Der Anfang vom Ende ...
... oder doch das Ende vom Anfang
16 Jahr vor dem Kampf gegen Whitebeard im Marine Ford
»Du, Mama? Ist alles in Ordnung?«
“Aber natürlich, mein Schatz. Warum fragst du?“
»Weil du ganz schön schwankst!«
“Das ist nur das Meer, das mit dem Boot ein wenig spielt, meine Kleine.“ Rita strich sich sanft über ihren Bauch.
»Du Mama? Glaubst du, er wird da sein?«
“Aber natürlich, mein Schatz. Er ist immer dort auf seiner Insel.“
»Meinst du, er wird mich mögen?«
“Aber sicher wird er dich mögen.“
»Ich frag ja nur, wegen Papa.«
Rita stellte sich vor, wie der große, muskulöse Mann sich vor ihr aufbauen würde, wenn er erfährt, wer ihr Lebensgefährte ist. “Na das, sollten wir ihm lieber nicht sagen.“ Ihr lief ein eiskalter Schauer über den Rücken und sie verwarf diesen Gedanken gleich wieder.
»Du Mama? Meinst Du, er wird sich an dich erinnern?«
“Na, ich hoffe doch! Und wenn nicht, weiß ich auch schon, wie ich ihn dazu bringe.“ Rita kämpfte immer mehr gegen die Wellen an. Sie bemerkte längst, wie ihre Kräfte schwinden. Nach ein paar Schlägen versagte ihr rechter Arm völlig, dabei fiel ihr das Ruder ins Wasser. “Ab hier sollten wir lieber die Strömung für uns weiter arbeiten lassen.“ Sie stand auf und schaute, ob ein Schiff in der Nähe war.
»Du Mama? Du solltest dich lieber wieder hinsetzen! Ich spüre, dass du kaum noch stehen kannst.«
“Schon gut, meine Kleine. Mir passiert schon nichts. Und dir wird auch nichts passieren. Dafür werde ich sorgen.” Abermals strich Rita sich sanft über ihren Bauch.
»Mama, ich habe dich lieb!«
“Ich dich auch, mein Schatz. Egal was auf seiner Insel geschieht, ich werde dich zu jeder Zeit lieben.“ Sie kam immer mehr ins Schwanken.
»Mama? … «
Rita sah noch einmal in die Ferne, bis es ihr völlig schwarz vor Augen wurde.
»MAMA? …«
Mit seiner Insel meinte sie die sichelförmige Plattform, die zwischen der Redline und eines der drei Gerechtigkeitstoren lag.
Umringt von den Toren, lag der Tarai, ein Strudel. Er verband das künstlich geschaffene Land - das Marine Ford - mit den beiden anderen großen Einrichtungen der Weltregierung - Enies Lobby und Impel Down.
Er, Sengoku, der mächtigste Mann auf seiner Insel stand am Fenster. Das Wasserspiel des leichten Wellengangs schaute er durch seine Brille entspannt zu. Der erfrischende Wind streifte durch sein langen, geflochtenen Bart und Schnauzer. Die Sonne schien ihm direkt warm auf sein Marine Cappy. Und die Möwen spendeten von Zeit zu Zeit Schatten, sodass ihm unter seiner kompletten Uniform eines Admirals nicht zu warm wurde.
»Recht mild für diese Jahreszeit.« Er schloss seine Augen und atmete tief ein und aus. Dabei merkte er die Last der großen Oden an seiner Jacke.
Vier Jahr lang stand er hier oben im Hauptgebäude des Marine-Hauptquartiers, die ‘Festung des Friedens’. Vier Jahre befall er Admirale, Soldaten und Rekruten im Namen der ‘Absoluten Gerechtigkeit’.
So auch dem Neuling, der hinter ihm salutierte. “Melde mich zum Dienst. Sir!”
Der Großadmiral Sengoku öffnete seine Augen und beäugte den Neuling über seine Schulter.
Dem Soldat fiel beinahe der Zettel, den er aus seiner Manteltasche geholt hatte, herunter. »Also stimmt das doch«, erinnerte er sich an die Gerüchte über den Großadmiral, »er hat eine lebensgroße Möwe auf seinem Cappy.« Der Neuling bemerkte, dass er den Großadmiral anstarrte. Schnell holte er den Zettel hervor und setzte an, um den Mittagsbereicht vorzulesen.
“Und wie gefällt ihnen ihr neuer Posten?”, drehte sich Sengoku um. Dem strengen Blicke des Großadmirals wich ein freundliches Lächeln.
“Ähm … ganz gut?”, gab der Soldat leicht irritiert von sich.
“Sie wissen schon, dass der Mantel, den sie jetzt tragen dürfen, große Verantwortung mit sich bringt?”, sagte Sengoku mit ernster Stimme.
“Ja, Sir. Dieser Verantwortung war ich mir schon immer bewusst.” Dem Neuling fiel erst jetzt auf, dass der Großadmiral einen übergroßen Mantel auf den Schultern trug.
“Und wie geht es ihrer jungen Familie? Ist ihre Frau und ihr Sohn gut in der Stadt unten angekommen?”, lächelte Sengoku.
“Ja”, kam der Neuling in Gesprächslaune. “Mein Sohn, Kenji, ist wie ausgewechselt. Er lächelt den ganzen Tag.”
“Das freut mich”, grinste Sengoku. “Und …” Der Großadmiral zeigte auf den Zettel.
“Ähm…” der Soldat setzte erneut an. “Die 30 Schiffe sind neu beladen. Die neuen Geschütze in der Bucht sind angebracht …”
Sengoku lauschte dem Bericht des Neuling und drehte sich seiner Lieblingsbeschäftigung, den Wellen, zu.
»Nanu?«, wunderte er sich, denn in weiter Ferne sah er einen Schatten.
Daraufhin zückte er sein Fernglas. Als er das erste Mal durch schaute, fand er nichts, da eine Welle sich in seinem Sichtfeld aufbaute. Nach genauerer Betrachtung erblickte er ein Ruderboot.
»Was? Ist da etwa eine Person auf dem Boot?« Dem muskulösen Mann fiel vor Schreck fast das Fernglas aus der Hand. Der Soldat stoppte die Vorlesung.
Sengoku eilte mit riesigen Schritten zu seinem großen Schreibtisch. Hektisch griff er nach dem Hörer. Der war, durch eine Schnur, mit ein schneckenartigen Tierwesen verbunden. Deren großen Kulleraugen erschraken und es ertönte ein "Clank". Das Schneckenhaus war mit einer Wählscheibe bestückt, so dass der Großadmiral den Hafen anwählen konnte. Er gab einer Person die Anweisung, ein Patrouillenschiff zu entsenden. Was durch die Teleschnecke bestätigt wurde.
Ein wenig beruhigt legte der Großadmiral den Hörer wieder auf, worauf die Kulleraugen der Schnecke sich halb schlossen. Sengoku setzte sich in seinen braunen gepolsterten Sessel und gab dem Neuling ein Zeichen, das er mit dem Bericht vorfahren solle. Da er aber nicht zur Ruhe kam, drehte er sich mit verwirrten Blick zu seiner Ziege um.
Diese, weiß und mit einer goldenen Glocke um den Hals, kaute mal wieder an einem Steckbrief herum. Das Gesicht auf dem Steckbrief konnte man nicht mehr erkennen. Lediglich nur die Buchstaben 'i' und 't' vom Namen erkannte man noch.
Sengoku nickte seiner Ziege zu, denn er beschloss, dem Rätsel im Wasser selbst auf den Grund zu gehen. Er ging zur Tür und schob sie auf. Seine Ziege folgte ihm zugleich. Dem Marinesoldaten sagte er, dass er kurz im Hafen sei.
“Jawohl, Sir!”, salutierte der Neuling.
In Gedanken verloren ging der Großadmiral in Richtung Hafen. Unten in der Stadt angekommen, wo die Familien, der dort stationierten Soldaten, lebten, stieß er beinahe mit einem völlig aufgelösten Mädchen zusammen.
“Oh, tut mir Leid. Ich habe sie nicht gesehen, Großadmiral”, verbeugte sie sich heulend vor ihm.
“Ach, ist doch nichts passiert”, wollte Sengoku sie beruhigen. Doch ehe er weiter reden konnte, lief sie heulen weiter und schaute verängstigt hinter sich.
Da kam ein Mann vor Zorn aus einem mittelständischen Haus heraus. Er hielt zwei Scherben eines Tellers in seinen Händen.
“Ja, geh nur! Ich will dich nie wieder in meinem Haus sehen!”, rief der leicht angesäuerte Mann dem Mädchen nach.
“Was ist denn passiert?”, fragte der Großadmiral und deutete auf die zwei Scherben.
“Ach, Kari …”, seufzte der Mann und zeigte in die Richtung, in die das Mädchen weggerannt war. “Die hat zwei linke Hände. Alles was sie anfässt, macht sie kaputt”, jammerte er und begutachtete die Scherben.
Der Großadmiral rief einen Soldaten zu sich und befahl, nach Kari zu suchen und sie in sein Büro zu bringen.
“Och, ne …”, der Mann konnte nicht aufhören zu jammern. “Man hat mich vor ihr gewarnt. Mein schönes geerbtes Kaffee-Set.” Er fing fast schon an zu heulen, konnte sich aber gerade noch so fangen. “Aber eins kann ich ihnen sagen, was sie nicht kann.”
Der Großadmiral hörte interessiert zu.
“Sie kann nichts anbrennen lassen! In der Küche, versteht sich!”, lobte der Mann das Mädchen doch ein wenig. “Sie kann ihnen alles kochen. Aber nicht mehr bei mir! Dazu ist mir mein Porzellan zu teuer!”, moserte der Mann und wollte wieder in sein Haus gehen, machte aber bei der Türschwelle wieder kehrt. “Und, was macht ihr jetzt mit Kari?”, fragte der Mann unscheinbar interessiert.
“Nun, wir werden das Mädchen dazu befragen und schauen, ob sie den Schaden bezahlen kann”, erklärte der Großadmiral dem Mann.
“Ach, den Schaden kann keiner mehr bezahlen.” Kopfschütteln trottete der Mann mit seinem in Scherben zerbrochenen Tellerchen in sein Haus zurück.
>So, wo war ich? Ach ja, zum Hafen<, überlegte Sengoku kurz und ging weiter, begleitet von seiner Ziege, die wieder ein Steckbrief fand, auf den sie herumkauen konnte.
Ohne einen weiteren Zwischenfall am Hafen angekommen, erfuhr der Großadmiral, dass das Patrouillenschiff ein leeres Ruderboot gefunden hatte.
»Also, habe ich es mir doch nur eingebildet«, beruhigte sich der Großadmiral und befahl, dass die Männer die Stelle um das Boot absuchen sollten.
Da die Befürchtung des Großadmirals ohne Grund war, wollte er zurück zum Hauptgebäude gehen.
“Bölle, bölle, bölle, …
bölle, bölle, bölle, …
bölle, bölle, bölle …”, hörte man eine Teleschnecke am Hafen stumpf klingen. Ein Kommandant nahm den Hörer ab.
“…, VERDAMMT NOCHMAL! WIE LANGE DAUERT DAS DENN, BIS EINER DEN HÖRER AB NIMMT? WIR BRAUCHEN DRINGEND EINEN ARZT!!!”, schrie die Teleschnecke. Alle Anwesenden an der Anlegestelle verharrten einen Moment regungslos an Ort und Stelle. Auch dem Großadmiral kam seine Befürchtung wieder hoch.
“JA, wir hören. Was ist los?”, schrie der Kommandant, der als einziger Fassung hielt, in den Hörer zurück.
“IN DEM RUDERBOOT IST EINE BEWUSSTLOSE FRAU.”
Ein eisiger Wind huschte abermals über die Anlegestelle. Der Kommandant zeigte mit einer Handbewegung einem Rekruten, dass er schleunigst einen Arzt herholen sollte. Der Rekrut rannte darauf los.
“OH, VERDAMMT. DAS AUCH NOCH. DIE FRAU IST HOCHSCHWANGER”, kam von der Teleschnecke.
Wieder wehte ein eiskalter Wind über die Anlegestelle.
“Hey, ihr da?” Ein zweiter Kommandant meldete sich auf der Anlegestelle zu Wort und zeigte auf eine Gruppe von Soldaten und Rekruten. “Nimmt die Kisten und schafft sie dorthin. Und ihr dort …”, er zeigte auf eine weitere Gruppe, “… nimmt diese! Die Holzbalken müssen auch hier weg!”, befahl er weiter. “Die Anlegestelle muss freigeräumt werden!”
Der Kommandant an der Teleschnecke nickte dem zweiten Kommandanten zu und befahl dem Patrouillenschiff, zu der frei geräumten Anlegestelle zu fahren. Was bestätigt wurde.
Alle waren an der Anlegestelle hektisch bis auf einer. Scheinbar.
Der Großadmiral stand ruhig, wie ein Fels in der Brandung, an der Anlegestelle. Sein Blick starr auf das Meer gerichtet. »Also habe ich doch eine Person an Bord gesehen.« Die Befürchtung von Sengoku hatten sich somit bestätigt. »Aber woher kommt sie? Wer ist sie? Und wird sie und das Kind es überleben?« In seinen Kopf herrschte völliges Chaos.
Der Arzt, nachdem man geschickt hatte, traf endlich ein. Erschöpft stellte sich dieser neben den Großadmiral.
“Ruhen sie sich ein wenig aus! Die brauchen noch eine Weile”, sagte der Großadmiral ruhig zum Arzt, ohne ihn anzuschauen.
Dem Arzt wurde ein Hocker gebracht, worauf er sich setzte. Er trank ein Schluck Wasser aus der Wasserflasche, die ihm überreicht wurde, denn er war nicht mehr der Jüngste.
»Hoffentlich sind wir nicht zu spät«, hörte Sengoku sich selbst denken.
Die Anlegestelle war mittlerweile leer geräumt und das Patrouillenschiff kam langsam näher.
»Wir kommen!«, sagte eine kindliche Stimme zu Sengoku. Worauf er innerlich verdattert drein schaute, sich aber nichts anmerken ließ.
Auch ein Admiral, der kurz nach den Arzt ankam, vernahm diese Worte.
Der Admiral, der ebenfalls ein muskulöser Mann war, trug einen roten Anzug, an dessen linker Brustseite eine rosafarbene Rose befestigt war. Auch den aufgeknöpften Kragen des Hemdes, darunter zierten Blumenmotive. Wie die meisten Offiziere trug er darüber lose einen weißen Admiralsmantel, sowie ein Marine Cappy tief über das Gesicht gezogen. Die edle Kleidungsmanier des Admirals vervollständigten schwarze Herrenschuhe und Handschuhe. In den vier Jahren, in denen er als Admiral diente, kannte man ihn unter den Namen Akainu.
Leicht irritiert stellte sich Akainu neben Sengokus Ziege, die immer noch an dem Steckbrief kaute. »Irgendwoher kenne ich diese Stimme! Aber woher nur?« Akainu hatte die zärtliche Stimme schon einmal gehört, wusste aber nicht mehr woher. Daher wartete er ebenfalls auf das Patrouillenschiff.
Auch andere Schaulustige versammelten sich um die Anlegestelle. Marinesoldaten, Rekruten, aber auch Zivilisten, die in der Stadt lebten. Keiner ahnte, was das Patrouillenschiff mit sich bringt.
"Hepp", der Arzt sprang vom Hocker. Als das Patrouillenschiff anlegte und mit den Planken am Pier verbunden war, ging er schnell zu seiner Patientin. Er begutachtete sie auf der Trage und sprach mit dem Soldaten, der die Erstversorgung vorgenommen hatte. Der Arzt atmete auf und befahl, dass sie für weitere Untersuchungen in seine Praxis gebracht werden soll.
Als die Frau an Sengoku vorbei getragen wurde, hielt er kurz inne. »Dieses Gesicht. Warum fühlt es sich so … vertraut an?!«
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Viele Jahr zuvor:
“Hey! Passs doch ouff!”, schubste das Mädchen, das einen Kopf kleiner war als er, zurück. “Hasss du keine Augen im Kopf?!” Sie hob ihr Malbuch auf und gab bissig zurück: “Nur weil ich kleiner bin, heisss das nicht, dass man mich rum schubsen kann.”
“Oh, ich …”, wollte sich der kleine Sengoku entschuldigen. »Huch. Ist das ein Mädchen?« Leicht irritiert senkte er den Kopf, konnte aber den Blick nicht von ihr lassen.
“Was starrsss du mich so an? Hasss du noch nie ein Mädchen gesehen?”, posierte sie, dabei ließ sie fast ihr Malbuch wieder fallen.
Sengoku schüttelte leicht den Kopf.
“Sengoku …”
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“Sengoku… Großadmiral Sengoku?…” Leicht irritiert schaute Sengoku in das verwirrte Gesicht des Arztes.
“Alles in Ordnung?”, fragte der Arzt vorsichtig.
“Ähm… Ja, alles bestens.” kam Sengoku wieder zu sich. “Wenn sie fertig mit der Untersuchung der Frau sind”, befall er immer noch leicht irritierend, “soll sie für die weitere Behandlung ins Hauptgebäude gebracht werden!”
“Jawohl, Großadmiral.” Der Arzt und zwei Soldaten folgten der Trage.
“Ist wirklich alles in Ordnung?”, bohrte Akainu nach.
“Ja.… Ja. Alles in Ordnung.” Sengoku versuchte seine Gedanken zu ordnen. »War das … Rita? Das kleine Mädchen von damals?« Sengoku verspürte Freude, aber zugleich Trauer. »Was ist ihr bloß widerfahren?«
Sengoku bemerkte Akainu's Blick. “Und hast du nachgeschaut, worum ich dich gebeten habe?" Um nicht weiter in Vergangenes zu schweifen.
“Ja”, rollte Akainu mit den Augen. “Und es ist so, wie ihr es gesagt habt”, gab er dem Großadmiral recht.
“Gut… wir besprechen das weitere in meinem Büro”, drehte sich Sengoku Richtung Hauptgebäude zu.
Seine Ziege mähte ihn an. Daraufhin zog er einen Steckbrief aus seinem Mantel. »Ach der. Sitzt eh schon in Impel Down.« Und schob diesen seiner Ziege zu. Beide machten sich daraufhin auf den Weg.
Nur Akainu verharrte an der Anlegestelle mit dem Blick auf das Meer. »Hana? Warst du das?« Er hoffte, sich zu erinnern, dass eine alte Freundin ihm zärtlich zugeflüstert hatte. »Nein. Sie ist… «, nach kürzester Zeit war ihm bewusst, dass er ein Hirngespinst nachging. So machte er sich auch auf den Weg zum Büro des Großadmirals.
Einige Monate später:
Das Geschrei eines Babys war trotz der verstärkten Wände im ganzen Hauptgebäude zu hören. Unten am Eingang, wie auch oben im Büro des Großadmirals.
Der Großadmiral hielt inne. Besorgt schaute er in die Gesichter der Anwesenden. Auch Admiral Akainu hatte Sorgenfalten im Gesicht. Nur Grap grinste mit seinem grauen Rauschebart, so als ob er sagen wollte ,endlich'. Der Vize-Admiral Garp war es auch, der Sengoku signalisierte, ob sie nachschauen sollten.
"Na schön", erhob sich der Grošadmiral von seinem braunen Sessel, "schauen wir, was da los ist."
Alle drei, voran der Großadmiral mit seiner Ziege, schritten dem Lärm entgegen. Die Soldaten, die die Flure entlang standen, salutierten. Einige mussten sich zusammenreißen, um nicht umzukippen.
Auf der Etage, wo das Geschrei am lautesten war, wurde es auf einmal still.
Ein älterer Mann stand vor einem Zimmer. Die Schweißperlen tropften ihm von der Stirn. Als der alte Herr Sengoku sah, steuerte er ihn an.
"Das ist nun ihr Problem!", ging der Mann an den Dreien vorbei.
»Was ist den da los? Er lässt doch nie andere seine speziellen Aufträge machen?« Sengoku schaute dem Alten kurz hinterher und ging in das Zimmer.
Eine Frau lief hektisch durch den Raum und packte Sachen zusammen. Aus einem Kinderbett hörte er ein Schlürzen.
"Rita!" Sengoku erkannte seine Freundin von damals und ergriff sie sanft am Arm. "Was ist passiert?" Jetzt sah er, dass auch sie weinte.
"Ach. Dieser Typ … er wollte, dass ich …", stammelte sie rum. Sie schlüpfte aus Sengoku's Griff und lief ohne die Tasche zur anderen Tür des Zimmers. Ein Soldat versperrte ihr den Weg, so dass sie an der Türschwelle stehen bleiben musste.
Sengoku ging zum Kinderbett, "und was ist mit deinem Kind?" Sengoku hielt seine rechte Hand in das Bettchen, schaute aber zu Rita.
Ohne sich umzudrehen, sagte Rita mit fester Stimme, "Wenn meine Kleine leben darf, so soll sie Dai heißen!" Rita versuchte, am Soldaten vorbei zukommen, und schaffte es auf den Flur.
Sengoku wollte hinterher, spürte aber an seinem rechten Zeigefinger einen leichten Druck. Prüfend schaute er nach unten.
Zwei smaragdgrüne Äuglein schauten ihn traurig an. Die kleine Faust vor dem Mund. Die Tränen flossen teilweise die Wangen herunter. Und das kleine Elend war eingewickelt in eine Babydecke.
Garp trat grinsend an das Kinderbett. "Was haben wir den hier… ?" Sein Gesicht verzerrte sich leicht, als er das Würmchen sah. Auch Akainu schaute, als ob er einen Geist gesehen hätte.
Das kleine Würmchen hob ihre Arme hoch. Ihre Augen bekamen ein leichtes, azurblaues Leuchten. Sengoku konnte nicht anders und hob sie hoch. Ihm wurde ganz warm ums Herz, als sie sich an seiner Brust an schmiegte.
"Hallo Dai. Willkommen im Marine Ford." Sengoku verspürte einen Drang, sich um sie zu kümmern. "Papa Sengoku wird dir alles zeigen."
"Hahaha. Weis denn Papa Sengoku noch wie das geht?" kam Garp ...