Schocksekunde und klare Ansagen!
Schocksekunde und klare Ansagen!
Leises Wimmern war zu hören, bevor es nach wenigen Sekunden zu einem lauten Brüllen wurde, welches Kagome ruckartig aus ihrem Schlaf riss. Beim Aufschrecken verspürte Kagome einen Druck auf ihrer Hüfte. Erschrocken sah sie zu dieser hinunter und bekam große Augen, als sie eine schämenhaft eine Hand auf dieser liegen sah. Mit einem kräftigen Stoß schleuderte sie die Hand von ihrem Körper und schnappte sich schnell Moroha, um aus dem Bett zu fliehen. Kagome wollte der Dunkelheit und der Person entkommen. „Kagome...“, packte sie jemand am Arm und sorgte so dafür, dass sie nicht aus dem Bett entkommen konnte. Ein lauter Aufschrei entkam ihren Lippen. „Psst. Ich bin es doch nur“, versuchte die Person sie zu beruhigen. Doch ihre Angst war viel zu groß. Sie wusste nicht, wer sie festhielt. „Bitte lass los. Ich will hier weg. Ich sag auch niemanden was, aber bitte lass mich und meine Tochter gehen“, flehte sie den Tränen nah. Sie hatte unglaubliche Angst, nicht nur um sich, sondern auch um ihre Tochter. „Kagome, beruhig dich. Ich tu dir doch nichts.“
Kurz wurde sie geblendet, als das Licht den Raum erhellte. Erst nach wenigen Sekunden konnte sie die Person identifizieren. „Inuyasha“, entkam es erleichtert von ihren Lippen. Ihre Anspannung verschwand und langsam ließ sich Kagome wieder im Bett nieder. „Schtt… alles gut, Moroha“, strich sie langsam über den Kopf ihrer Tochter. Ihr Herz klopfte immer noch schnell in ihrer Brust. „Tut mir leid. Ich wollte dich nicht erschrecken. Es war geplant, dass ich heute Nacht zu meinen Eltern komme und den Tag mit Moroha verbringen würde. Dass meine Eltern den Plan geändert haben, habe ich leider erst erfahren, als ich bereits auf dem Weg war und als ich ankam, hattet ihr beide schon geschlafen“, erklärte Inuyasha ihr die Situation. „Du hättest mich wecken sollen. Ich wäre dann auf die Couch gegangen“, murrte Kagome. „Ihr saht so süß aus. Zumindest wenn man die Bücher weggeräumt hatte“, lächelte er und reichte Kagome das Fläschchen von Moroha, welches er ihr soeben zubereitet hatte.
„Danke“, bedankte sich Kagome. Kurz richtete sie sich den Polster, um besser sitzen zu können. „Nana... nicht so schlingen“, kicherte sie, als Moroha sofort auf die Milchflasche zusteuerte und kräftigt daran zog. „Wenn sie Hunger hat, ist sie ziemlich unleidlich“, lachte Inuyasha, der ihr Gebrüll bei Hunger nur zu gut kannte. „Habe ich gemerkt“, zuckte Kagome mit den Schultern. „Wie spät ist es eigentlich?“, wollte sie anschließend wissen. „Halb sechs“, teilte er ihr mit, nachdem er kurz auf sein Handy gelugt hatte. „Dann lohnt sich schlafen nicht mehr“, seufzte Kagome. Auch wenn sie liebend gern noch ein paar Stunden schlafen würde, lernen konnte in den frühen Morgenstunden auch nicht schaden.
„Bitte schön“, lächelte Inuyasha Kagome an, nachdem er ihr einen heißen Kakao hingestellt hatte. Nachdem sie gemeinsam Moroha versorgt hatten, hatte sich Kagome ins Wohnzimmer zurückgezogen und ihre Schulunterlagen um sich verteilt. „Dankeschön. Schläft Moroha wieder?“, fragte sie nach. „Ja. Und wieso lernst du so früh schon?“, wollte er wissen. Schon am Abend oder eher am Morgen war er überrascht, Kagome und Moroha inmitten ihrer Bücher vor zu finden. „Ich habe heute eine Prüfung. Und in ein paar Wochen muss ich zur Aufnahmeprüfung an der Oberstufe. Beides muss perfekt laufen, sonst kann ich meinen Traum vergessen.“ Kurz runzelte er seine Stirn und erinnerte sich Wage an das Gespräch vor einigen Tagen. „Welche Oberschule möchtest du besuchen?“, wollte er in Erfahrung bringen. Immerhin wusste er noch zu wenig über Kagome. „An die Shikon“, lächelte sie, wenn auch nicht ganz so glücklich. „Hohes Ziel und ziemlich teuer. Da kommen wirklich nur sehr gute Schüler rein“, staunte Inuyasha.
„Leider. Deshalb gebe ich auch mein Bestes, um ein Stipendium zu bekommen. Viel Hoffnung habe ich aber nicht mehr.“ Inuyasha sah ihre traurigen Augen. „Wieso?“, hakte er nach, obwohl er sich eigentlich denken konnte warum. „Meine Noten sind zwar wieder deutlich besser, aber für ein Stipendium wird es wohl nicht reichen. Also kann ich meinen Traum eigentlich gleich lassen. Ich habe mir schon ein paar Alternativen ausgesucht. Vermutlich werde ich nur auf eine Kurzuni gehen und Krankenschwester werden.“ Irgendwie klang Kagomes Stimme bei dieser Aussage abgeklärt. Es machte ihn traurig, dass sie aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht ihre Träume verwirklichen konnte, obwohl sie so viel dafür tat. „Vielleicht schaffst du es ja doch. Immerhin bist du ein schlaues Mädchen und hast schon so viel gemeistert“, wollte er ihr Mut machen. Vielleicht konnte er auch etwas für sie tun, doch dafür musste er erst noch ein paar Informationen sammeln, welche hoffentlich Sango für ihn beschaffen konnte.
„Danke, dass du mich gefahren hast“, bedankte sich Kagome bei Inuyasha, nachdem sie aus den Wagen des Sängers ausgestiegen war. „Nichts zu danken. Ich habe zu danken. Du hast dich super um Moroha gekümmert und das, obwohl meine Eltern plötzlich alles gedreht haben“, winkte er ab. „Außerdem habe ich dir am Morgen einen unheimlichen Schrecken eingejagt. Diesen musste ich doch irgendwie wieder gut machen“, grinste er sie verschmitzt an. „Najaaa ich nehme das mal als Entschuldigung an. Aber mach das bloß nie wieder“, verdrehte sie leicht grinsend die Augen. Im Nachhinein hatte sie wirklich überreagiert und konnte über die Situation lachen, auch wenn sie anfangs wirklich Panik hatte. „Ich glaube, so schnell kommt das nicht mehr vor“, lachte er. Ebenso war sie sich sicher, dass diese Situation nicht noch einmal vorkommen würde. Es war eine einmalige Sache und diese hatte sie, wenn auch mit enormem Schlafmangel, gut gemeistert.
Kagome zog wirklich den Hut vor Inuyasha. Immerhin arbeitete er neben den nächtlichen Pflichten voll weiter und das noch erfolgreich. „Inuyasha… danke, dass du so gut auf Moroha aufpasst und ihr so ein guter Vater bist. Einen besseren hätte ich wirklich nicht für meine Tochter bekommen können“, wollte sich Kagome auch bei ihm bedanken. Er machte es so gut und trotzdem bekam er nie wirklich Lob dafür. Dabei hätte er so viel mehr verdient. „Danke dir. Doch nur durch dich bin ich so ein guter Vater geworden.“ Irgendwie fühlte sich Kagome unbehaglich. Seine Worte machten sie stolz, aber auch nachdenklich. „Viel Glück bei deiner Prüfung. Du musst langsam los.“ Erschrocken sah Kagome auf ihr Handy. Sie musste sich wirklich beeilen. Sie hatten ein paar Straßen vor ihrer Schule gehalten, um nicht entdeckt zu werden. Sie musste also noch ein Stück laufen und war ohnehin etwas spät dran.
„Danke und dir wünsche ich viel Spaß mit unserer Tochter“, wünschte sie ihm einen schönen Tag, bevor sich Kagome schnellen Schrittes auf den Weg machte. Immerhin würde er den ganzen Tag mit ihr verbringen und hoffentlich einen schönen Tag mit Moroha haben. Zumindest wünschte Kagome Inuyasha das.
„Hey.“ Mit diesem Wort begrüßte Inuysha seine Eltern, nachdem er Moroha am frühen Abend wieder dort abgeben musste. Gemeinsam mit seiner kleinen Tochter hatte er einen entspannten und ereignislosen Tag verbracht. Sie hatten viel gekuschelt und auch einige Schläfchen zusammen gemacht. Er hatte sich mit ihr zusammen erholt und Kraft für die nächsten Tage gesammelt. Doch nun hieß es wieder Abschied nehmen. Er musste zurück und damit musste auch Moroha wieder zu ihren Großeltern. Doch bevor er abfahren konnte, wollte er noch ein kurzes Gespräch mit seinen Eltern führen. Er wollte ihnen sagen, dass ihm das gestrige Verhalten nicht gefallen hatte. „Hey“, grüßte sein Vater ihn ebenso und nahm ihm die Kleine ab. „Hattest du einen schönen Tag mit Moroha?“, wollte seine Mutter auch sofort wissen. „Ja. Ich muss trotzdem mit euch reden“, wollte er schnell das Gespräch hinter sich bringen. Immerhin würden seine Bandkollegen nicht ewig dafür sorgen können, dass Totosei ihn nicht suchte. „Worum geht es denn?“, wollte sein Vater verwirrt wissen.
Vermutlich würde ihnen das Thema auch nicht gefallen, dennoch wollte Inuyasha seinen Unmut teilen. „Ich fand es gestern Abend gar nicht prickelnd, wie ihr euch verhalten habt“, eröffnete er einfach das Gespräch. „Wieso?“, hakte seine Mutter gleich nach. „Moroha ist meine Tochter. Ich habe sie euch zur Betreuung gegeben und plötzlich ist sie bei Kagome, ohne dass ich was davon weiß“, stellte er klar. „Inuyasha, ja wir haben Moroha zur Betreuung bei uns, aber wir haben auch dafür gesorgt, dass sie versorgt ist. Wir sind genau wie du völlig unvorbereitet in diese Situation gekommen und müssen eben noch einiges organisieren. Dass dein Vater eine Ehrung erhält, haben wir erst vor wenigen Tagen erfahren und uns dann Gedanken gemacht und Lösungen gefunden“, versuchte seine Mutter ihm den Umstand zu erklären. „Das verstehe ich auch. Ich freu mich auch für Papa, dass er geehrt wurde. Aber ich hätte gerne vorher davon gewusst. Ihr wusstet, dass ich an diesem Abend kommen möchte und trotzdem habt ihr nichts gesagt.“
Für Inuyasha wäre es in Ordnung gewesen, wenn sie es mitgeteilt hätten. „Hör mal, mein Junge. Auch wir sind nicht perfekt. Wir vergessen manche Dinge. Ja wir haben vergessen dir Bescheid zu geben, aber… wir haben ebenfalls für die beste Betreuung gesorgt, oder ist es Moroha schlecht ergangen in dem letzten Stunden?“ wollte sein Vater wissen, führte ihn somit vor Augen, dass nicht immer alles perfekt lief. Auch er hatte bereits einige Fehler gemacht, dessen war sich Inuyasha durchaus bewusst. „Das sage ich nicht. Kagome hat es wirklich gut gemacht. Dennoch hätte ich gerne davon gewusst“, zeigte Inuyasha leise Einsicht. Seine Eltern hatten recht. Sie hatten dafür gesorgt, dass Kagome sich um Moroha kümmerte und sie somit nicht einfach im Stich gelassen und Inuyasha war sich auch sicher, dass sie nicht gemeinsam zu der Ehrung gegangen wären, wenn sie niemand für Moroha gefunden hätten.
„Tut mir leid. Aber das nächste Mal möchte ich bitte wissen, wenn Moroha nicht bei euch ist. Ich habe mir notiert, wann wer für sie da ist, um immer mit ihr telefonieren zu können, sobald ich Luft habe, und auch Kagome hat sich wahnsinnig erschrocken, als ich plötzlich da war“, gab er etwas geknickt zu. Inuyasha hatte überreagiert. Er wusste, dass alle bestens für Moroha sorgen. „Sollte es nochmal vorkommen, werden wir dich natürlich sofort informieren. Und jetzt genieß einfach die nächsten Tage“, versicherte seine Mutter ihm lächelnd. „Das werde ich. Bis bald“, verabschiedet er sich mit einer Umarmung von seiner Mutter. Auch seine Tochter bekam eine liebevolle Umarmung und einen Kuss auf die Stirn. In wenigen Tagen würde er den Weg wieder auf sich nehmen, um seine Tochter zu besuchen, doch nun musste er erstmal wieder Abschied nehmen.