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A little Trip to Tokyo

von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Seht dieses Kapitel als sowas wie eine Fillerfolge ^^
Ein kurzer Zwischeninhalt, der noch vor Marrys erstem besuch in Tokyo spielt Komplett anzeigen

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Prolog

„Alles Gute zu deinem neunzehnten Geburtstag Marry!“, von allen Seiten wurde die junge Studentin beglückwünscht wie es nun einmal bei ihrer Familie so üblich war. An Besuch waren nur Verwandte da, was die kleine Feier noch persönlicher machte. Alles war, so wie Marry Jonin es am liebsten mochte, schlicht gehalten. Von den selbstgebackenen Cupcakes zu den zusammengelegten Geschenken, die alle nach Büchern aussahen. Marrys Mutter drückte ihr ein kleines Glass Sekt in die Hand und fing an einen Toast zu sprechen. „Auf dein neues Lebensjahr, deine erste eigene Wohnung und dein Studium!“ „Und auf dein ganz besonderes Geschenk!“, fügte der Vater hinzu und stieß sein Glas gegen das seiner Tochter. „Besonderes Geschenk?“, Marry schaffte es ihr Getränk genau so, wie sie es bekommen hatte, wieder abzustellen und sah den Mann an. Ein flaues Gefühl machte sich in ihr breit, so wie immer, wenn sie befürchtete ihr Vater würde etwas Peinliches tun. Glücklicherweise war es Dustin, ihr Bruder, der dann lächelte und einen violetten Umschlag in den Händen hielt. „Wir haben alle etwas zusammengelegt, um dir mal etwas Größeres zu schenken, weil wir so stolz auf deinen Fleiß sind. Dafür, dass du mit deinem Nebenjobschon genug Geld verdient hast, um die ganze Miete des erstes Semesters bezahlen zu können und für deine brillanten Noten. Du bist echt der einzige Lichtblick in dieser Familie.“, er grinste auf die übliche Art wie es ältere Brüder halt immer taten und reichte ihr das Geschenk in ihrer Lieblingsfarbe.

Mit zitternder Hand riss sie das Papier auf und zog dann die unwahrscheinlich vielen Geldscheine heraus, die alle eine dreistellige Zahl zeigten. Mit offenem Mund sah sie jeden Anwesenden an und brachte dann keinen einzigen Ton mehr heraus. Dustin ergriff wieder das Wort. „Wir dachten…. Du bräuchtest Geld für einen Flug… Nach Tokyo.“ Marrys Augen begannen zu leuchten und sie fiel dem jungen Mann um den Hals, weil er als erstes in Reichweite war. „Danke!“, schrie sie. „Danke!“

Bekanntschaft mit einer Stadt

Marry schaute begeistert aus dem Fenster, während das Flugzeug landete und die Musik ihrer Lieblingsband Imagine Dragons drang durch ihre Kopfhörer zu ihr durch. Sie war schon so oft geflogen, dass das Gerede der Stewardessen schon ziemlich vertraut wirkte. Sie nahm einen Kopfhörer aus ihrem Ohr raus, um doch etwas hören zu können, wenn irgendetwas sein sollte und wartete mit dem Abschnallen und Aufstehen so lange, bis das Flugzeug zum Stehen kam. Nach dem zwölfstündigen Flug gähnte sie und streckte sich, dann nahm sie ihren Rucksack und ging aus der Maschine in den Flughafen rein. Schnell fand sie die richtigen Wege dank dem Englisch, das man neben den japanischen Kanji sehen konnte und wartete dann auf ihren Koffer. Dieser kam schon recht früh zum Vorschein und etwas erleichtert verließ Marry den Flugplatz und wartete am Eingang wie verabredet auf ihre Freundin. Diese ließ jedoch auf sich warten, so lange, dass Marry nervös auf den Lippen kaute und sich unsicher umsah. Sora hatte sie nicht vergessen, Sora hatte sie nicht vergessen… Marry versuchte vergeblich es sich einzureden, als dann plötzlich ein Polizeiauto in viel zu hoher Geschwindigkeit an den Bordstein angefahren kam und mit quietschenden Reifen zum Stehen kam. Während alle Augen auf das Fahrzeug der Beamten lagen, sprang niemand anderes als Marrys beste, uniformierte Freundin aus der Tür des Beifahrers raus und rannte zu der Deutschen.

„Aaaaaaah!“, Marry kreischte auf, als Sora sie fest an sich drückte, dann lachten sie beide zusammen auf.

Soras Gesicht wurde normalerweise von ihren roten lockigen Haaren umrandet, doch nun hatte sie die meist unkontrollierbaren Locken geglättet und zu einem Pferdeschwanz nach hinten gebunden. Eine Mütze der japanischen Polizei saß auf ihren Kopf und einzig war sie mit schwarzem Eyeliner geschminkt. Sie sah so aus, wie sie sie verlassen hatte. Marry grinste und drückte sich fester an sie. „Tut mir leid, ich dachte wir würden schneller fertig werden, aber jetzt sind wir da“ „Ihr...?“ „Yes.“, die Polizistin nickte zu dem Auto rüber in dem der dunkelhaarige Fahrer zu ihnen sah. Sein Aussehen jagte Marry beinah sofort die Röte ins Gesicht und die junge Frau neben ihr lachte. „Ich habe dir doch von meinem Partner Itachi Uchiha  erzählt?“

„Ja, aber nie erwähntest du, dass er so hübsch ist!“

„Ich sagte doch, er sei Asiate.“

„Ja aber…!“

Sora lachte, nahm ihren Koffer und schob ihren Gast voran. „Steig schon mal ein.“

„Eh… Eh ja.“, Marry stolperte in den hinteren Teil des Polizeiautos und sah dann zu dem Mann. Er erwiderte mit genau der gleichen Neugier den Blick, dann räusperte er sich und neigte den Kopf.

„Guten Appetit.“

„Wa-Was?“, verunsichert sah sie den Japaner an.

„Guten… Appetit?“, erneut teilten sie den Blick, dann stieg ihre gemeinsame Bekanntschaft ein. „Hm?“, fragte sie aufgrund ihrer beiden Mienen.

„Er wünschte mir einen guten Appetit“

Sora brach in lautes Gelächter aus und redet dann schließlich schnell japanisch - zu schnell - wie Marry empfand. Itachi hatte damit anscheinend kein Problem, nickte hin und wieder und sah sie dann mit einem bösen Blick an. Seine Augen waren tief schwarz, genau wie sein langen Haare, die hinten zu einem Zopf gebunden waren. Dann lächelte er ihr über dem Rückspiegel verlegen zu. „Er wollte so lieb sein und dich auf deiner Sprache begrüßen. Ich habe ihm vor einem Monat aber verarscht, doch ich hätte nicht erwartet, dass er sich das merkt.“, sie kicherte unterdrückt und Marry erwiderte erneut das Lächeln des jungen Mannes. „Guten Tag.“

Es schien als ob er rot werden würde, als er dann endlich los fuhr. „Guten Tag.“

Sora drehte sich zu ihr um und hörte nicht auf mit dem Grinsen. „Dass du hier bist…, ich kann es kaum glauben!“ „Ich auch nicht.“, gestand die Brünette und musste sich zwischen ihrer besten Freundin und der Aussicht entscheiden. „Tokyo sieht so cool aus!“ „Ja, nicht wahr? Ganz anders als Deutschland.“ Die beiden plapperten fröhlich weiter als der Wagen dann zum Stehen kam und Itachi sie ansah. Sora stieg, gefolgt von Marry, aus und deutete auf ein Haus. „Hier wohne ich.“ „Aaaah.“, Marry wollte ihren Koffer entgegennehmen als er aus dem Kofferraum gezogen wurde, doch winkte Sora ab und verabschiedet sich von Itachi.

„Ich kann ihn auch tragen!“, versicherte Marry wieder und folgte der Polizistin durch die Haustür. Kurz darauf hörte man nur ihr Keuchen, da sich herausstellte, dass Sora in der höchsten Etage wohnte.

„Du bist doch… krank.“, stöhnte sie und stolperte durch die zweite Tür, die direkt in das Wohnzimmer führte in dessen Mitte schon ein niedriger Tisch stand, in welchen Marry beinah rein krachte. „Also das ist mein Wohnzimmer, meine Küche und Esszimmer.“, Sora lachte verlegen auf, als ob sie erst jetzt realisieren würde, wie klein das alles war. „Oh, … Ja, die Wohnungen in Tokyo sind ja so klein, nicht?“ „Nicht alle, in ein paar Jahren, wenn ich genug verdient habe, kaufe ich eine richtig geile Wohnung.“ Marry lachte und freute sich über den Optimismus, dann führte Sora sie in ihr kleines Schlafzimmer, wo sie ihre Sachen abstellte. „Es ist so toll einfach deutsch zu sprechen!“, die Frauen plapperten und tranken Tee.

Später liefen die beiden etwas in der großen Stadt umher. Sora hatte sich umgezogen und immer ein wachsames Auge auf ihre Freundin. Marry konnte kaum mehr den Mund vor Begeisterung schließen und wurde allzeit, sobald ihnen mehr Menschen entgegen kamen, am Arm gepackt und zielstrebig in eine Richtung gezogen. „Was tun wir eigentlich?“ „Wir holen uns was zu essen, ich muss noch einkaufen.“ „Einkaufen!“, Marry klatschte begeistert in die Hände und folgt ihr in einen Supermarkt.

Sora warf beim vorbeigehen Sachen in ihren ausgeliehenen Korb, als wüsste sie auswendig was sie bräuchte. Schließlich warf sie noch zehn Päckchen Fertig-Ramen dazu und bezahlte dann. Die Brünette sah sich interessiert um und lächelte den jungen Kassierer an, so lange bis sie gegen Sora stolperte  und sie durch den Schwung alle Sachen, die sie hielt, fallen ließ.

„Oh mein Gott, tut mir leid!“, aus Scham kreischte die Ausländerin laut rum und wedelte mit den Armen, bis Sora ebenfalls ihre Stimme erheben musste um sie zu beruhigen. „Halt die Fresse, du Spasti! Uns schauen schon alle an!“ Schwer atmend sah Marry sich um und bemerkte die vielen Blicke auf sich und wurde tief rot, verstumme augenblicklich. Sora stöhnte genervt auf und sammelte alles auf, teilte sich den Einkauf auf und gab der Anderen nur die Sachen, die durch ein erneutes Aufprallen auf dem Boden, nicht kaputt gehen würden. Wie schon seit früher Kindheit war die Kleine tollpatschig und das auf keine harmlose Weise. Oft wurde Marry nur durch ein Wunder von einem größeren Unglück verschont, oder auch nur, weil Sora glücklicherweise schnell genug reagiert hatte.

„Entschuldigung!“, Marry jammerte ihre Freundin beinah den ganzen Weg voll und hatte aus Verlegenheit ein paar Tränen vergossen. Immer wieder versicherte Sora ihr, sie würde ihr verzeihen, doch ließ sie nicht locker. Beinah freute sich die Auswanderin über die vielen Treppen zu ihrer Wohnung, denn bereits nach der zweiten Etage schnaubte Marry unaufhaltsam und hielt so endlich die Klappe.

Am späten Abend knieten sie beide am Tisch und aßen ihre Nudelsuppen. Sora grinste, als sie ihren Gast beim ungeschickten Umgang mit den Essstäbchen beobachtete, dann erbarmte sie sich und versuchte ihr es zu erklären. Das half ihr jedoch auch nicht und kichernd versuchte sie die Nudeln zwischen dem Holz zu halten. Es war schon seltsam, dass sie sich jeden Tag schrieben und mindestens einmal in der Woche telefonierten, aber sich nun doch noch so viel zu erzählen hatten. Kaum war eine Geschichte zu Ende, wurde eine neue erzählt, wobei Sora eher von ihren Diensterfahrungen und Umgang mit der japanischen Kultur berichtete und Marry über alte Bekannte und ihr angestrebtes Studium. Um halb eins entschuldigte Sora sich vielmals und legte sich hin, denn sie musste morgen arbeiten und durfte nicht zu müde sein. Marry lag, zumindest so lange, bis die Ältere von beiden eingeschlafen war, neben ihr auf einem Futon, dann war sie rüber geklettert und kuschelte sich an ihre Freundin.

Eine Männerstimme, welche eine fremde Sprache von sich gab, riss Marry aus dem Schlaf. Als sie aufschrak saß Sora bereits auf und sah Itachi Uchiha in ihrem Schlafzimmer entgeistert an. Mit müden Augen musterte die Deutsche ihn, in seiner hübschen blauen Uniform und dem langem schwarzem Haar, den fragwürdigen Falten unter den dunklen Augen.

Er wand sich bereits wieder der Tür zu als er ihr Erwachen bemerkte und lächelte zögerlich. „Guten Tag.“

„Guten Morgen.“, grinste sie müde, dann ging er aus dem Schlafzimmer und sie wischte sich über die Augenlider. „Was ist denn los?“

Sora stand auf, zog ihre Arbeitskleidung aus dem Schrank und legte sie sich etwas hektisch an. „Ich habe verpennt…“

„Oh je…“, ihre Freundin stand auf und richtete ihr lilanes Nachthemd. „Ich gieße dir nen Tee auf, okay?“

„Danke…“, sie begann sich zu kämmen und sah sie nur kurz an. Marry tappte in den Hauptraum, in welchem sie auch Itachi traf und aufsah. Er erwiderte unsicher den Blick und sah ihr dann dabei zu, wie sie zur Küchenecke der Diele ging und eine Kanne nahm um das Wasser mit grünen Teeblättern aufzukochen. Marry tat es genauso wie Sora es ihr gestern gezeigt hatte und hoffe, dass er nicht zu bitter werden würde. Schüchtern sah sie Itachi an und fragte dann auf Englisch ob er nicht auch etwas wollte. Es schien als würde er verstehen und nahm ihr lächelnd das Glas ab, sagte etwas, das Marry gerade noch so als „Thank you!“ erkennen konnte. Japaner sprachen wirklich so schlecht englisch, wie man es von überall hörte, aber wenigstens verstanden sie diese eine andere Sprache. Sie hatte gerade das Zweite Glas gefüllt, als Sora es ihr gähnend aus der Hand zog. „Dankeschön.“

„Sehr gerne.“, sie beobachtete wie der Tee Schluck für Schluck verschwand dann sah die Polizistin sie an. „Marry, ich bin ungefähr so um sieben Uhr abends wieder da, bleib so lange im Haus. Verstanden? Du kannst etwas zocken, lesen, kochen, keine Ahnung was aber draußen verläufst du dich sicher ohne mich.“ „Ich habe verstanden, Sora, macht dir keine Sorgen!“

Die Ältere sah Marry nochmal an und grinste dann als sie ihr durch das Haar wuschelte. „Bis heute Abend dann!“

„Pass auf dich auf!“ Itachi nickte ihr noch einmal lächelnd zu dann liefen die beiden Beamten zur Haustür. „Ist gut, Schatz.“, lachend verschwanden die beiden und Marry legte sich noch einmal hin.

Nun wo sie alleine war und es keinen Grund gab um wach zu bleiben, bemerkte sie den Zeitunterschied von acht Stunden erst recht und so schlief sie sehr schnell ein.

Als Marry erwachte riss sie das Gefühl von Hunger sofort aus dem Bett. Allmögliches Zeug fand sich in Soras Küche und sie nahm sich die besten Sachen für ihre Waffeln raus. Zufrieden aß sie, putze die Küche und wischte bei der Gelegenheit auch gleich den Staub des ganzen Hauses. Eine Zeit lang las sie ein Buch, dann zog sie sich fein an und versuchte sich mit Soras Schminke die Augen anzumalen, was nicht klappte, da sie zu ungeschickt war und setzt sich dann schließlich hin und bemerkte ihre immer mehr aufsteigende Neugier auf die Stadt da draußen. Alles so groß und bunt…. Alles so interessant. Kurzentschlossen packte sie ihre Tasche und schlüpfte in ihre Schuhe ehe sie Soras Verbot ignorierte und hinaus ging.

Keine zehn Schritte weiter glaubte sie sich im Zentrum der Stadt zu befinden. All die Läden und Menschen zauberten ihr ein Grinsen in das Gesicht und je mehr sie hinein ging, desto entzückter war sie. Kein Wunder, dass Sora den viel schwierigeren Weg gewählt hatte und nach Tokyo gegangen war um hier zu leben und zu arbeiten. Wahrlich, wunderschön. Marrys Füße trugen sie von alleine und dass sie weder lesen noch verstehen konnte, weckte in ihr eine so große Neugier, wie Begeisterung, obwohl man meinen müsste, sie vielleicht in einem Angstzustand zu sehen. Nein, Marry Jonin war hellauf begeistert. Hin und wieder drehte sie sich, um sich irgendetwas anzusehen oder zu merken, denn schließlich kam ihr manchmal dann doch in den Sinn, dass sie ja irgendwie wieder nach Hause finden musste.  Ein großer Laden dessen Schaufenster bunte, fröhliche Animefiguren zeigten, machte Marry auf sich aufmerksam und etwas schüchtern trat sie in den Laden ein um sich zu vergewissern, ob sie mit ihrer Vermutung richtig gelegen hatte. Ja. Ein ganzer Laden nur für die beliebten Mangas. Grinsend ging sie weiter rein und wurde von der kleinen Japanerin an der Kasse begrüßt - Zumindest glaubte sie es.

In ihrer Schulzeit, als sie jünger war, waren sie und Sora die größten Mangafans die man in ihrer Klasse finden konnte und der größte Teil ihres Taschengeldes ging damals für die japanischen Bücher aus. An Schulmädchen vorbei lief sie zu den Mangas, die ihr etwas vertraut vorkamen. Sie verstand kein einziges Wort, aber es erfreute sie in den Seiten herum zu blättern und den Figuren auf Bildern bei ihren Aktivitäten zu folgen. Eine längere Zeit saß sie da, dann machte sie sich erneut auf den Weg um sich die Stadt weiter anzusehen. Immer mehr gelangte sie in das tatsächliche Zentrum der Stadt und umso dichter wurde die Menschenmenge. Dies störte sie jedoch nicht, ganz im Gegenteil.  Immer weiter und weiter, von den bunten  Schildern und Läden geführt, setzte sie ihren Weg fort. Die Menschen trugen alle verschiedenen Sachen und waren auch genau so unterschiedlich. Mädchen lachten und erzählten sich in hoher Stimme irgendetwas, anzugtragende Männer liefen gestresst telefonierend durch die Straßen und folgten nur einem Ziel.

Unglaublich… Dachte Marry sich und grinst. Unglaublich schön aber… Beinah mitten im Weg blieb sie stehen und sah sich eilig um. Von wo kam sie noch gleich? Wie war sie hier in diese Gasse gekommen?  Wie würde sie wieder zurück fin-

Ein Glöckchen läutete als sie den Süßigkeiten laden betrat und ihre Augen fingen zu glitzern an. Wie lecker das alles aussah… Voller Freude nahm sie sich ein kleines Tütchen um sich die nur zu bekannten Jelly Beans kaufen zu können. Allerlei leckeres Zeug schlich sich in ihr Blickfeld und aus begeisterten Augen sah sie sich um. Was war schon eine deutsche Schokolaterie im Gegensatz zu dem hier? Schließlich bezahlte sie 2700¥ was ungefähr 20€ entsprach.

Kaum war sie aus dem Laden raus, wollte sie wieder rein, denn die Erkenntnis, dass sie sich verlaufen hatte machte sich wieder bemerkbar und mit wachsamen Blick lief sie weiter durch die schönen Straßen. Das und das kam ihr bekannt vor, aber doch hatte es nichts mit ihrem vorherigen Weg zu tun. Es war nicht alles gleich doch eine gewisse Ähnlichkeit, die die Straßen mit sich zogen, war schon vorhanden. Eine Stunde später rannte sie begeistert zu dem Haus ihrer Freundin und las nochmal den Nachnamen auf der Klingel nach um auch ganz sicher zu sein, dass sie hier richtig war. „Endlich!“, freute sie sich, dann erstarb ihr Lächeln so gleich. Sie war nun endlich hier doch wie sollte sie überhaupt da rein kommen? Sora hatte den Schlüssel.

Etwas frustriert setzte sie sich auf den Boden vor der Tür und aß Süßigkeiten, so lange, bis es langsam dunkel wurde und die uniformierte Sora vor sie trat. „Du bist raus gegangen.“

„Ja.“

„Obwohl ich dir sagte, du sollst drinnen bleiben?“

„Ja.“

„Und du hast dich sicher verlaufen?“

„Ja.“

„Und jetzt hockst du hier sicher seit einer Stunde und wartest auf mich weil du keinen Schlüssel hast?“

„Ja.“

Sora grinste und half ihr auf. „Hab ich noch was vergessen?“

„Naja, anscheinend sehe ich aus wie ein Penner, weil mir jemand Geld gegeben hat, als er an mir vorbei lief.“ Die Polizisten lachten los und schloss endlich die Haustür auf. „Gefällt dir die Stadt denn?“ Marry folgte ihr die Treppen rauf und grinste. „Du kannst dir gar nicht vorstellen wie schön ich sie finde!“

Auf Umwegen zum Ziel

„Aber… Aber… Das können sie doch nicht machen!“

„Drogenhandel ist Strafbar, Frau Jonin.“

„Ich war doch bei der Polizei! Ich bin unschuldig! Mir wurde das nur… untergejubelt!“

„Das ist mir bewusst, Frau Jonin.“, der Direktor stand auf und sah die junge Studentin vor ihm an. Etwas Entschuldigendes lag in seinen Augen aber die Worte die er von sich gab waren hart und verletztend. „Sie haben dem Ansehen unserer schönen Universität geschadet. Ich muss Sie verweisen.“

Marry spürte einen Klos in ihren Hals. „Aber.. Aber…“

„Sie waren eine wirklich gute Schülerin.“, er nahem ein Blatt aus einem Stapel Papier heraus und reichte es ihr. „Sie werden sicher einen neuen Studienplatz finden. Auf Wiedersehen.“

Ganz langsam und gefühllos nahm sie das Teilzeugnis entgegen und erhob sich. Ihr Blick lag auf ihm, in der Hoffnung er würde alles auflösen und ihr verkünden alles sei nur ein Traum… Der Mann jedoch sah eisern zurück und er bekam keine Verbschiedung als sie den Raum verließ.

Die Schulzeit hatte nach ihrem Ausflug nach Tokio toll angefangen. Gute Noten, nette Leute, eine schöne, interessante Stadt. Natürlich, auch in ihrer Klasse hatte es ein paar nicht so tolle Mitschüler gegeben und auf der besonders guten Uni trieben sich auch ein, zwei dunkle Gestalten herum. Ebensolche hatten der fleißigen Studentin ein Päckchen mit einem ihr rätselhaftem Inhalt zugesteckt, welches sehr schnell gefunden wurde und eine Katastrophe nach der nächsten verursachte.

Angefangen bei ihrem Vorsprechen bei der Polizei und nun hoffentlich am Ende mit ihrer Suspendierung. Was sollte sie nur tun? Was wird nun aus ihr…?

Tränen der Verbitterung stiegen in ihr auf und sie verließ schnell den Platz, rannte in einen der berliner Spätkäufe und legte sich mit etwas tröstender Schokolade ins Bett und weinte sich die Augen aus.

Am Abend hatte Marry sich zusammen genommen und sich an den Schreibtisch im Wohnzimmer der kleinen WG gesetzt und schrieb Bewerbungen. Dabei trank sie an ihrem Liebingseistee und flennte weiterhin. Luna, die Studentin die unter anderem mit ihr wohnte, saß auf dem Sofa und konnte ihre Geräusche nicht mehr hören.

Mit durch Tränen verwischter Sicht, arbeitete Marry weiter, dann schrak sie auf als ihr Handy klingelte.

Sora! Stunden zuvor hatte sie immer wieder vergeblich versucht sie zu erreichen.

„Hallo Sora!“, sagte sie eilig und schniefte, versuchte sich zusammen zu nehmen.

„Hi, Marry.“, man hörte im Hintergrund Autos und den Verkehr. „Was ist denn los?“

„Ach… Keine Ahnung….“

„Ich konnte vorher nicht ran gehen weil ich noch geschlafen habe, weißt du? Gerade bin ich auf dem Weg zur Arbeit.“

„Oh… Also… Ja…“, zögernd erklärte Marry ihr die Geschehnisse und die Polizisten auf der anderen Seite gab viele verschiedene Schimpfwörter von sich, ehe sie versuchte zu trösten.

„Hör zu… Es bringt nichts die ganze Zeit zu weinen, das tut dir nicht gut. Schau dir doch mal dein Zeugnis an! Mit diesen Noten würde dich jede Uni nehmen! Schreibe einfach Bewerbungen und dann wird das alles, versprochen.“

„Danke, Sora…“

„Und wenn nicht, dann lasse ich mir was einfallen!“

„Okay.“, Marry lächelte schwach und munterte sich an der Stimmer ihrer besten Freundin auf.

„Morgen schläfst du bestimmt lange, ich würde sagen wir schreiben dann später mal miteinander um auszumachen wann wir das nächste Mal telefonieren aber ich muss jetzt los, ja?“

„Ja, pass auf dich auf.“

„Mach ich immer, du aber auch.“

So legten sie auf und Marry atmete tief ein, dann brach sie erneut in Tränen aus.

Luna seufzte und sah genervt zu der Brünetten, welche dann aufstand und schniefend zu ihr kam. „Ist ja gut…“, sagte sie, nun mit etwas Mitgefühl als Marry sich fest an sie drückte. „Das wird alles wieder.“
 

„Wie geht es dir?“

„Hallo Sora.“, Marry begrüßte sie zwei Monate später erneut am Handy. „Alles okay.“

„Wie läuft es mit den Bewerbungen, hm?“, sie sprach in einem aufmunternden Ton.

„Ich… Ich…“, Marry weinte wieder. „Ich habe wieder eine Absage bekommen.“

„Das ist normal, nur nicht den Mut verlieren.“

„Es war die 42.! Ich… Ich habe sogar mich in Ländern um Deutschland herum beworben!“

„Wirklich?“

„Ja… So Schweiz, Luxemburg, Polen, Frankreich… Holland.“

„Holland!?“

„Ja…“

„Aber du hasst Holland doch so!“

„Ich weiß! Sieh mich nur an! Ich bin so erbärmlich!“

„Das geht doch nicht mehr weiter….“, Sora dachte nach.

„Ich werde nicht mehr studieren können… Ich werde wohl eine Ausbildung machen…“

„Quatsch, es war doch immer dein Traum ein Studium abzuschließen.“

„Ja.. aber… aber…“, sie redete erstickt um nicht in das Telefon zu schluchzen.

„Du kommst hier her.“, sagte Sora plötzlich bestimmt.

„Was?“

„Komm her. Nach Tokio.“

„Wie… Was meinst du?“

„Es gibt Leute die wohnen zu dritt in einer Wohnung wie ich sie habe… Komm her, hier bist du im Zentrum. Es gibt viele Unis, hier wirst du eine kriegen, dafür werde ich sorgen.“

Marry stockte. „Ich soll bei dir wohnen?“

„Ja.“

„In Tokio?“

„Ja.“

„Und da studieren?“

„Ja.“

„Aber…“

„Nein.“

Es war kurz still an beiden Seiten der Leitung, dann redete Sora weiter.

„Ich helfe dir bei allem, auch ich habe es geschafft hier alles zu lernen und ich war alleine. Heue bin ich glücklich weil ich das bin, was ich immer sein wollte. Komm zu mir.“

„Ja.“, Marry wischte sich die Tränen weg und lächelte.

„Ja?“

„Ja!“, nun lacht sie. „Ja, ich komme zu dir nach Tokio!“
 

Bei ihrem ersten Flug nach Tokio hatte sie kein Auge zu bekommen und hatte die Stunden aufgeregt abgesessen, nun schlief sie beinah komplett durch. Die letzten Monate waren so verdammt anstrengend gewesen. Das Packen, das Buchen, der ganze Kram mit der Behörde und die Verabschiedung ihrer Familie. Mama hatte natürlich viel geweint und Dustin hatte ihr grinsend aufgegeben ihm etwas mitzubringen. Oft benahm sich ihr Bruder so als sei er der jüngere der beiden.

Am Flughafen erwartete Sora sie grinsend. Zurück gebundenes rotes Haar, geschminkte Augen, Rock und Absatzschuhe. Wieder einmal sah sie umwerfend aus und passte so gut in die Stadt wie ein Japaner. „Du siehst schon so fertig aus.“, begrüßte sie Marry während der Umarmung und ließ zu, dass die Kleiner sich eine kurze Weile fest an sie dran drückte. Und das obwohl sie es eigentlich doch gar nicht mochte.

„Meine ganze Hoffnung liegt hier drin, Sora.“

„Ich habe dir gesagt, wenn es in Deutschland nicht klappt werde ich etwas tun.“

Die beiden Frauen gingen aus dem Flughafen raus und Marry lächelte etwas. „Du meinst, wenn es in Europa nicht klappt?“

„Europa ist doch langweilig. Die Styler unter uns kommen alles nach Asien.“

Wieder lachte sie aber anstatt nach der Reise eine Pause zu bekommen, schleifte Sora sie sofort in irgendein Amt und redete längere Zeit mit einem der Angestellten. Hin und wieder besprach die Polizistin mit ihr Angaben wie der Grund ihres Offenhaltest oder die ungefähre Dauer. Hin und wieder war eine Unterschrift erforderlich, dann bekam Marry einen Ausweis auf welchem ihr Name stand und sogar ein Bild abgebildet war.

Nun machten die beiden Frauen sich auf den Weg nachhause wobei Marry sich das Dokument weiterhin ansah. „Das ist die Ressidence Card.“, erklärte ihr Sora. „Das ist dein japanischer Ausweis.“

„Hast du auch so einen?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe einen richtigen, ich bin Staatsbürgerin. Die Karte ist nicht so lange haltbar und muss für die Dauer deines Offenhaltest immer aktuell bleiben.“

„Okay… Das hat so lange gedauert?“ Beide betraten den Bahnhof.

„Nein, ich habe für dich auch eine Versicherung abgeschlossen.“

„Oh, hab ich gar nicht bemerkt.“ Der Rotschopf grinste. „Ich weiß.“

Dann redete sie mit einer Frau am Schalter des Bahnhofes. Kurz darauf bekam Marry eine zweite Karte in die Hand gedrückt. Ebenfalls aus Plastik und mit einem Bild.

„Deine Travelcard.“

„Zum Reisen?“, fragte Marry lachend und stieg mit ihr in den Zug ein. „Ja, damit kannst du Zug, U-bahn und Straßenbahn fahren. Es sind 2700¥ aufgeladen.“

„In Japan verteilt man gerne Karten, hm?“

„Karten machen alles einfacher.“

Während der Zugfahrt plapperten beide ausgiebig und genau wie letztes Mal verstummte Marry wieder an den Treppen welche zu Soras Wohnung führten- zu der Wohnung der beiden.

Die Ältere machte beiden eine Suppe, dann schlief Marry ein und wollte nie wieder aufwachen.

Der nächste Morgen begann mit ihrem Lieblingsfrühstück. Sora hatte beim Bäcker Croissants gekauft und mit Tee an das Bett gebracht. „Guten Morgen.“

„Hi.“, Marry rieb sich die Augen und lächelte über das Essen, bedankte sich und nahm es zu sich.

„Gut geschlafen?“

„Ja, sehr gut sogar.“

„Liegt wohl dran, dass wir in dem gleichen Bett geschlafen haben.“

Marry sah sich in dem Raum um. Gestern war sie zu müde gewesen um dies zu tun und nun bemerkt sie, dass nur ein Futon platziert war. Stimmt, auf dem hatten sie zusammen geschlafen. „Oha, stimmt. Dabei magst du das doch gar nicht.“

„Ach…“, Sora trank an dem Kaffee. „Manchmal bist du ganz süß.“

Marry kicherte und strich sich die Haare zurück. „Ich weiß, ich weiß.“

„Ich habe heute frei, wir fangen an japanisch zu lernen, hm?“

„Ja!“, sie nickte entschlossen und zog dann ihre Handtasche zu sich, aus der sie ein kleines deutsch-japanisch Wörterbuch zog. „Tada !“

„Gut.“, Sora lachte. „Lass es nie wieder los. Du wirst es brauchen.“

Am selben Tag kamen Marrys Sachen aus Deutschland an aber deswegen unterbrachen die beiden Freundinnen nicht das Lernen. Am Abend schrieben beide ein Schreiben an die Uni in der Nähe und als Marry sie anwies, auch an andere zu schreiben, lehnte Sora ab.

Eine Woche später nahm Marry die Post an und erkannte die Schriftzeichen ihres Namens auf der Adresse eines Briefes wieder. Aufgeregt packte sie aus und bat Sora aufgeregt darum, vorzulesen. Davor musste sie jedoch auf den im Bett liegenden Rotschopf springen und ihn wecken.

Schlecht gelaunt murrte sie und riss das Papier nur so an sich, dann lächelte sie und legte sich zurück. „Ich habs dir gesagt, jetzt lass mich schlafen, du Nervensäge.“

„Was?! Was was, was hast du mir gesagt?!“, Marrys Wörter überschlugen sich vor Aufregung nur so.

„Das ist die Bestätigung von der Uni.“

„Kyaaaaaaaaaaaaah!“, sie krisch unbeschreiblich laut und schmiss sich erneut um ihre müde Freundin, welche dann auch lachte. „Ich freu mich so!“

„Ich merks.“, Sora setzt sich auf und musste über ihre aufgeregte Freundin schmunzeln. „Ich habs dir ja gesagt.“

„Ich habs geschaaaft~! Ich habs geschaaaaaaaft~!“

Zu gerne hätte Sora sie darauf hingewiesen, dass es eigentlich ihr verdienst war, aber sie ließ es und gönnte ihr den Erfolg. „Semesterbeginn ist übrigens in drei Monaten.“

„Waaass!?“, Marry sprang auf und bewarf die Polizistin mit einem Kissen. „Steh auf! Na los! Ich muss in drei Monaten perfekt japanisch können!“

„Was, ich habe in der Nacht durchgearbeitet!“

„Ist mir egal! Ich meine…“, Marry kniete sich wieder zu ihr.

„BitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitte BitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitteBitte!“

Sora sah sie an, als würde sie nachdenken, dann legte sie sich zurück. „Nein, du Spast.“

„Aber…“, Marry seufzte und lächelte dann. „Okay, ruh dich aus.“

„Mach ich.“

Marry sah sich weiter das Schreiben an und versuchte erfolglos etwas zu lesen, dann sah sie auf.

„Verpiss dich, ich will ruhe.“

„Ach ja.“, glücklich setzte sich Marry in das Wohnzimmer und lernte voller Elan weiter.

Eine weitere Woche verging und Sora bemühte sich, Marry aus dem Haus zu kriegen. Diese war nämlich seit ihrer Ankunft kaum mehr aus gegangen und hatte sich angefangen hinter ihren Büchern zu verstecken.

„Komm schon.“, Sora zog sie aus der Wohnung. „Liegt es an den Treppen, dass du nicht mehr raus willst??“

„Oh nein, ich habe die ganz vergessen!“, sie blickte verzweifelt und seufzt dann. „Ich habe halt etwas Angst wie das dann an der Uni so wird… deswegen will ich lernen, damit ich sie dann verstehe.“

„Japanisch ist wie englisch. Wenn du etwas Smalltalk machst, lernst du auch gut.“

„Okay, Sensei….“

„Nenn mich draußen ja nicht Sensei, du Penner.“

Nun musste Marry wieder lachen. Beim Lernen hatte sie sich angewöhnt ihre Freundin Meisterin zu nennen, es passte ja auch sehr gut in ihre Situation.

„Okay, Sensei.“

„Ich warne dich.“

„Schlägst du mich, wenn ich es doch tue?“, fragte Marry belustig.

„Nein.“, Sora sah sie bestimmt an aber grinste auch noch. „Aber wenn du es tust kannst du für den Rest der Woche auf der Coach schlafen.“

„Neeeeeein!,“, beide lachten, dann sah Marry sich in der schönen Stadt um. „Ich hab hunger.“

„Na dann gehen wir als erstes was essen.“

Beide setzten sich in ein noch traditionell eingerichtetes Caféhaus und bestellten Tee und Süßigkeiten, als hinter Marry plötzlich eine etwas bekante Stimme ertönte.

„Sora-san?“

„Itachi-kun!“

Marry schaute hinter sich und entdeckte Itachi Uchiha, Soras Teampartner. „Hallo.“, rutschte es ihr aus, dann verbesserte sie sich selber schnell auf japanisch. Er lächelte und neigte den Kopf vor ihr, begrüßte sie als Marry-san. Sora lud ihn ein sich zu den beiden Frauen zu setzten und redete mit ihm lächelnd. Marry verstand sogar einiges aber eben nicht viel. Ihr Blick lag eigentlich viel zu auffällig auf ihm. Auf seinem schönem schwarzem Haar, den dunklen Augen… Seiner starken Erscheinung.

Anders als in ihren vorherigen Treffen trug er keine Uniform sondern einen grauen, langärmlichen Pullover. Typisch japanisch trank er grünen Tee und redete mit einer sanften Stimme. Interessiert folgte sie dem Gespräch der beiden und versuchte es so gut wie möglich zu verstehen, als er sich dann plötzlich zu ihr drehte und in einfachen Worten nach ihrem Wohlbefinden fragte.

Das hatte sie so oft mit Sensei geübt aber nun bekam sie kein Wort heraus. Hatte sie in Deutschland jemals einen so schönen Mann gesehen? Jemals in solche Augen geblickt?

„Das war wohl zu viel.“, murmelte er mit einem Lächeln aber Sora schüttelte den Kopf. „Komm Marry, das kannst du, ich weiß das.“

„Nein…“

„Doch, wie geht es dir?“

„Schön!“, brach sie nur hervor und Itachi lachte klein. Redete sie so schlecht japanisch? Hörte es sich doof an?

Er redete nicht mehr mit ihr und sie freute sich wieder nur beobachten zu können. Schließlich verabschiedeten sie sich und beim Rausgehen atmete Marry auf. „Ich habe schön gesagt, oder?“, fragte sie wieder auf deutsch. „Ich sagte mir würde es schön gehen?“

„Ja, aber das ist normal.“
 

„Marry wach auf!“, Sora schüttelte ihre Freundin sanft, welcher ihr dann müde entgegen blinzelte. „huh?“

„Nichts huh! Heute ist dein erster Schultag!“

„Aaaah!“, nun schrak Marry auf und lachend ging Sora wieder rüber um ihr das Frühstück zu machen. Die junge Studentin schmiss sich in einen ordentlichen Rock und nahm eine Bluse dazu, dann überprüfte sie ihre Frisur genau. Sora redete den Morgen nur japanisch mit ihr und steckte in ihre lederne Umhängetasche ein geschmiertes Brot.

„Danke.“, sagte Marry nervös und drückte sich an der Tür an ihre Freundin.

„Das schaffst du schon.“

„Ich bin so schrecklich aufgeregt.“, seufzte sie.

„Hm… Soll ich dich aufmuntern?“

„Immer!“

„Weil das klein Marry-chans großer Tag ist, habe ich auch ein Geschenk für sie.“ So würde ihr ein kleines, lilanes Tütchen gegeben aus dem sie einen Schlüssel zog. „Ist das…?“

„Dein Hausschlüssel, ja.“ Dafür musste die Polizistin gleich noch eine Umarmung einbüßen, aber sie klopfte ihrer kleineren Freundin nur auf den Rücken.

„Dankeschön.“

„Wenn du heute nachhause kommst, arbeite ich. Das heißt wir sehen uns erst abends. Verlauf dich nicht auf dem Weg, wir sind ihn die letzte Woche ja zusammen gegangen.“

Marry nickte entschlossen und neigte dann den Kopf. „Sehr wohl, Sora-Sensei!“

Sie grinste und schob sie raus. „Auf, sonst kommst du zu spät.“

Und so trat Marry ihren ersten Schultag an. Bei jedem Schritt klopfte ihr Herz etwas schneller und die Nervosität stieg von Sekunde zu Sekunde.

Was würde sie nur für Leute treffen? Wie würden sie auf sie reagieren? Ganz in Gedanken versunken achtete Marry nicht genau auf ihren Weg und bog einmal zu früh nach rechts in eine kleine Gasse. Sie war beinah komplett leer, nur ein paar Jungen standen beisammen, ließen laut Musik laufen, so dass jeder andere sie auch hören konnte und flüsterten heißer miteinander. Sofort bekam Marry ein unwohles Gefühl, gerade wollte sie zurück, da sah einer von ihnen auf und entdeckte sie sofort. Er trug zu der Jeans eine schwarz, weiße Collagejacke und trug seine Haare in alle Richtungen stachelig gegelt. Dunkle schwarze Augen lagen auf ihren als ob er versuchte, sie nur mit seinem Blick weg zu jagen.

Ob es an ihm lag oder ob es Marrys eigener Wille war, sie wand sich ab und lief schnell wieder die Hauptstraße entlang.

Was war das gerade…? Die Augen, es waren genau die gleichen wie Itachis gewesen. Das Augenpaar, welches sie nie mehr vergessen wollte. Ob sie etwas mit Drogen zu tun hatten? Marry fragte sich das sofort und ebenso schnell kam ihr der Gedanke, dass sie mit solchen Leuten nichts zu tun haben wollte. Nie mehr auch nur mit dem Thema in Kontakt kommen…

Ihre Gedanken verflogen sofort als sie vor der großen Uni stand. Weiß angemalt und mächtig groß, stand das Schulgebäude da und mit erstauntem Blick passierte Marry die riesigen Eingangstüren.

Viele Studenten wuselten jetzt schon von einer Richtung in die nächste und überall unterhielt man sich, überall halten einzelne Wörter wieder und endeten in einem unverständlichen Wirwar.

Beim groben Umsehen bewahrheitete sich eine von Marrys vielen Bedenken und sie stach mit ihren Augen und dem hellen Haar wirklich aus der Schülerschaft hervor. Beinah sofort lagen die ersten Blicke auf ihr und sie lächelte, neigte stets den Kopf und suchte das Klassenzimmer des Lehrers, welchen sie in der ersten Stunde hatte. Als sie ihn fand, sah sie sich in den bereits etwas gefülltem Raum um und schüchtern fragte sie ein schwarzhaariges Mädchen, welches ihr Pony genau so trug wie sie selber, ob neben ihr der Platz noch frei war. Nachdem sie bejahte, setzte Marry sich und packte ihre Sachen aus, dann hielt sie dem Mädchen die Hand hin. „Ich bin Marry Jonin und neu hier.“

„Hallo Marry, ich bin Hinata Hyuuga.“, sie lächelte und Marry fühlte sich, als hätte sie so eben ihren ersten neuen Freund gefunden. Sie redete weiter mit Hinata, welche wirklich sehr nett war und sofort sagte, wie süß sie den Dialekt der Ausländerin fand, dann verstummten sie beide, genau wie der Rest der Klasse, als der Lehrer hinein trat.

Im Zuge eines Augenblicks

Die Schüler sahen den Lehrer gespannt an, als dieser den guten Durchschnitt ihrer letzten Arbeit bekannt gab und dann anfing die benoteten Blätter auszuteilen. Marry hatte, wie bei allen anderen Arbeiten auch, sehr dafür gelernt und hätte eigentlich nicht überrascht sein sollen, als die beste Note auf ihrem Blatt gekennzeichnet wurde, aber sie war es dennoch. Kichernd verglichen Hinata und sie ihre Ergebnisse, dann ordnete Marry ihre Schulsachen, als ihr Lehrer redete. Die Ausländerin hörte nur halb zu und verstand dementsprechend wenig, so wandte sie sich zu ihrer neuen Freundin und fragte nochmal nach. Wie in letzter Zeit angewöhnt, gab Hinata alles in einfachen Wörtern wieder. „Hier in der Nähe der Uni werden Drogen verkauft und Angehörige der Schule sind anscheinend daran beteiligt.“

Marry nickte nur und machte weiter, war aber in Gedanken ganz woanders. An ihrem ersten Tag war sie doch in diese Gasse gestolpert, seitdem lief sie schneller an ihr vorbei. Sie hatte einen Eindruck bei der Studentin hinterlassen. Aber es hatte ja nichts mit ihr zu tun. Sie war eine fleißige Schülerin, hatte nichts damit zu tun. Sie beruhigte sich so eilig, indem sie es anhaltend in ihren Gedanken wiederholte, dann verabschiedete der Professor sie von ihrem letzten Kurs.

Den Weg nach Hause kannte Marry nun so gut, wie ihre Gegend in Deutschland. Es waren nur drei Monate seit Semesterbeginn vergangen, aber Marry fühlte sich so, als würde sie schon ewig hier leben. Das machte es manchmal noch erniedrigender, dass sie nicht richtig Japanisch konnte.

Mit ihrem eigenen Hausschlüssel öffnete sie die Tür zu ihrer und Soras Wohnung. Wie die letzten Tage auch, war sie vor Sora zuhause, so ging sie in die Küche und bereitete liebevoll das Essen zu. Schnell hatten sie sich daran gewöhnt, dass Marry kochte, schließlich hatte sie so das Gefühl, dass sie etwas dafür tat hier zu wohnen und es schmeckte beiden. Als Marry sich gerade gesetzt hatte und ihre Schulsachen ausgepackt hatte, kam ihre Freundin rein.

Sora lächelte und schmiss sich auf den Stuhl ihr gegenüber,  nahm dann das Examen in Augenschein. „Oh, welches Fach?“

„Soziologie.“, Marry konnte sich das stolze Lächeln nicht abringen. „Ich mag es am liebsten.“

Sora stand wieder auf und deckte den Tisch für beide. „Du machst mich stolz.“

„Du bist ein guter Sensei, Sensei!“ Beide aßen und lachten zusammen, plauderten wie jeden Tag fröhlich miteinander. „Was gab es bei der Arbeit neues?“, gerne hätte Marry ihre Freundin auch beim reden angesehen, doch lag ihr Blick fest auf den Stäbchen in ihrer Hand.

„Oh, Itachi und ich haben einen neuen Fall bekommen.“

„Ahaaaaa?“, Marry grinste und wollte mehr hören.

„Es hat sogar was mit deiner Uni zu tun.“

„Ja, jetzt sag schon.“

 „Es geht um irgendwelche dummen Dealer, die auch studieren.“

„Das wurde heute auch im Unterricht erwähnt! Ja… ich bin an meinem ersten Schultag in eine falsche Gasse abgebogen und da waren so… Zwielichtige Jungs…“

„In der Nähe der Schule?“

„Ja, unmittelbar….“

„Dann werden die nicht mehr lange da stehen.“

Am Abend saß Marry neben der bereits liegenden Sora auf dem Futon und las stockend etwas vor. Der kleine Bücherstapel neben dem Bett, bestehend aus 6 verschiedenen Werken, zeigte die bereits gelesenen Geschichten und damit auch, dass die beiden Freundinnen den Vorgang möglichst jeden Abend wiederholten. Soras Augen lagen müde auf ihrem Schützling und sie lauschte, verbesserte hin und wieder ihre Aussprache. Dankbar legte die jüngere sich nach Kapitelende neben Sora zurück und schloss die Augen. „Bis morgen, Sensei.“

Als die Studentin am nächsten Tag vom Unterricht nach Hause wollte, begleitete sie ihre Klassenkameradin Hinata ein Stück und plauderte mit ihr.

„Schon komisch, dass Sabakuno-kun heute schon wieder gefehlt hat. Ich könnte schwören ihn heute auf dem Weg gesehen zu haben.“

„Wer ist… noch gleich Sabakuno-kun?“, fragte Marry nach.

„Der rothaarige kleine, ich glaube Gaara heißt er mit Vornamen.“

Sie schauderte. „Ach der…. Ja, ich finde ihn… unheimlich.“

Hinata lächelte etwas. „Aber sein Bruder ist ganz hübsch.“

„Oooh!“, die Brünette grinste. „Hattest du nicht…einen Freund?“, schnell dachte sie nach. „Naruto-kun?“

„Ja! Er ist aber noch viel hübscher!“ Sie beide kicherten bis Marry sich, wie immer stotternd, verabschiedete und den Kopf neigte. Ihre Schulfreundin erwiderte die Geste und winkte ihr als sie ging.

Mit schnellen Schritten trat sie die vielen Stufen zu ihrer Wohnung an und oben angekommen, warf sie sich wie immer keuchend auf den Stuhl im Wohn-/Ess-/Küchenzimmer.

Tief durchatmend sah sie sich um und fand dann einen Zettel auf dem Tisch. In Soras Schrift waren dort einige Lebensmittel und Zutaten aufgeschrieben. „Nanu, soll ich etwa…?“ Das Geld neben dem Einkaufszettel bestätigte ihre Vermutung nur und sie überlegte. Dann würde sie wohl Soras Wunsch nachgehen…

Eilig wusch sie sich die Haare und machte sich fertig, packte ihre Tasche und stürzte sich in die Gefahr in die große Stadt zu gehen. Ohne Sora ging sie eigentlich nur zur Schule und zurück, den Rest erledigten die beiden immer zusammen. Nach 4 Monaten fand Marry es jedoch verständlich, dass von ihr erwartet wurde, etwas zu erledigen. Wieder kam ihr der Gedanke, dass sie Sora zu viel schuldete…

Und eigentlich war sie sich auch sicher gewesen, dass sie wüsste, wo ihr Standardeinkaufsladen zu finden war, doch irrte sich die Studentin auch hier. Als sie realisierte, dass sie keine Ahnung hatte, wo sie sich befand, drückte die Angst ihr Inneres beinah zusammen. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass sie bereits anderthalb Stunden unterwegs war. Mutig schluckte sie und neigte den Kopf vor einem Passanten, wollte zittrig nach dem Weg fragen, doch wurde sie ignoriert und der Asiate passierte sie einfach. Beim zweiten Versuch blieb die junge Frau stehen und lächelte Marry unsicher an, als diese ängstlich etwas stammelte, doch schüttelte sie den Kopf, sagte so etwas wie „Entschuldigung, ich verstehe nicht..“, und ging weiter.

Verdammt, dass sie vor Aufregung plötzlich kein Wort Japanisch mehr raus bekam, kannte sie aus der Schule nur zu gut.

Sie lief an eine ruhigere Stelle und versuchte dort Sora anzurufen, als ihr die nervige Stimme an der anderen Seite der Leitung mitteilte, ihr Guthaben würde dafür nicht ausreichen. Für Marry war das wie ein Schlag ins Gesicht, nachdem sie dann erstarrte.

Sie war verloren. In einer so großen Stadt wie Tokyo. Schon wieder.

Nur diesmal war es viel schlimmer.

Marry wusste nicht wie lange sie da gehockt hatte, mit dem Handy in der Hand, das Gesicht in den Haaren versteckt. Es hatte einfach jemand kommen können und sie bestehlen können oder ihr etwas anderes böses antun können, aber da sie so weinte, schien es wohl so, als sei es schon geschehen.

Ihr war nicht bewusst, wie viele Passanten sie schief ansahen, als ihr Handy plötzlich vibrierte.

„Sensei!“

„Hi Marry, ich habe die Einkaufsliste vergessen und wollte fragen was drauf stand.“

„W-Wie …?“, innerlich erstarrte die Studentin.

„Ja, Itachi fährt mich heim und damit ich unser ganzes Zeug nicht schleppen muss, machen wir einen kurzen Zwischenstopp beim Aburame-Supermarkt.“

„Was?!“

„Marry?“

„Du… gehst… … … Ich…“

„Was ist los?“, ganz plötzlich wurde ihre Stimme eisig und ernst.

„Ich hab mich total verlaufen, Sensei.“, weinte Marry laut. „Ich habe keine Ahnung, wo ich bin!“

Sie redete schnell etwas Japanisch, vermutlich wand sie sich an Itachi. „Was ist bei dir in der Nähe?“

Sie nannte ihr den Namen der U-Bahnstation in der Nähe und hörte langsam auf zu weinen.

„Wir sind sofort da.“

„Leg bitte nicht auf!“

„Ich habe gesagt ich bin sofort da.“

Marry hörte dem Piepen am Telefon noch einen kurzen Moment zu, dann versteckte sie ihr Gesicht wieder. Zehn Minuten später wurde sie geschüttelt und Marry blickte die rothaarige Polizistin an. „Sora.“

„Warum bist du gegangen Marry?“, Sora kniete vor ihr und sah sie unter ihrer Mütze an.

„Ich…Ich dachte du wolltest, dass ich einkaufen gehe. Ich hatte schon seit längerer Zeit so Schuldgefühle…“

„Was? Marry….Du musst nie hier alleine sein. Ich bin immer da, um dich in dieser großen Stadt zu unterstützen, verlass dich immer auf mich.“

Noch immer etwas zittrig drückte sich Marry fest an ihre Freundin, die sie dann aufzog. „Na komm, du Spast. Wir gehen einkaufen und dann nach Hause.“

Marry drückte ihre Hand fest und ließ sich zu dem Polizeiauto führen, wo Itachi als Fahrer sie auf Japanisch begrüßte. „Hallo Marry-san.“

„Guten Tag Itachi-san.“, sie senkte den Kopf. „Der Umstand tut mir sehr leid.“

„Nicht doch.“, er lächelte ihr über den Spiegel zu. „Ich verlaufe mich meist auch.“

Als Sora dazu einstieg, wandte er sich wieder an sie. „Ihr Japanisch hat sich ja sehr verbessert.“

„Ja, das kommt von der Schule. Sie versteht uns ganz gut, aber selber sprechen fällt ihr schwer.“

Marry wurde rot, etwas mehr als sie es eh schon wurde, seitdem sie in das Auto gestiegen war und versuchte ihr tränenverschmiertes Gesicht etwas mit Hilfe des Spiegels auszubessern.

„Wo wolltet ihr hin?“, fragte der hübsche Japaner und fuhr los.

„Aburame-Supermarkt.“

Die beiden unterhielten sich etwas, die Schülerin hörte kaum zu und verstand dementsprechend wenig.

„Da sind schon wieder welche in der Gasse.“, sagte Sora etwas mehr zu sich selber, während sie aus dem Fenster schaute. Ganz plötzlich hielt Itachi den Wagen jedoch an und stieg aus.

„Bleib hier.“, richtete Sora sich knapp an ihre Freundin, schnallte sich schnell ab und stieg hinterher. Etwas erschrocken sah Marry aus dem Fenster zur Gasse, in der anscheinend öfter illegaler Handel betrieben wurde. Mehrere Jugendliche rannten gerade aufgeschreckt weg, einer hatte verdächtig rote Haare die an Sabakuno-san erinnerten,  doch hatte es Itachi anscheinend eh nur auf einen Jungen abgesehen, den er kurz darauf an die schmutzige Wand drückte.

Sora stand eher unbeholfen dabei, half ihm dann dem jungen Mann Handschellen anzulegen.

„Was soll ich unserer Mutter erzählen?! Was machst du hier?! Warum machst du das!?“

„Du Dreckskerl!“, war nur die Antwort. Marry erstarrte, als der Polizist den Gefesselten so zog, dass sie ihn sehen konnte und erkannte, dass er zu den Leuten gehörte, die sie am Anfang ihres Semesters gesehen hat. Diese ihr sofort aufgefallenen Augen waren ihr so bekannt vorgekommen weil… Itachi die gleichen hatte.

„Setz dich nach vorne.“, Sora öffnete ihr die Tür und Marry setzte sich schnell auf den Beifahrersitz. 

Sora drückte den Flüchtigen auf den Platz, der gerade frei gemacht wurde und setzte sich daneben. Er war ungefähr in Marrys Alter, hatte schwarze stachelige Haare und ebenfalls dunkel gehaltene Kleidung. „Was soll das?!“, beschwerte er sich mit wütender Stimme. Als Itachi neben Marry Platz nahm, drehte er sich zurück. „Was das soll? Sasuke, bist du des Wahnsinns?! Ich wusste, dass dich deine Freunde nur in diese Szene hineinziehen würden!“

„Ach halt‘s Maul. Das geht dich nichts an.“, Sasuke, so hieß er ja anscheinend, lehnte sich zurück.

„Das geht  mich wohl was an.“, mit sichtbar gereiztem Blick fuhr der Polizist weiter.

„Nein, halt dich da raus.“

„Ich bin dein Bruder.“ Marry horchte auf. Geschwister also.

„Schön für dich.“ Das nächste Wort seiner verstand Marry nicht doch konnte man nur eine Beleidigung vermuten.

„Hast du was gekauft?“

„Nein.“

„Lüg nicht!“, Marry zuckte zusammen, als Itachi ihn plötzlich anschrie. Als würde sie selber ausgeschimpft werden.

Wie ein bockiger Teenager presste Sasuke die Lippen aufeinander und sah weg. Das schien seinen Bruder wohl nur wütender zu machen. „Hattest du nicht jetzt eigentlich noch eine Vorlesung?“

„Nein.“

„Lüg mich nicht an! Mama hat es mir gestern noch gesagt!“

„Halt dein Maul, Itachi.“

„Schule schwänzt du also auch noch…“, er wirkte wirklich erschüttert und die Studentin tauschte einen Blick mit Sora durch den Spiegel.

„Sei froh, dass ich dich erwischt habe.“

„Wieso sollte ich? Du bist ein scheiß Bulle.“

Er öffnete gerade den Mund, als seine Partnerin dazwischen kam. „Jetzt reicht es wirklich! Du hörst dich an, wie ein Kleinkind! Sei einfache still!“, sichtlich gereizt sah sie aus dem Fenster. „Ich bin nicht hierher ausgewandert um mir das anzuhören.“

„Du siehst in der Uniform aus wie eine Nutte.“, war die Antwort.

Mit kühlem Blick drehte sie ganz, ganz langsam den Kopf zu ihm. Ihre Miene war völlig unberührt, die Augen funkelten jedoch vor Wut. „Wie bitte?“

Auch wenn er es sich nicht anmerken wollte, Marry merkte wie er unter dem Blick wie ein verängstigtes Mädchen schrumpfte. Bei dem Anblick bekam sie ja selber Gänsehaut.

„Sasuke Uchiha!“, Itachi setzte zu einer Predigt, als seine Beifahrerin gerade nach vorne sah und kreischte. „Pass auf!“, die Worte rutschten ihr auf Deutsch raus, doch erzielten sie trotzdem ihre Wirkung, denn er bremste, bevor sie in den Wagen vor ihnen Krachen konnten. Marry seufzte laut und bemerkte ihr schnell schlagendes Herz.

„Entschuldigung…“, sagte er mit bemüht ruhiger Stimme und sie nickte.

Nun sagte niemand mehr etwas, bis sie beim Supermarkt ankamen. „Danke, bis morgen Itachi.“

„Ich fahr euch natürlich trotzdem heim.“

„Danke.“, Sora nickte Marry zu und die beiden Frauen stiegen aus, nahmen ihren Einkaufskorb und gingen in den Laden.

„Kleiner Bastard, hat wohl noch nie etwas von Anstand gehört. Ich hoffe seine Mutter versohlt ihm den Hintern!“, platzte es aus ihr heraus. Da sie deutsch redete, war die Jüngere beruhigt, dass niemand außer ihr verstehen würde. „Ja…. Aber du hast gut Fassung behalten.“

„Das ist mein Job.“, gereizt warf sie Nudeln in den Korb, den Marry hielt. „Benimmt sich wie ein kleines Kind ist aber so alt wie du.“

„Wirklich?“

„Ja, ihr geht auf die gleiche Uni.“

„Sora…“, sie war noch etwas eingeschüchtert, weil Soras schlechte Laune ihr stets Bedenken gab und wegen der Autofahrt. „Ich habe ihn schon mal in der Gasse gesehen, diesen Sasuke Uchiha.“

„Wann?“, die Uniformierte sah von dem Gemüse auf. „Als ich damals falsch abgebogen bin.“

„Gut…“, Zusammen liefen sie an die Kasse. „Halte dich unbedingt aus diesen Geschäften raus, ja Marry?“

„Natürlich.“

„Ich sag das nicht so, wie es eine Mutter immer tut. Ich bitte dich aufrichtig darum.“

„Mach dir keine Sorgen um mich.“, wie um das Ende des ernsten Gesprächsthemas zu untermauern, nickten sie beide und begrüßten die Kassiererin in höflichem Japanisch.

Als sie wieder ins Auto einstiegen, waren die Brüder wieder in einem Streitgespräch und Marry war sehr froh, als sie endlich zuhause ankam. „Auf Wiedersehen.“, sagte sie schüchtern zu Itachi, neigte den Kopf und lächelte etwas.

Als Marry am nächsten Tag nach Hause lief, war sie etwas geknickt. Anders als ihr vorheriges Examen war das, das sie heute zurück bekommen hatte, gar nicht gut verlaufen. Ihre Professorin hatte ihr zwar gut zugeredet, es würde nicht an ihrem Wissen, sondern an ihren Sprachkenntnissen liegen… Der einzige Gedanke, der sie zum Lächeln brachte, war der, dass sie und Sora ausgemacht hatten heute Sushi zu essen. Also besorgte Marry die zwei Boxen mit jeweils zehn Sushistücken und lief zu ihrer Wohnung, wo Sora schon warten würde.

„Ich bin wieder da!“, rief sie, als sie die Wohnung betrat und schmiss das Essen auf den Tisch. „Und ich habe Suuuushi!!“ Sie grinste und wartete auf den erfreuten Aufruf ihrer Freundin, dann sah sie sich um. „Hey Sora, ich habe Essen gekauft…“ schnell sah sie sich um, lief dann in ihr Schlafzimmer, dann ins Bad, doch nirgends war die Polizistin zu finden. Ganz plötzlich erstarrte sie und ihr lief es kalt den Rücken hinunter. Ganz offensichtlich war sie nicht anwesend. Während sie zu ihrem Handy lief, schrie sie noch einmal nach ihrer Freundin und rief sie dann an. Jedoch ging sie nicht dran. Zuletzt online war sie am Morgen gewesen.

Eigentlich war es ja nichts Schlimmes… Sogar ziemlich gewöhnlich, aber Marry machte sich Sorgen, weil Sora nach ihrer Nachtschicht normalerweise so lange schlief. Dabei legte sie natürlich ihre Uniform ab, aber diese war hier auch nicht zu finden. Ungeschickt versuchte sie einen klaren Kopf zu kriegen und lief hin und her, dann ertönte ihr Klingelton.

„Sora?!“, rief sie panisch in das Telefon, doch ihre Hoffnung war  vergebens.

„Marry, mein Schatz! Wie geht es dir?“

„Mama… Ich ruf dich später zurück…“

„Oh, musst du zur Uni?“

„Ja… Ja genau.“, sie legte auf und schmiss das Handy auf den Tisch. „Sora…“

Marry…. Du musst nie hier alleine sein. Ich bin immer da um dich in dieser großen Stadt zu unterstützen, verlass dich immer auf mich.

Die Studentin fühlte einfach, dass etwas geschehen war. Sora würde sie niemals einfach so alleine lassen. Sie hatte es ihr damals versprochen. Sie hatte Versprechen immer gehalten.

Womöglich sollte sie die Polizei rufen. Als sie am Fenster vorbei lief, öffnete sie es prompt um ihren Sinn zu überprüfen. Itachi Uchiha stand tatsächlich auf der Straße, in ganz normaler Kleidung mit Einkaufstüten. Sofort griff sie nach dem Schlüssel und stürzte die Treppe herunter. Auf der Straße wurde sie schief angesehen, als sie los rannte und immer laut rief. „Itachi! Bitte warten Sie!“

Sie war ziemlich schnell außer Atem aber sprintete dann, als sie seinen Rücken entdeckte und noch einmal rief. Gerade rechtzeitig drehte er sich herum als sie nicht mehr abbremsen konnte und gegen ihn raste.

Marry stöhnte auf und er fing den Stoß weitgehend gut ab, sah zu der fast anderthalb Kopf kleineren hinunter.

„Marry-san?“

„Itachi! Ich bin ja so froh!“, schnell ließ sie von ihm ab und sah ihn verzweifelt an. „Ich hab so eine Angst! Sora kam heute nicht nach Hause, sie sollte schon seit Stunden wieder da sein! An ihr Handy geht sie auch nicht und wir haben uns eigentlich verabredet! Sie würde mich niemals hier alleine lassen, ihr muss etwas passiert sein!“

Ihr Gegenüber blinzelte nur mehrmals und neigte dann den Kopf.

„Wissen Sie wo sie ist?! Hat sie vielleicht etwas gesagt??“, fragte sie schnell und verstummte dann plötzlich.

„Geht es Ihnen gut?“, die japanischen Wörter drangen langsam zu Marry durch und sie bemerkte, dass sie die ganze Zeit nur deutsch gesprochen hatte. „Nein!“, eilig schüttelte sie denn Kopf und versuchte es ihm zu erklären, doch plötzlich bekam sie kein Wort raus. Sprechen konnte sie nie so gut….

„Kommen Sie, ich lade Sie auf einen  Tee ein.“, er lächelte ihr zu und als sie sich nicht rührte, legte er sanft die Hand an ihre Schulter und schob sie vor.

Das letzte, das Marry jedoch in dem Moment wollte, war Tee. Auch wenn es mit Itachi Uchiha wäre.

 

Partner?

Während sie im Café saßen, redeten sie nicht viel. Marry hatte noch ein oder zwei Mal probiert ihm die Lage zu erklären, aber gab es dann einfach auf. Sie dankte ihm höflich und trank still an ihrem Früchtetee, während sie bemerkte, wie er sie beobachtete. Der Gedanke, dass sie hier mit Itachi Uchiha saß, drang gar nicht zu ihr durch, denn die Sorge um Sora nahm den ganzen Platz ein. Ansonsten wäre sie wohl anhaltend rot und würde ihm entgegen kichern. Nachdem sie beide getrunken hatten, standen sie auf und er sagte etwas von wegen spazieren gehen, Marry verstand die Sprache plötzlich ebenfalls schlechter. Kein Wunder, unter Panik war sie manchmal so betäubt, dass sie nicht mal deutsch über die Lippen bekam. Wieder nickte sie nur und folgte dem Mann. Dass er so ruhig und entspannt war, war nur eine Bestätigung, dass er nicht wusste, was sie da versuchte zu sagen. Schließlich blieb er bei einem Stand für verschiedene Süßigkeiten stehen und reichte ihr nach dem Bezahlen eine Tüte gebrannte Mandeln.

„Für…. Mich?“, fragte sie wackelig und er nickte lächelnd. „Ja.“

Ganz kurz lächelt sie auch und bedankte sich dann, aß etwas und spürte ein warmes Gefühl im Bauch. Zuhause bekam sie einmal im Jahr von ihrem Bruder ein paar Nüsse zu Weihnachten auf den Weihnachtsmarkt, es fühlte sich so vertraut an....

Itachi fragte sie etwas, aber sie schüttelte nur mit trauriger Miene den Kopf und aß. „Tut mir leid.“, verstand sie nur und ließ sich von ihm den Bürgersteig entlang führen. An dessen Seite parkten einige Autos, unter anderem auch eins der Polizei. An diesem lehnten zwei Männer in Uniform mit Kaffee und unterhielten sich lachend. Einer hatte lange stachelige Haare, die hinten zu einem Zopf zusammen gebunden waren. Auch wenn er Itachi etwas ähnlich sah, hatten ihre Haare wenig gemeinsam.

Der andere braunhaarige hatte ebenfalls lange Haare, jedoch waren diese gepflegt und ließen ihn irgendwie elegant erscheinen.

„Senju-san!“

„Itachiii.“, sagten sie beide in genau dem gleichen Tonfall und grinsten. Der schwarzhaarige zerstrubelte Itachi das Haar und sagte etwas, Marry glaubte zu hören, dass er ihn Neffe nannte. Kurz redeten sie miteinander, dann neigte der Brünette den Kopf vor Marry.

„Guten Tag, mein Name ist Hashirama Senju und das ist mein Partner Madara Uchiha. Sie sind also Marry?“

„Sie… Sie… Sie.“, Marry starrte ihn an und taumelte, dass der Polizist eilig ihre Arme nahm und sie ansah. „Sie sprechen Deutsch?!“

„Ja genau. Geht es Ihnen gut Marry?“

„Mir…. Mir gut... gehen?“, mehrmals blinzelte sie und schüttelte sich dann. „Nein!“ Er sah sie verwirrt an und tauschte dann einen Blick mit Itachi. „Was ist geschehen? Der Kleine da sagte, Sie seien verwirrt.“

Schnell kam alles aus Marry raus und sie erzählte ununterbrochen, ähnlich fortlaufend wie ein Wasserfall.

„Beruhigen Sie sich, es wird alles gut.“ Er wand sich zur Seite und teilte den beiden Uchihas auf Japanisch  in einfachen Worten mit, dass Sora entführt wurde. 

Marry sah wie Itachi plötzlich blass wurde und die Männer unterhielten sich, ehe sich der deutschsprechende Japaner wieder ihr zu wand. „Um schnellstmöglich Sora zu finden, müssen Sie natürlich eine Aussage machen. Ich würde Sie begleiten, wegen der Übersetzung.“

„Ich komme auch mit.“, warf Itachi auf Japanisch ein.

„Jetzt sofort? Wann werde ich meine Freundin wieder haben? Was ist, wenn ihr etwas passiert ist?!“ Marry wurde von den drei Männern gemustert. „Senju-san!“, sie heulte Rotz und Wasser, dann spürte sie die Hände Itachis auf der Schulter, er murmelte etwas.

„Ich soll Ihnen ausrichten, Sie sollen sich immer auf Itachi verlassen.“

Ihr Blick wanderte zu ihm und wie ein kleines Kind wischte sie sich ihre Tränen weg und nickte. „Danke.“

„Werden Sie nun mit uns mitkommen?“

Sie sah zu Itachi und dieser nickte, als habe er gewusst, dass Marry nach seiner Anwesenheit fragen wollte.

„Ja werde ich…“, sagte Marry leise, dann öffnete ihr der andere Uchiha die Tür zum Auto. Die beiden Uniformierten nahmen vorne Platz, Uchiha-san fuhr. Die Studentin versteckte das Gesicht in den Händen und weinte still weiter. Sie war sogar zu verzweifelt, um in Panik zu verfallen.

Wie konnte das nur passieren? Was ist, wenn ihr etwas geschehen ist? Was sollte aus Mary werden? Damit war sowohl das überleben in Tokio, als auch das Auskommen ohne ihre beste Freundin gemeint.

Luftleere Fragen erfüllten ihren Kopf, sie bekam gar nicht erst mit, dass sie bereits angekommen waren, bis Itachi ihr die Tür öffnete und die Hand hinhielt.

„Lady?“, fragte er und in dem Wort schwang die tollpatschige Betonung desversuchten Englisch aus dem Mund eines Asiaten. Eigentlich fast schon süß.

„Hm...?“, Marry nahm seine Hand entgegen, um sie zum Aufstehen zu nutzen, doch drückte ihr Gurt sie wieder zurück in den Sitz. Sehr rot im Gesicht schnallte sie sich ab und stieg aus dem Auto, lief neben drei Polizisten in die Zentrale Tokios.

Sie wurden in eines der Sprechzimmer gesetzt, Itachi gab ihr einen Tee und leistete ihr Gesellschaft. Einen Schreibtisch weiter entfernt von dem, an dem sie Platz genommen hatten, telefonierte Uchiha Madara anscheinend mit diversen Krankenhäusern der Stadt.

„Beruhige dein Herz, es wird alles gut sein.“

Marry zuckte die Achseln und nickte unmerklich, doch spürte sie ein wohliges Gefühl in sich aufkommen, weil er mit ihr redete. „Wer ist das?“, fragte sie leise und deutet ganz unmerklich zu dem Polizisten.

„Uchiha Madara.“

„Wer ist er für dich?“

„Oh… Wegen dem Nachnamen, hm? Er ist mein Onkel.“

Sie nickte wieder nur, dann kam Senju-san wieder herein, wechselte ein paar Wörter mit seinem Partner und setzte sich dann an seinen Schreibtisch und trank an seinem Kaffee.

„Sora ist in keinem Krankenhaus, noch wurde irgendwo etwas von ihr gemeldet. Wir werden eine Meldung rausgeben und nach ihr suchen lassen.“, teilte er ihr erst auf Deutsch mit und sagte dann das gleiche noch einmal auf Japanisch.

Zusammen mit Uchiha-san befragten sie Marry zu allmöglichem aus. Wann sie Sora das letzte Mal gesehen hatte, was sie anhatte, irgendetwas auch nur ansatzweise Unauffälliges.

Aber die Studentin dachte immer nur zu daran, dass alles so gewesen war wie immer. Sie hatten sich verabschiedet und Vokabeln gelernt, sich vorgenommen nach der Schule zusammen Sushi essen zu gehen. Ganz natürlich. Alltäglich.

Itachi wurde ähnlich befragt, es konnte gut sein, dass er die letzte Person war, die Sora vor ihrem Verschwinden gesehen hatte. Aber auch er sagt, sie agierte so, wie sie es immer getan hat.

„Was werden wir nun tun???“, Marry griff fest um ihre Teetasse.

„Wir werden eine Vermisstenanzeige aufstellen.“

„Hashirama. Madara. Ich bin selber Polizist und weiß, dass das nicht viel bringt.“, murmelte Itachi. Marry verstand vollkommen.

„Du bist Polizist und weißt, dass Sora erwachsen ist und frei entscheiden kann, wo sie sich aufhält.“, belehrte der grimmig drein blickende Mann seinen Neffen.

„Ja aber sie ging doch nicht freiwillig!“, brach das Mädchen hervor.

„Es gibt keine genauen Hinweise auf eine Entführung, aber Sora ist unser aller Kollegin und ich denke, es wird sich bald etwas in dem Fall tun.“, er nickte ihr zu. „Itachi, jetzt bring Jonin-san nachhause.“

„Sehr wohl…“

Die beiden Jüngeren standen auf, Marry und Senju-san verabschiedeten sich ebenfalls, wobei er mit einem Grinsen anscheinend überglücklich “Tschüßi!“ sagte.

„Brauchst du noch irgendetwas?“, fragte Itachi in der U-Bahn vorsichtig.

„Nein und sie müssen mich auch nicht den ganzen Weg nachhause begleiten, Uchiha-san.“

„Nennen Sie mich doch lieber Itachi.“

Marry sah auf. „Itachi-san?“

„Ja genau.“ Dass er ihr so etwas Persönliches anbot überraschte sie dann doch sehr. Vor allem weil er als Polizist eine Respektsperson war.

„Weshalb so überrascht? Vorhin nannten Sie mich auch so.“

Marry wurde ganz rot und klammerte sich an den Griff zum Festhalten während der Fahrt. „Da war ich in Panik.“

„Behalten Sie es bei, Marry-san.“

„Sie müssen mich nicht den ganzen Weg nachhause begleiten, Itachi-san.“, wechselte sie wieder das Thema  und betonte seinen Namen.

„Ich will aber.“

„Weshalb?“, mit trübem Blick sah sie ihn an.

„Weil mein Beschützerinstinkt sich meldet, wenn ich Sie sehe.“, noch bevor sie den Mund öffnen konnte, kamen sie bei der richtigen Station an und stiegen aus.

„Wie-Wieso?“, stotterte Marry, als sie nebeneinander weiter liefen. Er antwortete nur mit einem kurzen Lächeln und sagte nichts mehr. Marry presste ihre Lippen aufeinander und folgte ihm schweigend bis sie es nicht mehr aushielt.

„Weil ich so klein bin???“

„Ich bitte Sie, Sie sind größer als die Durchschnittsjapanerin.“

„Liegt es an meiner flachen Brust?!“

„Eh?!“, er öffnete und schloss den Mund wieder, sah sie flüchtig an. „Also Marry-san! Darauf werde ich nicht antworten!“

„Es liegt also an ihnen….“

Itachi seufzte laut. „Ich finde Sie süß.“

„Süß und klein?!“, erschüttert sah sie ihn an.

„Was?! Was nein! Nein! Ich meinte nicht Ihre… Ihre..!“

„Was dann Itachi san?!“ Beide waren sie knallrot im Gesicht und wurden von Passanten schief angesehen.

„Sie!“

„Ich?“, fragte sie, dann verstand sie. „Oh.. Oh!“

„Ja…“, er kratze sich am Kopf und lächelte verlegen.

„Danke für alles aber… aber den Rest werde ich alleine gehen.“

„Sind Sie sich sicher, Marry-san? Oh…“ Bevor er fertig gesprochen hatte, rannte Marry von ihm weg und ließ ihn alleine da stehen.

Bei ihr zuhause angekommen, schmiss sie die Tür zu und lehnte sich zu Bode sinkend dagegen und versteckte ihr Gesicht in den Händen, während sie laut schluchzte. Den Alltag wie gewohnt fortsetzen, ohne Sora? War das überhaupt möglich?

In der Uni kam sie seit diesem Vorfall kaum mehr mit, andauernd fragte sie nach, was sich ergeben hatte und wie man ihrer Freundin helfen könnte, doch wurde ihr nur gesagt, die Ermittlungen würden kaum voran kommen, aufgrund fehlender Spuren und Hinweisen.

Als sie eine Woche später aus dem Unterricht ging, spielte sie mit dem Gedanken die am Abend stattfindende Vorlesung nicht zu besuchen, da lief sie gegen ihre Freundin Hinata.

„Hm? Warum bist du stehengeblieben…?“

„Marry-chan, da steht ein junger Polizist…. Er sieht genau zu dir rüber.“

Die Studentin hob den Blick, welcher den des Beamten traf. „Itachi-san.“ Er trug, wie sonst auch, seine Uniform und eine lederne Umhängetasche.

„Du kennst ihn?“

„Ja….“

„Marry-San!“, Itachi kam langsam zu ihr und neigte den Kopf. „Wir müssen reden.“

„Natürlich.“, auch die beiden Mädchen begrüßten ihn mit dieser Geste. „Wir sehen uns dann, Hinata-chan.“

„Kommst du zu der Vorlesung?“

„Mal schauen.“, Marry winkte und ging dann mit Itachi mit. „Gibt es etwas Neues?!“

„Was Soras Fall angeht, nein.“ Sie hörte seine gehetzte Stimme heraus.

„Aber sie sind hier, um mir zu sagen, dass es eine Spur oder ähnliches gibt nicht wahr?“

„Nein… Nicht wirklich…“, sie beide liefen aus der Campus Umgebung Richtung Stadtmitte

„Aber…Polizisten suchen im Moment?“

„Es tut mir leid, Marry-san. Das auch nicht.“

„Dann sagen Sie mir bitte, warum sie hier sind, ich plötzlich Hoffnung bekommen habe und sie dann doch vergeblich ist.“

Er schwieg kurz und sah zur Seite. Marry musterte ihn und schob sich ihr Haar zurück. Irgendwie hatte sie das Gefühl, irgendetwas sei anders an ihm.

„Mein Bruder wurde vor zwei Tagen entführt.“

„Oh… Oh… Itachi-san.“, sie blieb stehen. „Das tut mir schrecklich leid.“

„Vielen Dank, aber… Das ist nicht der Grund, warum ich hier bin.“, sanft zog er sie am Arm um weiter zu gehen. „Zumindest nicht direkt.“

„Hm?“

„Hatten Sie einen anstrengenden Schultag?“

„Nja… Es geht. Ich kann mich kaum mehr konzentrieren.“

„Verständlich…“

Marry schloss gerade ihre Wohnungstür auf, da räusperte er sich.

„In Ordnung, hier können wir reden.“

„Worüber, Itachi-san?“, sie legte ihre Tasche auf den Esstisch ab und schämte sich plötzlich unheimlich für die Unordnung des gesamten Zimmers.

„Ich habe diese eine Vermutung, die mir nicht aus dem Kopf gehen will…“, er öffnete den Gurt seiner  Uniform und knöpfte die Knöpfe der Polizeijacke auf, kurz ertappte Marry sich dabei, wie sie das zu sehr beobachtete. Es brachte sie beinah schon aus der Fassung. Sie musste zugeben, dass sie die Uniform der Polizei in Japan um einiges schöner als die in Deutschland fand, mit ihren dunkelblauen Mänteln sahen sie sehr  elegant aus. Itachi ließ seinen offen, darunter sah man, dass er ein hellblaues Hemd trug mit einer dunklen Krawatte. Marry spürte, wie ihr ganz heiß wurde und sie spürte ein seltsames verlangendes Gefühl im Bauch, dann legte sie den Kopf schief, stütze ihre Hände an der Lehne eines Stuhls und sah über dem Esstisch zu dem attraktiven Mann. „Was für eine Vermutung?“

„Die Entführungen haben unweigerlich etwas miteinander zu tun.“

„Wieso?“, sie fragte in einem neutralen Ton, weder sofort verweigernd oder ablehnend, eher neugierig.

„Sie haben es ja mitbekommen… Mein Bruder scheint in der Drogenszene mit drin zu sein und gegen eben diese ermitteln ich und Sora momentan…“

„Sora soll deswegen entführt worden sein?“

„Sie hat sich sehr in den Fall rein gehangen und gefährdet somit ihre Geschäfte… Möglicherweise hängt die Yakuza da noch mit drin, wir wissen zu wenig…“

„Yakuza..?“

„Oh, ähm… Die Mafia.“

Marry sah zu Tisch und biss sich auf die Unterlippe. „Ihr wird etwas angetan, oder?“

„Ich weiß es nicht, Marry-san.“, er legte die Tasche auf den Tisch ab und blickte sie aufmerksam an. „Aber es liegt in meiner obersten Interesse, dass es ihr und auch Sasuke bald wieder besser geht. Deswegen bitte ich Sie um einen Gefallen.“

„Einen Gefallen Itachi-san?“

„Würden Sie sich dazu verpflichten in diesem Fall meine Partnerin zu sein?“

Etwas überrascht blickte sie ihn an aber er hielt dem Blick stand. „Sobald ich etwas tun kann um Ihnen zu helfen, werde ich dies tun.“

Er lächelte beinah erleichtert. „Gut, also…“

 

„Marry-chan, der Polizist von gestern ist wieder da.“, flüsterte Hinata, als die beiden Studentinnen nach dem Unterricht in dem Vorhof bei den anderen Mädchen standen.

„Ja, wir haben und verabredet. Bis morgen dann, Hinata-chan!“

„In Ordnung… Erzähl mir dann wann anders warum.“, sie lächelten einander zu und winkten sich dann. Als Marry auf den Beamten zulief, sah er nur sie an und sie wurde unbeschreiblich nervös. Nicht so wie sie es eh immer war, wenn sie ihn ansah, sondern auch wenn ihres Plans, den sie gestern besprochen hatten.

„Hallo, Marry-san. Sie sehen so aus als hätten Sie wenig geschlafen.“

„Hallo, Itachi-san.“, sie antwortete nicht auf seine Feststellung, tatsächlich hatte sie kaum ein Auge zugemacht.

„Sie sind sicher nervös.“, fuhr er fort.

„Ja aber das geht schon. Ich würde alles tun um mehr über Soras Wohlbefinden zu wissen. Sabakuno-san war übrigens heute da.“

„Wie hat er sich verhalten?“

„Er hat im Unterricht geschlafen…Eigentlich nichts Neues.“

Immer wenn sie mit ihm zusammen unterwegs war, hörte sie vollkommen auf, auf die Umwelt zu achten so wusste sie nun erneut nicht wo sie überhabt waren, bis sie erkannte, dass es die Stadtmitte war. „Was tun wir hier?“

„Wir brauchen noch die nötige Kleidung.“

„Ich habe kein Geld…“

„Ich bezahle natürlich.“

„Momentmal.“, Marry blieb vor dem Laden stehen in den er sie führen wollte. „Was stellen sie sich unter nötige Kleidung vor?“

„Solche, die die Frauen in dieser Szene tragen.“

„Ist dafür ein Lolita-Punk Laden nötig?“

„Ja.“, sanft schubste er sie rein und ließ sie wenige Zeit später verschiedene Outfits anprobieren. Als sie das erste Mal den Vorhang zur Seite schob um sich zu präsentieren, war sie sehr rot und aufgeregt gewesen, aber nun sah sie ihn bei seinem, wie sonst auch, unzufriedenen Blick genervt an. „Itachi-san! Egal was ich hier aus diesem Laden anziehen würde, es sieht alles so aus! Es ist einfach nicht mein Stil! Verstehen Sie?“

„Ziehen sie nochmal das erste an.“

„In Ordnung.“, sie riss den Kleidervorhang zu und machte sich dran sich ihm in dem gewünschten Rock mit Netzstrumpfhose und übergroßen Kapuzen-Hoodie zu zeigen.

„Ja, das ist es.“

„Wieso haben Sie das nicht am Anfang gesagt?“

„Je mehr Sie sich angezogen haben, desto klarer wurde mir, dass man so ein süßes Mädchen nicht in so finstere Kleidung stecken sollte. Es tut mir sehr leid.“

Knallrot riss sie den Vorhang wieder zu und sagte nichts, als er ihn wieder aufschob. „Lassen Sie es an, wir bezahlen so.“

 

„Itachi-san, ich bekomme Angst.“

„Brauchen Sie nicht.“

„Sie sehen noch bescheuerter aus als ich.“, Marry flüsterte eine Stunden später. Sie waren kurz bei einem großen Haus vorbei gekommen, ein wirklich großes für die Verhältnisse Tokyos, in das Itachi dann kurz verschwunden war und in Undergroundkleidung zurück kam. „Von meinem Bruder.“, war die kurze Erklärung gewesen.

„Setzten Sie die Kapuze auf.“, er senke den Blick. „Wir sind da.“

Marry tat ihm nach und wisperte kaum merklich. „Wenn Sabakuno-san nicht da ist, war alles umsonst?“

Er antwortete nicht, sie sah sich unsicher in der Gasse um.

Dann erstarrte sie, als sie hinter sich Schritte hörte. „Uchiha, bist du das?“

Itachi wirbelte herum und drückte Marry an die Wand neben sich, dann sahen sie beiden nachhinten. Eine vermummte Gestallt kam auf die beiden zu, sein halbes Gesicht wurde von dem Kragen seiner großen Jacke verdeckt, ansonsten trug er dazu noch eine stark verdunkelte Brille, man konnte kaum was von ihm sehen.

Itachi beugte sich zu der an der Wand gedrückten Studentin, seine Hände lagen auf ihre Schulter. Marrys Herz raste, sie hatte Angst, konnte den unheimlichen Typen nicht mehr ansehen und klammerte sich an die Augen ihres Partners, ihr Atem hielt an.

„Mh.“, knurrte Itachi eher.

„Oh, ein neues Mädel.“, er kam zu den beiden und sah über die Schulter des verkleideten Polizisten direkt zu dem Mädchen. Durch die schwarzen Gläser der Brille erkannte sie nicht seine Augen, aber sie spürte seinen musternden Blick. „Na, früher hattest du aber einen besseren Geschmack. Vergreif dich nicht zu lange an ihr, ich geh vor, Mann.“ Er klopfte ihm auf die Schulter und ging weiter.

Marry wartete bis er weiter weg war und seufzte dann aus.

„Verzeihung, Marry-san.“, er ging einen Schritt von ihr weg und ließ sie los.

„Er hat einen Verdacht geschöpft? Sie denken Sie sind Ihr Bruder?“

„Es geht nach Plan. Alles in Ordnung?“

„Ja, ich hatte nur Angst.“

„Ich beschütze Sie. Vergessen Sie das nicht.“

Langsam gingen sie voran und zu gerne hätte sie sich an seinen Arm geklammert. Sora, wenn ich dir das irgendwann mal erzähle, hoffe ich, dass ich mich an dich klammern kann.

„Momentan ists voll scheiße alles…“, ertönte eine männliche Stimme, aber man konnte noch niemanden sehen, dem sie gehörte.

Itachi drückte sich an die Ecke der Wand um zu lauschen, seine Partnerin machte ihm wieder nach. „Das ist Sabakuno-san.“

„Wo besorgst du Momentan dein Zeug, Shino?“, fragte der Student weiter.

„Hm.“, antwortete die Stimme ihres Passanten. „Ne behinderte Frage.“

„Mh?“

„Ich bin hier ums von Uchiha zu kaufen?“ Sofort sah Marry zu Itachi rüber, welcher eine eiserne Miene behielt.

„Hn. Schön wärs.“

„Wasn?“

„Wenn der Penner hier wäre. Ich meine es gibt genug andere Dealer hier, aber der hat es halt günstiger gehabt.“

„Wie, wenn der hier wäre?“

„Naja…“ Sabakuno räusperte sich. „Ich hab vor ner Woche was von ihm gekauft und dann … Kamen so Asitypen die ihn weg geschliffen haben und so… wie wenn man n Mädel entführt sah das aus.“

Itachi öste sich sofort von der Wand aber Marry hielt ihn mit eindringlichem Blick.

„Alter, willst du mir sagen, dass du ne Woche clean bist?“

„Laber keinen Scheiß, ihm ist die Tasche runter gefallen, da war noch was drinnen.“

„Lass mich raten, du hast erst die Tasche aufgehoben und hast dann versucht Uchiha zu retten?“

„Jap, aber geht ja nicht mich was an, ne?“

„Es passt nicht, gerade auf dem Weg habe ich ihn getroffen.“

„Echt jetzt?“

„Wollte mit nem Mädchen rum machen, an der Wand.“

„So ein Stecher.“, lachte Shino, dann passte Marry für einen kurzen Moment nicht auf und Itachi stürzte um die Ecke. „Itachi! Nein!“, keuchte sie.

„Fuck man!“

 Als sie hinterher stolperte sah sie wie Shino gerade weg rannte und dem Polizisten, welcher Sabakuno mit dem Oberkörper an die Wand presste, die Kapuze runtergerutscht war.

„DU HURENSOHN. DU HURENSOHN LASS MICH LOS!!“

„Du bist hier der Hurensohn von uns beiden, Rotschopf!“

Marry keucht laut und schlug sich die Hände vor den Mund, dann ließ Itachi den Kopf des Studenten immer und immer wieder gegen die Wand krachen, bis seine Hände Blut fingen und er den jungen Mann auf den Boden fallen ließ, welcher sich nicht mehr rührte.

Marry konnte nicht reagieren, mit vor Schreck geweiteten Augen starrte sie den Polizisten an, von dem sie erwartet hatte, dass er niemals auch nur einer Fliege weh tun könnte.

So viel Blut… So viel Blut in seinem roten Haar.

„Ist er tot?!“, krisch sie und stolperte daneben.  

Mehr Wert als ein Cookie

„Warum hast du das getan?!“, schrie Marry und kniete neben Sabakuno, ihrem Mitschüler aus der Uni, welcher blutend am Boden lag. Sie hob mit der Hand seinen verletzten Kopf an, beobachtete seine sich hebende und senkende Brust. Der schreckliche Gedanke er sei tot, bewies sich damit als nichtig. Trotzdem spürte sie, wie ihr eigenes Herz raste, dass sie zitterte.

„Ich… Ich weiß auch nicht.“

Das in schwarz gekleidete Mädchen erlangte allmählich ihre Fassung zurück. „Sie… Sie wissen es nicht?“

„Ja… Als er das mit meinem Bruder sagte… Ich wollte ihn eigentlich nur fangen, aber dann hat er mich gebissen und sich gewehrt. Er hat es verdient.“

Darüber konnte man sich Marrys Meinung nach streiten, aber dafür war nun nicht die rechte Zeit. „Was tun wir nun mit ihm?“

Als sie dann wenige Minuten ziemlich am Eingang der Gosse alleine mit dem Ohnmächtigen Drogenabhängigen saß, war sie nervöser als jemals zuvor. Es könnte schließlich jeder Zeit einer von ihnen vorbei kommen, sie würden erkennen, dass Marry nicht dazu gehörte. Wie lange Itachi brauchen würde…? Es war furchtbar still…Etwas ängstlich sah sie zu dem Rotschopf, dessen Oberkörper an der schmutzigen Wand lehnte. Bluten tat er nicht mehr. Der junge Mann war nicht wirklich viel älter als sie, ihr war nicht klar, wie man in so eine Szene abrutschen konnte und abhängig wurde. Schon wieder war sie in eine Geschichte mit Drogen geraten, in Deutschland hatte sie das beinah alles gekostet.

„Auf, Marry-san.“

„Aaaah!“, die Studentin schrie auf und riss den Kopf in ihre Hände, kniff die Augen zusammen.

„Seien Sie still! Ich bin‘s!“, zischte Itachi und nahm ihr die Hände weg.

„Ich hatte Angst. Sie haben mich erschrocken.“

„Verzeihen Sie, wir haben jetzt aber nicht mehr Zeit.“, eilig half er ihr auf und hob dann Sabakuno hoch, trug ihn über seine Schulter. Marry folgte mit gesunkenem Blick, bis sie sah, dass er zu einem Auto lief und ihr dann die Schlüssel zuwarf.

Schnell öffnete sie den Wagen, sah zu, wie er den Bewusstlosen auf die Rückbank setzte und eilig eine Decke um ihn wickelte.

„Was… Was tun Sie da nur?“, flüsterte sie auf Deutsch, dann verstaute Itachi ihn hinten auf den Boden, so dass man ihn nicht sehen konnte.

„Steigen Sie ein.“

„Wo fahren wir hin?“

„Zu Ihnen nachhause.“

„Was?!“, als sie sich setzte, schnallte sie sich eilig an und musterte den Mann. Seit dem Moment, indem er Sabakuno den Kopf gegen die Wand gehauen hatte, hatte sich sein Bild für sie verändert. Wieso hielt sie ihn denn nun sofort für skrupellos?

„Wohin sonst, Marry-san?“

„Zu Ihnen! Sie haben Ihn ohnmächtig geschlagen! Es ist ihre schuld!“

„Machen Sie mir Vorwürfe…? Ich weiß doch selber nicht richtig verhandelt zu haben,

aber versprachen Sie mir nicht, mich zu unterstützen?! Ich dachte, Sie sind meine Partnerin!“

Seine Augen lösten sich von der Straße, als er ein Schluchzen vernahm. „Ich wollte Sie nicht anschreien….“

„Entschuldigung… Sie haben recht…“

„Ich wollte nicht, dass sie weinen…“

„Tu ich nicht wegen Ihnen…“

„Sie steigen gleich aus und gehen hoch, ich komme mit Sabakuno nach. Dort reden wir weiter.“

Die Studentin flitzte hoch und machte Platz auf dem Sofa, als Itachi ihr folgte und den Bewusstlosen dort ablegte. „Wir sollten reden…“

„Hören Sie… Ich bin ein ganz normales Mädchen, Sie können sich nicht auf mich verlassen, wie sie es auf Sora tun. Ich gebe ja wirklich mein bestes aber ich…“

„Das weiß ich Marry-san, also bitte ich sie vielmals um Vergebung…“, er neigte den Kopf tief und sie folgte verunsichert die Bewegung. „Okay… dann haben… wir das geklärt.“

„Wäre es in Ordnung, wenn Sie sich um ihn kümmern? So wie Frauen es machen…“

„Ja, das kann ich.“

„Wäre es in Ordnung, wenn ich schnell duschen gehe?“

„Sie? Hier?!“, Marry wurde rot als sie bemerkte, dass ihre Stimme sich angehoben hatte.

„… Ist das in Deutschland etwas Verbotenes…?“

„Nein! Nein…. Gehen Sie nur.“, schnell stand sie auf und suchte in dem Schlafzimmer nach einem Handtuch für ihn. Selbst nachdem er hinter der Badezimmer Tür verschwunden war, war ihr noch ganz heiß. Itachi Uchiha musste sie so komisch finden…

Sie tauschte ihre “Gangster“-Kleidung gegen einen hellen Rock mit Bluse und Strümpfen, dann ging sie zu Sabakuno zurück und legte eine Decke über ihn. Was würde mit ihm passieren, wenn er aufwacht…? Wie weit konnte er ihnen helfen? Was wusste er über… Sora.

Entschlossen und sanft wusch sie ihm etwas Blut aus dem Haar und versuchte die Größe der Platzwunden auszumachen, doch viel konnte sie ihm nicht helfen. Dass er dann aber so schnell wieder aufwachen würde, hätte Marry nicht erwartet.

Ganz plötzlich schlugen ihr leere, türkisen Augen entgegen. Vor Schreck warf sie den Lappen nach hinten weg und starrte ihn an. Sabakuno teilte ihren Blick und bewegte ganz langsam seine Hand zu seinem Hinterkopf, wohl an die schmerzende Stelle und verharrte da.

„Ähm…du… du, ich…“

„Was soll das hier?!“, mit eiskalter Stimme schnallte seine Hand schnell von sich zu ihrem Hals, wo er zudrückte. Die Augen der Studentin weiteten und sie gab ein überraschtes Geräusch von sich, dann versuchte sie zu schreien und auf die Beine zu kommen. Schon legte sich die zweite Hand des Rotschopfs um sie und er setzte sich auf. Marry wand sich und versuchte vergeblich zu atmen, im Kopf klar zu bleiben, dann griff sie nachhinten und ergriff eine Wasserflasche, mit der sie ausholte. Bevor sie jedoch irgendwie dazu kam, anzugreifen, erschien Itachi plötzlich hinter Sabakuno und rammte ihn schnell seinen Ellenbogen auf den Kopf. Sie wurde los gelassen und nach Luft ringend taumelte sie nachhinten.

Sabakuno fluchte laut und schlug nach dem Beamten, dessen nasses Haar, sein weißes Hemd beträufelte und es so an manchen Stellen durchsichtiger machte. Er war wohl noch nicht ganz fertig gewesen.

„Geht es Ihnen gut?“

Marry nickte auf dem Boden kauernd und atmete noch immer laut ein und aus, der Schreck stand ihr gut sichtbar im Gesicht.

„Was soll das? Schlägt man Frauen?“, knurrte Itachi den Studenten an, dieser bleckte seine Zähne ihm gegenüber. „Ihr seid beides Huren! Und du bist ein riesen Arschloch!“

„Was sind … Huren?“, fragte Marry das ihr nicht bekannte Wort nach. Der Schwarzhaarige machte gerade den Mund auf aber der Jüngere antwortete früher. „Du!“

Itachi winkte ab und packte Sabakuno-san am Kragen. „Egal, ob du verletzt bist oder nicht, ich möchte jetzt sofort alles wissen!“

„Was denn, man, wovon laberst du überhaupt?!“

„Von meinem Bruder, Uchiha Sasuke.“

Marry schlang die Arme um ihren Körper und sah verängstigt zu den beiden Männern als Sabakuno-san, begann loszulachen. Ohne jeglichen Grund. Ebenfalls sichtlich verwirrt packte Itachi ihn an den Schultern. „Was gibt’s da zu lachen?“

„Du bist also der Cop, der seinen Eltern immer in den Arsch kriecht! Soso.“ Der Rotschopf setzte sich mehr auf und grinste. Sie sah, wie Itachi gerade den Mund öffnen wollte, doch kam ihm der andere zuvor. „Ihr wollt mich also unter Druck setzen, aber da habt ihr nicht wirklich klug gehandelt. Ich bin derjenige, der euch in der Hand hat.“

„Ich lass mich nicht erpressen.“, teilte ihm Itachi mit eisiger Stimme mit doch Sabakuno kam ihm langsam näher, ihre Gesichter berührten sich beinah, waren nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt. Ein selbstsicheres Lächeln lag auf seinen Lippen, in den Augen funkelte Triumph. „Diese Kleine Aktion hat ganz sicher nichts mit deinem Beruf zutun, Herr Polizist, das war eigen Handel und dann hast du auch noch das kleine Mädel da mit hinein gezogen. Nicht gut und eigentlich habe ich nichts getan, du hast mir einfach so aufgelauert und wenn du aussagst, dass ich Drogen gekauft habe, belastest du deinen Bruder sehr. Willst du das Uchiha?“

„Du hast doch keine Ahnung wovon du redest…“

„Ihr wollt Sasuke-kun wieder holen? Gut, ich auch, deshalb würde ich mit euch zusammen arbeiten, aber dann geht es nach meinen Karten, verstanden?“, er grinste wieder und ließ von Itachi ab, stand dann auf und lief durch den Raum. Jeden seiner Schritte beobachtete Marry, etwas in der Angst, er könnte erneut jemanden angreifen. „Beredet das, ich gebe euch fünf Minuten.“

„Rede gefälligst nicht so mit uns, Bengel.“

„Halts Maul, Uchiha.“, er verschwand in der Küche und Marry sah sofort zu ihrem Partner auf. „Stimmt es, was er sagt?“

„Ja… teilweise schon… Ihre Stimme ist rau, tut es sehr weh?“

„Nein, machen Sie sich keine Gedanken um mich…“, sie strich sanft über die noch schmerzende Würgestelle.

„Sabakuno ist nun mal unser einziger Anhaltspunkt…“

„Vielleicht sollten wir ihn morgen nochmal treffen und dann-“

„Ja, das finde ich gut.“, unterbrach Sabakuno-san sie dann doch früher. Beide sahen auf, wie er aus der Küche heraus spazierte und ein Onigiri in der Hand hielt.

„Was hast du da…“

„Ich habe mir noch etwas in die Tasche gesteckt als Entschädigung dafür.“, er biss etwas von dem Reis ab und tippte dann an seine Kopfverletzung. „Ich suche also aus, wo.“

„Warte!“, meinte Itachi als Sabakuno schon zur Tür schlenderte, doch drehte der rothaarige sich dann zu ihm und spuckte ihm Speichel und Reis entgegen, danach war er aus der Haustür verschwunden.

„Itachi-san!“, Marry lief zu ihm rüber doch drehte er sich sofort weg von ihr und marschierte ins Badezimmer. Derweil ging sie in die Küche und stellte fest, dass Sabakuno mehr eingesteckt hatte, als eigentlich in seine Tasche hätte passen können. Wenn Sora wieder da war, würde sie von diesem Vorfall erfahren. Und Marry hoffte inständig, obwohl das gar nicht ihre Art war, dass sie ihm in den Hinter treten würde.

Am nächsten Tag in der Uni war Sabakuno nicht anwesend, jedoch erhielt Marry mitten in der Vorlesung eine Nachricht einer ihr unbekannten Nummer. Es war nur eine Uhrzeit, dann eine Adresse und als letztes der Name Sabakuno Gaara notiert. Heimlich und immer darauf bedacht, dass ihr Professor es nicht mitbekam, schrieb sie Itachi, er müsse sie abholen und es gäbe neues von Sabakuno. Ihr war sofort klar, dass es sich um das Treffen handelte.

Wie verabredet stand der Polizist in seiner Dienstuniform am Eingang des Campus und wartete, Marry verabschiedete sich von den anderen Mädchen und rannte zu ihm rüber, als Begrüßung zeigte sie ihm die Nachricht. Sie konnte beobachten, wie seine Brauen sich zusammen zogen.

„Das ist nicht weit von hier und ich kenne auch die Adresse, kann aber gerade nicht einordnen, was da ist.“

„Haben Sie gerade Zeit oder müssen Sie arbeiten?“

„Ich bin direkt nach der Arbeit her gekommen und habe mich deswegen noch nicht umgezogen.“

„Okay also gehen wir zu fuß.“ So machten sich die beiden auf den Weg und Marry fühlte sich bei ihrem Schweigen etwas unwohl. In der Nacht hatte sie viel über alles nachgedacht und so langsam war sie auf den Entschluss gekommen, dass sie Uchiha Itachi nicht anders sehen sollte als zuvor. In einer Hinsicht hatte er sie ja beschützt und Marry zweifelte nicht daran, dass er das auch weiterhin tun würde.

„Oh nein, sie haben doch einige Würgemale abbekommen.“, bemerkte Itachi plötzlich.

Marry nickte und rückte ihren Schal zurecht, der eben jene hässlichen Spuren verstecken sollte. „Ja aber es tut kaum noch weh.“

„Es tut mir so leid, Marry-san. Ich hätte Sie nie mit ihm alleine lassen sollen.“

„Ich war selber überrascht, als er so schnell erwachte.“

Er blieb stehen und sah ihr plötzlich in die Augen, sie spürte wie ihre Wangen augenblicklich erröteten, aber sie hielt dem Blick stand. „Ich verspreche Ihnen, dass so etwas nie mehr vorkommen wird.“

„Das weiß ich, Itachi-san. Vielen Dank.“, sie verharrten einen kurzen Augenblick so, Marry nutzte diese Zeit um sich sein schönes Gesicht noch einmal in Ruhe einprägen zu können, dann gingen sie weiter und die Stimmung zwischen ihnen war nicht mehr so gespannt wie zuvor.

„Ich habe etwas Angst.“

„Das verstehe ich, aber seien Sie unbesorgt, ich halte mein Versprechen.“

„Ja ich…“, sie brach ab und sah zu dem Haus indem sie Sabakuno anscheinend treffen sollten. „Ein Maidcafé?!“

„Oh nein…“, murmelte Itachi und die beiden tauschten einen kurzen Blick.

„Naja, es stimmt schon, dass uns da nicht wirklich jemand belauschen könnte oder so.“

„Ja aber wirklich ungestört sind wir auch nicht…“

Sie verstand nicht recht was sie meinte, dann trat sie schon vor. „Na dann, gehen wir?“, fragte sie und öffnete ihm die Tür. Er seufzte und zögerte, dann trat er als erstes ein.

„Willkommen mein Herr!“, wurde er auch sofort von zwei am Eingang stehenden Maids begrüßt die ihn anlächelten und den Kopf neigten. „Willkommen!“, lächelten sie auch Marry an, die es wackelig erwiderte.

„Uchiha-chan, schön dich wieder zu sehen!“, kicherte eine dritte Maid beim Vorbeilaufen und zwinkerte ihm zu.

„Ja…“, er wurde etwas rot und Marry starrte ihn kurz an. Er wurde hier mit Namen angesprochen? So gut kannte man ihn hier? In einem Maidcafé?

Die beiden gingen weiter hinein und blieben dann am Durchgang stehen und beobachteten die Gäste.

„Sei doch nicht so schüchtern, Uchiha-chan! Was ist denn los?“, kicherte das Mädchen.

„Ja, wir haben hier eine Verabredung…“

„Waaaas? Ein Date?“

„Nein!“, sagte Marry schnell.

„Aww, das tut mir leid, Uchiha-chan. Das war eine Abfuhr.“

Bevor Itachi antworten konnte, stupste Marry ihn eilig an. „Da ist Sabakuno.“

Er folgte ihrem Blick und nickte. Der Student tunkte einen Cookie in seinen Kakao, während er sich mit einer Maid unterhielt, welche neben ihm saß. Sanft, beinah perfekt gespielt verliebt, strich sie durch sein Haar und kicherte mit hoher Stimme, dann strich sie sanft über seine Wange.

„Sabakuno.“, Itachi schob Marry mit an den Tisch, der Genannte sah auf, das Mädchen erhob sich und lächelte. „Uchiha-chan!“

„Ja, hallo.“

Marry sah die Kellnerin zerknirscht an. Itachi ging also öfters hierher. So oft, dass gleich mehrere Bedienungen seinen Namen kannten. In Ordnung, viele Männer verbrachte ihren Feierabend in Maidcafés doch… Warum wunderte sie das so sehr? Er war so ernst, standhaft…

Er stand auf verkleidete junge Mädchen, sie sich mit piepsig kindlicher Stimme um ihn warfen.

„Ihr seid drei Minuten zu spät.“, riss Sabakuno sie aus ihrer Gedankenwelt, dann lächelte sie Itachi zu als er ihr höflich den Stuhl an den Tisch schon, dann wurde ihre Miene beinah eisern. „Als ob Ihnen Pünktlichkeit etwas bedeutet.“

Er blickte sie nur kurz an, dann lächelte er der Maid zu. „Ich hätte gerne noch einen tripple Chocolate Cookie.“

„Natürliiich!“, sie kniff ihm sanft in die Wange und machte sich sofort auf den Weg. Gerade freute sich Marry, da kam schon das nächste Mädchen und reichte ihr eine buntgestaltete Karte. „Brauchst du überhaupt noch eine, Uchiha-chan?“, kicherte sie und strich sanft über sein Haarpony.

„Brauche ich wirklich nicht, ich hätte nämlich gerne einen Kaffee.“, auch er lächelte höflich.

„Oh, natürlich, kommt sofort! Deine Arbeit ist ja so anstrengend und wichtig, nicht? Du armer!“, schon huschte sie wieder weg.

„Öfters hier?“, fragte Sabakuno grinsend.

„Geht Sie wenig an.“

Marry las verwundert die Karte und hörte den beiden kaum zu.

„Ihr bezahlt meine Cookies.“

„Warum sollten wir?“

„Wegen dem Shit.“, er deutete auf den Verband um seinen Kopf.

„Sie waren also im Krankenhaus?“, fragte Marry.

„Als ob.“

„Wa-“

„Ist egal, geht dich nichts an.“

„Hier, der Cookie mein Herr.“, tanzte eine Maid an und verschwand dann schnell wieder.

Sabakuno lächelte sogar kurz, dann beobachtete er sie beim gehen.

Marry spürte, wie sich etwas in ihr regte, als Itachi wieder zugezwinkert wurde. Er mochte es, er lächelte ihr zu. Es störte die Deutsche.

„Gut Sabakuno, wir kaufen dir deine Kekse. Jetzt rede endlich.“

„Na gut.“, er biss in den Cookie und setzte zu einer melancholischen Stimme an. „Es war ein verregneter Mittwoch.“

„Momentmal.“, unterbrach Itachi ihn zugleich. „Er verschwand an einem Dienstag.“

Er seufzte laut. „Dann halt Dienstag.“, Marry fragte sich, ob seine Informationen auch wirklich zuverlässig waren, dann räusperte Sabakuno sich und fing von vorne an. „Es war ein verregneter Dienstag. Ich nahm ganz normal und sehr bestrebt am Unterricht der Uni teil und spazierte danach etwas herum. Ich achtete gar nicht darauf wo ich hin latschte, da stand ich ganz plötzlich in der Gasse.“

„Sonst sind Sie dort natürlich nie?“

„Nee, sonst hock‘ ich nur zuhause und lerne.“

„Ah ja.“

„Wie ging es weiter?“, fragte Marry ruhig und verschränkte ihre Finger auf dem Tisch ineinander, so als ob sie ihn ernstnehmen würde.

„Jedenfalls hörte ich ganz plötzlich einen Mädchenhaften Schrei deines kleinen Bruders.“, er beugte sich über seinen heißen Kakao und zischte den Namen. „Sasuke Uchiha!“

„Hör auf so eine Show abzuziehen.“

„Okay, aber ich erzähle erst weiter, wenn ich noch einen Cookie bekomme.“

„Was?“

„Schon richtig gehört, Herr Polizist.“

Itachi sah ihn kurz böse an und wank dann einer Maid.

„Uchiha-chan! Es tuuuuut mir soooo leid!“, quietschte sie und umarmte ihn von hinten. „ Dein Kaffee kommt sofort!“

„Schon in Ordnung Yukihiro-chan, bekommt der Herr noch einen Cookie?“

„Welchen?“

„Einmal Macadamia und einmal Smarties.“, klatschte Gaara wie Barbie es tun würde.

„Sehr gerne.“, sie lief an den beiden Männern vorbei und beugte sich dann plötzlich zu Marry. Von hinten strich sie ihr über die Wange und flüsterte ihr in das Ohr. „Ist dir langweilig? Wollen wir beide vielleicht etwas Spaß haben?♥“

„Ah! Lass mich in Ruhe, lass mich in Ruhe!“, flüsterte sie schnell auf Deutsch und zuckte zusammen, dann schüttelte sie ganz schnell und ganz oft den Kopf, bis die Kellnerin kicherte und weg hopste. Als sie ihren Kopf wieder hob, sahen ihre beiden Begleiter sie an.

„Weiß gar nicht, was du hast, die war doch süß.“, kommentierte Sabakuno und sah ihr nach.

„Ich… Ich mag Männer.“

„Wohl eher Uchiha.“

„Und was hast du getan als du ihn schreien hören hast?!“, krisch Marry durch den ganzen Laden und war ganz rot, dann wurden Kaffee und Cookies an den Tisch gebracht. Die Maid kicherte und schob Itachi sanft einen Herzförmigen Keks in den Mund, ehe sie sich knickste und zu dem nächsten Mann sauste.

„Ich bin dem Geräusch jedenfalls gefolgt, wegen Zivilcourage und so, da habe ich gesehen, wie so zwei Typen Sasuke-kun verprügelt haben, bis er ohnmächtig wurde und dann hat man ihn weg geschleppt.“

„Sind Sie ihnen gefolgt?“, fragte Itachi und seine Partnerin bemerkte, wie er sich anstrengen musste, sachlich zu bleiben. Schließlich ging es um seinen Bruder.

„Ja.“

„Und?“

„Sie sind schnell gelaufen.“

„Das heißt, Sie haben sie verloren?“

„Ne.“

„Dann reden Sie schon weiter!“

Sabakuno-san grinste und stand dann auf. „Nächstes Wochenende.“

„Sie bleiben hier.“, meinte Itachi ernst. „Wir haben Ihnen die Cookies bezahlt.“

Der Student nahm sich den übrig gebliebenen Smartieskeks von seinem Teller und sah auf die beiden herunter. „Meinst du wirklich das ist ein Deal? Ich bin keine Nutte. Ich bin mehr wert als ein Cookie.“

Sie beide sahen ihm sehr missbilligend nach.

„Was für ein…“, sie überlegte und sprach es dann doch auf Deutsch aus. „Hurensohn.“

„Wollen Sie auch etwas trinken, Marry-san?“

„Sehr lieb von Ihnen, aber ich würde gerne so schnell wie möglich von hier verschwinden.“

„Das verstehe ich.“. lachte er und trank an dem Kaffee. „Wollen Sie mein Herz?“

„Wie bitte?!“, fragte sie nervös und auch er wurde rot. „Plätzchen! Diese Herzförmigen Plätzchen…“, er deutete auf die Beilage zu seinem Getränk.

„Oh…“, Marry grinste. „Ja, ich nehme ihr Herz.“

Marry ging in ihrem Kopf erneut die nervigen Maids durch, die Itachi mit chan riefen und sich nur um ihn warfen. Das auffällige an der Sache war, dass ihr Besuch in dem Café bereits mehrere Tage in der Vergangenheit lag.

Eifersüchtig, das war sie. Und das völlig unberechtigt, sie duzte Itachi nicht einmal. Sie seufzte bei dem Gedanken und blickte auf die Blümchen, die sie mit dem Kulli auf das ganze Blatt verteilt hatte. Den Text müsste sie nochmal von der Tafel abschreiben, wenn sie das in ihre Mappe einheften wollte. Aber genug Zeit dazu hatte sie ja, denn es war der Tag, an dem sie Semesterferien begangen und gerade besprach der Professor mit jedem Schüler einzeln, seine Leistungen.

„Jonin Marry.“, vernahm sie seine Stimme und sie erhob sich und machte sich eilig auf den Weg zu ihm. Bei den letzten Besprechungen wurde sie meist gelobt und motiviert, doch diesmal war es anders. Die Worte “Sie scheinen ein Problem zu haben, das Ihre schulischen Leistungen stark beschränkt, Jonin-san. Kümmern Sie sich darum und nutzen sie die Ferien zum Lernen“ bleiben fest in ihrem Kopf und Marry wusste, dass der Lehrer recht hatte. Sie machte sich in diesem Moment wirklich viel kaputt.

Wieder an ihrem Platz, sah sie zu den anderen Studenten, die hinter ihr saßen und beobachtete Sabakuno kurz. Itachi würde vor der Uni auf sie warten, sie wollten Sabakuno zusammen abfangen und wegen des “Wochenendes“ einiges klären. Also spurtete sie das Schulgelände hindurch, zum Ausgang und dann gegen Itachi. Dieser lachte und neigte den Kopf.

„Na Marry-san? Ferienbeginn.“

„Ja, ich bin erleichtert, bald ist Sora wieder bei mir und ich kann wieder gute Leistung bringen.“

Wieder lächelten sie einander an, hatten gerade mal zwei Tage einander nicht mehr gesehen, aber sie spürte eine ungemeine Freude darüber. Als wäre ein Wunsch in Erfüllung gegangen.

„Aber Sabakuno war doch heute da, nicht?“

„Ja, das habe ich Ihnen ja heute Morgen geschrieben. Aber er war seltsam in sich gekehrt.“

„Das ist bei solchen Menschen nie so gut.“

Beide schwiegen sie kurz, dann wollte er anscheinend ablenken. „Ist es nicht zu früh um nur eine Strickjacke zu tragen? Es war noch nicht mal Hanami.“

„Machen Sie sich etwa Sorgen um mich, Itachi-san? Das ist ja so süß.“, sie wurde rot und innerlich freute sie sich total.

„Vielleicht, scheint so. Erzählte ich Ihnen nicht von meinem Beschützerinstinkt Ihnen gegenüber?“

„Ja, irgendwie schmeichelt mir das.“, sie ließ ihren Blick schweifen und fixierte dann fest einen Punkt am Dach der Schule.

„Ihnen gebührt ziemlich viel Bewunderung meinerseits, wissen Sie? Dass sie nur zum Lernen hierher genommen sind, ohne die Sprache zu können und nun ja… diese ganze drum und dran.“

„Sie sind sehr tapfer und ein Schmeichler.“, lächelte Marry, dann erkannte sie, dass sich da am Rande des Daches ein Mensch befand. Sie ahnte böses.

„Nun ja, ich…“

„Oh nein.“, wurde er unterbrochen. „Warten Sie hier.“

„Weshalb?“, fragte der Polizist, doch da rannte die junge Frau bereits wieder in das Unigebäude. Nach Luft schnappend eilte sie die vielen Treppen herauf und ging dann auf das Dach. Sie kannte die Grundlagen der Psychologie… Es war ihr Lieblingsfach… sie musste wenigstens versuchen, einen Menschen der sich umbringen wollte, davon abzubringen. Wenn nicht durch ihr Wissen, dann durch ihre Gefühle.

Langsam schritt sie zu dem jungen Mann, der mit dem Rücken zu ihr stand und blieb dann mit etwas Abstand vor ihm stehen.

„Es wird alles gut werden.“, sagte sie in einer ruhigen Stimme. Er zuckte zusammen und drehte sich langsam um. Die schwarz umrandeten Augen waren ganz nass und die Schminke etwas verwischt, ein paar seiner längeren Strähnen klebten durch die Tränen an seinem Gesicht und er zitterte stark.

„Sabakuno-san.“, hauchte Marry überrascht.

Ein Hoffnungsschimmer?

Er weinte etwas lauter weiter und drehte sich wieder weg von Marry, diese musste sich kurz noch einmal fangen. „Du musst das nicht tun, es gibt einen anderen Ausweg.“

„Was weißt du schon? Du hast doch keine Ahnung wie meine Situation ist.“

„Ja, ich weiß. Erzählst du mir davon?“, langsam stellte sie sich neben ihn, sah ihn aber nicht an.

„Da gibt es nichts zu erzählen, mein Leben war schon immer so grausam erbärmlich. Ich wurde schon immer abgestoßen, selbst meine eigene Mutter hat mich gehasst.“

„Hat sie das etwa selber gesagt?“

„Nein, aber mein Vater sagte es mir.“

„Vielleicht log er.“, Marry setzte sich und ließ die Beine herunter baumeln. „Setzt dich hin.“

Er zögerte und setzte sich dann neben sie, sah herunter. „Warum sollte er?“

„Ich weiß es nicht, ich kannte ihn nicht.“, dann wand sie ihren Blick an und sah ihm in die Augen. „Warum möchtest du das tun?“

„Ich habe keine Lust mehr. Wenn es vorbei ist, dann habe ich keinen Stress mehr und niemand weist mich ab.“

„Deine Familie weist dich ab?“

„Meine Mutter ist wegen mir gestorben, mein Vater hat sich umgebracht. Meine Geschwister hassen mich dafür, ich bin die größte Plage in ihrem Leben. Wenn ich nicht studieren würde, würden sie mich raus werfen.“

„Du bist also der jüngere?“

„Ja.“

„Sie hassen dich nicht und ablehnen tun sie dich auch nicht. Jeder Mensch wird geliebt und liebt, das ist ganz normal, denn egal wie böse und gemein man ist, man kann nicht durch und durch schlecht sein. Es gibt immer etwas Gutes, jeder hat einen Sinn dafür, was gut und was falsch ist. So du auch, ich weiß das.“

„Sowas gerade von dir zu hören…“

Sie lächelte und dachte kurz darüber nach, recht hatte er eigentlich schon. „Wenn du von Grund auf ein schlechter Mensch wärst, würdest du uns nicht helfen.“

„Ich habe eure Situation ausgenutzt, um euch das Geld aus der Tasche zu ziehen.“

„Für ein paar Cookies? Wow, du bist echt der gemeinste Mensch der Welt.“, sagte sie sarkastisch und lächelte dann vorsichtig. „Du hast doch noch ein gewissen und ich weiß, dass du irgendwie versuchst auf dich richtige Seit zu kommen, das wird dir auch gelingen.“

„Ich will nicht mehr.“

„Was willst du nicht?“, sie achtete stets darauf, dass ihre Stimme beruhigend sanft blieb. Marry durfte es sich nicht ansehen lassen, doch sie war unglaublich nervös und verängstigt. Was ist, wenn sie es nicht schaffte? Er könnte sich jede Sekunde abstoßen und in die Tiefe stürzen… Ein unglaublich grausamer Gedanke für das Mädchen.

„Wie oft denn noch?“, schluchzte er erneut und raufte sich das Haar. „Das Laben macht mich so fertig.“

„Hey, hör mal…“

„Halt sofort deine Fresse! Laber mir nicht einfach irgendetwas vor! Du hast doch keine Ahnung wie es ist, niemals geliebt zu werden! Mich mochte niemals jemand! Ich war immer alleine.“

„Du wünschst dir Liebe, etwas ganz natürliches.“

Er antwortete nicht und sah einfach weg, die Tränen glitzerten in seinen türkiesen Augen. Da seine Schminke nun komplett verschwunden war, erkannte Marry, dass sie darunter dennoch schwarzfarbende Augenringe verbargen.

„Wenn du niemals Liebe erfahren hast, dann kannst du dich auch nicht danach sehnen. Wir wünschen uns nur Dinge, die wir verloren haben, Gaara-kun“

Das erste Mal hob er den Kopf an und blicke sie direkt an. Sie schenkte ihm ein vertrauenswürdiges Lächeln. „Aber nur, weil wir etwas nicht sehen können, heißt das ja nicht sofort, dass es nicht da ist. Richtig?“

Er antwortete nicht und dachte anscheinend nach. Marry ließ ihren Blick über die moderne Stadt gleiten. „So auch mit Sora zum Beispiel. Sie ist gerade nicht da und ich habe sie lange nicht gesehen, aber ich vergesse nie, dass sie mich liebt und mir vertraut. Das habe ich selbst auf einem ganz anderen Kontinent gespürt.“

„Oh man… Diese Sora ist dir echt wichtig…“

„Ja, unglaublich, aber ich denke, du hast die gleiche Bindung zu deiner Familie, auch wenn du es jetzt gerade noch nicht weißt.“

„Hey… Ich glaube, den Entführer zu kennen.“

„Was?! Wirklich!?“, ihr Ausruf war nicht wütend, sondern voller Hoffnung und sie lächelte ihn an, Gaara blickte kurz verwirrt zurück. „Ja, wirklich.“

„Wie toll!“, ohne darüber nachzudenken, schmiss sie sich an seine Seite und umarmte ihn. Er starrte sie dabei nur an und erwiderte nicht, wies jedoch auch nicht ab, dann löste sie sich und stand langsam auf. „Komm, wir gehen wieder von hier, wir hatten uns ja für dieses Wochenende verabredet.“

Er schien erst so, als hätte er sie nicht gehört, mit eiserner Miene sah er nach unten, Marrys Körper spannte sich nervös an. Er würde jetzt doch nicht…

Gaara seufzte und erhob sich ebenfalls, dann kramte er in seiner Tasche. „Ich habe Angst, dass ich mir etwas tue, wenn ich wieder alleine bin.“

Sie sah ihm still dabei zu, dann öffnete und schloss sie den Mund, als er ein bedrohlich aussehendes Messer aus seiner Tasche zog. Mit ernstem Gesichtsausdruck reichte er es ihr.

„Könntest du es für mich annehmen?“

„Ja.“, sie schloss die Finger um die Waffe und berührte dabei seine Finger. „Keine Sorge.“

Gaara brauchte anscheinend noch einen Moment, dann ließ er los und sah ihr dabei zu, wie sie es in ihre eigene Umhängetasche tat.

Marry atmete noch einmal tief durch und lächelte ihm dann wieder zu. „Komm.“

Zusammen gingen sie die Treppen hinunter. „Gehen wir wieder in das Maidcafé?“

„Gott, nein!“, aber sie grinste während sie dies ausrief. Wann war sie denn das letzte Mal so erleichtert gewesen? War sie es denn jemals gewesen?

„Was war los?“, fragte Itachi, als sie zusammen aus dem Ausgang kamen. Gaara schwieg und sagte nicht einmal guten Tag.

„Es ist alles in Ordnung, das ist doch die Hauptsache.“

„Hm.“, seine schwarzen Augen scheinen sich in ihre zu bohren, so eindringlich spürte sie seinen Blick auf sich aber sie erwiderte ihn nicht. Er würde nichts von dieser Sache erfahren, beschloss Marry still, denn damit würde sie das schwache Vertrauen, welches da auf dem Dach entstanden war, zerstören.

„Gehen wir etwas zusammen trinken oder so? Da können wir weiter reden.“

„Ja… Wohin?“, fragte der Uchiha.

„Nicht in ein Maidcafé.“, antwortete Marry sofort.

Während sie weiter liefen, seufzte er. „Daran habe ich gar nicht gedacht.“

„Ja, aber anscheinend verbringen Sie dort ja genug Zeit. So wie die sich alle auf die gestürzt haben.“

„Entschuldigung?“, fragte er überrascht. „Aber es ist meine Sache, wo ich meinen Feierabend verbringe.“

Augenblicklich lief sie rot an. Natürlich hatte er recht, sie verstand gar nicht, wieso sie das gerade gesagt hatte. Seine Sache, es ging sie nichts an.

„Verzeihung, Sie haben recht…“

„Habt ihr miteinander gevögelt?“, kam es plötzlich von Gaaras Seite.

„Eh?!“, riefen beide gleichzeitig und sahen ihn mit den gleichen verwirrten, beschämten Blick an.

„Naja, ihr redet plötzlich so steif miteinander.“

„Selbst wenn, es geht Sie überhaupt nichts an, Sabakuno.“, und Itachis Stimme war so eindringlich, dass der Rotschopf verstummte und mit deprimiertem Blick seinen Gedanken weiter nachging.

Marry warf ihrem Partner einen Seitenblick zu, wenn sie ihre Mission erfüllen würden, werden sie sich dann danach wieder sehen?

„Was möchtest du gerade, Marry-san? Bubble Tea?“

„Ja, ist das in Ordnung, Gaara-kun?“

Augenblicklich huschte Itachis Blick zu ihr, mit einem mehr als fragenden, fast schon in Richtung panischen, Blick. Schließlich bedeutete es in Japan, jemanden mit Vornamen anzusprechen, dass sie sich meist besser kannten, Freunde waren oder ähnliche andere vertrauensverlangenden Beziehung zueinander hatten. Als Marry sich jedoch zu ihm drehte, neutralisierte er seinen Blick wieder sofort.

„Klar, mir ist es egal.“

Als sie dann aber schließlich in dem Laden saßen, alle mit einem der bekannten Getränke vor ihnen, schwiegen sie erst einmal kurz.

„Gaara-kun, du sagtest, du kennst den Entführer vielleicht?“

„Ich habe eine Vermutung, es verschwanden schon öfters… Leute von uns. Manchmal kamen sie wieder, manchmal nicht…“

„Was haben sie erzählt?“

„Sie alle sagten, Sie würden sich nur an… einen Sushiladen erinnern.“

„Ein Sushiladen?“, fragte Itachi nach und das Mädchen verengte fragend ihre Augen.

„Ihr wisst ja, dass es verschiedene Szenen gibt… von so Leuten wie mir. Die Dealer aus Kabukicho, sehen den Handel in unserem Stadtviertel als… `gefährlich erfolgreich´ an.“

„Ja, verstehe.“, sagte Itachi ernst.

„Kabukicho?“, musste die Ausländerin nachfragen.

„Das Rotlichviertel Tokyos, ein Stadtteil, dort wird viel gedealt, du weißt schon.“

„Ja und was hat das mit Sora zu tun? Und mit diesen Sasuke?“

„Ich bin kein Ermittler oder so, aber… Sasuke-kun verkaufte am erfolgreichsten und er hatte auch wirklich jede Droge auf Lager, keine Ahnung, wie der das hinbekommen hat. Wenn man den los ist, ist das schon mal ein riesiger Pluspunkt.“

„Wenn man es geschäftlich sieht…“, murmelte der Polizist.

„…Ist es immer gut seinen Rivalen Schachmatt zu setzen.“, beendete Marry seinen Satz. „Und was ist mit Sora?“

„Da hab ich auch ne Idee.“ Meinte Gaara und trank. „War ja nur zu bekannt, dass ihr da rum schnüffelt. Man hat die bestimmt entführt und ausgefragt, dadurch haben die sicher herausgefunden, dass Sasuke der große Fisch ist.“

„Konnte man das nicht auch ohne sie wissen?“

„Ne, zum Verkaufen und so hat er sich verhüllt und maskiert, abgesehen davon nannte er sich Ryuukage.“

„Ryuukage? Und woher kennst du seinen Namen?“

„Naja, wir sind sowas wie Kumpel, deswegen wusste ich ja auch sofort, wer du bist.“

„Kabukicho, also.“, seufzte Marry nachdenklich.

Gaara drückte erst seine Lippen aufeinander und redete weiter. „Ich wohne da, wisst ihr?“

„He? Echt jetzt?“

„Ja, es gibt da tatsächlich einen Laden… es treffen sich Typen dort, noch bevor der Laden öffnet. Anscheinend kommen sie da auch nicht so schnell wieder raus.“

„Veraschst du uns? Vorher hast du kein bisschen geredet.“, fragte Itachi misstrauisch.

„Soll ich etwa wieder meine Fresse halten?“

„Nein, bitte rede weiter.“, sagte Marry beschwichtigend.

„Gut, also die Typen sehen nicht aus, wie normale Kunden, ihr wisst? Es könnte doch sein, dass…“, er wurde von dem Klingeln eines Handys unterbrochen. Gaara sah auf sein Display und las anscheinend eine SMS, dann sah er auf. „Ich muss sofort gehen.“

„Warte, sag uns noch wo-“

Doch er ignorierte Marry vollkommen, erhob sich und verließ schnell den Laden.

„Huh? Was war das denn?“

„Ich weiß auch nicht.“, seufzte Itachi. „Was war jetzt bei der Uni los?“

„Ein Geheimnis.“, sagte Marry leise und sah ihm in die Augen. „Es tut mir leid.“

Man sah ihm deutlich an, dass ihm das nicht gefiel, aber er musste sich dem fügen. „Toll…“

Sie schlürfte weiter an dem Bubble Tea und dachte nach. So viele Informationen… So ein Hoffnungsschimmer…

Habt ihr miteinander gevögelt? Naja, ihr seid so steif zueinander… Unmerklich zuckte sie zusammen. Gaara hatte dies bezüglich recht, sie wusste nicht einmal, wieso es so war, doch sie hatte gespürt, dass es stimmte. Heimlich und rot um die Wangen lunzte sie zu ihm herüber. Auch er sah unbestimmt in die Ferne durchs Fenster. Die Finger hatten sich um seinen Bubble Tea Becher ineinander verschränkt, die Haare vielen ihm zusammen mit schwachen Sonnenschein ins Gesicht.

Er konnte doch einfach nicht echt sein, so schön wie er war? Sie könnte ihn stundenlang so ansehen, manchmal wünschte sie sich sogar ein Bild von ihm zu haben, um es sich ansehen zu können, wann sie wollte. Ihre Wangen glühten und ihr Bauch fühlte sich warm an, sie dachte nur einen kurzen Moment daran, wie schön es immer war, wenn er sie berührte…

Marry erschreckte sich, als ihre Hand vibrierte und Itachi sah auch auf.

„Hab ne Nachricht bekommen…“, murmelte sie und öffnete sie so gleich.

>Der Laden liegt in Zentral Kabukicho und heißt Hanasushimasu. Der Inhaber ist ein junger Mann namens Yakushi Kabuto. Seid vorsichtig, die Leute dort sind sehr wachsam.

Sabakuno Gaara.<

„Hm.“, Marry reichte ihm das Handy und zeigte es ihm. „Sollen wir uns das vielleicht ansehen?“

„Gerne, gute Idee. Gehen wir gleich los.“ Sie beide nahmen ihre Becher auf und liefen in die nächste U-Bahnstation, dort ergatterten sie glücklicherweise noch zwei Sitzplätze. Erneut schwiegen sie sich nur an, Marry seufzte innerlich, dann nahm sie sich zusammen.

„Wie geht es Ihnen, Itachi-san?“

Sie beobachtete, wie er weiter aus dem Fenster sah, er hatte sie nicht gehört. Augenblicklich lief sie wieder rot an, dann bemerkte sie, dass ein Mädchen ihr gegenüber gehört hatte und beobachtete, was sie nun tun würde. Für Marry gab es da nur eine Option, sie stütze die Arme auf den Beinen ab und versteckte ihr Gesicht in den Händen.

An der richtigen Haltestelle verließen sie die Bahn und Marry fühlte sich leicht unbehaglich. Bereits am Bahnhof erkannte man, um welches Viertel es sich handelte. Itachi bemerkte dies, er nahm sich zusammen und lächelte ihr aufmunternd zu. „Vergessen Sie nicht, dass ich Sie beschütze.“

„Tu ich nicht.“, als sie aus dem Untergrund wieder hoch kamen, bemerkte Marry, dass es nicht viel anders aus sah, als der Rest Tokyos, es war einfach nur schmutziger und es wurde mehr Graffiti an den Wänden angebracht. Der entscheidende Unterschied waren die Menschen. Vermummt in dunkler Kleidung und meist mit dem Blick nach unten wandelten sie umher. Sie war hier sehr beunruhigt, aber sah sich interessiert um. Nach einiger Zeit, hatte sie jedoch das Gefühl, von jeder Gestalt angesehen zu werden.

„Itachi-san… Kann es sein, dass wir angesehen werden?“

„Ja, wir werden verfolgt.“

„Warum???“, panisch sah sie zurück, als Itachi sie harsch am Rücken weiter nach vorne zog. „Benehmen Sie sich nicht so auffällig.“

„Wie soll ich denn?“

„Wir müssen irgendwie ablenken, uninteressant wirken…“

Beinah schon füllten sich Marrys Augen mit Tränen der Panik.

„Küssen Sie mich.“, flüsterte er dann und blieb stehen, seine Hände legte er um ihre Taille und zog sie so nah zu sich. Marry keuchte auf und wurde ganz rot, mit geweiteten Augen starrte sie ihn an und ließ zu, dass er sich zu ihr herunter beugte und die Lippen sanft auf ihre drückte.

Im ersten Moment konnte sie nichts tun, es schien, als sei sie vor Schreck erstarrt, dann legte sie vorsichtig die Hand auf seine Schulter und die andere an seine Wange, schüchtern erwiderte sie den Druck und lächelte langsam dabei. Er zog sie näher zu sich, Marry spürte, wie ihre Körper so nahe waren, dass sie sich berührten, seine Hände kitzelten sie aber das war nicht der Grund, weshalb sie beim Küssen lächelte.

Nachdem sie die Augen schloss, hatte sie beinah schon ganz vergessen, in was für einem dreckigen Viertel sie sich befand und sie machte mit, als sie den Kopf etwas schief legte und die folgenden Küsse weiter erwiderte, immer wieder trafen seine Lippen auf ihre und sie trennten sich nur um Luft zu holen.

„Itachi.“, hauchte sie völlig überrumpelt und verliebt, dann öffnetet sie langsam ihre Augen und blickte in seine schwarzen. Eben diese, die sie nicht mehr vergessen konnte, seitdem sie ihn das erste Mal erblickte.

„Ich denke, das reicht, wir können weitergehen.“

„J-ja…“, sie nickte und ließ ihn langsam los aber sie hörte nicht auf ihn anzusehen. Itachi legte seinen einen Arm um ihre Hüfte und lief so weiter, den Blick hielt er gesenkt. Sie versuchte vergeblich eine Emotion zu lesen, aber es gelang ihr nicht. Seine Miene war unberührt, sein Mund ein gerader Strich. Hatte er sie gerade geküsst oder hatte er so eben auf eine Menge Geld gesetzt?

„Hm, n junges Pärchen.“, kratzte eine Stimme hinter ihnen und sie beide drehten sich herum. Zwei dunkle Gestalten lehnten an einer Wand hinter ihnen und rauchten beide, sie blickten finster zu ihnen. „Wollt mal ganz Tokyo sehen, he? Das ihr euch in so nem Drecksviertel befindet.“

„Auf Marry-san.“, sagte Itachi leise zu ihr und schob sie weiter, immer noch lag sein Arm um sie, als würde sie ihm gehören.

„Ist aber ein echt beschissener Tag um hier eine Tour zu machen, hört ihr?!“, wurde ihnen nachgerufen und sie tauschten einen Blick.

„Da.“, er nickte mit seinem Pokerface zu einem Sushiladen rüber. Im Gegensatz zu den anderen Häusern und Läden, wirkte es nur zu luxuriös. Das Logo mit dem Namen “Hanasushimasu“ war mit einer Blüte geschmückt und hing einladend über der Tür, die einen durch ein Schild verkündete, dass es geöffnet war.

„ Gehen wir hinein?“

„Auf keinen Fall. Wir dürfen den potenziellen Tätern nicht unser Gesicht zeigen, beim zweiten Mal kennen sie uns dann nämlich schon.“

„Warum sind wir dann hier?“

„Für den Eindruck von Laden und Ort, abgesehen davon wissen wir jetzt, wo er sich befindet.“

„Ja… Das stimmt.“

„Dann gehen wir jetzt besser wieder.“

Marry nickte und beinah zeitgleich ertönte ein naher Schrei einer Frau. Die beiden sahen sich nicht mal an und rannten los, er war etwas schneller und stürzte als erstes in die Gasse. Als Marry schnaufend dazu kam, wich der Polizist einem Schlag einer verhüllten Person aus, eine blonde Frau saß am Boden und starrte zu den beiden herüber. Itachi und sein Gegner kämpfen mit ziemlich gleichen Kräften gegeneinander, Marry stolperte währenddessen neben die Frau und musterte sie.

„Geht es Ihnen gut?“, fragte sie besorgt.

Sie hob ihren Kopf, in ihrem Gesicht lag etwas Dreck und ihr Haarpony viel ihr vor die Augen, hinten waren die übrigen Haare zu vier Zöpfen gebunden.

„J-ja…“, keuchte sie, dann stand sie langsam auf. Marry wollte sie stützen, weil sie doch irgendwie in Sorge war, doch wurde dies abgelenkt und die Lady wand sich den beiden kämpfenden Männern zu. Keinen Moment zögerte sie und kickte dem für Marry Fremden in den Bauch so hart, dass er nach hinten auf den Boden geworfen wurde, sich schnell aufrappelte und dann wegrannte.

Die Blondine sackte wieder auf die Knie und keuchte. „Vielen Dank.“

„Was wollte er von Ihnen?“, fragte Itachi, ganz wie ein Polizist und kniete sich vor sie. „Sind Sie verletzt?“

„Nein, danke alles soweit in Ordnung…. Der Idiot hat es wohl auf mein Geld abgesehen.“

Er reichte ihr die Hand und nickte. „Wieso haben Sie mir geholfen?“

„Zivilcourage ist wichtig.“, war die Antwort.

Sie ließ sich aufhelfen. „Wenn Sie so etwas hier in der Gegend sagen, werden sie geprügelt bis man ihr Gesicht nicht mehr erkennt.“

„Nun ja, ein anderer Grund ist, dass ich Polizist bin.“

„Oh, bei dem Satz werden Sie noch mehr verprügelt.“

„Wohnen Sie hier? Sollen wir Sie vielleicht begleiten?“, fragte Marry lächelnd, doch verneinte die Frau.

„Ich könnte dies nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und es wäre sicherer für Sie.“, meinte Itachi.

Sie seufzte. „Abbringen kann man Sie ja nicht…“

Auch wenn es für Marry etwas unangenehm war, so folgten sie ihr zu ihr zuhause. „Mögen Sie Kekse? Ich gebe Ihnen welche.“

„Nein, auf keinen Fall.“, dankte Itachi höflich ab, zeitgleich rief Marry „Jaaa! Sehr gerne!“, und die beiden Partner sahen sich an.

„Ich gebe Ihnen mal welche.“, beschloss die junge Blondine und klopfte an die Tür. Diese wurde kurz darauf von einem brünetten jungen Mann geöffnet und dessen Augen weiteten sich. „Nee-san! Da bist du ja wieder!“

„Jaja, ich bin wieder da.“, begrüßte sie ihn.

„Temari.“, hörte Marry plötzlich eine bekannte Stimme und ein weiterer Junge kam an die Tür. Niemand anders als Sabakuno Gaara.

Zwischenkapitel 1

Der Beginn eines neuen Jahres

Ihr Liedstrich saß perfekt und die Lippen waren mit einem dunklen Ton versehen. Ihr Zopf saß fest und die langen Locken fielen ihren Rücken hinunter. Wahrscheinlich stand jedes andere Mädchen Tokyos gerade genauso an dem Spiegel und überprüfte nochmal ihr Aussehen, nur nicht so wie Sora es tat. Sie hübschten sich wohl für eine Party auf, doch sie tat es für den Arbeitsantritt.

Silvestern in Uniform statt Minikleid, aber es war in Ordnung. Ihr Partner und sie hatten auch einen Teil der Stadt zugewiesen bekommen, in dem kaum etwas los war, sie waren einfach anwesend um die Menschen zu beruhigen.

Sora ließ einen letzten Blick über ihre unordentliche Wohnung gleiten, dann nahm sie ihren Schlüssel auf, setzt sich die Polizeimütze auf den Kopf und ging geschmeidig die vielen Treppen des Hauses hinunter. Vor der Tür wartete bereits auch schon ein Auto der Polizei auf sie, der Fahrer begrüßte sie während des Einsteigens.

„Hi Itachi, musstest du lange warten?“

„Geht aber war okay, weil mein Lieblingslied lief.“, er grinste und fuhr los. Sora lehnte sich zurück und ließ ihren Blick aus dem Fenster gleiten.  „Heute bis 2 Uhr?“

„Jap...“, aber er lächelte, hielt an einer roten Ampel und kramte in einer Tasche, die auf dem Rücksitz lag, schließlich zog er Schokolade heraus, welch er beim Fahren aß.

„Brauchst du Zucker oder so?“

„Ne, ich hatte nur kein Abendessen.“

Sie lachte über ihn und beobachtete die schöne Stadt weiter.

Einige Stunden später saßen die beiden auf einer Parkbank in dem Viertel, indem sie aufsichtig waren, jedoch gab es wirklich überhaupt nichts zu tun, und so saßen sie mehr oder weniger einfach ihre Zeit ab.

„Welcher Idiot hat uns überhaupt hier eingesetzt?“, regte sich Sora auf.

„Mein Vater.“

„Huh?!“, überrascht sah sie auf und er grinste.

„Irgendwie verstehen wie uns wirklich gut aber wir wissen kaum was über den anderen.“

„Ja, da hast du recht…“

„Vielleicht sollten wir die Zeit dazu nutzen?“

„Gern, gute Idee.“, sie ließ ihren Blick bei ihm. „Also dein Vater…?“

„Ist Uchiha Fugaku, der Polizeichef.“

„Oh mein Gott, das wusste ich gar nicht.“, staunte die Polizistin.

„Madara ist übrigens mein Onkel.“

„Uchiha Madara!?“

„Jaaaah, genau der.“, offensichtlich war er das schon gewohnt.

„Deine Familie ist ja brutal.“, ihr Ton war eher angeheitert als ernst.

„Meinst du obwohl du nicht mal meine Mutter kennst? Diese Frau kann zu einem alles zerstörenden Feuerdrachen werden, um es mal sanft zu sagen!“, er grinste dabei und seine Partnerin lachte.

„Guckt deswegen dein Vater immer so hart? Weil er sie aushalten muss?“

„Das wird’s sein. Deswegen ist er immer so ernst.“

„Ja, von da kommen die komischen Falten! XD“, laut lachte sie darüber, als sie seinen Blick auf sich spürte.

„Findest du das lustig?“

Ihre Augen legten sich auf die Falten, die etwas unter seine Augen übers Gesicht verliefen und  hörte dann auf zu lachen. „N-nein Entschuldigung…“

„Schon okay.“, lachte er. „Nimm das doch nicht gleich so ernst.“

„Besser so als anders rum?“, sie nahm seufzend ihre Mütze ab und ließ ihren Kopf durchlüften.

„Was ist mit deiner Familie?“, wollte er interessiert wissen.

Kurz zögerte sie und senkte dann die Augen. „Sie sind tot...“

„Es tut mir leid.“, er ließ bedrückt den Blick nach unten schweifen. „Ich wusste ja nicht…“

„Schon in Ordnung deswegen lernen wir uns ja gerade kennen.“, sie lächelte und zeigte ihm damit, dass alles zwischen ihnen in Ordnung war. „Ich habe kein Problem mit dieser Tatsache zu leben, es ist nichts Besonderes…“

„Das heißt, es gibt niemanden so in Deutschland?“

„Doch da gibt es noch jemanden.“, sie lächelte.

„Dein Freund?“

„Haha, nein. Eine enge Freundin, ihr Name ist Marry.“

Er stützte die Arme auf den Knien und den Kopf gleich mit drauf. „Habt ihr noch engen Kontakt?“

„Ja, sehr sogar. Wir schreiben uns halt und einmal in der Woche telefonieren wir miteinander. Zum Geburtstag hat sie Geld bekommen um her zu fliegen.“

„Wird sie bald kommen?“

„Ende nächsten Monats, ich brauche dann wahrscheinlich das Auto.“

„Kein Problem, irgendwie werden wir das klären können.“

Gleichzeitig sahen sie auf ihr Handy, noch fünf Minuten bis Mitternacht.

„Wirst du jemanden anrufen?“, fragte er.

„Ja, Marry aber nur kurz und du?“

„Meine Mutter, die ist total sauer weil wir sie alleine gelassen haben. Vater und ich arbeiten und mein Bruder geht mit Freuenden aus.“

„Das heißt sie ist ganz alleine?“

„Nein, sie ist zu Madara gegangen.“

„Ah der böse Madara und deine Drachenmutter sind Geschwister.“, kicherte sie.

„Ja, erzähl mir was über deine Freundin, wo du schon so viel von meiner Familie weißt.“

„Naja, da gibt es kaum was… Sie ist sehr zielstrebig aber meistens viiiiiiieeeel zu tollpatschig… Eigentlich hat sie oft ziemlich viel Pech und sie ist sehr anhänglich, was nervt.“

„Ihr habt euch wohl ziemlich gerne, wenn ihr trotz der Entfernung trotzdem  so gut befreundet seid.“

„Oh ja, ich habe sie seit acht Jahren nicht mehr gesehen….. Sie ist sicher erwachsen geworden.“

„Du redest als seist du eher ihre große Schwester, als eine Freundin.“

„Ja, ich habe sie immer zu beschützt… Vielleicht deswegen.“

Sie schwiegen einen kurzen Moment, dann hörten sie das laute Sausen von Raketen. Als Sora in den Himmel sah, zeigten sich schon die bunten und glitzernden Farben der Feuerwerke und automatisch legte sich ein Lächeln auf ihre Züge.

„Frohes Neujahr.“, wünschte sie und sah Itachi an, der seinen Blick auch zu ihr wande.

„Frohes Neujahr.“, sie beide verneigten sich und griffen zu ihren Handys.

An der anderen Leitung lachte Marry. „Alles Gute Sora, ich rufe dich dann in so zehn Stunden an, wenn wir hier Neujahr haben!“

„Ja tu das und feier nicht zu sehr.“, ohne darüber nachzudenken, gab sie wieder Anweisungen zum Vorsichtig sein. Wieso nur verspürte sie so einen Beschützerinstinkt für dieses Mädchen?

Sie legten ziemlich schnell auf und nachdem auch Itachi fertig telefoniert hatte, gingen die beiden einige Runden und taten ihre Pflicht.

„Warum bist du eigentlich nach Japan gekommen?“, fragte er dann plötzlich.

„Hum… Hat mich irgendwie schon immer hierher gezogen…“

„Und wieso dann auch noch hier Polizisten werden? Das ist doch ein viel schwierigerer Weg…?“

„Es hat sich halt so ergeben.“, Sora lachte. „Weißt du, ich habe in Deutschland den Einstellungstest gemacht und bin im Sportteil durchgefallen.“

„Waaass?!“, der Japaner stammelte überfordert. „Eh… Kann ich mir gar nicht vorstellen.“

„Haha, war aber so… Danach hatte ich lange keine Perspektive und ich habe mich dann entschieden ein Auslandsjahr zu machen, aus dem kehrte ich dann nicht mehr zurück. In meinen ersten Test in Japan bin ich übrigens zurück geschickt worden wegen der Sprache aber beim nächsten Versuch hat es dann endlich geklappt.“

„Sehr beachtlich, dass du immer an deinem Traum festgehalten hast.“

„Danke und wie wurdest du Polizist?“

„Nun…“, er brach zum Überlegen ab.

„Wegen deinem Vater?“

„Jaaaah, so in etwa. Es ist nicht so, dass meine Familie mich dazu gedrängt hat, aber ich denke schon, dass ich als Kind sehr auf diesen Beruf geprägt wurde. Es war schon immer mein Wunsch.“

„Hats gleich geklappt?“, bei der Frage dachte sie an ihre drei Versuche, doch er nickte.

„Ja zum Glück, ich weiß nicht ob ich den Mut gehabt hätte, es mehrmals zu probieren.“

„Wenn es wirklich dein Wunsch ist, dann hättest du es einhundert Mal versucht.“

Itachi gab ihr nickend recht. „Das stimmt“

„Es ist schön dich näher kenn zu lernen aber unsere Schicht ist zuende.“, dabei zeigte sie ihm die Uhrzeit auf dem Display ihres Handys.

„Schon zwei?“, er grinste. Ging ja schnell, wir gehen noch was trinken.“

„Tun wir das?“

„Naja.“, Itachi zog sie mit. „Weil ich dich einlade schon.“

Aktion!!

„Was machen die denn bei dir?!“, fragte Gaara schnell, während die blonde Frau, Temari, ihn nur verwirrt musterte. „Kennst du sie etwa?“

„Ja, tu ich…“

„Seit wann läufst du denn mit Leuten rum, die einen nicht gleich für 500¥ versuchen umzubringen?“

Er wollte antworten, doch kam der andere brünette Mann dazwischen.

„Und was tust du mit ihnen? Weshalb sind sie hier?“

„Sie haben mir geholfen, als so ein Penner mich in der Ecke an gemacht hat und meine Tasche klauen wollte…. Kommt rein, ich gebe euch die Kekse.“

„Du sollst doch das Pfefferspray mitnehmen! Vielen Dank, dass Sie unserer Schwester geholfen haben“, er neigte den Kopf, während die beiden etwas unbehaglich der Blondine in die Küche folgten.

„Gaara hat sich meins einfach aus der Tasche gezogen“, sie stellte Cookies auf den Tisch, Marry und Itachi setzten sich und bevor sie gucken konnte, saß der Rotschopf ihr schon gegenüber und aß.

„Wart ihr im Sushiladen?“

„Noch nicht“, antwortete Itachi.

„Wieso nicht? Darum wart ihr ja hier.“

„Wir wollten uns nur mal ein Bild machen.“

Während des Gesprächs wurde Gaara plötzlich von seiner Schwester von hinten eine Jacke aufgelegt. „Ist kalt…“, murmelte sie nur und er sagte nichts.

Du hast doch keine Ahnung wie es ist, niemals geliebt zu werden! Mich mochte niemals jemand! Ich war immer alleine.

Das was er damals gesagt hatte, bestätigte sich für Marry nur als emotionale Panik, die unbedingt jemanden die Schuld für seine Probleme geben wollte. Dass seine Kindheit in so einem Viertel und ohne Eltern sehr schwierig war glaubte sie, aber sie wusste, dass er da nur in etwas hereingeraten war. Er würde es wieder heraus schaffen, dann das was die Geschwister ihm entgegen brachten war kein Hass oder Schuldgabe. Sondern Liebe und Führsorge.

Kurz darauf packte sich Marry noch zwei Kekse ein und machte sich mit Itachi auf den Heimweg. Während der längeren Zugfahrt von Kabukicho nach Zentral Tokyo schwiegen die beiden, bis Marry auffiel, dass er noch bei ihr war. „Bringen Sie mi-“

„Ja.“, unter brach er ihre Frage. Sie senkte den Blick, dann sah sie aus dem Fenster und beobachtete die Lichter der Stadt in der nächtlichen Dunkelheit.

Es war heute ja eigentlich schon so viel passiert… Vor einigen Stunden saß sie noch mit Gaara auf dem Dach der Schule, mit dem Blick zum Abgrund. Was wohl passiert wäre, wäre sie nicht sofort auf das Dach gerannt, um ihm zu helfen? Niemals hätte sie erwartet, so viel über ihn zu erfahren, geschweige denn sein vertrauen zu erlangen oder sonstiges…

Heute war sie dem Traum, Sora wieder zu sehen, zum greifen nah gekommen… So eine heiße Spur hatte es noch nicht gegeben.

Und da war noch etwas… Ihr Blick gilt zu dem Seitenprofil des Mannes neben ihr. Natürlich spielte ihr Herz sofort wieder verrückt und zerschellte beinahe in ihrer Brust. Diese sanften Lippen, die sich auf ihre eigenen drückten… die Hände an ihrer Hüfte… Ihre Finger die um seinen Hals strichen, sein Körper so nah an ihrem, dass sie sich berührten…

Gänsehaut.

Weiter redeten sie nicht, als sie den Weg von der Station liefen. Worüber er wohl nach dachte? Waren seine Gedanken auch bei ihrem Kuss? Mehr fragte sie sich, wie es ihm gefallen hatte, ob es ihm gefiel…

„Gute Nacht, Marry-san“, sprach er dann nach längerer Zeit wieder die ersten Worte und neigte den Kopf, als sie an ihrer Haustür standen. Sie blickte von unten zu ihm hoch und öffnete den Mund, versuchte einen Ton herauszubekommen, aber wurde einfach nur rot. Was sollte sie jetzt zu ihm sagen? Sollte sie ihn vielleicht umarmen? Durfte sie das überhaupt?

„G-gute Nacht, Itachi-san…“

Er nickte ein letztes Mal und drehte ihr dann den Rücken zu, Marry sah keuchend hinterher.

Einfach nichts…Kein bedeutungsvoller Blick, kein Lächeln, kein… kein Wort über ihren Kuss.

Was hatte sie denn auch gedacht? Marry hielt sich selber für dämlich, etwas erwartet zu haben, als sie die Treppen herauf ging.

Es war nur eine Ablenkung gewesen, ohne Bedeutung.

Als sie in die Wohnung eintrat, war es kalt und das Licht war aus. Ein erneuter Stich in ihr Herz, der ihr wieder in das Bewusstsein prügelte, dass ihre beste Freundin immer noch fehlte.

Da sie keinen Hunger hatte, zog sie sich die Jeans auf dem Weg ins Schlafzimmer aus und legte sich dann einfach in das Fuuton rein, ihre Gedanken blieben die Nacht bei Uchiha Itachi und Sabakuno Gaara.

Der nächste Morgen rauschte an Marry nur so vorbei, vermutlich lag es unter anderem daran, dass sie bis zwei Uhr Mittag geschlafen hatte. Nach dem Erwachen aß sie etwas und stieg dann in die Dusche um sich fertig zu machen. Aber fertig machen…. Wofür denn? Es waren nun Semesterferien und ganz plötzlich fiel ihr auf, dass sie kein Treffen mit Itachi oder Gaara ausgemacht hatte, um nach Sora zu suchen. Kein Plan…

Marry hielt inne beim anziehen und sah in den Spiegel. Was sollte sie denn jetzt tun?

Als sie nachts wieder keinen Schlaf gefunden hatte, wovon auch, sie hatte an dem Tag rein gar nichts getan, von dem sie müde sein könnte, hatte sie sich einfach Animes angeguckt, bis ihr dann doch der Kopf auf die Tastatur ihre Laptops gefallen war.

Das fiel ihr am nächsten Morgen auch deutlich zum Verhängnis als sie tot müde von der kurzen Vibration ihres Handys aufschreckte.

Es war halb 12. Sie maulte und kramte ihr Smartphone hervor, legte sich in die Kissen und öffnete die Augen nur so weit, wie sie musste. Eine Nachricht von Itachi.

„Ich versuche Sora zu retten, machen Sie sich keine Sorgen. Ich hab Hilfe.“

Sie seufzte und schloss wieder die Augen, die Welt um sie war weich und einschläfernd süß, sie wollte sich einfach der Ruhe hingeben, als ein Impuls sie aufschrecken ließ.

Itachi versuchte Sora zu retten?

Alleine?

Natürlich, er hatte geschrieben, er habe Hilfe doch… Marry war doch seine Partnerin!

Die Müdigkeit schlug sie mental gegen die Wand und sie schreckte auf. Schnell krallte sie sich einen Rock und passende Kleidung, dann schnappte sie sich ihre Tasche und sprang die Treppen des Hauses herunter. Beinah rannte sie gegen einen ihren Nachbarn, sie bremste jedoch vorher ab und rief ihm nur Entschuldigung zu, als sie schon weiter rannte.

Im Bahnhof angekommen, musste sie kaum noch die Schriftzeichen auf den Schildern im Bahnhof lesen, sie stieg schon von alleine in den richtigen Zug. Nach Kabukicho.

Wenn sie ihn nicht in dem Sushiladen antreffen würde, hatte sie verloren. Wo anders könnte sie ihn nicht finden.

Auf der Straße war ungewöhnlich viel durcheinander, das hielt sie jedoch nicht davon ab, schnell durch zu laufen. So lange bis sie erstarrte.

Schüsse.

Genau aus der Richtung in die sie gehen musste. Marry schluckte und rannte dann los, ein Passant rief sie zurück, es sei gefährlich.

Still schickte sie Gebete an keinen bestimmten Gott, es habe nichts mit ihren Vorhaben zutun, doch als sie um die Ecke bog, verrieten ihr die aufgeschlagenen Türen des Laden Hanasushimasu nichts Gutes.

„Itachi?!?“, in den Türrahmen gesprungen brauchte sie einen Moment, die ganze Szene auf sich wirken zu lassen.

Der Laden war in kompletten durcheinander und überall rangelten Gestallten miteinander. Von einer Lampe, die an der Decke gehangen hatte, aber nun am Boden zerschellt lag, waren die Einzelteile in Scherben über den ganzen Boden verteilt, Tische samt Stühle wurden umgeworfen. Eines der vielen Fenster wurde kaputtgeschossen, dass sah Marry daran, dass die Kugel noch in dem Glass steckte und sich die Risse über die ganze Scheibe zogen. Plötzlich erkannte Marry Senju Hashirama, welcher sich gegen zwei maskierte Männer wehrte. Beide trugen sie schwarze Mäntel aus dünnen Stoff und waren mit breiten Schultern geziert.

Was tat er hier?

Rechts von ihr wurde jemand gegen die Wand geschubst und mit dem Unterarm an der Kehle fester heran gedrückt. Es war so spärliches Licht, das sie erst nicht wusste zu wem diese Person gehörte. Von gut und böse konnte man hier wohl nicht sprechen, eher ihre Verbündeten oder ihre Feinde. Ganz unbewusst machte sie einen Schritt auf die beiden Menschen zu, Itachi japste vergeblich nach Luft.

In dem Moment in dem Marry dies erkannte, ergriff sie sofort Panik. Er bekam keine Luft, sie musste ihm sofort helfen!

Sie atmete tief dreckige, staubige Luft ein und rannte dann, so gut sie konnte, auf die beiden zu, schubste den Fremden weg. Überrascht von der Verstärkung taumelte der Mann nach hinten gegen einen anderen, glücklicherweise fielen sie aufeinander. Das würde sie jedoch nur einen Moment aufhalten.

„Marry-san! Was tust du hier!?“ Brach Itachi hervor, bevor er zu Boden sinken konnte, fing sie ihn ab und stütze ihn. Sie spürte seinen schnellen Atem ganz nah an ihrem Gesicht.

„Geht es Ihnen gut?“, fragte sie schnell.

„Verschwinde sofort! Ich wollte, dass du in Sicherheit bist!“, er riss sich von ihr los, es gab nur Zeit den Mund zu öffnen, da riss er sie zur Seite und fing einen Angriff des alten Gegners ab.

„Auf, geh schnell!!“

Grob wurde sie von hinten von einer unbekannten Person geschubst und während sie auf die Knie fiel, verlor sie Itachi aus dem Blick, wo sich der Ausgang befand hatte sie auch komplett verloren.

Schnell und mit pochendem Herzen rappelte sie sich auf, Angst war präsent, doch die Studentin ließ sich nicht einnehmen. Zu viel stand auf dem Spiel.

Um in Bewegung zu bleiben lief sie einfach weiter, dann vernahm sie ein seltsames Geräusch in dem Chaos…

Ein unterdrückter Schrei, so wie unter Fesseln.

Marrys Augen leuchteten, als sie die halb geöffnete Tür zu einem Hinterzimmer sah. Ihr Instinkt, ihr Gefühle und all ihre Hoffnung trieben sie dort hin, sie schlich sich an kämpfenden Männern vorbei und kam keuchend an den Türrahmen. Die Augen wurden nass, doch ihre Tränen blieben ihr im Hals stecken und zerbarsten in ihrem Herzen.

Ein kalter dreckiger Raum, die Fenster wurden abgedunkelt, die Luft war stickig. Zwei gefesselt und geknebelte Personen saßen auf dem Boden, ein junger Mann mit fettigem schwarzen Haar lag auf der Seite, anscheinend bewusstlos, das Blut an seiner Schläfe war schon getrocknet und nicht frisch. Etwa Itachis kleiner Bruder…?

Neben ihm… Marry hätte so gerne gesagt, sie würde unendliches Glück spüren, wenn sie ihre beste Freundin nach all dem lebend sehen würde, doch es war einfach nur Angst und entsetzten, welches sie komplett einnahm.

Ihre Hände und Füße waren jeweils aneinander gefesselt, vor ihrem Mund hatte man ein Knebel angebracht. Die Haare hingen wuschig und verfilzt in ihrem mitgenommenen Gesicht. Sie zerrte und riss an den Seilen, die ihr die Freiheit nahmen, wie immer kämpfte sie. Dann sah sie auf und erblickte Marry, die grünen Augen weiteten sich und kurz hörte sie auf sich zu wehren.

„Ich helfe dir, Sora! Es wird alles gut!“, sofort ging sie einen Schritt vor, dann wurde sie plötzlich voller Wucht an den Haaren zurück gezogen.

Marry schrie und konnte sich gerade so auf den Beinen halten, der Mann der sie im Griff hatte, hatte sein Gesicht verhüllt und sah sie nur aus kalten Augen an. „Du hast genug gesehen.“

„Lass mich los!“, krisch sie und versuchte sich zu wehren, natürlich war sie ihm körperlich mehr als unterlegen. Tritte und Schläge wurden ignoriert, so lange bis sie diejenige war, die einstecken musste und ihr Blut, aus den Platzwunden, die Stirn herunter ran. Resigniert packte sie in ihre Umhängetasche, sie musste wenigstens versuchen ihm ein Buch auf den Kopf zu hauen. Ihre Finger ergriffen jedoch etwas anderes.

Noch während sie das Messer heraus zog, fiel ihr ein, woher sie dies hatte. Irgendwie war es so, als sei Gaara in dem Moment bei ihr um ihr zu helfen.

Die Augen des Mannes weiteten sich überrascht, als sie die Waffe hob und nach ihm stach, sie wusste nicht wohin, einfach nur weg von sich. Sie musste weg kommen.

Mit beiden Händen zog sie das Messer aus seiner Schulter, welches bis zum Schacht in seinen Körper gedrungen war, dann keuchte sie als ihr Gegner nach hinten gezerrt wurde.

„Mädchen, beweg deinen Hintern zu Sora, ich erledige das“, befahl Uchiha Madara in einem scharfen Ton, während er den blutenden Kerl zu Boden schlug. Der war auch hier?

„Danke!“, sagte sie und stolperte schnell in den Raum hinein, fiel vor Sora hin, welche sie anstarrte und ihr die Hände hinhielt.

Sofort legte Marry das Messer an die Seile und rieb so schnell sie konnte, es war jedoch ein reinster Kraftakt, denn die Fesseln gaben kaum nach.

Als sie es jedoch fast geschafft hatte, fing Sora plötzlich an zu zappeln und es schien als wollte sie etwas sagen.

„Wir haben es gleich geschafft Sora, keine Angst“, beruhigte die Studentin sie, dann riss die letzte Faser der Fessel. Während Marry sich ihren Füßen zu wand, riss Sora sich den Knebel vom Mund und krisch in kratziger Stimme. „Marry, pass auf, hinter dir!!“

„Huh?“, schnell drehte sie den Kopf, doch da stand schon ein junger Mann mit grauem Haar vor ihr. Seine hellen Augen sahen sie hinter einer runden Sickelbrille kalt an, dann hatte sie nicht einmal Zeit zu schreien, als er ihr etwas Schweres auf den Kopf haute und sie das Bewusstsein verlor.
 

Ihr Kopf war schwer und das Atmen strengte wahnsinnig an, im Hintergrund hörte sie Geräusche, Stimmen, die etwas Seltsames von sich gaben, es war hell und verschwommen. Erschöpft gab sie ein lautloses stöhnen von sich, dabei versuchte sie heraus zu finden, ob ihre Augen geöffnet waren.

Die Stimmen wurden klarer, Marry wand sich und versuchte zu verstehen.

Wo war sie? Wer war bei ihr?

„Wie kannst du das einfach machen, Itachi?! Auf eigene Faust handeln?! Und dann noch ein Mädchen mit rein ziehen!“

„Ja…. Es tut mir leid.“

„Was soll ich deinem Vater sagen?!“

„Am besten, dass…“

„Deine Mutter wird mich verantwortlich machen!“

Itachi…

Itachi, er bekam Ärger von jemanden.

„Onkel Madara…!“

„Nenn mich nicht Onkel, wenn ich dich zurecht weise!“

„Madara, ich stehe zu meinem Handeln! Marry-san genau so!“

„Ist ja schön schief gegangen du Idiot!“

Ganz plötzlich spürte Marry einen unaufhaltsamen Schmerz. Sie war so überrascht davon, dass sie aufschreckte und laut keuchte. Im Hintergrund standen zwei schwarzhaarige Männer, der kleinere der beiden löste sich von seinem verschwommenen Punkt und kam auf sie zu.

Itachi… Sein besorgter Blick galt nur auf ihr. Beinah panisch atmete Marry ein und aus, ließ ihren Blick über das Zimmer gleiten – das vertraute Zimmer ihrer Wohnung in Tokyo.

Langsam drehte sie den Kopf, auf den Sessel neben sich entdeckte sie eine ihr bekannte Gestalt. Ihre Augen weiteten sich und füllten sich mit Tränen.

„Sora?“

„Marry“, sie stand auf und kniete sich neben sie und lächelte.“Sora!“, die Studentin starrte sie noch einen Moment lang an, dann krisch sie laut und schmiss sich um ihre beste Freundin.

wie in einem traum

Es fühlte sich alles so unreal an. Die Arme, die um sie lagen, die Locke, die ihre Wange kitzelte, das Lachen an ihrem Ohr, der vertraute Geruch einer geliebten Person.

War es wahr oder Traum? Wunsch oder Realität?

„Marry, du brauchst doch nicht zu weinen.“, sanft wurde ihr durch das Haar gestrichen und die Studentin sah auf. Sora lächelte sie an und sicherte ihr so ein unbeschreibliches Gefühl der Sicherheit zu. „Nicht heulen, okii?“

„Du bist es wirklich!“, schluchzte Marry nur noch lauter.

 Bis sich die Kleine beruhigt hatte, verabschiedete sich Uchiha Madara und Itachi brachte Tee an den Tisch, ehe er sich zu dazu setze.

Marry hatte in allzu früher Zeit nicht vor, sich von Sora zu lösen.

„Schön, dass Marry-san sich so freut, dich wohlauf zu sehen. Die Freude liegt ganz meiner Seitz, aber ich mach mir immer noch Sorgen.“

Beide Frauen sahen gleichzeitig auf.

„Sora-san, ich bestehe immer noch darauf, dass ihr beide ins Krankenhaus geht. Marry-san hat etwas abbekommen, aber du ins besonders.“

„Und was sagen wir dem Krankenhaus, wenn sie unter meinem Namen registrieren, dass ich eigentlich entführt bin? Dann kommt die Polizei, und dann kommt raus, dass du eigenhändig gehandelt hast…“

„Sora, ich möchte das nicht verheimlichen, ich stehe dazu.“

„Wir gehen nicht ins Krankenhaus und du überlegst dir alles nochmal.“

„Geht.“

„Nein.“

„Doch.“

Ihre Diskussion fand jedoch ein ehes Ende, als Marry ihre Freundin von sich stieß und zur anderen Seite erbrach.

„Marry!“, sie streichelte ihr über den Rücken und sah dann Itachi an. „Doch.“

Die beiden nahmen ziemlich schnell ihre Sachen auf und Itachi fuhr eilig in dem Polizeiauto in Richtung des Krankenhauses. Marry saß zusammen mit Sora hinten und hatte die Arme um sich geschlungen. Die Übelkeit hatte sie einfach übernommen, in ihrem Kopf drehte sich einiges, es war kaum zu definieren.

„Sie hat noch Blut im Haar… Wie konnte ich das nur nicht sehen?“, fragte die Polizistin, in ihrer Stimme ein sichtlich erschüttertes Gewissen zu entnehmen.

„Es war ein absoluter Ausnahmezustand, Sora. Du wurdest entführt.“

„Ja aber…“

„Bitte sehe es ein. Es ist jetzt alles so schnell gekommen… wir hatten kaum Zeit zu reden, aber eure Gesundheit ist jetzt erst mal am Wichtigsten.“

„Warum bist du so wild drauf?“

„Ich kann es nicht verantworten, wenn euch etwas geschieht.“

Marry hätte gerne geantwortet, irgendetwas von wegen, sie habe all das selber getan und sie wolle die Verantwortung alleine tragen, doch die Worte wollten in ihrem Kopf einfach nicht zu einem Satz kommen.

Was war da nur los?

„Wir schreiben uns über Marrys Handy, ihre Nummer ist 0-“

„Ich hab sie schon.“

„Oh.“, Sora nickte. „Und du..?“

„Ich fahre zur Polizei und lege einen Bericht vor meinem Vater ab. Ruf mich an, wenn ihr fertig seid, vielleicht kann ich euch ja abholen.“

Sie nickte und öffnete die Autotür, stieg aus und holte Marry nach. Abwesend starrte sie den Fahrer an und folgte dann Sora, als sie in Richtung des Gebäudes lief. Vom Seitenwinkel sah Marry erst, dass sie immer noch so mitgenommen aussah, wie in ihrer letzten Erinnerung an sie in diesem Sushiladen.

Bis die beiden jedoch überhaupt erst dran kamen, verging viel Zeit, so dauerte es auch eine Weile, bis sie behandelt wieder aus dem Gebäude kamen. Zu Marrys Erleichterung ging es  Sora ziemlich gut, es war sogar so, dass Marry diejenige mit einem Verband um den Kopf war und an einer Gehirnerschütterung litt. „Der Penner hat dir eins mit der doofen Wok-Pfanne übergehauen…“

„Ja, daran kann ich mich noch schwach erinnern…“, sie legte den Kopf an Soras Schulter und sog ihren Geruch ein. Die Zugfahrt rauschte nur so an ihr vorbei. Als die beiden Frauen dann endlich zuhause ankamen, hockte niemand anderes vor ihrer Tür als Uchiha Itachi.

„Geht es euch beiden gut?“, fragte er, sein besorgter Blick lag auf dem Band um Marrys Kopf.

„Nur eine Gehirnerschütterung.“

„Es tut mir so unendlich leid.“

„Ich habe mich selber entschlossen zu helfen und wusste von den Risiken.“, sie lächelte ihn an und folgte Sora in die Wohnung. Man konnte glücklicherweise behaupten, dass es ihr nun viel besser ging.

„Wie lief es, Itachi?“

„Ich wurde suspendiert.“ Schlagartig drehten sich beide um und sahen ihn an. Der junge Mann strich sich eine Strähne seines Haarponys aus seinem Gesicht und nickte. „Jedoch nur vorläufig…“

„Tut mir echt leid…“

„Morgen wirst du befragt, Sora. Es haben sich alle unglaublich darüber gefreut, dass es dir gut geht.“

„Klar, ihr könnt mich doch nicht verlieren.“, sie gähnte und streckte sich. „Bleibst du über Nacht? Wir können morgen weiter über alles reden.“

„Danke für das Angebot, ich kenne die Couch ja schon.“, kurz lächelte er, dann verabschiedete er sich für die Nacht.

Marry legte sich zu Sora in den Futon und drückte sich an deren Körper. Ausnahmsweise reagierte die Polizistin nicht ignorant oder passiv, sie legte einen Arm um ihre kleinere Freundin und drückte so ihr Gesicht etwas mehr an ihre eigene üppige Brust. Die Studentin schloss die Augen und fühlte sich wohl, wohler als zuvor jedenfalls und Sora neben sich zu wissen, schenkte ihr ein beruhigendes Gefühl. In den letzten Wochen hatte sie ganz vergessen, wie es sich anfühlte, unbeschwert zu sein, sorgenlos…

Doch trotz ihren Glücksgefühlen konnte sie einfach nicht schlafen. Vorsichtig, um die zur Ruhe gekommenen Sora nicht zu wecken, stand sie auf und tappte leise durch das Zimmer. Ein Tee würde sicher helfen… Das tat er immer.

Als sie gerade in das Wohnzimmer trat, realisierte sie in der gleichen Sekunde, dass sie Itachi wecken würde, doch der lag nicht in dem für ihn vorhergesehenen Schlafplatz. In der Küche brannte noch Licht, nach kurzem herein haschen erkannte Marry den Gesuchten wieder, wie er am kleinen Tisch saß und seinen Kopf über einen heißen Tee am Tisch stützte.

„Sie können auch nicht schlafen, Itachi-san?“

Er sah schnell auf, nickte dann. „Ja, es ist schwer…“

Marry nahm sich etwas von dem bereits aufgebrühten Tee und setzte sich neben ihn. „Die Couch ist wirklich unbequem…“

„Es liegt nicht wirklich daran…“

Sie sah ihn aufmerksam an, sein Blick glitt wieder zu Boden. Die weichen Haare fielen ihm wieder vor die Augen, seine geschwungenen Lippen waren traurig verzogen. „Es ist wegen meinem Bruder…“

In Marrys Gedanken sprang die schlaffe Gestalt eines Jungen, der neben Sora gefesselt gelegen hatte… Ob bewusstlos oder tot, das hatte man nicht sehen können… Vielleicht doch. Möglicherweise. In Marrys Situation hatte sie es jedenfalls nicht geschafft. War er also tot…?

„Es ging einfach zu schnell… Ich… konnte nichts tun.“

Vorsichtig legte sie ihre Hand an seine und streichelte seinen Handrücken mit dem Daumen „Was ist passiert?“

„Die Täter konnten flüchten… Wir konnten nur einen retten, bevor sie ihre Geiseln hätten verschleppen können…“

„Wieso haben Sie dann Sora gewählt…?“

„Ich weiß nicht, ich war in Panik… Ich hatte nur Sie gesehen, bewusstlos und voller Blut, halb auf Sora liegend.“

Marrys Augen weiteten sich kurz und sie versuchte den Mund zu öffnen, aber ihr entkam kein Laut.

„Ich habe ja schon einige Male gesagt, dass ich einen ausgeprägten Beschützerinstinkt für Sie empfinde…“

„Es tut mir sehr leid für Sie…“, sie lächelte ihn tröstend an, sein Blick galt nur ihr alleine. Augenblicklich verspürte sie die Röte auf ihren Wangen, das Herz schlug schneller, das Blut rauschte ihr durch den Kopf. Wer war Uchiha Itachi, das er so etwas mit ihr anstellen konnte?

„Es… Es wird alles wieder gut werden“, stotterte sie weiter, sie sah ihm fest in die Augen, merkte gar nicht, dass sie ihm näher gekommen war.

„Marry-san…“, seine Stimme war leise, fast schon ein Flüstern. Man sah ihm an, er war hin und her gerissen. Aber wovon? Der junge Mann machte gerade eine wirklich schwere Zeit durch, die Angst um seinen Bruder konnte Marry mit ihrer Angst um ihre Freundin vergleichen, die Panik, die er wohl spürte, was nun aus seinem Job werden würde, wie er schon offenbart hatte, Schuldgefühle ihr Gegenüber…

Marry beobachtete, wie seine Augen sich von ihren lösten, sie wanderten etwas weiter nach unten, fixierten ihre Lippen.

Nervosität überkam die Studentin, gleichzeitig kribbelte ihr Bauch. Der Uchiha kam ihr auch noch ein Stück näher, die Hand legte er vorsichtig an ihre Wange. Marrys Atem stockte, auch ihr Gesicht kam seinem immer näher.

Was geschah hier? Was sollte sie nun tun??

Überfordert presste sie die Lippen aufeinander, ihre Hände krallten sich in ihren Schoß.

„Itachi-sa-“

„Pscht.“, flüsterte er sanft, er legte den Kopf etwas schief, dann drücke er vorsichtig die Lippen auf ihre.

Augenblick erstarrte Marry, ihr Herz pochte laut in ihrer Brust, ganz resigniert legte sie die Hände auf seinen Schultern ab. Der Kuss war so kurz, dass sie kaum eine Möglichkeiten hatte ihn zu erwidern, sichtlich nervös sah sie ihn an, spürte seinen Atem an ihrem Mund. Wieso hatte er aufgehört? „Es…“, er wich nur einen Zentimeter von ihr Weg. Wieso war es schon vorbei? „Es tut mir Leid, das war unange-“

„Nein!“, sagte sie panisch, noch bevor er fragen konnte, krallte sie ihre Hände in seine Schultern und beugte sich wieder vor. Fest küsste sie ihn erneut, sie wollte ihn jetzt nicht einfach gehen lassen und sich so eine Chance nehmen lassen, sie… hatte in der ganzen Zeit schon so oft gespürt, dass sie ihn haben wollte…

Ihn brauchte.

Itachi erwiderte die neuen Küsse stark und entschlossen, seine Hände fanden ihren Weg an Marrys Rücken, da zog er sie mit immer fordernderen  Küssen auf sich.

Sie ging seiner Bitte nach und kletterte so keuchend und mit glühenden Wangen auf seinen Schoß. Um nicht herunter zu rutschen, krallte sich das Mädchen fester um seinen Hals, ihre Finger strichen dabei durch seine seidig glatten und schönen Haare, es machte sie verrückt, wie die Strähnen ihr durch die Finger rannen. Itachis Hände lagen auf ihrem Rücken, dort presste er sie auch immer weiter fest an sich, eine der beiden strichen langsam aber stetig nach unten, bis sie bei Marrys Hintern liegen blieb. Zwar wurde sie sofort rot, aber sie stellte fest, dass sie das nicht störte. Auch nicht als er sie da kniff, sie lächelte nur mehr, während sie ihre Lippen auf seine presste. Dieses berauschende Gefühl jagte ihr wie Adrenalin durch jede Stelle ihres Körpers, die Augen funkelten die seinen an und es fühlte sich so an, als würde es niemals enden.

 Doch das Gefühl trügte, nach einigen Momenten keuchte sie gegen seine Lippen, dann drückte sie die Stirn an seine Schulter. Jede stelle, die er berührte war heiß, Marrys ganzer Körper war von ihm angetan, es war wie eine Sucht. Seine Hände strichen behutsam über ihre Hüfte und Taille, eine so liebevolle, sanfte Berührung von der Marry nur hätte träumen können. Wie in Trance kuschelte sie sich an den Mann, genoss alles an dieser Situation. Die Wärme, das Streicheln, seinen Geruch, sein Haar, das an ihrer Wange kitzelte…

Marry fragte sich nur kurz, ob das alles nun bedeutete, dass ihre Liebe nicht einseitig war, so wie sie es immer gedacht hatte. Und genau so plötzlich hatte sie sich eingestanden, was es war. Dieses Gefühl, dass sie immer hatte. Sobald Uchiha Itachi in ihrer Nähe war.

Liebe.

Gerade sah sie mit vor Glück glitzernden Augen zu ihm auf, da schob er sie sanft von seinen Schoß auf ihren eigenen Stuhl und stand auf.

Durch dieses plötzliche Entziehen seiner Berührung blieb Marry die Luft im Hals stecken, sie beobachtete, wie er zu dem Fenster lief und in die Dunkelheit nach draußen sah. Beinah schon unsicher strich er sich mit einer typischen Bewegung den Pony aus seinem Gesicht und seufzte leise.

„Sie sollten zu Bett gehen, Marry-san.“

Ihre Augen weiteten sich und sie blinzelte, versuchte kein Laut von sich zu geben, obwohl sein Gesagtes ihr wehtat. Was sollte denn diese plötzliche Abweisung?

„Uhm… uh… Ja.“, auch sie stand langsam auf, was sollte sie denn auch sonst sagen oder tun? Der Uchiha wand sich nicht von dem Fenster ab, langsam schritt sie daher an die Tür zum Schlafzimmer. Marrys Hand lag schon an den mit Reispapier bespannten Eingang, als sie dann doch nochmal den Kopf herum drehte und seine schöne, schlanke Gestalt ansah. „Vielen Dank, Itachi-san!“

Als sie sich traute, den Kopf wieder zu heben sah er sie an, sie sah ihn an und er sagte nichts. Sie sagte nichts. Er wand sich wieder ab.

Schnell tappte Marry wieder zurück zu Sora und fragte sich, was da gerade geschehen war.

Als sie am früheren Morgen endlich Schlaf gefunden hatte, dauerte es gar nicht so lange, bis Sora sie liebevoll weckte, indem sie ihr die Decke auf das Gesicht drückte, bis sie das Gefühl hatte zu ersticken.

Panisch riss Marry die Decke von ihrem Gesicht und wollte schreien, als sie ihre Sicht zurück bekommen hatte, doch da erblickte sie schon wieder ihre Freunde und all der Ärger blieb ihr im Hals stecken.

Sora blickte sie an und wartete auf die Beschimpfungen und Schläge, doch da kam nichts.

„Marry….?“, fragte sie vorsichtig, plötzlich realisierte sie, dass ihre Freundin ja immer noch an einer Gehirnerschütterung litt. Ein kleiner Moment verging und die Kleinere legte sich mit dem Oberkörper voran auf Soras Schoß und schmiegte sich an sie.

Die Polizistin seufzte laut und tätschelte ihr dann den Kopf, so lange bis sie aufstand und zum Frühstück rief.

Im Wohnzimmer zögerte Marry kurz, die Bilder der letzten Nacht kamen ihr wieder auf. Dies zeigte sich durch  ihre geröteten Wangen und das Lächeln. Diese Berührungen, die Nähe…

Es war so schön gewesen, aber auch wie in einem Traum, wenn es nicht plötzlich so schnell vorbei gewesen wäre…

 In der Küche ließ Sora etwas fallen und das folgende Geräusch dröhnte durch das ganze Zimmer, so dass Marry aus Reflex zusammenzuckte.  Im Sofa rührte sich der bis zum Gesicht in eine Decke eingemurmelte Itachi , der sie sich dann vom Gesicht zog und sich verschlafen über die Augen wischte.

Bei allen hohen Göttern, er sah so süß aus.

„Sorry!“, rief Sora nochmal extra laut um ihren Partner auf jeden Fall aus dem Schlaf zu reißen.

„Jaja…“, murmelte der müde Uchiha leise.

„Beweg deinen Arsch her, ich mach das Essen nicht alleine!“

„Jawohl!“, lachte Marry und bewegte sich in die Küche, als sie am Sofa vorbei ging lächelte sie. „Guten Morgen, Itachi-san.“

Er murmelte nur als Begrüßung und während die Studentin ihrer Freundin beim Frühstück half schmunzelte sie.

Es schien so, als ob Itachi anscheinend Schwierigkeiten damit hatte, aus dem Bett zu kommen, es dauerte so lange, bis er vom Couch zu Tisch schlürfen konnte, dass die Frauen schon alles vorbereitet hatten und gerade ihre Brötchen schmierten.

„Du hast also gestern alles deinem Vater erzählt?“

„Ja, und dann habe ich nochmal einen Bericht geschrieben, es ist alles gesagt und auch die Wahrheit, du musst dich also nicht verstellen.“, er beendete seine Aussage mit einem Gähnen.

„Alles klar, ich gehe heute Abend hin.“

„Muss ich auch?“, fragte Marry doch verneinte ihre Freundin.

Während des Essens glitt ihr Blick immer wieder zu dem Mann zurück, doch dieser nahm kaum Notiz davon, er benahm sich wie sonst auch.

„Hey Marry?“

„Hm?“

„Du machst das gut.“

Sofort hob Marry den Kopf und Sora grinste sie an. Diesen Satz gerade hatte sie auf Deutsch gesprochen.

„Eh….“, überfordert erwiderte Marry das Grinsen.

„Du hast anscheinend schon ganz vergessen, dass du die ganze Zeit Japanisch sprichst und es hört sich fantastisch an.“

„Oh mein Gott du hast recht, ich spreche Japanisch!“

Itachi, der gerade erst verstanden hatte worum es geht lächelte auch.

„Wow!“

Sora überließ ihre Freundin einen Moment der Woge des Glücks, dann wand sie sich wieder allen beiden zu. „Wann brechen wir auf?“

„Eh?“, fragten beide gleichzeitig.

„Na hört mal.“, als ob sie eine Rede halten wolle, erhob sich Sora. „Wenn ihr schon mit eigenen Ermittlungen angefangen habt, müsst ihr diese auch zu Ende bringen! Was ist mit Sasuke? Wenn ihr mir geholfen habt, dann helfen wir jetzt auch ihm! Abgesehen davon muss ich wissen, was mit diesem Sushiladen ist! Entweder ist der Laden nur aus einem doofen Zufall da mit rein geraten oder die haben was damit zu tun. Ich muss das wissen.“

Kurz sagte keiner von den beiden was, dann räusperte sich der Uchiha. „Bist du dir sicher, Sora? Dir geht es nicht so gut.“

„Du  würdest es so oder so machen, Itachi. Keine Sorge, ich kenne meine Grenzen.“

„Vielen Dank.“

„Ich werde auch mitgehen.“, sagte Marry bestimmt. Sofort glitt der Blick des Polizisten zu Sora, die lächelte. „Gut, ich habe dich ja anscheinend unterschätzt.“

„Sie ist wirklich ein mutiges Mädchen, das mir viel geholfen hat. Ohne sie würdest du noch im Sushiladen liegen.“

Marrys Wangen glühten aufgrund des Lobes, ihre Freundin lächelte und nahm ihr Geschirr auf. „Das glaube ich.“

Sobald Sora außer Hörweite war, nutzte Marry die Gelegenheit und beugte sich über den  Tisch. „Itachi-san! Was hatte das gestern Nacht zu bedeuten?“

Seine Augen sahen in ihre, erneut erschütterte dies Marrys Welt in einen Taumel aus unzählbar vielen Gefühlen. Er beugte sich etwas näher zu ihr, seine Stimme war ganz ruhig und zart, so wie immer, doch erstarrte sie bei seiner Antwort.

„Nichts.“

Ihre Augen weiteten sich, noch bevor sie jedoch etwas sagen konnte kam Sora wieder. „Machen wir uns gleich fertig?“

„Gerne. Du bist ja richtig entschlossen.“ Als sei nichts gewesen stand er auf und brachte sein Geschirr rüber. Marry musste erst mal sitzen bleiben und sich noch einmal beruhigen, sich bewusst machen, was er gerade gesagt hatte. Nichts. Nichts.

„Marry, beweg di-“, Soras Satz wurde durch das Klopfen an der Tür unterbrochen, dem sie auch gleich nach ging. Die Studentin erhob sich und lief zitternd zur Schlafzimmertür, sie wollte sich nichts anmerken lassen, vor allem nicht vor Itachi.

„Hum? Wer bist du denn?“, hörte sie Soras Stimme.

„Ist Marry-san verletzt?!“

Gleichzeitig sahen sie und Itachi auf, doch Marry reagierte als erstes.

„Ga-Gaara-san!“, sie stolperte zurück und fand den Studenten in ihrer Haustür stehend wieder.

Sabakuno Gaara sah genauso aus wie letztes Mal. Letztes Mal, das hörte sich so lange her an, aber die Woche, in der der Rotschopf ungesehen war, hatte sich wie eine Ewigkeit angefühlt.

„Geht es dir gut?! Mann, ich hab gehört, was ihr Idioten euch geleistet habt!“

Marry konnte nur überrascht blinzeln, sorgte er sich? „Uns allen geht es gut, danke.“

„Wieso hast du nicht Bescheid gesagt?! Mann, ich wäre auch da gewesen!“

„Es war alles so spontan, es ging viel zu schnell…“

„Und du bist diese Sora, um die die kleine da immer so eine Panik gemacht hat?“, er sah zu der Polizistin rüber, die gleichgültig schaute.

„Ja, das ist meine beste Freundin Sora!“ Die Polizistin schob Marry zur Seite. „Und wer bist du, du Möchtegern Emo?“

Gaara stutzte erst mal kurz. Geht dich wenig an.“

„Er hat euch die ganze Zeit geholfen?“, fragte sie an Itachi gewandt.

„Mehr oder weniger…“, kam die zögerliche Antwort und Sora verlangte mit einem Blick sofort um Aufklärung.

„Er weiß alles und wollte zu Anfang nicht kooperieren.“

Sora zog Gaara mit in die Wohnung und schloss die Tür. „Na dann, kannst du uns ja helfen.“

Kurze Zeit danach saßen sie alle zusammen im Zug. Marry neben Sora, Gaara neben Itachi. Die Tatsache, dass sie nach Kabukicho fuhren, um einem Verbrechen näher zu kommen, wirkte für Marry so unwichtig in diesem Moment.

All ihre Gedanken hangen bei Itachi Uchiha und seinen Worten…. Seinem Wort und die Taten letzter Nacht.

„Träum nicht so vor dich her, erzähl mir von deinen Erfolgen in der Universität!“, Sora grinste sie an und lauschte den Rest der Fahrt ihrer Freundin.

In Kabukicho angekommen entdeckte Marry als erstes, dass dem Sushiladen einige Fenster fehlten. In Bruchteilen erinnerte sie sich an Scherben, da es Sommer war, hatte man wohl noch nichts daran geändert.

Sie alle sahen kurz hinein doch es war komplett leer, nur der brillentragende Sushimaster stand an der Theke und polierte eines seiner Messer.

„Gehen wir da jetzt rein?“, fragte Gaara leise.

„Ja, folgt mir.“, Itachi gab den Ton an, ging vor und ihm folgte der rothaarige Student. Sora, das Gesicht in einer Kapuze verhüllt, schubste sie dahinter und nachdem sie als letztes in den Laden eingetreten war, drehte sie das kleine Schild an der Tür von „Geöffnet“ auf „Geschlossen“.

Der Ladeninhaber nahm davon noch keine Notiz, da er erst einen kurzen Moment später aufsah, an seinem Blick erkannte man, dass er sich über die Kundschaft freute.

„Willkommen in Hanasushimasu! Für vier Personen können sie gerne jeden Tisch nehmen, ich bin sofort bei Ihnen.“

Er sah fragend aus, als sich keiner rührte, nur Gaara trat vor.

„Ich würde jetzt das Messer weglegen, oder ich hole meines raus.“

Der grauhaarige Mann sah verwirrt auf, Itachi drückte Marry sanft in Richtung der Fenster, die sie dann verschleierte. Durch die kurze Berührung raste ihr Herz erneut, es war absolut nicht der rechte Zeitpunkt…

Was wird das hier?“, fragte er und sah misstrauisch zwischen den jungen Erwachsenen hin und her.

„Kennen Sie mich noch?“, in dem Moment in dem Sora ihr Gesicht zeigte, weiteten sich seine Augen und Marry erkannte, dass er die Situation nun genau analysierte.

„Ihr wollt also kein Sushi.“, mit einer beinah schon eingeübten Lässigkeit drückte er seine Brille zurück an ihren Platz auf seine Nase.

„Nein.“, Marry erschrak beinah vor der Kälte in Soras Stimme, dann sah sie, wie sie ihre Waffe zog und direkt auf den Mann richtete. „Messer weg.“

Er starrte sie einen kurzen Moment an, seine Miene veränderte sich nicht, dann legte er das Küchenwerkzeug weg.

„Jetzt kommen Sie um den Tresen, langsam.“, befahl nun Itachi. Auch auf dieses Kommando hörte er und bewegte sich, wie er sollte, dabei stellte er keine Fragen.

Er wusste weshalb sie hier waren.

Gaara drehte sich zu Marry um, welche nur resigniert zu Sora sah, sein Blick glitt immer wieder zu ihr. So kleine unschuldige Mädchen gehörten einfach nicht in diese Szene.

Itachi packte den Sushimaster beim Genick und drückte ihn mit dem ganzen Oberkörper auf den Tresen seines eigenen Ladens. „Fangen wir mit etwas einfachem an. Dein Name?“

Er keuchte laut und Marry sah, dass der Polizist ihn weiter drückte. Sora hatte ihre Pistole mittlerweile wieder sinken lassen.

„Hast du ihn vergessen? Soll meine Partnerin helfen sich zu erinnern?“

„Ya-Yakushi!“

„Yakushi weiter?“, fragte sie hinter Itachi scharf.

„Kabuto… Yakushi Kabuto.“

„Yakushi. Das ist dein Laden?“

„J-ja! Ich… ich bin der einzige Arbeiter hier…“

Gaara sah sich um. „Kein Wunder, dass der Laden nicht läuft, wenn man hinten drin zwei Geiseln hat.“

Der Mann keuchte laut und stöhnte dann, als Itachi seinen Körper fester an die Arbeitsplatte presste. „Du hast sie entführt?“

„Nein! Nein auf keinen Fall!“

„Lüg nicht!“, zischte der Polizist und haute seinen Kopf gegen die steinerne Theke.

„Bei den Göttern! Ich habe es nicht getan!“

„Das heißt, du hast uns nur hier festgehalten?“, Soras Stimme war messerscharf und gnadenlos.

„Ja, ich sollte nur auf die Geiseln aufpassen!“, gestand er mit rasselnden Atem, dann verstummte er vollkommen, als hätte er gerade seinen Fehler realisierte.

„Für wen arbeitest du?!“, Itachis Stimme wurde immer drängender doch nun blieb eine Antwort aus. „Für wen.“

„Das werde ich euch niemals verraten!“

Die beiden Polizisten versuchten, weiter eine Antwort zu erlangen, als Marry ein Geräusch von draußen vernahm. Gaara ebenso, er bickte ihr zu und lief langsam an ein Fenster und schob die Verdeckung zur Seite, dann hechtete er sofort zurück. „Shit, das sind die Huren von der Polizei!“

Alle beteiligten sahen auf, in Marry kam eine Panik auf.  Verweisung der Uni wegen Drogenbesitz….

„Scheiße!“, Sora wich ein paar Schritte zurück. „Wir müssen sofort verschwinden Itachi!“

„Es gibt einen Hinterausgang! Verschwindet sofort!“, herrschte Yakushi -der los gelassen wurde- sie an und öffnete eine Tür. Sie alle  folgten Itachi unüberlegt und nicht nur Sora kam der Gedanke, dass eine Falle nun ein leichtes wäre.  Unerwarteterweise fanden sie dann doch schnell raus und flohen schnell in eine U-Bahnstation.

„Das haben wir verkackt.“, kommentierte Gaara und niemand antwortete ihm, besonders Sora und Itachi wirkten verärgert darüber.

Falsche Entscheidungen

Marry konnte kaum den Abstand, der zwischen ihr und Sora bestand, ausgleichen. Die Polizistin sprintete neben ihrem Partner immer weiter voran, während ihre Freundin mit Sabakuno Gaara zurück hing.

Ironisch, zwei Polizisten flüchteten vor der Polizei. 

Angst packte sie und jagte sie immer weiter voran, sie kam sogar Sora etwas näher, als ihre Eigenschaft tollpatschig zu sein sie einmal mehr in Schwierigkeiten brachte, sie über ihre eigenen Füße stolperte. Sie sah den Boden näher kommen und kniff die Augen sofort zu, als zwei Schultern sie packten und hielten. „Nicht jetzt, Marry-san.“

Sie hatte keine Verschnaufpause, Gaara zog, vielleicht sogar eher zerrte,  sie direkt weiter.  Die Studentin hatte Sora und Itachi aus den Augen verloren, als der Rotschopf plötzlich auf sie zurannte und nicht langsamer wurde. Marry riss ihre Augen auf, der erste Gedanke war, dass sie sich vor dem Tackle schützen musste.

Sora packte ihre kleine Freundin und warf sie über ihre Schulter, verängstigt presste sich Marry weiter an sie und beobachtete ihre an ihr vorbeischwindende Umgebung. Soras Tempo nahm einfach nicht ab, nicht einmal, als der Angstellte der Bahn sie beide anhalten wollte. Erst in der U-Bahn ließ Sora sie wieder zu Boden. Itachi sah als größter von ihnen bewachend über die kleine Gruppe und von allen Seiten wurde Marry von dem Berufsverkehr an die Polizistin und Gaara gedrückt.  Sie hüllten sich in schweigen ein, die Finger der Studentin krallten sich fest in Soras Oberteil, ihr einziger Halt. Erleichterung war es, die in der Luft lag.

„Ich… ich muss hier raus, ich schreibe dir dann, ja?“, Marrys grauen Augen fixierten den Uchiha.

„Ja, ich warte, wir müssen dann weiter sehen….“ Nur noch kurz konnte sie ihn ansehen, dann verabschiedete er sich nicht einmal bei ihr und drängte sich an all den anderen meist anzugtragenden Menschen vorbei.

„Und du? Willst du bei uns zuhause gammeln oder was?“, fragte Sora dann vor ihrer Haustür.

„Kann dir doch egal sein.“ Marry sah zwischen den beiden hin und her, dann ging sie  hienein und warf den Schlüssel an seinen Platz.

„Also bevor du hier aufgetaucht bist, sah es deutlich aufgeräumter aus, hier.“, bemerkte Gaara beim Hereinkommen. Schon knirschte Sora mit den Zähnen.  Sie wusste noch nicht so recht wieso, aber auch Marry spürte, dass etwas zwischen den beiden nicht stimmte. Die Schimpfereien wollten einfach nicht aufhören.

„Wenigstens arbeite ich als Weib nicht in 'nem Job für Kerle! Mannsweib!“

„Heh?! Und was ist mit dir?! Ich kenne nichts, was mehr Weibsarbeit ist, als das Erziehen von Kindern!

„Jetzt hört doch mal auf!“, Marry stellte mit einem lauten Krachen ein Tablett mit einer Teekanne und drei Tassen mit Untertasse auf den Sofatisch. „Ihr zickt schon die ganze Zeit so…“

Aber auch danach verstummten die beiden einfach nicht.

„Wenn du angeschossen wirst kommt die Kugel gar nicht durch deine fetten Titten durch!“

„Komm schon, das soll mich beleidigen?! Ich bin nicht ausgewandert um mir das anzuhören!“

„Oh! Du bist also nur 'ne Striperin in so 'nem Polizeikostüm?“

„Fresse, du Opfer-Rotschopf!“

„Du hast doch selber rote Haare!“, entgegnete der Student scharf.

Sora erhob sich mit zerknirschter Miene.

„Rothaarige Jungs sind Opfer, die sterben sollten und rothaarige Weiber sind verdammt sexy! Das ist der Unterschied!“

„Du bist wohl die einzige Ausnahme!“

Einige Zeit später lag Marry betrübt im Bett und Gaara hatte schon lange das Haus verlassen.

 

„Itachi-san! Was hatte das gestern Nacht zu bedeuten?“

„Nichts.“

 

Durch die ganze Handlung und dem ganzen Hin und Her hatte Marry dieses eine Wort schon fast vergessen und noch viel mehr den einen bestimmten Mann, der sie damit abgespeist hatte.

Nun kam es ihr schmerzlich direkt wieder in das Bewusstsein.

„Was ist denn los mit dir?“

Die Studentin sah auf in das grinsende Gesicht Soras.

„Warum?“

„Du siehst richtig deprimiert aus.“

„Ach… Nur so 'ne Geschichte mit 'nem doofen Typen…“, das Mädchen verspürte keine besonders große Lust darauf, über Itachi Uchiha zu sprechen, dies schien Sora auch sofort zu verstehen und setzte sich zu ihr. „Wenn ich dir helfen kann, sag es nur.“

„Kuschel mit mir!“, rief Marry lachend, als ihr Gegenüber beinah aufschrack. „Nein!“

„Aber, aber!“

„Stammel nicht so dumm rum, Mann!“

„Aber ich möchte kuscheln!“

„Alles, außer kuscheln!“

Nun wurden Marrys Augen größer. „Küsschen?!“

„NEIN!“

Die Studentin krabbelte auf Sora zu und spitzte ihre Lippen, wobei sie Schmatzer von sich gab. Eilig hielt der Rotschopf sie von sich weg und verzog angewidert das Gesicht. „Bleib mir vom Leib!“

„Sora-chan! Gib mir ein Küsschen!!“

„SPASTII!!!!“

 

Sora hatte noch für einige Tage frei und man sah es vor, es etwas langsamer mit ihr anzugehen. Auch wenn sie sich ziemlich tough zeigte, so war sie noch immer sehr von der ganzen Geschichte erschüttert.

Itachi hatte sich auch seit fünf Tagen nicht gemeldet, aber der Studentin war bewusst, dass er auf keinen Fall einfach die Geschichte hinter sich lassen würde und ganz bestimmt darüber nachdachte, wie seinem Bruder zu helfen war. Die beiden Frauen ließen die Sache nun mehr oder minder ruhen und Marry entdeckte wieder den Luxus der Unbeschwertheit im Leben.

Sora war wieder da und somit war ihre Welt wieder in Ordnung.

Die gutgelaunte Stimme der Polizistin drang aus der Küche zu Marry, die am Tisch saß und ihren Pflichten als Studentin nachging. Es standen so viele andere Dinge im Vordergrund, dass das Lernen ganz auf der Strecke geblieben war.

Auch Gaara war anscheinend von einem langen Fall aufgeschreckt, in dem Gesprächsverlauf zwischen ihm und Marry war nun eine Drohung, eine Anweisung auf ein Treffen in einem Maidcafé und ganz viele Fragen, die den Lehrstoff der Uni betrafen zu finden.

Der Geruch von Tomatensauce hing in der Luft und Marry grinste. Sora hatte ein Festmahl angekündigt und genau aus diesem Grund war es der Jüngeren verwehrt in die Küche zu gehen. Doch all die friedliche Atmosphäre wurde plötzlich zerstört, als Soras Gesang verstummte und sie begann zu fluchen. Zeitgleich beugte sich Marry zu ihrer ledernen Umhängetasche, um eines ihrer Bücher raus zu nehmen und entdeckte dann einen gefalltenen Zettel in ihr.

„Nein!! Gerade die wichtigste Zutat fehlt!!  Marry!!!!!“ Wie eine aufgebrachte Hausfrau stürmte sie aus der Küche. „Du bleibst hier! Und wenn du auch nur durch das Schlüsselloch zum Essen schaust, setze ich dich nackt im Zentrum von Kabukicho aus! Ich muss die letzte Zutat kaufen gehen!“

„Nimm mich doch mit?“, fragte Marry, kurz etwas schockiert.

„Nein! Du musst lernen!“ Noch einmal sah Sora mehr als warnend zu ihrer Mitbewohnerin und entschwand dann schnellen Schrittes aus der Wohnung.

Marrys Interesse legte sich jedoch weniger auf das gerade vor sich her schmordende Essen und mehr auf das Stück Papier, das ihr aus ihrer Tasche nur zuwinkte.

 

Auch wenn es nach einer Falle klingt, hoffe ich, dass du meiner Einladung trotzdem nachgehst.

 Ich habe beschlossen dir reinen Tisch zu machen, dafür musst du jedoch alleine erscheinen.

Vermutlich fragst du dich, weshalb das alles, warum ausgerechnet du. Es liegt an deinem Gesicht und der großen Ähnlichkeit zu meiner Tochter.

Pass auf dich auf, du kannst mich in meinem Hanasushimasu antreffen.

Yakushi Kabuto.

 

Es war einfach erschreckend. Erschreckend, dass Marry es einfach nicht merkte, dass sie so etwas in ihre Tasche bekommen hatte.

Die einzige Möglichkeit, in der Kabuto Yakushi genug Körperkontakt zu der Studentin gehabt haben könnte, war der Moment, in dem er ihnen die Tür geöffnet hatte, um ihnen zur Flucht zu verhelfen.

Grundsätzlich sagt alles in Marry sofort, dass sie nicht hingeht. Möglicherweise sollte sie mit Sora darüber reden…

Sora, Itachi, Gaara..

Die drei Personen sind die einzigen, die in letzter Zeit etwas erreicht hatten oder etwas zu dem Fall betrugen.

Was Itachi wohl sagen würde, würde Marry seinen geliebten kleinen Bruder retten können oder zumindest einen Hinweis auf dessen Verbleib vorweisen könnte? Sicher nicht so ignorant. Und Sora? Stolz würde sich in ihren grünen Augen spiegeln und das Lächeln würde nur für sie bestimmt sein. Aber vor allem, was wäre das für ein Gefühl, wenn das alles endlich vorbei ist? Und noch mehr, wenn sie es beenden würde?

In dem Moment, als Sora wieder in die Wohnung gestürmt kam, stand ihr Entschluss fest.

Kaum war die Polizistin am nächsten Tag aus dem Haus, schlich Marry in ihr gemeinsames Schlafzimmer. Es war beinah so, als wären die beiden jungen Frauen verheiratet, sie kannte ihre beste Freundin in und auswendig, das hieß natürlich auch, dass sie genau wusste, wo sie ihre Sachen ablegen würde. Ihre Socken, ihre Süßigkeiten die sie für sich haben wollte, ihre ihr peinlichen Shojo-Manga und auch wo ihre Dienstwaffe war.

Auf eben diese hatte es Marry abgesehen.

Marrys zierliche Finger sahen so falsch an der kalten Pistole aus, sie wusste nicht richtig, wie sie sie halten sollte, aber wirklich kompliziert konnte ihr Gebrauch nicht sein. Einen Moment hielt sie inne und überlegte, ob sie die Waffe wirklich mit sich führen wollte, dann nickte sie bestimmt. Ja, sollte sie.

Mehr als das brauchte sie nicht dem Inhalt ihrer Tasche hinzufügen,  sie steckte Geld ein und machte sich auf den Weg nach Kabukicho.

Gerade noch freute sie sich darüber, dass sie eine nicht überfüllte U-Bahn erwischt hatte, da wurde ihr die Tatsache auch schon zum Nachteil.

„Marry-san?“

„Itachi- san!“, ihre Wangen glühten sofort auf und die Stimme gab plötzlich drei Oktaven höhere Töne von sich. Wieso musste sie ihn jetzt treffen?

„Wie geht es Ihnen?“

„Sie küssen mich und würdigen mich danach keines Blickes mehr? Langsam finde ich schon, es wäre Zeit, dass wir uns duzen.“, die Worte entsprangen Marrys Mund einfach und sie schämte sich schon fast dafür, sie konnte ihn nicht ansehen.

„Ich… Ich wollte nie, dass…“

„Schon gut, es war schön, Sie wieder getroffen zu haben.“

Ohne ihm eine Chance zu lassen, lief Marry an ihm vorbei und stieg aus. Erst, als sie draußen war, realisierte sie, dass sie eigetlich noch einige Stationen hätte weiterfahren müssen. Das war nicht schlimm, sie würde einfach auf den nächsten Zug warten.

Die Tasche drückte sie fest an sich, als sie in dem bekannten Rotlichtviertel auf den Sushiladen zulief. Dass Hanasushimasu jemals etwas mit einer Entführung oder anderen grausamen Taten zutun hatte, konnte man nicht sehen. Es sah einfach nach einem kleinen liebevollgestalteten Restaurant aus, in dem man sich eigentlich sehr wohl fühlen könnte.

Ein Glöckchen  gab sanfte klingende Töne von sich, als Marry die Tür öffnete und vorsichtig in den Raum sah. Niemand da.

„Du bist wirklich gekommen.“, der grauhaarige Inhaber kam aus dem Hinterraum an die Theke. Hinter seiner runden Brille sah er sie aufmerksam an.

„Ja, ich bin da, alleine.“

„Dann bist du ja wirklich so naiv, wie du aussiehst.“

„Was?!“, die Aussage traf Marry wie ein Schlag, dann hörte sie hinter sich das Glöckchen. Sofort drehte sie sich herum und erblickte einen anzugtragenden muskulösen Mann.  Sein finsterer Blick ließ sie sofort wieder zu Yakushi schauen, neben dem plötzlich zwei Männer aufgetaucht waren.

„Ich habe schon sehnsüchtig auf deinen Besuch gewartet.“

Zwischenkapitel 2 - Von heißen Hosts und anderen Dingen

Marrys Kichern verstummte den ganzen Weg nicht und dies verhalf Sabakuno Gaara und Uchiha Itachi nicht wirklich, ihre Laune zu heben. Schon die ganze Zeit sahen die beiden Männer mit zerknirschter Miene aus dem Fenster oder umher, ein wahrer Aufreger.

„Jetzt stellt euch nicht so an! Wir waren auch in Maid Cafés!“, wies Sora sie beide an und bemühte sich ausnahmsweise mal, mit Marry Schritt zu halten. Diese hopste nur so voller Vorfreude voran, wartete dann aber auf die anderen, bevor sie das Gebäude betrat.

„Willkommen in unserem Host-Club!“, begrüßte ein gutaussehender Mann im Anzug die vorgelaufenen jungen Frauen. Nicht nur seine Kleidung wirkte gepflegt, auch seine dunkelroten Haare lagen perfekt. Die Augen wirkten etwas verschlafen, das Gesicht so schön wie das einer Puppe. Jeder, der auch nur ein wenig mitdachte, konnte sich denken, warum ausgerechnet dieser Mann an der Tür stand, um die Gäste zu begrüßen.

Das hatte doch keinen Sinn, welche Frau sprang schon darauf an? Itachi verengte mit diesem Gedanken die Augen, doch wurde er eines besseren belehrt. „Einen Tisch für vier!“, quietschte Marry aufgeregt in ihrem niedlichen Japanisch, auch der Host lächelte darüber. „So? Dann folgt mir bitte.“ Elegant verneigte er sich und lief voran, auf dem kurzen Weg kamen noch drei weitere formelgekleidete Männer zu den Besuchern, so dass jeder von den vieren wie eine Prinzessin, oder eben wie ein ziemlich fauler Prinz, höflich mit dem Stuhl an ihren Platz geschoben wurden. Itachi sah misstrauisch und abweisend zu dem Blonden Kerl, der aussah, als hätte er einen ziemlich nervenden Charakter und Gaara wirkte nur peinlich berührt, sah dem Host mit animalischen Gesichtszügen nicht einmal an. Sora erfreute sich an dem jungen Mann, der ihre Haarfarbe teilte und Marry kicherte leise, wurde auch noch rot, als ihr Kurzwegbegleiter mit langen brünetten Haren und klaren Augen ihr zu zwinkerte.

„Mein Name ist Naruto, ich bin als erstes für euch da.“ Er lächelte und setzte sich neben Itachi, dem er auch gerade an den Tisch geholfen hatte und holte ein kleines Notizbuch mit Stift heraus. „Ihr seid das erste Mal hier?“ Mit aufgeregten blauen Augen sah er jeden einzelnen an, als letztes blicke er zu Gaara, der seit dem Eintritt hier noch mehr in sich gesunken zu sein schien, als es sonst auch der Fall war. „Ja…“

„Dann vereinbaren wir erst mal den Kennlernpreis!“ Er kicherte unter vorgehaltener Hand. „Bei eurem nächsten Besuch müsst ihr dann den vollen Preis zahlen, der je nach Host variiert, das könnt ihr Süßen auf der Karte dann nachlesen.“

„Oki doki“, gab Sora unnatürlich niedlich von sich. Der Laden hatte also auch auf sie eine besondere Wirkung.

„So für die beiden hübschen Damen wären das jeweils 1.300¥ und für euch beiden 4.000¥.“

„Eh?!“ Die beiden Männer sahen sich beinah schon schockiert an, dann zückten sie ihre Brieftaschen und kramten.

„Eigentlich müsstet ihr für uns bezahlen… Können wir nicht einfach gehen…?“, murmelte Gaara und der Polizist versuchte, während der Bezahlung zu verdrängen, was man wohl jetzt von ihm und seiner sexuellen Orientierung dachte.

„Neji.“ Von der Seite wurde Marry eine Visitenkarte gereicht, passend dazu der Host, der diesen Namen trug.

„Marry“, kicherte sie und nahm die Karte an.

„Marry.“ Er setzte sich neben sie und nahm sanft ihre Hand in seine. „Der Name klingt auch schon so unwahrscheinlich selten, wie es deine verzaubernde Schönheit ist.“

Von dem Level wie sehr Marry sich darüber freute, mussten die Angestellten hier eigentlich nichts mehr mit ihr machen, dachte Sora grinsend und drehte sich zur Seite. „Entschuldigung?“

„Ja, meine Prinzessin?“ Das Gesicht des Mannes wurde zur Hälfte von seinem langen blonden Haar bedeckt, welches ihm auch trotz hochgebundenem Zopf den Rücken herunter fiel.

Sora brauchte keinen Moment um sich zu fangen, sie grinste nur kurz. „Wir haben Durst.“

„Klar, klar.“ Er kam zu ihnen dazu und nahm von jedem die Bestellung auf, außer von Marry, die beide Hände von Neji drückte und bei jedem Wort mehr, dass er ihr heiser ins Ohr flüsterte, roter wurde.

Kaum war der Blondling verschwunden, wurde Gaara beinah panisch. „Wollen wir jetzt nicht gehen?! Ist doch scheiße hier… Da können wir uns auch gleich verpissen.“

„Was ist los? Angst schwul zu werden?“, grinste Sora nur mehr.

„N-nein!“

Auch Itachi wollte sich zu Wort melden, als ein Host, dessen schwarzes Haar stachelig nach oben gebunden war, durch die lange Mähne des Polizisten strich. „Weich und wunderschön.“

„Eh..!!“

Gerade lachte Sora laut auf, da schlug Gaara sie gegen den Arm. „Gehen wir. Jetzt. Gehen wir.“

„Nein man, wir haben doch gerade erst bezahlt.“

„Ja aber….“

„Entschuldigung, die Getränke.“ Ein weiterer gutaussehender Mann trat zwischen Sora und Marry, stellt als erstes einen Orangensaft zu der Brünetten und sah dann erst auf. Die Ähnlichkeit zu dem kleinen Rotschopf, den er direkt anblickte, war nicht zu leugnen.

„Gaara-chan? Was machst du hier in meiner Arbeit??“

„Glaub ja nicht ich bin freiwillig hier!!“

„Ja, aber…“

„Wer ist das, Versager?“, fragte Sora.

„Nie-Niemand!“

Erst jetzt hatte es Marry geschafft, sich von Neji abzuwenden und auch aufzusehen. „Ist das nicht dein Bruder, Gaara-san?“

„Hey, das ist doch das Mädchen, die mit dem Kerl Temari geholfen hat und dann unsere Kekse abgestaubt hat, oder?“ Er sah sie lächelnd an und entdeckte dann Itachi. „Ah, da ist der Typ ja.“

„Dein Bruder?“, lachte Sora, während Gaara nur so im Scharm versank.

„Ja, sein Bruder, der Host Kankurō, Süße.“ Er zwinkerte der Ausländerin zu und servierte dann weiter die Getränke, verneigte sich und ging dann. Langweilig wurde es aber nicht, schon trat der blonde zurück zu Sora und hielt ihr die Hand hin.

„Mein Name ist Deidara, tanzen wir beide?“

Sie grinste und nahm seine Hand. „Sehr gerne.“

Zu den fröhlichen Liedern der Visual-kei Band Smileberry bewegten die beiden sich ziemlich nah und vertraut aneinander. Ein Flirt nach dem anderen entwich dem Mund des Hosts und Sora wurde nicht einmal rot, ihre dunkel geschminkten Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.

Einen kurzen Moment zögerte Itachi, dann drehte er sich zu Marry.

„Wollen Sie auch tan-“

„Pscht, Itachi-san! Neji-kun spricht gerade mit mir!“, ließ sie ihn nicht einmal aussprechen.

„…“

Aber so wie alles andere auch musste dieser Ausflug ein Ende nehmen. Gaaras Bruder nahm ihre Bezahlungen entgegen und verneigte sich tief, so wie alle anderen Angestellten auch. An der Tür angekommen hielt Deidara seine Tanzpartnerin zurück und legte ihr die Hand an die Wange, beugte sich vor und gab ihr einen langen Kuss, dann drückte er ihr die Visitenkarte in die Hand. „Ich freue mich schon auf das nächste Mal, meine Schöne.“

Sie wanken nochmal, dann drückte sich Marry traurig an ihre Freundin und der Alltag hatte sie damit wieder.

„Hey, wo geht ihr beiden denn hin?“, rief Sora als sie sah, dass die Männer in die falsche Richtung liefen.

„Wo wir hin gehen?? Maid Café.“

„Ja, aber wieso de-“

„Maid Café.“ 

Ein Weg führt zu anderen

Marry keuchte laut und schrie, biss sofort in die Hand, als man sie ihr auf den Mund presste und wehrte sich mit allen Mitteln und Wegen.

Yakushi Kabuto kam während dieses kleinen Kampfes locker und mit gleich gültigem Gesichtsausdruck um seine Theke herum und beobachtete Marrys vergebliches Handeln.

Die Studentin riss und zerrte, einen kurzen Moment konnte sie das Gesicht des breiten Mannes sehen, der sie in seiner Gewalt hatte. Die Haiähnlichen animalischen Gesichtszüge ließen sie erschrecken und zusammen zucken. Dann holte sie aus und rammte ihm den Ellenbogen in die Wange.

Der Hüne ließ sie einen kurzen Moment los, das Adrenalin pochte in ihrem Kopf. Sie musste einfach hier raus und das Einzige was dazwischen stand, waren die 10 Meter zur Tür nach draußen.

Aus dem Stand sprintete sie los, dann hörte sie ein Sausen hinter sich.

Eine Straße weiter saß Sabakuno Temari Geld zählend in ihrer Wohnung, als sie einen Schrei vernahm. Schmerzverzehrt hörte er sich nach einer unmenschlichen Stimmlage an. „Ist das ein Mädchen…?“

Gaara zuckte die Schultern. „Vielleicht auch ein gequelltes Tier?“

Marry schrie weiter und krümmte sich zu ihrem Bein hin. Die Tränen sickerten ihr ganzes Gesicht entlang, die Schmerzen vom Aufprall waren verschwunden, das Sushi-Messer bohrte sich durch falsche Bewegungen immer mehr in ihr Fußgelenk. Je mehr sie es weiter in sich hineinschob, desto lauter schrie sie vor Schmerzen.

„Guter Wurf, Yakushi-san“, grinste der Haimensch und der Sushimaster kam auch dazu. „Danke, so schnell wird sie jetzt nicht mehr rennen können.“

„Hehehe, dass wette ich.“

„Mach, dass sie verstummt, mir ist sie zu laut…“

Marry blickte das erste Mal von dem Messer auf, gerade da sah sie wie der Kerl nach ihrem Gesicht tritt.

Als Marry aufwachte, keuchte sie und drehte sich schnell umher. Es herrschte völlige Dunkelheit, die Luft war schlecht und dreckig, erdrückend und angsteinflößend. Genau wie die Fesseln, die ihr straff und ganz eng um die Arme, um die Taille und die Füße gebunden waren. Ihre Gefühle kamen zurück. Angst. Panik.

Was wenn sie jetzt hier sterben würde? Unweigerlich war das ihr einziger Gedanke, ein anderer Ausgang der Situation war in ihren Augen unmöglich.

Sora… Was hatte sie denn schon nicht alles für ihre Freundin getan und aufgegeben? Letztendlich fühlte Marry sich so erbärmlich, ihr kaum etwas zurück gegeben zu haben, es war noch so viel, dass sie ihr hätte sagen sollen… Jedoch war es beruhigend, dass sie nicht mehr litt und nun endlich wieder in Freiheit war, was gab es schon mehr im Leben, dass Marry sich mehr wünschen konnte als ihr Glück? Schließlich waren sie beide schon immer zusammen gewesen, seit dem Moment, indem sie sich in der Grundschule nebeneinander gesetzt hatten.

Das immerzu fröhliche Lächeln, dass in dem Gesicht ihres Bruders zeigt, wann immer sie ihn gesehen hatte, würde sicher verschwinden, sollte Marrys Ableben bekannt gemacht werden… Ihr kleiner Dustin, mit dem sie viel zu wenig Zeit verbracht hatte.

Ihre Eltern, denen sie nicht einmal das Mindestmaß an Dankbarkeit gezeigt hatte. Sie waren diejenigen, die es ihr ermöglichten zu studieren, dann auch noch im Ausland. Enttäuscht. Enttäuscht waren sie ganz sicher von ihrer ältesten Tochter.

Die süße zurückhaltende Hinata würde sich sicher erschrecken. Marry hoffte, sie würde für den Rest des Semesters nicht ganz alleine dastehen und den Mut finden, zu den anderen Mädchen zu gehen. Die anderen Mädchen, die sie hoffentlich nicht vermissen würden…

Sabakuno Gaara, von dem sie sich auf irgendeine Weise so gerne verabschieden wollte, und das von Freundin zu einem Freund. Was er wohl gedacht hatte, als er kurz vor dem Tod stand? Fast schon lächelte sie, wenn sie an die Konversationen mit ihm zurück dachte. Gaara würde seinen Weg finden, den richtigen wählen und ein schönes Leben haben. Etwas anderes war bei seiner Vergangenheit gar nicht möglich.

„Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt! Schon eine ganze Weile denke ich nur an dich, deine Worte letztens, dass ich dir nichts bedeuten würde, haben mir sehr weh getan, war das denn wirklich wahr?“

Wieso hast du es mir in einer so kalten Art und Weise gesagt? Weshalb hast du mich davor so leidenschaftlich geküsst? Was denkst du wirklich von mir…? Ich wünschte, ich könnte dich das Alles nochmal fragen…

Uchiha Itachi, du hast meine Welt so durcheinander gebracht.

Laut schluchzte sie auf und versuchte die vergeblich sich zu wehren, jedoch wurde es zu einem unüberwindbaren Hindernis sich überhaupt zu bewegen. Das Messer war aus ihrem Fuß verschwunden, die Wunde lag trotzdem offen da. Dreck und anderes ließen sie sich sicher bald entzünden. Der Schmerz war beinah unerträglich.

„Sei ja still!“

Sie schreckte auf und Tränen sickerten ihre Wangen herunter. Die Lippen presste sie aufeinander, um den Befehl Folge zu leisten.

„Wenn die dich schreien hören, kommen sie wieder.“

„D-du bist keiner von ihnen…?“

„Bist du eigentlich dumm?“

Sie holte mit rasselndem Atem Luft und schüttelte den Kopf, obwohl ihr männlicher Gesprächspartner das niemals hätte sehen können. In ihrem Kopf herrschte völliges Durcheinander, aber sie war sich so sicher, diese Stimme schon einmal gehört zu haben.

„Wer bist du? Was wollen die von dir? Was wollen sie?“, fragte er als keine Antwort kam.

„I-ich weiß es nicht!“

„Deinen Namen??“

„N-nein! Ich bin- ich bin Marry Jonin!“

„Mmmmh…. Uchiha Sasuke.”

„Uchiha?! Uchiha Sasuke?!?!“

„…. Haben die dich hier zu mir gesperrt, damit ich noch mehr leide? Du Dummtorte!“

„Dein Nii-san!!! Der Sucht dich!! Er … Er wurde sogar suspendiert, weil er eigensinnig in diesem Fall gearbeitet hat!“

Sie hörte etwas Rascheln. Schleifgeräusche, und plötzlich spürte sie ein Gesicht ganz nah an ihrem eigenen.

„Nii… Niisan sucht… Mich?“ Uchiha Sasukes Stimme war ganz verunsichert, sogar etwas wackelig. Erst konnte die Studentin nur die Luft anhalten, seine plötzliche Nähe ließ sie erschrecken. „Ja… Ja er war so besorgt um dich.“

Sie hörte ihn einatmen und dann sagte er nichts mehr, sein Atem war jedoch erstickt.

Weinte er?

„Wenn…. Wenn Itachi an denen dran ist… dann, dann sind wir hier bald wieder weg…“

„Denkst du das…?“

„Ja natürlich! Mein Nii-san ist genial.“

„Ja…“, Marry hing diesem Gedanken nur so nach. Würde man sie doch noch heraus holen können? Aus dieser Hölle gefüllt mit Dunkelheit und Angst?

Das Licht tat so sehr in den Augen weh, dass Marry gegen ihren Willen, ihre Augenlieder zukneifen musste, als die Tür geöffnet wurde. Uchiha Sasuke, der immer noch neben ihr saß, spannte sich von der Körperhaltung her extrem an. Etwas erinnerte er an einen aggressiven Hund, der seinem Gegenüber an die Kehle springen würde, würde man ihn nur von seiner Leine lassen.

Marry schaffte es nun endlich aufzusehen, ihr Bick löste sich von der Gestalt am Licht nicht mehr.

Der Mann hatte etwas feminines an sich, sein Körper hatte keine besonders kräftige und auch keine besonders schmale Statur, sein blasses Gesicht war sehr schmal, das lange, fettige schwarze Haar umrandete seine fahlen Wangen, die dünnen Lippen waren zu einem Grinsen verzogen.

„Ihr beiden seid ja schon eine ganzschöne Weile hier, langsam ist es an der Zeit den Müll herauszubringen.“

Sie konnte den Blick einfach nicht mehr abwenden. Dieser Unheil ausstrahlende Mann, der da in der Tür stand war an allem schuld? Hatte Sora und Uchiha Sasuke, nun auch Marry selber, entführen lassen?

Warum überhaupt? Wieso das alles?

Der Mann trat näher herein, allmögliche Gedanken ließ es der Studentin in den Kopf schießen. Nun würde es endgültig zu Ende gehen. Ihrem Schicksal konnte sie nicht entgegen streiten, sie nahm es einfach so hin und schluckte, konnte einfach nicht den Blick abwenden.

„Du verdammter…! Du Hurensohn! Stirb und verschwinde!“ Laut und aus ganzer Seele beschimpfte Sasuke sein Gegenüber, die Verwünschungen und Beleidigungen hörten nicht auf, seine bislang unterdrücke Wut konnte nun endlich entfliehen.

„Nana, kleiner Uchiha.“, sagte er mit einem Lächeln. „Du kennst mich noch, hm?“

„Orochimaru, du…!“

Orochimaru…? Marry keuchte. Was hatte er mit diesem Mann zu tun?

„Du hast echt wirklich viel verkauft, ne richtige kleine Goldgrube.“ Er packte dem jungen Mann am Kinn und hob es an, sah ihm in die Augen und lächelte. Man sah es ihm an, am liebsten würde Sasuke zurück schrecken oder die Hand weg schlagen, die Fesseln hinderten ihn jedoch daran. Er war gezwungen dem Mann in die Augen zu sehen.

„Ja, das warst du wirklich, aber leider auch anscheinend ziemlich dumm… mir die Polizei auf den Hals zu hetzen.“

Nun sah der Entführer zu dem zitternden in sich geschreckten Mädchen.

„Und die Polizei… war auch noch so dumm und konnte es einfach nicht lassen. Zur Warnung habe ich das vollbusige Weib zu mir genommen, aber noch immer, blieb man einfach nicht still.

Hätte ich sie beide doch lieber gleich umbringen sollen.“ Er kam ihr näher, Marry hätte so gerne weg gesehen, die Augen zugekniffen, aber ihr Überlebinsinstinkt erpresste sie es zu tun…

„Aber jetzt kannst du mir keinen wirklichen Vorwurf machen, es war klar, auf was es hinaus laufen würde. Hättest du nur einen kurzen Moment länger darüber nachgedacht, hättest du vielleicht aus Vernunft abgelehnt.“ Er grinste mehr und sah ihn abschätzig an, schüttelte dann belehrend den Kopf. „Aber es waren die Drogen, die dich dazu verleitet haben. Aber nicht nur deine Sucht, es war das Geld, dass dich am meisten gelockt hat, he?“

„Halt dein dreckiges Maul, du Arschloch!“

„Habe ich da einen wunden Punkt getroffen? Um an das Zeug dran zu kommen hast du selbst deine Eltern und deinen großen Bruder beklaut! Du erbärmlicher Suchti“

„Fresse ich habe keine Probleme!!“ Sasuke schrie und zerrte, als ob das diese gelogen Aussage näher an die Realität bringen könnte.

„Hätte ich es doch nur… Nur bemerkt.“

Keuchend sah Marry auf, ihre Augen glitzerten vor Tränen und plötzlich war ihre Hoffnung wieder da. Diese Stimme, so voller Vorwurf und Selbsttreue, aber doch, diese eine Person, die sie retten könnte.

„Was zum…“ Orochimaru wirbelte herum, da trat eine Gestalt vor die Tür.

 

Zwischenkapitel 3 - Marrys Hang zu Yaoi

Es war ein friedlicher Mittwochnachmittag, als in der kleinen Wohnung der Polizistin Sora sie selber und zwei andere Herren am kleinen Tisch vor dem Sofa saßen. Kaffee und alle gängigen Zusätze wie Zucker, Milch oder Süßstoff, selbstgebackene Blueberrycupcakes und jede Menge verschiedener Sorten von sorgfältig ausgesuchten Cookies waren auf dem Tisch zu finden.

Uchiha Itachi trank langsam und erschöpft von seinem Arbeitstag, Sabakuno Gaara machte sich grinsend über einen Keks nach dem anderen her. Alle drei genossen sie ihre Ruhe und den Feierabend, als plötzlich Marry in den Raum gestürmt kam.

Ihre Haare waren ganz verwuschelt und die Klamotten voller Falten. Ihr Outfit, bestehend aus einer ihr zu großen Jogginghose und einem weiten dunklem Shirt aus der Männerabteilung unter dem sie keinen BH trug. Wirklich auffällig waren ihre bunten verschiedenfarbigen Socken, die einmal süße Pandas und nochmal Schokolade mit großen Augen zeigten. „Soraaaa-chaaan!!“, schrie sie und stürzte aufgeregt auf ihre Freundin, die sichtlich irritiert reagierte. „Eh??“

„Herr Redakteur hat es ihm endlich gesagt!! Das war soooo süüüß!“

„Was gesagt?!“

„Na, dass er ihn liebt!!“, Marry wurde ganz rot vor Freude.

„Wovon re-“

„Ahhh und Senpai ist so süß, er so-!!!“

„Welcher Senpai?!“

„Der von Akira-chan!!“

„Du redest von-“

„Arght! Herr Lehrer ist auch weder aufs Ganze gegangen!! Er ist ja sooo sexy wenn er mitten im Unterricht…!!!“

„Du redest von Anime??“,durchbrach Sora den Redeschwall für einen kurzen Moment.

„Aber ja!!! In Kuroneko geht es auch total zur Sache!! Da haben die-“

„Wowowowow ich will es gar nicht wissen!!“

„Hihihihihihihi vielleicht auch besser so!“

„Man Marry jetzt nerv nicht so!“

„Aber aber aber!“, stammelte das Mädchen. „Ich weiß, du magst auch Boyslove Manga und so!“

„W-was?!“, Sora wurde sofort rot. „N Scheiß!! Das stimmt doch gar nicht!“

„Seht ihr wie rot sie wird?“, die Jüngste grinste zu den beiden Gästen rüber. „Oh! Guten Tag Itachi-san, hallo Gaara-kun!“

„H-h-hallo.“, stotterte Gaara überfordert. Itachi neigte nur den Kopf und tauschte dann einen Blick mit dem Studenten neben ihm. Ungestört plapperte Marry weiter von  sich liebenden Geishas und Samurai Krieger als Gaara sich zu Itachi beugte.

„Sie redet gerade von Gaystorys oder??“

„J-ja von… Yaoi…“

Der Rotschopf wollte soeben wieder etwas erwidern, als Marrys lauter Ruf dazwischen kam. „WIE IHR EUCH ZUFLÜSTERT!! JETZT HABE ICH EINE IDEE!!!“ Sie sprang auf und rannte in ihr Schlafzimmer zurück.

Mehr als fordernd musterten die Männer Sora. Diese seufzte sehr schwer und schüttelte den Kopf. „Verzeiht bitte, sie hatte in den letzten Tagen so eine Phase… Da hat sie nur Yaois gesehen… Und jetzt ist sie mal wieder verrückt danach.“

„Mal wieder?!“

„Ja,… die Kleine hatte schon in Deutschland einen Hang zu Yaoi.“

„Ah… ah ja…“, seufzte Itachi verwundert. Das Mädchen kam zurückgesprungen und setzte sich neben Sora, einen Zeichenblock und einen Bleistift drückte sie an sich, dann sah sie kurz auf und begann dann wie wild drauflos zu kritzeln.

Als Gaara auch nur kurz versuchte einen Blick zu erhaschen, riss sie den Block ganz fest an sich und ließ niemanden schauen. Keiner von ihnen sagte etwas, sie warteten einfach nur. Das Bild, dass Marry dann präsentierte, jagte allen, selbst Sora, die Röte ins Gesicht.

Es war Itachi, der auf einem Sessel saß, die Arme um Gaaras zierliche Hüfte geschlungen. Seine Jeans war geöffnet, eine von Gaaras Händen war in ihr verschwunden, die andere war an seinem erregt geröteten Gesicht, seiner Wange, gelegt. Gaaras Hemd war offen, sein Körper war eng über Itachis gebeugt, auf dessen Schoß würde er wohl eigentlich sitzen, wenn er sich nicht so weit vorbeugen würde.

„Marry-san!!“, schrie Itachi schon beinahe. Seine Fassung hatte er bei der Darstellung seiner selbst verloren. Wie konnte so etwas grausames nur der Feder der kleinen süßen Marry entstammen?

Gaara sah länger auf das Bild, dann sagte er kein Wort und griff nach dem scharfen Messer, welches neben den Cupcakes lag. Gerade legte er es an die Adern seines Handgelenks, da nahm es ihm Sora schnell. Beinahe schon sanft.

„Uchiha Itachi ist ein viel beschäftigter Polizist, er hat nicht viel Zeit für andere Dinge, außer seiner Arbeit. Seine Familie ist sehr groß, eine hohe Erwartung lastet auf seinen Schultern. Er wünscht, dass er heiraten kann, eine Frau, er muss sie nicht einmal lieben, die ihm einfach etwas zu essen kocht und sich um ihn sorgt. Doch alles wird anders als er von einem seiner Arbeitskollegen zum Verhör verdonnert wird.

Ein besonders harter Fall von Sabakuno Gaara, der einfach kein Wort von sich geben will.

Der Polizist findet eine Methode ihn zum Reden zu bringen, eine sehr spezielle…“, sie deutete auf die ganze Szene ihres Bildes. „Nach Auflösung des Falles will er den kleinen Rotschopf bei sich behalten, auch wenn das zumindest am Anfang nicht ganz sein Wille ist!“ Wie ein stolzer Mangaka präsentierte Marry ihre Story mit dem Bild zusammen, sie lächelte zuversichtlich und das Glitzern in ihren Augen zeigte ihre Begeisterung für das, wovon sie sprach.

„Krank.“, murmelte Gaara nur.

Kurzes Schweigen.

„Sora?“, Itachi sah sie direkt an. „Das nennt du einen Hang zu Yaoi???“             

Ein abgeschlossenes Kapitel

„Nii-san!“, schrie Sasuke auf, auch Marry konnte es nicht zurück halten den Namen zu schreien.

Itachi hielt seine Waffe nah am Oberkörper und sein Blick war entschlossen, nur auf die drei Personen gerichtet.

„Es ist meine Schuld, hätte ich es nur vorher bemerkt, Sasuke.“

„Das ist also Uchiha Itachi, wie oft musste ich mit schon so etwas wie “Mein Nii-san wird herkommen und dich umbringen“, anhören?“, Orochimaru kicherte fast schon. „Jetzt scheint es endlich mal zu einem Endspiel zu kommen.“

„So ist es, du Perverser.“, die Gestalt einer attraktiven Frau trat neben den Uchiha, auch ihre Waffe schien geladen und einsatzbereit.

„Sora!“, schrie Marry auf und die Tränen strömten ihr Gesicht entlang. Sie zu sehen, ließ sie einfach in eine Sicherheit einsinken, die sie fast schon lächeln ließ. Sora war da, um ihren dummen Fehler zu begleichen und sie da raus zu holen.

„Oh, schön dich wieder zu sehen, Rotschopf.“, auch von ihr ließ Orochimaru sich nicht beirren.

„Aber wir kennen uns doch gar nicht.“, auch Gaara kam dazu.

„Noch einer.“, die Miene des Mannes, der für das alles verantwortlich war, bröckelte langsam.

„Sabakuno?“, fragte Sasuke verwundert, jedoch lag sein Blick weiterhin nur auf seinem großen Bruder.

„Denkt ihr eine als Beamtin gekleidete Nutte, ein Kerl mit dem Gesicht einer ungefickten Geisha  und ein zwölfjähriger Emo ohne Augenbrauen können mir was anhaben?“, Orochimaru stellte sich vor seine Geiseln, sodass Sora die drei nicht mehr sehen konnte, aber ihre Präsens war deutlich zu spüren.

„Ein Verhältnis von drei zu eins und sie denken sie seien trotzdem im Vorteil?“

„Wer sagt was von drei zu eins?“, ein Grinsen lag in der Frage.

„Meinst du deine Lakeien da oben? War ja nicht besonders bedrohlich.“, Marry vernahm eine ihr bekannte Stimme, welche anscheinend nicht nur ihr nicht fremd war.

„Hashirama?!“, die Stimme des Entführers stockte kurz, da ertönte noch eine.

„Und Madara! Du hast jetzt fünf Waffen auf dich gerichtet, gib auf.“

„Ich gebe niemals auf.“, schnell zerrte er Marry vor sich und hielt sie nah an seinem Körper, die Hände hielt er einmal an ihrer Kehle und einmal an ihrer Hüfte.

„Schießt wenn ihr wollt.“, seine dünne Stimme an ihrem Ohr, ließ sie erschrecken. Marrys Herz pochte schnell und ängstlich, ihr Körper produzierte eigentlich genug Adrenalin um ganz schnell wegrennen zu können, ihm vielleicht sogar einen Schlag in sein blasse hässliche Fratze zu verpassen, aber sowohl sein Griff als auch die der Fesseln ließ sie daran hindern.

„Danke für die Erlaubnis.“, Gaara sah seine Mitschülerin mit einem Blick an, der nur ein bedeuten konnte: Beweg dich ja nicht. Dann verzog sein Blick sich zu einem Grinsen, als er die Pistole hob. „Ich wollte schon immer so eine richtige Waffe halten.“, und dann drückte er ab.

Marry schrie laut und kniff die Augen zusammen, zeitgleich brüllte Senyu Hashirama.

Der Griff um die Studentin wurde sofort gelöst, zeitgleich begann Orochimaru mit solch bösartigen Beleidigungen zu fluchen, die Marry sicher nicht einmal in ihrer Muttersprache gekannt hatte.

Gaara hatte ihm in die Hand geschossen! Schnell wollte die junge Frau weg weichen, vielleicht sogar nach dem Übeltäter kicken aber da hatte sie in all der Aufregung ganz ihr durchbohrtes Fußgelenk vergessen.

Sie fiel zur Seite als von weiterer Nähe Schüsse ertönten, zeitgleich ging Uchiha Madara  auf ihren Gegner zu, dann verfielen alle in hektische Bewegungen und alles geriet in eine Durcheinander.

Marry sah, wie Itachi  wieder in den Gang rannte, von dem sie gekommen waren, die beiden anderen Männer drehten ihr ebenfalls den Rücken zu, dann kniff sie ihre Augen zu. Die beiden Männer rangelten neben ihr und waren so eben, ohne es auch nur bemerkt zu haben, auf ihren verletzten Fuß getreten.

„Du dummes Flittchen.“, hörte sie neben sich in einer heiseren Stimme, dann zerrte jemand an ihren Fesseln. „Ich hasse dich so sehr.“, Sora sah sie nicht an, als sie diese Worte sprach, dann riss sie die Seile endgültig durch. Marry schrak auf und schlang sich um ihre Retterin, diese aber wies sie sofort ab um an den restlichen Fesseln zu reißen und mit dem Messer durchzuschneiden. „Danke!“, mehr als das konnte Marry nicht keuchen, als sie zu dem Kampf neben sich sah, da bemerkte sie, dass Itachi zu seinem Onkel dazu gesprungen war und sie ihren anscheinend sehr starken Gegner zusammen in die Enge trieben. Beinahe jedem Schlag und jedem Kick wich Orochimaru aus, aber doch wurde er unweigerlich immer näher und näher an die dreckige Wand hinter sich getrieben.

Direkt vor der Tür, die zu dem Geiselgefängnis führte, waren alle anderen Beteiligten beschäftigt. Des Entführers Verbündete kämpften für das Gelingen ihres Arbeitgebers. Die Studentin erkannte im Zuge von Sekunden den “Haimann“, der sie von hinten überführt hatte und anderen in Anzug gekleidete Männer mit Gaara und dem Beamten kämpfen.

Marry kroch zu Sasuke, welcher ihnen seine aneinander geschnürten Hände nur so hin hielt  und begann an diesen zu reißen. Als Sora ihr ein Messer überließ, gewann dies einiges an Effektivität und während sie daran weiter sägte, kümmerte sich die Polizistin um andere Stricke.

Der junge Mann sprang sofort auf und nachdem Sora ihre Freundin aufzog, die dann ihre Schmerzen in einem Blick präsentierte, nahm sie sie zu sich und hob sie wie eine soeben verheiratete Braut hoch.

„Bist du stark verletzt?!“,

Marry drückte sich so fest sie konnte an ihren starken Oberkörper und schüttelte stark den Kopf.

Die Polizistin zwängte sich sprintend an den Kämpfenden im Gang vorbei, was eine gefährliche und schwierige Handlung war, jedoch war ihr Wille, dass Marry sofort aus dem Laden raus kommen könnte, viel zu groß um auch nur einen Moment zu zögern.

„Jetzt Itachi!“, der Aufruf Madaras war nicht zu überhören und als Marry über Soras Schulter zurückschaute, sah sie wie der jüngere Uchiha mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, zuschlug. Orochimaru, oder wer sonst die Person war, die attackiert wurde, konnte sie nicht sehen, dann waren sie auch schon um die Ecke gebogen. Irgendetwas gab Marry jedoch die Gewissheit, dass  Itachi es soeben beendet hatte.

Zwei Stunden später saßen alle beteiligten zusammen in der Polizeizentrale in Tokyo. Man hatte sie alle als erstes medizinisch versorgt und sobald ein paar Beamte ihre Marke auch nur kurz vorzeigten, verging die Wartezeit im Krankenhaus ganz plötzlich verwirrend schnell.

Sora hatte Marry auf den Kopf gehauen nachdem diese überhaupt begonnen hatte  zu erzählen, weshalb sie alleine in den Laden gegangen war.

„Du bist so ein Trottel! Ich kann es nicht glauben.“, Erschütterung begleitete ihre Stimme

„Ich wollte doch nur… Nur…“

„Nur einen Helden spielen?! Marry, eine so kleine und tollpatschige Studentin wie du, gegen die Mafia?!“

„Aber.. Aber…“, weinerlich rieb sie sich die Augen, dann trat ein großer uniformierter Mann zu ihnen. Unter seiner Mütze sah man schwarzes kinnlanges Haar, in seinem Gesicht waren am Kinn Falten zu finden, schwarze Augen sahen zu ihr herunter.

„Kommissarin Sora…“, er verneigte sich und Sora sprang sofort auf, Marry folgte langsam.

“Miss Marry Jonin, how are you?“

„Guten Tag, wir können uns auf Japanisch unterhalten.“, das würde sie am ehesten verstehen.

„Oh, sehr gut. Mein Name ist Uchiha Fugaku, ich bin der Polizeichef der Präfektur Tokyo.“

„G-guten Abend.“, sofort neigte auch sie den Kopf vor dem Chef ihrer besten Freundin. Ob es Zufall war, dass er Itachis Familien Namen trug? Nein, die Ähnlichkeit, welche zwischen den beiden bestand konnte unmöglich einfach so da sein.

„Wäre es in Ordnung wenn ich Ihnen noch einmal einige Fragen stelle?“

„J-ja natürlich.“, Marry konnte nun nichts anderes als Unsicherheit ausstrahlen, das änderte sich auch nicht, als ihr aufmunternd von Sora über den Rücken gestreichelt wurde.

„Vielen Dank, bitte folgen Sie mir an meinen Schreibtisch. Sora-san, sie machen bitte noch bei Senyu-san eine Aussage.“

„Jawohl Uchiha-sama.“, sie nickte Marry zu, streichelte ihren Kopf und ging dann mit dem immerzu lächelnden Polizisten. „Na wie geht’s?“, hörte Marry ihn noch auf Deutsch kichern.

„Folgen Sie mir Jonin-san.“

Der Mann ging en Flur entlang, an einigen weißen Türen vorbei und dann an der letzten öffnete er sie und ließ der Dame den Einlass.

Typisches Büro des Chefs, dachte Marry und ging hinein, setzte sich an den Stuhl am Schreibtisch.

Uchiha Fugaku setzte sich ihr gegenüber und startete seinen Computer. „Ist Ihnen kalt?“

„N-nein alles bestens.“

„Hmm, junge Frauen, die in meinem Büro sitzen zittern anscheinend alle aus einem mir unbekannten Grund. Angst kann es nicht sein, Sie sind hier in Sicherheit und haben sich auch nichts verschuldet.“

Wollte der Mann sie damit versichern, sie müsse jetzt Angst vor einem Nachspiel haben?“

Mehr als ein Lächeln konnte sie nicht aufbringen, dann wollte er gerade zu etwas ansetzen, als es an der Tür klopfte. Ohne Erlaubnis trat ein weiterer Uchiha ein.

„Madara?“, nannte der Polizeichef ihn bei Vornamen und sah fragend auf.

„Ich brauche dich einen Moment. Könntest du rüber kommen?“, Itachis Onkel lehnte im Türrahmen und nickte dem Mädchen zu. Der andere seufzte schwer, erhob sich und neigte den Kopf. „Bitte entschuldigen Sie mich für einen Moment, Jonin-san.“

„Natürlich, natürlich.“, eilig neigte sie den Kopf, dann verschwanden die beiden ohne die Tür zu schließen.

Weshalb war Marry eigentlich so nervös? Angespannt, von all dem was geschehen war, ja das war verständlich. Aber die Befragung diente nicht dazu um sie selber zu überführen.

Mehr als sich ins Bett legen und mit Sora kuscheln, wollte sie momentan doch gar nicht…

Bei einem Klopfen an der Tür horchte sie auf und sah schnell hinter sich und blickte niemand geringeres als Uchiha Itachi an.

„Marry-san…“, er trat ohne Erlaubnis nicht herein. In den Händen hielt er eine Tasse mit einer Untertasse. „Itachi-san.“, antwortete sie. Immer noch war sie verletzt, aber ihr Herz hämmerte wie wild gegen ihre Brust. Sie erinnerte sich an das, woran sie gedacht hatte, als sie sich sicher war, zu sterben.

Ich wünschte, ich könnte dich das alles nochmal fragen…

Aber weshalb hatte sie jetzt nun doch keinen Mut? Sein Anblick löste so viel in ihr aus… Verlangen, Nervosität, Unsicherheit, der Gedanke, vielleicht doch etwas Besonderes zu sein… Angst vor Ablehnung und eine ganz große Enttäuschung.

Dies konnte der einzige Grund für ihr Verhalten sein.

„Der Tag war total anstrengend, ich habe Ihnen einen Kaffee gebracht.“

„Ich hasse Kaffee.“, sagte sie und es gab auch kein Lächeln für ihn. Sie sah ihm einfach in die Augen.

„Oh… Wenn das so ist.“, er neigte den Kopf und verschwand wieder. So, sie hatte ihn verscheucht.

„Shit.“, zischte sie und lehnte ihren Kopf an die Hand, die sich am Tisch abstützte. Hätte sie den Kaffee einfach angenommen. Den Kaffee, den Uchiha Itachi extra für sie gemacht hatte…

Lange Zeit zu bereuen hatte  die junge Frau nicht, schon stand der Uchiha wieder an der Tür, genau die gleiche Körperhaltung wie gerade eben und genauso mit dem Geschirr in der Hand.

„Marry-san?“, wiederholte er. Erneut drehte sie sich herum, er brachte sie kurz zum Lächeln. „Itachi-san?“

„Der Tag war lang und ich weiß, dass sie gerne Tee trinken.“

Hatte er extra für sie jetzt…?

„Ich weiß sogar, dass ihre Lieblingssorte Waldfrucht ist.“, erzählte er ihr weiter.

„Vielen Dank, das ist so lieb von Ihnen.“

Lächelnd kam er herein und stellte die Untertasse mit Besetzung vor ihr ab. „Ich muss aber etwas gestehen.“

„Ja?“, aufmerksam sah sie ihn an, während er sich setzte. „Mein Wissen über ihre Lieblingssorte hat mir leider gar nichts gebracht, weil wir diesen Tee hier nicht da haben, es ist ein einfacher Frucht Tee.“

Ehrlich und laut lachte Marry und legte ihre Hände an die Tasse. „Ihnen sei vergeben.“

„Was für eine Erleichterung.“, er grinste ebenfalls und lehnte sich zurück. Seinen eleganten langen Finger lagen ineinander verschränkt in seinem Schoß, trotz allem wirkte sein schöner Körper nicht entspannt. Marry wusste kaum zu reden, langsam fing sie an.

„Uchiha Fugaku, noch ein Onkel von Ihnen?“

Er lachte kurz. „Nein, mein Vater.“

„Oh.“, darauf konnte sie erstmals nichts sagen. Bestand seine Familie nur aus der Elite?

„Behandelt er Sie nicht gut?“, Marry hörte heraus, dass er aus Höflichkeit fragte und nicht, weil er von seinem Vater erwartete, dass er ein junges Fräulein nicht gerecht gegenüber stand.

„Hehe, nein Sie scheinen ihr vorzügliches Verhalten von ihrem Oto-san gelernt zu haben.“

„Nein.“, Kopfschüttelnd beugte er sich etwas näher zu seinem Gegenüber. „Mein Vater würde niemals…So etwas, so etwas… tun.“

„Wovon reden Sie?“, fragte Marry und nippte an ihrem Tee.

„Weißt du… du hattest Recht.“

„Eh?“, ihren Ohren konnte sie kaum trauen.

„Dass wir uns nicht mehr Siezen sollten, hören wir auf damit.“

„J-ja sehr gerne…“

„Marry-san…“, er sah nur sie an und nahm vorsichtig ihre Hand. „Du hast es sicher von Sora bereits gehört aber… ich war so besorgt um dich.“

Die Röte verfärbte ihr ganzes Gesicht und sie atmete schneller aus und ein. „Ich denke, da sagt man…“, seine Berührung, ihre Berührung ließ sie nicht klar denken. „Da sagt man wohl… danke.“

„Nein, Marry-san, ich dachte an so vieles, dass… dass du sterben könntest, dabei gab es noch so vieles, dass ich dir entgegen bringen wollte…“, er biss sich auf die Lippen und sah dann weg, schien noch einmal tief durchzuatmen. Was wollte er ihr sagen? Marrys Körper jedenfalls, konnte diese Spannung nicht aushalten.

„Itachi-san? Ich verstehe nicht…“

„Nichts, ich sagte nichts, richtig?“, nun sah er sie viel eindringlicher an. „Aber das war eine Lüge, der Kuss hat mir so viel mehr als nur “Nichts“ bedeutet, ich war so durcheinander, es war so viel… Sasuke, die Ermittlungen, meine vorzeitige Suspendierung… Ich konnte kaum denken.“

„Itachi! Sie sind sicher noch… ganz verwirrt!“, es konnte schließlich nicht wahr sein, was der Mann da sagte. Er hatte recht, es war eine schwierige Zeit für ihn gewesen, eine ungeschickte Ausländerin wie sie, sie ist, war sicher nur hinderlich und nun hatte sie ihn ganz durcheinander gebracht.

„Nein Marry-san, Sie zu küssen,… dich zu küssen hat so gut getan! Es war so schön, ich war danach, danach so verrückt nach dir.“

Wovon erzählter er denn? Was sollte sie sagen?

Kein Laut entkam ihren Lippen, plötzlich war ihr ganz heiß und der Mund war auch ausgetrocknet.

So ergriff wieder der Polizist das Wort. „Ich konnte nichts anderes als dich abzuweisen, ich redete mir ein, dass ich meinem Leben nichts anderes widmen durfte als meinen entführten kleinen Bruder, ich war so dumm, dass ich das getan habe.“, er atmete nochmal aus und gab ihr die Gelegenheit etwas zu sagen, das verweigerte sie jedoch.

„Ich sage das alles weil… du hättest sterben können Marry-san. Und dann hätte ich das alles so bereut…“

„Itachi-san, ich kann gar nicht sicher sagen… Ob du mich jetzt anlügst…“

„Ich weiß, dass ich ein Idiot bin“, er nahm ihre zweite Hand und kam ihr nun etwas näher. „Aber nimmst du eine Entschuldigung von einem Idioten an?“

Marry brauchte noch einen kurzen Moment, sie versuchte etwas zu sagen aber es waren nur ihre Lippen, die sich stumm bewegten. Eine Träne sickerte glitzernd ihr Gesicht entlang, dann nickte sie.

Der Mann schien das wirklich ernst zu meinen und die Gefühle, welche bei ihr ausgelöst wurden, waren nicht zu beschreiben.

„Bist du dir sicher?“, wollte er sich vergewissern und sah sie eindringlich an.

Marry lächelte und nickte nochmal. „Ja, ja du Idiot!“

Noch bevor er irgendetwas sagen oder tun konnte, ertönte eine Stimme hinter ihnen.

„Itachi.“

„Vater!“, eilig sprang er auf. „Verzeihung, ich habe Marry-san nur etwas Tee gebracht.

„Ja, das habe ich gesehen.“, Uchiha Fugaku lächelte kurz und klopfte seinem Sohn beim Vorbeigehen auf den Rücken.

„Wir sprechen uns später!“, Itachi grinste ihr zu und verneigte sich bevor er aus dem Raum ging. Die Befragung war nach diesem Gespräch ein leichtes für Marry.

In der nächsten Zeit wurde der Studentenalltag immer wieder mit Einladungen zum hohen Landesgericht von Japan unterbrochen. Jedes Mal, als sie als Zeugin den Saal betrat und zu dem Angeklagten sah, erschien ihr dieser immer wieder etwas schwächer, kränkliches, blasser. Die Haft schien ihm gut zu tun.

Erschreckend waren die Fortschritte, die die japanische Regierung machte und immer mehr Mitglieder der japanischen Mafia Yakuza vorführte. Durch mehrmalige Entführung mit und ohne Todesfolge und weiteren Vergehen wurde Orochimaru Shimura schließlich zur Höchststrafe verurteilt.

Auch wenn es kein Dauerzustand war, so war es beruhigend zu wissen, dass alle Drogendeals in Shinhuku und Umgebung für eine kurze Zeit unterbrochen waren. Darüber konnte Marry ein halbes Jahr später nur auf ihrem Weg zur Uni lächeln, heute nahm sie jedoch einen Umweg mit der U-Bahn, um einen Kuchen für Soras baldigen Geburtstag in Auftrag zu geben. Kaum eingestiegen erblickte sie einen guten Bekannten und schlich sich von hinten an ihn heran, vorsichtig legte sie ihre Hand an seine Schulter und strich dann mit der Fingerspitze seinen behemdeten Rücken herunter.

Schnell wirbelte Itachi herum und grinste. „Nana, Marry-san.“

„Guten Tag.“, sie lächelte ihn an und hielt sich dann eilig fest.

„So ein Mist aber auch, ich muss bei der nächsten raus, dabei hätte ich so gerne einen längeren Moment mit dir geteilt.“

„Solange du den Freitagabend nicht vergisst.“, zwinkerte die Studentin.

„Mein langersehntes Date mit Marry-san vergesse ich doch nicht.“, dann schwiegen sie beide kurz, als die Bahn ihr Tempo verlangsamte. „Ich freue mich schon.“

„Ich mich noch mehr.“, verabschiedete der Polizist sich winkend und stieg dann aus, zurück ließ er eine kichernde Marry, welche dann zwei Haltestellen später hinausging.

Egal was alles in den letzten Tagen, Wochen und Monaten geschehen war, man musste sich danach einfach wieder aufrappeln und sich nicht die Zukunft stehlen lassen, sondern sein Leben einfach wie bisher führen. 

Epilog

Die Gefühle, die man beim Abschluss seines hart erkämpften Studiums empfand, waren kaum in Worte zu fassen. Stolz und Erleichterung, Trauer und Freude, dass es vorbei war, Angst und Aufregung vor dem Neuen, Sicherheit und Unsicherheit beim Arbeitsmarkt.

Das letzte Mal stand Marry da und lauschte der Rede des Leiters der Universität, der ihr zuvor auch ihr Abschusszeugnis überreicht hatte. Neben ihr der beste Studierende des Jahrgangs Gaara und ihre Freundin Hinata.

Als die letzten Worte des Abschieds gesprochen waren, drehte Marry sich um und umarmte die junge Frau vertraut. Hinatas Griff war ganz fest und so nah an ihrem Ohr hörte es sich so an, als würde sie weinen. „Aber wir treffen uns noch ganz oft, ja?“

„Ja natürlich!“, dir brünette lächelte und ließ langsam von ihr ab.

„Aber… Aber du gehst jetzt doch wieder nach Deutschland?“

Ein strahlendes Lächeln überkam Marry und sie schüttelte den Kopf. „Nein, es gibt da so etwas, dass mich hier hält.“

Sicher hätte sie den Rotschopf neben sich nochmal gedrückt wenn dieser nicht gerade von seinen stolzen Geschwistern gedrückt wurde und darüber lachend jammerte. Kurz verneigte sie sich noch einmal vor Hinata und rannte dann durch die Menge von Studenten und ihren Verwandten, als sie Sora und Itachi weiter hinten sah.

Die beiden Beamten entdeckte sie schnell und lachten, als Marry auf ihre beste Freundin zu sprang und sie stürmisch umarmte. „Ich habs geschafft, ich habs geschafft, Ich habs geschafft, Ich habs geschafft, Ich habs geschafft, Ich habs geschafft, Ich habs geschafft“, quietschte sie nur so und die Ältere klopfte ihr auf den Rücken und nickte. „Ja das hast du.“

Immer  noch des Glückes überfordert ließ sie los und sprang nun auf den Mann daneben, der sie sicher fing und hielt, sie angrinste ehe er die Lippen lange auf ihre drückte. „Herzlichen Glückwunsch, Marry-chan.“

„Danke! Danke, danke, danke!“

Itachi lachte auch, ließ sie wieder auf den Boden und streichelte ihr den Kopf, nachdem er ihr die Stirn küsste. „Ich denke es wäre angebracht jetzt etwas zu trinken.“, begann er, da rief Marry: „Genau, ich lade euch beide ein.

„Hmm Ich weiß ja nicht…“, überlegte Sora, doch da ergriff die Kleinste der Drei ihren Arm und zog sie so, Itachi an der Hand, mit in die Stadtmitte. „Doch natürlich kommst du! Und wo wir gerade in der Nähe sind, kommst du dann auch noch mit zu uns nach Hause!“

Sora grinste. „Ganz schön stolz eine Wohnung im Zentrum von Tokyo gefunden zu haben, was Uchiha?“

„Ich hätte mich ja auch mit etwas Abgelegenerem zufrieden gegeben, aber da war eine Person, die unbedingt nicht darauf verzichten wollte.“

„Wie denn auch?“, Marry strahlte. „Ich wollte halt Zuhause sein.“ 


Nachwort zu diesem Kapitel:
Ich weiß, der Prolog ist sehr kurz aber das wird sich von Kapitel zu Kapitel steigern ^^°
Danke an meine Betaleserin ^^ Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Das war dann das erste Kapitel und ich hoffe es hat euch gefallen ^^
Mir macht es ziemlich Spaß an diese ff zu schreiben und hoffe, dass sie schnell vorankommt
Danke für die Kommentare, ich freue mich immer total drüber ^^ :D Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Hallo, meine lieben ^^
Ich bin froh nach einiger Zeit wieder etwas geschrieben zu haben und hoffe sehr, dass euch die ff gefällt. Hier nochmal danke an die Favoriten und die Kommentare, ich freue mich immer total ^^

Hier habe ich leider wieder keinen Betaleser, nicht weil ich so überzeugt von mir selber bin, sondern weil ich momentan nicht weiß wen ich damit belästigen könnte ^^° Also versucht bei Fehlern bitte einfach zu ignorieren. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Es tut mir leid, dass es doch immer so lange dauert bis ein neues Kapitel rauskommt aber ich hab leider viel mit der Schule zutun T^T
Das Kapitel war geschichtlich ziemlich wichtig und der Übergang zur Haupthandlung, ich hoffe es war interessant ^^
Wie immer Dnke für die Kommentare und Favoriten :D Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Vielen Dank an meine Betaleserin, die das sofort durchgucken konnte und danke für die Motivation, die ich sonst so erhalten habe! Ich hoffe, dass das Kapitel spannend war ^^ Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Sooo ^^ Ein etwas längeres Kapitel (Und deswegen hat es auch mehr Zeit in Anspruch genommen) aber ich hoffe das es euch gefällt :) Ich wollte die Charaktere mal etwas näher bringen und sie von einer anderen Seite zweigen, ja besonders Itachi ^^ aber auch für die Story war die Handlung sehr wichtig.
Danke für die Kommentare und viel Spaß weiterhin <3<3<3<3<3 Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
wooooow, 20 Kommentare sind das schon! Ich bin echt beeindruckt und zutiefst dankbar! Ich denke die Geschichte nährt sich dem Hauptteil und ich muss sagen, dass mir die Charaktere sehr nah gekommen sind ^^
Ich hoffe das Kapitel gefällt euch, vor allem der Kuss, der endlich gefallen ist , wenn auch unerwartet
Ich hab euch soooo lieb und bitte bleibt mir treu ^^ Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Sooooooooooo, ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen ^^
Ich brauchte diesen kurzen Filler um mich besser auf das Finale der Geschichte vorzubereiten und ich denke durch das Gespräch wurden einige Fragen über die liebe Sora geklärt ^^ War sehr schön wieder über sie zu schreiben, schließlich ist sie schon seit einigen Kapiteln verschwunden...
Ob sie im nächsten wieder auftauchen wird...? Mal sehen :P
Danke für die Kommentare! <3 Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Wuhuuu, meine geliebte sora ist endlich wieder da!! ^^
Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen und ihr bleibt weiterhin an dieser fanfiction dran :)
Bleibt mir treu und danke für die vielen Kommentare :P Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Hallo meine lieben! <3
Es tut mir soooooo leid dass es diesmal so lange gedauert hat aber privat und in der schule war einiges los in letzter Zeit ! >.<°
Dafür ist das Kapitel ja jetzt etwas länger geworden und ich hoffe der Inhalt gefällt euch! (an der stelle danke an alle die mir hier geholfen haben ^^)
Bleibt mir treu und danke für eure Kommentare Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Sooo ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen! ^^ Auch wenn es nicht zur Hauptstory gehört, hat es mir echt mega spaß gemacht diese paar wörter zu schreiben :D Vielleicht hat man ja ein paar Hosts wieder erkannt...? Lasst es mich wissen!
~ Marry-chan Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Soo, die Geschichte ist Mitten im klärenden Finale und steht kurz vor dem Abschluss, an dieser Stelle bedanke ich mich für jede Unterstützung und Motivation! Ich habe lange und viel mit den Charakteren gespielt und gearbeitet, dass es mich beinah traurig stimmt, dass es schon bald zu ende sein wird... T^T Dennoch freue ich mich über jedes Feedback und jeden Kommentar! ^-^
~Marry-chan Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Hallo meine lieben! Ja ich lebe noch und ich habe ein wahnsinnig schlechtes gewissen T^T Es kamen wirklich lange keine neuen Kapitel mehr weil ich sehr viel zutun hatte und mich vor allem darauf konzentriert habe, die ganzen Rechtschreibfehler aus den vorherigen Kapitel irgendwie da raus zu bekommen :/
Dass es direkt mit einem Filler wieder los geht, war wirklich nicht extra! :P
Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen und hattet genau so viel Spaß wie ich an diesem Kapitel ^^ Mich würde es ja interessieren ob es jemanden hier gibt, der sich ein wenig mit Marry identifizieren kann? :P
~ Marry-chan Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Huiiiii ist hier viel passiert und das war dann auch das letzte Kapitel ^^ Ein kleiner Epilog wird noch folgen aber ansonsten ist die Geschichte beendet und ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung, die jeder Charakter durchgemacht hat ^^ Danke an alle die mich unterstützt haben und auch an alle, die interesse gezeigt haben ^^
Lasst mich wissen wie ihr die Geschichte fandet ^^
~ Marry-chan Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Soooo das ist das Ende von meiner kleinen Geschichte und ich hoffe es ist ganz annehmbar ^^ Ein süßes Happyend! ^.^
danke nochmal an alle die mich unterstützt haben, wenn es auch nur durch Kommentare oder sonstigem war :)
Wenn euch ein Schreibstil gefallen hat, dann würde ich mich wirklich freuen, auch von jemanden was in anderen Texten zu hören ^.^
Alsooo, danke, danke, danke :)
~Marry-chan Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (37)
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Von:  Marry2kfan
2017-04-15T21:34:48+00:00 15.04.2017 23:34
Voll schön geschrieben ^^ Und auch die Story ist voll gut :3 Mega wie du sowas schreiben kannst und auch sooo viel ^^' also ich hätte das nicht gekonnt ... Aufjedenfall weiter so Marry <333
Von:  Avocado
2017-04-15T14:55:47+00:00 15.04.2017 16:55
Ich liebe die Geschichte ❤❤❤
Bitte bitte schreibe weiter so deine Geschichten. Ich musste am Ende echt heulen, weil sie schon vorbei war! Ich kann die glatt nochmal lesen! 📖🎇
Von:  Marry2kfan
2017-04-08T18:19:19+00:00 08.04.2017 20:19
voll geil <3
hahah Marry der Penner xD
Von:  Black_Tenshi
2016-11-16T20:54:49+00:00 16.11.2016 21:54
Das ist so süß, aber so gemein! Ich will nicht, dass es zu Ende ist.😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭😭
Wenn du wieder eine andere Geschichte oder eine Fortsetzung schreibst musst du mir unbedingt als aller erstes schreiben!!!!!!!!!
Ich fande die Ff wirklich super und kann si immer und immer wieder lesen. Ich werde sie in Ehren in meiner Favorietenliste halten und noch öfters lesen.
Ich hoffe, dass ich dich mit meine Kommentaren unterstützen konnte.
Gaaaaaaaaaaannnnnnnnnnzzzzzzzzzzzzz dddddddooooooolllllllleeee lllllllllliiiiiiiieeeeeebbbbbbbbeeeee Grüße von deiner Black_Tenshi.
* Schnüf, schnif*
😭😭😭😭 😉
Antwort von: abgemeldet
16.11.2016 22:08
awwww oh mein Gott ich bin so gerührt! >.<
ja vielen vielen Dank!
Von:  Black_Tenshi
2016-11-08T21:00:01+00:00 08.11.2016 22:00
Ich will nicht, dass es zu Ende ist.😭😭😭😭
Es ist so ne schöne Story und echt spannend..
Ich habe die Geschichte unglaublich gerne gelesen und finde es schade, dass sie zu Ende ist.
Gibt es vieleicht einen zweiten Teil?
Wenn ja, musst du mir unbedingt schreiben😉
Glg von deiner Black_Tenshi
Von:  Black_Tenshi
2016-11-05T21:48:55+00:00 05.11.2016 22:48
Cooles Kapitel, wirklich lustig😂 freu mich schon aufs nächste😂😂😂
Antwort von: abgemeldet
06.11.2016 15:29
hehe dankesehr! ^.^
Von:  Black_Tenshi
2016-10-11T15:52:45+00:00 11.10.2016 17:52
Super tolle Story!

Ich finde die Geschichte, wirklich super gelungen und realistisch dargestellt.
Ich würde mich über eine Ens freuen, wenn du weiter schreibst. :)

LG Black_Tenshi.

Von:  you-know
2016-06-01T21:01:39+00:00 01.06.2016 23:01
Das nennt ich mal Aktion :D und jea Sora ist zurück (/*^*)/
Von:  MayuUchiha
2016-05-28T11:23:44+00:00 28.05.2016 13:23
Itachi man ..... >~< dü müssen zusammen kommen !!!
Antwort von:  MayuUchiha
28.05.2016 13:23
Die*
Von:  Hero_of_time
2016-05-27T12:23:02+00:00 27.05.2016 14:23
Freut mich ^^ Sora ist ja mein Lieblingscharakter ;3
Antwort von: abgemeldet
27.05.2016 18:18
Wer liebt sie nicht? ^^


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