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Zwangsehe

von

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Kapitel 188

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Während die anderen noch in Sorens Zimmer beisammen waren und sich einen Plan ausdachten, um Braydan zu Fall zu bringen und Darius sowie Aiden zu retten, saß Braydan in seinem Sessel und grübelte.
 

Er dachte an die Situation mit Taylor, als er ihm erlaubt hatte, seinen Posten zu verlassen – er wusste jedoch auch, dass dieser irgendwann an einen Punkt kommen würde, an dem er die Ungerechtigkeit nicht mehr ertragen konnte.
 

Der Alpha spürte, dass dieser Tag näher rückte. Der Mann, der in seinen eigenen vier Wänden lebte, der das ganze Drama miterlebte, hatte plötzlich den Drang, alles zu beenden, was er instinktiv wusste. Doch Braydan wusste auch, dass Taylor noch ein weiteres wertvolles Druckmittel besaß, das ihn ruhig halten würde, selbst wenn er sich verraten sollte.
 

Braydan lächelte hinterlistig bei dem Gedanken, dass er Taylor, der sich sehr wahrscheinlich gegen ihn stellte, in der Hand hatte. Er hatte immer gewusst, dass Taylor mehr war, als er vorgab – und er hatte recht. Dieser Blick, die Art, wie Taylor sich in seiner Nähe bewegte, hatte ihm verraten, dass er mehr wusste, als er zugab. Und jetzt konnte er ihn gezielt in die Enge treiben.
 

Er wusste um Taylors Sohn, und das war das Einzige, was den Mann, den er als schwach betrachtete, noch festhalten konnte. Ein gutes Druckmittel war alles, was Braydan brauchte, um zu verhindern, dass Taylor sich gegen ihn stellte. Denn Taylors Wunsch, seine Familie zu schützen, war stärker als alles andere – und das wusste Braydan.
 

Taylor würde niemals wagen, sich wirklich gegen ihn zu stellen. Nicht, solange er wusste, dass nur ein einziges Wort von ihm reichte, um seinem Sohn das Leben zu nehmen.
 

„Du hast es versaut, Taylor“, murmelte Braydan, als er in seinem Büro saß und nachdachte. „Aber du bist immer noch nützlich. Immer noch von Wert.“
 

Darius, der das alles mit anhörte, fühlte, wie Panik in ihm hochkroch. Wenn Braydan jetzt schon Taylor als nächstes Ziel auserkoren hatte – wer würde dann als Nächstes auf seiner Abschussliste stehen?
 

Braydan wusste, dass Taylor niemals wagen würde, sich wirklich gegen ihn zu stellen, solange er das Leben seines Sohnes in der Hand hielt. Taylors Schuldgefühle und seine Verantwortung als Mutter würden ihn dazu bringen, zu schweigen, wenn er davon erfuhr, dass Braydan alles wusste. Schließlich war es immer die Schwäche derjenigen, die unter Druck standen, die sie in den Wahnsinn trieb.
 

Ein bösartiges Lächeln breitete sich auf Braydans Gesicht aus. Er wusste, dass er Taylor immer wieder dazu bringen konnte, ihm zu gehorchen, dass er sich ihm beugen würde. Er könnte ihn sich nehmen, solange er nur die richtige Drohung aussprach.
 

Und diesmal würde er die Sache mit noch mehr Macht durchziehen. Es gab kein Entkommen mehr, kein Zurück. Wenn er Taylor in die richtige Richtung lenkte, würde er ihn für immer ruhigstellen.
 

Braydan wusste um Taylors Schwächen, aber das war nicht genug. Jetzt, da er wusste, wie tief Taylor für seine Familie ging, würde er alles tun, um ihn zum Schweigen zu bringen – und er würde es mit unbarmherziger Entschlossenheit tun.
 

Er wusste aber auch, dass noch Graham im Spiel war – Taylors Mann. Graham war ein Problem. Und Braydan mochte keine Probleme. Also würde er ihn beseitigen – früher oder später. Vielleicht würde er ihn töten. Vielleicht aber auch etwas viel Schlimmeres tun.
 

Dass die beiden verheiratet waren, hatte er nur durch Zufall erfahren, doch es war ein Wissen, das Braydan in eine vorteilhafte Position brachte. Mochte ja sein, dass die anderen glaubten, die beiden seien nur Brüder und gäben sich als Betas aus, aber Braydan wusste es nun mal besser – viel besser.
 

Ein bösartiges Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er an die Möglichkeiten dachte, die sich ihm nun eröffneten.
 

Auch hatte Braydan an der Art, wie Taylor sich benommen hatte, sofort etwas gemerkt. Er wusste ja genau, worauf er achten musste. Der schüchterne Blick, das Zögern in seinen Bewegungen – alles sprach dafür, dass Taylor sich in einer schwierigen Lage befand. Braydan hatte die feinen Nuancen längst erkannt und wusste, dass Taylor sich in anderen Umständen befand.
 

Das spielte ihm nur noch mehr in die Hände. Vielleicht glaubte niemand, welche Macht er wirklich besaß, aber er hatte sie längst eindringlich bewiesen. Allein, wenn er zu seinem „Spielzeug“ auf dem Bett sah, erinnerte er sich daran, wie er Aiden Evans gebrochen hatte.
 

Aiden, der sich nur an Darius klammerte und zu keinerlei Handlung mehr fähig war… wollte einfach nur vergessen, aber das ging nicht. Die Dunkelheit seiner Gedanken und die lähmende Angst, die ihn festhielten, ließen ihm keinen Ausweg. In seinen Erinnerungen war er gefangen, konnte sich nicht von dem, was passiert war, losreißen. Jeder Moment schmerzte, als würde er sich immer weiter in einem Strudel verlieren.
 

Und während Darius ihn festhielt, wusste Aiden, dass er sich nichts wünschen konnte, als in diesem Moment zu bleiben, auch wenn er wusste, dass er irgendwann wieder an den Punkt kommen würde, an dem alles wieder von vorne begann.
 

Auch wusste Braydan, dass er Taylor genauso brechen würde wie die anderen Omegas zuvor. Es war nur eine Frage der Zeit und die hatte er.
 

Er hatte Zeit. Viel Zeit.
 

Und wenn Taylor sich weigerte, nachzugeben – nun, dann war das kein Problem. Würde er ihn Stück für Stück brechen, bis nichts mehr von ihm übrig war – außer das, was Braydan von ihm haben wollte.
 

Er war geduldig. Er hatte es schon oft getan.
 

Und am Ende würden sie alle brechen. Denn das taten sie immer…



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