Ankunft
Ein ruhiger Wind wehte über das Deck der Thousand Sunny. Ruffys Crew war endlich nach zwei langen Jahren wieder vereint. Der Strohhutjunge saß auf dem großen Löwenkopf des Schiffes. Lächelnd hielt er seinen Hut fest, damit er durch den aufkommenden Wind nicht weg flog und blickte auf die weiten des Meeres hinaus. Die restliche Crew ging ihren eigenen Beschäftigungen nach. Alles schien normal zu sein, nichts ließ darauf schließen, dass bald etwas passieren würde.
Im Frauenzimmer saß die orangehaarige Frau konzentriert am Schreibtisch und zeichnete an ihrer Seekarte, als sie plötzlich zusammen zuckte und reflexartig aus dem Fenster schaute. Eine kleine Welle jagte durch ihren Körper und ihr Blick veränderte sich schlagartig.
»Ein Sturm kommt auf«, flüsterte sie und rannte aus dem Zimmer. An Deck angekommen, stieß sie ihre Hände mit einem lauten Knall auf die Reling.
»Alle auf Position! Wir bekommen einen Sturm!«, schrie die junge Frau. Sofort sprangen alle auf ihre Positionen, denn sie wussten, dass sie der Navigatorin der Strohhutpiratenbande vertrauen konnten. Bisher hatte sie immer richtig gelegen mit ihren Vorhersagen eines Sturms.
Die Thousand Sunny änderte seinen Kurs gerade noch richtig, denn einige Sekunden später entstand ein gewaltiger Zyklon über der Stelle, an denen die Strohhutpiraten gerade noch ruhig vor sich her segelten.
»Wow! Wie cool!«, riefen Ruffy und Lysop begeistert.
Nami hielt sich genervt eine Hand an ihren Kopf.
‚Immer noch die Kinder wie damals‘, dachte die Orangehaarige. Sie verstand die beiden immer weniger. In den letzten zwei Jahren hatte sie gehofft, dass die beiden erwachsen geworden waren, doch durch solche Aktionen wurde ihre Hoffnung jedes Mal aufs Neue zunichte gemacht. Seufzend schloss sie kurz ihre Augen.
»Alles okay, Frau Navigatorin?«, hörte sie Robins Stimme.
Ihr Blick glitt nach unten an Deck, auf dem Robin nun auf der Liege saß und zu ihr nach oben schaute.
»Ja, alles in Ordnung. Danke, Robin«, sagte sie und begab sich in die Küche. Die Orangehaarige setzte sich auf ihren Platz, als auch schon Sanji mit einem leckeren Cocktail zu ihr kam und diesen vor ihr abstellte.
»Für meine Nami-Maus nur das Beste«, sagte er mit Herzchenaugen.
Die junge Frau schenkte ihm ein sanftes Lächeln, woraufhin der Koch wieder zu seinem Herd verschwand.
Im nächsten Moment betrat die schwarzhaarige die Küche und setzte sich zu Nami. Lächelnd blickte sie zur Orangehaarigen.
»Wann erreichen wir die nächste Insel?«, fragte Robin.
»Die nächste Insel werden wir in den nächsten zwei Stunden erreichen. Es wird wohl eine Sommerinsel sein, denn draußen wird es langsam immer heißer«, erwiderte die Navigatorin.
»Das ist doch super.«
Zwei Stunden waren wie im Flug vergangen. Nami hatte sich wieder in ihrem Zimmer begeben und an ihrer Seekarte weiter gezeichnet, als sie Lsyops laute Stimme hörte: »Land in Sicht!«
Die junge Frau streckte sich kurz und legte ihre Karte ordentlich weg, damit ihr nichts passierte und trat an Deck.
Die Temperaturen waren um einiges gestiegen, doch das störte die Orangehaarige nicht im Geringsten.
»Macht euch fertig, Jungs! Wir legen an!«, sagte Nami und stieg die Treppen hinab, um auf das Deck zu gelangen. Bereits vom Schiff aus, schaute sich die junge Frau die Insel etwas genauer an.
‚Die Insel scheint unbewohnt zu sein‘, dachte sie und drehte sich zu ihren Freunden um.
»Ich schlage vor, wir teilen uns in Gruppen auf«, kam es von ihr. Die anderen stimmten ihr zu. Robin bereitete Streichhölzer vor.
Nachdem jeder ein Streichholz gezogen hatte, stand die Gruppierung fest.
»Super! Franky, Zorro und Lysop, ihr schaut euch nach Materialien um, die wir fürs Schiff benötigen können. Robin, Chopper und Sanji schauen sich nach etwas Essbaren um, Brook bewacht das Schiff und Ruffy wird mit mir die Insel ausmessen gehen«, sagte die junge Frau.
Schmollend stand Ruffy neben ihr. »Aber ich will mit den anderen mit!«
Kurzerhand verpasste sie ihm eine Kopfnuss. Zufrieden verließ sie mit dem Strohhutträger das Schiff und hielt auf den Waldeingang zu.
»Dir wird schon nicht langweilig werden, Ruffy«, kam es von Nami.
Ruffy lief lachend an ihr vorbei und rannte tiefer in den Wald. Seufzend hielt sich die Navigatorin die Hand an den Kopf.
‚Er wird sich nie ändern‘, dachte sie und folgte ihm in den dichten Wald.