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Haikyu - KuroKen

von

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Abend (Kuroo)

Mit jedem Wort, dass meine Nacht mit Daichi beschreibt, schnürt sich meine Brust weiter zu. Ich versuche objektiv zu erzählen. Das ist alles rein informativ gemeint. Doch die Bilder in meinem Kopf, die Erinnerungen die sich klären, zwingen mir auch Gefühle auf, die ich zu verdrängen versucht hatte.

Alles was damals zwischen uns geschehen ist, hatte ich gewollt. Ich wollte seine Berührung, seine Küsse, wollte seinen Körper... und all das hatte ich mir genommen, rücksichtslos und ungehemmt, vollkommen blind vor Verlangen. Und ich habe mir eingebildet, dass ich ihm etwas bedeute...

So sehr ich das alles auch vergessen und damit abschließen will, so wird es doch wahrscheinlich immer irgendwo in meinem Hinterkopf verbleiben, eingebrannt für die Ewigkeit, weil es einfach ein Teil meines Lebens war und ist, aus dem ich etwas mitgenommen habe.

Erst als ich fertig bin, meine gesamte Geschichte erzählt habe, schaffe ich es Kenma wieder in die Augen zu sehen. Er hat mir ganz ruhig zugehört und auch jetzt wirkt er nicht emotional angegriffen oder irritiert, ganz im Gegenteil zu mir.

Ich hoffe einfach, dass es ihm irgendwas gebracht hat, dass ich mich da durch gequält habe.

„Das zu erzählen... hat weh getan, oder?“, fragt er mich, so vorsichtig als würde er eine Karte auf die oberste Plattform eines Kartenhauses stellen. Ich senke den Blick, seufze. „Tut mir leid.“

„Schon gut.“ Ich atme durch. „Fühlst du dich denn jetzt besser?“

Er verzieht den Mund. „Ja, ich denke schon. Nur, dass du so traurig bist, lässt mich natürlich nicht kalt.“

Mein Herz macht einen holprigen Sprung. Ich sehe traurig aus?

„Wenn es dir geholfen hat, bin ich zufrieden“, gebe ich zurück und versuche mich an einem kleinen Lächeln.

„Ich liebe dich, Kuroo.“ Er tätschelt meine Wange und ich spüre wie seine kühle Hand ein Kribbeln durch meinen Körper jagt, welches sich angenehm belebend anfühlt. „Ich werde alles tun, dass du nicht traurig sein musst.“

Mein Lächeln gewinnt spürbar an Ehrlichkeit. Auch wenn alles was zwischen mir und Daichi, nach dieser Nacht geschah, schreckliche Erinnerungen hervorruft, so hat es mich doch am Ende in Kenmas Arme getrieben. „Danke. Ich weiß das wirklich zu schätzen.“

Ein wenig erschöpft lasse ich mich zu Kenma hin kippen und er schließt mich in seine Arme. Meine Brust entspannt ich als er beginnt meinen Rücken zu streicheln. Das ist wirklich schön, gibt mir ein geborgenes Gefühl, voller Ruhe.

Irgendwann bin ich wieder vollkommen entspannt. Ich lächle glücklich. „Du möchtest also mit mir schlafen?“, greife ich das Thema vor meinen emotionalen Exkurs wieder auf.

„Ja.“ Kenma schmiegt seinen Kopf gegen meinen. „Am liebsten jetzt sofort.“

Meine Wangen werden warm. Dass Kenma offen redet, kenne und schätze ich sehr an ihm. Trotzdem bin ich manchmal noch überrascht, was aus seinem hübschen Mund kommt.

Ich lehne mich zurück und sehe ihn an, wie er vor mir sitzt und mich mit seinen großen goldenen Augen anschaut. „Ich weiß, ich habe gesagt, wir müssen uns nicht an irgendeine Reihenfolge halten. Es wundert mich dennoch, dass du nicht vorher ein wenig, sagen wir mal, unsere Körper auskundschaften möchtest.“ Er blinzelt mich mit roten Wangen an. „Ich weiß zum Beispiel nicht, was dir im Bett so gefällt. Ob es Körperbereiche gibt, die du mir nicht zeigen willst oder nicht möchtest, dass ich bestimmte Berührungen mache.“

„Ich denke, dass mir einfach alles gefallen wird, was du tust.“ Ich sehe Kenma überrascht an, während er nur trocken weiterspricht. „Jede deiner Berührungen, ist mir willkommen.“

„Ok...“, hauche ich und spüre wie warm meine Wangen werden als ich damit beginne mir vorzustellen, wie ich meine Hände über Kenmas Körper gleiten lasse.

Langsam hebe ich meine Hand und lege sie an Kenmas Wange. Sofort schließt er die Augen, drückt sich in meine Handfläche. Ich lächle, fahre seinen Hals hinunter bis ich den Kragen seines Shirts erreiche. „Darf ich?“, frage ich und ziehe sein Shirt nach oben.

Bereitwillig hebt er die Arme und lässt zu, dass ich ihm sein Oberteil ausziehe. Kenma ist von schmaler Statur, dennoch kann man seine Muskeln an den Armen und auch am Bauch ein wenig sehen. Nicht so ausgeprägt wie bei mir, aber dennoch sichtbar. Ich lasse meine Fingerspitzen über sein Brustbein gleiten und staune erfreut als sich eine Gänsehaut über seinen Körper legt.

Nach vorne gelehnt, ziehe ich die Beine unter die Hüfte und knie mich ins Bett, während ich Kenma langsam nach hinten drücke, bis er auf dem Rücken liegt. Ich beuge mich über ihn, lasse die flache Hand über seinen Bauch gleiten, schiebe meine Fingerspitze in seinen Bauchnabel. Er keucht auf, kneift kurz die Augen zusammen.

„Ist das unangenehm?“, frage ich mit ruhiger Stimme und bewege meine Finger an seinem Bauch.

„Nein.“ Er sieht zu meiner Hand runter. „Nur ungewohnt.“

Ich nicke. Wie sensibel bestimme Körperregionen sind, weiß man manchmal von sich selbst nicht. So bin ich zum Beispiel verdammt kitzelig, wenn meine Haut an meinem Unterbauch berührt wird. Etwa hier...

Ich lasse meine Fingernägel über Kenmas Hüftknochen, in Richtung Bauchmitte fahren und er zuckt zusammen, dreht sich im Reflex weg. Lächelnd sehe ich zu ihm auf und er blinzelt ein paar Mal, ehe er sich wieder auf den Rücken legt.

Meine Hand wandert weiter an seinem Körper hinunter, zögert nicht, sich in neue Regionen vorzutasten und ich lege meine Handfläche auf seine Shorts.

Seine Hand schnellt zu meinem Handgelenk, packt mich, doch zieht mich nicht weg. Sein Gesicht verrät mir, dass er nicht wirklich weiß, was er tun soll.

„Darf ich nicht?“, frage ich vorsichtig, lasse meine Hand regungslos, ein paar Millimeter über seinem Körper, verweilen.

„Ich... ähm...“ Seine Wangen sind rot. So süß. „Es... ist mir unangenehm...“

„Was genau?“, hake ich nach und er blinzelt ein paar Mal.

„Die... Feuchtigkeit...“ Er wird noch röter im Gesicht.

Ich lächle, bin zufrieden, dass er nicht gesagt hat, dass er meine Hand nicht in seinem Schoß haben möchte. „Das gehört dazu.“

„Ach, ja?“, fragt er unsicher und zieht die Augenbrauen zusammen.

Nickend lehne ich den Kopf zur Seite. „Dann flutscht es besser.“ Er sieht nachdenklich zur Seite, dann nickt er verstehend. „Ist es ok, wenn ich weiter mache?“

Seine Haltung ist deutlich angespannter als noch vor wenigen Momenten und ich warte einen Moment seines Zögerns ab.

Dann atmet er durch. „Ja.“

Das freut mich. Ganz langsam senke ich meine Hand in seinem Schoß und gerade als ich sie abgelegt habe, stöhnt Kenma auf. Sofort fühlt sich mein gesamter Körper wärmer an, mein Blutdruck ist gestiegen. Es gefällt ihm.

Mit sehr viel Gefühl bewege ich meine Finger und Kenma wirft sofort den Kopf an meinen Hals, atmet hörbar tiefer und schneller. Er fasst mein Handgelenk fester. Heißt dass, es gefällt ihm so gut, dass ich weiter machen soll oder geht es ihm zu schnell?

Jedenfalls habe ich noch nie solche Geräusche aus seinem Mund gehört und kann nicht leugnen, dass mich das echt in Stimmung versetzt. Ich beginne an meiner Unterlippe zu knabbern und bewege nun meine ganze Hand ein paar Zentimeter.

„Kuroo...“ Kenmas Stimme, wie sie meinen Namen seufzt, jagt einen heißen Schauer durch meinen Körper und ich spüre, dass nun auch mein Atem schneller geht. „Ich...“, presst er angestrengt hervor.

„Ist schon gut, wehr dich nicht dagegen.“ „Aber...“ „Lass es einfach zu. Es wird sich gut anfühlen, versprochen.“ Seine Fingernägel bohren sich in meinen Arm. Ob er schon soweit ist?

Vielleicht nimmt er den Moment auch einfach viel intensiver wahr. Zum einen, weil es sein erstes Mal ist, dass ihn jemand anderes so berührt und zum anderen, weil Kenma ein sensibler Mensch ist, der alle Eindrücke viel stärker wahrnimmt als andere. Es würde mich also nicht wundern, wenn...

Sein Körper zuckt zusammen und er gibt kleine, erstickte Laute von sich, bevor er nach Luft schnappt und sein Gesicht fester an meinen Hals drückt.

Ich hatte Recht.

„Siehst du?“, frage ich mit einem Lächeln auf den Lippen. „War schön, oder?“

Kenma atmet hektisch. „Findest du nicht... es ging zu schnell?“

Ich schüttle den Kopf. „Jeder hat sein eigenes Tempo.“ Ich kuschle mich an ihn. „Um ehrlich zu sein, würde ich mich nicht wundern, wenn dich sogar ein Kuss befriedigen könnte“, gebe ich zu.



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