Kapitel 7: Die Insel der Bestien
Kapitel 7: Die Insel der Bestien
In einem ruhigen Moment wandte sich Law an Ruffy und nahm ihn beiseite.
*Strohhut, auf ein Wort!
Unser Schiff ist wieder Seetüchtig, hier werden sich unsere Wege trennen.
Meine Crew möchte ich nicht den Gefahren aussetzen, die uns auf Botan erwarten könnten.
Das hier ist euer Kampf.
Nun heißt es, lebe wohl.
Und...stirb bloß nicht.*
Ruffy nickte zustimmend.
*Ich verstehe.
Es war schön, dich mal wieder zu sehen Trafo.
Vielen Dank, dass du uns geholfen hast, unsere Verletzten zu versorgen.
Ohne dich hätten wir es nicht rechtzeitig geschafft, sie zu retten.*
Breit grinsend fügte er hinzu:
*Gebt gut auf euch acht.
Denn wenn wir uns das nächste Mal wieder sehen, will ich dir von unserem Sieg auf Botan berichten!*
Law schüttelte den Kopf, musste sich jedoch ein Lächeln verkneifen.
*Unerschrocken wie eh und je.*
Luminara, die das Gespräch der beiden Kapitäne mitbekommen hatte, ging auf den Arzt zu und überreichte auch ihm eine ihrer weißen, ewigen Rosen.
*Bei dir muss ich mich ebenfalls bedanken, sagte sie.
Du hast meine Wunden versorgt.
Wenn du nicht gewesen wärst, hätten wir beide nicht überlebt.
Ich wünsche dir und deiner Mannschaft eine sichere Weiterreise.*
Dankend nahm er die besondere Blume an und verabschiedete sich rasch vom Rest der Bande, ehe er auf sein eigenes Schiff zurückkehrte, um mit seiner Crew davon zu segeln.
Einige Augenblicke schauten die Strohhüte ihnen nach, bis sie hinter dem Horizont verschwunden waren.
Um die Stille zu brechen, die sie kurz danach umgab, fragte der Kapitän das Außenteam:
*Das habe ich beinahe vergessen:
Wie lief es eigentlich bei euch beiden auf der „Insel der Bestien“?*
*Oh, das war tatsächlich sehr interessant,* begann Chopper zu erzählen.
*Zumal es gar keine Bestien waren, wie wir bald erfahren sollten.
Aber von Anfang an:
Wegen der schaurigen Geschichten, die ich über diese Insel gehört hatte, entschied ich, einen meiner Verbandskästen mitzunehmen, für den Fall, dass einer von uns verletzt werden würde.
Kurz nach unserer Ankunft war ich mir zudem sicher, dass ich ihn auch benutzen müsste.
Denn uns erwartete ein Empfangskomitee, bestehend aus Wölfen, Bären und anderen, gefährlich dreinblickenden Kreaturen.
Sie wollten uns loswerden, und versuchten, uns anzugreifen.
Ich erklärte ihnen, dass wir nur auf ihre Insel gekommen wären, um Heilpflanzen zu sammeln, und wir sofort danach wieder verschwinden würden.
Doch das wollten sie zunächst nicht glauben.
Jeder, der bisher in ihre Heimat eingedrungen war, tat dies nur, um sie zu jagen, und sie als Trophäen zu erbeuten.
Eine Wolfsmutter berichtete mir, dass die letzten Menschen, die aufgetaucht waren, bei der Jagd ihr Junges verletzt hatten.
Es konnte nicht mehr laufen und sie wusste nicht, was sie tun sollte.
Natürlich bot ich meine Hilfe an, aber sie waren alle weiterhin sehr misstrauisch, verständlicherweise.
Mit der knurrenden Wölfin im Rücken, eskortierten uns die restlichen Tiere zu ihrer Höhle, in der ihr Junges lag.
Bei seinem Fluchtversuch hatte es sich das Bein gebrochen!*
Sie alle lauschten interessiert seiner Geschichte.
Luminara sah besonders bestürzt aus, als er von dem verletzten Wolfswelpen erzählte.
*Vorsichtig näherte ich mich ihrem Kind, um nicht als Bedrohung zu gelten.
Langsam holte ich meinen Verbandskasten hervor, und legte dem Welpen mit einem Stock eine Beinschiene an.
Jede meiner Handbewegungen wurde von den Tieren ganz genau beobachtet, wovon ich mich jedoch nicht aus der Ruhe bringen ließ.
Danach holte ich von draußen noch ein paar Pflanzen, die er essen musste, um die Entzündung zu senken.
Als alles überstanden war, leckte mich die Wolfsmutter zum Dank ab, und versicherte mir, dass wir nun als ihre Freunde auf der Insel willkommen seien.
Zudem durften wir so viele Heilpflanzen mitnehmen, wie wir nur tragen konnten!
Ihre einzige Bitte, als wir ihre Heimat wieder verließen, war es, keinem feindlichen Außenstehenden zu erzählen, dass sie in Wirklichkeit nur sich und ihre Heimat verteidigen wollen.
Die Gruselgeschichten, die man sich über sie erzählte, würden ihnen einen gewissen Schutz bieten, und weniger neugierige Abenteurer anziehen, aus Angst vor dem Tod, der dort auf sie lauert.*
Verständnisvoll nickten seine Freunde ihm zu.
*Das ergibt Sinn,* entgegnete Sanji.
*Um sie zu schützen, werden wir die Wahrheit darüber verschweigen.
Auch sie haben das Recht, in Frieden und ohne Angst zu leben.*
Bewundernd sah die Königin ihn an, und kaum merklich erblühte eine hübsche, kleine, rote Rose an der Stelle hinter ihrem Ohr.
Niemandem außer ihm war sie aufgefallen, so sagte er nichts dazu und schmunzelte nur, da er erahnte, was es bedeuten könnte.
Plötzlich brach ein lautes Knurren los.
Erschrocken fuhr Luminara herum, aus Angst, eines der Tiere hätte es sich doch anders überlegt, und war gekommen, um sie zu überfallen.
Doch die Anderen wussten genau, was es bedeutete, und lachten laut auf.
*SANJI, ICH HAB HUUUUNGER!*
Rief ihr Kapitän aus voller Kehle.
*Schon gut, das musst du mir nicht sagen, deinen Magen hört man Kilometer weit!
Es ist auch schon fast Zeit fürs Abendessen.
Gib mir eine Stunde, dann steht es auf dem Tisch.*
*Eine Stunde?!
Mir hängt der Magen jetzt schon in den Kniekehlen!
Was soll ich in der langen Zeit denn tun?*
*Nun,* erwiderte der Koch.
*Wir haben jetzt einen Gast an Bord.
Wie wäre es, wenn du dir überlegen würdest, wo sie schlafen kann?
Aber mach es ihr ja so bequem wie möglich, verstanden?*
Nami meldete sich zu Wort.
*Nicht nötig, das habe ich bereits mit Robin abgesprochen.
Du kannst gerne in unserem Quartier übernachten, wenn du möchtest.
Wir haben genug Platz für dich.*
Flüsternd fuhr sie fort:
*Außerdem können wir dann ungestört über die Jungs lästern.*
Ihr Übernachtungsgast wurde etwas rot, musste jedoch kichern und nickte zustimmend.
*Vielen Dank, das Angebot nehme ich gerne an.*
Gemeinsam begaben sich die drei Frauen in ihr Quartier, um alles für die Nacht vorzubereiten.
Nachdenklich sah sich Nami im Zimmer um.
*Mist, das hatte ich nicht bedacht:
wir haben nur 2 Betten hier drin stehen.
Doch wenn wir sie zusammen stellen und ein wenig kuscheln, könnten wir gemeinsam hinein passen…*
*Keine Sorge, ich habe eine Lösung*
antwortete Luminara, und ließ ihr grünes Licht erstrahlen, mit welchem sie unzählig viele Blumen erscheinen ließ.
Diese ordnete sie in der Form eines bequemen Nestes an.
*So sehen… sahen unsere Schlafplätze auf Botan aus.
Dadurch habe ich das Gefühl, ein Stück Heimat bei mir zu haben.*
Traurig sah sie zu Boden, und eine einzelne Träne tropfte herab.
Ihre beiden Zimmergenossinnen nahmen sie in den Arm und versuchten, sie dadurch etwas zu trösten, was ihnen jedoch nicht wirklich gelang.
Zu groß war die Sehnsucht, die sie im Herzen spürte.
Aus diesem Grunde stellte Robin ihr neugierig eine Frage:
*Du hast uns bereits einiges von dir erzählt, doch eine Sache ist mir ein Rätsel:
Als wir vorhin draußen gemeinsam an Deck standen, wuchs plötzlich eine kleine Blume hinter deinem Ohr.
Möchtest du uns erzählen, was das bedeutet?*
Verlegen trat sie von einem Bein auf das andere.
*Ehrlich gesagt, dachte ich nicht, dass es jemandem auffallen würde.
Wenn ihr versprecht, es niemandem zu erzählen, verrate ich es euch, als Dank dafür, das ich bei euch nächtigen darf.*
Die Beiden nickten.
*Versprochen!*
*Also gut:
Wir Botanier tragen unser Herz auf der Zunge, außerdem drücken wir sie auch in Form von Gesten aus.
Wenn wir uns zu jemandem hingezogen fühlen, wachsen auf unseren Haaren rote Rosen, um es unserem Gegenüber zu zeigen.
Je mehr Gefühle wir für jemanden entwickeln, desto mehr Rosen erblühen.
Wenn der andere genauso fühlt, sehen wir es ebenfalls an seinen eigenen Rosen.
Sanji war derjenige, der mich rettete, mir zu Essen gab, und mich als erstes in eurer Gemeinschaft akzeptiert hat.
Selbst als ich für alle anderen als Bedrohung galt, kam er mit ruhigen Worten auf mich zu und besänftigte mich.
Für mich fühlt er sich nach Zuhause an.
Doch ich weiß auch, dass ihr Menschen anders fühlt, als wir.
Ihr verstellt euch gerne, leugnet, was tief in eurem Inneren verborgen ist, und manche verletzen diejenigen, die ihnen am nächsten stehen lieber, als zu ihren wahren Gefühlen zu stehen.
Deshalb kann ich es mir nicht erlauben, es ihm zu erzählen.
Die mögliche Zurückweisung wäre zu schmerzhaft für mich, und das gute Gefühl, das ich habe, wenn er in meiner Nähe ist, würde ich für immer verlieren.*
Robin musste schlucken.
Mit einer so emotionalen Antwort hatte sie nicht gerechnet.
*Ich verstehe,* sagte sie mit einem Kloß im Hals.
Auch Nami hatte ihre Antwort sehr berührt, hastig wischte sie sich über die Augen.