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Double Face

Wenn du deinen Doppelgänger findest
von

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Der Mascho-Ehemann

Jean hatte noch Marmelade in ihrem Gesicht kleben, als die Bediensteten in ihr Zimmer kamen, um sie umzuziehen. Direkt hinter ihnen lief Helena her. Sie hatte ihr schwarzes Bürooutfit gegen ein eng anliegendes schwarzes Kleid getauscht, auf welchem sie schwarze Pömps trug. Die rote Kladde in ihrer Hand, leuctete wie ein Warmsignal.

"Weibers! Rückt mir von der Pelle. Ich kann mich schon selber anziehen." knurrte die Blondhaarige.

"Das Bezweifle ich." entgegnete Helena in einem vor Sarkasmus triefenden Tonfall "So wie du herumläufst..."

"Tut mir Leid, dass ich nicht auf den frigiden Frigatten Style stehe." schmollte Jean und stemmte zickig ihre Hände in die Hüften, sodass die Damen noch mehr Mühe hatten sie zu entkleiden.

Helena fasste sich daraufhin nur an die Stirn und seuftze "Zum Glück haben wir das bald hinter uns."

Nach weiteren 20 Minuten, in der Jean zeterte, zappelte und Helenas Nerven überstrapazierte, stand sie endlich in der gewünschten Kleidung vor ihr. Sie trug nun eine hellblaue Bluse auf eine dunkelblaue Jacke und einem knielangen Rock in derselben Farbe. Ziemlich wackelig stand sie auf ihren ebenfalls blauen Pömps.

Als sie einen vorsichtigen Schritt machen wollte, knickte sie direkt mit dem Fuß um. Fluchend hielt sie sich das Fußgelenk. Helena seuftze erneut "Bevor wir zu Lianas Zukünftigen gehen, sollte ich dir erstmal beibringen, wie man richtig läuft."

"Müssen wir nicht in 15 Minuten los? Wie willst du mir bis dahin beibringen auf diesen Höllendingern zu laufen?" fragte Jean skeptisch nach, deren Fußgelenk immer noch schmerzte.

Auch Helena musste einsehen, dass sie ihr in dieser kurzen zeit nicht beibringen konnte auf den hochhackigen Schuhen zu laufen. Mit einem Wink gab sie einer der Bediensteten zu verstehen, dass sie andere Schuhe für Jean holen sollte. Als diese nach einer halben Minute wieder vor ihnen stand, hielt sie ein paar blauer Ballerinas in der Hand, die Jean bereitwillig anzog.

"So. Und jetzt mach mir nach, was ich dir zeige. Und versuch dabei nicht allzu trampelig auszusehen." die exentrische Stimme dieser unerträglichen Frau schmerzte Jean in den Ohren. Trotzdem sah sie dabei zu, wie Helena mit schwingenden Hüften einmal durch den Raum spazierte.

"Walla Habibi! Ist das der Nutten-Catwalk oder was?"

"Mach...einfach das was ich dir sage und...SCHWEIG!"

Jean tat wie ihr geheißen und wackelte mit extra viel Hüftschwung durch den Raum, ehe sie sich zu Helena herumdrehte und grinsend meinte "Bei Liana würde das sicher besser aussehen. Oder bei ihrem jonathan. Stell dir vor, Mamilein, der abgehalfterte Psychodok macht hier den Nutten-Catwalk. Seehr sexy."

Das Maß war voll. Jean hatte es doch tatsächlich geschafft Helenas Gedult zu überstrapazieren.

Wütend stürmte sie auf Jean zu und knurrte "HALT DEN RAND. Oder ich..."

"Rufe das Rufilein?" entgegnete Jean, nicht minder agressiv, ihr Gesicht sehr nah an dem ihrer Entführerin.

"Ja. Ich rufe das Rufilein. Also Klappe...halten JETZT."

"Du kannst froh sein, dass hier kein Messer oder ein anderer scharfer Gegenstand herumliegt. Ansonsten hätte ich ihn dir schon längst in die Eingeweide gerammt.~"

Wütendes kaltes Blau trag auf emerad grüne Augen. Helena schauderte es unweigerlich ein wenig, ihre >Tochter< mit diesem Blick zu sehen. Einem Blick, den sie von Liana nicht kannte. Wie konnte diese Person ihrer Tochter so ähnlich sehen und doch charakterlich so anders sein?

Nach ihrem Schlagabtausch beruhigte sich die Rothaarige wieder ein wenig und wandte sich von Jean ab: "Wenn du am Standesamt für Liana unterschreibst, lasse ich dich gehen. Also sei so freundlich bis dahin meine Nerven nicht zu übertrapazieren."

Ohne eine Antwort von Jean abzuwarten, verließ sie den Raum.
 

Um sechs Uhr klingelte der Wecker und riss Liana damit aus dem Schlaf. Eigentlich hatte sie sich, nachdem Galadriel ins Bett gegangen war, davonschleichen wollen. Da wusste sie aber noch nicht, dass die beiden zwar verschiedene Zimmer hatten, aber nur ein Bett. Und Galadriel schien sehr kuschelbedürftig zu sein. Denn sie hatte sie die ganze Nacht über nicht losgelassen. Zu allem Überfluss rutschte die ständig die weite Schlafanzugshose von Jean über die Hüften. Irgendwann hatte sie der Stress des Tages eingeholt und sie war eingeschlafen.

Murrend tastete Galadriel nach dem Wecker und stellte ihn aus. Erleichtert atmete Liana auf, als sie losgelassen wurde. mit schmerzendem Rücken aufgrund der ungünstigen Liegeposition, richtete sie sich auf.

Doch Galadriel schien keine Anstalten zu machen, selbst auch aufzustehen. Stattdessen kuschelte sie sich wieder zurück in ihre Kissen.

"Sag mal. Hast du eigentlich abgenommen? Du bist dünner als sonst." Liana erschreckte bei der Frage. Hatte Galadriel sie etws entlarvt?

"Ach Quatsch! Das bildest du dir ein." gab sie, ein wenig unsicher von sich.

"Und deine Haare sind auch länger als sonst." fügte die Antrazithaarige murmelnd hinzu, "Ach ja. Papa kommt dich gleich abholen, damit du nicht mit dem Zug fahren musst. Also musst du heute dein Frühstück etwas schneller essen."

Anschließend hörte Liana gleichmäßige Atemgeräusche, die darauf hindeutend, dass Geladriel wieder eingeschlafen war. Erleichtert atmete sie auf. Gerade noch Glück gehabt.

Wenn dieser Nicholas sie abholen kam, musste Liana sich beeilen, um vor ihm weg zu sein. Dieses Mal machte sie aber nicht den Fehler, nur in Schlafkleidung rauszurennen. Stattdesen suchte sie sich in Jeans Zimmer ein paar Klamotten von ihr zusammen. Ein weißer Oversize-Pullover und eine schwarze Jogginghose mit weißen Sneakern. Liana mochte Jeans Kleidungsstil. Zu gerne würde sie selbst auch solche Kleidung tragen. Vielleicht sollte sie Jonathan fragen, sobald sie wieder bei ihm war. Anschließend hechtete sie zur Türe. Doch als sie diese öffnete, stand Nicholas bereits davor.

"Hallo Jean. Ich war gerade auf dem Weg zu dir. Gal hat mich gebeten dich zur Arbeit zu bringen. Du scheinst ja schon fertig zu sein." wurde sie von ihm begrüßt.

"Ich wollte eigentlich selber...zur Arbeit." versuchte sie ihn noch abzuwimmeln. Doch es war zwecklos.

"Ach was. Ich fahre dich, bis du deine Bahncard wieder hast." winkte er ab und hielt ihr die Autotüre auf. Seuftzend stieg sie in den Wagen. Sie musste sich dringend etwas überlegen, wie sie früher von der Arbeit weg kam, damit sie wieder zu Jonathan zurück konnte. Denn wenn dieser Nocholas sie jetzt immer zur Arbeit fuhr, würde sie noch Woche in Jeans zu Hause verbringen müssen und wer weiß, ob sie bis dahin nicht schon aufgeflogen war.
 

Der Chauffeur hielt ihr die Autotür auf. Mehr schlecht als Recht stieg Jean aus dem Wagen und versuchte in der engen Kleidung eine möglichst gute Figur zu machen. Helena stand mit einer anderen Frau mit blonden langen Haaren, die sie sich zu einem Dutt zusammengebunden hatte, zusammen und unterhielt sich. Ein blondhaariger junger Mann im weißen Anzug hörte ihnen aufmerksam zu. Als Jean zu der kleinen Gruppe stieß, wandte er seine Aufmerksamkeit ihr zu.

"Liana. Lange nicht mehr gesehen.~" ein wenig zu besitzergreifend für Jenas Geschmack, nahm er ihre Hand, um einen zarten Kuss darauf zu hauchen, "Wenn die erst meine Ehefrau bist, wirst du nicht mehr wegrennen."

Anscheinend wusste auch er von Lianas Liebschaft mit ihren Pschiater, wie Jean gerade auffiel. Da sie nicht wusste, was sie daraufhin antworten wollte, versuchte sie es mit einem schüchternden Niederschlag ihrer Augen. Innerlich krümmte sie sich vor Ekel vor Lianas Verlobten. George war der Typ Mann, den sie am meisten hasste. Die Versuchung ihm die Leviten zu lesen, wuchs mit jedem Wort, dass er sprach.

"Du antwortest nicht? Gut. So gehört sich das für eine Zukünftige Smith. Sei mir eine gute Ehefrau und du wirst ausreichend belohnt." mit diesen Worten zog er sie mit, als die beiden Frauen sich in bEwegung setzten, um ins standesamt zu gehen.

"LIANA!!" hörte sie plötzlich jemanden rufen. Als sie sich umschaute, entdeckte sie einen jungen Mann mit brünetten Haaren im schwarzen Anzug neben einem schwarzen Wagen stehen. Er trug eine Brille und wirkte...wie ein Psychiater. Jonathan Crane, ihre Rettung.

"Jonathan?!" sie wollte schon zu dem jungen Mann rennen, als sie von >ihrem Verlobten< am Handgelenk gepackt und zurückgehalten wurde.

"Du bleibst hier, Liana. Ich bin dein Ehemann. Also gehorsche mir." hörte sie ihn mit kühler Stimme sagen. Der Griff um ihr Handgelenk wurde noch verstärkt, sodass es schon weh tat. Nur leider war sie nicht Liana.

Also konnte er nicht vorausahnen, was jetzt passieren würde.

Mit der noch freien Hand holte Jean aus und verpasste ihm eine, während sie ihm kräftigt gegen das Schienbein trat. ERschrcken ließ der Blondhaarige sie los. Jean nutzte die Chance, um schnell zu Jonathan zu rennen. Im Hintergrund konnte sie Helena nach Rufus rufen hören. Wenn der Bodyguard sie zu fassen bekam, würde sie sich nicht mehr so leicht befreien können. Also rannte sie so schnell sie konnte und erreichte endlich das Auto. Jonathan hatte sich bereits hinter das Steuer gesetzt. Als Jean auf der Beifahrerseite eingestiegen war, fackelte er nicht lange und fuhr los.



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