Es dauerte eine ganze Weile, bis Orlam sich wieder einigermaßen beruhigt und wir uns beide von dem Schock erholt hatten. Da ich fürchtete, dass er gerade nicht in der Verfassung war zu fahren, schlug ich vor, dass wir uns ein Taxi rufen konnten. Ich hatte dummerweise keinen Führerschein. Doch er schüttelte nur den Kopf, meinte, es sei schon in Ordnung und so stiegen wir ins Auto. Zuerst wollte er ins Krankenhaus, doch ich konnte ihn überreden, stattdessen nach Hause zu fahren. Vielleicht war es nicht die klügste Entscheidung, aber ich wollte nicht zulassen, dass Orlam seinem Vater zu nahe kam. Wenn ich ehrlich war, hätte ich diesen alten Drecksack am liebsten auf dem Boden liegen und leiden lassen. Verdient hätte er es alle Male nach dem, was er gesagt hatte. Aber ich wollte nicht, dass Orlam sich in irgendeiner Weise dafür schuldig fühlte, dass sein Vater wieder ins Krankenhaus musste. Oder dass er wieder von den schrecklichen Erinnerungen an den Selbstmord seiner Mutter heimgesucht wurde. Insgeheim hoffte ich, dass es eine ganze Weile dauern würde, bis dieser verdammte Bastard wieder vernünftig Luft bekam. Dann konnte er wenigstens keine verbale Scheiße mehr von sich geben.
Ich war unfassbar wütend auf diesen Dreckskerl, aber meine Sorge um Orlam hielt mich bei klarem Verstand und ich fokussierte mich allein auf ihn. Denn auch wenn er aufgehört hatte zu weinen und ruhig war, machte ich mir Sorgen. Er wirkte zu ruhig… und irgendwie nicht ganz bei sich. An einer Straße übersah er beinahe eine rote Ampel und wäre fast in ein Auto gefahren. Er fuhr zu schnell und hätte beinahe eine Abzweigung verpasst. Selbst das Einparken wollte ihm nicht wirklich gelingen und er brauchte drei Versuche, bis der Chevy richtig stand. Er stieg erst aus, nachdem ich ihn darauf ansprach und auch seine Bewegungen waren irgendwie steif und unnatürlich. So als würde Orlams Körper auf Autopilot laufen, weil sein Verstand nicht mehr richtig arbeitete… oder als wäre er geistig ganz woanders. Wir gingen ins Wohnzimmer und er schenkte uns beiden ein Glas Jack Daniel's ein, da wir beide nach dem heutigen Tag Alkohol gebrauchen konnten. Erst als er den Whiskey eingeschüttet hatte, schien er wieder ein wenig klarer auf mich zu wirken. Sein Blick ging nicht mehr ins Leere und seine Miene war auch nicht mehr so ausdruckslos und starr wie vorher. Er leerte sein Glas sofort in einem Zug, verzog kurz die Miene und nachdem er sich gefangen hatte, goss er sich direkt noch ein Glas ein. “Geht's wieder einigermaßen?” fragte ich ihn besorgt. Ich selber trank erst nur einen Schluck, da ich kein sonderlich fester Trinker war und mir der Alkohol schnell auf den Magen schlug, wenn ich zu schnell trank.
“Ja, alles gut”, versicherte er mir. “Verdammt war das ein Tag heute…”
“Und willst du darüber reden? Das alles muss ziemlich schlimm für dich gewesen sein.”
Orlam blinzelte ein paar Male und runzelte kurz die Stirn. Dann griff er nach seinem Stoffhasen und drückte ihn fest an sich. “Was genau meinst du?” fragte er mich irritiert. Diese Frage erschreckte mich erst, doch dann erinnerte ich mich an meine eigenen Gedächtnislücken, als ich meine Panikattacke hatte. Vielleicht durchlebte Orlam ja gerade etwas ähnliches. “Na das Gespräch mit deinem Vater und was er gesagt hat.”
Angestrengt zog er die Augenbrauen zusammen und legte den Kopf etwas zur Seite, während er nachdachte. Aber dann schüttelte er nur langsam den Kopf und nahm wieder sein Whiskeyglas. “Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr so ganz daran erinnern, worüber wir gesprochen haben. Ich weiß nur, wir waren zuerst im Krankenhaus und der alte Saftsack hat sich wieder tierisch aufgeregt. Dann haben wir die Diagnose bekommen und sind im Anschluss zu meinem Elternhaus gefahren. Ich weiß noch, dass wir uns wieder gezofft hatten, aber nicht mehr warum. Und dann war da ein… Krankenwagen? Sorry, irgendwie ist in meinem Kopf gerade alles durcheinander.”
“Schon gut”, winkte ich ab. “Ist vielleicht besser, wenn du dich nicht erinnerst. Er hat eh nur absoluten Scheiß von sich gegeben. Nichts für ungut, aber dein Vater ist echt ein Arschloch.”
“Das kannst du laut sagen!” stimmte Orlam zu und ein schwaches Lächeln zeichnete sich auf seine Mundwinkel ab. Nachdem er noch einen Schluck getrunken hatte, stellte er sein Glas auf dem Couchtisch ab und strich sich mit einem leisen Seufzer durch seine roten Haare. “Man könnte echt meinen, dass er jetzt seine gerechte Strafe bekommen hat. Verdient hätte er das nach all dem ganzen Scheiß.”
Doch es lag keine Wut oder Enttäuschung in seiner Stimme, auch sein Blick wirkte eher melancholisch und nachdenklich. Sein Ton klang traurig. Einen Augenblick schwieg er und wieder starrte er ins Leere, als wäre sein Geist wieder in weite Ferne entrückt. Leise und kaum hörbar murmelte er schließlich: “Ich verstehe selber nicht, warum mir das trotzdem so nahe geht. Ich habe nicht mal eine gute Erinnerung an diesen Mistkerl…”
Mir war klar, dass er im Vergleich zu anderen keine richtige Kindheit hatte. Genzou, ich und die anderen hatten Spielzeuge und Kuscheltiere gehabt, Comics gelesen und uns Cartoons angesehen. All das hatte Orlam nie gehabt, weil seine Familie arm gewesen war. Nicht ein einziges Spielzeug hatte er jemals besessen. Aber mich beschlich auch ein wenig das Gefühl, als hätten sie sich auch nicht die Mühe gegeben, ihm zumindest gebrauchtes Spielzeug aufzutreiben. “Haben deine Eltern nie etwas mit dir unternommen?” fragte ich ihn. Ich musste an meine eigene Kindheit denken. Meine Eltern gehörten der normalen Mittelschicht an und wir hatten manchmal finanzielle Engpässe gehabt, sodass es manchmal keine Ausflüge in den Vergnügungspark gegeben hatte. Aber ich hatte auch Erinnerungen daran, wie ich mit meinem Dad zusammen an den See gefahren war und wir zusammen geangelt hatten. Wir hatten zu dritt in der freien Natur gezeltet oder ich ging Dad in seiner Hobbywerkstatt zur Hand. Irgendwie hatten wir immer einen Weg gefunden, um uns schöne Momente zu machen, selbst wenn der Geldbeutel eng war. Doch selbst das schien Orlam nicht gehabt zu haben. Mit einem niedergeschlagen Blick starrte er auf Jack und zupfte an dessen Stoffohr. “Meine Eltern hatten zu sehr mit ihren eigenen Problemen zu tun”, erklärte er mir. “Mein alter Herr war entweder arbeiten, hat Sportwetten mit irgendwelchen Kollegen gemacht oder uns herumkommandiert. Wirklich was als Vater und Sohn unternommen haben wir nie. Er hat mich höchstens zu seinen Männerabenden mitgenommen und ich musste die ganze Zeit still bleiben. Mum war Hausfrau und sie kam nicht gut mit Stress zurecht. Entweder war sie am Schimpfen, oder sie hat sich die Augen ausgeweint. Manchmal frage ich mich, ob sie überhaupt darüber nachgedacht hat, was aus mir werden soll, als sie beschlossen hat, sich umzubringen. Vielleicht war ich ihr egal. Nicht mal einen Abschiedsbrief hat sie dagelassen, wo hätte drin stehen können, dass sie mich trotz allem lieb gehabt hat. Oder zumindest, dass sie einen Grund nennt, warum sie uns einfach so zurücklässt.”
Das war ziemlich niederschmetternd und ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich mich in so einer Situation fühlen würde. Es war das allererste Mal, dass Orlam den Tod seiner Mutter ansprach. Ich wusste nur, dass sie sich erhängt hatte und sie nicht sofort tot gewesen war. Das Genick war nicht richtig gebrochen und so war sie an einem langsamen und qualvollen Erstickungstod gestorben. Meine Mutter hatte es über Umwege über Bekannte und Freunde erfahren. Es steckte irgendwie eine gewisse Ironie in der ganzen Sache. Seine Mutter hatte sich selbst zu Tode stranguliert und nun litt sein Vater an einer Lungenkrankheit, die ihn langsam ersticken ließ. Fuck, vielleicht gab es ja tatsächlich eine höhere Macht und das war die passende Strafe dafür, was dieser Mistkerl seiner Familie angetan hatte. Doch dann dachte ich wieder an das, was Mr. Brewbacher Orlam vorgeworfen hatte. Und ein ungutes Gefühl überkam mich. “Du denkst doch wohl nicht wirklich, dass du Schuld am Selbstmord deiner Mum hast.”
Er schwieg und das gefiel mir ganz und gar nicht. Eine furchtbare Angst überkam mich für einen Augenblick und ich legte meine Hand auf Orlams Arm. “Hör mal, so etwas darfst du nicht denken. Du warst ein Kind und bist nicht für deine Eltern verantwortlich. Ganz egal was dein Vater dir einreden will um dich wieder unter seine Kontrolle zu bekommen, du trägst keine Schuld am Tod deiner Mutter.”
“Aber kannst du das mit absoluter Sicherheit wissen?” fragte er und leerte sein Glas, nur um Platz für noch mehr Whiskey zu schaffen. Ich war immer noch bei meinem ersten Drink. “Ich werde es nie mit hundertprozentiger Sicherheit wissen, weshalb sie sich umgebracht hat. Ich weiß nur, dass ich sie damals gefunden habe und den Anblick werde ich mein Leben nicht vergessen können. Hätte ich nach der Schule nicht so getrödelt, wäre sie vielleicht noch am Leben. Vielleicht hätte die sich nicht umgebracht, wenn ich nicht so ein jämmerlicher Angsthase gewesen wäre, der ständig an ihrem Rockzipfel hängen musste. Jetzt ist mein Vater schwer krank und wer weiß, wie viele Jahre ihm noch bleiben.”
Ich schwieg und war ratlos. Was sollte man in so einer Situation am besten sagen? Ähnlich wie bei Gidgets Dilemma mit xiesen Hemmungen bezüglich xieser Geschlechtsumwandlung war das wieder eine Situation, in die ich mich nur schwer hineinversetzen konnte. Und dementsprechend war ich mir auch nicht sicher, was das Richtige war. Sollte ich Orlam dazu raten, seinen Vater einfach sich selbst zu überlassen und riskieren, dass er dann mit Schuldgefühlen lebte? Oder sollte ich dabei zusehen, wie sein Vater ihn wieder genauso misshandelte und demütigte wie damals? Egal wie sehr ich auch versuchte, als Puffer zu agieren, ich würde nicht immer zur Stelle sein, um ihm zu helfen.
Beides klang nach einer furchtbaren Idee und ich fragte mich, ob ein Mittelweg die sinnvollste Lösung war. “Hör mal Orlam, wenn du deinem Vater helfen willst, dann tu dir bitte selbst den Gefallen und halte Abstand von ihm. Der Kontakt zu ihm tut dir wirklich nicht gut. Dieser Kerl ist nicht wie Genzou. Er merkt nicht, wie sehr er seine Mitmenschen verletzt und es interessiert ihn auch nicht, weil sich alles in seiner Welt nur um seine Ansichten dreht.” Ich schaute ihn eindringlich an und merkte, dass Orlam sich schwer damit tat, den Blickkontakt zu halten. Doch ich ließ nicht locker, denn ich war fest entschlossen, alles dafür zu tun, um ihn zu schützen. Ich konnte ihm den Kontakt zu seinem Vater nicht verbieten, aber ich wollte zumindest sichergehen, dass Orlam mehr Acht auf sich selbst gab. “Ich liebe dich und ich will nicht, dass er dir noch mehr wehtut. Versprich mir bitte, dass du auf dich aufpasst.”
Ein schwaches Lächeln kam als Reaktion, aber es erreichte seine Augen nicht. “Klar, ich verspreche es”, sprach er leise. Ich rutschte näher an ihn heran und nahm ihn in den Arm. Wie sehr wünschte ich mir, dass ich ihm all den Schmerz nehmen konnte, den er seit seiner Kindheit ertragen musste. Der körperlichen Verletzungen mochten zwar verheilt sein, aber die emotionalen Wunden waren noch lange nicht verheilt. Das hatte ich heute mehr als deutlich gesehen. Und ich wollte nicht zulassen, dass ihm noch mehr Schmerzen zugefügt wurden. Vor allem nicht von jemandem, der es gar nicht verdient hatte, dass Orlam auch nur einen Gedanken an ihn verschwendete. Ich wusste zwar nicht, wie viel ich am Ende ausrichten konnte, aber ich war bereit, bis ans Äußerste zu gehen, wenn es nötig war. Ich würde nicht zulassen, dass er… in diesem Moment flackerte eine Erinnerung vor meinem geistigen Auge auf. Dieses Mal nicht von der Frau mit den goldblonden Locken und dem weißen Kleid, sondern von Orlam. Er war völlig verwahrlost, wirkte, als hätte er wochenlang nicht mehr richtig geschlafen und kauerte verzweifelt auf dem Boden seines Badezimmers, während ich neben ihm saß. “Ich will nicht mehr leben…”, hatte er zu mir gesagt, nachdem er sich selbst mit Bleichmittel vergiften wollte.
Ich wusste zwar nicht, was der Grund dafür war, dass es Orlam in dieser Erinnerung so elend ging, aber ich würde alles daran setzen, dass es nicht so ausartete.
“Hast du schon eine Idee, wie es weitergehen soll?” hakte ich vorsichtig nach, nachdem ich mich wieder von Orlam gelöst hatte. Er zuckte unsicher mit den Schultern und drückte Jack fester an sich, während sich seine Miene etwas verdüsterte. “Ich schätze mal, ich schau morgen im Krankenhaus vorbei und dann überlegen wir, wie es weitergeht. Mein Vater wird garantiert einen neuen Job brauchen, weil seine Lunge die Belastungen nicht mehr länger aushält. Und das Haus wird auch ein paar Renovierungen benötigen.”
Ich glaubte erst, meinen Ohren nicht zu trauen, als ich das hörte. “Orlam, das ist jetzt nicht böse gemeint, aber das Haus ist eine Bruchbude und mit Sicherheit einsturzgefährdet. Du hast doch sicher auch überall den Schimmel und den Zustand des Daches gesehen, oder? Ein paar Renovierungen werden nicht ausreichen. Der ganze Bau müsste kernsaniert werden und das wird Unsummen von Geld kosten. Da wäre es günstiger, das Haus abzureißen und das Grundstück zu verkaufen.”
Ich wusste, dass ich Recht hatte und dass auch Orlam sich dieser bitteren Wahrheit genauso bewusst war. Aber aus irgendeinem Grund wollte er es nicht so ganz akzeptieren und hatte offenbar tief drin noch einen schwachen Funken Hoffnung, dass man dieses Schicksal noch irgendwie abwenden konnte. “Es ist das Haus meiner Eltern”, wandte er schließlich ein. “Selbst meine Großeltern haben darin schon gewohnt. Ich kann doch nicht einfach so…”
“Du bist nicht Richie Rich, Orlam”, unterbrach ich ihn eindringlich. “Du hast auch eine Wohnung, die du finanzieren musst. Wie willst du da ein Haus, das seit Jahrzehnten zusehends verrottet und nie gepflegt wurde, im Alleingang wieder bewohnbar machen? Ich weiß, dass es schwer fällt, weil es sentimentale Gründe gibt. Aber versuch mal realistisch zu bleiben. Willst du ernsthaft einen Kredit auf dich nehmen, den du den Rest deines Lebens abstottern musst und am Ende nicht mal was davon hast? Du hast so hart dafür gekämpft, um aus der Armut herauszukommen. Wenn du das jetzt machst, rutschst du wieder ab.”
Das hatte ihn einigermaßen wachgerüttelt. Es war wirklich ehrenhaft von ihm, dass er darüber nachdachte, das Haus seiner Familie wieder auf Vordermann zu bringen. Aber realistisch gesehen war es einfach nicht machbar. Dafür mussten viel zu viele Sanierungen durchgeführt werden. Ganz zu schweigen davon, dass die Schimmelbeseitigung und die Feuchtigkeit in den Böden und Wänden großen Aufwand bedeuteten. Erstens hatte Orlam nicht die Zeit dafür, sich selber darum zu kümmern und ich bezweifelte, dass sein Vater eine große Hilfe sein würde. Und zweitens war es finanziell eine viel zu große Herausforderung. Das Haus war ein finanzieller Totalschaden, besser konnte man es nicht beschreiben. Vielleicht hätte man vor 20 Jahren noch etwas tun können, aber jetzt war es einfach zu spät. “Wenn dein Vater mit sich reden lässt, könnt ihr ja das Grundstück verkaufen und er sucht sich eine kleine Mietwohnung. Das sind dann deutlich weniger Lebenskosten und wenn er Sozialhilfe beziehen muss, kann er sich einigermaßen über Wasser halten.”
Orlam seufzte geschlagen und senkte den Blick. “Freiwillig wird er nie ausziehen”, befürchtete er und schüttelte den Kopf. “Wenn ich versuche, ihn davon zu überzeugen, sich eine neue Bleibe zu suchen, damit das Haus abgerissen werden kann, rastet er aus.”
“Na dann muss er eben mit den Konsequenzen leben, wenn er in dieser verwahrlosten Schimmelbude hausen will”, wandte ich energisch ein. “Es kann aber nicht sein, dass du all das auf dich nimmst und dich bis an dein Lebensende verschuldest und nicht einmal etwas davon hast. Es ist nicht deine Schuld, dass das Haus in diesem Zustand ist, also mach es nicht zu deinem Problem!”
Glücklicherweise zeigte Orlam ein Einsehen und musste zugeben, dass er tatsächlich nicht die finanziellen Ressourcen besaß, um so einen Aufwand zu betreiben. Zwar verdiente er als Unternehmensberater nicht schlecht, aber er hatte auch seine eigenen Startup-Projekte, in die er Geld investierte und diese konnte er nicht so einfach vernachlässigen. Dazu standen zu viele Existenzen auf dem Spiel. Er schlug vor, dass er die Nacht darüber schlafen würde und sich eine bessere Lösung überlegen würde, mit der auch hoffentlich sein Vater einverstanden war. Damit leerte er den Rest der Flasche und ich musste ihn schließlich ins Bett bringen, da der Alkohol ihm völlig zu Kopf gestiegen war. Ich ging mit ihm ins Bett und hoffte, dass er keinen allzu starken Kater haben würde. Immerhin musste er morgen wieder arbeiten und dann auch noch ins Krankenhaus fahren. Während ich neben ihm im Bett lag und sein leises Schnarchen hörte, beschlich mich die leise Vorahnung, dass der Schrecken noch lange nicht vorbei war.