. Wieder schlug sein Herz schneller.

„Wo wollte sie denn als nächstes hin, hat sie was erwähnt?“

Der Koch räumte den Tresen ab und stellte das Geschirr an das Waschbecken.

„Sie hatte erwähnt, dass sie wohl nach Alabasta wollte. Sie hat dort auch noch Freunde anscheinend von früher. Was genau sie vorhatte, hat sie mir leider auch nicht verraten. Sie war auch nur ein bis zwei Tage da, danach ist sie schon wieder aufgebrochen. Danach sind auch schon die Piraten, von denen ich eben erzählt habe, über uns hergefallen. Wenn ich es aber richtig verstanden habe, sind sie nun auch auf den Weg Richtung Alabasta. Weiß der Kuckuck was die dort vorhaben, anscheinend das Selbe hier wie bei uns.“

Ace konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Nach Alabasta also. Dann würde er sich auch auf den Weg dorthin begeben. Was hatte er schon zu verlieren. Er würde sich zwar wegen Teach dorthin begeben, aber der Gedanke daran .Aria nach Monaten wieder zusehen, ließ sein Herz einen Hüpfer machen.

„Ach herrje, es ist ja schon Abend. Sie müssen die Nacht nicht draußen schlafen. Ich habe hier noch ein Zimmer frei, mir gehört das Haus schließlich.“

Ace sah den alten Herrn verdutzt an. Der Mann war echt zu gut für die Welt.

„Sehr gerne, vielen Dank“.

„Ach was, sie sind ein Freund von Aria, also sind Sie auch mein Gast“, lachte der kleine Koch und zeigte Ace sein Zimmer, das direkt neben der Bar lag.

„ich wünsche eine gute Nacht, hier ist der Schlüssel. Frühstück morgen gegen 10 Uhr?“

Die Feuerfaust sah den kleinen Mann lächelnd an und nahm den Schlüssel entgegen.

„Ja gerne, danke wünsche ich Ihnen auch“.

Als er die Tür öffnete, befand er sich in einem kleinen Zimmer. Schlicht, aber dennoch herzlich und freundlich eingerichtet. Das Zimmer war für zwei Personen ausgerichtet, es befand sich ein großes Doppelbett im Raum. Ace schmiss seinen Rucksack in die nächste Ecke und warf sich aufs Bett. Endlich nochmal ein ordentliches Bett. Die letzten Nächte waren total ungemütlich auf seiner Stricker. Es war nicht viel Platz und die Angst mal einzuschlafen, von Bord zu gehen und wie ein Stein unterzugehen, ließ in automatisch immer nur im Halbschlaf zur Ruhe kommen. Aber heute Nacht würde er endlich nochmal friedlich durchschlafen können. Als er dalag, ließ er den heutigen Tag nochmal durch seinen Kopf gehen. Wer hätte gedacht, dass er hier ausgerechnet auf einen von Arias Freunden trifft? Das er dann auch noch so herzlich empfangen wurde? Hat Aria wirklich vor dem alten Mann über ihn geschwärmt? Wie würde sie reagieren wenn sie sich wiedersehen würden? Der Gedanke an die Verlobung verbannte er. Es brachte nichts, sich jetzt schon wegen dieser Sache verrückt zu machen. Wenn Thatch von dieser Verlobung erfahren hätte, er wäre sicherlich aus dem Häuschen gewesen. So wie er seinen Nakama einschätze, hätte er eine große Party veranstaltet. Schade, dass er es nicht mehr miterleben konnte. Wieder kam die Trauer in ihm hoch. Er fühlte sich hin und her gerissen. Der Verlust, die Trauer um seinen Nakama, dann kam wieder der Gedanke an die Blondine und schon fühlte er sich leichter. Er vergrub sein Gesicht im Federkissen. Warum musste sein Leben so kompliziert sein? Konnte sein Kopf mal aufhören zu denken?
 

Woanders stand ein Marineadmiral auf der Hohenburg der Marine. Er trug einen weißen Mantel mit dem Wappen der Marine. Zudem hatte er schwarzes Haar und einen schwarzen Bart. In seiner rechten Hand hielt er ein Zepter. Er schaute auf das weite Meer. Hinter ihm erschien ein alter Mann, ebenfalls ein Marineadmiral, jedoch schon sehr im Alter gezeichnet. Er hatte graues, kurzes Haar und eine Narbe unter dem linken Auge.

„Garp…“, kam es von dem schwarzhaarigen Admiral, der auf das Meer hinausblickte.

Der alte Mann stellte sich neben den Admiral und sah ihn seitlich an.

„Heute auf den Tag ist es genau 14 Jahre her, Senkoku.“

Der Schwarzhaarige sah weiterhin auf die weiten des Meeres.

„Ich frage mich eines Garp..“

Der alte Admiral sah Sengoku mit fragwürdigem Blick an.

„Was gibt es denn mein alter Freund?“

„Ich frage mich einfach nur, ob ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe, die Kleine gehen zu lassen. Ich war der Auffassung, dass ein Kind keine Gefahr für die Weltregierung darstellt. War ich damals zu naiv oder habe ich einfach nur menschlich gehandelt?“

„Was lässt dich an deiner Entscheidung zweifeln?“, fragte Garp und setzte sich auf die Steinbank.

„Ich habe mich immer gefragt, warum ausgerechnet wir, die Marine, mit dem Auftrag angeheuert wurden eine solche grauenhafte Tat zu verüben. Ich bin ehrlich, seit dieser Nacht hat die Marine an Stellung bei mir verloren.“

„Es war nicht unsere Entscheidung, Sengoku. Es kam von der oberen Hand, wir hätten nichts daran ändern können. Wir sind schließlich auch nur die Marionetten der Weltregierung.“

„Aber dennoch, hab ich die Marine verraten, ich habe die Zielperson entkommen lassen. Ich habe die Jahre viel recherchiert und versucht einiges über die Targuyas rauszubekommen. Was sie so gefährlich machte und soll ich dir was sagen? Ich hab nichts gefunden. Rein gar nichts, kein Anhaltspunkt, warum wir die Familie ausrotten mussten. Meines Erachtens waren es unschuldige Menschen. Wir hatten so gute Kontakte und Beziehungen dorthin, auch wegen dem Welthandel. Es gab nie Probleme. Warum also hat man den Auftrag erteilt?“

Garp rieb sich seine Schläfe und schaute nun ebenfalls aufs Meer hinaus.

„So ungefährlich waren die Targuyas nicht.“

Sengoku sah den Grauhaarigen verdutzt an während Garp weiter fortfuhr:

„Meine Flotte ist damals einmal mit den Targuyas aneinander geraten. Ich hatte jemanden unter meinem Kommando, der war einfach nur ein Idiot, ein Egoist. Der bis aufs Messer versuchte Eindruck zu hinterlassen und sich beweisen zu wollen. Dabei ging er soweit, dass er den König damals schwer verärgerte.“

„Und was ist daran so ungewöhnlich?“

Garp musste kurz pausieren ehe er weitererzählen konnte.

„Wir dachten Roger wäre schon ein Monster, wenn es um seine Liebsten ginge, aber der König hat alles getoppt. In ihnen ruht etwas, was solange ruhig bleibt, bis sie sich in die Enge getrieben fühlen. Dann bricht es aus.“

„Wie meinst du das, Garp. Wovon sprichst du ?“

Sengoku war diese Erkenntnis neu, normalerweise war er immer über die Vorkommnisse der Marine informiert worden, er musste schließlich Tagebuch und Aufzeichnungen führen. Ihm würde doch wohl nichts entgangen sein? Als Garp weitersprach, weiteten sich seine Augen und sein Mund blieb vor Schreck offen stehen. Damit hätte er sicher nie gerechnet.

„Er hatte sich in einen Drachen verwandelt und meinen Rekruten vor unseren Augen hingerichtet.“

Wiedersehen unter Geschwister

Sengokus Augen weiteten sich. Die Worte Garps hallten durch seine Gedanken. Warum wurde er damals nicht über das Geschehene informiert? Dies würde seine Meinung, die er die ganze Zeit vertrat, in ein ganz anderes Licht rücken. Waren die Targuyas wirklich solche Monster gewesen, die Menschen in Stücke reißen konnten?! Er kam sich vor wie im falschen Film. Das konnte nur ein schlechter Scherz seines Freundes gewesen sein.

„Das nicht wahr, oder?“, stammelte der General und ging vor seinem Freund auf die Knie.

Garp ließ traurig seinen Blick senken. Er wünschte, er hätte es ihm früher schon gesagt. Vielleicht wäre die Situation dann nicht so verfahren wie sie heute ist. Wird nämlich nachgewiesen, dass Sengoku die Königstochter hat entkommen lassen, so würde es schwerwiegende Konsequenzen für ihn haben. Wenn nicht sogar mit Hochverrat und dem Tod.

„Es tut mir leid, mein Freund. Es wurde uns Anwesenden damals verboten über das Geschehene zu sprechen. Es weiß so gut wie keiner von uns. Du bist jetzt der zweite General neben mir. Die Regierung wollte es geheim halten, selbst vor uns der Marine. Was aber genau hinter dem Attentat steckt, weiß keiner. Die Weltregierung musste etwas gewusst haben, was wir und die Menschheit nie erfahren sollten.“

Sengoku starrte immer noch schockierend zu Boden.

„Was hab ich nur auf die Menschheit losgelassen?!“, stammelte er vor sich hin. Schließlich hatte er das kleine Mädchen damals laufen lassen. Er wusste wessen Blut sie in sich trug, aber er bekam es nicht übers Herz ihr auch nur ein Haar zu krümmen. Sie erinnerte ihn damals an seine verstorbene Enkelin, die kurz vor dem Massaker ihrer schweren Krankheit unterlag. Aber dass seine privaten Angelegenheiten nun ein Problem für die Regierung werden würden, stand fest. Wenn das Mädchen überlebt hatte, musste es inzwischen um die 17 Jahre alt sein. Es würde der Skandal des Jahrhunderts werden, wenn es rauskommen würde. Er konnte nur hoffen, dass sie sich, fall sie denn noch leben sollte, bedeckt hielt. Schwer seufzend stand Sengoku auf und schaute zum Horizont hinaus. Die Sonne war bereits untergegangen. Der weißhaarige General legte seine Hand auf Sengokus Schulter.

„Ich hab das Gefühl, als käme eine harte Zeit auf uns zu, mein Freund. Halte dich bereit.“
 

Die letzten Wochen flogen einfach so dahin. Ace blieb noch weitere zwei Tage in Drum, danach verabschiedete er sich von dem kleinen Koch und setzte wieder seine Segel. Dieser hatte ihm sogar einen riesigen Sack voll mit Essen mitgegeben, sodass er nicht verhungerte. Er hatte in den wenigen Tagen, wo Ace da war, gemerkt, dass er sehr wohl einen gesunden Appetit besaß. Auf der Reise hatte er viele Piraten getroffen, die ihn sogar einen Teil seines Weges begleiteten. Er konnte sogar in Erfahrung bringen, dass sich sein kleiner Bruder Ruffy ebenfalls in Alabasta aufhielt. Er soll sich mit der verschollenen Prinzessin Vivi zusammengetan haben und sollen nun sogar planen die Rebellen, die sich gegen den König aufgelehnt hatten, aufzuhalten. Es war sogar von einem Bürgerkrieg die Rede. Da Ace sowieso auf dem Weg dorthin war, würde er seinem Bruder ebenfalls einen kleinen Besuch abstatten. Schließlich hatte er ihn auch schon fast drei Jahre nicht gesehen. Gut gelaunt machte er sich weiter auf den Weg Richtung Süden. Nach einigen Tagen traf er auch schon am Hafen von Sandy Island ein. Gedankenverloren lief er durch die Stadt. Es war ja schon einiges los, obwohl die Rede von einem kommenden Bürgerkrieg war. Die Stände waren reichlich mit Menschen gefüllt. Überall tummelten sich Menschenmengen, Warenhändler in Hülle und Fülle. Nichtsahnend lief er weiter. Plötzlich hörte er eine laute Auseinandersetzung. Er folgte den Stimmen und befand sich nun auf einem großen Platz Mitten in der Stadt. Da standen drei Männer, einer mit grünen Haaren und drei Schwertern an seiner Gürtelschnalle, ein Blondhaariger, der einen schwarzen Anzug trug und ein Schwarzhaariger mit einem Strohhut. Ace musste schmunzeln, da er den Kleineren der Drei sehr gut kannte.

„Lass den Scheiß, Ruffy, du bringst dich sonst noch in Schwierigkeiten!!“

Der Schwarzhaarige drehte sich wütend zu dem Blondhaarigen um und hielt dabei seinen Bauch fest. Dass er jeden Moment den Hungerstod erleiden würde, stand ihm ins Gesicht geschrieben.

„Aber Sanji, ich hab Hunger“.

Der Grünhaarige schüttelte einfach nur den Kopf.

„Mensch Zorro, sag´ doch auch mal was, unser Kapitän sorgt sonst nur wieder unnötig für Aufsehen! Denkst du nicht wir haben genug Strapazen hinter uns?!“

Der Angesprochene kratzte sich genervt am Kopf. Er hatte sowas von keine Lust auf diese Diskussion, jedes Mal war es immer das selbe, wenn sie zu Dritt unterwegs waren.

„Lass ihn doch, der kann schon auf sich alleine aufpassen! Er braucht keine Aufpasser wie uns!“

„YIPPII, jetzt gibt’s Fressi, Fressi!!“, kam es von Ruffy, der daraufhin Freudensprünge in die Luft machte und schnurstracks auf die nächste Imbissbude stürmte und den halben Stand auseinandernahm. Zurück blieben verdutzte Gesichter. Sanji und Zorro sahen sich gegenseitig verdutzt an. Ace schüttelte nur den Kopf. Der Hitzkopf hatte sich kein bisschen geändert. Er bewegte sich in langsamen Schritten auf den Schwarzhaarigen zu. Wie er wohl reagieren würde? Als er dicht hinter ihm stand, tippte er mit seinem Zeigefinger auf die Schulter des Strohhuts.

„Du bist auch immer am Futtern was, so kennt man dich halt.“

Ruffy verschluckte sich augenblicklich und traute seinen Ohren nicht. Er erkannte diese Stimme. Mit vollem Mund drehte er sich um und erstarrte als er die Feuerfaust sah. Seine Augen quollen hervor und Tränen bildeten sich in seinen Augen.

„Ace??“, stammelte er immer noch mit vollem Mund. Sofort würgte er den Inhalt herunter und umarmte den Schwarzhaarigen. Dabei fing er bitterlich an zu weinen.

„Aber, aber Brüderchen, warum weinst du denn?“

Der Strohhut hielt sich immer noch an der Feuerfaust fest.

„Wo warst du die ganze Zeit?! Seit drei Jahren haben wir uns schon nicht mehr gesehen. Ich hab die ganze Zeit schon nach dir gesucht, aber du warst nicht auffindbar. Endlich bist du da. Du weißt gar nicht wie sehr ich dich vermisst habe. Mach das nie wieder du dämlicher Idiot!!!“, heulte dieser und erdrückte Ace fast mit seiner Umarmung, die nicht locker werden wollte. In diesem Moment kamen nun auch die anderen beiden Männer hinzu.

„Oh Ruffy, wer ist das denn?“

Der Strohhut ließ Ace augenblicklich los, wischte sich sein Gesicht ab und stellte ihn seinen zwei Kameraden vor.

„Das ist Ace, mein Bruder“.

Die beiden Anderen schauten sich gegenseitig an. Noch jemand von der Sorte?

„Wie? Du hast einen Bruder?“, stammelten sie und schauten Ace verdutzt an. Dieser kratzte sich verlegen am Kopf und reichte ihnen zum Gruß die Hand.

„Ja, mein Name ist Ace, schön euch kennenzulernen.“

„Ich bin Zorro, ich hoffe du bist nicht so ein Idiot wie unser Kapitän hier“, raunte Zorro und schaute dabei Ruffy an, der ihn daraufhin böse anschaute.

„War nur Spaß, du Hohlbirne, reg dich ab.“

Ace musste kurz schmunzeln. Daraufhin stellte sich der Blondhaarige vor und versuchte einen möglichen Streit zwischen Ruffy und Zorro zu verhindern, indem er sich genau zwischen die Beiden Streithähne stellte.

„Mein Name ist Sanji und ich bin der Koch. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, das ist Alltag bei uns.“

Ace schaute erst zu Zorro und dann zu Ruffy. Er musste laut loslachen. Das war wieder so typisch für Ruffy, immer handelte er sich irgendwie Ärger ein. In diesem Moment erinnerte er sich wieder an die Kindertage. Ruffy hatte es ihm nie leicht gemacht, er war schon immer ein Energiebündel, das schwer zu bändigen war. Sanji schaute genervt zu den Beiden und verpasste Zorro und Ruffy einen heftigen Tritt in deren Gesichter.

„SAGT MAL ES REICHT!!!! WOLLT IHR NOCHMEHR AUFMERKSAMKEIT EREGEN?!“

Daraufhin schaute er zu Ace und signalisierte, dass sie am besten verschwinden sollten. Schließlich hatte sich der kommende Rebellenaufstand schon rumgesprochen und die Marine war auch schon vor Ort. Gerade in diesem Moment war eine Truppe schon auf dem Marktplatz unterwegs.

„Reden wir am besten woanders weiter, hier wird es zu gefährlich“, Sanji packte die zwei am Boden liegenden Streithähne am Kragen und zog sie Richtung Hafen. Ace folgte ihnen ohne auch nur ein Wort von sich zugeben. Nach einer halben Stunde befanden sie sich am Hafen vor einem Schiff. Es hatte den Kopf eines Schafs und die Flagge bestand aus einem Totenkopf mit einem Strohhut auf dem Schädel. Ace erkannte sofort, dass das Ruffys Werk war.

„Herzlich willkommen auf der Flying Lamb, Ace.“

Ace staunte nicht schlecht, das war also Ruffys Crew. Als sie an Bord kamen, stellte Sanji ihn den Anderen vor. Die Crew bestand aus mehreren Mitgliedern. Zum einen aus Lysop, dem Lügner, dieser Name breitete ihm durch seine lange Nase alle Ehre, einem Rentier namens Chopper, einer Frau mit orangenen Haaren mit Namen Nami und zum Schluss von der besagten Frau und Prinzessin Alabastas Vivi.

„Du bist Ace Bruder, wirklich?“, kam es von Nami, die den Schwarzhaarigen musterte. Sie musste zugeben, gut aussehend war der junge Mann schon. Er ließ bestimmt jedes Frauenherz dahinschmelzen.

„Ja, der bin ich. Hat mein Bruder euch viel Ärger bereitet?“

„Und wie!“, kam es vereint aus allen Mündern.

„Hey, das hab ich gehört“, Ruffy kam in diesem Moment nochmal zu sich und rieb sich seine Wange. Der Fußabdruck war immer noch zu sehen. Auch Zorro wurde nochmal munter und knöpfte sich sogleich den Koch vor.

„Sag mal hast du eine Meise? Trittst mich hier halb tot!!“

„Meine Güte, dann provozier es doch nicht immer gleich, du Spinatkopf!“

Zorros Gesicht lief in diesem Moment knallrot an.

„WAS SOLL ICH!!???“

In diesem Moment stellte sich Nami vor die Beiden und räusperte sich. Diese hatte bereits ihre Arme ineinander verschränkt und schaute die Streithähne mit finsterem Blick an. Die beiden Männer schauten zu der Frau und hielten augenblicklich inne. Ihre Gesichter wurden immer blasser. Sie wussten schon, dass man sich am besten nicht mit ihr anlegte, das würde böse und schmerzlich enden.

„NAMIMAUSI“, Herzchen-Augen bildeten sich in Sanjis Augen und tänzelte um die Orangehaarige herum. Diese war wiederum so genervt, dass sie Sanji am Kragen packte und ihn durchschüttelte und beschimpfte.

„Sag mal, bin ich hier im Irrenhaus? Benimm dich mal, ist ja peinlich wie du dich wieder aufführst, wir haben Besuch an Bord!“

„Ist das normal?“, kam es von Ace, der zu Zorro schaute wie er sich gegen den Mast lehnte und seine Arme hinter sich verschränkte.

„Eins musst du dir merken. Sanji baggert alles an was nicht bei drei auf den Bäumen ist.“

„Oh ja, das stimmt“, kam es von Lysop, der sich daraufhin wieder seiner neuen Erfindung zuwandte. Ace erkannte nicht so recht, was der Gegenstand darstellen sollte aber er wollte nicht stören und ließ ihn seine Arbeit machen.

„WIE WAR DAS?!“, schrie der Koch, der gerade auf den Grünhaarigen losgehen wollte, aber von Vivi zurückgehalten wurde.

„Aber, aber Sanji der Klügere gibt nach“.

„Pft, hast ja Recht Vivilein“, raunte der Blondhaarige und begab sich tänzelnd in die Küche.

Ace kratze sich verlegen am Kopf. Das war also Ruffys Crew. Sie passten allesamt seines Erachtens wie die Faust aufs Auge zusammen.
 

Am Abend saßen sie alle zusammen an Deck, während Sanji das Festmahl in der Küche vorbereitete. Die Stimmung war ruhig und ausgelassen.

„Sag mal Ace, was treibt dich denn hier nach Alabasta?“, fragte der Strohhut und schenkte sich und den Anderen Bier in die Krüge, die vor ihnen standen.

„Ach weißt du, Ruffy, das ist eine längere Geschichte.“

„Und welche? Jetzt komm schon nach drei Jahren muss man sich doch etwas zu erzählen haben, findest du nicht?“, entgegnete Zorro und setzte sich neben die Feuerfaust.

„Ihr müsst wissen, ich bin seit geraumer Zeit ein Kommandant von Whitebeard.“

Augenblicklich war Stille. Dass sie sich allesamt nicht an ihrem Bier verschluckt hatten, war alles.

„Was bist du??“, kam es von Lysop.

„Nicht dein Ernst!“, Nami schaute schockiert den Schwarzhaarigen an.

„Dann lebst du aber sehr gefährlich“, sprach Vivi, die daraufhin zu Ruffy rüber blickte. Dieser sah verdutzt seinen Bruder an. Das Bier lief aus seinem Mund heraus, der offen stand vor Schreck.

„Nun ja schon, ich bin halt auf der Suche nach einem Rekruten von mir, er hat uns alle verraten und ist für den Tod eines Freundes von uns verantwortlich. Kennt einer von euch Marschall D. Teach?“

Allesamt schüttelten sie den Kopf.

„Hab nie etwas von diesem Typen gehört“, entgegnete Zorro und lehnte sich wieder gegen den Mast.

„Der Name sagt mir was..“, Ace schaute zu Sanji, der gerade in diesem Moment die Treppen hochkam. In seinen Händen befanden sich mehrere Teller mit Essen. Dass er sie so einwandfrei balancieren konnte, grenzte an ein Wunder. Er reichte zuerst jedem einen Teller und gesellte sich nun ebenfalls hinzu.

„Vielen Dank“, entgegnete Ace und nahm den Teller entgegen.

„Woher kennst du den Typen denn?“, fragte Nami neugierig.

„Der Name stand vor ein paar Tagen in der Zeitung. Er muss ordentlich Aufsehen erregt haben. Nicht weit von hier. Er hat mit ein paar Rebellen die Kneipen überfallen und einige Berrys mit gehen lassen.“

Ace lauschte dem Blondhaarigen aufmerksam zu. Also war Teach hier in der Nähe. Gut zu wissen. Währenddessen kam Vivi eine Idee. Sie fand es unpassend, gerade heute Abend über deprimierende Themen zu sprechen.

„Hey Leute was hält ihr davon, wenn wir zu besonderem Anlass ein kleines Spiel spielen. Ich finde ein bisschen Ablenkung tut uns ganz gut, findet ihr nicht?“

„Klingt nicht schlecht, das ist sogar ein guter Vorschlag“, stimmte Nami begeistert zu.

„Dem stimme ich ebenfalls zu“, sagte Lysop.

„Die Idee ist super“, freute sich Chopper und zog begeistert eine leere Bierflasche hinter sich hervor. „TADAA! Hab sogar das passende Spielzeug hierzu!“

„Wie jetzt Flaschendrehen?“, kam es von Sanji, der das kleine Rentier verwundert ansah. Wo hatte er die Flasche plötzlich her?

„Ja warum denn nicht? Ist mal was anderes als immer nur Saufspiele zu spielen“, lachte Zorro.

„Gut okay wir sind auch dabei“, entgegnete Ruffy und schaute Ace an, der ebenfalls nickend zustimmte. Was konnte ein kleines Spielchen schon für Folgen haben. So würden sie sich alle ein wenig besser kennen lernen.

„Nun gut lasst mich die Spielregeln erklären“, sprach Vivi und nahm dankend die Flasche von Chopper entgegen.

„Auf den oder diejenige, wo die Falsche zeigt, muss uns etwas aus seinem Leben erzählen, sei es von einem Erlebnis oder von einer besonderen Person, die euch berührt hat. Auch wenn ihr Heldentaten verübt habt und anderen geholfen habt, egal was. Aber wenn wir Fragen hierzu stellen, müssen diese wahrheitsgemäß beantwortet werden, ist das für alle in Ordnung?“

Alle stimmten den Spielregeln zu.

„Also ich beginne dann mit dem Drehen, schließlich war es meine Flasche“, freute sich Chopper und begann die Flasche zu drehen.

Die erste Geschichte wurde von Lysop erzählt. Wie er damals einem armen Mädchen aus der Patsche half und sie ihm dann sogar ihre Puppe geschenkt hatte.

„Niemals du bist doch sonst immer so ein Angsthase“, lachte Zorro.

„Hey es ist die Wahrheit, ich weiß, dass ich normalerweise etwas ängstlich bin, aber ich konnte das arme Ding doch nicht im Stich lassen, ein Unmensch bin ich nun auch wieder nicht.“

Die nächste Geschichte wurde von Nami erzählt. Wie sie ihre allererste Seekarte gezeichnet hatte. Es war ein besonderes Erlebnis für sie. Vor allem weil ihre Ziehmutter Bellemere sehr stolz auf sie war.

„Sie war eine besondere Person für dich nicht wahr?“, fragte Vivi einfühlsam.

„Oh ja, ohne sie wäre ich und meine Schwester heute nicht mehr hier“, traurig blickte Nami in ihren Bierkrug. Der Gedanke an ihre Mutter war eher schmerzlich. Aber dennoch war sie froh, dass sie ihr Vorbild gewesen war. Sie hat sie sehr geprägt.

„Aber nun genug davon, der oder die nächste bitte“, entgegnete die Orangehaarige und drehte die Flasche. Sie routierte eine Zeit lang bis sie schließlich bei Vivi zum Stehen kam.

„Oh bin ich nun dran? Okay. Wo fange ich am Besten an.“ Die Türkishaarige überlegte kurz.

„Wisst ihr als Prinzessin hatte man es nie leicht. Man wurde immer anders behandelt, weil man schließlich die Königstochter war. Ich erinnere mich an eine Situation, wo ich noch sehr klein war, vielleicht gerade mal drei Jahre alt. Für einige von euch wird es jetzt verrückt klingen, aber ich erinnere mich einfach noch sehr gut daran. Es gab auch Kinder, die eifersüchtig auf mich waren. Schließlich kam ich aus adeligem Hause. Ich war eines Tages mit meinem Vater unterwegs. Wir besuchten ab und an die ärmeren Viertel Alabastas und gaben den Leuten dort etwas zu Essen und Kleidung. Schließlich sollten auch die Kinder etwas von ihrem Leben haben.“

„Das ist doch eine tolle Geste“, entgegnete Ace und lauschte aufmerksam zu.

„Nun ja, aber trotzdem gab es Kinder, die uns nicht als Helfer ansahen. An diesem Tag war ein Freund meines Vaters im Lande. Ich weiß nicht mehr den genauen Namen. Jedenfalls hatte er seine Kinder mit dabei, einem Sohn etwa 7 Jahre und eine Tochter etwa in meinem Alter vielleicht ein Jahr älter. Wir gingen zusammen zu den Armenvierteln. Als wir kurz alleine waren, schlich ich mich heimlich weg, ich weiß nicht mehr genau aus welchem Grund. Auf einmal standen vier Jungs vor mir und kamen bedrohlich auf mich zu. Sie beschimpften mich. Dass der König für das Elend verantwortlich sei. Ich war damals so hilflos. Gerade als sie mich angreifen wollten, kam die Tochter des anderen Königs hinzu und stellte sich schützend vor mich. Sie redete auf die Jungen ein. Sie ging sogar hin und teilte mit ihnen ihr Mittagessen. Sie gesellte sich zu den Kindern und hörte ihnen zu. Was sie bedrückte. Was ihr Leid gewesen war. Wie unglücklich ihre Eltern waren. Sie hörte ihnen einfach nur zu. Ich war mit der ganzen Situation so überfordert, aber sie war gerade mal in meinem Alter und wusste schon, wie man mit der Situation umging.“

Die anderen staunten nicht schlecht.

„Wow, Hut ab vor der Kleinen“, entgegnete Zorro und nahm einen Schluck aus ihrem Bierkrug.

Vivi musste ebenfalls kurz schmunzeln ehe sie weiter fortfuhr:

„Jedenfalls hatte ich sie später gefragt, wie sie das gemacht hatte. Ich meine, wer kommt schon mit vier Jahren auf die Idee einfach nur dazusitzen und zuzuhören. Und sie sagte einfach, dass Menschen, die vor etwas Angst oder Kummer haben, öfters dazu neigen, anders zu reagieren, um ihre Angst zu verbergen. Sie hatte den Jungen ihre Angst angesehen und hat direkt reagiert. Ich fand das so faszinierend. Von diesem Tag an wollte ich genauso sein wie sie. Sie wusste wie man mit solchen Menschen umging. Sie sah das Leid der Menschen und zeigte Verständnis. Sie konnte schon etwas in ihrem Alter, was meinem Vater als Erwachsener schwerfiel. Sie muss eine sehr anspruchsvolle Erziehung genossen haben.“

Ace erstarrte augenblicklich. Die Worte kamen ihm bekannt vor.

„Die kleine hatte echt Mut, sie muss eine tolle Thronnachfolgerin geworden sein“, sprach Nami.

„In ihrem Königreich möchte man bestimmt gerne leben“, kam es von Chopper.

Vivis Blick senkte sich augenblicklich. Ace entging dies nicht und er hatte schon ein komisches Gefühl in der Magengegend.

„Warum so traurig auf einmal Vivi?“, fragte Ruffy und sah die Türkishaarige an, die auf einmal zu zittern begann. Tränen bildeten sich in ihren Augen.

„Sie und ich wurden gute Freunde. Ich hab in der kurzen Zeit sehr viel von ihr lernen können. Sie war ein fröhliches und aufrichtiges Mädchen. Sie war mein Vorbild. Aber eines Tages ereilte uns eine schreckliche Nachricht.“

Ace Herz blieb augenblicklich stehen, jetzt würde sich sein Gefühl bestätigen, es bestand kein Zweifel von wem Vivi gerade sprach.

„Das ganze Königreich wurde innerhalb einer Nacht dem Erdboden gleichgemacht, alle wurden getötet. Es gab keine Überlebenden.“, Vivi begann zu weinen und hielt ihre Hände vors Gesicht. Nami nahm sie tröstend in die Arme.

„Es ist so ungerecht, sie und ihre Familie waren so tolle Menschen“, schluchzte Vivi, die Trauer war ihr anzusehen. Es musste sie anscheinend schon die ganzen Jahre beschäftigen. Dieses Ungewisse was geschehen war. Alle sahen geschockt Vivi an. Diese Geschichte hatte es echt in sich. Ruffy verschluckte sich an einer Keule und hatte erst einmal alle Hände voll zu tun um seinen Hals von dem riesigen Klos zu befreien. Zorro und Sanji sahen sich gegenseitig entgeistert an. Diese Wendung hatten sie alle nicht erwartet. Ace hingegen saß einfach nur da und sah geschockt zu Boden. Es bestand nun kein Zweifel mehr von wem Vivi gesprochen hatte.

//Aria..// schoss es ihm in diesem Moment durch den Kopf.

Wünsche gehen doch in Erfüllung

Der restliche Abend verlief eher ruhig. Nach Vivis Gefühlsausbruch war die Stimmung auf ihrem Nullpunkt angelangt. Schon sehr früh begaben sich die meisten zu Bett. Chopper und Lysop hatten sich relativ früh verabschiedet. Danach folgten Zorro, Nami und zum Schluss auch Sanji. Ruffy war währenddessen an Bord weggepennt. Er hatte sich einfach an den Mast gelehnt und alle Viere von sich gestreckt. Den Strohhut hatte er sich ins Gesicht gezogen. Vivi saß nur noch da und trank einen Sake nach dem anderen. Man merkte ihr an wie deprimiert sie war und dass die ganze Sache sie sehr mitnahm. Alkohol war allerdings keine Lösung, jedoch ließ die Feuerfaust ihren Frust ertränken. Er war in dieser Sache nicht anders. Als Thatch starb, saß er auch tagelang da und bediente sich am Biervorrat, bis es zu auffällig wurde. Schließlich wollte er keinen Ärger mit Marco und den Anderen bekommen. Ace stand an der Rehling und legte seinen Kopf auf seine verschränkten Arme, die über der Rehling hingen. Er ließ den ganzen Abend nochmal Revue passieren. Dabei hatte der Morgen so schön angefangen als er in Alabasta ankam. Er hat seinen Bruder nach drei Jahren wiedergetroffen, hat sogar seine Nakamas und unerwartet sogar Arias beste Freundin aus Kindheitstagen kennengelernt. Bei diesem Gedanken blieb ihm wieder sein Herz stehen. Etwas schmerzlich musste er wieder an die Blondine denken. Wenn man bedachte, dass seit ihrem Abschied inzwischen über ein Jahr vergangen war, musste er wieder laut seufzen. Schon ein verflixtes Jahr, wo sie ihre gemeinsame Nacht hatten. Dies fehlte ihm, wenn er ehrlich zu sich selbst war. Während seiner Reise kamen ihm viele Frauen entgegen, die er jederzeit hätte haben können. Aber sobald er an Aria dachte, fiel ihm wieder ein wo sein Herz hingehörte. Ob es bei Aria genauso war? Ob sie inzwischen? Nein, diesen Gedanken musste er sofort aus seinen Gedanken verdrängen. Sie waren immerhin kein Paar, also waren sie an niemanden gebunden. Sowohl er als auch Aria. Allerdings wurde ihm schon schlecht, wenn er an Aria mit einem fremden Typen dachte. So ganz egal war es ihm nicht.

„Das Leben ist so ungerecht!!!“

Der Schwarzhaarige wurde aus seinen Gedanken gerissen und schaute zu Vivi rüber.

„Seit wann ist das Leben denn fair? Also ich habe mal nichts davon abbekommen“, entgegnete die Feuerfaust und gesellte sich zu ihr. Diese reichte ihm einen Becher Sake, diesen er dankend entgegennahm.

„Ja, aber du hast immerhin einen Bruder, zu dem du hingehen kannst. Ich habe nur noch meinen Vater und meine Bediensteten. Nicht mal eine beste Freundin habe ich, ich hatte sie ja, aber… naja das weißt du ja bereits“. Traurig ließ Vivi ihren Blick Richtung Boden sinken.

„Denkst du sie hätte das gewollt?“, Ace sah dabei hoch Richtung Himmel. Es war eine sternenklare Nacht.

„Was meinst du damit?“, fragte die Türkishaarige und fing an, an ihren Haaren zu spielen.

„Naja, dass du da sitzt und ihretwegen so traurig bist. Sie würde bestimmt wollen, dass du dein Leben weiterlebst. Sie würde es bestimmt verstehen, wenn du eine neue Freundin gefunden hättest. Ich denke nicht, dass sie es dir übel genommen hätte.“

„Du redest ja gerade so, als ob du sie kennen würdest…schon seltsam“.

Ace erschauderte. Hatte er gerade zu viel gesagt? Zum Glück hatte er nicht Arias Namen erwähnt.

„Wie kommst du denn darauf? Ich habe nur geschlussfolgert, was du eben erzählt hast.“

Etwas skeptisch schaute Vivi die Feuerfaust an. Es tat ihm schon leid, sie anlügen zu müssen, aber wenn Aria gewollt hätte, wüsste Vivi bereits von ihrer Existenz. Er wollte nicht verantwortlich dafür sein, wenn sie es erfuhr und er wüsste, dass er Aria damit in Schwierigkeiten gebracht hätte. Es war Arias Aufgabe, Vivi die Wahrheit zu sagen, nicht seine. Sein schlechtes Gewissen allerdings war kurz davor den Kampf gegen sein Innerstes zu gewinnen. Schon wieder ein Gedankenfetzen an sie. Verdammt nochmal?!

„Ist bei dir alles in Ordnung oder bekommst du Fieber, weil dein Gesicht auf einmal so rot anläuft“, etwas besorgt kniete sich Vivi vor Ace und legte ihre Hand auf seine Stirn.

Dieser erschrak daraufhin und fiel rückwärts um.

„Ja sicher, es ist alles in Ordnung. Mach dir keine Sorgen“, stammelte Ace und zog sich wieder seinen Hut ins Gesicht. Verdammte Scheiße warum musste es ihm immer vor anderen Leuten passieren?! Wann hörte dies endlich auf.

„Es muss dir nicht peinlich sein, naja ich gehe mal zu Bett, gute Nacht. Man sieht sich morgen früh“, die Türkishaarige erhob sich und begab sich dabei Hände winkend verabschiedend unter Deck.

„Ja gute Nacht“, stammelte Ace und ließ sich einfach fallen. Da hatte er noch einmal Glück gehabt. Wenn sie noch mehr weitergefragt hätte, wäre die Sache anders ausgegangen. Da lag er nun an Deck, neben ihm sein Bruder schnarchend am Mast. Schon komisch wieder hier zu sein. Was seine Nakamas in diesem Moment machten? Suchten sie ihn bereits? Oder respektierten sie seinen Wunsch, alleine aufzubrechen? Schon wieder diese ganzen Fragen in seinem Kopf. Inzwischen hätte sein Schädel bei der Menge explodieren müssen.

Irgendwann aber fielen ihm die Augen zu und die Augenlider wurden immer schwerer. Schließlich war auch er eingeschlafen.
 

Ein lautes Schreien war zu hören. Dabei handelte es sich nicht nur um eine Person, sondern um mehrere, eine ganze Menschenmenge. Vor lauter Schreck saß Ace auf einmal senkrecht da, sein Herz klopfte ihm bis zum Hals. Er sah in die Richtung wo das Schreien herkam. Was zur Hölle ging hier vor sich?!

„Ace schnell, da vorne auf dem Marktplatz passiert gerade irgendwas aufregendes“, lachend lief Ruffy an ihm vorbei, rammte die Feuerfaust, sodass dieser sein Gleichgewicht verlor und hinfiel.

„Wie? Was?“

Der kleine Elch war dem Strohhut dicht auf den Fersen.

„Ruffy warte, wenn die Marine uns erwischt, haben wir ganz andere Probleme!!“

Sanji und Zorro rannten ebenfalls hinter Ruffy her.

„Ich sag´s doch unser bekloppter Kapitän sorgt nur für Ärger!“

„Ruffy warte, du Hohlschädel, das ist zu gefährlich!!“

Ace saß einfach nur da und versuchte erst einmal richtig wach zu werden. Auf diese Art geweckt zu werden, war nicht gerade angenehm. Er musste zugeben, er war in dieser Sache ein richtiger Morgenmuffel.

„Was ist denn jetzt wieder los?“, gähnend rieb er sich seine Augen und streckte sich erst mal. Die Nacht auf hartem Boden war schon eine Zumutung für seinen Rücken. Hätte er doch nur die Hängematte bei den Orangenbäumen genommen.

„Keine Ahnung, aber mich würde das auch interessieren! Am Besten wir folgen ihnen“, Nami kam auf Ace zu und half ihm hoch. Er nickte zustimmend zu und die Beiden und Vivi begaben sich nun ebenfalls auf den Weg Richtung Marktplatz.

Am Marktplatz angekommen, erschauderten sie alle.

„Was zum?“

Die Menschenmenge hatte einen Kreis gebildet. Die Münder blieben allesamt vor Schreck offen stehen. Ruffy hatte sich durch die Menge gedrängt und stand nun auf einmal vor einem Ungetüm. Es war wohl fünfmal so groß wie er selbst. Giftgrüne Augen starrten den Strohhut an. Ace sah nicht viel und versuchte sich ebenfalls durch die Menge zu schlagen. Als er sich schließlich durchgekämpft hatte, blieb erneut sein Herz stehen.

Das war doch nicht etwa? Nein, es muss ein Traum sein? Angewurzelt blieb er einfach da stehen.

„Wow bist du aber groß, ich könnte dich gerade zum Frühstück verspeisen“, freudig rieb sich Ruffy seine Hände und zauberte auf einmal ein Lätzchen hervor, dass er sich um den Hals band.

„Frühstückszeit, Jackpot Freunde“.

„Ruffy du Idiot, dass kannst du doch nicht ernst meinen!?“, schrie Sanji, der nun neben Ace zum Stehen kam. Eine Zornader bildete sich auf seiner Schläfe, die Zigarette fiel ihm dabei aus dem Mundwinkel und landete auf dem Boden.

„Ruffy du Vollidiot, weißt du überhaupt was das für ein Wesen ist?!“, polterte Zorro, der direkt gegenüber von Ace und Sanji stand und zwei Marinesoldaten im Schwitzkasten hatte. Also war die Marine auch schon auf den Tumult aufmerksam geworden, eine tolle Bescherung.

„Nö, aber kann man es essen?“, fragend sah der Strohhut seinen Schiffskoch mit unschuldigen Augen an. Dass die Soldaten anwesend waren, schien den Strohhut nicht zu stören. Immer mehr kochte die Wut in dem Blondhaarigen auf. War er so schwer von Begriff oder tat er nur so?!

„Das ist nicht dein Ernst, verarsch mich nicht! Das ist ein Drache!! Nein verdammt und wenn du so weitermachst, frisst er eher dich gleich auf!!!“

In diesem Moment richtete sich das Ungetüm auf, brüllte den Strohhut an, und baute sich bedrohlich vor dem Strohhut auf. Das Gebrüll ließ den Boden erzittern und der Mundgeruch war einfach nur scheußlich.

„Meine Güte mach mal was gegen deinen Mundgeruch, das hält man ja im Kopf nicht aus!“, motzte Ruffy und holte nun zum Schlag aus. Allerdings verlor er sein Gleichgewicht, als er versehentlich falsch auftrat und knickte um. Nun kniete er vor dem Drachen, der nochmals losbrüllte und diesmal seine Klauen wetzte. Die langen Krallen waren gefährlich und könnten Ruffy in sekundenschnell in Stücke reisen.

„Remus nein tu das nicht!!!“, schrie Ace und stellte sich schützend vor seinen Bruder.

Der Drache hielt inne und starrte die Feuerfaust vor sich an. Aus irgendeinem Grund kam ihm der Schwarzhaarige bekannt vor. Er ließ seine Klauen sinken und sah Ace bedrohlich an. Ein lautes Brüllen signalisierte dem Schwarzhaarigen, das der Drache ihn sehr wohl noch erkannte.

„Ja, auch schön dich wiederzusehen“, entgegnete der Schwarzhaarige und bemerkte die Blicke um sie herum. Ruffy war immer noch erstarrt und rührte sich keinen Millimeter.

Sanji, Zorro und den anderen Anwesenden lieb der Mund vor Schreck offen stehen.

//Wie könnte ich dich vergessen, du Plagegeist..//

Ace erschauderte. Er hörte Stimmen in seinem Kopf, aber wo kamen sie her. War er nun verrückt geworden? Er schaute sich um. Jedoch hatte keiner mit ihm gesprochen.

//Ich stehe vor dir..//

Die Feuerfaust schaute verdutzt Remus an. Was der Drache hat mit ihm gesprochen??

//Was du kannst sprechen?? Seit wann das denn??//

Remus verrollte die Augen und wandte sich von der Feuerfaust ab.

//Ich wüsste nicht, was es dich angeht//

Daraufhin hob der Drache ab und landete auf dem nächst gelegenen Dach. Seinen Schwanz hatte er um den Schornstein gelegt, dabei schaute er Ace bedrohlich an. Er war inzwischen riesig. In dem einen Jahr hatte er einen guten Schub gemacht. Ace Herz klopfte derweil bis zum Hals. Wenn Remus hier war, dann war auch Aria nicht weit weg. Remus erhob sich daraufhin und verschwand augenblicklich. So viel Aufmerksamkeit wollte er gar nicht erregen. Es war besser, wenn seine Herrin den Rest alleine in die Hand nahm.

„WAAHHHHH!!!!!“

Auf einmal ein lauter Schrei. Ehe Ace reagieren konnte, flog ein Marinesoldat an ihm vorbei, der hinter ihm in die Mauer krachte. Verdutzt schaute die Menschenmenge, die Strohhutbande und Ace in die Richtung wo der Marinesoldat hinflog. Alle Viere von sich gestreckt, lag dieser da.

„Ich denke, der ist erst mal eine Weile außer Gefecht gesetzt“, rief Zorro und verpasste den beiden weiteren Marinesoldaten derweil eine Kopfnuss, sodass beide ohnmächtig wurden und begab sich zu Ruffy und Ace. Die Feuerfaust interessierte es eher, wer hierfür verantwortlich war.

„Nein, lass mich in Ruhe, bitte. Wir tun es auch nie wieder.“

Hellhörig schaute Ace in die Richtung wo die Stimme herkam und sah einen weiteren Marinesoldaten, der sich rückwärts von einer vermummten Gestalt wegbewegte. Diese richtete ein Schwert auf ihn. Ace erkannte dieses Schwert. Auf einmal machte sein Herz wieder einen Hüpfer. Konnte das sein?

„Ich gebe dir einen guten Tipp. Frauen sind kein Freiwild. Ich denke dein Freund hier hat es verstanden. Also bin ich ausnahmsweise mal gnädig und lasse dich gehen. Geh und hilf deinem Freund.“, entgegnete die Gestalt und steckte ihr Schwert weg. Der Marinesoldat rannte weg und ließ seinen Kameraden alleine zurück. Tolle Kameradschaft. Als sie in die Richtung des erschlagenen Marinesoldaten sah, bemerkte sie die Anwesenheit von einer bestimmten Person. Augenblick blieb auch ihr Herz stehen.

„Ace?“, die Gestalt zog ihre Kapuze runter und schaute die Feuerfaust entsetzt an. Es war tatsächlich Aria, die nun wenige Meter vor ihm stand. Ausgerechnet hier würden sie sich wiederbegegnen?

„Aria? Bist du das?“, der Schwarzhaarige kam nun ebenfalls auf sie zu. Ruffy und die Anderen verstanden nur Bahnhof. Achselzuckend sah Ruffy rüber zu Zorro, der daraufhin nur den Kopf schüttelte.

„Ja ich bin es“, Aria rannte auf Ace zu und warf sich ihm um den Hals. Dieser stand erst geschockt da und konnte sich nicht rühren. Sie hatten sich gerade erst wiedergesehen und schon fand ein so enger Körperkontakt statt. Sie hatte sich kein bisschen verändert. Ihre Haare sind etwas länger geworden, aber hatten nichts von ihrem Goldglanz verloren. Sie wirkte befreit, endlich frei. Ihr ging es definitiv besser, seit sie nicht mehr bei Greybeard war. Der anfängliche Schock ließ schnell nach und er umarmte sie ebenfalls. Es fühlte sich so gut an. Sie roch noch genauso wie vor einem Jahr.

„Gott sei Dank, dir geht es gut“, hauchte er ihr ins Ohr und sah sie daraufhin an. Ihre Gesichter waren nicht weit voneinander entfernt, jedoch ließen Beide voneinander ab, als ihnen der eine Gedanke in den Kopf kam. Nicht hier und nicht in der Öffentlichkeit. Ihre Herzen schlugen beiden jedoch wieder bis zum Hals.

„Ace, wer ist das denn? Willst du uns die Dame nicht einmal vorstellen?“, lachend kam Ruffy auf sie zu. Die Menschenmenge hatte sich inzwischen gelegt.

„Stimmt, eine solche Schönheit muss doch begrüßt werden“, tänzelnd kam Sanji auf sie zu.

„Lass es doch mal!!“, mit einem heftigen Schlag setzte Nami den Koch außer Gefecht.

Chopper, Lysop und Zorro kamen nun ebenfalls auf sie zu.

„Leute, darf ich euch vorstellen, das ist Ar.“, weiter kam Ace nicht.

„Aria, bist du es?“

Die Strohhutbande drehte sich daraufhin fragend um und sahen Vivi hinter sich, die wenige Meter hinter ihnen stand. Ihr Blick war Richtung Boden gerichtet. Ace fiel augenblicklich der gestrige Abend ein und sah Aria seitlich an. Die Blondine stand geschockt da und ging zu Vivi, die sie immer noch keines Blickes würdigte. Es herrschte Stille zwischen den Beiden. Aria stand nun direkt vor Vivi und nahm sie einfach ohne ein Wort zu sagen in den Arm. Die Augen Vivis weiteten sich. Warum tat sie das? Dann einfach noch so?

„Es tut mir leid, dass ich all die Jahre nichts hab von mir hören lassen. Ich musste erst einmal einiges ins Reine bringen. Verzeih mir bitte.“, flüsterte Aria und drückte die Türkishaarige noch näher an sich. Tränen quollen in Vivis Augen hervor und daraufhin fing sie bitterlich an zu weinen. Die stabile Mauer fiel in diesem Augenblick in sich zusammen.

„Ich dachte du seist tot“, schluchzend vergrub Vivi ihr Gesicht in Arias Mantel.

„Shht ist gut, nun bin ich ja da“, entgegnete Aria und streichelte Vivi gefühlvoll über den Kopf.

Sie wusste, dass sie einigen Personen von früher viel Leid durch ihren angeblichen Tod bereitet hatte. Auch Vivi war eine von ihnen. Ace gesellte sich derweil zu Ruffy und den Anderen, die nun einfach dastanden und die beiden Freundinnen beobachteten.

„Also das ist die besagte Freundin“, sprach Nami und zwinkerte Ace zu, der daraufhin wieder leicht errötete.

„Keine Sorge, ich verrate nichts, Ace.“ Der Navigatorin war der kurze romantische Moment zwischen der Feuerfaust und Aria nicht entgangen. Sie hatte was dies anbelang ein Händchen hierfür. Ace hingegen war einfach nur froh, dass die Blondhaarige wohlauf war und es ihr gut ging. Sie in diesem Moment wieder vor sich zu sehen, ließ ihn für einen Moment die Rachegedanken um Teach vergessen. Er würde die Zeit mit seinem Bruder Ruffy, den Anderen und Aria genießen. Wer weiß wie lange der Moment andauern würde. Lächelnd sah er hoch zum Himmel. Diesmal musste er dem Herrn oben danken. Er hatte ihm einen seiner sehnlichsten Wünsche erfüllt.

Freundinnen

Vivi weinte immer noch bitterlich. Ihre Tränen liefen ihr die Wangen wie ein Wasserfall hinunter. Sie konnte es immer noch nicht fassen, dass Aria lebte. Die Blondine hingegen hielt die Prinzessin immer noch fest. Mit so einem Gefühlsausbruch hatte Aria nicht gerechnet. Dass Vivi sehr unter ihrem Scheintod gelitten hatte, war ihr gerade in diesem Moment anzusehen. Es tat ihr leid sie so zu sehen.

„Ist ja gut, es ist alles gut“, versuchte sie die Prinzessin Alabastas zu beruhigen.

Die Türkishaarige nickte bloß, löste sich langsam von Aria und trocknete sich ihre Augen ab. Die Aufregung scheint sich nun etwas gelegt zu haben. Ihre Gefühle hatten sie einfach überrannt.

„Aber dafür musst du mir erzählen was du in all´ den Jahren so erlebt hast. Und du darfst keine Kleinigkeit auslassen“, total ernst aber dennoch herzlich und erleichtert sah Vivi ihr Gegenüber an. Aria hingegen blickte zu den Anderen rüber. Ace war gerade in einem Gespräch mit Ruffy verwickelt. Er hatte sich in diesem einen Jahr kein wenig verändert. Sein Klamottenstyle, falls man ihn überhaupt so nennen konnte, war immer noch der Selbe. Als Ace jedoch für einen Augenblick in ihre Richtung schaute, drehte sich Aria wieder schnell zu Vivi um. Sie durfte sich nicht von ihren Gefühlen unterkriegen lassen. Ihr Herz klopfte wieder bis zu Hals. Obwohl es schon ein Jahr her war, hatten sich ihre Gefühle kein wenig geändert. Jedoch durfte niemand erfahren, welche Bindung sie zu der Feuerfaust hatte. Zudem wegen dem Bürgerkrieg viele Marinesoldaten hier unterwegs waren, da war das Gefahrenrisiko erhöht, dass man die Beiden zusammen erwischte. Ace hingegen wunderte sich warum die Blondine sich so schnell von ihm abgewandt hat. Jedoch war er in diesem Moment viel zu glücklich um sich hierüber noch Gedanken und Sorgen zu machen. Aria ging es gut, sie war wohlauf, mehr zählte für ihn in diesem Moment nicht. Er hatte sich ihre Begegnung zwar etwas anders vorgestellt, aber man konnte es sich ja leider nicht aussuchen. Er wusste über die Gefahren um sie herum Bescheid. Er verstand auch ihre Geste, dass kein guter Moment für Zweisamkeit gegeben war. Daraufhin begaben sie sich alle gemeinsam zum Schiff, wo Sanji das Mittagessen vorbereitete. Er hatte sich dieses Mal wieder einiges für seine Gäste einfallen lassen. Eine bunte Vielfalt an Leckereien befand sich auf einem länglichen Tisch. Ruffy hätte sich am Liebsten direkt über das Buffet her gemacht, jedoch wurde er von Zorro und Sanji zurückgehalten.

„Och menno ich hab Hunger, lasst mich durch!“, quengelte der Strohhut und zappelte wild hin und hier, damit er sich irgendwie zwischen die Beiden quetschen könnte. Jedoch versperrten sie ihm gekonnt den Weg. Sie kannten ihren Kapitän lang genug.

„Ruffy, zuerst kommen die Gäste, dann wir und aufgrund dessen, das du keinem etwas übrig lässt, kommst DU ganz zum Schluss!“, wie angewurzelt stand der Koch vor ihm und wedelte mit seinem Kochlöffel gefährlich hin und her. Seine Augen funkelten ihn böse an. Ruffy musste gezwungenermaßen klein beigeben, auch wenn ihm dies ganz und gar nicht gefiel. Er wollte nicht, dass sein Bruder noch dachte, er wäre unter Irren gelandet. Er wusste wie Sanji ausrasten konnte, wenn es ihm zu bunt wurde. Dieses Risiko wollte er dann doch nicht eingehen. Zudem er sich ebenfalls wunderte, dass Sanji und Zorro mal zusammen etwas machten, auch wenn es nur Ruffy vom Essen abhalten war. Das Hin und Her zwischen den zwei Chaoten musste man nicht verstehen. Die Anderen genossen in der Zwischenzeit ihre Mahlzeit. Das Szenario, das sich ihnen bot, war sehr unterhaltsam.
 

Aria hingegen stand an der Rehling und schaute aufs Meer hinaus. Der Wind wehte durch ihr Haar und ließ ihre einzelnen Haarsträhnen schweben. Ihre Haare glänzten in der Mittagssonne in goldblond. Sie waren wieder um ein ganzes Stück länger geworden, sie reichten ihr inzwischen bis zur Hüfte. Ace stand am Mast und beobachtete sie eine ganze Weile. Es war lange her, dass er sie so noch einmal von nahem betrachten konnte. Wieder flammten die alten Gefühle in ihm auf. Sie war immer noch so schön wie am ersten Tag. Er wusste nicht, ob er einfach so auf sie zugehen sollte. Wie sie wohl reagieren würde? Gerade als er auf sie zugehen wollte, gesellte sich Vivi zu Aria und reichte ihr ein belegtes Brötchen, das die Blondine dankend entgegennahm. Ace lächelte kurz und entfernte sich von den Beiden. Sie hatten bestimmt einiges zu bereden, es war unhöflich einfach da zustehen und zu lauschen.

„Sicher, dass mit dir alles in Ordnung ist?“, Vivi schaute die Blondine fragend an, die ihren Blicken auswich. Die Schuldgefühle Vivi gegenüber waren für Aria kaum zu ertragen. Jedoch wollte sie diese gerade ihr gegenüber nicht zeigen. Zudem war sie von ihren Gefühlen hin und her gerissen. Sie hätte nicht gedacht Ace so schnell nochmal wiederzusehen. Die Begegnung mit ihm hat einiges in ihr wieder aufgewühlt.

„Nein, es ist alles in Ordnung, Ich bin nur müde von der langen Reise.“, entgegnete Aria und biss in das Brötchen.

„Ich hab gehört, du warst Vizekommandantin, stimmt das?“

Aria hielt einen Moment inne. Allein der Gedanke daran stimmte sie wieder traurig, sie war froh die ganze Sache vergessen zu haben. Gerade an diese Zeit wollte sie nie mehr erinnert werden. Vorallem woher wusste sie davon? Anscheinend musste sie das eine oder andere bei Ace Gespräch mitbekommen haben. Ruffy hat ihn nach ihrer Begegnung komplett ausgefragt und da fiel der Satz, dass sie bei ihrer ersten Begegnung selbst Kommandantin gewesen war. Mehr hatte er, zu ihrer Erleichterung, nicht erzählt. Es ging auch niemanden was an. Es war schwer genug für sie mit ihrer Vergangenheit fertig zu werden.

„Hab ich etwas Falsches gesagt?“

Aria schüttelte daraufhin den Kopf. Woher sollte Vivi auch wissen, was vorgefallen war.

„Nein, hast du nicht. Aber ich bin froh dort weg zu sein. Die Zeiten waren hart. Sei mir bitte nicht böse, aber ich will nicht so gern drüber reden.“

Vivi klopfte mit ihrer Hand auf Arias Schulter und lächelte sie an.

„Das ist kein Problem, ich verstehe das. Wenn du nicht drüber reden willst, es wird schon einen guten Grund hierfür geben. Ich dränge dich nicht. Wenn du drüber reden willst, sag einfach Bescheid.“

„Danke“, schmunzelnd sah Aria Vivi an und schaute dann wieder Richtung Horizont.

„Aber eins wundert mich…“, begann die Türkishaarige auf einmal und sah Aria von unten nach oben prüfend an. Diese bemerkte Vivis Blicke und schaute sie misstrauisch an.

„Und das wäre?“

„Ach komm schon!“

Fragend schaute Aria die Türkishaarige an, die sie immer noch musterte.

„Was denn Vivi, ich verstehe gerade nicht auf was du hinaus willst.“

„Wie kommt es, dass du alleine unterwegs bist. Jetzt sei mal ehrlich, die Männer müssten bei dir doch Schlange stehen. Hast du dich mal im Spiegel angeschaut? Nach dir müsste doch jeder Mann verrückt sein. Du warst damals schon eine Augenweide aber jetzt. Gar kein Vergleich zu damals. Ich verwette auf meinen teuren Schmuck, dass du inzwischen sogar anziehend für Frauen bist“, Vivi drehte Aria zu sich und schaute ihr tief in die Augen.

Aria lief in diesem Moment knallrot an. Sonst war sie immer gelassen, aber gerade auf dieses Thema anspielend wurde sie immer so nervös. Ob es an Ace lag? Es stimmte schon dass sich einige Männer nach ihr umdrehten, wenn sie mal ohne Bedeckung über ihrem Kopf unterwegs war. Und das war wirklich selten. Die meiste Zeit trug sie eine Kapuze. Sie wollte so wenig Aufsehen wie möglich erregen. Allein auf so einen Gedanken zu kommen. Vivi bemerkte ihre Reaktion und setzte noch eins drauf.

„Oder kann es sein, dass es schon jemanden gibt?“

Jetzt war alles vorbei. Aria schaute Richtung Boden. Gerade Vivi konnte man nichts vormachen, sie würde jede Lüge sofort bemerken. Ihre Wangen erröteten augenblicklich.

„Wusst ich´s doch!“, grinsend sah Vivi die Blondine an und gab ihr einen Klaps auf den Rücken, sodass diese sich an ihrem Brötchen verschluckte. Hustend hing Aria über der Rehling. Vivi hatte echt einen harten Schlag drauf, wenn sie wollte.

„Ach komm hat es dir die Sprache verschlagen?“

Aria fing sich wieder und sah ihre Freundin böse an. Diese fing an zu lachen und umarmte die Blondhaarige.

„Es freut mich für dich, ich wünschte ich hätte jemanden an meiner Seite.“

Moment, dachte Vivi etwa? Aria schüttelte den Kopf.

„Nein, das verstehst du falsch. Ich gebe ja zu, es gibt da jemanden, aber wir sind nicht zusammen.“, verlegen kratzte sich Aria am Kopf und schaute unsicher zu Boden.

Vivi stand regungslos da und fasst Aria an den Schultern an.

„Worauf wartest du dann noch? Weiß er über deine Gefühle Bescheid? Hat er die selben Gefühle auch für dich?“

„Du stellst ziemlich viele Fragen..“

„Aria, ich bitte dich, ich bin deine Freundin. Wenn du schon so reagierst, dann scheint da etwas zu sein. Raus mit der Sprache, wer ist es?“

Etwas verlegen schaute Aria Richtung Küche, wo Sanji sich gerade mit Ace unterhielt, der ihm gerade angeboten hatte in der Küche auszuhelfen. Der Blondhaarige zündete sich gerade eine Zigarette an, nickte freudig zustimmend zu und reichte ihm einen Besen mit Putzwasser. Er schien sich sehr über seine Hilfe zu freuen.

„Er??“, erstaunt sah Vivi wieder zu der Blondine, deren Wangen erröteten.

„Seit wann??“

Aria atmete tief ein und aus. Sollte sie sich der Türkishaarigen wirklich anvertrauen?

„Du musst nur so viel wissen, es geschah vor über einem Jahr als wir uns das erste Mal trafen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch Vizekommandantin, er war der Grund warum ich meinen alten Kapitän verließ“.

„Also das würde erklären, warum er dich heute Mittag so angesehen hat. Ich hätte es mir auch denken können. Er schaut auch schon eine ganze Weile in unsere Richtung seid wir hier stehen. Aber warum seid ihr nicht zusammen? Es sieht doch jeder blinder, dass ihr aufeinander abfährt.“

Aria senkte traurig ihren Kopf.

„Das ist es ja. Wir beide werden gesucht und sind demnach in Gefahr. Wir sind beide jeweils die Schwäche des Anderen. Sobald die Marine oder gar die Weltregierung davon erfährt, ist keiner von uns mehr sicher. Sie sind immer noch in dem Glauben, ich sei tot, Vivi.“

Die Türkishaarige hörte aufmerksam zu und ihr stockte der Atem.

„Also waren sie es damals, die…“

„Ja, ich war anwesend. Ich habe alles mitangesehen, wie sie meine Eltern töteten, meinen Bruder… einfach alle..“,Aria ließ ihren Kopf auf ihre verschränke Arme sinken, die über der Rehling hingen.

„Du weißt gar nicht wie gefährlich wir leben. Ace wird genauso gesucht wie ich. Was denkst du was passiert, wenn sie von uns erfahren? Das Schlimme ist nur, dass ich die Gefühle nicht abstellen kann. Seit über einem Jahr, konnte ich mich nicht lösen, es ist zum verrückt werden.“

Vivi stand einfach nur da und hörte Aria zu. Sie hätte das Thema niemals ansprechen sollen. Nur auf der anderen Seite konnte die Blondhaarige nun all ihren Schmerz loswerden. Es war wichtig über seine Probleme zu sprechen. Die Türkishaarige konnte aber allerdings keine guten Ratschläge geben. Sie war noch nie in einer solchen Situation und würde es auch nie sein.

„Aber auf der anderen Seite, was wäre falsch daran. Nur weil ihr gesucht werdet, ist es euch verwehrt einander zu lieben? Mal ganz ehrlich Gol D. Roger hatte damals auch eine Geliebte und lebte sein Leben. Egal was später auch mit ihm passiert ist, aber er hat nie bereut seine Liebe einer anderen Person gegeben zu haben. Es ist ein tolles Geschenk Aria, nimm es doch an. Du wirst es sonst bereuen, wenn du diese Chance verpasst“, Vivi sah Aria mit einer ernsten Miene an. Diese seufzte nur und sah wieder hinaus Richtung Horizont. Die Nacht vor ihrem Aufbruch hatte ihre Gefühlswelt noch mehr ins Chaos gestürzt. In jener Nacht wo sie sich liebten. Aria umfuhr ihren Hals, wo er sie damals liebkostete. Schon wieder war dieses Gefühl da. Es kam immer dann, wenn sie daran dachte. Es war kaum zu ertragen. Vivi bemerkte, dass mit Aria etwas nicht stimmte. Aber am besten war es die Blondine erst einmal alleine zu lassen. Das Gespräch der Beiden scheint wieder alte Erinnerungen in Aria geweckt zu haben.

„Ich lasse dich dann mal in Ruhe. Wenn du reden willst, ich bin für dich da. Wie in alten Zeiten“, sprach Vivi und legte ihre Hand auf Aria Schulter.

„Danke dir, gute Nacht Vivi“, entgegnete Aria und umarmte ihre Freundin, die sich daraufhin ebenfalls mit einem „gute Nacht“ verabschiedete und das Deck verließ. Inzwischen hatte auch Remus den Weg zu der Flying Lamb gefunden und landete nun direkt neben seiner Herrin.

//Herrin, ich habe alles ausgekundschaftet, wir sind momentan sicher vor der Marine. Etwas anderes Richtung Süden scheint ihre Aufmerksamkeit erregt zu haben. Ich werde die Nacht in der Nähe bleiben, wenn Ihr mich braucht, ruft mich einfach//

Aria sah ihren Begleiter an und nickte zustimmend zu. Daraufhin erhob sich der Drache wieder in die Lüfte und verschwand in der Dunkelheit. Erst jetzt realisierte Aria das es schon Nacht war. Der Vollmond war schon aufgegangen. Der Himmel war sternenklar. Die Blondine sah eine Zeit lang Richtung Himmel. Sie vergaß in diesem Moment alles um sich herum.

„Die Nacht ist wunderschön nicht wahr? Genieße sie so lange du noch kannst!“

Aria stockte augenblicklich der Atem. Ruckartig drehte sie sich um. Allerdings war da niemand. Sie erkannte diese Stimme, ihr lief es eiskalt den Rücken hinunter. Wie konnte er so nah an sie rankommen? Sie zog ihr Schwert hervor und hielt es in die Dunkelheit.

„Wo bist du zeig dich, ich weiß, dass du da bist!“

„Na, na spricht man so etwa mit einem alten Freund?“

Hinter dem Mast kam eine vermummte Gestalt hervor und nährte sich Aria, diese immer weiter zurückwich. Schließlich hing sie fast über der Rehling bis die Gestalt knapp einen Meter vor ihr zum Stehen kam. Sie zog ihre Kapuze runter. Es war Greybeard, der in diesem Augenblick vor ihr stand. Allerdings viel bedrohlicher als noch vor einem Jahr. Aria begann zu zittern und hatte Mühe ihr Schwert ruhig zu halten.

„Was willst du hier? Denkst du nicht, du hast schon genug Ärger verursacht?!“, polterte die Blondhaarige und funkelte ihren alten Herrn an.

„Eins muss man dir ja lassen, du bist noch hübscher geworden. Du erinnerst mich stark an deine Mutter“, grinsend stand der alte Mann vor ihr und zog ein Pergament hervor.

„Das du es wagst meine Mutter zu erwähnen, was soll dieses Theater?!“

Greybeard lachte bloß und warf das zusammengerollte Pergament zu Aria rüber, die es zögerlich auffing. Es war schon stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

„Was soll ich damit? Ist das wieder einer von deinen Tricks oder was?“

„Du suchst doch nach Antworten nicht wahr? Was mit deiner Familie passiert ist..“

Aria gefror das Blut in den Adern. Woher wusste er, dass sie schon ein Jahr auf der Suche nach Antworten war?

„Dieses Stück Papier ist in die Hände der Weltregierung gelangt und dieses Pergament ist auch der Grund für euren Untergang gewesen“, antwortete Greybeard. Er gesellte sich zu Aria und lehnte sich neben sie an die Rehling. Aria betrachtete misstrauisch das Stück Pergament in ihrer Hand. Soll das wirklich der Schlüssel zu allem sein? Warum half er ihr?

„Warum sollte ich dir glauben? Nach allem was du mir und vorallem Riko angetan hast, denkst du wirklich, ich schenke nur einem Wort von dir Gehör?!“

„Wenn du mir nicht glauben willst, schau auf das Siegel.“

Aria sah auf das Wappenzeichen, dass schon stark beschädigt war. Es zeigte das Wappen der Targuyas. In diesem Moment blieb die Zeit für Aria stehen. Sie erkannte es wieder. Es war eindeutig das Zeichen der Königsfamilie. Zudem war noch ein anders Siegel vorhanden, das sie ebenfalls erkannte. Es war das Zeichen und Flottenwappen von Gol D. Roger. Was hatte der Piratenkönig damit zu tun? Jetzt verstand sie gar nichts mehr. Sollte sie auf die Worte eines Mörders hören?

„Es wird Zeit, dass die Wahrheit ans Licht kommt!“

Gefühlschaos I

Aria stand immer noch am Rande der Rehling. Sie starrte misstrauisch das zusammengerollte Pergament in ihrer Hand an. Dieses Dokument soll alles erklären. Wieso ihre Familie starb, wieso ausgerechnet ihr Königreich dem Ende geweiht war. Eddard, der immer noch vor ihr stand, grinste sie hämisch an. Er bemerkte ihre innerliche Unruhe. Sobald man sie aus der Fassung brachte, reagierte sie immer noch genauso wie früher.

„Komm schon oder traust du dich nicht? Ist deine Neugier nicht stärker als dein Misstrauen gegen deinen alten Kapitän?“

Arias Herz schlug schneller, sie wusste nicht, ob sie den Worten eines Mörders trauen sollte.

Schließlich ist er Schuld, dass Riko einen qualvollen Tod starb. In diesem Moment fuhr ihr dieses grausame Szenario wieder durch ihre Gedanken. Gänsehaut und ein kalter Schauer lief ihr den Rücken hinunter. Es war schon über ein Jahr her, aber für sie fühlte es sich an als ob es gestern gewesen wäre. Auf der anderen Seite wollte sie es wissen. Sie wollte nicht mehr nach einer Antwort suchen. Irgendwann muss sie mit ihrer Vergangenheit abschließen. Aber war dies der richtige Weg? War sie schon bereit soweit zugehen um ausgerechnet ihm zu vertrauen? Eddard kam bedrohlich auf sie zu und hielt sie an den Schultern fest und drückte sie immer näher an die Rehling.

„Was ist nun? Hast du eine Entscheidung getroffen???“

„Was soll das? Lass mich los!“, schrie die Blondhaarige und warf das Pergament Richtung Meer. Eddard erstarrte augenblicklich und sah wie das Pergament im Meer versank. Zorn prodelte in ihm auf. Was hat sie nur getan?

„Wie kannst du es wagen, jetzt wirst du es niemals erfahren. Wie blöd kann man eigentlich sein sich so eine Gelegenheit entgehen zu lassen? Jetzt helfe ich dir auch noch und dann machst du so etwas?!“

Aria schaute ihren alten Kapitän mit funkelnden Augen an. Sie wollte auf keinen Fall sich von ihm helfen lassen. Lieber suchte sie alleine weiter und findet von selbst eine Antwort, aber nicht mit seiner Hilfe. Ihr Stolz war größer. Eddard kochte vor Wut. Schon wieder stellte sie sich absichtlich gegen ihn. In diesem Moment als er zu einem Schlag ausholen wollte, wurde seine Hand von hinten festgehalten.

„Fass sie einmal an und du bekommst es mit mir zu tun!!“

Eddard senkte seinen Kopf und grinste.

„Ach, wen haben wir denn da?“

Er befreite seine Hand und drehte sich um.

„Ach Ace schön dich wiederzusehen…“, brummte er und reichte zum Gruß seine Hand. Die Feuerfaust sah diese an und schlug diese weg.

„Auf deine Begrüßung kann ich echt verzichten, was willst du hier?“

Der alte Mann lachte hämisch und schaute zu Aria, die immer noch an der Rehling stand.

„Ach, ich habe deiner Geliebten Hilfe angeboten, die sie aber leider abgelehnt hat. Sie hätte beinahe die Wahrheit über den Untergang ihrer Familie erfahren. Aber wenn man meint, das einzige Beweisstück im Meer zu versenken, kann ich auch nicht mehr weiterhelfen.“

Ace starrte Aria fragend an, die daraufhin ihren Kopf wegdrehte.

„Aria was ist hier los?“

Eddard ging lachend an ihm vorbei und fasste dabei Ace an die Schulter.

„Pass ja gut auf die Kleine auf und genießt eure gemeinsame Zeit, wer weiß wie lange sie noch anhalten wird“.

Ace wollte ihm gerade antworten, doch schon war er verschwunden. So schnell wie er erschienen war, war er auch weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Aria fiel in diesem Moment ein riesen Stein vom Herzen. Zum Glück war er nun weg. Erschöpft gaben ihre Beine nach. Gerade noch rechtzeitig schaffte es Ace sie aufzufangen. Nun lag sie in deinen Armen. Es war in diesem Moment eine komische Situation, sowohl für sie als auch für ihn.

„Aria?“, Ace zog Aria näher an sich heran, sodass ihr Kopf auf seiner Brust lag. Sie konnte seinen Herzschlag hören, so ruhig, so regelmäßig, keine Panik, keine Unruhe. Sie nahm seinen Geruch wahr und erinnerte sie wieder an jene Nacht vor einem Jahr. Immer wieder kam diese Erinnerung hoch, wenn sie in seiner Nähe war. Nun war sie ihm so nah wie damals. Die Blondhaarige sah auf und schaute Ace direkt in die Augen. Eine Zeit lang schauten sie sich einfach in die Augen. Vergasen alles um sich herum. Ihre Gesichter kamen sich näher. Ihre Lippen waren nur noch wenige Millimeter voneinander entfernt. Eigentlich hatte Ace sich diesen Moment so sehr herbei gesehnt, einfach ihr noch einmal so nahe zu sein.

„SANJI!!!“

Ace und Aria erstarrten augenblicklich und sahen sich erschrocken um. Die Feuerfaust nahm eine Gestalt wahr, die auf dem Deck herumlief. Ziemlich schnell kam sie auf die Beiden zu. Ace rannte Richtung Orangenbäume und versteckte sich dort. Aria, die er immer noch in seinen Armen hielt, schaute ihn fragend an. Warum versteckte er sich?

„Dein Ernst jetzt?“

„Schttt“, Ace hielt Aria den Zeigefinger vor den Mund. In diesem Moment lief Zorro an den Orangenbäumen vorbei. Gefolgt von Nami, die ziemlich zornig hinter ihm herlief.

„Meine Güte Zorro was schreist du hier so rum? Hast du mal auf die Uhr geschaut??“

Den Grünhaarigen jedoch interessierten ihre Worte wenig.

„Hallo ich rede mit dir!!“, brüllte Nami.

„Nami geh einfach wieder in deine Kajüte! Ich könnte gerade ausrasten! Da lässt man seine Gewichtshandeln einen Moment aus den Augen und schon werden sie irgendwo hin geräumt, wo keiner sie mehr findet. Der dämliche Koch weiß doch, dass ich überwiegend nachts trainiere!!“

„Du kannst dich aber auch über Kleinigkeiten aufregen!“

Die Stimmen entfernten sich langsam und es wurde wieder still an Deck.

Ace schaute nach und vergewisserte sich, dass keiner mehr an Deck war. Daraufhin schaute er zu Aria, die ihn immer noch fragend ansah. Er setzte sie wieder ab, hielt sie aber an den Schultern fest.

„Was war eben los, Aria? Was wollte Greybeard von dir?“

Die Blondhaarige senkte den Blick. Warum musste er wieder mit diesem Thema anfangen?

„Nichts..“

„Nach nichts sah es aber nicht aus. Aria, warum versuchst du immer noch alles mit dir selbst auszumachen? Ich bin für dich da und das weißt du auch. Wie soll ich dir helfen, wenn du etwas vor mir verheimlichst?“

Aria senkte immer noch ihren Blick. Sie konnte ihm nicht in die Augen sehen. Sobald sie es tat, wie eben, würde sie wieder schwach werden. Sie fühlte sich einfach hin und her gerissen. Ihre Gefühle wurden immer stärker ohne dass sie sich dagegen wehren konnte. In diesem Moment wird ihr das mehr und mehr bewusst. Er war der Einzige, der über ihre Vergangenheit Bescheid wusste neben Whitebeard und Eddard. Und das auch nur, weil sie sich ihm damals anvertraut hat. Es hat einfach so gut getan, einfach jemanden zum Anlehnen zu haben, jemand der einen akzeptiert so wie man ist.

„Er wollte mir wegen meiner Familie helfen, aber ich habe seine Hilfe abgelehnt.“

In diesem Moment umarmte Ace sie herzlich und drückte sie näher an sich. Wieder waren sich ihre Körper so nahe. Warum tat er das nur? Wusste er denn nicht, dass er sich und Aria damit keinen Gefallen tat?

„Ich hatte deinen Schrei gehört, ich dachte schon, es wäre etwas passiert“, hauchte er in ihr Ohr. Arias Herz machte in diesem Moment einen Hüpfer. Schon wieder kam dieses Gefühl, ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Wieder fühlte sie sich zu ihm hingezogen. Was sollte sie nur dagegen tun? Sich ihrer Liebe hingeben? Sollte sie Vivis Ratschlag annehmen?

Ace bemerkte ihre innerliche Unruhe. Er war genauso durcheinander wie sie auch. Wie sollte er sich gegenüber von ihr verhalten?

„Als ich dich heute gesehen habe…“, begann der Schwarzhaarige und schaute Aria dabei nicht an „… dachte ich es sei ein Traum. Ich hätte nicht damit gerechnet dich so schnell wiederzusehen, vor allem nach allem, was…“

Weiter kam Ace nicht, Aria legte ihren Zeigefinger auf seinen Mund. Traurig schaute sie ihn an. Sie wusste auf was Ace hinaus wollte.

„Es tut mir so leid…“, flüsterte sie und Tränen bildeten sich in ihren Augen.

Ace sah sie fragend an. Warum entschuldigte sie sich bei ihm? Vor allem warum weinte sie?

„Ich habe dich nachts in meinen Träumen gesehen“, wimmerte sie.

„Ich habe gesehen, wie du vor ihm standst und zusammengebrochen bist, das viele Blut.“

Ace erstarrte. Woher wusste sie davon? Sie beschrieb genau die Situation als er damals vor Thatchs Leiche weinend zusammengebrochen ist.

„Aria woher weißt du davon?“

„Ich hatte die letzte Zeit immer den ein und selben Traum, der mich aus meinem Schlaf riss. Frag mich nicht, wie das möglich ist, aber Tatsache ist, dass ich es gesehen habe. Es hat sich so angefühlt als ob ich neben dir gestanden hätte. Es war alles so real.“

Zitternd stand sie vor ihm, den Blick gegen Boden gerichtet.

„Ich habe Teach vor einigen Monaten gesehen. Er ist inzwischen schlimmer als früher, ich habe die Mordlust gespürt, die von ihm ausging. Dann diese Teufelskraft.“

Ace erstarrte und sah die Blondhaarige schockiert an.

„Was? Du hast das Schwein gesehen? Ist er dir näher gekommen? Hat er dich angefasst?“

Die Blondhaarige schüttelte den Kopf. Langsam bekam sie wieder einen klaren Gedanken.

„Nein, soweit kam es nicht. Er mag zwar inzwischen über eine Teufelskraft verfügen, aber gegen mich kommt er immer noch nicht an. Er hat eine erneute Niederlage gegen mich eingesteckt. Er hat zudem bestätigt, Thatch getötet zu haben. Daher wusste ich schließlich, dass mein Traum keine Einbildung war.“

Ace kochte innerlich vor Wut. Also posaunte er es auch noch rum. Tritt die Ehre der Whitebeardpiraten mit Füßen. Rammt Whitebeard ein Schwert so hinterhältig in den Rücken. Lernt dieser Mistkerl denn nie dazu?

Aria bemerkte die Wut, die von der Feuerfaust ausging. Zu Recht wie sie fand, Teach hatte sich damals schon unmöglich benommen. Er passte einfach nicht zu dieser Crew. Für ihn war Freundschaft ein Fremdwort und gerade dies wurde in der Crew groß geschrieben. Sie bewunderte ihren Patenonkel dafür so eine tolle Mannschaft hinter sich zu haben. Aber der Schein trügt, das wurde ihr durch die Begegnung mit Teach bewusst.

Sie fasste Ace an die Wange und schaute ihn einfach nur an. Eine Träne verlor sich aus ihrem Auge und landete auf dem Boden. Es tat so weh ihn so leiden zu sehen. Warum musste sie damals so schnell abreisen? Wäre sie doch nur länger geblieben? Sie spürte den Verlustschmerz, sie selbst hatte dieses Gefühl schon so oft erlebt.

„Es tut mir so leid…Ace.. ich..“

Weiter kam sie nicht. Die Feuerfaust hielt ihre Hand, die immer noch an seiner Wange lag.

Er genoss diese eine Berührung und schloss entspannt seine Augen.

„Entschuldige dich nicht für etwas, woran du keine Schuld trägst.“

Aria sah Ace immer noch traurig an. Dieser umarmte die Blondinne zärtlich und drückte sie näher an sich. Es tat so gut ihre Anwesenheit zu spüren. Sie war einfach da, mehr zählte für ihn nicht. Er wollte für einen Moment die Suche nach Teach vergessen. Arias Herz schlug ihr derweil bis zum Hals. Sie hielt es einfach nicht mehr aus. Wie konnte Ace nur so viel Platz in ihrem Herzen einnehmen? Sie so sehr um den Verstand bringen? War es so offensichtlich? Wie hätte Vivi sonst Verdacht schöpfen können? Sie kam sich vor wie ein kleines Kind, das gerade ein Geschenk bekommen hatte, ein Geschenk, das ihren sehnlichsten Wunsch erfüllte. Wie konnte es nur so weit kommen? Sie hatte sich immer geschworen niemals eine Person so nah an sich heranzulassen. Es hatte 16 Jahre einwandfrei funktioniert und dann kam Whitebeards Geburtstag. Wo sie ihm wieder gegenüberstand. Innerlich stand sie vor einem Spiegel, dessen gegenüber die Gestalt von Ace annahm. Sie berührte den Spiegel und ihr gegenüber berührte ihn ebenfalls. Ihre Hände lagen aufeinander. Plötzlich pochte etwas in ihrem Jacket.

„Aria was leuchtet da an deinem Hals?“

Schnell ließen die beiden Piraten voneinander ab. Aria griff in ihren Ausschnitt und zog das Medallion hervor. Ace erkannte es wieder, also trug sie es immer noch wie einen Schatz bei sich. Irgendwie fühlte er sich geschmeichelt. Immerhin hatte sie es von ihm bekommen.

„Aria was passiert gerade?“

Die Blondhaarige sah sich das Innere des Kristalls an.

„Die Symbole verändern sich schon wieder. Das letzte Mal war als du es mir übergeben hast und Remus befreit wurde.“

Der Drache, der sich in Kampfposition befand, änderte erneut seine Position. Er kauert sich zusammen wie eine Schlange und die Schrift verändert sich ebenfalls.

„Was steht da, kannst du es lesen?“, fragend sah der Schwarzhaarige Aria an, die versuchte die Zeichen richtig zu deuten.

„Öffne dein Herz für deinen inneren Frieden… Nur wer sein Herz anderen öffnet, kann frei sein.“

Fragend sah Aria Ace an, der achselzuckend neben ihr stand.

„Frag mich nicht was es bedeuten soll. Manchmal hab ich das Gefühl der Kristall hat seinen eigenen Kopf.“, entgegnete die Feuerfaust.

„Naja.. ich denke ich werde dann mal schlafen gehen. Es war ein ziemlich langer Tag“, flüsterte Aria und sah Ace schüchtern an. Dieser sah sich um. Wo genau könnte man schlafen? Letzte Nacht auf dem Boden war sehr unbequem.

„Was suchst du denn?“, fragend folgte Aria den Blicken von Ace.

„Naja letzte Nacht war auf dem Boden etwas unbequem.“, verlegen kratze er sich am Kopf. Er wollte, dass Aria bei ihm blieb. Aber er wusste nicht wie er es ihr sagen sollte. Dann fiel sein Blick auf die Hängematte.

„Willst du…“

Aria sah den Schwarzhaarigen neugierig an. Dieser zog sich schnell wieder den Hut ins Gesicht, schon wieder errötete er. Verdammt nochmal?

Er zeigte auf die Hängematte, die zwischen den Orangenbäumen hing.

„Willst du vielleicht darin schlafen? Ich würde dann den Boden nehmen“, stammelte er und verlor schließlich komplett seine Stimme. Verdammt war das peinlich und genau das wollte er eigentlich gar nicht sagen. Eigentlich wollte er fragen, ob sie mit ihm gemeinsam darin übernachten würde. Aber sein Kopf hat wieder mal komplett alleine agiert.

// Verdammt, das hast du wieder toll hinbekommen, Ace// schoss es ihm durch den Kopf.

„Ja sicher, ehm danke für den Hinweis.“, entgegnete die Blondhaarige und gab Ace zum Abschluss einen Kuss auf die Wange.

„Danke für alles heute Abend“, hauchte sie und begab sich dann zu der Hängematte, wo sie sich schlafen legte. Jetzt war es komplett um Ace geschehen. Hat sie ihm gerade einen Kuss gegeben?! Sein Herz pochte so laut, dass er seinen eigenen Herzschlag hören konnte, so laut wie noch niemals zuvor. Wie soll er zukünftig reagieren? Wie soll er sich gegen seine Gefühle wehren? Diese Frau bringt ihn noch um den kompletten Verstand. Er erkannte sich selbst nicht mehr wieder. Gedankenverloren stellte Ace sich an die Rehling und schaute in den Himmel. Es war eine sternenklare Nacht. Der Vollmond zierte den Nachthimmel. Ein wunderschönes Portrait befand sich vor Ace Augen. Der Vollmond reflektierte auf das Meer. Die Wellen waren so ruhig. Lächelnd sah er wieder Richtung Himmel.
 

//Thatch, gerade jetzt könnte ich deinen Rat so gut gebrauchen. Was soll ich nur tun? Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Das erste Mal in meinem Leben fühle ich mich einfach hilflos. Hilflos aufgrund meines Herzens. Ich hatte für alles immer eine Lösung, egal wie gefährlich die Situation auch war, aber nun bin ich kurz davor zu scheitern. Ich kenne diese Situation nicht und ich bin auch überfordert. Soll ich standhaft bleiben? Oder soll ich auf mein Herz hören? Ich bin schließlich Gol D. Rogers Sohn und habe viele Feinde. Soll ich Aria wirklich dieser Gefahr aussetzen? Bitte, wenn du da oben bist, gib mir ein Zeichen, dass du mich erhört hast …//

Ein kleiner Windhauch regte sich. Ace schreckte aus seinen Gedanken auf. Plötzlich wurde der Windhauch stärker und sein Hut machte sich selbständig. Er landete direkt unter der Hängematte. Als Ace dies registrierte, sah er verdutzt wieder in Richtung Himmel.
 

„Sag mal soll das ein Zeichen sein, alter Freund?“

Gefühlschaos II

Der nächste Morgen brach schnell heran, zu schnell wie Ace feststellte. Er verbrachte die Nacht am Mast und hatte direkten Blick auf die Hängematte in der Aria schlief. Es beruhigte ihn sie einfach nur beobachten zu können, ohne dass sie davon direkt etwas merkte. Er musste leicht schmunzeln wie sie einfach nur dalag. Sie sah einfach nur wunderschön aus. Demnach war er am nächsten Morgen auch müde. Während alle anderen lachten und sich über die prächtige Mahlzeit freuten, die Sanji schon in aller Frühe hergezaubert hat, hing er total in den Seilen. Er musste seinen Kopf schon auf seinen Händen abstützen, damit er nicht direkt am Tisch einschlief. Ihm geschah das zwar regelmäßig, er war ein Meister darin innerhalb von Sekunden in Tiefschlaf zu verfallen, jedoch wollte er keine Sekunde versäumen, wo Aria bei ihm war. Sie saß direkt gegenüber von ihm und sprach mit Vivi, die neben ihr saß. Sie sprachen gerade über die Abenteuer, die die Blondhaarige die letzten Monate erlebt hatte. Er versuchte den Gesprächen so gut es ging zu folgen.

„Wow, da hattest du aber echt Glück im Unglück gehabt, Aria“, Nami saß auf der anderen Seite von der Blondine und lauschte ebenfalls den Erlebnissen.

„Naja, meistens bin ich immer vermummt unterwegs gewesen. Ich wollte keine Aufmerksamkeit erregen“, sprach die Blondhaarige und warf zwischendurch immer wieder einen Blick zu ihrem Gegenüber, der immer noch mit seiner Müdigkeit zu kämpfen schien. Was ihr aber auffiel, dass keiner die Anwesenheit von Greybeard gestern Abend wahrgenommen hatte, nicht einmal Remus. Der Drache war seit gestern Abend nicht mehr aufgetaucht. Dies störte sie jedoch nicht, er war schon öfters ein bis zwei Tage weg. Durch ihre Verbindung war sie jederzeit in der Lage Kontakt zu ihm aufzunehmen. Der Morgen verlief sehr entspannend. Nach dem Frühstück legte Ace sich eine Weile aufs Ohr. Er war so tot müde. Er ließ sich an den Mast fallen und schob sich seinen Hut wieder ins Gesicht. Zumindest ein paar Stunden wollte er einfach mal für sich sein. Gähnend streckte er seine Arme aus und verschränkte sie anschließend hinter seinem Kopf.
 

Währenddessen legte die Flying Lamb Anker an einem kleinen Steg, falls man es überhaupt Steg nennen konnte. Er hatte nur einen kleinen Ansatz und dieser sah schon sehr verwahrlost aus. Die Natur hatte ihre Spuren hinterlassen. Obwohl die Wüste nicht weit weg war, wuchsen hier Pflanzen. Vivi hatte die Idee ein heißes Bad zu nehmen. In der Nähe befand sich eine Höhle, in deren Inneren heiße Quellen waren. Kaum einer wusste, dass sich dort eine Oase befand. Vivi hatte sie damals auch nur durch Zufall entdeckt. Jedoch lud sie nur Nami und Aria zum Baden ein. Dann war das weibliche Geschlecht mal unter sich.

„Ach ist das herrlich“, Nami ließ sich einfach treiben. Diese Ruhe ohne einen quängelnden Strohhut, einfach entspannend. Zumindest mal ein paar Stunden ohne die Männer.

„Na? Genug Entspannung für die Navigatorin?“, lachte Vivi, die es sich auf einem Stein gemütlich gemacht hatte.

„Oh ja und wie, danke für den Tipp Vivi“, Nami strahlte über beide Ohren. Diese Auszeit tat ihr wirklich gut.

„Was ist denn los, Aria? Komm schon rein. Das Wasser ist herrlich“.

Die Blondhaarige begab sich nun ebenfalls in das heiße Wasser und tauchte ab bis nur noch ihr Kopf zu sehen war. Sie war noch nie mit anderen zusammen baden. Es war ihr schon etwas unangenehm, aber da musste sie jetzt durch. Sonst würde sie nie die Gelegenheit bekommen und lieber mit Frauen als mit Männern. Wobei sie schon gerne intime Stunden mit dem Kommandanten der 2. Division verbringen wollte, allein bei dem Gedanken errötete sie schon wieder. Warum erwischte sie sich jedes Mal dabei?

//Komm schon, denk an was anderes// sie klopfte sich mehrmals mit ihren Handflächen gegen den Kopf. Sie befand sich in einem richtigen Dilemma. Der Navigatorin war ihre Reaktion nicht entgangen.

„Im Übrigen, der Anblick dürfte Ace wirklich gefallen“, neckte Nami die Blondhaarige und spritze sie nass. Sofort erwachte Aria aus ihrem Tagtraum.

„Wie ? was?“, stammelte sie und errötete leicht um ihre Nase. Nicht schon wieder.

„Ach komm schon, ich hab gestern mitbekommen, wie ihr euch in den Orangenbäumen versteckt habt, denkt ihr ich bin bescheuert? Zorro der Dussel wird nichts mitbekommen haben“, grinsend kam Nami auf Aria zu und legte ihren Arm um ihre Schulter.

„Außerdem habe ich eure heißersehnten Blicke gesehen als ihr euch wiedergesehen habt. Wirklich rührend meine Liebe.“

Aria war das alles so peinlich. Zuerst Vivi gestern, nun auch Nami und die Navigatorin kannte sie gerade mal 24 Stunden. War es wirklich so offensichtlich?

„Und die Blicke beim Frühstück erst“, entgegnete Vivi und setzte wieder einen drauf.

„Also was war gestern Abend?“, fragte Nami und spritze die Blondhaarige erneut nass.

Diese schüttelte das Wasser ab und tauchte ab. Als sie kurz unter Wasser war und wieder an die Oberfläche kam, setze sie sich nun ebenfalls auf einen Stein.

„Nichts, was soll denn gewesen sein. Wir haben viel geredet. Mehr nicht.“, antwortete die Blondhaarige und durchfuhr ihr nasses Haar.

„Ist klar und ich bin Marinesoldatin, also raus mit der Sprache“, Nami ließ wirklich gar nicht locker.

„Ich sagte doch, da war nichts“.

Vivi gesellte sich währenddessen zu Aria, die immer noch mit ihren Haaren beschäftigt war. Die Türkishaarige nahm ihr Haar und begann es zu flechten. Sie musste zugeben, dass Aria wirklich prachtvolles Haar besaß, allein die Anzahl an Frisuren, die man an ihr testen könnte. Ein Traum für jeden Friseur. Aria war ihr zutiefst dankbar, dass zumindest die Prinzessin keine unangenehmen Fragen stellte. Nami war das jedoch alles zu langweilig.

„Ist eigentlich schon mehr zwischen euch passiert?“

Aria und auch Vivi hielten inne.

„Nami also wirklich..“, lachte Vivi los und band Arias Haare mit einem Haargummi fest.

„Nun ja.. also..“, weiter kam Aria nicht, denn schon hat Nami sie an den Füßen geschnappt und zurück ins Wasser gezogen.

„Also was?“, fragte Nami und klammerte sich von hinten an Aria. Die Blondine musste zugeben, dass die Orangehaarige sehr direkt war.

„Nami jetzt lass doch gut sein“, entgegnete Vivi und kam nun ebenfalls wieder ins Wasser.

„Ach komm schon Vivi. Wann kann ich mal Frauengespräche führen. Über mich gibt es nichts interessantes, deshalb interessiert mich ihre Gefühlswelt umso mehr“, Nami drückte Aria nah an sich. Diese spürte schon Namis Oberweite an ihrem Rücken.

„Also??“

„Gut, gut du hast gewonnen. Wir sind uns schon näher gekommen, vielleicht sogar näher als beabsichtigt“, je weiter Aria sprach umso nervöser wurde sie.

„Hattet ihr schon euer Techtelmechtel?“, flüsterte sie in Arias Ohr.

Aria sah geschockt Nami an und schubste sie von sich weg.

„Nami!!!“, schrie sie auf und tunkte Nami mit ihrem Kopf kurz ins Wasser. Als diese wieder auftauchte, musste sie tief Luft holen.

„Meine Güte bleib locker, da ist doch nichts dabei.“, kollerte Nami hustend.

„Nami du bist echt peinlich, als ob ich dir so intime Sachen preisgeben würde. Außerdem schweigt eine Frau und genießt stattdessen“, mit einem Augenzwinker nahm Aria Nami die Luft aus den Segeln. Diese stand einfach nur baff da. Die Ex-Kommandantin hatte doch einiges auf dem Kasten. Sie konnte auch direkt werden, das gefiel ihr.

Vivi kam auf Aria zu und sah sie an.

„Ist alles in Ordnung?“

„Ja sicher“, Aria konnte nicht anders und musste loslachen, Nami tat es ihr gleich. Vivi starrte die Beiden abwechselnd an. Aber schließlich konnte sie sich auch das Lachen nicht mehr verkneifen. So einen entspannten Nachmittag hatte sie schon lange nicht mehr. Aria zudem so glücklich zu sehen, erfreute die Türkishaarige. Zumindest ihr Lachen hatte sie trotz all den Geschehnissen nicht verloren.
 

In der Zwischenzeit war Ace hellwach. Die paar Stunden Schlaf taten ihm echt gut. Erholt und ausgeschlafen schaute er sich an Deck um. Ihm fiel sofort auf, dass es ziemlich ruhig war, zu ruhig wie er fand.

„Wenn du unser Frauenzimmer suchst, die sind weggegangen. Weiß der Teufel was die wieder treiben!“, Zorro saß auf dem Podest und trainierte mit seiner Hantel.

„Ah ist sie wieder aufgetaucht?“

Misstrauisch sah der Grünhaarige auf.

„Woher weißt du, dass sie weg waren?“

Schnell registrierte Ace, dass er sich beinahe verplappert hatte. Er musste improvisieren.

„Nun ja, man hat dich die Nacht laut genug gehört“, Ace zog sich schnell wieder seinen Hut ins Gesicht. // Puhh nochmal Schwein gehabt//

„Ja, aber hab sie doch wieder gefunden, zum Glück“, zufrieden schaute Zorro nach vorne.

Kurz darauf ertönte Ace Magen, der Hunger zeigte sich. Dadurch, dass er heute Morgen nichts gegessen hatte, war sein Drang nach Essen umso größer. Er ging in die Küche, wo Sanji gerade am Tisch saß und eine Zigarette rauchte. Auf dem Tisch stand ein Aschenbecher, der schon randvoll mit diesen Dingern war. Sanji war ein echter Kettenraucher. Ace fragte sich immer wieder, was alle so toll an den Dingern fanden. Sie rochen eklig und schmecken taten sie auch nicht. Als er einmal auf der Mobby Dick mit Marco zu viel getrunken hatte, kam Marco auf die Idee eine Wette abzuschließen. Keiner hatte die Wette gewonnen, weil jeder nach nur einem Zug einen Hustanfall bekam, das war so widerlich. Es fröstelte ihn wenn er nur allein daran dachte.

„Oh hat dich der Hunger wieder zu den Lebenden geholt?“

Ace nahm gegenüber von dem Blondhaarigen Platz.

„Schon, frag mich nicht, was heute Morgen mit mir los war. Ist denn noch was übrig von heute Morgen?“

Sanji grinste ihn daraufhin an und stand auf.

„Ja du hast Glück, eine Portion konnte ich vor Ruffy noch in Sicherheit bringen“, Sanji stellte Ace den vollen Teller mit Fischpastete hin.

„Hau rein mein Guter“.

„Vielen Dank“, bedankte sich der Kommandant der 2. Division und schlang das Essen direkt runter. Er hatte so einen großen Hunger. Nach dem Essen bat er seine Hilfe an und wusch das Geschirr.

„Wirklich freundlich von dir, dass du mir hilfst. Hier kommt keiner auf die Idee mal mit anzupacken.“

Ace wusch gerade einen Krug und seufzte kurz auf. Irgendwie vermisste er schon seine Nakama. War es falsch wegzugehen?

Kurz darauf wurde die Tür aufgerissen und Nami trat ein, gefolgt von Vivi und Aria.

„Ach auch wieder da?“, fragte der Koch und sah die Frauen an.

„Ja wir hatten wirklich Spaß. War mal eine gute Abwechslung“, antwortete Vivi und reichte Aria einen Becher mit Sake.

„Hey, eigentlich ist der Alkohol zu besonderen Anlässen“, Sanji sah etwas genervt zu wie die Frauen sich die Flasche Sake unter den Nagel rissen.

„Sanji heute wird gefeiert“, raunte Nami und legte ihren Arm wieder um Arias Schulter.

Ace bemerkte, dass Aria diese Annährungen sehr unangenehm waren. Kurz trafen sich ihre Blicke und beide erröteten. Sofort wandte die Feuerfaust sich wieder dem Geschirr zu. Aria ging derweil mit den anderen mit.

„Ach sie ist einfach ein Engel“, seufzte Sanji und stellte sich neben Ace.

„Wen meinst du denn?“, fragte Ace und sah Sanji an, der sich dem Gemüse widmete.

„Nami…“, Sanji versuchte sich nichts anmerken zu lassen.

„Weiß sie es denn?“

„Quatsch, ich hab doch sowieso keine Chance bei ihr. Meistens ist sie immer genervt. Aber ich hab mich bereits damit abgefunden. Zudem wir in einer Crew sind und da kommen Pärchen immer schlecht an. Bei Streit kann das die ganze Crew auseinander reisen und das will ich nicht. Da hab ich sie lieber als gute Freundin“. Ace lauschte aufmerksam zu. Zumindest lenkte ihn das von Aria eine Weile ab.
 

Am Abend saßen alle gemütlich beisammen. Ruffy und Lysop waren die Clowns des Abends. Sie schafften es immer wieder die anderen zum Lachen zu bringen. Ace genoss die Zeit mit seinem Bruder. Drei Jahre waren definitiv eine zu lange Zeit. Ihr nächstes Zusammentreffen sollte nicht mehr ein zu großes Zeitfenster haben. Soviel stand fest. Remus war derweil auch wieder aufgetaucht und betrachtete das ganze Spektakel von weiter Ferne.

//Auch wieder da?//

Der Drache drehte sich um und bemerkte seine Herrin, die sich zu ihm gesellte.

//Sollten Sie nicht bei den Anderen sein?//

Die Blondhaarige nahm neben dem Drachen Platz.

//Remus, er war hier.//

Remus erstarrte und schaute Aria mit entsetztem Blick an.

//Greybeard?//

//Ja, er hat versucht mich wieder auf seine Seite zu ziehen. Aber ich hab es nicht zugelassen und als er zorniger wurde, hat Ace mir geholfen//

Der Drache seufzte kurz, Qualm stieg aus seinen Nasenflügeln.

// Wie hat er es geschafft an Sie ranzukommen? Wie konnte er seine Aura verbergen?//

Aria starrte angespannt zum Horizont. Sie konnte es sich auch nicht erklären, keiner an Bord hatte es mitbekommen. Eins stand fest, Eddard beobachtete sie. Zwangsläufig stand auch Ace unter seiner Beobachtung. Ob er in diesem Moment ebenfalls anwesend war?

//Machen Sie sich keine Sorgen, ich bin wieder da und hab alles im Umkreis von 5 Kilometern im Auge. Dieses Insekt wird sich Ihnen keinen Meter nähren. Eher fällt er meinen Reißzähnen zum Opfer…// Remus legte seinen Kopf an Arias Kopf, die daraufhin anfing, ihn unter dem Kinn zu graulen. Auch wenn Remus eine harte Nuss war, auch er brauchte manchmal einen zum Anlehnen. In der Hinsicht halfen sie sich gegenseitig.
 

Die Zeit verging wie im Fluge. Es war Mitten in der Nacht. An Bord der Flying Lamb ist es still geworden. Als Aria auf ihre Uhr schaute, war es schon nach Mitternacht.

//Ich denke ich gehe jetzt zurück//

Der Drache nickte und schaute wieder Richtung Horizont. Als die Blondine den Berg hinunterschritt, sah sie wie Remus abhob und in den Tiefen der Nacht verschwand. Sie war unten angekommen und wollte sich gerade an Deck begeben, als sie mit jemandem zusammenstieß.

„Aua, was zum??“, fluchte Aria, die durch den Aufprall zu Boden fiel

„Oh tut mir leid, ich hab dich nicht gesehen“, Aria erkannte die Stimme. Sie sah wie die Gestalt sich zu ihr runterbeugte und ihr zur Hilfe seine Hand anbat, die die Blondine dankend entgegennahm.

„Ace? Was machst du hier?“, Aria sah die Feuerfaust erleichtert an. Zum Glück war er es und kein anderer. Sie klopfte sich den Dreck von ihren Klamotten. Sie war schmutzig, na toll. Sie ist ungünstig in eine Schlammpfütze gefallen.

„Oh nein verdammt“, fluchte sie. Ace starrte Aria an und schob einen Schmollmund.

„Es tut mir wirklich leid. Warte ich helfe dir.“

Aria dankte winkend ab. Ihr schoss direkt die heiße Quelle in den Kopf.

„Hey ist nicht schlimm. Hier in dem Berg ist eine heiße Qulle. Vivi, Nami und ich waren heute Mittag dort.“

Ace schaute die Blondhaarige traurig an. Jedoch schwirrte im ein Gedanke in den Kopf, der ihn erröten ließ. Sie war dort gewesen heute Mittag? Alleine nur mit den Frauen?

Aria machte sich derweil auf den Weg. Ace folgte ihr. Nach gestern Nacht wollte er die Ex-kommandantin nicht alleine hier rumlaufen lassen. Ihn beschlich ein Gefühl der Unsicherheit.

Als sie vor dem Eingang ankamen, ging Aria voraus. Der Kommandant der 2. Division blieb davor stehen.

„Ich halte hier Wache, du kannst… gerne reingehen“, stotterte der Schwarzhaarige und schob sich wieder seinen Hut ins Gesicht. Stotterte er gerade schon wieder? Oh verdammt!

Aria schaute Ace herzlich an und ergriff seine Hand.

„Quatsch, komm mit“, sie zog Ace in das Innere der Höhle.

Was hatte die Blondhaarige bloß vor? Er verstand gerade gar nichts mehr.

„Ich denke ein Bad könnte dir auch nicht schaden, komm schon. Du hattest doch schließlich auch eine harte Reise hinter dir.“

Als sie im Inneren der Höhle waren, blieb Ace stehen.

„Aria, ich weiß nicht ob das eine so gute Idee ist. Ich bin ein Teufelsfruchtnutzer, wir verabscheuen Wasser und heiße Quellen laugen uns aus. Danach bin ich viel zu entspannt. Ich kann dann nicht mal mehr gerade ausgehen.“, stammelte Ace, doch Aria zog ihn hinter sich her.

„Ach quatsch, Ich hab mich bei Vivi hierüber informiert. Das Wasser ist für euch ungefährlich, es ist kein normales Wasser. Die Mineralien sind anders zusammengesetzt als bei normalem Wasser“, entgegnete Aria und sie erreichten schließlich einen großen Raum. Als Aria an einen Stein griff, leuchtete dieser auf. Er sah aus wie ein Kristall in dem das Feuer vor sich hin tänzelte. Ace starrte in den Stein hinein.

„Wow, wie hast du das denn angestellt?“, fragte er verblüfft.

Aria begann derweil die anderen Steine ebenfalls zu berühren.

„Ich sagte doch, hier ist alles anders. Die Mineralien reagieren auf das Feuer. Also selbst du könntest sie zum Leuchten bringen.“

Der Kommandant der 2. Division berührte erst zögerlich einen Stein neben sich und tatsächlich er begann zu leuchten. Ihm fiel auf, dass Aria nur bestimmte Felsen berührte. Schließlich wurde der Raum in warme Farben getaucht. Ace faszinierte der Anblick. So etwas hatte er noch nie gesehen. Es hatte etwas Romantisches an sich. Als er zu Aria schaute, sah er wie sie sich nach und nach ihren Klamotten entledigte. Was geht hier nur vor? Verführte Sie ihn gerade?

„Was hast du vor, Aria? Denkst du nicht, das..?“, weiter kam die Feuerfaust nicht. Aria stand nun halbnackt vor ihm und hielt ihm den Zeigefinger vor den Mund. Die Art und Weise wie sie ihn ansah, ließ ihn wieder weich werden. Sie strahlte eine solch angenehme Wärme aus. Was stellte diese Frau bloß mit ihm an? Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals. Was ist hier nur los? Sie schauten sich einfach nur tief in die Augen. Er war kurz davor wieder die Beherrschung zu verlieren. Er fühlte sich so wie vor einem Jahr in jener Nacht. Er wusste, dass er wieder den Kampf verlieren würde. Er flammte kurz auf, was Aria signalisierte, dass er sich versuchte zu beherrschen, was ihm aber nicht zu gelingen schien.

„Hier brauchst du dich nicht zurückzuhalten“, flüsterte die Blondhaarige ihm ins Ohr. Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Er spürte wie sein Innerstes nach ihr schrie. Wie zwei Poole, die sich anzogen. Sollte er wirklich nachgeben? Vor einem Jahr hatte es ihn fast umgebracht, sich gegen sein Herz zu entscheiden. Nach der gemeinsamen Nacht war es ihm noch schwerer gefallen sich dem ganzen bewusst zu sein.

„Aria wir dürfen das nicht, dass hast du damals selbst gesagt“, flüsterte Ace und sah sein Gegenüber traurig an. Aria hingegen legte ihre Hand wieder auf seine Wange. Ihm fiel auf, dass sie dies öfters machte als sonst.

„Mir ist egal, was die Marine oder die Weltregierung denkt, verdammt. Wir haben nur ein Leben. Wer über unser Leben entscheidet, sind nur wir selbst. Mein Herz würde es mir nie verzeihen, wenn ich auf das verzichte, wonach es sich so sehr sehnt.“

Ace konnte seinen Ohren nicht trauen. Ist das wirklich noch die Aria von damals? Seit wann war sie so einfühlsam? Was war in diesem einen Jahr bloß geschehen?

„Es war falsch von mir, dich dazu zu zwingen, dich ebenfalls gegen dein Herz zu entscheiden“, Aria legte ihre Hand auf Ace Brust. Er brachte kein einziges Wort heraus. Er war zu baff von ihren Worten. Sie klang so traurig, fast sehnsüchtig.

„Es tut mir leid, Ace. Ich war so egoistisch damals. Es verfolgte mich Tag für Tag. Wurde immer wieder daran erinnert, einen Fehler gemacht zu haben. Nicht, dass ich mit dir geschlafen habe, sondern, dass ich mich danach trotzdem gegen uns entschieden habe“, flüsterte sie, schon fast weinend. Ace war wie gelähmt.

„Aria, soll das etwa heißen, das..?“

Liebesnacht

[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]

Verhör und Wahrheit

Es war früh am Morgen. Die Sonne erstrahlte am Horizont und tauchte das Land in ein tiefes Orange. Es war bereits ein reges Treiben auf Marineford. Die Soldaten begaben sich so langsam auf ihre Posten und klärten die letzten Vorgehensweisen ihrer bevorstehenden Reisen ab. Mitten unter ihnen war ein Getuschel zu vernehmen. Die Geschehnisse des gestrigen Tages lagen ihnen noch immer tief in den Knochen. Der ehemalige Soldat, der unter Schreien und Krämpfen zusammengebrochen und von den Sanitätern weggebracht wurde, hat jeder gesehen. Der Schock fuhr ihnen allen durch die Glieder und sie wussten, dass es jeden von ihnen ebenfalls treffen könnte. Es war ein berufliches Risiko. Am anderen Ende des Raumes standen zwei Männer, sie trugen zwar ebenfalls die Marineuniform, nahmen aber nicht am Geschehen teil. Sie schlossen sich aus der Gemeinschaft aus. Eher beobachteten sie das Geschehen und behielten die Soldaten im Auge.

„Ist es wirklich wahr, die Königstochter lebt noch?“

„Also ich hab es auch so mitbekommen, jeder redet hier momentan hierüber.“

Einer der beiden Männer fuhr hoch. Er hatte blondes kurzes Haar, das ihm hinten am Nacken zu Berge stand. Seine Augen waren verschiedenfarbig. Sein rechtes Auge war blau und das andere war violett. An seinem Hals befand sich eine Narbe, die komplett um diesen herumging. Er drehte sich unauffällig um und schaute zu den Soldaten, die ein paar Meter hinter ihm in einer Gruppe standen, die aber daraufhin sofort von ihrem Offizier ermahnt wurden.

„Shh…, es ist noch gar nichts bestätigt. Es gibt eine Vermutung ja, aber solange es noch nicht offiziell ist, sollen wir noch keine Gerüchte in die Welt setzen!“

„Aber es handelte sich doch definitiv um einen Drachen, der damals das Schiff angegriffen hat, Sir. Das ist Fakt oder wollen Sie das leugnen?“

Die anderen in der Gruppe nickten und schauten ebenfalls zu ihrem obersten Offizier. Dieser nahm tief Luft und musste sich eingestehen, dass sich dies leider bewahrheitete. Er konnte es nicht ignorieren, seine Männer waren nicht doof. Sie wussten was los war.

„Ja, ich weiß Männer, aber ihr müsst aber auch mich verstehen. Wir wissen es, die Admiräle wissen es erst seit gestern. Die Weltregierung weiß davon jedoch noch nichts. Und solange es noch nicht an die Regierung gelangt ist, haben wir Ruhe zu bewahren. „

Der Blondhaarige, der daraufhin zu seinen Gegenüber blickte, nickte diesem zu. Er war ein sehr muskulöser Mann, sein schwarzes Haar war hinten zu einem Zopf zusammengebunden. Seine giftgrünen Augen funkelten den Blondhaarigen an. Mit einem Mal waren sie verschwunden ohne dass es jemand bemerkte. Auf dem Dach von Marienford kamen sie zu stehen. Der Blondhaarige stellte sich an den Rand und blickte Richtung Horizont. Der Schwarzhaarige stand hinter ihm und sah seinen Freund an.

„Was ist los mit dir? Sicher, das mit dir alles in Ordnung ist, Hotaru?“

Der Blondhaarige richtete seinen Blick nach unten und erstarrte als er eine Gruppe von Marinesoldaten sah, die einen Mann in ihrer Mitte zu Sengoku brachten. Der Schwarzhaarige gesellte sich zu ihm und schaute ebenfalls zu der Gruppe runter.

„Das ist doch Greybeard oder? Was will er denn hier?“

„Ich habe da so eine Ahnung, Tamaro, komm mit“, der Blondhaarige begab sich Richtung Mauer und kletterte an dieser hinunter. Der Schwarzhaarige schüttelte daraufhin irrsinnig seinen Kopf. Was konnte nicht sein Ernst gewesen sein.

„Hotaru, das ist zu gefährlich. Wo willst du denn hin?“

Der Blondhaarige schwieg und kletterte einfach weiter, er ignorierte ihn gekonnt. Schnaubend und kopfschüttelnd setzte sich nun auch der Schwarzhaarige in Bewegung. Die Versammlung fand in einer riesigen Kathedrale hinter dem Hauptgebäude statt. Die beiden Männer versteckten sich oben in den Balken des Daches und schauten dem Geschehen zu. Vorne saßen drei Admiräle. In der Mitte saß Sengoku, rechts von ihm Garp und links von ihm noch ein weiterer Offizier, Akainu. Dieser verschränkte die Arme und strahlte eine bedrohliche Aura aus. Alle Blicke waren auf Greybeard gerichtet, der vor ihnen Platz nahm. Hinter ihm blieben zwei Offiziere stehen, die dem Verhör ebenfalls beiwohnten.

„So ich sollte zu euch kommen. Was gibt es denn?“

„Wir stellen hier die Fragen, also antworte nur wenn du gefragt wirst“, polterte Akainu. Was für eine Unverschämtheit einfach als Pirat das erste Wort zu ergreifen.

„Beruhige dich, es bringt allen Parteien nichts, wenn wir uns hier nur anschreien“, Sengoku sah seinen Nachbar böse an, der daraufhin nur schnaubte und seinen Kopf wegdrehte. Der Admiral war sehr temperamentvoll. Er ging sehr schnell an die Decke, wenn ihm etwas nicht passte. Von einem Piraten ließ er sich schonmal gar nichts sagen.

„Also Eddard Newgate, uns ist zu Ohren gekommen, dass es dein Verdienst war, das vor einem Jahr eines unserer besten Flotten kostete, wieviele unserer Männer ihr Leben verloren haben. Bist du dir dieser Schuld bewusst?“

Greybeard starrte Sengoku vor sich an und konnte ein Grinsen nicht entbehren.

„Erstens mal, es war euere eigene Schuld, wenn ihr glaubt, ich würde meinen Bruder an euch verraten. Klar, habe ich meine Differenzen mit ihm, aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich euch hierfür brauche. Zweitens ja, ich hatte den Befehl gegeben, das Schiff anzugreifen. Ich bekenne mich in diesem Fall für schuldig.“

Akainu ballte seine Hände zu Fäusten. Zähneknirschend folgte er der Verhandlung. Diese Gleichgültigkeit trieb ihn zur Weisglut. Sengoku musste kurz inne halten. Er musste taktvoll an die Sache rangehen. Mit Greybeard musste man behutsam umgehen, anders gab er keine Informationen Preis.

„Allerdings gibt es einen Zeugen, der eine uns totgeglaubte Person an deiner Seite gesehen haben soll. Du kennst doch sicher die Geschichte der Targuyas. Normalerweise sind mit ihrer Auslöschung auch die Drachen verschwunden. Wie kann es also sein, dass du einen Drachen an deiner Seite hattest? Zudem die besagte Person, eine Targuya sein soll. Es kann sich hierbei doch nur um Aria Targuya, die totgeglaubte Königstochter, handeln, die an deiner Seite gesehen wurde oder?“

Greybeard nahm tief Luft und legte seine Arme verschränkt auf den Tisch und legte seinen Kopf auf die Handrücken. Grinsend schaute er funkelnd die Admiräle an.

„Warum sollte ich euch hierüber Auskunft geben?“

Erbost über diese Frage stand Akainu auf. Er hatte genug von Greybears Verhalten.

„Was soll dieser Kinderkram, beantworte gefälligst die Frage, alter Mann!“

„Vorsicht Akainu nicht einmal du, der das Element des Magmas beherrscht, könnest es mit ihr aufnehmen“, zischte Greybeard und sah funkelnd und sogleich grinsend den Admiral an. Erbost sahen die anderen Admiräle ebenfalls den Bruder des Piratenkaisers an.

„Wisst ihr, euch ist so einiges entgangen, aber ich sehe es nicht ein, euch hierbei zu helfen. Sucht doch selbst nach Antworten nur seid gewarnt. Stellt euch nicht als Retter dieser Welt hin. Ihr habt über so viele Menschen Unheil gebracht, ihr habt eine ganze Familie einen ganzen Stamm abgeschlachtet ohne überhaupt zu wissen warum. Ich weiß es.“, grinsend erhob sich der alte Mann und griff nach seinem Stock. Garp, der sich nun ebenfalls erhob, sah den Piraten fragend an.

„Was soll deiner Meinung nach der Grund gewesen sein? Die Targuyas waren Bestien, ich war selbst mit anwesend, als der König höchstpersönlich einen meiner Männer zerrissen hat!“

„Und warum, Monkey D. Garp?“, provozierend sah Greybeard den alten Admiral an, der daraufhin fassungslos sich wieder in einen Sessel fallen ließ.

„Ich sag es dir. Weil dein ach so toller Offizier einen Anschlag auf die damals hochschwangere Königin vorhatte. Er sollte sie töten und damit verhindern, dass die kleine Aria geboren wird. Er wurde damit von der Regierung beauftragt. Und dass der König hierüber nicht sehr erfreut war, kannst du dir vorstellen. Es war ein Beschützerinstinkt, kannst du es ihm verübeln?“

Kopfschüttelnd sah Sengoku Garp an, der daraufhin wieder seinen Blick auf Greybeard richtete. Garp konnte nicht glauben, was er zu hören bekam. Es soll damals ein Anschlag geplant worden sein? Warum hatte er davon nichts mitbekommen? Er konnte den Worten Greybeards Glauben schenken, schließlich hatte er es ihm unteranderem zu verdanken, dass Ace damals weiterleben durfte. Aber was wusste er noch? Warum sollte Aria getötet werden? Da damals zu diesem Zeitpunkt bereits nach Ace gesucht wurde, musste hier ein Zusammenhang bestehen. Er wurde daraufhin wieder aus seinen Gedanken gerissen.

„Typisch Mensch, er urteilt ohne überhaupt die Hintergründe zu kennen. Wir zerstören uns selbst. Warum wurde unsere Gesellschaft so gespalten? Warum gibt es Adelige, was gibt ihnen das Recht andere, die nicht so viel besaßen, so zu verachten. Obwohl die Targuyas wohl die reichsten Adeligen waren, haben sie uns nie als Niederträchtige betrachtet. Sie haben uns als Menschen wahrgenommen. Sie halfen Waisenkindern, selbst die kleine Aria, die trotz ihrer so jungen Jahren das Leid der Kinder sah. Sie konnte damals schon etwas, was so viele Erwachsenen nicht können, bis heute nicht. Ich werde euch gewiss nicht helfen sie zu finden. Sucht sie doch wenn ihr wollt. Aber ihr werdet sie nicht finden. Sie hat schließlich von mir gelernt, sich im Hintergrund und bedeckt zu halten“, noch immer stand Greybeard vor den Admirälen und drehte sich um. Vor ihm standen die zwei Offiziere, die ihm daraufhin den Weg versperrten.

„Warum so eilig, wir sind noch nicht fertig mit dir!“, Akainu kam auf den alten Mann zu, der daraufhin grinsend mit dem Stock zweimal auf den Boden schlug und augenblicklich verschwand. Ein Nebel blieb zurück. Erstarrt und wütend blieb der Admiral stehen und sah sich um. Wie konnte der alte Mann so schnell flüchten?

„Zeig dich Greybeard, wir haben genug von deinen Spielchen! Sag uns was du weißt!“

Wutentbrannt bildete sich Akainus Faust zu Magmar. Die Wut packte ihn. Er soll keine Chance gegen eine Frau haben? Das sollte wohl ein schlechter Scherz sein!

„Ich sagte doch, ihr werdet sie nicht finden ..genauso wenig wie mich.. ich kam freiwillig zu euch…nur so konntet ihr mich überhaupt finden“, seine Stimme halte noch durch die Gänge und erstummte danach. Die Admiräle sammelten sich und berieten kurz wie es weitergehen sollte. Garp blieb weiterhin stumm und verabschiedete sich als erster. Zu schockiert war er über das gerade eben erfahrene. Er musste sich kurz ausruhen. Er verließ mit einem lauten Knall die Kathedrale.
 

Die zwei Männer, die das ganze Geschehen mitverfolgt hatten, saßen immer noch auf den Balken.

„Hotaru was hast du nun vor?“, der Schwarzhaarige sah seinen Nachbarn besorgt an, der sich daraufhin schmerzhaft die Schläfe hielt. Er hatte schon wieder diese Kopfschmerzen. Jedes Mal wenn er sich versuchte zu erinnern. Der Blondhaarige erhob sich und sah den Schwarzhaarigen daraufhin ernst an.

„Ich muss sie finden, ich hab keine andere Wahl“. Nickend legte der Schwarzhaarige seine Hand auf dessen Schulter. „Machen wir uns auf den Weg, mein Freund. Lass uns zurück zu Shanks gehen, er und die anderen warten schon auf uns“.

Der Blondhaarige nickte daraufhin und schon waren die beiden verschwunden.
 

Ein Tropfen war zu vernehmen. Ace lag da und zog die Blondhaarige, die immer noch in seinen Armen lag, näher an sich. Er wollte nicht aufwachen, noch nicht. Schon wieder dieses Geräusch. Verdammt nochmal? Was soll das? Ein Grummeln war zu vernehmen. Aria war die Erste, die wach wurde. Sie streckte sich und ein herzhaftes Gähnen war zu vernehmen. So gut hatte sie schon lange nicht mehr geschlafen. Aria sah neben sich. Ace lag einfach da und schlief tief und fest. Der Gedanke an gestern Nacht schwirrte in ihrem Kopf herum. Es wurde ihr wieder warm ums Herz. Es ist schon wieder passiert und dieses Mal hat sie sogar den Anfang gemacht. So erkannte sie sich gar nicht wieder. Was hat der Schwarzhaarige bloß mit ihr angestellt? Die Blondhaarige begutachtete seinen Körper und streichelte sanft über seinen Oberarm. Die Gravierung „ASCE“, sie fiel ihr schon öfters auf. Es interessierte sie schon, warum das S durchgestrichen war. Sie fuhr ihm sanft durchs Haar. Ihn einfach so friedlich zu sehen, machte die Targuya glücklich. Endlich war sie sich über ihre Gefühle klar geworden, sie wollte ihn und keinen anderen sonst. Es war ein Fehler von ihren Gefühlen wegzulaufen. Sie hat nicht nur sich selbst verletzt, sondern Ace ebenfalls. Sie würde lange brauchen um sich dies zu verziehen. Aber ihr fiel ein Stein vom Herzen, dass er ihr trotz allem beistand.

„Hey, willst du nicht mal aufstehen?“, flüsterte sie in sein Ohr.

„Hng…“, kam nur von dem Kommandanten, woraufhin er sich die Decke über den Kopf zog. Ein eindeutiges Zeichen, dass er nicht aufwachen wollte. Die Blondhaarige stand auf und stieg wieder in die heiße Quelle. Die Steine hatten inzwischen ihren Schimmer verloren. Das Tageslicht der Sonne schien durch einen schmalen Spalt. Das Wasser glitzerte in allen Regenbogenfarben. Das Medallion, das die junge Piratin immer um ihren Hals trug, schimmerte ebenfalls in der aufgehenden Sonne. Als die Targuya bis Kniehöhe im Wasser stand, tauchte sie hinab. Sie schwamm wenige Meter. Die Ruhe, einfach diese Unbeschwertheit, endlich mal frei von den eigenen Gedanken zu sein. Als sie wieder an die Oberfläche kam, sah sie, dass die Feuerfaust immer noch tief und fest schlief. Aria lehnte sich an den Rand und sah Ace schmunzelnd an. Plötzlich sah sie wieder einen Filmriss vor sich. Einen jungen Schwarzhaarigen, der mit einem Jüngeren an der Klippe stand, weinend. Wenn die Blondhaarige die Situation richtig einschätzte, schienen sie zu trauern.

„Ab nun bin ich für dich zuständig. Wir werden Sabos Traum weiterleben, auch wenn er nicht mehr unter uns weilt. “ Die Blondine wurde hellhörig.

//Ace und Ruffy?//

Was geht hier vor? Wieso sah sie Ace Kindheitserinnerungen. Das Selbe ist ihr damals bei ihrer ersten Begegnung auch schon passiert. Wie war das möglich?

„Versprich mir nur eins Ace“, der Jüngere zog sich seinen Strohhut noch mehr ins Gesicht „Versprich mir, dass du nicht sterben wirst!“. Ein eiskalter Schauer lief Aria den Rücken hinunter. Diese Situation hatte Ace wirklich so erlebt.

„Quatsch du Schwachkopf, ich werde nicht sterben, darauf gebe ich dir mein Wort“.

Auf einmal wurde es schwarz um die Targuya. Sie sah sich um. Alles war in Dunkelheit getaucht.

„Schwester, versprich deinem großen Bruder eins..“

Die Blondhaarige hielt sich ihre Hände an den Kopf und schloss ihre Augen. Das war doch die Stimme ihres Bruders. Was geht denn nur hier vor sich? Warum wiederholt sich alles vor ihren innerlichen Augen.

//Drehe ich nun komplett durch?//

Sie öffnete ihre Augen und sah zwei Kinder vor sich. Der Junge nahm die Hand des Mädchens und zog es näher an sich.

„Bitte überlebe und lebe dein Leben so, dass du es niemals bereut hast zu leben, Aria. Versprich es mir“.

Tränen traten augenblicklich hervor. Dies sagte er damals zu ihr kurz bevor er sich opferte. Warum sah sie genau diese Szene? Was hatte das alles zu bedeuten?

„Aria?“

Augenblicklich wurde die Blondhaarige aus ihren Gedanken gerissen. Sie hatte nicht mitbekommen, dass Ace zwischenzeitlich wach wurde und sich zu ihr ins Wasser gesellte.

„Sag mal hast du etwa geweint?“, er legte seine Arme um Arias Schulter und zog sie näher an sich. Sie spürte seine Brust an ihrem Rücken. Die gleichmäßige Atmung. Die Targuya wischte sich mit ihrem Handrücken über die Augen und sah die Feuerfaust an. Schnell waren ihre Gedanken vergessen.

„Nein ich war nur eben unter Wasser und ich bekam etwas ins Auge, alles gut"

„Bist du dir sicher?“, fragend und etwas besorgt sah Ace Aria an. Diese nickte zustimmend und wusch sich daraufhin ihr Gesicht.

„Ehm, danke im Übrigen..“

Ace sah verwundert die Blondhaarige an, die in ihrer vollen natürlichen Pracht nun vor ihm stand. Sie hatte sich zu ihm gewandt. Schon wieder lief der rot an. Es war ungewohnt Aria so freizügig zu sehen.

„Wo…wofür das denn? Was hab ich denn schon gemacht?“, stotterte dieser und kratzte sich verlegen am Kopf. Plötzlich spürte er eine Umarmung. Schon wieder spürte er sein Herz hochhüpfen. Konnte dieses Gefühl noch stärker werden?

„Dass du mich nicht aufgegeben hast. Danke“, flüsterte Aria in sein Ohr. Ace konnte seinen Ohren nicht trauen. Hatte sie sich gerade ernsthaft bei ihm bedankt?

„Solange du endlich weißt, was du willst? Lass mich nie wieder so lange warten, ja?“, entgegnete die Feuerfaust und erwiderte die Umarmung. Es tat so gut. Endlich brauchte er sich nicht mehr vor seinen Gefühlen zu verstecken.

„Du hast mich die Nacht eines besseren belehrt. Keine Sorge“, schmunzelnd löste die Blondine die Umarmung und ging an ihm vorbei, dabei reichte sie ihm ihre Hand.

„Wollen wir wieder zu den Anderen? Bevor auffällt, dass wir weg waren“.

Ace staunte nicht schlecht. War das gerade ein Kompliment an ihn? Er nickte daraufhin und folgte ihr.


Nachwort zu diesem Kapitel:
So das war mal der Prolog ^^
Gleich am Anfang mal schöne Action.
Hoffe es hat euch gefallen :D Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (10)

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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Keksi-Senpai
2017-02-27T05:48:27+00:00 27.02.2017 06:48
Aaah. Ein wirklich sehr schönes Kapitel! Es ist so traurig und doch so... Waaah. Herz raus reißenend! Ich hoffe wir erfahren bald wie es weiter geht. *ins Taschentuch schneutz* Auf Thatch!
*kekse da lass*

Lg Iced ~
Von:  Buffy12
2016-09-07T18:52:49+00:00 07.09.2016 20:52
Mach weiter so tolles kap
Von:  Buffy12
2016-07-18T16:53:05+00:00 18.07.2016 18:53
Arme aria
Ich hoffe ace passt auf
Wie whitebeard da wohl reagiert
Von:  CharlieBlade1901
2016-07-07T14:34:34+00:00 07.07.2016 16:34
Ach komm grade Riko? Warum grade er? Ich Fan ihn so cool. Mann.
Oh es wird ja immer spannender zwischen den beiden. Kanns kaum erwarten
Von:  CharlieBlade1901
2016-07-03T21:28:15+00:00 03.07.2016 23:28
Drei Worte zu Eddard

Anti-Aggressions-Therapie

Wird immer spannender
Von:  Buffy12
2016-07-01T07:16:28+00:00 01.07.2016 09:16
Oh oh was ist das für eine Bestie
Mach weiter so
Bin gespannt wie es weiter geht
Von:  Kabelsalat
2016-06-29T02:42:10+00:00 29.06.2016 04:42
Ein interessantes Mädchen die Aria.
Bin gespannt wie es weiter geht.
Von:  CharlieBlade1901
2016-04-04T20:54:22+00:00 04.04.2016 22:54
Da stimmt was nicht
Da ist was ober faul an der Sache.
Ich traue Whitebeards Bruder nicht. Er ist mir viel zu verschlossen. Und irgendetwas sagt mir, dass er Ace mit sich nehmen möchte, für was auch immer.

Und Aria kann man nicht viel dazu sagen, auser dass auch sie irgendetwas mi Whitebeards Vergangenheit zu tun hat.
Und ich glaub ich weiß ganz genau was das ist.

Könnte es sein, dass du vorhast Aria zu Whitebeards leiblicher Tochter zu machen?
Könnte mit dem was ich gelesen habe auf jeden Fall übereinstimmen.
Dann hat Whitebeard tatsächlich ein Kind. Und nicht so ein Kind, wie er es nennt, was er irgendwo von der Straße aufgegabelt, sondern ein richtiges, echtes leibliches Kind. Das wäre so hammer geil sag ich dir. Wenn ich richtig liege sag bescheid, aber auch wenn ich falsch liege
Antwort von:  Mina_Tara
29.06.2016 22:15
Hallo :)

ich sage mal so mit dem Gedanken an Greybeard hast du nicht ganz unrecht, aber das wird die Story noch zeigen ^^
und Thema Aria und Whitebeard: Nein, sie ist nicht seine Tochter. Sie birgt ein anderes Geheimnis, das aber in den nächsten Kapiteln nach und nach offenbart wird :)

Aber vielen Dank für ein Kommi, werde mir weiterhin Mühe geben.

LG
~Mina
Von:  CharlieBlade1901
2016-03-25T10:41:40+00:00 25.03.2016 11:41
Hi,

Oh, oh nein. Das kann nicht gut ausgehen für Whitebirds, wenn dieser schon so auf sein erscheinen reagiert.
Die Idee mit dem Medaillon ist klasse respekt

Schreib schnell weiter
Von:  lady-sweet
2016-03-06T04:00:52+00:00 06.03.2016 05:00
Armer Ace:(aber das war wirklich ein spannendes Kapitel :) mach schnell weiter ♡♡
Antwort von:  Mina_Tara
06.03.2016 12:15
Vielen Dank :)
Werde mir Mühe geben
*verbeug*


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