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Zwangsehe

von

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Kapitel 14

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Darius lag in seinem Bett, das Handy noch in der Hand, während seine Finger leicht zitterten. Die Worte von Dustin hallten in seinem Kopf nach, doch die Wärme seines Bruders bot ihm wenig Trost. Der Streit mit Damian lastete schwer auf ihm, und gleichzeitig spürte er, wie eine bleierne Müdigkeit seinen Körper durchzog.
 

Seine Brust fühlte sich an, als würde sie zusammengepresst, und ein stechender Schmerz zog sich durch seine Rippen. Ein Husten ergriff ihn, als er versuchte, sich aufzurichten. Doch sofort drehten sich die Räume um ihn, und er konnte nur die Augen schließen, als ihm übel wurde. Ein weiteres Fieberschub überkam ihn, und er fühlte, wie sein Körper gegen ihn ankämpfte. Schon seit seiner Kindheit war er gesundheitlich angeschlagen, und jetzt ließ er ihn im Stich. Er wusste, dass sein Immunsystem seine Grenzen erreicht hatte.
 

„Verdammt“, murmelte er schwach, als er nach dem Glas Wasser auf dem Nachttisch griff, doch seine Hand fiel kraftlos zurück auf das Bett. Die Erschöpfung quälte ihn, und der Streit mit Damian ließ ihn weiter in sich zusammenbrechen. Er hatte nicht erwartet, dass er sich nach dieser Nacht so hilflos fühlen würde.
 

Aber vielleicht war das nicht überraschend – all die aufgestaute Anspannung, die Konfrontation mit Damian und nun die körperlichen Nachwirkungen. Der Sex war intensiv gewesen, zu intensiv vielleicht, und sein Körper war längst nicht so stark, wie er es sich gewünscht hatte.
 

Die Schwäche übermannt ihn immer mehr. Fiebrige Schübe nahmen zu, der Kopf dröhnte, und seine Hände zitterten nun unkontrolliert. Alles, was er tun konnte, war, sich wieder in die Kissen zu sinken und zu hoffen, dass der Fieberanfall bald nachlassen würde. Doch je mehr er versuchte, sich zu beruhigen, desto stärker wurde die Übelkeit, und der Schmerz nahm zu.
 

In der Stille des Zimmers spürte Darius die kalten Schweißperlen, die seinen Nacken hinab liefen. Er wollte sich aufrichten, wollte nach Hilfe rufen, aber der Gedanke, Damian um Hilfe zu bitten, drückte noch schwerer auf sein Herz. Was sollte er ihm sagen? Sollte er ihm gestehen, dass er schwach war? Dass sein Körper ihn wieder im Stich ließ? Dass er keine Kinder haben konnte, obwohl er sie liebte? Dass er nie, wie seine Mutter enden wollte, die bei der Geburt gestorben war?
 

Es war schwer, die Fassade des unbesiegbaren Kriegers aufrechtzuerhalten, wenn er innerlich zerrissen war.
 

Der warme, aber schmerzhafte Zustand, in dem er sich befand, ließ es ihm schwerfallen, klare Gedanken zu fassen. Was war passiert? Hatte er wirklich geglaubt, dass alles gut gehen würde? Dass der Streit mit Damian ein Ende finden würde? Nein, er wusste es besser. Vielleicht hatte er mehr erwartet, aber jetzt war es vorbei. Und der Körper, der ihn seit Jahren betrog, zeigte sich in seiner ganzen Schwäche.
 

Das Bild von Damian stieg wieder in ihm auf. Dieser Mann, der ihm so viel bedeutete, der ihm alles nahm, aber scheinbar nichts davon wusste. Und nun lag er hier, mit nichts außer der lähmenden Leere und dem Schmerz, der ihn immer weiter quälte.
 

Plötzlich klopfte es leise an der Tür.
 

„Darius?“ Es war Aiden. „Darf ich reinkommen?“
 

Darius versuchte, sich zusammenzureißen, doch es gelang ihm kaum. Die Worte, die er an Aiden richten wollte, blieben in seiner Kehle stecken, und er konnte nur ein schwaches Nicken hören. Die Tür öffnete sich, und Aiden trat vorsichtig ein, als er Darius‘ Zustand bemerkte.
 

„Du siehst schlecht aus. Was ist los?“, fragte Aiden besorgt, als er sich dem Bett näherte. „Du hast Fieber, oder?“
 

„Ich…“, Darius‘ Stimme war brüchig, und er rang nach Luft, als das Fieber erneut in Wellen durch seinen Körper zog. „Es ist nichts. Es wird wieder besser.“
 

Doch tief in ihm wusste er, dass er sich selbst belog. Die Symptome, die er seit seiner Kindheit kannte, hatten immer denselben Schatten geworfen. Vielleicht konnte er nicht mehr fliehen, aber der körperliche Tribut war längst keine Erinnerung mehr – er war jetzt Realität.
 

„Du solltest dich ausruhen“, riet Aiden, der ihm nun sanft die Hand auf die Stirn legte und das Fieber bestätigte.
 

„Ich kann nicht“, flüsterte Darius schwach. „Ich muss… Ich muss mit Damian reden.“
 

„Er wird nicht weggehen“, sagte Aiden, „aber du solltest dich jetzt wirklich hinlegen. Dein Körper braucht Ruhe, Darius.“
 

Darius schloss die Augen, als er sich von Aidens sanfter Berührung beruhigen ließ. „Ich… Ich kann nicht“, wiederholte er, völlig erschöpft. „Er wird mich nicht verstehen. Ich habe alles kaputt gemacht.“
 

„Niemand sagt, dass es vorbei ist“, antwortete Aiden sanft. „Aber du solltest dich jetzt erholen. Du wirst sehen, es wird wieder gut. Du bist stark, aber du brauchst auch mal jemanden, der auf dich aufpasst.“
 

Darius wollte antworten, doch die Worte blieben ihm im Hals stecken. Wie sollte er Aiden erklären, was ihn wirklich quälte? Dass der Streit mit Damian viel mehr war als nur ein missverstandenes Wortgefecht? Dass es nicht nur um den Konflikt mit seinem Ehemann ging, sondern um die ständige Angst, nie genug zu sein? Dass er trotz allem, was er durchgemacht hatte, niemals die Kontrolle über seinen eigenen Körper erlangen konnte? Diese Gedanken wirbelten in seinem Kopf, bis er das Gefühl hatte, keine Luft mehr zu bekommen.
 

„Du musst wissen, dass du nicht allein bist“, sagte Aiden leise, aber fest. „Ich verstehe dich, Darius. Du musst nicht immer stark sein. Wir sind beide Omegas. Ich weiß, wie das ist, wenn du dich anders fühlst. Aber du hast mich, okay? Ich will dir helfen.“
 

Darius blickte ihn an, überrascht von den Worten. Dass Aiden, der anfangs so hochmütig gewirkt hatte, so viel Verständnis für ihn hatte, ließ ihm fast die Tränen kommen. „Ich… danke“, flüsterte er schwach. „Ich weiß nicht, was ich tun soll. Alles ist so chaotisch.“
 

Aiden nickte und setzte sich näher zu ihm. „Das ist es oft. Aber du musst nicht allein da durch. Wenn du willst, bin ich da. Als Freund. Du verdienst es, jemanden zu haben, der dich wirklich versteht. Und du verdienst es, dich auszuruhen, Darius.“
 

Darius schloss die Augen und nickte langsam. Es tat gut, sich jemandem anvertrauen zu können, auch wenn es nur in dieser stillen Art und Weise war. Doch gleichzeitig spürte er, wie die Erschöpfung ihn wie ein schwerer Mantel bedeckte. Er konnte nicht anders, als sich in die Kissen zu sinken und tief ein- und auszuatmen.
 

Aiden blieb bei ihm, hielt ihm sanft die Hand und beobachtete, wie Darius langsam zur Ruhe kam. Es war offensichtlich, dass Darius nicht nur körperlich, sondern auch emotional völlig erschöpft war. Die Kämpfe, die er sich selbst auferlegt hatte, die Verletzungen, die er ertragen musste – all das war ihm ins Gesicht geschrieben. Aiden wusste, dass Darius jetzt mehr brauchte, denn je.
 

„Du musst wissen“, flüsterte Aiden leise, während er Darius‘ Hand hielt, „dass du nicht der Einzige bist, der durch diese Welt geht. Ich habe das Gefühl, dass wir uns einander brauchen, auch wenn das manchmal nicht so aussieht. Aber ich bin hier. Du bist nicht allein.“
 

In diesem Moment fühlte sich alles ein wenig leichter an, auch wenn die Stille zwischen ihnen noch viel zu sagen hatte. Aiden spürte, wie wichtig es war, für Darius da zu sein – nicht nur als jemand, der ihm zuhörte, sondern als ein Freund, der für ihn einstand, wenn alles andere in seinem Leben zu zerbrechen schien.
 

Doch Darius konnte sich nicht mehr zusammenreißen. Die Tränen, die er lange zurückgehalten hatte, traten jetzt hervor. Es war mehr als nur körperliche Erschöpfung. Es war der Zustand seines Herzens, der ihn jetzt stärker quälte als alles andere.
 

Aiden blieb bei ihm, bis er in einen unruhigen Schlaf versank. Es war klar, dass Darius noch lange nicht über den Streit mit Damian hinweg war. Und es war auch klar, dass er Hilfe brauchte, die weit über das hinausging, was er sich je hätte vorstellen können…



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Kommentare zu diesem Kapitel (1)

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Von:  Blanche7
2025-02-10T20:07:35+00:00 10.02.2025 21:07
Hallo<3
Du kannst sehr schön beschreiben. Ich kann mich da nur wiederholen.
Ich freue mich schon bald weiterzulesen.

Liebe Grüße

Blanche7<3
Antwort von: Luiako
11.02.2025 02:14
Hallo Blanche ❤
Vielen Lieben Dank. Da freue ich mich, wenn ich so ein Kompliment bekomme ;-)


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