Bella ciao
Die Tage hier sind trostlos, leer,
mein Magen knurrt schon lang und schwer.
Aus Hunger aß ich manchen Fraß,
sogar die Larve aus dem Fass.
Bella springt nur auf und ab,
gibt niemals auf – welch seltsamer Trab.
Sie sucht ein Loch, sie rüttelt barsch,
das sagt zumindest Wächter Lars.
Er lacht dabei mit rauem Schnaub:
„Irgendwann fällt ihr Kopf noch ab.“
Und wenn es so weit kommen soll,
dann klingt es durch den Kerkerhall:
Bella ciao, ciao, ciao,
ich vermisse dich jetzt schon genau.
Bella ciao, ciao, ciao,
du redest viel – und zwar genau.
Den ganzen Tag wie Wasserfall,
kein Schweigen kennt dein Widerhall.
Ich dachte einst aus Langeweil’,
doch dieses Wort kennst du nicht einmal.
Dann plötzlich warst du fort zur Stunde,
zur Mittagszeit, der gehassten Runde.
Wenn Türen knarren, Schritte wehn,
sieht man hier viele Menschen gehn.
Doch wohin verschwinden sie nur genau?
Das fragte ich mich voller Grau’n.
Denn ich konnt’ dir nicht einmal sagen:
Bella ciao, ciao, ciao.