Zum Inhalt der Seite

Alchemistische Shenanigans

von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Als Chuuya aufwacht, ist da ein Quietscheentchen genau vor seiner Nase und er hat keine Ahnung, wie das da hingekommen ist. Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Musha möchte die Felder in der Bibliothek wieder bebauen, doch die Alchemie dieses Ortes scheint etwas dagegen zu haben. Komplett anzeigen

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Quietscheentchen

Noch nicht ganz wach dreht sich Chuuya auf die Seite und öffnet seine Augen. Er blinzelt – einmal, zweimal – doch das Bild verändert sich nicht. Chuuya richtet sich etwas auf und betrachtet auf seinen Ellbogen gestützt das kleine gelbe Quietscheentchen, das da auf seinem Kopfkissen sitzt. Chuuya beugt sich näher heran und stupst es schließlich mit seinem Finger an. Das Quietscheentchen wackelt etwas, bleibt aber stehen. Chuuya drückt stärker dagegen, bis es schließlich umfällt und vom Futon kullert. Wieder blinzelt Chuuya, doch das Quietscheentchen ist immer noch da. Er richtet sich nun richtig auf und bemerkt dadurch auch, dass das nicht das einzige Quietscheentchen in seinem Zimmer ist – zehn insgesamt zählt er und jedes von ihnen sieht anders aus.

„Was zum?“, murmelt Chuuya.

Er überlegt, ob er gestern mehr Sake als sonst getrunken hat und das hier einfach nur die Nachwirkungen sind, aber nein, er fühlt sich nicht anders als sonst. Also vielleicht ein Streich von einem der anderen Autoren? Vielleicht von Dazai? Als Rache dafür, dass er ihn so oft ärgert? Chuuya verwirft diesen Gedanken wieder. Dazai ist nicht der Typ für Streiche und selbst wenn man die Sache mit Shiga als Streich sehen will, war Chuuya selbst derjenige, der ihn dazu gebracht hat, ansonsten hätte Dazai das niemals gemacht. Aber auch bei den anderen Autoren hat er nicht das Gefühl, dass sie so etwas machen würde. Oder hat er vielleicht im betrunkenen Status etwas von sich gegeben, dass hierzu geführt hat? Nein, das schließt Chuuya aus. Er ist zwar nur sehr selten ohne Sakeflasche in der Hand anzutreffen, aber er hat seinen Alkoholkonsum meistens im Griff und betrinkt sich nur an wenigen Tagen soweit, dass er sich später nicht mehr daran erinnern kann, was währenddessen geschehen ist.

Chuuya seufzt, dann entscheidet er sich aufzustehen. Es wird auch nicht besser werden, wenn er hier weiterhin rumsitzt. Also zieht er sich um, schnappt sich das gelbe Quietscheentchen, mit dessen Anblick er aufgewacht ist, und verlässt sein Zimmer. Doch kaum, dass er einen Fuß auf den Flur gesetzt hat, fällt ihm das Quietscheentchen auch schon aus der Hand. Im Flur sind noch mehr Quietscheentchen. Sein Mund steht ihm offen. Er blinzelt – einmal, zweimal, dreimal, viermal.

„Was soll der Mist?!“
 

Chuuya steht in der Küche und wird auch hier mit der Sicht auf einen ganzen Haufen Quietscheentchen beglückt. (Ango hat sie zur Seite geräumt, um sich Platz zum Kochen zu schaffen – was genau er da mal wieder kocht, will Chuuya gar nicht wissen.) Oda lehnt währenddessen am Küchentisch und betrachtet eines der Quietscheentchen eingehend.

„Hat eigentlich schon jemand dem Vizedirektor hierüber informiert?“, fragt er.

„Dazai und Akutagawa-san müssten gerade bei ihm sein“, meint Ango, während er weiterhin in dem Topf auf dem Herd herumrührt. Nein, Chuuya wird nicht nachfragen. Bei dem Geruch will er einfach nicht wissen, was das für eine undefinierbare Masse ist, die da vor sich hin brodelt.

„Ich frage mich wirklich, wo diese Dinger herkommen. Gestern waren sie noch nicht da und keiner von uns war so betrunken, dass er nichts mehr mitbekommen hätte“, sagt Oda nachdenklich und stellt das Quietscheentchen neben sich auf den Tisch.

„Der Alchemist kontrolliert die Bibliothek, richtig?“

Ango dreht sich vom Herd weg und sieht Chuuya an. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass der Alchemist hierfür verantwortlich ist, oder?“

Chuuya zieht eine Augenbraue hoch. „Nicht direkt, nein, aber die Regeln wurden umgeschrieben, vielleicht ist das einfach eine Nebenwirkung oder so.“

„Der Kristall ist derzeit noch um einiges kleiner als früher und hat vielleicht noch nicht dieselbe Macht, ist instabiler. Deine Theorie könnte also stimmen“, meint Oda.
 

Am Ende hatte Chuuya tatsächlich recht mit seiner Theorie. Nachdem der Alchemist seine gesamte Energie aufbrauchen musste und der Kristall zerstört wurde, um für ihren Erfolg zu sorgen, wurden die Regeln, die bisher in der Bibliothek gegolten hatten, auf null gesetzt. Zwar ist ein neuer Stein entstanden, aber dieser ist noch nicht ausreichend gefestigt und in der Tat instabil, sodass die Regeln nur nach und nach neu geschrieben werden können – darum können sie derzeit auch noch nicht wieder in Bücher tauchen oder neue Autoren rekrutieren – und dabei ist wohl ein kleiner Fehler unterlaufen. Der Alchemist hat diesen Fehler zwar mittlerweile korrigiert, aber verschwunden sind die Quietscheentchen trotzdem nicht. Da die Autoren aber auch nicht wussten, was sie mit ihnen machen sollen, haben sie sie auf die Brüstungen im Büchersaal gestellt, als Erinnerung an diesen fragwürdigen Tag.

Projekt "Feldarbeit"

Die Autoren haben derzeit nicht sonderlich viel zu tun. Da der Kristall des Alchemisten noch dabei ist sich zu erholen, können sie derzeit weder in Bücher eintauchen noch die Bibliothek verlassen (was sie zwar vorher auch nicht konnten, aber das ist hier gerade nicht wichtig). Das ist wohl auch der Grund, warum gerade alle 15 Autoren und der Vizedirektor im Büchersaal versammelt sind und Mushas Ausführungen lauschen. Er will das Projekt „Feldarbeit“, wie er sagt, wieder aufleben lassen, um auszugleichen, was derzeit fehlt. Musha hat dazu Pläne angelegt, damit sie systematisch und effizient anbauen können – und jeder soll mithelfen. Zwar sind manche nicht sonderlich begeistert von dieser Idee, doch Musha hat diese Art an sich, mit der er sie dann doch noch überzeugt, und so stehen die Autoren schließlich alle in passender Kleidung vor der Tür, die zu den Feldern führt. Musha öffnet sie freudestrahlend und – wird mit Regen begrüßt. In seiner Bewegung eingefroren starrt er nach draußen.

Saisei legt seinen Kopf schief. „Um. Ich wusste gar nicht, dass es in dem Raum regnen kann.“

„Ich auch nicht“, gibt Musha langsam von sich.

„Ist das nicht normal, dass es auf einem Feld regnen kann?“, fragt Dan.

Chuuya schnaubt. „Das hier ist die Bibliothek. Hier ist nichts normal.“
 

Natürlich konnten sie bei dem Regen nicht draußen arbeiten. Die Autoren sind also wieder anderen Beschäftigungen nachgegangen, während Musha immer mal wieder nachgesehen hat, ob der Regen aufgehört hat und als das endlich der Fall war, hat er zumindest das Buraiha-Quartett wieder aufgegabelt und ist mit ihnen zum Feld, doch kaum öffnet er die Tür, ist von dem guten Wetter nichts mehr zu sehen.

„Hattest du nicht gesagt, dass die Sonne wieder scheinen würde?“, fragt Dazai.

„Gerade hat sie auch noch geschienen“, erwidert Musha verwirrt.

Natürlich konnten sie wieder nicht auf dem Feld arbeiten – und so ging es auch die nächsten Male weiter: Musha sieht, dass die Sonne scheint, trommelt ein paar Leute zusammen, doch kaum öffnet er die Tür, ist es wieder am Regnen. Es ist auch egal, wen er sich als Helfer auserkoren hat und in welcher Kombination er sie sich aussucht – jedes Mal ist es am Regnen, obwohl kurz vorher noch die Sonne vom Himmel geschienen hat. (Kann man es überhaupt Himmel nennen, wenn dieser Ort sich eigentlich in einem Raum der Bibliothek befindet?)
 

Mit jedem Mal wird Musha immer verzweifelter. Es scheint einfach nicht funktionieren zu wollen. Als Musha wieder mal in den Raum sieht und Sonne scheint, starrt er lange Zeit einfach nur den Himmel an.

„Ist alles in Ordnung, Mushanokouji?“

Musha zuckt zusammen und sieht über seine Schulter zu Dazai, der ihn aus großen Augen anblickt. Er überlegt, dann lächelt er und zieht Dazai am Arm näher an die Tür heran. Dazai fiept erschrocken auf.

„Tu mir einen Gefallen und sieh nach draußen, bis ich wieder zurück bin. Nicht wegschauen.“

Dazai blinzelt verwirrt. „Oh. Okay. Das kann ich machen, denke ich.“

„Perfekt. Ich bin gleich wieder zurück.“ Damit eilt Musha davon. Er hofft, dass sich das Wetter so nicht ändern wird.
 

Als er wieder zurückkommt, hat Musha Saisei und Hagiwara dabei. „Wie sieht es aus, Dazai-kun? Scheint noch die Sonne?“, fragt er, sobald er in Hörweite ist.

Dazai sieht zu Musha. „Ja, alles gut.“

„Perfekt.“

Dazai sieht zurück zur Tür und blinzelt. „Eh?!“

Er hat vielleicht zwei Sekunden weggeschaut, aber in der Zeit hat es wieder angefangen zu regnen. Musha gibt einen frustrierten Schrei von sich, stürmt davon und lässt drei verwirrte Autoren zurück.
 

„Geht es ihm gut?“, fragt Chuuya. Er schaut zu Musha, der seinen Kopf auf dem Tisch abgelegt hat und die Maserung anstarrt.

Shiga seufzt. „Die Sache mit den Feldern macht ihm zu schaffen. Bisher hat es jedes Mal geregnet, sobald er vorhatte dort zu arbeiten.“

Chuuya wirft einen letzten Blick auf Musha, dann dreht er sich um und geht. „Ob das wohl auch daran liegt, dass die Regeln neuformiert werden müssen?“, fragt er sich laut genug, dass auch Musha es mitbekommen haben müsste.
 

„Ich hasse den Alchemisten und diesen blöden Kristall“, grummelt Musha das nächste Mal, als Dazai auf ihn trifft.

Schon allein diese Aussage bringt Dazai dazu in seinem Tun zu stoppen und Musha anzusehen. „Huh?“

„Er soll sich endlich einkriegen und das in den Griff kriegen.“ Musha hat Dazai gar nicht bemerkt und stiefelt einfach weiter vor sich hinmurmelnd an ihm vorbei.

Dazai sieht ihm nach, bis er um die nächste Ecke verschwindet, dann seufzt er und nimmt seine Tätigkeit wieder auf. Man kann nur hoffen, dass in der Bibliothek bald wieder so etwas wie Normalität eingekehrt, sonst werden hier irgendwann noch alle durchdrehen – auf dem besten Weg dahin sind sie zumindest schon mal.


Nachwort zu diesem Kapitel:
Diese Geschichte ist Teil des LLF Comment Project, welches erschaffen wurde, um Kommunikation zwischen Lesern und Autoren zu verbessern. Dieser Autor freut sich über Feedback, inklusive:

• Kurze Reviews
• Lange Reviews
• Fragen
• Konstruktive Kritik
• Leser-Leser-Interaktionen

Unter dem folgenden Link findet ihr ein interaktives Tool, dass beim Erschaffen von konstruktiver Kritik helfen kann (das Tool ist derzeit nur auf Englisch verfügbar): Comment Builder

Dieser Autor sieht und freut sich über alle Kommentare, wird aber möglicherweise nicht (sofort) antworten.

Bevorzugst du es keine Antwort auf dein Review zu bekommen, kannst du es mit „Flüstern“ unterschreiben. Dann werde ich mich im Stillen über dein Review freuen und darauf verzichten eine Antwort an dich zu verfassen.


Für diejenigen unter euch, die nun ebenfalls bei dem Projekt mitmachen möchten, habe ich das gesamte Template, das ihr unter dem obersten Link finden könnt, ins Deutsche übersetzt. Ihr findet die Übersetzung hier: *klick* Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Diese Geschichte ist Teil des LLF Comment Project, welches erschaffen wurde, um Kommunikation zwischen Lesern und Autoren zu verbessern. Dieser Autor freut sich über Feedback, inklusive:

• Kurze Reviews
• Lange Reviews
• Fragen
• Konstruktive Kritik
• Leser-Leser-Interaktionen

Unter dem folgenden Link findet ihr ein interaktives Tool, dass beim Erschaffen von konstruktiver Kritik helfen kann (das Tool ist derzeit nur auf Englisch verfügbar): Comment Builder

Dieser Autor sieht und freut sich über alle Kommentare, wird aber möglicherweise nicht (sofort) antworten.

Bevorzugst du es keine Antwort auf dein Review zu bekommen, kannst du es mit „Flüstern“ unterschreiben. Dann werde ich mich im Stillen über dein Review freuen und darauf verzichten eine Antwort an dich zu verfassen.


Für diejenigen unter euch, die nun ebenfalls bei dem Projekt mitmachen möchten, habe ich das gesamte Template, das ihr unter dem obersten Link finden könnt, ins Deutsche übersetzt. Ihr findet die Übersetzung hier: *klick* Komplett anzeigen

Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu dieser Fanfic (0)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.

Noch keine Kommentare



Zurück