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Die Fünf Phasen der Trauer

von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Ähm. Ich kann das erklären, LOL.

Das wird kein langes Projekt, sondern eine Geschichte über genau Fünf Kapitel.
(Wer hätte damit rechnen können, bei den Fünf Phasen der Trauer, ehehehe)

Dank des Winterwichtelns 2025 habe ich (zwangsweise) gemerkt, wie toll es
sein kann, nicht nur ein einziges Fandom zu schreiben und da ich aktuell mit meinem
Mann Demon Slayer durchsuchte und Shinobu absolut liebe, dachte ich mir:
Was soll's?

Ich wünsche viel Spaß mit dieser kleinen Geschichte!
Sonnensturm

P.S.: Ich weiß wirklich nicht, wieso ich fast nur über traurige Themen schreibe, LOL, bitte seht es mir nach!
P.P.S.: Anstoß hierfür ist die liebe ESRYN, der ich die Geschichte auch widmen möchte! Danke, dass du mich auf dieses bittersüße Pair gebracht hast, ich bin schockverliebt ;___;
(Und auch ein bisschen in Mitsuri x Obanai, da schreibe ich vielleicht auch noch was zu, kekeke) Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Puh, Bargaining (Verhandeln) war schon in der Konzeption das schwierigste Thema der fünf Phasen.
Die Thematik ist für mich schwer zu greifen, immerhin ist es eine der fünf Emotionen bzw. emotionalen Reaktionen, die ich so noch nie am eigenen Leib gefühlt habe und ich glaube, das merkt man auch beim Lesen.

Das letzte Kapitel (Acceptance, Akzeptanz) ist schon fertig, aber das nächste & vorletzte Kapitel (Depression) noch nicht. :D

Ungeachtet all dessen wünsche ich viel Spaß beim Lesen! C: Komplett anzeigen

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Denial


 

Ich kannte dieses Gefühl.

Ich hatte schon einmal jemanden verloren.

Vor langer, langer Zeit.

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Der Strauß aus weißen Lilien und Chrysanthemen hing welk in seinen Händen und klares, kaltes Regenwasser tropfte von ihren Köpfen auf den aufgeweichten Boden unter seinen Füßen.

Sein Haori hatte sich in der Sekunde, in der er einen Fuß von der überdachten Veranda seines Anwesens gesetzt hatte, ganz und gar vollgesogen und das Gewicht schien seine Schultern zu Boden zu drücken.

Jeder Schritt verlangte ihm mehr Kraft ab, als er je in einem Kampf gegen einen Dämon benötigt hatte und obwohl er den Weg zu ihrem Anwesen blind gefunden hätte, erwischte Giyuu sich dabei, dass er einen unnötigen Umweg einschlug. Das hatte zur Folge, dass er aufgeweicht vor dem Tor zu Shinobus Anwesen ankam.

Wasser tropfte von seinen dicken Strähnen auf sein Gesicht und kroch seinen Nacken hinab bis unter sein Trainingsgewand. Obwohl ihm bis auf die Knochen kalt war, unterdrückte er ein Zittern, als er zögerlich die freie Hand hob und die Glocke läutete, um seinen Besuch anzukündigen.

Shinobu schien gespürt zu haben, dass er es war, der sie besuchte, denn dies war eines der seltenen Male, die sie die Tür zu ihrem Anwesen selbst aufschob.

»Giyuu? Das ist aber eine seltene Freude! Was machst du denn hier?« Ihre Überraschung wirkte nicht gespielt und dennoch hatte Giyuu ein schlechtes Gefühl. Es war, als gruben sich eiskalte, knochige Finger in seinen Bauch und verknoteten seinen Magen.

»Ich wollte dich abholen.«

Keine Antwort. Shinobu legte den Kopf schief und blinzelte ihn einmal an. Zweimal. Dann senkte sie den Kopf und musterte den kümmerlichen Strauß Blumen in seiner Hand.

»Sind die etwa für mich?« Ein Lächeln huschte über ihre weichen Gesichtszüge, doch ihre sonderbaren Augen blieben gänzlich unberührt von der Emotion. Einen Moment lang war Giyuu überzeugt davon, dass sie geradewegs durch ihn hindurch starrte, als stünde jemand Unsichtbares hinter ihm. Er unterdrückte das Bedürfnis, über die Schulter zu sehen.

»Nein?« Er runzelte die Stirn und suchte auf ihrem Gesicht nach einem Anzeichen dafür, dass sie ihren Verstand verloren hatten.

»Sie sind ganz kaputt, Giyuu. Soll ich sie erst einmal in die Vase stellen?« Ihre Hände waren schon auf halbem Weg, ihm die Blumen sanft aus der Hand zu nehmen, als Giyuu sie zurückzog. Einige der verschrumpelten Blüten segelten durch die regennasse Luft und landeten kurz vor der Treppe, die zu Shinobus Anwesen hinauf führte.

»Was sollte das denn?«, fragte Shinbou mit hochgezogenen Augenbrauen, »Du benimmst dich ja noch seltsamer als sonst, Giyuu. Geht es dir etwa nicht gut?« Besorgt hob sie die Hand an seine Stirn und maß seine Temperatur, schien dann aber zu dem Ergebnis zu kommen, dass er an keinem Fieber litt und zog ihre Finger zurück.

Die Wärme ihrer Haut verblasste viel zu schnell in der feuchtkalten Luft und Giyuu atmete tief ein, bevor er seinen Arm hob und mit seiner Hand behutsam ihr Haar tätschelte, das sich dank der hohen Luftfeuchtigkeit leicht kräuselte.

»Die Beerdigung fängt bald an.« Die Worte schmeckten fahl auf seiner Zunge. »Wir sollten los, Shinobu.«

»Wer ist den gestorben?« Sie sah mit unschuldigen Augen zu ihm auf und es brach Giyuus Herz, sie so zu sehen. Dass er es sein musste, der Shinobu abholen sollte.

»Kanae.«

Der Regen trommelte rhythmisch auf die Tonziegeln der überdachten Veranda und eine kühle Böe heulte zwischen den Hohlräumen des Fundaments. Das Schweigen zwischen ihnen war erdrückend und mit jeder verstreichenden Sekunde wurde es unerträglicher.

Bis Shinobu den Kopf in den Nacken lehnte und laut lachte. Das Geräusch klang bizarr in seinen Ohren, fast makaber falsch. Shinobu wischte sich eine Träne aus den Augenwinkeln, kaum dass sie sich wieder beruhigt hatte.

»Meine Schwester ist nicht tot, Giyuu, du Dummerchen. Ich wüsste ja wohl, wenn meine eigene Schwester nicht mehr leben würde«, brachte sie zwischen zwei Glucksern hervor, »also ehrlich, Giyuu, was ist denn heute los mit dir? Möchtest du einen Tee trinken?«

»Shinobu, bitte«, flehte er verzweifelt. Er war noch nie ein Mann der großen Gefühle oder Reden gewesen, umso schwerer fiel es ihm, ihr klar zu machen, wieso es so unfassbar wichtig war, dass sie sich der Realität stellte.

Dass sie die Gefühle zuließ, auch wenn es negative waren.

Nun war es Shinobu, die die Stirn runzelte. »Sie ist nicht tot«, wiederholte sie, die Stimme diesmal fast bedrohlich leise, »ich möchte mich nicht mit dir streiten, Giyuu, aber wenn du weiterhin diesen Unsinn von dir gibst, werde ich böse.«

Giyuu seufzte und fuhr sich mit der freien Hand durch das Gesicht. Allmählich wurde ihm kalt und der Gedanke, mit Shinobu eine dampfend heiße Tasse Tee zu trinken, während sein Haori zum Trocknen aufhing, war verlockend.

Es wäre der einfache Weg.

Nicht der richtige.

»Meinetwegen streiten wir, Shinobu, aber du wirst mich zum Friedhof begleiten. Ich lasse nicht zu, dass du die Beerdigung deiner großen Schwester verpasst.« Er umfasste sanft ihre Hand, doch Shinobu entzog sich augenblicklich seinem Griff und verpasste ihm eine Ohrfeige. Das Geräusch verhallte zwischen dem Regen, genauso wie ihr Name, der Giyuu flüsternd über die Lippen kam.

Sie sah schockiert aus und betrachtete die Handfläche, deren Abdruck sich heiß prickelnd auf seiner Wange abzeichnete.

»Giyuu ...« Shinobu verstummte und die aufgesetzte Freude blätterte von ihrem Gesicht, wie die Schuppen eines Schmetterlingsflügels, bis es ähnlich farblos war wie der wolkenverhangene Himmel über ihren Köpfen.

»Ich weiß, Shinobu.« Noch einmal verschränkte er seine Finger mit ihren. Erlaubte sich, die Wärme einen Herzschlag lang zu genießen, ehe er sie mit sanftem Druck hinter sich her zog.

Sie ließ ihn gewähren, hatte aufgegeben.

Und mit ihrem Protest war auch die Illusion gestorben, an die sie sich so verzweifelt geklammert hatte.

Anger


 

where there is anger-

there is always pain underneath.

- Eckhart Tolle

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Shinobu war schon immer ein leidenschaftlicher Mensch gewesen. Und nun rannte und rannte sie mit einem schier überwältigenden Eifer vor ihren Empfindungen davon, und war bereit, alles zu tun, nur um nicht stehenbleiben zu müssen.

Giyuu war verschwitzt, aber noch nicht außer Atem, als er sein Katana hob und die Füße langsam über den Boden schob, um seine Kampfhaltung anzunehmen. Es missfiel ihm, sein Schwert auf Shinobu zu richten, doch sie hatte ihn praktisch dazu gezwungen, indem sie ihm alles erzählt hatte, was er hören wollte, ohne wirklich etwas davon umzusetzen.

Das hier war kein Übungskampf, um auf andere, weniger deprimierende Gedanken zu kommen.

Es war ein Ventil, um ihrer weiß glühenden Wut Luft zu machen.

Er war ein Ventil, um ihrer weiß glühenden Wut Luft zu machen.

»Komm' schon, Giyuu!«, forderte sie ihn von der anderen Seite des Hinterhofs heraus und verlagerte ihr Gewicht auf ihre Zehenspitzen, »Hör' endlich auf, ein Gentleman zu sein und mich zu schonen!« Ihre Stimme war rau, als hätte sie seit Wochen nicht gesprochen; Giyuu aber wusste, dass sie Nacht um Nacht schrie, bis ihre Stimmbänder versagten. Er hörte es, wenn er schlaflos auf der Veranda seines Anwesens saß und darauf wartete, dass sich etwas veränderte. »Lass' uns endlich ernst machen und richtig kämpfen!«

Er hatte schon ziemlich früh begriffen, dass seine Zurückhaltung ihren Zorn nur noch mehr zu schüren schien, doch er wusste es einfach nicht besser. Immer, wenn er Shinobu ansah, wurde der Griff um sein Schwert weich und sein Herz schwach. Shinobu mochte der Meinung sein, ihrer Trauer ein Schnippchen zu schlagen, indem sie einfach auf alles und jeden einschlug, ohne dabei je lange genug stehenzubleiben, um zu begreifen, dass sie sich seit Tagen im Kreis drehte. Giyuu aber sah das traurige Funkeln in ihren Augen, wenn sie glaubte, dass niemand hinsah. Das Zucken ihrer Mundwinkel, wenn sie ein Schluchzen mühsam hinunter schluckte. Die Schultern, die für den Bruchteil einer Sekunde bebten, wenn sie zitternd Luft holte.

Shinobu stürmte auf ihn zu und, flink wie sie war, durchschaute er den Angriff erst in letzter Sekunde. Blitzschnell riss er sein Katana zur Seite und parierte eine Folge aus drei Angriffen – jeder Einzelne davon auf seinen Hals gerichtet.

Als wäre er ein Dämon.

Als versuchte sie, ihre vermeintliche Schwäche, einen Dämon nicht köpfen zu können, zu korrigieren.

Giyuu wusste, dass sie keinen dieser Angriffe jemals zu Ende geführt hätte, trotzdem spürte er einen Stich in seiner Brust, an jener Stelle, unter der sein Herz im selben Rhythmus ihrer Angriffe pochte.

Er ließ sich von ihr zurück drängen, parierte ihre Schwertschläge, ohne auch nur ein einziges Mal in ihre Richtung auszuholen.

Ein Knurren entrang sich ihrer Brust, das so ganz und gar nicht zu ihr passen wollte, während sie immer verbissener ausholte und in eine Art unkontrollierte Raserei verfiel. Je wütender sie wurde, desto einfacher war es, ihre unüberlegten Angriffe zu kontern, desto wütender wurde sie.

Es war ein niederschmetternder Kreislauf, doch Giyuu ertrug ihre Wut stumm.

Vielleicht, wenn er sie nur gewähren ließe, könnte er ihre Wut in sich aufnehmen, bis nichts mehr davon übrig war.

Vielleicht würde so das Feuer erlöschen und er könnte seine Shinobu aus der Asche zurückholen.

Die junge Frau, die seine Wunden immer mit einem sanften Lächeln und noch sanfteren Fingern behandelt hatte.

Die junge Frau, die einen Weg gefunden zu haben schien, ihre wunderschönen Schmetterlinge geradewegs in seinem Magen zu manifestieren, bis ihm der Atem stockte.

»Verdammt!« Shinobu wich einen Schritt vor ihm zurück und schmiss ihr Katana mit Schwung von sich. Schlitternd rutschte das Schwert über den Boden und wirbelte Staub auf. »Verdammt!« Sie schlug die Luft, wieder und wieder, und ihr Haori flatterte wie Schmetterlingsflügel hinter ihrem Rücken. »Nicht ein Mal!«, fluchte sie halblaut. Ihre Arme sackten an ihrer Seite ab, die Spannung wich aus ihren Schultern, bis Shinobu immer kleiner wurde. »Ich habe dich nicht ein einziges Mal treffen können!« Ihre Stimme wurde leiser, verzweifelter und Giyuu überbrückte die geringe Distanz zwischen ihnen mit einem einzigen Schritt.

»...« Er wusste nicht, was er sagen sollte. Was er sagen konnte, um ihr zu helfen. Alle Worte, die sich auf seiner Zunge formten, fühlten sich wie hohle Phrasen an. Also umfasste er ihren schmalen Körper mit seinen Armen und zog sie sanft zu sich, bis ihr Kopf an seiner Brust lehnte.

Ob sie seinen Herzschlag hören konnte?

Ob sie spüren konnte, dass ihre Nähe wie Balsam für ihn war?

Giyuu wünschte sich von ganzem Herzen, dass er ihr die gleichen Gefühle zurückgeben konnte, die sie in ihm auslöste, doch es war nicht seine Entscheidung, was sie in ihm sehen wollte.

Eine Weile standen sie einfach so da, mitten im Hof von Shinobus Anwesen und Giyuu lauschte den Vögeln, die im nahen Wald ihre Lieder zwitscherten. Wolken zogen über ihren Köpfen vorbei und Giyuu verlor das Gespür dafür, wie viel Zeit vergangen war, als Shinobu plötzlich in seinen Armen zusammenbrach. Einfach so gaben ihre Beine nach, knickten ein und Giyuu sank ohne zu zögern zusammen mit ihr auf die Knie. Ihre zarten Finger krallten sich in seinen Haori, als wäre er der letzte Anker in dieser Welt.

Shinobu weinte. Hemmungslos. Aber es lag keine Trauer in ihrem Schluchzen. Shinobu weinte vor Wut, und Giyuu vermochte nicht zu sagen, worauf sie wohl wütend sein mochte.

Auf den Dämon, der ihre Schwester getötet hatte? Sicherlich.

Auf ihn, weil er stur darauf beharrte, dass sie sich auf gesunde Art mit ihren Gefühlen auseinander setzte? Vermutlich.

Doch am meisten fürchtete Giyuu, dass Shinobu wütend auf sich selbst war.

Dass sie dem Glauben anheimgefallen war, dass Kanaes Tod ihre Schuld war.

Dass sie überzeugt davon war, hilflos und schwach zu sein.

Während Shinobu weinte und weinte, bis ihr selbst die letzte Träne versiegte, verharrten Giyuus Hände reglos auf ihrem Rücken. Irgendwann wurde sie ruhig an seiner Brust, die Atmung tief und kontrolliert, dennoch unternahm sie keinen Versuch, sich von ihm zu lösen und Giyuu würde auf sie warten, bis zu seinem letzten Atemzug.

»Giyuu ...«

»Mhm?«

»Wird es jemals weniger wehtun?« Der unverhohlene Schmerz in ihrer Frage traf ihn unvorbereitet und härter als ihre Ohrfeige am Tag der Beerdigung.

Der Wind bauschte auf und Giyuu hörte in der Ferne das friedliche Klingeln eines Windspiels.

»Ich weiß es nicht«, antwortete er leise und drückte sie etwas fester an sich, »aber wenn du willst, werde ich mit dir zusammen warten.«

Bargaining


 

Sometimes one pays most

for the things one gets for nothing.

- Albert Einstein

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Der laute, widerhallende Gong der Tempelglocke vibrierte in der feuchtwarmen Herbstluft. Auf den Regen war Sonnenschein gefolgt und hatte dem aufgeweichten Boden und den bunten, von den Bäumen abgefallenen Blättern, die sich nun in den Matsch betteten, einen erdigen Geruch entlockt, der beharrlich in seiner Nase kitzelte.

Giyuu mochte den Herbst und den mit ihm einhergehenden Verfall der Natur nicht, auch wenn es optisch ein durchaus ansprechendes Bild bot. Rot- und Orangetöne in sämtlichen Nuancen des Sonnenuntergangs ließen den Wald um ihr kleines Dorf herum in Flammen stehen, die mit jedem Luftzug neu angefacht wurden.

Wie jeden Tag in letzter Zeit machte er sich nach einem mageren Frühstück auf den Weg zu Shinobu, um nach ihr zu sehen. Den ganzen Weg über verspürte er ein unangenehmes Ziehen in der Magengegend, welches sich verstärkte, als Aoi und Kanao ihm die Tür öffneten.

»Ist Shinobu hier?«, fragte er Kanao, den linken Arm locker auf seinem Schwertgriff abgelegt. Auch wenn ihr Dorf nicht wirklich von einem Dämonenangriff bedroht war, hatte Giyuu sich angewöhnt, es immer bei sich zu tragen. Das Gewicht seines Katanas lag oft beruhigend stoisch von seinem Gürtel, und bildete das einzig verlässliche Gegengewicht zu seiner inneren Unruhe, die selbst an den besten Tagen immer leise im Hintergrund summte, wie eine ausgesprochen lästige Fliege, die in großen Kreisen um seinen Kopf surrte.

»Nein.« Kanao presste die Lippen aufeinander. Shinobu hatte sie gut trainiert – er hatte nicht den Hauch einer Idee, was wohl in ihrem Kopf vor sich gehen mochte. »Sie ist beim Tempel und betet. Schon wieder.« Ein Moment der Unachtsamkeit und ihm wäre der flüchtige Wechsel in ihrer Stimme entgangen, doch er vernahm die Verunsicherung, die einen Herzschlag lang wie ein einzelner falscher Ton in einer ansonsten perfekten Symphonie nachhallte. Doch wenn man ihn erst einmal heraus gehört hatte, veränderte sich die ganze Bedeutung.

»Wie lange ist sie schon dort, wisst ihr das?«

Kanao und Aoi wechselten einen bedrückten Blick. »Sie muss schon vor Morgengrauen gegangen sein. Wir haben sie nicht gesehen«, verriet ihm Aoi nach längerem Schweigen, als hätte sie erst darüber nachdenken müssen, ob sie ihm diese Information überhaupt weitergeben durfte.

»Ich verstehe.« Giyuu seufzte schwer. »Ich werde nach ihr sehen gehen.«

»Bitte bring sie zurück, Giyuu«, bat Kanao leise und senkte den Kopf.

»Ich gebe mein Bestes.« Ein halbherziges Lächeln zupfte an seinen Mundwinkel, ehe er sich verbeugte und zum Gehen umwandte. Noch lange, nachdem er vom Eingangsportal zu Shinobus Anwesen verschwunden war, spürte er die Blicke der beiden Mädchen auf sich lasten, wie ein unsichtbares Versprechen, dass er gegeben hatte.

Es dauerte nicht lang, bis die niedrige Pagode zwischen den Lichtungen aus dem Boden wuchs und wie jedes Mal zögerte Giyuu, die Treppen zum Tempel hinaufzulaufen. Seit er von der Existenz von Dämonen erfahren hatte, war sein Glaube an die Götter ins Wanken gekommen und das Betreten ihres Reichs fühlte sich wie ein Zugeständnis an, welches zu machen er nicht bereit war.

Für Shinobu war es genau das Gegenteil. Nachdem ihre Wut verraucht war und eine Leere zurückgelassen hatte, die sie verzweifelt auszufüllen versuchte, war sie immer öfter an diesen Ort gekommen, um Kontakt zu den Göttern zu suchen. Manchmal verbrachte sie ganze Tage ins Gebet vertieft und immer, wenn Giyuu sie hier suchte und fand, wurde das Gefühl stärker, hilflos dabei zusehen zu müssen, wie sie in einem immer tieferen See aus schwarzem Öl versank, deren matte, lichtlose Oberfläche sämtliches Schimmern aus der Umgebung zu binden und verschlucken schien.

Auch heute war es nicht anders. Shinobu kniete an der gleichen Stelle, wie immer, die Hände vor der Brust aneinander gepresst und den Kopf leicht geneigt. Ihr Flüstern, zu leise, um die Worte zu verstehen, aber laut genug, um wie der schnelle, gleichmäßige Flügelschlag eines Vogels die Stille der ansonsten leeren Gebetshalle auszufüllen.

Giyuu wollte sie ansprechen, sie aus ihrer Trance zurück holen, doch obwohl er mit seinem eigenen Glauben haderte, fühlte es sich falsch an, Shinobu den ihrigen zu dämpfen. Auch wenn er ahnte, worum sie die Götter so verzweifelt anbetete und es ihn unter den Nägeln brannte, sie dafür zu schütteln, bis sie von diesen närrischen Gedanken abließ.

»Giyuu?«

Was ihn wohl verraten hatte?

Vielleicht der tiefe Seufzer, der ihm unbewusst über die Lippen gekommen war.

Vielleicht aber hatte ihre neu gefundene Frömmigkeit ihr zu dem sonderbaren Talent zum Empfangen negativer Schwingungen verholfen, die von ihm und seinem schlechten Gewissen emittierten, wie der Geruch nach Schwefel von einer heißen Quelle.

Giyuu beschloss um seines eigenen Seelenfrieden wegen, dass es der Seufzer gewesen sein musste.

»Hey«, grüßte er sie ruhig und schlenderte langsam zu ihr herüber, »du betest?« Er hatte sein Bestes gegeben, um keinen Vorwurf in seine Stimme zu legen, dennoch runzelte Shinobu sichtlich die Stirn, als er sich neben ihr auf den Boden sinken ließ.

»Gibt es ein Problem damit?« Ihre Stimme hatte schlagartig einen defensiven Unterton angenommen. Sie rutschte etwas von ihm weg und die Distanz zwischen ihnen war wie eine tiefe Schlucht, die er selbst gegraben hatte. Giyuu hasste, dass es so zwischen ihnen geworden war.

Eine Entfremdung, die er ihrer Zuwendung an die Götter zuschrieb.

Und seinem Unvermögen, mehr für sie sein zu können.

»Nein«, entgegnete er aufrichtig.

»Aber?«, hakte sie misstrauisch nach.

Giyuu seufzte und ließ die Schultern hängen. Er hatte keine Lust, sich mit ihr zu streiten, also beschloss er, einfach die Wahrheit zu sagen. »Ich vermisse dich. Du bist kaum noch zuhause.«

Shinobus vorwurfsvolle Verteidigungshaltung veränderte sich, wurde weicher im Gleichklang mit ihren Gesichtszügen, auf denen sich nun eine Sehnsucht abzeichnete, die nicht ihm galt.

»Es tut mir leid.« Das war ihre Art, ihm zu bestätigen, dass er ungenügend war.

»Das muss es nicht.« Keine Lüge und dennoch brannten die Worte auf seiner Zunge wie hochprozentiger, unverdünnter Alkohol. »Wenn du willst, kann ich gehen.«

Shinobu streckte ihre Hand nach ihm aus und legte sie sanft auf seine, die er auf den Knien zu Faust geballt hatte, ohne es zu merken.

»Bleib«, bat sie ihn und das Lächeln auf ihren Lippen war fast genug, um ihn glauben zu machen, dass sie sich langsam von ihrem Verlust erholte, »es ist ohnehin nicht so, dass die Götter mich anhören, denn sonst hätten wir dieses Gespräch gar nicht führen können.«

Depression


 

i want to take a nap.

i'm not tired or sleepy,

i just don't want to be awake.

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Die Jahreszeiten beschrieben im Verlauf der Monate einen langsamen Wandel; weg von den farbenfrohen Baumkronen, hin zu kahlen Ästen, die sich dürr und zerbrechlich dem Horizont entgegen streckten und nun, bar jeglichen Ausdruckes von Leben, eine seltsam gespenstische Abgrenzung zu ihrem Dorf darstellten.

Der Regen war Schnee gewichen, der ausdauernd vom Himmel flockte und die Landschaft allmählich so dicht einhüllte, dass selbst ein schlichter Spaziergang durch die Wälder zu einer Herausforderung wurde.

Auch der Wind hatte sich verändert. Im Herbst noch war er wie eine letzte, sanfte Liebkosung gewesen, nun aber pfiff er unbarmherzig durch die schmalen Ritzen der Holzfassade seines Anwesens und sorgte regelmäßig dafür, dass ihm der Nacken wehtat und seine Nase lief.

Selbst Shinobu hatte sich mit der Zeit verändert. Giyuu hatte oft das Gefühl, dass sie zu schrumpfen schien, weniger zu werden schien und obwohl er sie täglich besuchte, hatten die beiden seit Wochen schon kein Wort mehr miteinander gewechselt. Meist lag sie einfach stumm auf ihrem Futon und starrte an ihm vorbei auf die sich verändernde Landschaft ihres Hinterhofs.

An guten Tagen saß sie ihm gegenüber und trank gedankenverloren Tee, der schon lange vor seiner Ankunft erkaltet war und dessen herbes Kräuteraroma die Schärfe der kalten Winterluft hervorhob.

Es gab nur noch selten guten Tage, doch Giyuu verspürte keine Eile, wann immer er sie besuchte und dabei eine Veränderung in sich selbst bemerkte. Normal war es Shinobu gewesen, welche die Stille mit Geschichten und Geplauder ausfüllte. Er erinnerte sich an die weiche Fröhlichkeit in ihrer Stimme, mit der sie Seit die junge Frau sich aber in beharrliches, bleiernes Schweigen hüllte und wie ein Schatten ihrer selbst wirkte, übernahm Giyuu die Hauptlast, ihre Konversation fortzuführen.

Er erzählte ihr von seiner Schwester und von Sabito. Von den Orten, die er besucht hatte und von Orten, die er gerne noch sehen würde – zusammen mit ihr. Das Thema Dämonen umschiffte er so gut es ging, auch wenn ihre Profession es nahezu unmöglich machte, nicht darüber zu reden.

Während ihr Dorf immer weiter zuschneite, erzählte er ihr von dem süßlichen Aroma des Frühlings, wenn die Kirschbäume blühten und dem Zirpen von Grillen im Hochsommer, wenn die schwüle Hitze jeden Tag zu einer Woche ausdehnte. Und als ihm irgendwann die Geschichten ausgingen, erfand er einfach neue.

Manchmal lag Shinobus Aufmerksamkeit eindeutig auf ihm, wenn sie sich die Decke bis unter die Nase zog und ihre Augen funkeln darunter auf ihm ruhten.

Manchmal war die Stille zwischen ihnen überladen und schwer, als versuchte Shinobu sich aus den Untiefen ihrer Trauer zurück nach oben zu kämpfen, um etwas zu sagen.

Doch die Momente verstrichen.

Und Giyuu erzählte einfach weiter. In den ersten Tagen hatte sein Hals gekratzt und seine Stimmer klang an den darauffolgenden Tagen etwas heiser, doch mit der Zeit gewöhnte er sich daran, so viel zu sprechen und etwas, was ihm normal stets schwergefallen war, wurde so selbstverständlich, dass er sich fast an den Klang seiner eigenen Stimme gewöhnte.

Der Winter verstrich ohne nennenswerte Fortschritte, doch als die Temperaturen wieder kletterten und der kleine Fluss in der Nähe von Tauwasser anschwoll, geschah etwas, worauf Giyuu schon fast nicht mehr zu hoffen gewagt hatte.

Shinobu weinte.

Nicht aus Wut.

Nicht laut.

Giyuu hätte es nicht einmal bemerkt, hätte er ihr nicht direkt ins Gesicht gesehen, während er ihr von den ersten Pflaumenblüten erzählte, die an den kahlen Ästen sprossen und die triste Landschaft in einem zarten Rosa sprenkelten.

Shinobu weinte leise und voller Verzweiflung.

Zunächst waren es nur einzelne Tränen, die scheinbar wie verirrt aus ihren Augenwinkeln quollen und an ihren Wangen hinab in ihr Haar flossen. Als Giyuu innehielt und schwieg, damit sie mehr Raum einnehmen konnte, wandelten sich die einzelnen Tränen zu einem endlosen Strom.

»Giyuu«, kam es ihr mit einem Schniefen über die Lippen. Etwas ungeschickt richtete sie sich auf, und sofort eilte Giyuu zu ihr, um sie zu stützen. Ihre Muskeln waren die Belastung im ersten Moment nicht gewohnt und zitterten unter ihrem eigenen Gewicht, doch schließlich saß sie aufrecht und lehnte sich in seine Berührung. »Was tust du hier eigentlich?« Das Lächeln wackelte ein wenig und dennoch war da eine Wärme in ihren Augen, die er schon viel zu lange nicht mehr darin gesehen hatte.

»Was meinst du?«

Shinobu lachte leise und wischte mit den Ärmeln ihres Haoris die nassen Spuren von ihren Wangen. »Ich habe dich noch nie so viel reden hören«, murmelte sie an seine Brust gelehnt. Sie klang schläfrig, obwohl sie die letzten Wochen fast ausschließlich geschlafen hatte.

»Stimmt. Normal redest du für uns beide«, stimmte er ihr zu. Die leise Vibration an seinem Körper bestätigte ihm, dass Shinobu noch einmal lachte.

»Wieso tust du dir das an?« Ihre Stimme klang wieder traurig und instinktiv verstärkte er seinen Umarmung, bis Shinobus Wärme durch seinen Haori durchsickerte und sein ganzes Bewusstsein ausfüllte.

»Ich würde noch ganz andere Dinge für dich tun, Shinobu«, entgegnete er leise, fast flüsternd.

»Das würdest du wirklich ...« Es klang nicht wie eine Zustimmung, eher wie eine Feststellung, die sie zutiefst unvorbereitet zu treffen schien. »Wieso?« Das Wort hallte in der Stille, die darauf folgte, nach wie ein Tempelgong.

»Du bist mir wichtig, Shinobu, deswegen«, antwortete er aufrichtig und als Shinobu daraufhin seine Umarmung erwiderte – zunächst zaghaft, als müsste sie sich erst an die Form seines Körpers gewöhnen, dann fester, als suchte sie in seinen Armen endlich nach der Zuflucht, die er ihr die ganze Zeit über angeboten hatte – stolperte sein Herz in seiner Brust und eine angenehme Wärme breitete sich in ihm aus.

»Ich danke dir Giyuu.«

Acceptance


 

if i know what love is

it is because of you

- Narziss & Goldmund; Hermann Hesse

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Ich kannte dieses Gefühl.

Regen fiel als kalter, nasser Schleier vom Himmel und sammelte sich am Boden als undurchdringlicher Nebel, der seine blanken Knöchel umhüllte und dessen Kälte ihm unter die Haut bis über die Knochen kroch.

In seiner verbliebenen Hand hielt er einen Strauß aus weißen Lilien und Chrysanthemen, zwischen deren Stängel er einige Glyzinien geflochten hatte, deren fliederfarbene Kelche sich sanft wippend dem Gewicht des Regens beugten.

Wie betäubt stapfte er den schlammigen Pfad entlang, der sich am äußeren Rand des Dorfes halb durch den Wald schlängelte und an dessen Ende ein Torii den Übergang ins Reich der Toten markierte.

Eine eisige Böe wehte ihm durch das massive Steintor entgegen, wie der schnaubende Atem eines schlafenden Dämons und als Giyuu über die Schwelle trat, schauderte er am ganzen Körper.

Seine Haut prickelte unter der feinen Gänsehaut, die gleichsam mit dem Luftzug über seinen Körper hinweg wehte. Das Gefühl blieb bestehen, wie die hauchfeine Berührung weicher Fingerspitzen, die, im Begriff sich zu lösen, noch einen Herzschlag länger verharrten.

Doch Giyuu vermochte keinerlei Wärme aus dieser Berührung zu ziehen und nachdem er einen Moment lang zwischen den Welten stehen geblieben war, um dem fernen Echo von Leben zu lauschen, löste er sich gänzlich von seiner Realität, um stattdessen in die beharrliche Stille des Friedhofs zu gleiten. Langsam wie ein Schatten, der sich geduldig mit dem Voranschreiten der Sonne ausdehnte, als wäre Zeit selbst an diesem Ort bedeutungslos geworden, und nur das gleichförmige Schmatzen seiner Schuhe im Schlamm hoben seine Existenz von der der Geister ab, die ihn unsichtbar umgaben.

Nur wenige Grabsteine ragten unförmig wie abgebrochene Säulen aus der Erde, einige von ihnen so vom Zahn der Zeit verwittert, dass Giyuu unter der dicken Moosschicht, die sich langsam von der Oberfläche bis in den Kern fraß, kaum noch die Schriftzeichen entziffern konnte, die als letzter Beweis ihres Lebens dienten.

Ihr Grabstein war neuer - die Oberfläche so glatt poliert, dass sich die Regentropfen, die von ihm aufgefangen wurden, darin spiegelten.

Ich hatte schon einmal jemanden verloren.

Sein Herz blieb stehen. Erst eine Sekunde. Dann zwei.

Und mit der Vehemenz, als hätte ein Dämon seine Klauen in ihn gegraben, fing es wieder zu schlagen an, nur dass mit jedem verzweifelt nach Leben gierenden Pochen fast zu bersten drohte.

Als er aufgebrochen war, hatte er sich geschworen, dass er bereit war, doch die Schriftzeichen, so frisch, dass der Staub noch nicht ganz aus ihren Kerben gewaschen war, formten einen Kloß in seinem Hals, an dem er zu ersticken drohte.

Mit der Geduld, die nur ein lebloser Stein aufzubringen vermochte, wartete ihr Grab darauf, dass er bereit war. Selbst wenn er jetzt aufgab, sich abwandte und wieder ging, würde es hier ausharren.

Einen Tag.

Ein Jahr.

Ein ganzes Leben.

Ein leises Ächzen entfloh ihm, als er in die Hocke ging, um den Strauß, den er eigenhändig geflochten hatte, obgleich seine Geschicklichkeit mit dem Verlust einer seiner Arme dramatisch eingebrochen war, vor die anderen Gestecke zu legen. Nicht nur die anderen überlebenden Säulen waren gekommen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen – auch einige der Schwertschmiede hatten den weiten Weg auf sich genommen, um den Gefallenen zu gedenken.

Der Anblick sollte ihn trösten. Ihm bewusst machen, dass sie geliebt worden war – nicht nur von ihm -, doch die Wahrheit war eine andere.

Eine bittere.

Die meisten hatten sie gar nicht wirklich gekannt.

Giyuu schluckte und senkte den Kopf, auch wenn selbst die Geister nicht imstande waren, die Tränen in seinen Augen von dem Regen zu unterscheiden.

Vor langer, langer Zeit.

»Shinobu«, begann er und seine Stimme zitterte, doch es war egal, denn außer ihm war niemand sonst anwesend.

Sein Abschied von ihr sollte nur ihm gehören.
 

»Warte auf der anderen Seite auf mich.«



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Kommentare zu dieser Fanfic (7)

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Von: ESRYN
2026-03-09T18:40:47+00:00 09.03.2026 19:40
Da isses, das Ende. Und Oh my god.

Dieses Kapitel mit dem Titel "Acceptance" ist der erzählerische und emotionale Schlussstein eines Werkes, das sich mutig mit den dunkelsten Facetten der menschlichen Existenz - Trauer, Verlust und Depression - auseinandergesetzt hat. Es ist ein stilles, aber gewaltiges Meisterwerk des amtosphärischen Erzählens. Perfekt gewählt! :3

Ich finde, die Wahl des Zitats aus "Narziss und Goldmund" ist ein Geniestreich. :D Es fängt die Essenz von Giyuu und Shinobu perfekt ein - zwei gegensätzliche Seelen, die erst durch den anderen erfahren haben, was Liebe wirklich bedeutet. Es setzt den Ton für ein kapitel, das nicht von Verzweiflung, sondern von einer schmerzhaften, aber tiefen Erkenntnis handelt.

Ein handwerklich herausragendes Detail ist die Erwähnung von Giyuus fehlendem Arm. Du nutzt dieses physische Handicap nicht für billiges Mitleid, sondern als Symbol für seinen Kampf und seine Hingabe. Dass er den Strauß aus Lilien, Chrysanthemen und Glyzinien "eigenhändig geflochten" hat, obwohl seine Geschicklichkeit dramatisch eingebrochen ist, sagt mehr über seine Liebe als tausend Worte. Ich fand das so unglaublich cute, irgendwie. Vielleicht geht es auch nur mir so. xD

Das Setting am Friedhof, eingeleitet durch das Torii-Tor, ist atmosphärisch makellos. Du beschreibst Giyuus Gang als ein "Lösen von der Realität". Die Kälte, die ihm entgegenweht wie der Atem eines schlafendes Dämons, und das Prickeln auf seiner Haut erzeugen eine fast schon übernatürliche Spannung. Man spürt als leser diesen Limbus - den Ort zwischen den Lebenden und den Toten -, an dem Zeit bedeutungslos wird.

Tja, was ich auch sehr gut fand: Die Beschreibung seines Herzschlags ist physisch spürbar: Erst eine Sekunde. Dann zwei. Und mit der Vehemenz, als hätte ein Dämon seine Klauen in ihn gegraben[...] Das ist viszerales PEAK. Du beschreibst Trauer hier nicht als abstraktes Gefühl, sondern als körperliche Qual, die droht, den Brustkorb zu sprengen. Dass der Grabstein "neuer" ist und die Schriftzeichen noch Staub in den Kerben haben, verdeutlicht die grausame Frische seines Verlustes. Es ist so gut geschrieben ... ♥ Auch die Trauer vs. die private Wahrheit. Ein sehr reifer und analytisch starker Punkt ist Giyuus Beobachtung der anderen Trauernden. Du thematisierst hier die Einsamkeit des Hinterbliebenen: Während die Welt jemanden als Helden oder Kameraden betrauert, betrauert Giyuu den Menschen, den nur er wirklich kannte. Die bittere Wahrheit, dass die meisten sie gar nicht kannten, isoliert Giyuu in seinem Schmerz und macht den Moment am Grab noch intimer. ;_;

Und dann das Ende ... mein Herz ...

»Warte auf der anderen Seite auf mich.«
→ ist kein verzweifelter Abschied, sondern ein Versprechen. Er schließt den Kreis zum Thema Akzeptanz. Giyuu akzeptiert nicht nur ihren Tod, sondern auch seine eigene Bestimmung, bis zu ihrem Wiedersehen weiterzuleben. Es ist ein Ende, das den Leser mit einer Mischung aus tiefer Traurigkeit und einem seltsamen Gefühl von Frieden zurücklässt. ;_____;

Du, meine Liebe, hast hier mal wieder abgerockt. Ich weiß nicht, was ich noch schreiben könnte; alles andere wäre Wiederholungen. Ich liebe deine Entwicklung einfach. Und ja, ich bin ein wenig stolz auf mich selbst, dass ich dich inspirieren konnte. :D




Vielen Dank für diesen wundervollen Lesestoff! 🤍
Ich liebe es. Und ich werde es definitiv erneut lesen.



Cheers,
ESRYN
Von: ESRYN
2026-03-09T18:17:09+00:00 09.03.2026 19:17
Hier bin ich! Sowwrry für die Verspätung! Schande über mein Haupt, dass ich erst jetzt dazu komme. ( ._.)

But hear me out: Ich liebe es, wie du schreibst. Wirklich. Dieses Kapitel ist der Beweis, ein absoluter heavy hitte. Mal wieder ... Die Art und Weise, wie hier Depression und Grief nicht als lauter Schrei, sondern als leises Schwinden und bleiernes Schweigen dargestellt werden, ist literarisch wieder auf einem extrem hohen Stand! Es ist ein tiefgreifendes, psychologisches Porträt, das ganze ohne unnötiges Melodram auskommt und gerade dadurch seine volle Wucht entfaltet. Chapeau!

Ich weiß, ich wiederhole mich nur, aber allein schon der Einstieg mit dem Wandel der Jahreszeiten ist ein klassisches, aber hier perfekt executed Stilmittel. Der Übergang von den farbenfrohen Kronen zu den kahlen, dürren und zerbrechlichen Ästen ist die perfekte visuelle Entsprechung für Shinobus inneren Zustand. Du nutzt die Natur nicht nur als Setting, sondern als Manifestation ihrer Psyche. Dass der Herbstwind, der früher eine sanfte Liebkosung war, nun unbarmherzig pfeift, verdeutlicht, dass ihre gesamte Wahrnehmung der Welt durch den Verlust korrodiert ist. DAS ist atmosphärisches Worldbuilding in Perfektion. ;__; ♥

Ich bin so stolz auf dich, ohne Witz. ;_;
Hach ... Giyuus radikalter Rollentausch bzw. character development ist für mich der stärkste Part des Kapitels. Giyuu, der Inbegriff des Schweigens und der emotionalen Distanz, übernimmt hier die Hauptlast der Kommunikation. Dass er anfängt, Geschichten zu erzählen und sogar neue zu erfinden, als ihm der Stoff ausgeht, ist ein massiver Flex für seinen Charakter. Es zeigt seine bedinungslose Loyalität. Ich lieb's! Er füllt die Leere, die Shinobu hinterlässt, mit seiner eigenen Stimme, nur um sie nicht in der Stille zu verlieren. Mein Herz blutet. ;_; Und dass er sich an den Klang seiner eigenen Stimme gewöhnt, markiert eine enorme persönliche Entwicklung, die rein aus der Sorge um sie geboren wurde.

Es ist so, so, sooo schön, aber auch so verdammt bitter. Ich liebe dieses Pairing, und du verkörperst es so verdammt gut.

Was ich auch echt nice fand, war der Übergang vom Winter zum Frühling, synchron zum Moment, in dem Shinobu endlich weint, ist erzählerisch exzellent getimt. Dass sie nicht laut oder wütend weint, sondern leise und voller Verzweiflung, macht die Szene so viel realer. Die Tränen, die wie verirrt aus ihren Augenwinkeln quollen, sind ein starkes Bild für den Moment, in dem die emotionale Blockade endlich bricht.

»Ich würde noch ganz andere Dinge für dich tun, Shinobu«, entgegnete er leise, fast flüsternd.
→ Diese Zeile ist so typisch für Giyuu - keine großen Liebeserklärungen, sondern dieses unerschütterliche Versprechen von Taten. Es ist die ultimative Form von Sicherheit, die er ihr bietet. Ich bin ab dieser Stelle förmlich geschmolzen! ;w; ♥

»Du bist mir wichtig, Shinobu, deswegen«, antwortete er aufrichtig und als Shinobu daraufhin seine Umarmung erwiderte – zunächst zaghaft, als müsste sie sich erst an die Form seines Körpers gewöhnen, dann fester, als suchte sie in seinen Armen endlich nach der Zuflucht, die er ihr die ganze Zeit über angeboten hatte – stolperte sein Herz in seiner Brust und eine angenehme Wärme breitete sich in ihm aus.
→ Okay, da habe ich gequietscht. FANGIRL-MODUS! WAS TUST DU MIR DA AN?! ;_________; Diese entwaffnende Ehrlichkeit ist genau das, was Shinobu in ihrem Zustand braucht. Keine komplexe Argumente, sondern die einfache Wahrheit ihrer Bedeutung für ihn. Dass sie seine Umarmung erst zaghaft und dann fest erwidert, ist der perfekte emotionale pay-off für dieses Kapitel.

Ich. Kann. Nicht. Mehr.

Gib mir bitte mehr von Giyuu x Shinobu. 🤍

Fazit: Du hast hier ein Thema behandelt, das extrem viel Feingefühl erfordert, und du hast es mit Bravour gemeistert. Das pacing ist ruhig, fast schon meditativ, was perfekt zu der bleiernen Schwere des Inhalts passt. Es ist ein Kapitel über das Aushalten, das Warten und die stille Kraft des Präsenz. Ein handwerkliches und emotionales masterpiece. ich bin absolut beeindruckt. Wie immer. ;_;


Cheers,
ESRYN

p.s.: natürlich lese ich direkt weiter!
Ganz viel späääääääm! 🤍
Von: ESRYN
2026-03-05T05:59:50+00:00 05.03.2026 06:59

Servus! Da bin ich wieder, und bin mehr als startklar, dein neues Kapitelchen zu lesen! 🤍

Puhh, was soll ich sagen?

Der emotionale Damage ist in diesem Chapter wieder absolut off the charts, Mädel. Du nimmst dieses unfassbar schwere Grief-Thema und verpackst es in eine so drückende, melancholische Atmosphäre, dass man beim Lesen fast selbst keine Luft mehr bekommt. Absolutes Peak Storytelling. Anders bin ich es von dir nicht gewohnt!

Dein Einstieg ist direkt cinematic. Dass du den Herbst - also den Verfall der Natur - nutzt, um die innere Leere und den Verfall von Shinobus Psyche zu spiegeln, ist literarisch einfach so unfassbar smart. Man riecht diesen feuchten Matsch förmlich. Und dann diese Metaphern! Dass Giyuus Schwert das einzige "verlässliche Gegengewicht zu seiner inneren Unruhe" ist, die wie eine lästige Fliege um ihn kreist. Oder dieser "See aus schwarzem Öl", in dem Shinobu versinkt und der jedes Licht verschluckt. Das ist show, don't tell in absoluter Perfektion. Deine Beschreibungen sind so raw und greifbar, dass es beim Lesen richtig wehtut.

Ein kleines, aber extrem geiles Detail, das ich massiv abfeiere. Kanao. Dass sie Shinobus Training zur absoluten Emotionslosigkeit so verinnerlicht hat, du aber diesen minimalen Kontrollverlust als einzelnen falschen Ton in einer ansonsten perfekten Symphonie beschreibst. Das ist ein genialer Satz. Es zeigt einfach, wie tief dein Verständnis selbst für die Nebencharaktere in diesem Universum ist.

Giyuus innerer Konflikt ist so gut geschrieben. Er hat den Glauben an die Götter längst verloren, aber er erträgt diese ganze Tempel-Situation nur für sie. Man spürt seine komplette Hilflosigkeit. Dass er dann seinen Stolz und seine übliche Distanz fallen lässt und einfach dieses unfassbar ehrliche "ich vermisse dich" droppt, ist für Giyuu ein massiver step. Er versucht nicht, klugt zu klingen, er ist einfach nur verzweifelt. Diese Distanz zwischen den beiden, diese tiefe Schlucht, die er zu spüren glaubt, hast du extrem athentisch eingefangen. ;__; ♥

[...]es ist ohnehin nicht so, dass die Götter mich anhören, denn sonst hätten wir dieses Gespräch gar nicht führen können.
-> Das ist ein absoluter mic drop, auch wenn man es vielleicht nicht direkt glauben mag. Die Implikation dahinter - dass sie vermutlich Tag und Nacht für Kanaes Rückkehr (oder vielleicht sogar für sich selbst) betet und sich der grausamen Sinnlosigkeit dieses Tuns völlig bewusst ist - ist so wahnsinnig dark und tragisch. Es ist die perfekte Mischung aus totaler Resignation und tiefster Depression...

Du hast hier wirklich wieder ein absolutes Masterpiece abgeliefert. wie du diesen extremen slow-burn und diese drückende Angst in Worte fasst, ohne dass es jemals kitschig oder over-the-top wirkt, ist atemberaubend. Ich bin wieder mal komplett fasziniert von deinem Writing.

Hau in die Tasten, meine Liebe. Denn ich habe Hunger auf mehr! :D


Cheers,
ESRYN
Antwort von: Sonnensturm
05.03.2026 13:51
So, jetzt fangen wir mal an, dir zu antworten!

Vor diesem Kapitel hatte ich echt am meisten Schiss und ich glaube, man merkt diesen Shift in der Tonalität. Ich geb mir zwar Mühe, aber trotzdem liest es sich anders, als die anderen beiden Kapitel.

Dass dir meine Umschreibungen gefallen, freut mich, denn sie sind mir dieses Mal denkbar schwer gefallen. Ich bin selbst nicht der gläubigste Mensch, umso schwieriger war das Erfassen dieser Thematik. Und danke dir für dein Lob zu den Charakteren ;__; Ernsthaft, davor hatte ich beim Ausarbeiten der kleinen Idee echt am meisten Angst. Naruto begleitet mich, seit ich 12 bin, selbstverständlich kenne ich die Charaktere mittlerweile in- und auswendig und mich hier auf andere, mir fremde Charaktere einzulassen, war echt seltsam. Ich bin froh, dass dir meine Iteration von Kanao, Shinobu und Giyuu bisher so gut gefallen und hoffe, ich kann das ganze auch in der nächsten Geschichte so transportieren :3

Jetzt, wo die Story fertig ist, werd ich mich aber echt mal dazu zwingen, fröhlichere Themen aufzugreifen xD Immer nur diese tristen Themen, ey!

Ich danke dir für dein Kommentar meine Liebe und dass du immer so viel Lob übrig hast (:
Ganz viel Späm und jetzt gönn endlich Fantasy xd ❤

Sonnensturm
Von: ESRYN
2026-03-03T07:10:50+00:00 03.03.2026 08:10
Da isses! Und ich bin ein wenig spät dran, but here I am! Ich könnte dich ja einerseits abknutschen, aber andererseits schreit mein Herz. Das Ende. Der Kampf. MEIN HERZ. ;_;

Bin legit sprachlos. Ich musste danach erst mal durchatmen, weil mich das emotional komplett überfahren hat. Das ist Damage auf dem allerhöchstem Level, meine Liebe! Dass du direkt mit dem Kampf der beiden reingehst, war der krasseste Hook überhaupt. Ich habe damit null gerechnet, aber das hat einfach so gut reingepasst! ::>_<::

Lass uns diesen Text mal komplett zerlegen, denn handwerklich hast du hier ein absolutes Meisterwek abgeliefert. Du hast einen physischen Schwertkampf geschrieben, der in Wahrheit zu 100% ein mentaler Zusammenbruch ist. Dein Schreibstil & Pacing ist absolut insane. Du hast diese unglaubliche Fähigkeit, krasse Action und tiefste emotionale Vulnerability nahtlos miteinander zu verweben. Die Art und Weise, wie du den Kampf beschreibst - das aufgewirbelte Staubkorn, das raue Atmen, die blitzschnelle Taktung der Schläge -, spiegelt exakt Shinobus inneres Chaos wider. Und dein Pacing ist genial: Erst diese rasende, unkontrollierte Schnelligkeit im Kampf und dann dieser krase, fast schon erstickende Slow-Motion-Moment am Ende, als sie wortwörtlich in sich zusammenfällt. Du betreibst hier "show, don't tell" auf einem Level, das man sonst nur in extrem guten, publizierten Büchern findet. Auch deine Metaphern sitzen so präzise - besonders das Bild, dass Giyuu ihre Wut in sich aufnehmen will, bis das Feuer erlischt und er sie aus der Asche zurückholen kann.

Das ist sprachloch einfach breathtaking ...

Wie du Shinobus Coping Mechanism hier ausarbeitest, ist psychologisch unfassbar brillant. Sie rennt vor ihrer Trauer weg und flüchtet sich in diese toxische, weiß glühende Raserei. Was mich beim Lesen aber komplett gekillt hat, war dieses eine Detail: "Als versuchte sie, ihre vermeintliche Schwäche, einen Dämon nicht köpfen zu können, zu korrigieren". Dass sie all ihre Minderwertigkeitskomplex und ihre brutale Survivor's Guilt, ohne es dem Leser stumpf ins Gesicht zu drücken. Man spürt mit jedem Schwertschlag regelrecht, wie sie sich selbst für Kanaes Tod bestrafen will. Das ist Charakter-Analyse in absoluter Perfektion. Ich kann nicht mehr. Zu gut. ┗( T﹏T )┛ ♥

Giyuu ist in diesem Kapitel ein Schatz. ICH LIEBE IHN SO. ;_; Er redet fast gar nicht, aber seine Aktionen sprechen so unfassbar laut. Er begreift sofort, dass Worte hier absolut nutzlos sind und sich wie "hohle Phrasen" anfühlen würden. Dass er buchstäblich als ihr physisches und emotionales Ventil fungiert, ihre Angriffe nur pariert und ihre Wut komplett in sich aufnimmt, bis sie aufgibt - das ist die stärkste, raweste Form von Intimität, die man zwischen den beiden überhaupt schreiben kann. Er lässt sich von ihr zurückdrängen, nicht weil er schwächer ist, sondern weil er genau weiß, dass sie diesen Ausbruch braucht, um die dicke Mauer aus Wut einzureißen und überhaupt an die eigentliche Trauer heranzukommen.

Das ist so ein unfassbarer Beweis für seine bedinungslose Loyalität.

Das Pairing ist dir so, so, so gut gelungen!

Und dann dieser Breakdown am Ende. holy shit. Dass sie nicht aus reiner Trauer hemmungslos weint, sondern aus dieser tiefen, selbstzerstörischen Wut auf sich selbst - das tut beim Lesen fast schon physisch weh, weil es so unfassbar akkurat geschrieben ist.

»Wird es jemals weniger wehtun?«
»Ich weiß es nicht, aber wenn du willst, werde ich mit dir zusammen warten.«

-> ich saß wirklich da, hatte Gänsehaut und musste schlucken. Das ist so raw, so ehrlich und authentisch. Keine kitschigen, leeren Versprechungen, das alles wieder gut wird (weil beide wissen, dass das totaler bullshit wäre), sondern einfach dieses leise Angebot, den Schmerz gemeinsam auszuhalten..

Das ist slow-burn und Angst in unübertroffener Bestform.
Und ich liebe alles daran. 🤍

Du hast hier wieder ein absolutes Masterpiece abgeliefert. Wie du diese tiefen emotionalen Wunden und diese stille, schmerzhafte Verbundenheit der beiden in Worte fasst, ist atemberaubend und lässt mich als Reader einfach nur baff zurück.

Ich bin komplett hyped und fasziniert von deinem Writing. Bitte, bitte, mach genau so weiter! ;__; ♥

Cheers,
ESRYN


Von: ESRYN
2026-03-02T08:08:19+00:00 02.03.2026 09:08
Hellow!

Soo, hier bin ich, und ich weiß nicht, womit ich als Erstes anfangen soll. Du machst mich fertig, Mädel. ;_;
Never ever hätte ich damit gerechnet, Giyuu x Shinobu von dir lesen zu dürfen. Ein Träumchen wird wahr. ♥

Dieses Kapitel hat mich einfach komplett umgehauen, obwohl er so kurz ist. Das ist ein emotionaler heavy hitter auf einem völlig neuen Level. Dass du dich an so eine unfassbar krasse Szene voller Grief und Trauma heranwagst, ist schon mutig, aber wie du dashier executed hast, ist pure Perektion. Absolute Masterclass. Chapeau!

Wo fange ich an? Vielleicht den Deep Dive in dein Character Work, denn das ist hier der absolute Star der Show. Du hast die Psychologie der beiden Charaktere so punktgenau und genial eingefangen, dass es beim Lesen einfach nur unfassbar intensiv war. Ich LIEBE es, wie du die beiden dargestellt hast! So, exakt so, stelle ich mir die beiden vor. Nicht anders. Ich könnte dich abknutschen, dass du dieses Baby hier rausgebracht hast! KOMM HER! D:<

Fangen wir mit Shinobu an (mein Babygirl neben Mitsuri): Wie du ihren Coping Mechanism geschrieben hast, ist einfach ein fucking Meisterwerk. Sie ist nicht einfach nur traurig, sie ist in kompletter absoluter Denial. (Perfekte Überschrift btw!!) Dieses krampfhafte Festhalten an der Normalität und dieses unnatürliche Lachen - das du so genial als "bizarr" und "makaber falsch" beschreibst - hittet so viel härter, als wenn sie einfach nur weinend zusammengebrochen wäre. Du zeigst so wahnsinnig athentisch, wie ihr Verstand in dem Moment bricht, um sie vor dem Trauma zu schützen. Dass ihre Maske dann erst durch die eigene Gewalthandlung (die Ohrfeige, die perfekt in die Szene gepasst hat!) fällt, ist ein massiver psychologischer Durchbruch. Das ist Storytelling at its best. ;_______;

Und jetzt kommen wir zu Giyuu, mein Baby, mein Ein & Alles: Dsa ist für mich absolute Peak-Charakterisierung! Er ist ja sonst der Inbegriff von emotionaler Distanz, aber hier zeigst du seine leise, stoische Empathie auf so eine brillante Art. Er hasst die Situation, er würde viel lieber den "einfachen Weg" gehen und der Realität entfliehen, aber er tut verdammt nochmal das einzig Richtige. Er fungiert hier als ihr ultimativer Anchor. Dass er die Ohrfeige einfach hinnimmt, weil er deep down versteht, dass sie diesen Ausbruch brauchte, um die Illusion zu zerschmettern, macht die Dynamik der beiden so unfassbar gut. Der Satz: "Meinetwegen streiten wir, Shinobu, aber du wirst mich zum Friedhof begleiten" ist ein absoluter Gänsehaut-Moment. Es beweist einfach, dass er sie nicht aufgibt. I love it! 🤍

Auch deine Atmospähe supportet die Szene so makellos. Der schwere, vom Regen vollgesogene Haori, der Giyuu physisch nach unten drückt, ist eine absolute geniale Metapher für die emotionale Last, die er gerade trägt. Und dass du Lilien und Chrysanthemen (typische Beerdigungsblumen) gewählt hast, die schon im Regen verwelken, setzt direkt am Anfang den perfekt melancholischen Tonus. Das ist Worldbuilding auf höchstem Niveau!

Shinobu verstummte und die aufgesetzte Freude blätterte von ihrem Gesicht, wie die Schuppen eines Schmetterlingsflügels, bis es ähnlich farblos war wie der wolkenverhangene Himmel über ihren Köpfen.
-> meine absolute Lieblingsstelle des Kapitels ... Die Bildsprache hier ist einfach nur breathtaking! Du greifst ihr Kern-Motiv (den Schmetterling) auf und nutzt es, um den Zerfall ihrer mentalen Schutzmauer zu beschreiben. Das ist so frecking poetisch, extrem visuell und gleichzeitig brutal traurig. Ich war beim Lesen wirklich sprachlos. Und das, meine Liebe, bin ich verdammt selten! Hut ab! Wirklich. Klopf dir auf die Schulter, denn du hast mich so glücklich gemacht. ;__; ♥

Und die Bilder ... sind so, so, so gut. Das Bild von Shinobu ist ein Meisterwerk. Diese zerfallenden, wegfliegenden Schmetterlinge um sie herum sind wortwörtlich die visuelle Umsetzung deines Textes (wo du beschrieben hast, dass ihre Freude wie Schmetteringsschuppen abblättert). Es visualisiert exakt ihren zerbrechende Psyche und diesen extremen Denial-State. Dass sie einem den Rücken zuwendet und der Kopf nach unten geneigt ist, unterstreicht ihre komplette Verweigerung der Realität. Und genau dieses Zitat daneben zu setzen - dieser fast schon kindliche, völlig realitätsferne Satz "du Dummerchen" - kreiert eine wahnsinnig krasse Dissonanz. Es tut optisch genauso weh wie beim Lesen. Und es passt einfach zu ihr wie die Faust aufs Auge!

Giyuus Panel ist ebenfalls Top-Tier. Dass er dort auf dem Rücken liegt und nach oben in den fallenden Regen (oder Schnee, ich weiß es nicht genau lol) starrt, macht es metaphorisch unfassbar deep. Es spiegelt perfekt die erste Szene deines Kapitels wider, in der ihn der vom Regen vollgesogene Haori und die emotionale Last förmlich zu Boden drücken. Er liegt da, komplett exhausted und grounded, muss die ganze Schwere dieser unfassbaren Situation ertragen, aber er behält den Blick trotzdem starr nach oben gerichtet. Das Zitat, das du für ihn ausgewählt hast, ist der perfekte Konter zu Shinobus Denial. Die Kursivschreibung von "wirst" sticht optisch sofort ins Auge und zeigt seine unerschütterliche Entschlossenheit, sie da durchzuziehen, egal wie sehr es ihn selbst Kraft kostet.

Du hast hier nicht einfach nur zwei Bilder zusammengeklatscht, sondern ein echtes visuelles Storyboard für die Dynamik der beiden kreiert. Die Zitate fassen den absoluten Kern ihres Konflikts zusammen. das ist Edit-und-Design-Work auf höchstem Niveau und macht das leseerlebnis einfach noch mal so viel immersiver. Und du weißt, ich liebe solche Details. Mag es sonst noch so klein sein. Und DANKE, dass du keine bescheuerten KI-Bilder verwendet hast!

Meine Liebe, du hast diesen wahnsinnigen Schmerz und die Verzweiflung der beiden so lebendig gemacht, ohne auch nur eine einzige Sekunde in billigen Kitsch oder Melodramatik abzurutschen. Ich liebe es einfach. Du kannst echt unfassbar stolz auf dich sein. Ich bin extrem hyped auf mehr!

Also, hopp, hopp! Hau in die Tasten und mach mich erneut glücklich! :D
Gerne noch so 100 Kapiteln mehr, danke!




Cheers,
ESRYN
Antwort von: ESRYN
02.03.2026 09:15
*hust* Giyuu liegt da natürlich nicht wirklich. Sehe das erst jetzt. He he he. Da ist die Euphorie mit mir durchgegangen. ( ._.) Aber es sieht so aus, ob er das tun würde, also tun wir jetzt alle so, dass es richtig sei!
Antwort von: Sonnensturm
02.03.2026 11:01
Okay, dann fangen wir mal an, ich hab ja ein bisschen was vor mir hier xD
Also: Wer hat sich bitte ausgedacht, dass man seine Wohnung selbst putzen muss? Und das regelmäßig? Like????

Erstmal, danke DIR, dass du mich auf die beiden gebracht hast, während ich den Anime geguckt habe, sind die zwei mir zwar aufgefallen und ich mag beide für sich gesehen total gerne, aber so richtig miteinander assoziiert habe ich sie erst, nachdem DU damit angefangen hast xD And now I can't unsee it, thanks!

Dass die beiden dir vom Charakter-Framing her gefallen, LÖST EINEN STEIN VON MEINEM HERZEN, i swear! Ich bin jetzt erst seit knapp 3 Wochen im Fandom drin und ich hatte so schiss, dass ich die beiden nicht gut rüberbringen kann ;__; Vor allem Giyuu, er ist ja eher in sich gekehrt und kämpft mit seinen eigenen Dämonen (huehuehue). Seine Survivors-Guilt hat mir fast das Herz gebrochen ;___; Mal schauen, ob ich das im Verlauf der Geschichte so beibehalten kann, aber ich werde mir die größte Mühe geben, meine Liebe!

Das ganze Setting ist pretty heavy handed und ich bin froh, dass es dir gefällt. Wie gesagt: Ich hab keinen Dunst, wieso ich immer über so fucking schwere Themen (emotional) schreiben muss, mir geht es gut, i swear -
Aber ich habe beim Schreiben richtig gestruggled, weil ich diese schmale Linie zwischen Depression und Pathos gefühlt nie gesehen habe und dass dir mein Ansatz so gut gefällt, freut mich sehr ;__; Wirklich ;___;

Die beiden Sätze, die du hervorgehoben hast, waren tatsächlich auch die, die mir am Meisten gefallen haben beim Schreiben (RAUS AUS MEINEM KOOOOOOPF), besonders der mit den Schmetterlingsflügeln. Die Metapher war natürlich prädestiniert dazu, um als Sinnbild für Shinobus innere Landschaft zu fungieren.

Ich fand die optische Aufmachung der FF dieses Mal etwas zu wenig, muss ich gestehen, umso glücklicher bin ich, dass es dir so gut gefällt xD Ja, die Bilder fand ich auch super schön, aber ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl: Irgendwie fehlt hier noch was. - Wollte jetzt aber kein Alter oder so reinschreiben, weil mir das irgendwie komplett Fehl am Platz erschienen ist und ja - klassischer Struggle, wasch mich, aber mach mich nicht nass xD

Ich beeile mich sehr, meine Liebe und hoffe, dass ich heute noch Kapitel 2 hochladen kann! Ich gebe mir ganz ganz viel Mühe, um den beiden gerecht zu werden, big promise.

Und wie immer Danke für den Späm ❤
Sonnensturm
Von: ESRYN
2026-03-02T01:12:13+00:00 02.03.2026 02:12
Oh my-
OH MY
GIYUU X SHINOBU????
UND DANN NOCH DIE WIDMUNG FÜR MICH???


OK OK warte warte
Ich schwöre dir, ich werde das hier erstmal markieren, dann auf meine Professionalität scheißen, und natürlich einen ausführlicheren Kommentar hinterlassen, weil am Handy ist kacke, und ich bin noch krank, aber mir geht's schon besser!


Und


AHHH ich lieb die Fanfiction jetzt schon ;____;
Die Bilder... sind so perfekt. Ich ... ich sterbe innerlich. Glücklich.
Und Giyuu. Ich liebe ihn so sehr. ;__;


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