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Im Angesicht des Krieges

Für immer ihr Geheimnis Teil 3
von

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Dumbledores Tod

Im Schloss herrschte Chaos. Kaum hatte Hermine die unteren Etagen verlassen, hörte sie aus allen Ecken Schreie und das Geräusch vieler Füße. Ganz offensichtlich waren die Todesser bereits nach Hogwarts gekommen. Fluchend, ihren Stab fest gepackt, sprintete sie durch die Gänge, um zum Astronomieturm zu kommen.
 

„Hermine!“, hörte sie von rechts plötzlich die Stimme von Ron: „Was ist hier los?“
 

Sie zögerte keine Sekunde: „Todesser sind im Schloss. Ich weiß nicht, ob der Orden informiert ist. Versuch, alle DA-Mitglieder zu sammeln und sorgt dafür, dass alle Schüler in ihre Gemeinschaftsräume zurückkehren. Keiner darf zum Astronomieturm, verstanden?“
 

Verwirrt starrte er sie an: „Astronomieturm? Wieso?“
 

Energisch schüttelte sie den Kopf: „Dort sind die Todesser. Ich erkläre es später, versprochen. Aber jetzt ist keine Zeit.“
 

Sie wollte schon wieder loslaufen, da hielt Ron sie am Arm fest, seine Augen ernst: „Und wo willst du hin?“
 

Sie zog eine Grimasse: „Zum Astronomieturm.“
 

Sein Griff um ihren Arm wurde fester: „Hast du nicht gerade gesagt, da sollen wir nicht hin?“
 

„Das ist etwas anderes. Ich erkläre es dir später, versprochen. Bitte, lass mich gehen. Bitte.“
 

Obwohl er offensichtlich von tiefer Sorge um sie geplagt war, ließ Ron sie gehen: „Okay. Aber versprich mir, dass du in einem Stück zurückkommst.“
 

Sie schenkte ihm ein kurzes Lächeln: „Versprochen.“
 

Ohne sich weiter um das Chaos um sie herum zu kümmern, jagte Hermine weiter durch die Schulflure. Ihr Atem ging hektisch, doch sie zwang sich, auch die endlosen Stufen den Turm hinauf im Laufschritt zu nehmen. Sie hatte keine Zeit. Sie musste wissen, was geschehen würde. Sie musste verhindern, dass alles schief ging.
 

Ein wahnsinniges Lachen drang an ihr Ohr. Fluchend hielt sie im Laufen inne. Ganz offensichtlich waren die Todesser ihr zuvor gekommen. Sie hatte dieses Lachen im Ministerium schon einmal gehört. Bellatrix Lestrange, die wahnsinnige Tante von Draco, hatte an irgendetwas sehr viel Spaß. Und was ihr Spaß machte, konnte für sie nichts Gutes bedeuten.
 

Langsamer, um möglichst keine Geräusche zu produzieren, schlich Hermine die Treppen hoch. Es war dunkel hier, die Fackeln, die sonst die Gänge erhellten, waren um diese Zeit gelöscht. Darauf bedacht, im Schatten zu bleiben, riskierte Hermine einen Blick auf die Plattform.
 

Ihr Herz blieb stehen.
 

Da stand Dumbledore, so blass und schwächlich, wie sie ihn noch nie gesehen hatte, und ihm gegenüber stand Draco, den Stab mit zitternder Hand auf den Schulleiter gerichtet. Mehrere Todesser, von denen Hermine nicht alle erkannte, hatten sich hinter ihm versammelt. Sein Plan schien nicht aufzugehen. Am Ende des Tages musste er doch seinen Zauberstab erheben und Dumbledore töten. Tränen stiegen Hermine in die Augen. Was sollte sie tun? Es wäre Selbstmord, sich dieser Menge an Todessern alleine zu stellen, doch wenn sie nichts unternahm, war der Schulleiter verloren.
 

Mit angehaltenem Atem pirschte sie sich aus dem Treppenhaus hervor, dicht an die Wand gepresst. Den Schatten der vielen Winkel und Erker ausnutzend, schob sie sich weiter vorwärts, bis sie nur noch wenige Meter von Draco entfernt war. Sie spürte, wie ihre Hände feucht wurden, doch ihr Entschluss stand fest.
 

„Draco, tu es, oder geh beiseite, damit einer von uns …“
 

Die Worte von Bellatrix Lestrange wurden abrupt abgeschnitten, als alle Köpfe sich zur Treppe umdrehten. Erleichtert atmete Hermine auf. Da war Professor Snape, sein Gesicht entschlossen, in der Hand den Zauberstab.
 

Ein großer, wenig intelligente wirkender Todesser richtete das Wort an ihn: „Wir haben ein Problem, Snape. Der Junge ist offenbar nicht fähig …“
 

„Severus …“
 

Hermines Herz blieb beinahe stehen. Dieses eine einzige Wort von Professor Dumbledore ließ all ihre Hoffnung sinken. Er klang flehend. Der Schulleiter klang niemals flehend, aber jetzt gerade schaute er Snape so bittend an, dass Hermine unwillkürlich wusste, dass sie sich verschätzt hatte. Wenn selbst Dumbledore, der Snape immer verteidigt hatte, in dieser Situation um sein Leben flehte, konnte das nur eines heißen.
 

Snape sagte nichts. Seine Miene war wie immer vollkommen ausdruckslos, als er vortrat und Draco aus den Weg stieß. Er blieb ausdruckslos, als er seinen Stab hob und auf Dumbledore richtete.
 

„Severus, bitte …“
 

Panisch legte Hermine sich eine Hand über den Mund. Tränen flossen ihr über die Wangen und ein Schluchzen drohte, sie zu verraten. Sie war hierfür verantwortlich. Sie hatte Snape informiert. Wenn Dumbledore jetzt wirklich starb, war es ihre Schuld.
 

Für einen Moment, der Hermine unendlich lang vorkam, starrte Snape nur eiskalt zu Dumbledore. Dann sagte er mit unmöglicher Ruhe: „Avada Kedavra.“
 

Wie in Zeitlupe sah Hermine den Schulleiter zurück kippen, über die Brüstung stürzen und fallen. Er war tot. Er war wirklich und wahrhaftig tot.
 

Um sie herum brach hektische Betriebsamkeit aus. Die Todesser liefen zurück zur Treppe und auch Snape wandte sich im Befehlston zu Draco: „Kommen Sie. Wir müssen hier weg.“
 

Draco, der offensichtlich selbst noch nicht begreifen konnte, was da gerade geschehen war, folgte dem Befehl nur langsam. Hermine kannte ihn lange genug, um den Ausdruck in seinem Gesicht als pures Entsetzen deuten zu können. Er hatte das alles nicht gewollt, das wusste sie. Obwohl er alles verursacht hatte, war er selbst nur ein Opfer.
 

Als endlich alle Todesser von der Plattform verschwunden waren, trat Hermine aus dem Schatten.
 

„Hermine!“
 

Das leise Flüstern ließ Hermines Herz vor Schock einen riesigen Satz machen: „Harry! Du bist hier?“
 

Sie konnte sehen, dass auch ihm Tränen über die Wangen liefen, doch zusätzlich glühten seine Augen vor Hass: „Ja. Dumbledore hat mich bewegungslos gezaubert, als Malfoy herkam, ich konnte nichts tun! Was machst du hier?“
 

Schuldbewusst zog sie die Schultern hoch: „Ich … bin Snape gefolgt.“
 

Hasserfüllt spie Harry: „Ich werde ihn nicht davon kommen lassen. Komm!“
 

Ehe sie protestieren konnte, war er davon gerannt, die Stufen hinunter, offensichtlich auf der Jagd nach Todessern. Fluchend folgte Hermine ihm. Sie konnte nicht zulassen, dass nach Dumbledore nun auch noch Harry Potter starb. Sie hatte keine andere Wahl, als ihm nachzulaufen.
 

Am Fuße der Treppe angekommen, realisierte Hermine, wie schlimm es um Hogwarts stand. Die Lehrer waren auf den Beinen, teilweise waren ganze Wände zum Einsturz gebracht worden, Blutlachen überzogen den Boden. Übelkeit stieg in ihr hoch. Wenn sie nur stärker darauf bestanden hätte, dass Draco sich Dumbledore anvertraut. Wenn sie nur nicht zu Snape gegangen wäre. Wenn Dumbledore etwas unternommen hätte, als sie ihm erzählt hatte, dass Draco ein Todesser war.
 

Sie schüttelte den Kopf, um ihre Gedanken zu klären, und hetzte Harry hinterher. Der Weg zurück zum Raum der Wünsche war durch Schutt und kämpfende Lehrer versperrt, also mussten die Todesser den Weg über die Ländereien nehmen, um außerhalb des Apparierbans von Hogwarts zu gelangen.
 

Im Vorbeilaufen sah sie Ginny, die panisch hinter Harry her blickte, und Neville, der von irgendeinem Zauber getroffen am Boden lag. Doch sie hatte keine Zeit, stehenzubleiben und zu helfen. Sie musste hinter Harry her. Wie vom Teufel besessen sprintete er durch das Chaos um ihn herum, als würde er es gar nicht wahrnehmen.
 

Als sie ihm durch die Eingangstür hinaus auf die Ländereien folgte, sah sie in weiter Entfernung Snape und Draco. Und noch weiter in der Ferne sah sie ein großes Feuer. Hagrids Hütte. Ihr Herz sank. Nicht auch noch Hagrid.
 

Harrys Vorsprung vergrößerte sich, so sehr Hermine sich auch anstrengte. Er holte Snape und Draco ein, bis er schließlich in Zauberreichweite war. Sie hörte ihn einen Fluch schreien, dann brach ein roter Strahl aus seinem Zauberstab hervor. Snape, der darauf offensichtlich vorbereitet gewesen war, stieß Draco aus dem Weg des Zaubers und drehte sich zu Harry um. Mit einer Handbewegung bedeutete er Draco, dass er verschwinden sollte, doch der kroch über den Boden zu Hagrids Hütte, um dort Schutz zu suchen.
 

Kurz entschlossen wechselte Hermine die Richtung und steuerte selbst auf die Hütte zu. Mit mehreren gezielten Sprüchen ließ sie Wasser über das kleine Haus regnen, bis das Feuer größtenteils erloschen war.
 

„Draco!“, flüsterte sie panisch: „Geht es dir gut?“
 

„Granger!“, erwiderte der ungläubig: „Was tust du hier? Hab ich dir nicht gesagt …“
 

Sie legte ihm eine Hand über den Mund, um Hagrid nicht auf ihn aufmerksam zu machen. Der große Wildhüter war auf der anderen Seite damit beschäftigt, die letzten Schwelbrände in seinem Garten zu bekämpfen. Leise flüsterte sie: „Ich weiß. Und du hattest Recht. Du hattest immer Recht. Snape … ist ein Todesser.“
 

Ihr Blick wanderte hinüber zu Harry, der in ein Duell mit Snape verwickelt war. Sie sollte ihm helfen, das wusste sie, also machte sie es kurz: „Draco. Hör mir zu. Nichts hiervon ist deine Schuld, okay? Und was auch immer geschieht, ich liebe dich. Vergiss das nicht.“
 

Rasch schickte sie einen Stupor in Richtung Snape, um ihn für einen Moment von Harry abzulenken. Draco wiederum starrte sie einfach nur weiter ungläubig an: „Granger, das kann nicht dein Ernst sein. Dumbledore ist tot! Und es ist meine Schuld!“
 

Entschlossen legte sie ihm beide Hände auf die Wangen: „Nein! Du hattest keine Wahl und das weißt du. Du hast ihn nicht getötet, sondern Snape. Ohne Snape wäre er vielleicht noch am Leben! Und dass Snape da war, war meine Schuld. Ich habe ihn alarmiert!“
 

Dracos Augen wurden groß: „Du … aber ich hab dir doch gesagt …“
 

Sie schüttelte den Kopf, während erneut Tränen hervorbrachen: „Und ich habe nicht zugehört. Was heute passiert ist, ist nicht deine Schuld. Du darfst dir das nicht einreden, egal, was die anderen sagen!“
 

Mit einer verzweifelten Geste schlang Draco beide Arme um sie und vergrub sein Gesicht in ihren Haaren: „Ich weiß nicht, ob ich das kann. Du-weißt-schon-wer wird jetzt öffentlich auftreten. Kein Muggelgeborener wird mehr sicher sein. Und alles ist meine Schuld.“
 

Mit halbem Ohr hörte Hermine, wie Harry Snape einen Sectumsempra entgegen schleuderte. Je länger das Duell ging, umso offensichtlicher wurde für Hermine, dass Snape nicht vorhatte, Harry zu töten. Gab es Befehle von Voldemort, dass niemand außer ihm das durfte? Was auch immer dahinter steckte, sie hatte keine Zeit, lange mit Draco zu reden. Wenn Snape Harry gefangen nehmen wollte, wäre das genauso schlimm wie sein Tod.
 

„Ich muss Harry helfen“, wisperte sie zu Draco: „Ich kann nicht zulassen, dass Snape ihm etwas tut.“
 

Ein Schluchzen kam von Draco: „Hermine … ich … bei Merlin, was ist, wenn wir uns nie wiedersehen? Ich weiß nicht, was jetzt passiert, aber … Merlin, ich kann das nicht ohne dich.“
 

Verzweifelt zog Hermine ihn in einen Kuss. Sie verstand absolut, was Draco meinte. Wenn Voldemort jetzt das Ministerium übernahm, würde er auch die Schule übernehmen und dann konnte sie nächstes Jahr nicht zurückkehren. Und wenn er die Schule nicht übernahm, wäre Draco mehr als unwillkommen. Was auch immer die Zukunft brachte, es war unwahrscheinlich, dass sie einander so schnell wiedersehen würden. Und das brach ihr das Herz. Sie brauchte Draco, genauso, wie er sie brauchte. Sie wünschte, sie könnte einfach mit ihm durchbrennen. Nach Frankreich auswandern und warten, bis alles vorbei war.
 

„Wir schaffen das“, flüsterte sie entschlossen: „Denk an mich und daran, dass ich dich liebe. Wenn der Krieg vorbei ist, komme ich zurück zu dir. Versprochen. Aber damit der Krieg endet, muss ich an Harrys Seite bleiben.“
 

„Ich liebe dich auch, Hermine, es tut beinahe weh, so sehr liebe ich dich.“
 

Sanft löste sie sich aus seiner Umarmung. Sie würde alles darum geben, noch länger bei ihm zu bleiben, doch jede Sekunde, die sie verstreichen ließ, war ein Risiko für Harry.
 

„Töte mich, wenn du dich traust, du mieser Feigling!“
 

Stöhnend rollte Hermine mit den Augen. Warum musste Harry seine Gegner immer provozieren. Sie warf Draco einen letzten Blick zu, dann rannte sie zum Ort des Duells.
 

„Nenn mich nicht Feigling!“, brüllte im selben Moment Snape mit so viel Wut in der Stimme, dass Hermine überrascht stehen blieb.
 

Vor ihren Augen wurde Harry durch die Luft geschleudert, während Snape eine hektische Geste zu Draco machte und gemeinsam mit ihm durch das Tor der Ländereien verschwand. Angsterfüllt lief sie zu Harry.
 

„Hermine“, stöhnte er schmerzerfüllt, „Ist er weg? Ist er entkommen?“
 

Weinend beugte sie sich über ihn, um ihm aufzuhelfen: „Ja, Snape ist weg. Und alle anderen Todesser auch. Malfoy auch.“
 

„Ich hab’s immer gesagt. Hermine, ich hab es immer gesagt. Aber Dumbledore wollte nicht hören. Er war so blind. Merlin, wie kann jemand wie er so blind sein?“
 

Sie schlang ihre Arme um ihn und zog ihn an sich. Es gab nichts, was sie tun konnte. Für niemanden war der Verlust von Dumbledore schlimmer als für Harry. Nach Sirius war der Schulleiter am nächsten an einer Vaterfigur für ihn dran gewesen, und nun hatte er auch ihn verloren.
 

„Wo wart ihr?“, fragte sie, um Harry von seiner Trauer und Wut abzulenken.
 

Er zog ein Medaillon hervor: „Haben ein Horkrux gefunden. Aber ich weiß nicht, wie man es zerstört.“
 

Hermine nahm ihm das Medaillon ab und betrachtete es von allen Seiten. Vorsichtig tastete sie nach dem Mechanismus, der den Deckel aufspringen ließ. Überrascht stellte sie fest, dass sich ein Zettel darin befand. Mit gerunzelter Stirn zog sie ihn hervor und las.
 

Eisige Kälte ergriff von ihr Besitz.
 

„Harry“, flüsterte sie fassungslos, „das ist kein Horkrux.“
 

„Was?“, fauchte er und riss ihr den Zettel aus der Hand. Sein Blick flog über die Zeilen und mit jedem Wort wurde er bleicher.
 

„Fuck!“, schrie er, nachdem er zu Ende gelesen hatte, und schleuderte das Medaillon von sich: „Dafür ist Dumbledore gestorben! Für wertlosen Schrott! Wenn er nicht so geschwächt gewesen wäre, dann …“
 

Er brach ab, von Schluchzen und Keuchen geschüttelt. Hilflos schmiegte Hermine sich an ihn, während sie zu begreifen versuchte. Irgendjemand hatte dieses spezielle Horkrux vor ihnen gefunden und ausgetauscht. Wo war es jetzt? War es dem mysteriösen R.A.B. gelungen, es zu zerstören? Hatten sie überhaupt eine Chance, das jemals herauszufinden?
 

oOoOoOo
 

Die nächsten Tage erlebte Hermine wie in Trance. Dass Fleur Bill trotz seines verunstalteten Gesichts noch heiraten wollte. Dass Tonks in Remus Lupin verliebt war. Dass Harry seine Beziehung zu Ginny beendete. Selbst das Begräbnis von Dumbledore ging an ihr vorbei, als würde sie einen Film sehen. Es gelang ihr einfach nicht, zurück in die Wirklichkeit zu finden. Sie hatte plötzlich so viele schreckliche Geheimnisse vor ihren besten Freunden, dass sie sich wie aus der Welt genommen fühlte.
 

Welches Recht hatte sie, mit Harry und Ron über die Horkrux-Jagd zu sprechen? Welches Recht hatte sie, bei der Beerdigung von Dumbledore anwesend zu sein?
 

Und jeden Tag vermisste sie Draco. Harry hatte ihr gegenüber angedeutet, dass er seine Meinung geändert hatte. Dass er gesehen hatte, wie Draco Dumbledore nicht töten konnte, wie er offensichtlich Angst hatte. Dass er sogar sowas wie Mitleid mit ihm hatte bei dem Gedanken daran, dass er jetzt von Todessern umgeben war, die ihn zu sonst was zwingen könnten. Das hatte ihre Angst nur verstärkt.
 

Um sich selbst abzulenken, stürzte sie sich in Arbeit. Während der letzten Tage in Hogwarts war sie beinahe rund um die Uhr in der Bibliothek, um so viele Bücher wie möglich durchzuarbeiten. Sie wusste nicht, wonach sie suchte, nur, dass sie nichts übersehen wollte. Sie erstellte eine immer länger werdende Liste von Büchern, die nützliche Zaubersprüche oder Informationen über historische Ereignisse enthielten. Alles, was auch nur im Entferntesten hilfreich aussah, wanderte auf die Liste. Es gab ihr das Gefühl, produktiv zu sein, es lenkte sie ab.
 

Harry hatte angedeutet, dass er nach dem Sommer definitiv nicht nach Hogwarts zurückkehren würde. Er würde sich auf die Suche nach Horkruxen machen. Und sie würde ihm folgen. Sie würde ihm überall hin folgen, egal, wie widrig die Umstände waren. Sie hatte das Blut Dumbledores an ihren Fingern kleben. Sie würde nicht zulassen, dass Harry etwas zustoßen würde. Egal, wie sehr sie sich wünschte, bei Draco zu sein, sie musste ihre Gefühle zurückstellen.
 

Harry hatte Priorität.



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Kommentare zu diesem Kapitel (1)

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Von:  Omama63
2017-11-10T07:39:33+00:00 10.11.2017 08:39
Es ist doch so gekommen, wie in den Büchern. Dumbledore ist tot.
Das muss ein schmerzlicher Abschied gewesen sein für die Zwei. Sie wissen ja nicht, wann und ob sie sich wieder sehen.
Bin schon gespannt, wie Draco reagiert, wenn Hermine mit Ron und Harry bei ihm zu Hause ist.

LG
Omama63


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