Zum Inhalt der Seite

Der Geschmack von Regen

Harry/Dean
von

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Smells like Teen Spirit


 

And I forget just why I taste

Oh yeah, I guess it makes me smile

I found it hard, it‘s hard to find

Oh well, whatever, never mind

 

Am nächsten Morgen ward sich Harry wieder einmal bewusst, dass Hogwarts sich leider in Schottland befand und nicht in der Karibik. Denn das Wetter war genauso mies wie er sich fühlte. Allmählich kroch ihm die herbstliche Kälte in die Knochen, er fühlte sich ständig klamm und fröstelte. Dabei war es gerade mal September.

Zu seiner großen Erleichterung gesellte sich Dean in der Großen Halle zu ihm, während Ron und Hermine weiter über B.ELFE.R stritten. So hatte Harry etwas Ablenkung und musste nicht immerzu den beiden beim Kabbeln zuhören.

Dean schüttete sich Kaffee ein und bot Harry auch etwas an. Harry fühlte sich merkwürdig berührt von dieser so simplen Geste. Es wärmte seine schlaftrunkene Seele, dass Dean sich in gewisser Weise um ihn kümmerte, so wie gestern schon. Er fragte sogar, wie Harry geschlafen hatte. Harry behielt seinen eigentümlichen Traum über seinen Klassenkameraden lieber für sich und antwortete, dass er sich an nichts erinnern könne. Er hoffte, Dean fiel nicht auf, wie ihm die Röte ins Gesicht kroch, Harry war kein begnadeter Lügner.

Anschließend versuchte Harry, seine Lebensgeister zu wecken, indem er an seiner Tasse schnupperte. Aber Kaffee, so fand er, war wie Einhornblut. Es sorgte dafür, dass er irgendwie am Leben blieb, eben gerade so, aber es war fortan ein halbes Leben – ein verfluchtes Leben.

„Sag mal“, begann Dean, während seine braunen Augen nachdenklich den Lehrertisch absuchten, „wo steckt eigentlich Hagrid?“

Harry zuckte innerlich zusammen, er machte sich große Sorgen um seinen großen Freund, aber das wollte er Dean lieber nicht zeigen. Dann müsste er ihm erklären, warum er sich sorgte und das konnte er ja schlecht.

„Weiß nicht, wüssten wir auch gerne“, antwortete Harry ausweichend, was immerhin keine Lüge war.

„Hm“, brummte Dean. „Ist mir völlig egal, dass er ein Halbriese ist, weißt du.“

„Es ist ja auch egal“, sagte Harry, sein Ton schärfer als beabsichtigt.

Dean wandte sich Kaffee schlürfend ihm zu. „Hagrid ist ein toller Kerl, ich komm gut mit ihm aus. Okay, sein Unterricht ist etwas …“

Harrys Augen wurden schmal und seine Hand schloss sich unbewusst fester um seine Gabel. Wehe, Dean wagte es, Hagrids phänomenal tödlichen Unterricht zu kritisieren!

Dean jedoch entging Harrys Geste nicht und beeilte sich zu sagen: „… ist großartig. Großartiger Unterricht. Kann’s kaum erwarten, bis er wieder da ist!“ Nachdrücklich nickte er und trank hastig weiter Kaffee.

„Ja. Allerdings. Raue-Pritsche ist nur halb so gut!“, fauchte Harry und stopfte sich Porridge in den Mund, obwohl er keinen Hunger hatte.

Dean saß verlegen neben ihm und mümmelte an seinem Toast.

 

In Verwandlung war in diesem Jahr unter anderem der Verschwinde-Zauber angesagt, aber Harry bekam den Dreh einfach nicht raus. So wie seine Albträume, Sorgen und äußerst nervigen Mitschüler nicht verschwinden wollten, genauso wenig machte die Schnecke Anstalten, sich in Wohlgefallen aufzulösen, die er zum Üben vorgesetzt bekommen hatte. Seine Schnecke kroch stattdessen langsam, aber entschlossen auf den Rand des Tisches zu. Harry nahm an, dass sie sich in den Tod stürzen wollte und konnte es ihr nicht verübeln. Es gab sicherlich Schöneres, als einen Jungen vor sich zu haben, der mit einem Stock herumfuchtelte und „Evanesco!“ schrie, und das von Minute zu Minute verzweifelter.

Dean neben ihm hatte angefangen mit seinem Zauberstab auf dem Haus der Schnecke rhythmisch zu klopfen und summte dabei „Smells like Teen Spirit“.

„Weißt du, Harry – der Verschwinde-Zauber ist schon große Klasse, wenn man so darüber nachdenkt, oder?“, meinte er, während seine Schnecke versuchte Reißaus zu nehmen.

Harry zuckte mit den Schultern. „Denke schon, sonst würden wir ihn ja nicht lernen.“

„Die größte Motivation wäre, Umbridge damit verschwinden zu lassen, was?“ Dean kicherte, Harry grinste. Sein Klassenkamerad war gar nicht so schlecht darin, ihn ein bisschen aufzumuntern, stellte Harry fest. Es tat gut, einfach über etwas lachen zu können, anstatt sich das Gestreite seiner Freunde anzuhören oder den eigenen finsteren Gedanken nachzuhängen.

„Mr Thomas, hören Sie auf Ihre Schnecke als Drums zu missbrauchen und üben Sie den Zauber! Mr Potter, Ihre Schnecke klebt unterhalb des Tisches“, sagte Professor McGonagall streng, ihre Augen glitten zurück zu Dean. „Der Zauber ist übrigens nicht auf Menschen anwendbar, Mr Thomas.“

„Schade. Professor, mir kam da ein Gedanke …“

„Ja, Mr Thomas?“

„Wohin verschwindet die Schnecke eigentlich?“

„Nun, das soll nicht Ihre Sorge sein.“

„Bringen wir die Schnecken etwa um?!“, fragte Dean mit großen Augen.

Hermine, die schon beim dritten Versuch erfolgreich war, klappte der Mund nach unten und sah entsetzt auf ihren Zauberstab.

Professor McGonagall rollte genervt mit ihren Augen. „Nein, Sie bringen die Schnecken natürlich nicht um!“

„Ja, aber wohin verschwinden sie denn?!“

Obwohl die Frage spannend war, zog es eine sehr, sehr öde Erklärung mit Diagrammen und Formeln an der Tafel nach sich, und so verabschiedete sich Harrys Gehirn in den Stand-By-Modus. Deans leerem Blick war zu entnehmen, dass er ebenfalls in den Energiesparmodus gewechselt war. Zwei Dumme, kein Gedanke.

 

Die Hausaufgaben begannen sich zu türmen, weshalb Harry und Ron keine andere Möglichkeit sahen, als das Mittagessen sausen zu lassen und in die Bibliothek zu gehen. Dean fragte, ob er Harry und Ron begleiten durfte. Harry war damit mehr als einverstanden, Ron schien verwirrt.

„Damit ich das richtig verstehe“, sagte Ron, während Dean die Tür zur Bibliothek aufstieß, „Seamus und Lavender sind zusammen. Und Seamus hat keine Zeit mehr für dich. Und deswegen hängst du bei uns rum?“

Dean seufzte. „Na ja, nicht so ganz … Seamus nervt mich mit dem Tagespropheten. Er will unbedingt, dass ich auf seiner Seite bin, was auch immer das für eine sein soll.“

Harry war nicht sonderlich gut darin, seine Gefühle zu benennen oder zu deuten, da half auch Wahrsagen nicht oder das Führen eines Traumtagebuchs (was er sowieso nicht vorhatte zu tun). Vielleicht würde diese „psychologische Betreuung“ ihm dabei helfen, von der die Zauberer-Welt augenscheinlich noch nie gehört hatte. Aber in diesem Moment breitete sich etwas fluffig Warmes in ihm aus und sein Magen entspannte sich. Es war ein zu schöner Gedanke, dass Dean seinen besten Freund links liegen ließ und lieber seine Zeit mit Harry verschwendete verbrachte, weil Dean lieber ihm Glauben schenken wollte und nicht diesem Käseblatt, das die britische Zauberer-Welt ohne Sinn und Verstand anbetete.

„Harry?“

Er sah gedankenverloren auf, er war mitten in der Bibliothek stehen geblieben und hatte ins Nichts gestarrt, Ron und Dean sahen ihn mit gerunzelter Stirn an.

„Alles klar?“, fragte Ron vorsichtig nach.

„Ja, alles prima. Hab nur nachgedacht“, redete Harry sich raus und setzte sich wieder in Bewegung.

„Worüber?“

Harry sah verdutzt auf und sah Dean verständnislos an. Worüber? Nun … Da ging ihm auf, dass Ron niemals auf die Idee gekommen wäre, das zu fragen. Hermine schon. Von Hermine war Harry das aber auch gewöhnt.

„Äh … Hausaufgaben … Verschwinde-Zauber … Worüber man halt so nachdenkt …“

Dean grinste schief. „Ach so? Das sind die Dinge, über die du so nachdenkst?“

Aus Gründen, die Harry sich nicht so recht erklären wollte, färbten sich seine Wangen rot und er versuchte sich daran, herablassend zu schnauben.

Die drei suchten sich einen Tisch und breiteten ihre Sachen aus, um sich endlich an den Aufsatz mit dem Mondstein zu machen. Da Hermine noch beleidigt mit Ron war, fehlte sie und so schauten beide erwartungsvoll Dean an, der tief seufzte, das Buch aufschlug und ihnen mit Engelsgeduld half, den Aufsatz zusammenzuschustern.

Nachmittags war Pflege magischer Geschöpfe dran. Auf dem Weg dahin belaberte Dean Harry und Ron, um sie dazu zu bringen später den Verschwinde-Zauber mit ihm zu üben, sofern Harry und er nach dem Nachsitzen bei Umbridge noch Zeit dafür fanden. Hermine schloss sich ihnen wieder an, Harry kreuzte die Finger, dass sie und Ron sich nicht nach zwei Minuten wieder gegenseitig an die Gurgel gingen.

Wie zu erwarten wurde der Unterricht von Professor Raue-Pritsche abgehalten, die Harry nicht verraten wollte, wo Hagrid steckte (doofe Kuh!) und anschließend musste natürlich Malfoy ominöse Andeutungen machen, was wohl mit Hagrid passiert sein könnte.

Frustriert, besorgt und einem weiteren Migräneanfall nahe, saß Harry schlecht gelaunt auf der Wiese und versuchte das Geschöpf der Stunde still zu halten – einen Bowtruckle. Es war ihre Aufgabe, das Ding zu zeichnen. Glücklicherweise war Dean ein ausgesprochen guter Zeichner und bereit, sein Wissen mit den anderen zu teilen.

„Professor Raue-Pritsche?“

„Ja, Mr Thomas“, antwortete die Lehrerin genervt, weil der eine oder andere Bowtruckle bereits Richtung Verbotenen Wald abgehauen war.

„Kann ich mit etwas anderem zeichnen als einer Feder? Die eignet sich dafür nämlich ganz und gar nicht und –“

Professor Raue-Pritsche seufzte tief. „Hören Sie, Mr Thomas, es ist mir herzlich egal womit Sie den Bowtruckle zeichnen, Hauptsache, Sie zeichnen ihn. Schweigend.“ Mit diesen Worten stapfte sie davon und fing den Bowtruckle ein, der Harrys zu festem Griff entkommen war und seine Hand übel zugerichtet hatte.

Er hatte das arme Wesen unbeabsichtigt fast zerdrückt, da er sich Dracos schwachsinniges Gerede darüber anhören musste, dass man Hagrid, wenn er wieder auftauchen sollte, ohnehin feuern würde. Seit der Sache mit dem Friedhof war Harrys Nervenkostüm ziemlich löchrig und er würde am liebsten rüber zu Malfoy gehen, um ihm seine Faust ganz, ganz feste ins Gesicht zu rammen, weil das einfach so viel befriedigender wäre als einen Fluch abzufeuern.

Dean legte ihm eine Hand auf den Arm, Harry schreckte aus seinen gewalttätigen Gedanken auf.

„Malfoy ist ein Trottel, ignorier ihn einfach. Glaub mir, das regt ihn zehn Mal mehr auf, als wenn du ihm Kontra gibst.

Komm, ich helf dir mit deiner Zeichnung und deiner Hand“, bot er lächelnd an. Er griff nach Harrys Handgelenk, um sich dessen Wunde genauer ansehen zu können.

Ein angenehmes Kribbeln breitete sich von der Stelle, die Dean berührte, in Harrys gesamten Körper aus und er fragte sich, ob Dean bereits zauberte oder er endgültig halluzinierte. Aber in jedem Fall fühlte Harry sich einfach wohl, also ließ er seinen Klassenkameraden gewähren, der tatsächlich etwas Mull bei sich hatte und gerade die Wunde verband. Dean sprach davon, dass er in Hogwarts eines früh gelernt hatte: Verletzungen waren normal, erstaunlich häufig, und man konnte nie genug Verbandszeug mit sich herumschleppen.

Nachdem Harrys Hand verarztet war, widmete Dean sich wieder der Zeichnung, reichte Harry einen Bleistift und seine eigene als Beispiel.

Deans Bowtruckel war wirklich außerordentlich gut geworden für den kurzen Zeitraum, den sie zum Zeichnen hatten (und bis Harrys Bowtruckle sich schimpfend davon gemacht hatte).

Dean machte ein paar simple Striche, welche die Grundform des Geschöpfes wiedergaben. „Beginne immer mit einfachen Formen, dann kommen die Details. Ungefähr so …“

Harry, Ron und Hermine sahen ihm aufmerksam zu. Bei Dean sah das so einfach aus, fand Harry. Mit der Zunge zwischen den Lippen setzte Harry seinen Bleistift an und versuchte, es Dean gleichzumachen.

Es sah schlimm aus. Wie ein Autounfall. Oder eine Naturkatastrophe. Aber nicht wie ein Bowtruckle.

„Sehr gut, Harry! Ich weiß, ich weiß, es sieht jetzt erstmal nicht so gut aus!“, sagte Dean, da Harry bereits das Gesicht verzog und ihm mitteilen wollte, dass es eher einer Zeichnung eines blinden Dreijährigen glich.

„Trust the process, weißt du. Übung macht den Meister. Ist ganz normal, dass das am Anfang so aussieht.“

„Okay, eure Hausaufgabe besteht daraus, dass ihr eure Bowtruckle-Zeichnung zu Ende macht. Ihr seid entlassen“, rief Professor Raue-Pritsche und sammelte die Bowtruckle ein, die sich noch nicht auf und davon gemacht hatten.

Danach war Kräuterkunde dran, das Fach, wo man danach ziemlich sicher nach Drachenscheiße roch. Auch Professor Sprout ließ es sich nicht nehmen, alle an ihre Z.A.Gs zu erinnern. Harry spürte, wie sein Magen Kapriolen schlug, er hatte einen Berg an Hausaufgaben und Nachsitzen am Hals. Wie sollte er das alles rechtzeitig fertig kriegen?

Gedanklich formulierte Harry eine Beschwerde an Professor Dumbledore, zum einen, weil er sich bei Harry nicht blicken ließ, zum anderen, dass man so viele Hausaufgaben gar nicht schaffen konnte, außer, man ackerte die ganze Nacht durch. Dann stellte Harry fest, dass er kacke im Formulieren war und stellte sich vor, wie Hermine die Beschwerde verfasste, während Ron irgendwas sagte und sie sich anschließend stritten.

Gut. Noch nicht einmal in Harrys Gedanken konnten die zwei sich vertragen, cool.

Jemand klopfte ihm sanft auf den Rücken, während die Klasse Dung riechend das Gewächshaus verließ. Harry schreckte zusammen, Dean lächelte ihm aufmunternd zu.

„Siehst besorgt aus, Harry. Wegen Nachsitzen?“

Harry blähte die Wangen auf und ließ die Luft langsam entweichen. „Massig Hausaufgaben. Den Aufsatz von Snape haben wir zwar schon zur Hälfte, aber alles andere …“

Dean nickte mitfühlend. „Ja, geht mir genauso. Ich wüsste zu gerne, ob das bei den Muggeln auch so verrückt zugeht, in den Schulen, meine ich.“

Hermine hob den Kopf. „Das kommt drauf an, welchen akademischen Weg man gehen möchte. In der britischen Zauberer-Welt gibt es offenkundig nur diesen, aber in der Muggel-Welt gibt es sehr viele Schulen und –“

Harry schaltete auf Durchzug und spürte, wie sein Magen grummelte, er hatte riesigen Hunger. Er beschleunigte seine Schritte, kam beim Gryffindor-Tisch an und ohne seine Tasche abzusetzen schnappte er sich was zu Essen.

„Hey, Harry!“

„Was denn jetzt wieder?!“, stöhnte er genervt auf und stopfte sich hastig weiter Lammhaxe in den Mund.

Angelina Johnson war Kapitän der Quidditch-Mannschaft geworden und stapfte schlecht gelaunt auf Harry zu.

Er bekam einen wütenden Vortrag darüber, wie er es wagen konnte, sich Nachsitzen am Freitag einzuhandeln, wenn doch die Auswahlspiele für den neuen Hüter anstanden.

„Jetzt lass ihn doch erstmal essen“, sagte Dean beschwichtigend zu Angelina.

Sie warf ihm nur einen kurzen Blick zu. „Harry, es ist mir egal wie du’s anstellst, erzähl ihr meinetwegen, Du-weißt-schon-wer ist deiner Einbildung entsprungen, aber winde dich aus dem Nachsitzen raus! Ich will das ganze Team zusammen haben, verstanden?!“

Bevor Harry antworten konnte, war sie auch schon davon gestürmt.

Dean schüttelte den Kopf. „Meine Güte …“

„Wir sollten lieber Nachfragen, ob Oliver Wood nicht vielleicht das Zeitliche gesegnet hat. Angelina führt sich auf, als wäre sie von ihm besessen …“

Dean und Ron kicherten darüber.

Ron überlegte, wie wahrscheinlich es wohl sein könnte, dass Umbridge Harry am Freitag gehen ließ.

Dean schnaubte. „Null? Wenn sie merkt, dass Harry am Freitag was Wichtiges vorhat, dann behält sie ihn am Ende sogar noch extra lange, um ihn eins reinzuwürgen.“

Harry kaute nachdenklich. „Heißt, ich soll sie erst gar nicht fragen?“

Dean zuckte mit den Schultern. „Spielt keine so große Rolle. Du kommst aus der Nummer nicht mehr raus, wenn du mich fragst.“

Harry warf ihm einen finsteren Blick zu. „Danke.“

Er schenkte Harry ein breites Lächeln und beugte sich leicht vor. „Wir stehen das zusammen durch.“

Harry blinzelte verwirrt. Für einen Moment verhakten sich die filigranen Rädchen in seinem Kopf, bis ihm wieder einfiel, dass Dean selbstverständlich das Nachsitzen meinte, aber für einen Bruchteil einer Nano-Sekunde war da diese irrsinnige Idee, dass Dean auch all den anderen Wahnsinn meinte, in dem Harry seit Ende letzten Juni festsaß. Obwohl er sofort kapierte, wovon Dean gesprochen hatte, war diese Idee schön gewesen. Nur, warum gefiel Harry der Gedanke so sehr, wenn er doch Ron hatte? Und Hermine? Und einen sehr schlecht gelaunten Sirius … Er war ja nicht komplett allein, warum war der Wunsch, Dean wäre auch für ihn da so ansprechend?

Während Harry diese konfusen Gedanken in seinem matschigen Gehirn drehte und wendete, und Dean neben ihm den Verschwinde-Zauber an Rosenkohl übte, den eh keiner leiden konnte, näherte sich unaufhaltsam die erste, unheilvolle Stunde Nachsitzen.

Als Harry nochmal laut aussprach, was sie alles auf der Liste hatten, sah Ron nach oben und meinte stöhnend, dass es wohl auch noch regnen würde.

Hermine wunderte sich, was das mit den Hausaufgaben zu tun hatte, aber Ron bekam nur rote Ohren und meinte „Nichts!“.

Harry runzelte die Stirn und warf einen Blick zu Dean, dessen erster Rosenkohl tatsächlich fort war. Aber seinem verdutzten Gesichtsausdruck nach zu urteilen, konnte er sich auch keinen Reim auf Rons Sorge machen.

 

Es war fünf Uhr, Harry verabschiedete sich missmutig von Ron und Hermine und verließ mit Dean den Gemeinschaftsraum.

„Was denkst du, wird sie uns machen lassen?“, dachte Harry laut nach.

„Jedenfalls nicht zaubern“, sagte Dean und rümpfte die Nase, Harry musste leise lachen, Dean fiel mit ein.

Vor Professor Umbridges Büro machten sie halt.

„Bereit, Harry?“

„Nö.“

„Na, dann los.“

 
 

Load up on guns, bring your friends

It‘s fun to lose and to pretend

She‘s over-bored and self assured

Oh no, I know a dirty word

~

With the lights out, it‘s less dangerous

Here we are now, entertain us

I feel stupid and contagious

Here we are now, entertain us

 

(Nirvana – Smells like Teen Spirit)
 



Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu diesem Kapitel (0)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.

Noch keine Kommentare



Zurück