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Dorian

von

Vorwort zu diesem Kapitel:
So, hier nun das erwartet nächste Kapitel. Ich möchte mich für die bisherigen Kommentare bedanken und ich bin froh und stolz, dass diese Story so gut ankommt ^.^ Ich hoffe auch der weitere Verlauf wird anklang finden :D Komplett anzeigen

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Das Beben dieses starken Körpers ließ langsam nach und seine Atmung wurde wieder ruhiger. Er lehnte sich wieder etwas zurück, aber nur soweit, bis wir Stirn an Stirn dasaßen.

Es vergingen viele Sekunden, bevor er anfing zu sprechen. "Was soll ich denn jetzt machen?"

Seine Stimme war nur ein leises, brüchiges Flüstern. Nie hätte ich gedacht, dass seine Stimme so klingen konnte. Auch ich brauchte einen Moment, bevor ich antworten konnte, denn Dorians traurige Stimmung hatte auch mich betrübt und ich musste einen dicken Kloß runterschlucken.

"Wir sollten erstmal versuchen, Amelie zu finden und dann wird sich sicher herausstellen, ob sie es getan hat, oder nicht. Ich finde, bis wir es nicht genau wissen, sollten wir uns nicht fest legen und vor allem solltest du dich deswegen nicht so fertig machen."

Er nickte leicht, lehnte sich dann an die Bar und ließ den Kopf in den Nacken fallen. Seine Augen waren ganz rot und sein Gesicht war nass von den Tränen. Noch nie zuvor habe ich einen Mann weinen sehen und dieser Anblick raubte mir den Atem. Er sah noch immer irgendwie stark und unbesiegbar aus und gleichzeitig so zerbrechlich, wie eine Porzellanfigur.

Erst jetzt, als ich mich umsah stellte ich fest, dass ja einer fehlte. Die Tür stand weit offen und ließ Tageslicht in die dunkle Bar fallen. "Wo ist er denn hin?" An Louis hatte ich nicht mehr gedacht und ich hatte ein schlechtes Gewissen deswegen. Immerhin war er sicher genauso verletzt und aufgebracht wie Dorian und nun ganz alleine.

"Zurück zum Auto, denk ich mal. Wie sollen wir denn bitte rausfinden, ob sie eine Hexe ist. Sie könnte uns auch genausogut anlügen. Wenn sie nämlich eine ist, dann können wir nicht erkennen, ob sie lügt. Hexen sind schlau und hinterlistig." Dorians Stimme war nun wieder fester und ich konnte einen unheimlichen Unterton in seinen Worten hören. "Nehmt doch das Amulett.", schlug Posey vor, der nun hinter mir stand und seufzend das Chaos betrachtete. Dorian aber schüttelte müde den Kopf und wischte mit der Hand übers Gesicht.

"Das Amulett hat die Hexe in unserem Haus schon nicht erkannt. Wie sollte es denn jetzt besser funktionieren, wenn sie es war." Er sprach nun ganz sachlich, als ob es ihn eigentlich nichts angehen würde.

"Ich kann es neu Kalibrieren und zwar so, dass wirklich jede Hexe gefunden wird. Jimmy, mach unserem Freund hier doch schnell einen Drink für die Nerven, damit wir uns um die anderen Sachen kümmern können."

Der Barkeeper nahm eins der wenigen Gläser, die noch nicht kaputt waren und kippte irgendeinen straken Alkohol hinein. Posey reichte das Glas dann Dorian weiter, der es ohne mit der Wimper zu zucken in einem Zug leerte. Alleine bei dem Geruch hätte ich schon husten können, weil es so stark nach Alkohol und Kräutern roch, dass es mir in der Nase zog. Oft fragte ich mich, wie manche Leute dieses Zeug wie Wasser trinken konnten.

"Also gehen wir jetzt erst mal zu Louis und dann beschaffen wir das Amulett." Den Plan fand ich gut. Posey und ich halfen Dorian hoch, der noch ein bisschen wacklig auf den Beinen war, doch als wir draußen waren, konnte er schon wieder ganz normal laufen und löste sich aus unserer Stütze. Dorian bewete sich langsamer als er Louis sah, der an seinem Auto lehnte, die Arme verschränkt hatte und scheinbar in Gedanken war. Durch den Regen war er nun ziemlich nass. Das Wasser tropfte von Nase, Kinn und seinen Haaren. Auch er sah ziemlich ramponiert aus, zumindest seine Kleider, denn seine Wunden waren sicherlich schon verheilt, bevor er das Auto überhaupt erreicht hatte. Dorian und er schienen sich wirklich nichts geschenkt zu haben. Noch nie zuvor habe ich erlebt, wie zwei Leute sich so sehr gestritten haben. Allein das Wortgefecht war schon sehr erbarmungslos gewesen. In dem Moment konnte ich mir gut vorstellen, dass die Worte, die sie sich an den Kopf geschmissen haben mehr Schmerzen verursacht hatten, als die Schläge.

"Du kannst das Auto stehen lassen, es ist nicht weit bis zu mir.", rief Posey Louis zu und steuerte auf sein Haus zu, bei dem wir zuvor schon gewesen waren. "Ich weiß.", murmelte der blonde Mann und folgte uns langsam, den Blick auf den Boden gerichtet. Mich überkam das Bedürfnis, etwas schlichtendes zu sagen, doch mir fiel absolut nichts ein, was die Situation hätte besser machen können. Die Brüder sahen sich noch immer nicht an, als wir dem Haus näher kamen und Posey verschwand erstmal darin. Frostiger hätte die Atmosphäre nicht sein können und langsam reichte es mir. "Weißt du wo das Amulett ist?" Ich tat einfach so, als wäre dieser ganze Unsinn nicht passiert.

Louis überlegte einen Moment. "Ich hab keine Ahnung, aber Mutter weiß es sicher. Ich glaube manchmal, es gibt nichts was diese Frau nicht weiß."

Er zog ein Handy aus seiner Hose und ging ein Stück von uns weg, um zu telefonieren und vermutlich um der Situation mit Dorian aus dem Weg zu gehen. Mir wurde es in dem Regen langsam ein wenig zu nass, also stellte ich mich vor Posey's Tür, denn darüber befand sich ein kleines Dach. Dorian stellte sich neben mich. Er sah so unglaublich traurig aus und ich wusste nicht, wie ich ihn aufmuntern konnte. "Es wird bestimmt alles gut. Ich bin mir ganz sicher, dass das Ganze nur ein Missverständnis ist."

Dorian sah mich an und lächelte, als würde er meinen kläglichen Versuch schätzen, es aber nicht glauben. "Und wenn nicht? Wenn sie eine Hexe ist und mich für immer einsperren wollte, aus Eifersucht?" Darauf wusste ich keine Antwort. Die Wahrscheinlichkeit, dass das zutraf war erdrückend hoch. Hilflos lehnte ich mich an ihn und bettete meinen Kopf an seinen Arm. Im Hintergrund konnte ich Louis Stimme hören und als er aufgelegt hatte, kam er wieder zu uns.

"Mutter hat es nicht mehr. Ist wohl bei dem Feuer verloren gegangen. Sie konnte kaum etwas mitnehmen." Kurz herrschte Stille und dann fiel mir etwas ein. "Ich glaube, ich weiß wo es ist. Hanne war doch mal im Haus und hat etwas mitgenommen. Sie hat es mir gezeigt und jetzt ratet mal, was das war." In meinem Bauch machte sich ein merkwürdiges Kribbeln breit. Es war die ganze Zeit da gewesen und es ist mir nicht in den Sinn gekommen.

"Das Amulett? Sie hat es mitgenommen?" Louis schien erstaund und erbost gleichermaßen, doch sein Blick erhellte sich dennoch.

"Ich glaube zumindest, dass es das war. Es war eine Kette mit einem großen Anhänger, aber der war so verkohlt, dass man kaum noch etwas erkennen konnte."

"Und wo wohnt sie?" Posey stand nun in der Tür und hatte eine Jacke unter dem Arm und Autoschlüssel in der Hand. Scheinbar hatte er meine kleine Epiphanie mitbekommen.

"Gaping Hill.", antwortete Dorian trocken. Scheinbar war seine Stimmung noch immer nicht die beste.

"Dann also nach Gaping Hill. Ich fahre euch hinterher. Nehmt es mir nicht übel Jungs, aber nach der Show gerade, fahre ich lieber mit meinem Auto." Das klang sehr vernünftig und einen Moment lang überlegt ich, ob ich nicht lieber bei Posey mitfahen sollte, doch wer sollte sich dann als Schlichter zwischen die Brüder stellen, wenn sie wieder anfingen sich gegenseitig aufzustacheln.

Dann war es also beschlossene Sache. Wir mussten nach Gaping Hill zurückfahren und der alten Hanne einen Besuch abstatten, denn scheinbar hatte sie das Amulett, mit dem wir herausfinden konnten, ob Amelie eine Hexe war, oder nicht.
 

Diesmal saß ich vorne und Dorian auf der Rückbank. Es war meine Entscheidung gewesen. Die beiden brauchten jetzt ein bisschen Ruhe voneinander, damit sie alles verarbeiten konnten und so viel es ihnen auch leichter, sich ein bisschen zu ignorieren, was sie auch taten.

Auf der Fahrt döste ich immer wieder weg, bis Louis das Radio anschaltete und ich gänzlich einschlief. Erst als wir in Gaping Hill ankamen wurde ich wieder wach.

Es wurde langsam dunkel draußen und den regen hatten wir weit hinter uns gelassen. Als ich mich umsah stellte ich fest, dass wir schon bei Hanne in der Einfahrt parkten und nachdem ich ausgestiuegen war, musste ich mich erstmal ausgiebig strecken und lange gähnen. Anschließend sah ich mich genau um, ob auch niemand auf der Straße war, der mich erkennen könnte und dann zu meiner Mum rannte, um ihr zu berichten, dass ich mit zwei Fremden Männern unterwegs war. Zumal es im Moment ja sogar drei Männer waren. Posey hatte sein Auto an den Bürgersteig gestellt und sah sich interessiert um. Schnell und geduckt huschte ich zu Hannes Tür und klingelte. Innerlich betete ich, dass sie da war, was ja eigentlich Quatsch war. Diese Frau verließ schließlich so gut wie nie das Haus. Sie hatte sogar jemanden, der die Einkäufe für sie erledigte. Mir fiel ein, dass ich sie nie gefragt hatte, wieso sie die Außenwelt so scheute. Allerdings war jetzt auch nicht der richtige Zeitpunkt, um solche trivialen Fragen zu stellen. Tatsächlich öffnete sich die Tür und Hanne stand lächelnd da. "Michelle, schön, dass du mich wieder besuchst." Ihr Lächeln erstarrte als sie zuerst Dorian und dann Louis ansah und ich fürchtete, sie würde jeden Moment in Ohnmacht fallen, doch sie blieb standhaft.

"Das ist ja merkwürdig.", sagte sie nur nachdenklich, ging dann ins Haus zurück und ließ die Tür offen, damit wir ihr folgen konnten. Toby kam um die Ecke geschossen, um mich zu begrüßen, blieb abrupt stehen und starrte die Männer an. Sein buschiger kleiner Katzenschwanz stellte sich auf und sein gesamtes plüschiges Fell stellte sich auf. Er fauchte aufgebracht und weg war er wieder.

Hanne war derweil in der Küche verschwunden, um für alle Tee zu machen und wir machten es uns inzwischen im Wohnzimmer gemütlich. "Hat ja ganz schön viel Kram, die alte Dame.", stellte Louis fest und sah sich interessiert um. "Und sie hat zu allem hier eine Geschichte auf Lager.", antwortete ich ihm und hoffte, er würde sie nicht dazu bringen, über irgendein belangloses Stück zu erzählen. Das würde uns nämlich wertvolle Stunden kosten, die wir auch mit der Suche nach Amelie verbringen konnten. Zudem waren auch nicht alle Geschichten wirklich spannend und unterhaltend. Schon nach kurzer Zeit kam Hanne mit einem Tablett voller klappernden Tassen in den Raum und verteilte den Tee. Dann setzte sie sich in ihren Sessel und rührte in ihrer Tasse herum.

"Also, was kann ich denn für euch tun?"

Sie tat so, als ob es völlig normal war, dass zwei ihrer damaligen Mitschüler noch so aussahen, wie vor fünfzig, fast sechzig Jahren und nun in ihrem Wohnzimmer saßen und Tee tranken.

"Wir haben uns doch neulich über das Haus der Familie Chien unterhalten und dann hast du mir eine Kette gezeigt, die du in dem Haus gefunden hast. Kann ich die vielleicht noch mal sehen?"

Hanne schaute mich überlegend an, als ob sie sich nicht sicher war, wovon ich überhaupt redete.

"Bitte, es ist sehr wichtig." Dorian sah sie eindringlich an und irgenetwas passierte in ihrem Gesicht, das ich nicht deuten konnte. Es war, als hätte sie grade eben erst bemerkt, wen sie vor sich hatte. Sie nickte wie hypnotisiert, stellte ihre Tasse weg und ging zu dem Schränkchen, aus dem sie auch zuvor schon die Kette rausgeholt hatte. Die kleine Schachtel ging nun an Dorian, der sie öffnete und das Amulett heraus nahm.

"Das ist es.", sagte Louis mit einem Hauch Freude in der Stimme und seine Augen fingen an zu glänzen. Dorian betrachtete das verkohlte Stück und drehte es zwischen seinen Fingern, als ob er etwas suchen würde.

"Lass mal sehen."

Dorian gab es Posey, der noch im Türrahmen lehnte und als er es berührte leuchtete es, als ob jemand auf einen Lichtschalter gedrückt hätte. "Es funktioniert also noch. Im Moment aber nur, wenn eine Hexe, oder ein Hexer in meinem Fall, es berührt. Durch das Feuer und die lange Zeit ist der Zauber darauf abgeflaut, aber ich kann ihn erneuern und stärker machen."

"Na das klingt doch super." Louis' Optimismus ging weder auf mich, noch auf Dorian über, aber wenigstens einer sah darin etwas Gutes. Genau genommen war ich auch froh darüber, dass wir das Amulet so schnell gefunden hatten. Andererseits hatte ich Angst davor, ob es bei Amelie reagieren würde und ich vermutete, dass es Dorian nicht anders ging.

"Ich werde es mit zu mir nach Hause nehmen. Es wird wahrscheinlich ein, oder zwei Tage dauern, bis es sich aufgeladen hat, aber ihr könnt gerne in meinem Haus übernachten. Allerdings unter der Bedingung, dass ihr euch benehmt. Wenn ihr zwei wieder anfangt euch zu prügeln, werde ich ungemütlich und glaubt mir, das wollt ihr ganz sicher nicht."

Louis und Dorian tauschten kurz beschämte Blicke aus. "Ja, kein Problem, aber ich schlafe mit Michelle in einem Zimmer.", meinte Louis eilig und grinste mich breit an.

Zunächst war ich etwas sprachlos, doch dann stemmte ich gespielt empört die Hände in die Hüften.

"So weit kommts ja noch." Louis konnte schon wieder Witze machen, also schien es bei ihm schon nicht mehr so schlimm zu sein.

"Wir werden ja noch sehen. Du kannst ruhig zugeben, dass du gerne das Bett mit mir teilen würdest, das würde uns viel Zeit ersparen."

Dorian schüttelte leicht den Kopf und senkte den Blick. "Ein Gentleman warst du in dieser Hinsicht ja noch nie, Louis. Lass das arme Mädchen in Ruhe." Hanne klang belustigt und dennoch lag ein gewisser Ernst in ihrer Stimme. Überrascht sah ich Hanne an, als sie das sagte. Scheinbar hatte sie schon ihre Erfahrung damit gemacht. Louis hob resignierend die Hände hoch und grinste frech in die Runde. "Ich tue nichts, was sie nicht will." Kurz herrschte Stille und ich vermutete, jeder dachte darüber nach, was man ihm darauf antworten konnte, aber scheinbar beschloss jeder für sich selbst, das Thema einfach bleiben zu lassen.

"Also dann. Hanne, es war wirklich atemberaubend dich wieder zu sehen und ich freue mich, dass du dich noch so guter Gesundheit erfreust, aber wir müssen dich jetzt leider wieder verlassen. Der Tee war übrigens wunderbar." Louis stand auf, gab Hanne einen Handkuss und verließ, wie ein stolzer Gockel, zuerst den Raum.

"So ein Lümmel. Der wird sich wohl nie ändern.", wetterte Hanne amüsiert hinter ihm her und schüttelte den Kopf. Dorian wandte sich ihr zu und nahm ebenfalls ihre Hand. "Danke für alles, Hanne.", auch er küsste ihre Hand und die alte Dame wurde auf einmal ganz verlegen. Sie sagte nichts weiter dazu, sondern lächelte ihn nur lieb an. Die beiden sahen in diesem Moment unglaublich vertraut aus, als hätten sie eine gemeinsame Vergangenheit, aber von Hannes Erzählungen her, kannten sich die beiden doch kaum. Nachdem Dorian seinem Bruder nach draußen gefolgt war, stand ich auch auf. Posey verbeugte sich vor Hanne wie ein Ritter. "Ich danke für den Tee und wünsche ihnen einen schönen Tag." Hanne lächelte ihn an und hob zum Abschied ihre Hand. Nachdem auch er gegangen war, umarmte Hanne mich. "Mach mir keinen Kummer, Michelle. Wenn du wieder da bist, musst du mir alles erzählen und bring mir irgendetwas mit, ja?" Vermutlich wollte sie eine weitere Erinnerung in ihrem kleinen privaten Museum lagern.

Fest drückte ich sie an mich und dann gab ich ihr einen Kuss auf ihre faltige Wange.

"Natürlich bring ich dir was mit." Auf dem Weg nach draußen lief ich Toby über den Weg, doch er kam nicht zu mir, sondern starrte mir unsicher hinterher als ich vorbei ging. Scheinbar hatte ich es mir bei ihm verscherzt oder ich stank für ihn bestialisch nach nassem Hund. Es schmerzte mich schon, dass unsere Beziehung so ein plötzliches und unschönes Ende genommen hatte und Toby schien sich mit der Situation auch nur schwer anfreunden zu können, denn als ich wieder zurück zum Auto geschlichen war und mich auf den Beifahrersitz drückte, saß Toby am Fenster und beobachtete mich mit wachen Augen. Entweder er vermisste mich jetzt schon oder er passte auf, dass auch alle Besucher wieder verschwanden.

Als wir wieder los fuhren, rutschte ich so weit in den Sitz, wie ich konnte.

"Was soll eigentlich diese Ninjanummer die ganze Zeit?" Louis wusste ja nicht, dass ich in der gleichen Straße wohnte und meine Mum davon ausging, dass ich noch eine ganze Weile in New York bleiben wollte. "Siehst du das Haus da hinten, mit dem hübschen Vorgarten und dem gelben Zäunchen? Da wohne ich und wenn meine Mum mich hier mit euch sieht, wird sie ausrasten, also frag nicht weiter nach, sondern fahr endlich." Louis lachte und startete den Wagen. Nachdem wir außer Sichtweite waren, konnte ich mich auch wieder normal hinsetzen. Während der Fahrt, fragte ich mich immer wieder, was wir ein, oder zwei Tage in diesem heruntergekommenen Kaff machen sollten. Am aller wenigsten wollte ich die ganze Zeit in dem Haus hocken müssen und die Bar war auch nicht gerade das Richtige für ein siebzehnjähriges Mädchen, obwohl es bis zu meinem achzehnten Geburtstag auch nicht mehr allzu lange hin war und dennoch wollte ich nicht in so einer Bar meine Zeit verbringen. "Ob Posey interessante Bücher hat?" Mir die Zeit mit lesen zu vertreiben, war nicht der schlechteste Gedanke. "Wenn wir da sind, kannst du ihn ja fragen. Aber wenn du eine Beschäftigung suchst, hätte ich da vielleicht eine Idee." Louis schaute mich mit einem eigentlich eindeutigen und alles sagenden Blick an und zusätzlich wippte er noch mit den Augenbrauen, was ihm irgendwie die Ernsthaftigkeit nahm. Kurz starrte ich ihn an, dann sagte ich trocken "Ich denke, ich werde sicherlich irgendwo ein interessantes Buch finden. Zur Not hat die kleine Tochter sicherlich irgendwo noch ein Bilderbuch aus ihren Kleinkindtagen." Die Anspielungen von Louis machten ihn immer richtig unsympathisch, dabei konnte er so nett sein. Durch die Nummer mit den Augenbrauen wirkte das zwar wie ein Witz, aber mir war dabei trotzdem unwohl zumute. Zu sagen, dass er sich ein wenig Taktgefühl und Zurückhaltung von seinem Bruder abgucken könnte, verkniff ich mir. Vermutlich hätte er uns aus dem Auto geschmissen und laufen lassen, wenn ich es gewagt hätte, ihn mit seinem Bruder zu vergleichen und dann auch noch auf so eine Art und Weise.



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Kommentare zu diesem Kapitel (2)

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Von: Futuhiro
2018-05-24T18:55:48+00:00 24.05.2018 20:55
Ich liebe Louis. Ich liebe ihn einfach. XDDDD

Sehr lange haben die es bei Hanne aber nicht ausgehalten. Ich dachte schon, daß die sich bei so einem Zusammentreffen mehr zu erzählen hätten. Die haben ja nichtmal einen Kommentar darüber verloren, wie sie es finden, daß Hanne das Amulett hat. Ich hätte da durchaus Wörter wie "Dieb" mit ins Spiel gebracht. :D

(PS: Tut mir leid, daß ich schon wieder so ewig lange zum Lesen gebraucht habe. TT_TT)
Von:  Manulu420
2018-04-06T23:36:57+00:00 07.04.2018 01:36
Ich bin so gespannt wie es weiter geht.
Mehrmals am Tag rufe ich deine Geschichte auf um sie weiter zu lesen. Ich mag deinen Stil und auch die Grundidee der Handlung finde ich spannend. Mach bitte weiter so


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