Zum Inhalt der Seite

Wenn Musik nicht reicht

Ein Vogel, der nicht fortflog
von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Hier wurde der Murloc eingebaut Komplett anzeigen

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Schlagernacht mit Murloc

Kathy überlegte einen Moment. Dann stellte sie sich ans andere Ende des Tisches. Buddy setzte sich neben sie, um sie mit der Trommel zu begleiten.
 

Sie atmete tief durch und begann zu singen. Doch der Mann unterbrach sie sofort:

„Nein … nein … ein Ohrwurm, das ist einfach nur mäh …“

Er lachte schallend.
 

Kathy war entbrüstet.

„Nicht aufregen … singen wir etwas anderes“, versuchte Hannes die Situation zu retten.
 

„Ohrwurm … vielleicht etwas, das sich reimt?“ überlegte Buddy und trommelte leicht los.
 

Doch auch das gefiel dem Mann nicht.

„Das waren gute Songs …“, beschwerte sich Kathy, „und jetzt machst du alles schlecht!“
 

„Gut, aber kein Ohrwurm. Es sollte zwicken und kitzeln“, erklärte der Mann.
 

Die drei überlegten, was er wohl damit meinte. Währenddessen setzte sich Az einfach neben ihn und aß gemütlich vom Tisch. Auch Esel gesellte sich dazu.
 

„Sag mal, wie heißt du überhaupt?“ fragte Az frech, mit vollem Mund.

„Keine Antwort ohne Preis“, wackelte der Mann mit den Fingern.

„Das gehört zur Höflichkeitsform“, versuchte Az ihn zu überlisten.

„Name für Name … wie heißt du denn?“ grinst er frech und beugt sich zu Az vor.

„Az … und nun deinen“, starrt er den Mann ernst an.

„Deinen richtigen Namen.“
 

„Zuerst dienen“, erwiderte der Mann.
 

Beide starrten sich lange an, bis der verrückte Mann schließlich aufgab.

„Murloc … naja, einer meiner vielen Namen, hahah … ein murmliges Gefühl, wenn man in ein Loch fällt, Murloc, hahah“, erklärte er lachend.
 

Az stand auf, lehnte sich an Murlocs Ohr und flüsterte etwas hinein.

„Interessant“, grinste Murloc nur breit.
 

„Ich will es auch wissen!“, rief Esel eifersüchtig.

„Nichts ohne Preis. Ohrwurm für Antworten – besorg mir einen, und du bekommst eine Antwort auf jede Frage, ob Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft“, versicherte er Esel.
 

Esel nickte, stand auf und ging los. Die anderen drei schauten ihm nach, fragten sich nicht, warum er einfach in den Wald geht, und setzten ihre Diskussion fort.
 

„Er mag keine klassischen Lieder“, stellte Buddy fest.

„Wieso machen wir das überhaupt? Lassen wir es doch. Er verarscht uns. Kann man nicht einfach reden?“, bat Kathy Hannes.

„Er war schon immer so. Wir versuchen es mit einem anderen Song. Vielleicht klappt es diesmal. Einen, der sich reimt und kurz ist, sowas bleibt im Kopf … oder etwas, das sich schlecht reimt, wie sein ‚Hase im Topf‘“, überlegte Hannes laut.

„Wenn wir das nicht schaffen, beantwortet er uns nie etwas – auch nicht in Tagen oder Wochen. Folter funktioniert bei ihm erst recht nicht“, erklärte er weiter.
 

„Gut … und wer hat Ideen?“, fragte Kathy in die Runde.

„Vielleicht braucht er so etwas wie Eigenlob?“, schlug Buddy verzweifelt vor. Er wollte die Antworten auf seine Fragen, war sich aber unsicher, ob das endlose Rätselraten sich lohnte.
 

„Gut, letzter Versuch. Sonst versuchen wir es halt woanders“, sagte Kathy entschlossen und richtete ihre Kleidung.

„Warte, mir fällt gerade etwas ein … er liebte immer diese speziellen Lieder … über Liebe, Sehnsucht oder so … das sollten wir versuchen“, schlug Hannes vor.
 

Kathy hatte keine Ahnung von Schlager, stimmte aber zu und gab ihr Bestes.

„Ja … ich freu mich auf eine Aufführung“, klatschte Murloc in die Hand.

„Seid ihr bereit? Gut … dann geht’s los.“
 

Kathy atmete tief ein. Mit den Jungs hatte sie alles grob besprochen, den Text sang sie zum ersten Mal. Sie sang von ihrer ersten Liebe, und es klang tatsächlich wie ein kleiner Schlagerhit.
 

Doch während sie sang, hatte sie einen kurzen Aussetzer, als sie Esel hinter Murloc sah, der versuchte, einen Wurm in dessen Ohr zu stecken. Das brachte sie zum Lachen, doch sie sang weiter, begleitet von Buddy und Hannes.
 

Murloc zappelte, versuchte sein Ohr zu befreien und jammerte dabei gleichzeitig lachend:

„Ein Wurm im Ohr … ein Ohrwurm …“
 

Als das Lied zu Ende war, grinste Murloc breit, noch immer leicht zappelnd:

„Ich hab einen Ohrwurm … es kribbelt und zwickt … das hatte ich lange nicht mehr … also, was wollt ihr wissen?“
 

Alle waren verwirrt – besonders, welchen Ohrwurm er nun meinte: den von Esel oder den von Kathy? Doch das interessierte jetzt niemanden mehr so sehr wie die eine Frage, auf die sie alle warteten.



Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu diesem Kapitel (0)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.

Noch keine Kommentare



Zurück