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Fern der Heimat

von

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Allein mit sich und den Gedanken und Begegnung mit dem Trampel der Nation

Kaum war die Ame dann aus dem Sichtfeld verschwunden – zu Fuß sei anzumerken, drehte Arishi erst einmal ein paar Runden... Sie wollte nicht einrosten hatte sie vorhin selbst gesagt, und sie war keine Freundin leerer Worte. Das wäre als würde man eine Lüge leben...also im Prinzip wie das was die Schwarzhaarige aktuell in Shinshoku tat.

Eine Lüge leben in der Hoffnung irgendwann wieder die Wahrheit leben zu können, bei ihren Lieben, ihrer Familie die sie so sehr wertschätzte.

Sie gestand sich das sonst eher selten ein, weil sie ihrer Meinung nach nie wirkliche Fehler im eigentlichen Sinn beging, doch hier kam langsam wirklich der Gedanke auf, dass sie einen Fehler gemacht hatte und es lag nicht nur daran dass sie sich mit einem der Dorfbewohner eingelassen hatte. Nein, es lag an der ganzen Situation, das Drumherum und der Verdacht, fast schon Gewissheit dass wieder ein Kindchen unterwegs war.

~Shimatta...~
 

Die Nuke-Nin konnte sich nicht helfen, und nach ein paar Runden in der Lichtung blieb sie erst einmal an einen Baum gelehnt in der Hocke 'sitzen', die Arme um die Schultern geschlungen wirkte es beinahe so als würde sie sich kleinmachen, verstecken wollen vor der Welt.

Es gab auch allen Grund dazu...nicht. Denn wie sie Kurenai gepredigt hatte, war es keine Schande auch einmal Gefühle zu zeigen, da man im Endeffekt doch nur davon profitierte.

"Ji-chan...Ko-chan... Ich will wieder nachhause, ihr fehlt mir so sehr...ich kanns nicht mehr in Worte fassen..."

~Es tut weh wenn ihr nicht da seid. Mein Herz fühlt sich leer an, kalt.~

Wenn man so 'zuhörte', könnte man glatt meinen die Uchiha befände sich auf einer Selbstmitleids-Tour, doch war dem nicht so, ihrer Meinung nach, schließlich tat sie dann auch etwas dagegen – oder war das nur Heuchelei um sich selbst besser zu fühlen und behaupten zu können man würde etwas tun, nur um des Handelns Willen?

Gut möglich, vielleicht waren auch irgendwo die Hormone mit Schuld, aber zuerst sollte man immer vor seiner eigenen Türe kehren und nichts auf andere schieben – selbst wenn diese körpereigenen Enzyme keine Existenz für sich, sondern ein Teil der Nuke-Nin waren.

"Raff dich auf, Frau...hängst da wie ein Häufchen Elend und jammerst vor dich hin, tu etwas statt zu jammern, geh das Problem an." schalt sie sich selbst und richtete sich wieder auf, nur um dann mit einigen Flugübungen weiterzumachen.

 

Mittlerweile klappte zumindest das relativ gut, wenn auch noch immer nicht ganz zu einhundert Prozent perfekt, aber dazu übte man ja wann immer es möglich war. Die Pause von zwei Tagen jedoch war deutlich zu spüren – und außerdem hatte die Uchihadame dank ihres tollen Monologes auch genug Ablenkung in Form nerviger Gedanken die ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen wollten.

Hier zu bleiben und sesshaft zu werden war eben einfach keine Option, selbst wenn nun tatsächlich ein Baby zur Welt käme. Das wäre sogar noch eher ein Grund auch von hier zu verschwinden...aber das bedeutete dann sie müsste Kurenai hier zurücklassen und das ging nun wirklich nicht, hatte sie ihr doch ein Versprechen gegeben. Und die brach man bekanntermaßen nicht.

Und doch...irgendwo im Hinterkopf machte sich ein Gedanke bemerkbar, den die gute Senju so nicht von sich kannte: Von wegen sie sei so oder so eine Verräterin, die die Uchiha wieder stigmatisierte, wie es in der Geschichte des Dorfes Konohagakure schon mehrmals der Fall gewesen war. Die Rotaugen wären doch ohnehin das geborene Verräterpack und ihr Fall bestätigte das nur noch einmal mehr.

Dass sie durch eben diese Gedanken leicht ins Schlingern geriet und beinahe abstürzte, sei mal für den Moment beiseite gestellt, das wäre in dem Moment ihre eigene Schuld gewesen und um eben dieses Unglück nicht herbei zu führen, flatterte die Schwarzhaarige – in diesem Fall wohl eher schwarz gefiederte – Gestalt der Nuke-Nin zurück in Richtung Boden der Tatsachen, wo sie sich zurückverwandelte...nur um sich dann unsichtbar zu machen und zurück ins Dorf zu schleichen, wie schon auf dem Hinweg.

Eigentlich hatte sie nie genauer darüber nachgedacht, doch jetzt wo man so seine Zeit dafür hatte, kam man unweigerlich dazu, auch über die abwegigsten Dinge nachzudenken, die überhaupt nicht förderlich für eine eventuelle Rückkehr nachhause wären.

So verbrachte die Ex-Konoha auch den restlichen Abend damit nachzugrübeln, über genau jenes Thema – doch auf einen grünen Zweig, geschweige denn zu einem Schluss für sich selbst kam sie nicht wirklich, außer früher oder später einfach alles wieder wegzuschieben, weil sie nicht allzu viel grübeln wollte. Es wurde deswegen nicht leichter oder schwerer irgendwelche Entscheidungen zu treffen die irgendwann getroffen werden mussten, nein.

Im Gegenteil, es machte alles nur irgendwie schlimmer, gefühlt, vor allem vor dem aktuellen Hintergrund, einer Familie die sie mehr oder weniger als ihre Tochter 'adoptieren' wollte, nur damit der Familienname fortgeführt wurde, eine verunsicherte junge Ame-Nin der sie ein Versprechen gegeben hatte, die Tatsache dass sie sich nicht an ihre eigenen Prinzipien gehalten und jemandem aus dem dummen Dorf – wenn auch nur für eine Nacht – hingegeben hatte wie es sonst eigentlich eher ihrem Gatten vorbehalten wäre.

~Grrr...ich weiß nicht mehr was ich machen soll, das Chaos wird nicht geringer je länger ich mir alleine den Kopf darüber zerbreche. Andererseits soll und darf sonst keiner davon erfahren, das ist alles zu riskant und würde viel zu viele Antworten erfordern, die ich nicht geben will und kann. Das ist zum Mäusemelken ist das.~

 

So sollten auch die kommenden Tage geprägt sein von viel zu viel Training, Nachdenken und mehr Aufschieberitis, da Yuko...pardon, Arishi, natürlich mehrmals gefragt wurde wie sie sich betreffend der Familie Amano entscheiden würde.

Wenn es nach ihr ginge, so überlegte die Dame, würde sie am Liebsten einfach gehen und ganz ehrlich, wer sollte sie aufhalten? Richtig, niemand. Mal abgesehen von ihrem schlechten Gewissen der jüngeren Kurenai gegenüber, da die Ex-Konoha nach wie vor an der Meinung festhielt, dass man Versprechen nicht zu brechen hatte...und dabei blieb sie auch, alles andere...und jeder andere wurde in den kommenden Tagen immer wieder sanft und höflich, aber bestimmt weggeschoben, da die Schwarzhaarige diese Leute nicht sehen wollte, nicht hören wollte, gar nichts. Da war der durcheinandergewürfelte Hormonhaushalt nicht unbedingt die größte Hilfe.

 

Denn neben teilweise massiver Übelkeit jeden Morgen kam auch noch ein nicht zu verachtender Drang zu schlafen – am Besten den ganzen Tag. Alles Dinge die die Uchiha mit ihrem ersten Kind, der kleinen Kimiko, nicht erlebt hatte und daher nicht wirklich darauf vorbereitet war. Andererseits war auch niemand da dem sie gut genug vertraute, um über jene Dinge zu sprechen die sie beschäftigten, war doch gefühlt jeder irgendwie mit dem Feind verbandelt – zumindest wenn man bedachte wie wenig die Leute es noch störte, wenn die Organisation in ihren Häusern ein und aus ging als wären sie selbst die Hausherren und nicht die Menschen die dort lebten...das ging der Uchiha mehr als nur gegen den Strich, sie wollte auch dahingehend etwas ändern, musste sich aber irgendwo auch eingestehen dass sie nicht die ganze Welt retten konnte.

Das wäre viel zu viel Arbeit, Stress und Nerverei...nicht dass sie sich daran stören würde, aber alleine war es nun einmal ungemein viel schwieriger alles zu managen und da dann auch noch gefühlte Weltrettungspläne unterzubringen, wenn man sonst genug mit sich selbst oder seinen Gedanken zu tun hatte, war schlicht unmöglich zu bewerkstelligen, wenn man nicht am Rad drehen wollte.

 

~Sie sind wie Parasiten...wie kleine Mäuse die sich in ihren Höhlen verstecken, während sie auf den Käse warten, den es nicht geben wird – nicht für sie. Sie erwartet nur ein schmerzhafter Tod... Mögen diese Bastarde an ihrem eigenen Selbstbewusstsein im Schlaf ersticken.~

Mehr wirklich signifikante Gedanken gab es gerade nicht, zumindest keinen der für Arishi greifbar wäre und auch nicht darin endete, dass sie irgendjemanden für dessen bloße Existenz verfluchen wollte. Dafür gab es hier mehr als genug Beispiele auf zwei Beinen...die Kouseiyouso-Mitglieder allen voran, natürlich. Wer sonst hätte es verdient überall, nur nicht auf dieser schönen Welt zu wandeln?

 

All jene Verbrecher und sonstigen kleinere sowie größere Kriminelle einmal beiseite gelassen, die gab es immer und überall, doch das größte Übel...war mitten unter den Leuten und sie merkten es noch nicht einmal. So zumindest der Eindruck der Dame, während sie an einem weiteren, dieses Mal eher windigen Herbsttag auf 'ihrem' Zimmer saß und in ihrem Notizbuch etwas – wie sollte es anders sein – notierte.
 

 

Der nächste Schritt – Der letzte?

Die Vögel haben aufgehört zu singen, der Winter bricht herein, die

Tage werden kürzer und so auch die Zeit des Mädchens mit ihrem großen Beschützer. Sie

werden bald getrennte Wege gehen müssen und doch wird es niemals

dunkel werden. Nicht solange sie sich das Licht bewahrt. Sein Licht, ihr Licht.

 

Beeilt haben müsste man sich, sagt man ihr und dem großen Raben oft, doch etwas unterscheidet

euch von den beiden: Das Licht, das Band was die beiden aneinander knüpft. Freundschaft.

 

Bevor sie sich trafen, waren sie einzelne, verlorene Federn,

sie wurden vom Winde dorthin verweht wo es gerade am Günstigsten war. Sie ließen

sich ohne Widerspruch tragen, bis zu jenem Tag. Der Tag, der

alles ändern sollte. Die Begegnung mit dem Besonderen, und das lassen sie sich nicht

nehmen. Sie sind frei und ungebunden, wie ein Vogel. Nicht einmal die Hölle wird sie halten

können, wenn sie es nicht wollen.

 

 

"Heh...lange her...ich kann es nicht mehr richtig... Aber das macht nichts, ich will auch gar nicht mehr. Ich habe...mein Licht verloren, bin nichts weiter als ein Laufbursche der Dunkelheit, die sich schnell ausbreiten wird. Es gibt kein Entkommen, für niemanden. Nicht einmal die Shinobi sind davor gefeit. Aber...egal." Mit diesem Gemurmel von einem Selbstgespräch auf den Lippen klappte die Ex-Konoha wider Willen das Notizbuch zu und verräumte es sicher in ihre Waffentasche. Mit der sie immer noch verwachsen zu sein schien, könnte man meinen, so wie sie das Ding durch die Geografie schleppte....dabei hatte die arme Tasche auch Gefühle!

Nein, Spaß beiseite, hatte sie natürlich nicht. Doch irgendwie musste man sich ja bei Laune halten, wenn man sonst schon in einem Wechselbad der hormongesteuerten Emotionen war und keine wirkliche Möglichkeit hatte daraus auszubrechen – außer es bis zum Ende auszuhalten...wobei das ein wenig harsch war. Denn am Ende wartete meist das schönste aller Geschenke auf einen, wenn man es denn wollte.

 

~Nein, Schluss, aus...ich muss etwas tun, etwas Sinnvolles...aber Yukiko-sama lässt mich ohnehin nichts tun ohne sich einzumischen... 'Tu dies nicht, lass das, das ist zu schwer, lass uns das machen'...und sich dann wundern wenn man entsprechend sauer reagiert. Menschen...warum seid ihr nur so kompliziert manchmal?~

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf machte sich die Senju daran ein paar Aufwärmübungen durchzuführen. Immerhin hatte man ihr noch kein Sportverbot erteilt – aber das wäre wie die anderen Verbote ziemlich obsolet wenn man die Uchiha so fragte, sie machte ohnehin was, wie und wann sie gerade Lust dazu hatte...also ließ sie auch das Training nicht bleiben – zumindest nicht ganz. Moderation war das Zauberwort – eines das man im Hause Amano offenkundig nicht kannte. Dort hieß es wohl 'entweder ganz, oder gar nicht'.

Sobald die Ex-Konoha wider Willen dort auch nur einen Handstreich tat den sie nicht tun durfte, wurde ihr was auch immer sie gerade im Begriff war zu tun abgenommen, als hätte sie garkeine Rechte mehr, nur weil sie VERMUTLICH schwanger sein KÖNNTE. Das war schon paradox, nicht wahr? Obendrein wunderte sich die Schwarzhaarige wieder einmal kein stückweit, warum die Kinder des Hauses sich so früh wie es nur irgendwie ging, von ihren schmalgeistigen Eltern loszukommen...oder waren sie zwangsweise eingezogen worden? Das wusste die Dame ehrlicherweise nicht, und würde auch nicht nachhaken, das gehörte sich einfach nicht in ihren Augen, ein wenig Rest-Anstand hatte die gute Frau nämlich durchaus noch – auch wenn das nicht unbedingt einfacher wurde, sich diesen Anstand immer wieder ins Gedächtnis zu rufen wenn wieder einmal etwas nicht so ging wie sie das gerne hätte, sondern wie die 'Gastgeber' das wollten.

Und dann war da immer wieder diese stumme Frage der Hausherrin, die ihr vor einigen Tagen eine bemalte Schatulle überreicht hatte und welche irgendwo in einer unbeobachteten, eher unbeachteten Ecke von Arishis Zimmer ihr trostloses Dasein fristete – und dort auch bleiben würde wenn es nach der Ex-Konoha ginge. Sie würde niemandes Namen annehmen, nein, das wäre dann wirklich Verrat an der Heimat und vor allem am guten Namen Senju...

 

Genau deswegen hatte sie sich damals auch nicht als Yuko Senju, sondern Arishi vorgestellt – damals, als noch niemand ahnte wohin dies alles noch führen würde. Wohin einen der Wind verwehte...wohin man zu gehen gezwungen wäre, wenn man nicht gerade gerne mit dem Strom schwamm. Doch die Uchiha hatte einen gewissen Dickkopf versucht zu bewahren und den wusste sie halbwegs in einem vernünftigen Rahmen einzusetzen, ohne dabei auch nur ansatzweise allzu fordernd zu wirken.

 

Zumindest wenn sie es selbst beurteilen müsste wäre es der Fall – doch wie es andere wahrnehmen mochte, war der Frau egal. Jeder durfte seine Meinung haben – solange man einem damit nicht penetrant auf die Nerven ging und versuchte einen davon zu überzeugen, dass seine Sichtweise die einzig Richtige war. Denn in dieser Welt gab es kein schwarz und weiß, sondern verdammt viele Grauzonen, nichts war hier wirklich eindeutig 'dafür' oder 'dagegen' und wer etwas anderes behauptete, litt unter einer besonderen Form der Verblendung, wenn man Arishi so fragen würde, während diese weiter vor sich hin pseudo-philosophierte und ihren Gedanken ein wenig zu sehr nachhing.

Dank dieser unmöglichen Frau, Yukiko, hatte sie auch nicht allzu viel zu tun, ein Paradies für jeden Faulpelz, doch war die Uchiha nicht so, sie war ein motiviertes, hart arbeitendes Individuum das man nicht anketten durfte, das sich frei entfalten musste um sein Potenzial voll auszuschöpfen, daran zu wachsen was man tat.

 

Doch wann tat man das schon einmal...richtig, eher weniger bis überhaupt gar nicht. Und das Chaos im eigenen Kopf war dabei auch alles andere als hilfreich, wenn man sich immer wieder dabei erwischte wie man sich in seinen Gedanken verlor, einfach nur die Zeit vergaß und Löcher in die Luft starrend selbige verbrauchte...

Aber nun, wie auch immer, Die Tage flossen so zäh dahin wie sie sich anfühlten – als würde man gegen den Strom schwimmen müssen.

Kurenai bekam die Schwarzhaarige auch kaum mehr zu Gesicht...und das war sowohl ein gutes, als auch ein schlechtes Zeichen. Gut einerseits, weil sich die junge Dame an den Rat ihrer 'Sensei' hielt, schlecht andererseits, weil Arishi auch nicht dauernd ein Auge auf alles haben konnte...sie wollte die Jüngere beschützen und das ging so einfach nicht...leider.
 

 

Einige Zeit verging so, und mittlerweile war bereits der erste Schnee gefallen, doch gleich wieder von Regen zu Schneematsch verarbeitet worden. Die Bewohner des kleinen Dorfes Shinshoku hatten sich längst auf den Winter vorbereitet. Das hieß unter anderem auch altmodisch Holz hacken – für alle! Sicher ein Spaß für die ganze Familie, und auch heute schneite es wieder. Da war Arishi die Ausnahme der Ausnahme, denn sie hatte weder Lust auf Holzhacken, noch darauf etwas mit diesen Menschen die ihr ohnehin nicht richtig zuhörten zu 'unternehmen', sondern mit Kurenai ihr eigenes Süppchen zu kochen und ihr an diesem trübsinnigen Tag einen weiteren Schritt in ein hoffentlich besseres Leben mit auf den Weg geben zu können.

Das Karasu Henge stand auf dem Plan, eine nette kleine Spielerei die es einem ermöglichte in Rabengestalt zu fliegen.

Wobei 'nett' und 'klein' da wohl noch zu harmlos waren, eher groß und auffällig, denn ein menschengroßer Vogel war nicht unbedingt das, was man am Himmel zu sehen erwartete.

 

Doch noch ehe man überhaupt dazu kam das Haus zu verlassen, wurde die Ex-Konoha wider Willen aufgehalten...von niemand anderem als der Hausherrin selbst. Die wirkte ganz und gar nicht begeistert davon, dass ihre 'Ersatztochter' draußen herumsprang und dergleichen, als wäre alles in bester Ordnung, denn nach Yukikos Meinung musste sie sich schonen, wie sie gerade auch zum x-ten Male zu hören bekam, sie würde sich damit auch selbst schaden und all solche Dinge, die man jedem mit auf den Weg gab, um den man sich als Eltern nun einmal Sorgen machte. Doch Arishi wollte das nicht, wollte nicht dass sich überhaupt jemand um sie kümmerte, wenn sie ohnehin so bald wie möglich wieder von hier verschwunden war und zu ihrer Familie zurückkehrte – oder wohin immer der Wind sie am Ende trug. Hoffentlich nicht in die falsche Richtung...denn die Uchiha hatte wenig Intentionen am Ende noch mit einem kleinen Säugling unterwegs und aufgeschmissen zu sein, weil sie sich falsch entschieden hatte. Doch hatte sie überhaupt eine Wahl? Es wirkte dieser Tage wieder mehr so als könne sie nicht selbst bestimmen wohin sie wann wie mit wem ging, denn die Hausherrin hatte, wie Arishi wortwörtlich zu Ohren gekommen war, mehrmals die junge Kurenai davon abgehalten sie zu sehen, weil sie gerade keine Zeit hatte – angeblich. Dabei war das glatt gelogen.

 

Die Uchiha hätte sich über Gesellschaft sogar sehr gefreut, lenkte sie doch von unerwünschten oder nicht hilfreichen Gedanken ab, die die Dame in letzter Zeit wieder öfter plagten, je mehr Zeit sie hatte um nachzudenken.

Gerade jetzt, wo sie Stress am wenigsten gebrauchen konnte machte Yukiko-sama so einen Wind...konnte sie die Senju nicht einfach gehen lassen?

Anscheinend, sehr zur Überraschung der Dame, konnte sie das doch. Denn nachdem sie wohl mindestens den dritten bösen Blick abbekommen hatte ohne eine Antwort, ließ sie ihren 'Gast', der für die Herrin des Hauses doch so viel mehr war, ziehen.

Wenn man aber gedacht hätte, Arishi habe nun ihre Ruhe und könnte sich mit Kurenai an ihrer beider geheimem Plätzchen treffen, hatte sie die Rechnung ohne Akihiko...oder Bakahiko gemacht, der wohl Draußen gewartet haben musste...und das nicht seit nur fünf Minuten, wie man an der leichten Schneedecke auf seinem Mantel feststellen konnte...das nahm ja schon fast stalkerhafte Züge an...aber gut, sollte sie sich nun wieder unnötigerweise aufregen? Die Antwort lief auf ein klares, gedankliches Nein hinaus. Doch eine kurze Unterhaltung ließe sich wohl nicht vermeiden wenn sie ihm nicht die Zähne ausschlagen und riskieren wollte aufzufliegen, nur weil sie sich gegenüber einem der trotteligsten Dorftrottel seit Anbeginn der Zeit nicht hatte zurückhalten können.

"Na hübsche Frau, wohin des Weges?"
 

Allein die Stimme brachte sie schon dazu, unmerklich mit den Augen zu rollen, doch wenn er ständig in ihrem Sichtfeld herumscharwenzelte, war es wirklich schwer nicht auf ihn zu achten, während sie zumindest versuchte nicht allzu auffällig zu sein.

Die Uchihadame vergrub die Nase in einem Schal, den die Hausherrin ihr aufgedrückt hatte, und zog ihren roten Haori enger um sich. Ansonsten hatte die Dame ihre übliche Ausrüstung angelegt und wirkte nicht gerade als wäre sie zu Gesprächen aufgelegt...waruuuum wohl?

Doch das schien nicht jeder zu bemerken, geschweige denn dass es gewisse Leute überhaupt interessierte

"Was willst du, Akihiko? Ich sagte doch ich- hey!" Selbst eine Kunoichi vom Kaliber der Uchiha musste dann und wann die Segel streichen oder konnte nicht schnell genug reagieren, als man einfach mitten auf der 'Straße' geschnappt und geküsst wurde... Hatte der Kerl noch alle Latten am Zaun, dass er einfach so etwas derartiges abzog? Oder hatte er noch nicht mitbekommen, dass diese Frau ihm theoretisch, so gaaaaaanz eventuell, mit bloßen Händen den Kopf von den Schultern reißen könnte, wenn sie wollte? Nein? Offenbar wirklich nicht. Und statt den Herrn reflexartig von sich zu schubsen, schnappte sie sich den Kragen Akihikos und zog ihn ganz nahe zu sich, um sicherzugehen dass es sonst niemand hörte.

"Fass mich nicht an...nie wieder... Und versuch das eben nicht nochmal, ja~?" raunte Arishi gefährlich dicht beim Ohr des Mannes, der für ihre anderen Umstände mit verantwortlich war – von denen man mittlerweile tatsächlich nicht mehr allzu viel sah, da die Ex-Konoha wider Willen es meisterhaft verstand sich entsprechend zu tarnen. Selbst wenn es bislang nur ein kleines Bäuchlein war, das man sehen konnte, wirklich entdecken musste das nun keiner, auch nicht der 'Mitschuldige'.

Im Anschluss an ihre hoffentlich letzte Warnung an Akihiko ließ sie diesen einfach stehen und marschierte von dannen – über gewisse Umwege verstand sich, da es sonst zu auffällig wäre.

 

Es überraschte sie aufgrund der Tatsache gleich zweimal aufgehalten worden zu sein nicht wirklich, dass man bereits auf sie zu warten schien – zumindest war Kurenai bereits anwesend und schaute sich suchend nach einem Anzeichen ihrer 'Sensei' um, ob diese nicht irgendwo zu sehen oder gar verlorengegangen war.

"Ah, Ari-chaaan~!" Wie ein kleiner Welpe der sein Frauchen vermisst hatte, rannte die junge Dame mit der Wuschelfrisur auf die Uchiha zu und...blieb direkt vor dieser stehen um sie ein wenig penetrant anzustarren, von oben bis unten zu scannen wenn man es so sagen wollte.

"I-Ich...hoffe es...uhm...geht dir gut." fiepte es aus ihrer Richtung und sie umarmte die Ältere schließlich doch noch – was tatsächlich ein Novum war wenn man so wollte. Denn bisher war die Initiative für solche Gesten immer, wirklich immer von der Älteren aus Konohagakure ausgegangen und da fiel einem das natürlich auf. Es war nicht nur eine nette Abwechslung, sondern auch eine zugegeben nötige Geste, die die Ältere wieder einmal brauchte, schlicht weil sie ihre eigene Tochter so sehr vermisste, ihren Mann...einfach jeden den sie gut oder auch nicht so gut leiden mochte. Sie alle gehörten zur 'Familie' der Senju wenn man so wollte, denn wenigstens diese handvoll Menschen konnte nicht so schnell aus ihrem Gedächtnis verschwinden wie gewisse andere Leute, die sie einst Eltern genannt hatte und die Yukiko wie auch ihrem Mann verdammt nochmal irgendwo ähnlich schienen – auch wenn sich die Uchiha bei aller Liebe nicht an ihre Eltern erinnern konnte. Aber ein gewisses Gefühl war da – und manch ein Flashback bestätigte dies nur. Sie schienen fast genau wie ihre eigene Familie zu sein und so wollte die Dame nicht leben, sie hatte ihren eigenen Kopf, ihr eigenes Leben...und konnte selbst bestimmen was sie wann und wie tat.

Unter anderem aus diesem Grund hatte sie auch Jirou geheiratet, um zu demonstrieren dass ihr dieser verdammte Konflikt zwischen Senju und Uchiha ziemlich sonstwo vorbei ging. Und weil sie ihrem Herzen folgen wollte, nicht einer Familie die sie ohnehin nicht kannte und zu der sie keinen Bezug mehr verspürte.

 

Hier war es ähnlich, und man konnte sagen was man wollte, aber-

"Uhm...Ari-chan? Alles in Ordnung? D-D-Du bist schon wieder blass..."

Gut dass Kurenai da war um sie aus dieser Gedanken-Spirale zu reißen, die sie geradewegs abwärts zu ziehen schien, denn was die junge Ame-Nin äußerte war Anlass genug die lästige Nachdenkerei über gewisse Themen vorerst tatsächlich bleiben zu lassen, wenn sie halbwegs gesund bleiben wollte. Immerhin waren zu viele Sorgen auch nicht gut für den heranwachsenden Bauchbewohner.


Nachwort zu diesem Kapitel:
Das, was Arishi geschrieben hat, enthält eine versteckte Botschaft. Als Spionin hat sie sich im Laufe der Zeit angeeignet, codierte Nachrichten zu schreiben. Auf den ersten Blick wirken diese wie verworrene, kleine Geschichten.

Wer hier die versteckte Nachricht findet, bekommt einen imaginären Keks. Komplett anzeigen

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