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The fight in the heart

Wichtelgeschichte für Crystalwater
von

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The fight in the heart


 

Liebevoll lächelte Ruka ihn an und streichelte über sein besonderes Haar, das später seinen Kampfwillen und seine leidenschaftliche Persönlichkeit widerspiegeln sollte. Große, dunkelrote Augen musterten ihn von den Fußspitzen bis zum Haaransatz. Darin versteckte sich weder eine strenge Feststellung noch eine kritische Suche nach Schwäche. Es war nur der Stolz einer Mutter. Daraufhin kitzelte sie ihn sanft am Kinn und lauschte seinem süßen, hellen Lachen. Für den Jungen schien es, als würde die ganze Welt für einen Moment stillstehen. Von ganzem Herzen liebte er jede Regung ihres Gesichts, jede fließende Bewegung ihrer Hände, jede Wärme, die von ihr ausging.

»Beschütze stets das Feuer in deinem Herzen, Kyojuro«, sagte Ruka mit aufrichtigem Blick. »Die Starken haben die Pflicht, die Schwachen zu verteidigen und dafür musst du die Flammen der Gerechtigkeit in dir tragen.«

In Kyojuros Brust hämmerte das Herz so kraftvoll, als wolle es seinen Körper sprengen. Vor Aufregung sprang er auf, umklammerte die Hand seiner Mutter fest und nickte eifrig, da ein Feuer der Entschlossenheit in ihm aufloderte.

»Ich werde die schwachen Menschen vor den Dämonen beschützen, so wie Vater und die Väter unserer Familie es zuvortaten. Du kannst dich auf mich verlassen, Mutter.«

Im goldenen Schein des Nachmittags, der durch das offene Fenster strömte, brach aus der Kehle der Frau ein warmes, ansteckendes Kichern hervor, das wie ein Funken durch die Luft sprang und ihren Sohn mit reiner Freude erfüllte, bis er selbst laut auflachte.

»Ich weiß, dass ich dir vertrauen kann«, meinte sie voller Dank.

Kyojuro spürte das Echo ihrer tugendhaften Worte noch lange in sich nach, selbst wenn er allein auf dem Pfad der Dämonenjäger kämpfen musste. In seiner Zukunft als Beschützer der Menschen erinnerte er sich immer an ihr Lächeln, so offen, warm und doch voller unerschütterlicher Stärke. Er wusste, dass alles, was er als Dämonenjäger erreichte, jede heldenhafte Tat, jeder erbitterte Schlag gegen das Böse in Dämonengestalt, ein Abbild ihrer Lehre war. Schon in jungen Jahren erkannte er durch sie, dass Mut und Gerechtigkeit untrennbar miteinander verwoben waren und dass ein wahrer Held stets die Schwachen verteidigte, selbst wenn der Körper vor Angst zitterte und das Herz im Angesicht des Todes zu Asche zu fallen drohte. Sie war der Stern an seinem Himmel, der ihm den Weg zeigte, wenn alles andere in Nacht gehüllt war. Solange er sie in seinem Herzen trug, vermochte kein Dämon, ihn zu zerbrechen.

»Woran denkst du gerade, mein Sohn?«, fragte Ruka neugierig und strich eine Strähne ihres dunklen Haars hinters Ohr.

»Wie oft habe ich Feuer und Licht gesagt?«, überlegte er laut, zählte eifrig an den Fingern ab und wippte ungeduldig mit den Füßen. »Ich glaube, dreimal oder viermal.«

Plötzlich tippte eine Fingerspitze gegen seine Stirn. Seine Gedanken verstummten, er wurde ruhig und blickte hoch in das Lächeln seiner Mutter.

»Es war ein Segen, die Mutter eines so willensstarken und gutherzigen Sohnes zu sein.«

 

 

 

 
 

Das Knistern des Feuers zerriss die nächtliche Stille, die viel zu lange in der Luft gelegen hatte. Die mächtigen Flammen auf der Waldlichtung loderten unheimlich unter dem klaren Sternenhimmel, als vollführten sie ein düsteres Ritual und flüsterten verhängnisvolle Flüche in die Dunkelheit. Kyojuro kniff die Augen zusammen, doch er wusste, dass die Tränen auf seinen Wangen nicht vom grellen Licht stammten.

»Ich bin verflucht … und doch lebe ich«, raunte er mit einer Stimme, die einst hell und klar geklungen hatte wie Sonnenlicht zwischen Wolken. »Ich darf nicht aufhören, der willensstarke und warmherzige Beschützer der Menschen zu sein.«

Wie ein Wasserfall strömte die salzige Flüssigkeit über sein Gesicht, das vor Wut verzerrt und von einem kämpferischen Lächeln versteift war. Nur die Wärme des Feuers, sein einziger Verbündeter, erfüllte ihn mit letzter Hoffnung. Er konnte sie fühlen. Diese Wärme.

»Bis zu meinem Tod werde ich die Schwachen beschützen, Mutter. Das verspreche ich dir.«

Seine Unterlippe zitterte, doch er zwang sich zu einem vertrauensvollen Lächeln, um die Feinde zu verspotten, die ihn in diese Lage gebracht hatten. Er ballte die Hände zu Fäusten, bis er den Griff lockerte und seine steife Haltung nachließ. Langsam wich seine exzentrische Fröhlichkeit bitterem Groll. Diese Erkenntnis traf ihn wie ein Faustschlag in die Magengrube. Eine Welle der Übelkeit durchflutete ihn, ihm wurde abwechselnd eiskalt und glühend heiß, während seine Sicht sich trübte.

»Ich bin stolz auf dich, mein Sohn.«

»Ich erfülle meine Pflicht! Niemand hier wird sterben, das lasse ich nicht zu!«, raunte Kyojuro entschlossen und sah sein eigenes Spiegelbild in einer Klinge aus silbernem Metall. »Jetzt darf ich nicht als Menschen sterben. Oder was davon noch übrig geblieben ist!«

Sein langes, leicht zerzaustes, sonnengelbes Haar mit roten, flammenartigen Strähnen umrahmte als Dämonenjäger sein Gesicht nicht mehr. Im Mondlicht schimmerte es nun silbern, durchzogen von eisblauen und goldenen Flammen, während die Sonne in seinen Augen erlosch. Lediglich ihre Farbe – geschmolzenes Gold, das am hellem Sommerhimmel glühte – war samt dem Feuerrot für immer verblasste. Auch sein Schwert veränderte sich. Es fühlte sich eisig an, aber härter als sein Wille und das Flammenornament wurde durch ein Mondsymbol ersetzt. Der Stolz seiner Familie lag zertreten im Staub.

Es dauerte eine Weile, bis sich sein Zustand besserte. Sein Blick wurde weicher, doch ein Hauch Traurigkeit lag darin, während er nach einer Lösung suchte. Leicht biss er sich auf die Unterlippe, denn Aufgeben war für ihn keine Option. Seine Finger umklammerten den Stahl fester, bis er sich schnitt und Blut frisch aus der Wunde quoll, die sich wieder schnell verheilte. Leider schmerzte es Kyojuro tief im Herzen. Zum Glück war sein Wille nicht dem Dämonenkönig unterworfen, sonst hätte er mit eigenen Händen seine Freunde und selbst unschuldige Kinder ins Verderben gestürzt. Allein diese Vorstellung ließ sein Herz erbeben.

»Ein Krieger und Beschützer mit Narben ist echter als ein gefühlloses Monster.«

Müde schloss er die Augen, aus denen ein schwaches, goldenes Licht strahlte, wandte sich somit seinem Spiegelbild ab und laschte nur. Im Wald raschelten die Blätter, als der Wind durch die Baumkronen säuselte und im dichten Unterholz eine Eule durch die Nacht rief. Der leicht modrige Duft der Erde und der rauchige Geruch des Feuers überschatteten kurz den Gestank des Blutes. Doch es war nicht sein Blut. Es war fremdes Blut. Sein Blut!

»Wunderschön, wie du deine Kraft als Dämon ohne Grenzen zu überwinden versuchst«, lobte eine männliche, begeisterte Stimme, die bei Kyojuro eine Gänsehaut jagte.

Ohne mit der Wimper zu zucken, öffnete Kyojuro seine Augen und starrte unerbittlich in die Finsternis des Waldes. Schatten schlichen zwischen dem flackernden Schein des Feuers und der alles verschlingenden Dunkelheit wie ein tanzendes Schweigen zwischen dem Letzten, was lebte, und dem, was seit jeher als tot galt.

»Du solltest meinen menschlichen Willen nicht unterschätzen, Dämon!«

Ein silberhelles, beinahe herausforderndes Lachen erfüllte die Lichtung, schnitt scharf durch die Abendluft und packte Kyojuros Herz wie eine eiskalte Hand. Doch die Flammen seines Kriegerbluts weigerten sich zu erlöschen.

»Ein Dämon nennt mich Dämon? Aus deinem Mund klingt das nach purer bitterer Ironie«, kommentierte der ungebetene Gast mit angewidertem Blick, fast enttäuscht, als er aus dem Dicklicht trat. »Das bedeutet, du bist noch viel zu menschlich, eklig schwach und von dieser menschenerfundenen Moral gebremst.«

Kein Schrei brüllte aus seiner Seeke, kein Fluchen loderte auf, keine Tränen perlten nieder. Vorhin am Lagerfeuer, wo Schatten um die Flammen walzten und die Nacht Geheimnisse flüsterte, hatte er einen flüchtigen Moment der Schwäche enthüllt. Indes formten sich Kyojuros Lippen zu einem kühnen, selbstgewissen Grinsen, einem Zwiespalt aus glühendem, erstickendem Zorn, der wie Lava brodelte, und der wilden, unbezähmbaren Kampflust, die wie ein Sturmwind durch seine Adern fegte.

»Das ändert sich nie! Für das, wofür ich stehe und KÄMPFE, verfluchter Dämon!«

Sofort hielt Akaza im Gehen inne, verschränkte die Arme vor der Brust und neigte den Kopf zur Seite wie ein Raubtier, das seine Beute kalkulierte. Zuerst lag nur Nachdenklichkeit in seinen Zügen, ein Schatten des Zweifels, ob diese Worte als Mut oder Leichtsinnigkeit zu werten seien, dann nickte er stichelnd. Er schürzte die Lippen zu einem schmalen Bogen und ließ ein Lächeln erblühen, scharf wie eine Klinge.

»Herzlichen Glückwunsch, Kyojuro. Du fluchst ja gar nicht …«, spottete er, als plötzlich ein Feuerpfeil durch die Dunkelheit schoss, lodernd und tödlich, nur Millimeter von seiner Wange entfernt, doch mit einer einzigen, eleganten Kopfbewegung entging er dem Schicksalsschlag. »Nicht schlecht!«

Ein wildes Schnauben brach aus Kyojuro hervor. er rechte Fuß bewegte sich seitlich nach hinten, während der linke Fuß mit der Zehenspitze nach vorn zeigte. Mit geradem Rücken und fokussiertem Blick machte er sich zum Kämpfen bereit, als Pfeil und Bogen in seinen Händen zischend zu einer Waffe aus schneeweißen Flammen verschmolzen.

»Interessant … du hast gezögert.«

Akaza hob eine Augenbraue, als das stolze Funkeln in den Augen seines Gegners aufleuchtete. Ein siegreiches Lächeln glitt über seine Lippen, während Akaza sich den Nacken rieb.

Kyojuro analysierte die Situation. In einem Punkt gab es keinen Zweifel, der Dämon den oberen Reigen wollte mehr, als nur gegen ihn zu kämpfen oder ihn zu vernichten. In seinen Augen lag eine finstere Gier, ein unheilvolles Verlangen. Er sah in Kyojuro kein Opfer, sondern ein Meisterwerk, erschaffen aus seinem eigenen Dämonenblut. Ein Kunstwerk, das er nun in allen Facetten genießen wollte. Ungewollt fühlte er eine seltsame Mischung aus Abscheu und Ehre zugleich in sich aufsteigen. Ein Rosaton stieg in seine Ohrenspitzen, verriet seine Verlegenheit.

»Ich war auf einen Schwerthieb vorbereitet, aber nicht auf diesen Pfeilangriff!«

»Das war auch geplant«, sagte Kyojuro direkt.

»Oh, wie hinterlistig! Das gefällt mir. Du kannst stärker werden, wenn du ein …«, lobte er ihn und leckte sich über die Lippen, bis ein lautes Gebrüll ihn verstummen ließ.

»Schweig und kämpfe!«

Akaza rührte sich nicht. Seine Augen verengten sich zu schmalen Spalten, und auf seinem Gesicht lag ein Ausdruck fiebriger Vorfreude.

»Dein Kampfgeist ist beeindruckend ... hm ... fast zu schade, dass er an mir vergeudet wird«, meinte er unnachgiebig und hob warnend den Finger, während sich ein finsteres Schmunzeln auf seinen Mund abzeichnete. In seinen Augen glomm ein gefährlicher Gedanke auf. »Fürchte dich nicht, denn ich werde dich lehren, als Dämon zu wachsen.«

Mit einem bitteren, ehrlichen Lachen stieß Kyojuro den Atem aus und schüttelte den Kopf.

»Ich werde keine unschuldigen Menschen töten.«

Akaza schnalzte unbeeindruckt mit der Zunge.

»Sind alle Menschen von Natur aus unschuldig? Schützt du somit auch jene, die anderen Leid zufügen. Diebe, Mörder, Vergewaltiger?«

Zeitweilig zuckte der leidenschaftliche Kämpfer zusammen. Ein Dämon, der Worte nutzt, um Menschen in die Irre zu führen, ist meist gefährlicher als einer mit brutaler Kampfeskraft.

»Als Dämon kennst du die menschliche Natur nicht mehr. Ich kämpfe für die Schwachen, darum werde ich sie auch vor anderen Menschen beschützen!«

Nicht die Niederlage gegen Akaza brannte in seiner Seele, sondern die quälende Ungewissheit darüber, was mit den anderen im Zug geschehen war. Dieser Gedanke nagte pausenlos an seinem Gewissen wie ein schleichendes Gift. Nachdem Akazas Blut ihn gegen seinen Willen in einen Dämon verwandelt hatte, war alles in Finsternis versunken. Als er das Bewusstsein verlor, verschluckte ihn die Dunkelheit, und als er wieder zu sich kam, fand er sich allein in diesem Wald wieder.

»Unachtsamkeit ist die häufigste Todesursache im Kampf!«, hallte Akazas Stimme durch die Lichtung und schnitt ihm scharf ins Bewusstsein. Nur wenige Meter von ihm entfernt ließ Akaza seine Finger schnippen, ein kaum hörbares Geräusch, das dennoch wie ein Donnerschlag wirkte. »Das ist schwach und Schwäche dulde ich nicht!«

»Wir sind nicht schwach!«, erwiderte Kyojuro mit funkelnden Augen, und trotz der Schärfe in seiner Stimme lag ein beinahe freudiger Eifer darin. »Meine Kameraden, vor allem Tanjiro und Nezuko, sind die Hoffnung, die euch Dämonen eines Tages das Fürchten lehren wird!«

Kyojuro respektierte Tanjiro dafür, wie konsequent er seine kleine Schwester vor allen Gefahren schützte – sei es vor Dämonen oder Menschen. Als großer Bruder selbst kannte er diese unerschütterliche familiäre Liebe nur zu gut. In diesem Moment vermisste er seinen kleinen Bruder Senjuro, seine Mutter Ruka und sogar seinen Vater schmerzlich, während sich seine Seele innerlich qualvoll zusammenkrampfte.

Genervt rollte Akaza mit den Augen und fletschte die Zähne, als müsse er sich beherrschen.

»Dieser schwache Bengel nannte mich einen Feigling. Dafür wird er noch mit seinem Tod bezahlen. Und seine Dämonenschwester wird Schlimmeres ereilen. Ihr beide habt einiges gemeinsam, da ihr der Kontrolle von Muzan Kibutsuji entkommen seid.«

»Sag das noch einmal, Akaza«, warnte er dramatisch, aber mit Vertrauen in der Stimme. »Tanjiro ist nicht so leicht zu bezwingen.«

An Akazas Schläfe zuckte eine pochende Ader, doch sein Knurren verriet den gekränkten Stolz, den er kaum im Zaum halten konnte.

»Dieser Schwächling wird unter meinen Händen sterben, und ich werde auf seine Niederlage herabblicken«, grollte er kalt.

Das Feuer in seinen Adern pulsierte im Einklang mit dem Beben des Bodens unter seinen Füßen. Jeder Atemzug stieß heiße Luft aus, glühend und unausweichlich. Dann spannte er den Bogen, und seinem Pfeil gesellten sich zwei weitere hinzu. Schneeweiße Flammen züngelten an der Sehne empor, gestärkt von seiner Entschlossenheit und loderten grell gegen die Dunkelheit. Er schoss die Pfeile ohne ein weiteres Wort ab und zielte auf Akaza.

»Selbst wenn du bis zum Tod kämpfst, um diese Menschen zu beschützen, wirst du nicht siegen können, Kyojuro.«

Akaza nahm eine Kampfstellung ein, bei der er die Knie in eine halbe Hocke beugte, den rechten Arm mit halb geballter Faust zum Körper ausstreckte und den linken Arm mit offener Handfläche krümmte. Zum Kämpfen war er jetzt bereit. Er umtanzte die Pfeile mit Grazie, bis ihm bewusst wurde, dass die an ihm vorbeigeschossenen Pfeile hinter seinem Rücken explodierten und ihn für einen Moment vom Boden abhoben.

»Ganz wie erwartet, mein kluges, hübsches Köpfchen«, murmelte er beinahe zärtlich und neigte den Kopf, während sich ein schmaler Schatten über sein Lächeln legte. Hinter ihm trat Kyojuro lautlos mit erhobenem Flammenschwert aus der Dunkelheit, sengende Hitze durchschnitt die Luft. »Dieses Lächeln steht dir ausgezeichnet.«

Empört schnaufte Kyojuro und zog seine weißen, gespaltene Augenbrauen zusammen, als Akaza mit ihm im Kampf flirtete. Ein Teil von ihm kochte vor Abscheu über diese dämonische Arroganz und doch konnte er nicht leugnen, dass diese unerschütterliche Offenheit eines so mächtigen Gegners Respekt in ihm weckte. Sein Feuer in ihm loderte empor, zerrissen zwischen Wut und Anerkennung, während die Angriffe des Feindes gefährlich nah an ihm vorbeizischten. Er blockte die schnellen Attacken mit der stumpfen Seite seines Schwertes, jede Bewegung präzise gesetzt, um die scharfe Klinge unversehrt zu lassen. Akazas Schläge krachten mit gnadenloser Kraft auf ihn ein, jeder Treffer drohte, ihn zurückzuschleudern, aber er wich aus, parierte, konterte, im Rhythmus eines Kampfes, der gleichzeitig tödlich und perfekt aufeinander abgestimmt war.

»Du kämpfst mit Talent und Ehre… schade, dass all das einem Dämon gehört!«

Das Flammenschwert schoss von unten, wie ein brennender Pfeil an Akazas Nasespitze vorbei, während er den Kopf in den Nacken legte. Blitzschnell wirbelte er seine Waffen in kreisenden, fast tänzerischen Bögen, suchte jeden toten Winkel des Dämons und ließ Funken und Luftwirbel hinter jeder Bewegung zurück. Jede Sekunde war ein Tanz aus Gefahr und Präzision, bei dem selbst der kleinste Fehler den Tod bedeuten konnte.

»Darauf bin ich stolz, Kyojuro. Ob es dir gefällt oder nicht, es macht mich stark.«

Mit dem Soryu-Stil verwendete Akaza seine Arme und Beine wie tödliche Schlagstöße, jeder Schlag zielte akkurat auf Hals und Waffen seines Gegners. Diese Attacken glichen einem Wirbelsturm aus Kraft und Geschwindigkeit, doch der junge Krieger hielt mit unerwarteter Geschicklichkeit stand, was Akazas Blut noch heißer in den Adern kochen ließ.

»Ich werde dir alles zeigen, was du wissen musst«, hauchte er ohne Witz, während er sich so nah über Kyojuros Gesicht beugte, dass sein Atem ihn streifte. »Stell dich endlich deinem Schicksal als Dämon!«

»Hahaha! Träum weiter, Akaza,« lachte er energiegeladen.

Sein Lachen trug wieder Lebensfreude und Mut in sich, wie sonst, um andere zu motivieren. Doch diesmal diente es ihm selbst, als wolle er sich selbst antreiben und seinem eigenen Herzen Zuversicht schenken.

Der Dämon breitete die Arme aus, seine Haltung selbstsicher und drohend, und grinste Kyojuro direkt ins Gesicht.

»Ich träume nicht, ich kämpfe hier und jetzt!«

Aus Kyojuros Kehle ertönte ein fröhlicher, entschlossener Kampfschrei.

»Meine Flammen werden dich verbrennen!«

»Ich wünsche dir viel Glück«, zwinkerte er ihm zu.

Der Wald selbst blieb vom Kampf unversehrt, nur die Nachtluft schien zu brennen. Flammen züngelten über den Boden, Spuren von Kyojuros Angriff, der sich wie ein heller Sonnenstrahl durch die Dunkelheit schnitt. Seine Klinge schoss vorwärts, gefolgt von einem Wirbel aus Hitze, der den Boden aufreißen ließ.

Akaza kämpfte in der Finsternis und lächelte dabei nur. Geschmeidig wich er zur Seite aus, so fließend, als würde er sich wie ein Schatten selbst entwinden.

Von Euphorie getrieben, schoss Kyojuro zischend auf ihn zu.

Ein Schlag, stark genug, einen Baum zu spalten, traf gezielt Akazas Arm und schnitt ihn sauber ab. Der abgetrennte Arm fiel schwer wie ein Stein ins Gras, Blut spritzte aus dem Stumpf. Allerdings lachte der Dämon unbeeindruckt, fast stolz über die Wucht des Angriffs.

»Wie schön, wie du dich verausgabst, kleiner Dämon.«

Den Kommentar wies er mit einem scharfen, abweisenden Schnauben zurück, die Muskeln angespannt und bereit für den nächsten Schlag.

Akazas Muskeln regenerierten sich wieder, während Dampf aus der Wunde aufstieg. Das schmatzende Geräusch von Fleisch und das Knacken der Knochen kündigten die Rückkehr seiner Gliedmaßen zur vollen Form an. Sogar seine hellgrünlich-weiße Haut, durchzogen von dicken blauen Linien, kroch wieder über das Fleisch und verschloss die Verletzung.

»Du magst stark sein, aber ich bin unendlich weit über dir.«

Kyojuro kniff die Augen zusammen und atmete tief durch, um Körper und Geist zu beruhigen. Sein Herz pochte wild, und dann brach ein kräftiges Lachen aus ihm hervor.

»Solange ich nicht verliere, kannst du so mächtig sein, wie du willst!«, schrie er stürmisch, die Klinge hoch erhoben, als würde sie selbst seine Entschlossenheit widerspiegeln. Seine Finger blieben ruhig und seine Augen brannten wie Eis, bereit, jeden Widerstand zu durchbohren. »Ich bin nicht hier, um Tee mit dir zu trinken. Ich bin hier, um dich zu töten!«

Wenn er Akaza jetzt tötet, verschafft er den Dämonenjägern einen entscheidenden Vorteil, und weniger Menschen müssten sterben. Dadurch wurden Muzan Kibutsujis Pläne zumindest vorübergehend geschwächt.

»Was soll das jetzt?!«

Skeptisch wölbten sich seine Augenbrauen und sein Blick richtete sich scharf auf Akaza, der ihn nicht mehr angriff, sondern mit einem schelmischen Schmunzeln beobachtete.

»Ich liebe es, gegen Gegner wie dich zu kämpfen. Du bringst das Beste in mir hervor!«

Zuerst spannten sich Kyojuros Schultern an, jede Faser seines Körpers bereit für einen Hinterhalt. Dann drangen die Worte zu ihm durch. Ein warmes Glühen stieg in seine Wangen, während sich seine Lippen zu einem schiefen, aber freundlichen Lächeln kräuselten.

»Interessant… nur wenige Dämonen würdigen mich ehrlich. Du bist anders.«

»Es gibt mich nur einmal, genau wie dich, Kyojuro«, erklärte er witzelnd, dass gleichzeitig Respekt und Neugier verriet. »Einzigartig… und schwer zu übertreffen.«

Kyojuro prustete ein klares, kraftvolles Lachen, das selbst mitten in der Gefahr nichts als die Wärme ausstrahlte. In seinen hellblauen Augen, durchzogen von goldenen Sprenkeln, blitzte pure Freude auf.

»Ich mag Herausforderungen. Vor allem, wenn sie so… charmant sind.«

»Dann bereite dich vor! Die Schmerzen, die dich jetzt treffen werden, werden unerträglich sein, mein kleiner Dämon.«

Über Akazas gelassenem Gesicht zog für einen Moment ein dunkler Schatten hinweg.

»Welche Tricks… nhg… was ist das? «, röchelte Kyojuro vor Schmerzen, als sich sein Hals und Rachen brennend anfühlten. Beherztheit und Zorn zeichneten seine Gestik. »Glaubst du wirklich, dass mich das schwächt? Ich stehe immer noch und ich werde dich besiegen!«

Ohne ein Geräusch stand Akaza direkt vor ihm, während seine Sinne ihm Streiche spielten. Die Welt um ihn herum kippte und verzerrte sich, als würde sie unter dem Gewicht seiner Angst erbeben. Tief in ihm erwachte etwas Hungriges – eine gierige Lust nach Blut, die ihn wie ein Blitz durchfuhr und jeden Gedanken übertönte. Das Flammenschwert löste sich auf, als seine Hände reflexartig seinen Hals umklammerten und er nach Luft schnappte. Dann überkam ihn ein brennendes Verlangen nach Fleisch. Rohes Fleisch, frisch und pulsierend!

»Nein, ich will nicht!«, knurrte er, verzweifelt lachend, während er sich bemühte, der aufsteigenden Verzweiflung nicht nachzugeben und fiel auf die Knie.

Behutsam strich Akaza über seinen Rücken, nachdem er sich neben ihn gehockt hatte, und betrachtete ihn mit einer Mischung aus Genugtuung und Verwunderung. Am liebsten hätte er ihm die Hand abgeschlagen, doch der Schmerz ließ ihn nur husten und den Kopf schütteln. Wie sollte er jemals seinen Kameraden in die Augen sehen, wenn ihn jetzt ein brennendes Verlangen nach Fleisch und Blut quälte, statt nach Gerechtigkeit und Güte? Jede Faser in ihm schrie nach Gewalt, und doch flackerte ein schmaler Funke von Reue - ein Kampf zwischen seinem Dämonischen und dem, was er einst als richtig gekannt hatte.

»Es geht nicht darum, ob du willst oder nicht. Du brauchst es, um zu überleben. Menschen tun dasselbe, oder? Sie quälen und töten Tiere, um zu essen. Wo, bitte, liegt da der Unterschied? Du bist nur ehrlich zu dir selbst… während sie sich selbst belügen.«

Keine Antwort kam zurück. Nur ein keuchendes Röcheln und ein kraftloses Kopfschütteln.

»Überleben… überleben…«, brachte Kyojuro keuchend hervor, während Schweiß in Strömen über seine Stirn kullerte.

Es stimmte. Menschen töteten ebenfalls, um zu überleben, doch Dämonen töteten aus purem Egoismus, selbst wenn auch die Menschen nicht immer unschuldig handelten. Daran hatte er nie gedacht; er hatte nur dem Beispiel seiner Eltern und der Dämonenjäger gefolgt. Wer schützte die Tiere vor den Menschen? Wer schützte die Dämonen vor Muzan? Plötzlich überschlugen sich die Fragen in seinem Kopf, bohrten sich wie spitze Nadeln in sein Gewissen, und keine Antwort war in Sicht.

»Ich kann dir helfen, Kyojuro. Du musst nur den ersten Schritt machen.«

Akazas Stimme war wie süßes Gift, das dennoch einen Hauch von Aufrichtigkeit trug, als wollte er ihm wirklich helfen.

Daraufhin zuckte Kyojuros Nase, und er hob den Kopf. Aus Akazas Arm tropfte Blut, von ihm verursacht, auf den Waldboden. Der Geruch war nicht so verführerisch wie der von Menschen, doch er löste unwillkürlich einen Schluckreflex aus, und er öffnete den Mund, die spitzen Eckzähne entblößt. Kurz hielt er inne, sein Herz pochte wie wild, während die Gedanken an seine Zukunft, sonst immer in lodernden Flammen vor ihm, zu flackern begannen. Dieses Feuer schien nun zu schwinden, verdunkelt von einem Schatten, der sich wie kalter Rauch über alles legte.

„Ich werde dich nicht verurteilen. Ganz im Gegenteil… ich werde dir als Dämon zur Seite stehen“, flüsterte Akaza aufdringlich, während er seinen Arm näher an seinem Mund hielt.

Kyojuro spürte die Hitze seiner Präsenz und den süßen, gefährlichen Unterton in Akazas Worten. Er rang mit sich selbst, versuchte die Kontrolle zu bewahren, doch ein anderer Teil, der von Neugier und Kampfgeist getrieben war, zitterte vor Faszination und Sehnsucht.

»Wenn ich mich darauf einlasse… verliere ich dann alles, wofür ich kämpfe? Aber wenn ich ablehne… wie soll ich bestehen, wenn diese Gier mich übermannt?«

Er hob den Kopf und öffnete den Mund einen Spalt, dabei entblößte er seine spitzen Eckzähne. Das Herz schlug schneller und ein heißer Schweiß lief über seine Stirn. Jeder Atemzug war ein Tanz zwischen Widerstand und Versuchung, zwischen Moral und Instinkt.

Akaza stand nur einen Herzschlag entfernt, sein Blick durchbohrte seine Seele, und die Nähe machte jeden Atemzug zwischen ihnen spürbar.

»Du kämpfst gut… aber du könntest noch so viel mehr erreichen, wenn du dich mir öffnest«, er manipulierte seinen Verstand geschickt und schwelgte in der Macht, die Oberhand zu haben. »Zweifelsohne wird du es schaffen, denn du bist kein Schwächling, Kyojuro.«

Gierig glitt seine Zunge über die Lippen, als sein Blick von Akazas unheimlich freundlichem Gesicht zu dem tiefroten Blut wanderte. Ein stechender Schmerz durchzuckte erneut seinen Hals, und ein dichter Nebel kroch in seinen Kopf, berauschend und bedrängend. Alles um ihn herum schien zu verschwimmen, die Welt konzentrierte sich nur auf diesen einen, gefährlichen Reiz. Das Verlangen nach Blut und Fleisch.

»Wer seine Fähigkeiten und seinen Glauben missbraucht, um anderen Leid zuzufügen und Schande über sich selbst zu bringen, begeht ein Vergehen, das niemals Vergebung finden wird.«

Die einst liebevolle Stimme seiner Mutter war nun von Hass übersät und verlor sich in der Leere seiner letzten Menschlichkeit. Eine einzelne Träne rann über seine Wange, doch daraus erhob sich ein neues, reines Lächeln, das sein Gesicht mit unerschütterlicher Zuversicht erfüllte. In diesem Moment schwor er, alles zu tun, um die Schwachen zu schützen. Damit waren nicht nur die Menschen gemeint, sondern auch Tiere und selbst Dämonen will er vor der Grausamkeit verteidigen, die die Welt durchzog. Jede Faser seines Seins brannte vor Entschlossenheit, als hätte die Dunkelheit selbst ihn geprüft und ihn stärker gemacht.

»Und jetzt beiß mich, Kyojuro!«
 



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Kommentare zu diesem Kapitel (1)

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Von: Crystalwater
2026-03-17T20:10:34+00:00 17.03.2026 21:10
So, jetzt komm ich auch endlich mal zum Kommentieren.
Ich danke dir einfach vielmals für diese Fanfiction <3 Ich liebe Kyojuro Rengoku einfach und seine Gedankenwelt, seine komplette moralische Wertvorstellung fasziniert mich einfach. Grade dieser Einblick in seine Vergangenheit, in alten Erinnerungen an sein Mutter, haben eine wunderbare Melancholie hervorgebracht.
Und Kyojuro als Dämon ist einfach so eine interessante Vorstellung, da das ja mit seiner eigentlichen Ansicht zu kollidieren scheint. So wie du ihn hier beschrieben hast, mit dem inneren Zwist seiner fleischhungrigen Dämonenseite, passt wirklich gut.

Im Pairing mit Akaza, was ich wirklich liebe gelernt habe, sehe ich auch diese gegenseitige Kampfeslust und das Anstacheln untereinander. Sie wirken wie zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, doch so unterschiedlich sie sind, so sehr passt es einfach und von allen Dämonen, die in der Geschichte existieren, ist Akaza meiner Meinung nach ja auch der, der Kyojuro am ehesten überzeugen kann :D ich mag dieses feurige, kämpferische, laute bei den Beiden.

Der Schreibstil gefällt mir auch unheimlich gut und bis auf so ein-zwei Tippfehler (die aber natürlich passieren können) ist der Lesefluss auch sehr gut gelungen.
Die Gedankenwelt von Kyojuro wurde gut untergebracht und seine Erkenntnis, wirklich alle Lebewesen als nun frisch gebackener Dämon beschützen zu wollen, gut erzählt und vom Pacing her wirklich gut getroffen.
Ich bin wirklich super erfreut und es ehrt mich wirklich dass diese Geschichte für mich so geschrieben wurde - vielen Dank dafür <3



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