Zum Inhalt der Seite

Ein unerwarteter Moment

von

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Ein unerwarteter Moment

Der Himmel über Domino City war an diesem Abend in sanften Orangetönen getaucht, während die Sonne langsam unterging. Das Hotel, in dem Serenity arbeitete, war an diesem Tag ungewöhnlich ruhig. Sie hatte den ganzen Nachmittag damit verbracht, die Bar vorzubereiten, frische Früchte zu schneiden und die Flaschen ordentlich aufzustellen. Es war ihr Lieblingsort im Hotel – ein kleiner Rückzugsort, wo sie ihre Kreativität beim Mixen von Cocktails ausleben konnte.

Heute wollte sie für einen besonderen Gast einen Cocktail zubereiten: Seto Kaiba. Serenity wollte ihm damit eine Freude machen. Der berühmte CEO von KaibaCorp war bekannt für seine strenge Haltung und seinen unerschütterlichen Blick. Doch heute schien er entspannt zu sein, als er das Hotel betrat und sich an die Bar setzte. Seine typische Haltung strahlte volle Selbstsicherheit aus.

„Guten Abend“, begrüßte Serenity ihn freundlich und lächelte. Kaiba hob eine Augenbraue und sah sie forschend an.

Sie nahm frische Ananasstücke, Kokosmilch, weißen Rum und Eiswürfel und begann, alles in den Shaker zu geben. Während sie arbeitete, unterhielten sie sich ein wenig.

„Was machst du hier?“, wollte sie wissen.

„Geschäftliche Angelegenheiten“, erwiderte er kurz.

Serenity bemerkte die leichte Anspannung in seiner Stimme und versuchte, das Gespräch aufzulockern. „Weißt du, ich liebe es, Cocktails zu mixen. Es ist fast wie Magie – aus einfachen Zutaten etwas so Köstliches zu machen.“

Kaiba musterte sie kurz und schmunzelte leicht. „Magie?“

„Ja“, erwiderte Serenity lachend und schüttelte den Shaker kräftig.

Nach einigen Minuten war der Cocktail fertig. Serenity goss ihn in ein großes Glas mit einem hübschen Ananas- und Kirschen-Dekor oben drauf.

„Hier bitte“, sagte sie stolz und stellte das Glas vor ihn.

Kaiba nahm einen Schluck, seine Miene blieb jedoch unbewegt. Er schob das Glas leicht weg.

„Ich trinke keinen Alkohol“, sagte er schlicht.

Serenity war einen Moment lang überrascht. „Oh! Tut mir leid – ich hätte fragen sollen.“ Sie lächelte verlegen. „Möchtest du stattdessen etwas anderes? Ein alkoholfreies Getränk? Wenn du möchtest, kann ich dir auch einen Frucht-Smoothie machen oder Wasser mit Zitrone.“

Er nickte. „Ja das wäre gut.“ Sie begann sofort mit der Zubereitung. Währenddessen beobachtete Kaiba sie aus dem Augenwinkel – irgendwie bewunderte er ihre Freundlichkeit. Es war selten, dass jemand so unermüdlich versuchte, ihm eine Freude zu machen. Nach einigen Minuten kam Serenity mit einem hübschen Glas voller cremiger Pina Colada zurück.

„Hier“, sagte sie freundlich und stellte das Glas vor ihn ab. „Probier doch mal.“

Kaiba schüttelte den Kopf erneut. „Ich will das nicht trinken.“

„Nur ein Schluck“, drängte Serenity sanft.

Er sah das Glas an und dann wieder zu ihr. Seine Miene blieb ernsthaft. „Serenity… ich mag keine alkoholischen Getränke.“

„Das hier ist kein Problem, Kaiba. Es ist nur ein alkoholfreier Cocktail. Sieht aus wie eine echte Pina Colada, schmeckt aber auch ohne Alkohol super.“ Serenity lächelte aufmunternd und hob das Glas leicht an. „Nur ein kleiner Schluck. Bitte. Es ist wirklich lecker.“ Ihre Augen funkelten freundlich.

Kaiba schnaubte leise und verschränkte die Arme vor der Brust. Er betrachtete das Glas noch einen Moment lang, dann seufzte er erneut. „Wenn du meinst…“ Er griff nach dem Glas und nahm vorsichtig einen kleinen Schluck.

Sein Blick veränderte sich kaum – doch im Inneren spürte er eine kleine Überraschung: Das Getränk schmeckte tatsächlich frisch und angenehm süßlich, ohne den bei Alkohol üblichen Nachgeschmack.

„Na gut“, sagte er schließlich mit einem kleinen Lächeln – kaum sichtbar –, „es ist nicht schlecht.“

„Siehst du?“, rief Serenity erleichtert aus und strahlte vor Freude.

Kaiba stellte das Glas wieder ab und sah sie an. „Danke für die Mühe“, sagte er ehrlich.

„Gern geschehen! Ich wollte nur sicherstellen, dass du auch mal etwas Neues ausprobierst.“ Serenity zwinkerte ihm zu.

„Weißt du… Ich mag eigentlich keine Cocktails.“

Serenity hob fragend Augenbraue hoch. „Wirklich? Das hätte ich nicht gedacht.“

Kaiba zuckte mit den Schultern. „Es ist nicht so sehr das Getränk selbst, sondern die Gesellschaft, die dabei ist.“ Er sah sie ernst an. „Ich trinke nur, wenn es notwendig ist – oder um einen guten Eindruck zu hinterlassen.“

Serenity nickte verständnisvoll und lächelte warm. „Das verstehe ich. Manchmal sind es die Menschen, die den Unterschied machen, nicht das Getränk.“

Sie legte das saubere Glas beiseite und trat einen Schritt näher. „Weißt du, Kaiba, manchmal braucht man einfach nur jemanden, der zuhört. Und egal, was du trinkst oder nicht trinkst – ich freue mich, dass wir hier zusammen sind.“

Er sah sie einen Moment lang nachdenklich an, dann erwiderte er leise: „Danke, Serenity. Es tut gut, das mal gesagt zu bekommen.“ Ein kleines Lächeln spielte um seine Lippen, und für einen Moment schien die Anspannung in ihm etwas zu weichen. Serenity fühlte sich warm ums Herz und wusste: Manchmal sind es die kleinen Gespräche und Gesten, die eine Verbindung schaffen – ganz gleich, wie unterschiedlich man sein mag.

„Dein Bruder ist ein Versager.“

„Das ist nicht sehr nett was du über Joey sagst. Was hast du gegen meinen Bruder? Warum beleidigst du ihn?"

„Weil er es nicht anders verdient hat", antwortete Kaiba. „Und weil es Spaß macht ihn zu erniedrigen."

Serenity fing an zu weinen. Kaiba war genervt. „Fängst du wegen jeder Kleinigkeit an zu heulen?"

Serenity wischte sich schnell die Tränen weg, ihre Stimme zitterte leicht. „Du solltest nicht so reden, Kaiba. Joey ist mein Bruder, und egal was passiert ist, er verdient Respekt.“ Ihre Augen funkelten vor Entschlossenheit, obwohl sie noch immer verletzt war.

Kaiba schnaubte und verschränkte die Arme. „Respekt? Für jemanden wie Wheeler? Das ist lächerlich. Er hat nie etwas erreicht, das ihn wirklich auszeichnet.“ Seine Stimme war scharf.

„Jeder hat seine Stärken“, sagte Serenity ruhig, „und Joey kämpft immer für seine Freunde. Das macht ihn stark.“ Sie atmete tief durch und versuchte, ihre Fassung zu bewahren. „Vielleicht solltest du mal darüber nachdenken, was wirklich zählt. Du solltest Menschen nicht so behandeln, nur weil du denkst, besser zu sein.“

Kaiba verschränkte die Arme und schnaubte. „Ich behandle niemanden schlecht. Ich sage nur die Wahrheit.“ Dann fügte er etwas nachdenklich hinzu: „Aber manchmal muss man eben hart sein, um im Leben weiterzukommen.“

Serenity sah Kaiba einen Moment lang schweigend an, ihre Augen voller Nachdruck. „Hart sein ist eine Sache, aber Menschen zu verletzen – das ist etwas anderes. Es geht darum, Respekt zu zeigen, auch wenn man anderer Meinung ist.“ Sie atmete tief ein und lächelte leicht. „Vielleicht solltest du mal versuchen, die Welt aus den Augen anderer zu sehen. Nicht nur aus deiner eigenen.“

Kaiba schnaubte erneut und blickte weg. „Das klingt schön in der Theorie, Serenity. Aber in der Realität zählt nur Stärke.“ Er warf einen Blick auf das leere Glas in seiner Hand. „Und manchmal bedeutet Stärke auch, sich durchzusetzen – egal wie hart es ist.“

Serenity lehnte sich vor. „Stärke bedeutet nicht nur, andere niederzumachen oder sich durchzusetzen. Es bedeutet auch, für das einzustehen, was richtig ist – für Freunde, Familie und Gerechtigkeit.“ Sie sah ihm fest in die Augen. „Wenn du wirklich stark sein willst, dann zeige Größe im Herzen.“

Kaiba schien kurz nachdenklich zu werden, doch dann verzog er den Mund zu einem spöttischen Lächeln. „Du bist ziemlich idealistisch.“

Serenity lächelte sanft, obwohl ihre Augen noch immer die Spuren ihrer Verletzlichkeit trugen. „Vielleicht. Aber ich glaube fest daran, dass das, was wir für richtig halten, uns menschlich macht.“ Sie sah Kaiba direkt an. „Du hast Macht, Kaiba. Aber wahre Stärke liegt darin, sie verantwortungsvoll einzusetzen – nicht nur, um zu dominieren, sondern um zu schützen.“

Kaiba schnaubte erneut und wandte den Blick ab. Für einen Moment schien er nachzudenken, doch dann sagte er mit einem spöttischen Ton: „Schutz ist nur eine Ausrede für Schwäche. Wer wirklich stark ist, lässt sich nicht von Gefühlen leiten.“ Seine Stimme wurde härter. „Nur die Härtesten überleben.“

Serenity atmete tief durch und trat einen Schritt näher. „Vielleicht hast du Recht, dass das Leben manchmal brutal ist. Aber es bedeutet nicht, dass wir aufhören sollten, an das Gute zu glauben – an Freundschaft, Liebe und Gerechtigkeit. Wenn du nur auf Stärke setzt, verlierst du den Blick für das Wesentliche.“

Kaiba schüttelte den Kopf. „Du redest viel, Serenity. Aber in der Realität zählt nur das Ergebnis.“

Serenity sah ihn einen Moment lang schweigend an, ihre Augen voller Nachdruck und Mitgefühl. „Ergebnisse sind wichtig“, sagte sie, „aber sie sind nicht alles. Wie wir sie erreichen, macht den Unterschied.“ Sie ließ ihre Hand langsam sinken und trat einen Schritt zurück, doch ihr Blick blieb fest auf Kaiba gerichtet. „Wenn du nur auf Macht und Erfolg setzt, verlierst du vielleicht kurzfristig, was wirklich zählt – deine Seele.“

Kaiba verschränkte die Arme vor der Brust und schnaubte erneut. „Seele? Das ist nur eine Ausrede für Schwäche. In dieser Welt gewinnt nur der Stärkere.“ Seine Stimme wurde schärfer. „Und wer schwach ist, wird zerquetscht und untergehen.“

Serenity atmete tief durch und lächelte traurig. „Vielleicht hast du recht, dass die Welt manchmal grausam ist. Aber ich glaube daran, dass wir trotz allem die Fähigkeit haben, das Richtige zu tun – auch wenn es schwer ist. Und ich glaube fest daran, dass das, was wir für richtig halten, uns menschlich macht. Es ist nicht immer einfach, das Richtige zu tun, vor allem wenn es bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen. Aber ich denke, es lohnt sich.“

Kaiba schnaubte erneut und wandte den Blick ab. „Du hast eine schöne Theorie, Serenity. Aber die Realität ist ganz anders.“ Seine Stimme wurde fast nachdenklich. „Und manchmal erfordert Erfolg eben harte Entscheidungen.“ Er warf einen kurzen Blick auf das leere Glas in seiner Hand und schien für einen Moment in Gedanken versunken.

Serenity trat einen Schritt näher und sah ihm direkt in die Augen. „Erfolg ohne Menschlichkeit ist nichts wert“, sagte sie ruhig. „Wenn wir nur auf Stärke setzen und dabei vergessen, Mitgefühl zu zeigen, verlieren wir unsere Menschlichkeit.“ Sie machte eine Pause und fügte dann mit einem leichten Lächeln hinzu: „Vielleicht solltest du mal versuchen, auch mal schwach zu sein – nur um zu sehen, was wirklich zählt.“

Kaiba schnaubte wieder und verschränkte die Arme. Für einen Moment schien er nachzudenken, doch dann antwortete er mit einem spöttischen Grinsen: „Schwach sein? Im echten Leben bringt das nichts.“ Er blickte wieder auf das Glas in seiner Hand.

Serenity sah ihn verständnisvoll an und legte eine Hand auf seine. „Manchmal braucht es Mut, Schwäche zu zeigen“, sagte sie leise. „Denn nur so können wir wirklich verstehen, was andere durchmachen.“ Sie lächelte warm. „Und vielleicht ist das die wahre Stärke – die Fähigkeit, Mitgefühl zu zeigen, auch wenn es schwer fällt.“

Kaiba sah sie einen Moment lang an. „Ich brauche von dir keine Ratschläge. Ich mache die Dinge auf meine Weise.“ Er stand auf und streckte sich. „Danke für den Drink, Serenity. Es war eine angenehme Abwechslung.“

„Gern geschehen“, antwortete sie fröhlich. „Vielleicht treffen wir uns ja bald wieder.“

Kaiba nickte nur knapp, doch in seinen Augen lag ein kleines Lächeln. Mit einem letzten Blick auf die Bar verließ er das Hotel. Draußen stieg er wieder in seinen Lamborghini und fuhr davon – doch die Erinnerung an diesen Tag würde noch lange bei beiden bleiben.

Kaiba lenkte den Lamborghini durch die belebten Straßen der Stadt, während die Sonne langsam unterging und den Himmel in ein warmes Orange tauchte. Seine Gedanken kreisten noch immer um das Treffen mit Serenity. Es war ungewöhnlich für ihn, sich auf solche ungeplanten Begegnungen einzulassen, doch etwas an ihr hatte ihn fasziniert.

Er fuhr in Richtung seines Anwesens, doch sein Geist war noch lange nicht zur Ruhe gekommen. Die Erinnerung an ihr Lächeln, ihre Worte – all das schien eine unerwartete Melodie in seinem sonst so kontrollierten Leben zu spielen. Kaiba wusste, dass er sich nicht so leicht auf jemanden einlassen konnte, doch vielleicht war es genau das, was er brauchte: eine Abwechslung vom Alltag.

Als er vor seiner Villa anhielt, stieg er aus dem Wagen und ging zum Eingang. Das Licht im Inneren war bereits eingeschaltet, und die Stille des Hauses empfing ihn wie eine vertraute Umarmung. Er schob die Tür auf und trat hinein, seine Gedanken noch immer bei Serenity.

Währenddessen saß Serenity noch eine Weile an der Bar, den Blick nachdenklich ins Leere gerichtet. Sie fühlte sich seltsam erleichtert und gleichzeitig verwirrt. Dieses Treffen hatte etwas in ihr ausgelöst – ein Gefühl von Aufregung, das sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Sie nahm einen letzten Schluck ihres Drinks und stand dann auf.

Mit einem leisen Seufzer verließ sie die Bar und machte sich auf den Heimweg. Der Abend war noch jung, doch in ihrem Herzen spürte sie bereits die Vorfreude auf das nächste Treffen – egal wann oder wo es auch sein mochte. Denn manchmal waren es gerade die unerwarteten Begegnungen, die das Leben am meisten bereicherten.



Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu diesem Kapitel (3)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von: Cyrene
2025-10-03T19:40:44+00:00 03.10.2025 21:40
Finde deine Geschichte schön, eine ungewöhnliche aber doch nette Idee. Seto Kaiba und Serenity Wheeler ist zwar nicht unbedingt das erste Paaring, das mir einfällt, wenn ich an die Charakter von Yu-Gi-Oh denke, aber in deiner Geschichte hat es irgendwie gepasst. Serenity als Barkeeperin und Seto als alkoholfreier Gast, gefällt mir. Prompt super umgesetzt, kleine aber feine Story.
Antwort von: Cyrene
03.10.2025 21:43
P. S. hatte mir Seto immer als Weintrinker vorgestellt, hab ihn auch in meiner Story "Lonely Defiant Dragon" so dargestellt, aber in diesem Punkt sind wir uns wohl einig, dass er wohl kein Mensch ist, der normalerweise auf süße Cocktails mit starkem Alkohol steht, dazu ist er viel zu gerne jederzeit Herr der Lage um gerne betrunken zu sein.
Von:  Meiridia
2025-08-07T15:56:43+00:00 07.08.2025 17:56
Oh liegt da etwa Liebe in der Luft? :D
aber ja ich hätte Kaiba auch nicht als Cocktail Trinker gesehen viel mehr als Bier Trinker aber überhaupt kein Alkohol? mhmmmm... vielleicht ist er auch einfach nur noch zu jung XD
jetzt hätte ich auf jeden fall Lust auf einen schönen Cocktail ohne Alkohol


Zurück