Was geht ihn seinem Kopf vor?
Stöhnend strich Robin ihre Haare nach hinten. Manchmal konnte sie Virion an Nowi verfüttern. Warum schaffte es dieser Mann so oft, sie aus der Ruhe zu bringen? Besonders heute war es schlimm. „Meine Liebe, ich würde es niemals wagen, eine Dame zu Eile zu drängen, jedoch werden wir beide nicht jünger“, flötete der Adelige und lächelte sein typisches Lächeln. Genervt murmelte die Frau was vor sich hin. Sie setzte ihre Spielfigur und nickte zufrieden. Dieser Zug brachte nicht nur seine Schützen durcheinander, so hatte sie genug Zeit, die Verletzten in Sicherheit zu bringen.
„Ich hasse dich, Virion.“ Lachend betrachtete der Schütze die schmollende Frau. „Eure Strategie hätte fast geklappt und doch habt ihr zu vorsichtig gehandelt“, fing er an, sprach aber nicht weiter. Stumm beobachtete Virion, wie Robin Chrom nachschaute, der gerade am Zelt vorbeilief. Leise seufzte der Mann. Dann stimmte seine Vermutung bedauerlicherweise.
„Robin, ich muss Euch für den letzten Sieg danken. Nicht nur, dass ihr mein bescheidenes Leben gerettet habt, Ihr habt den Händlern Hoffnung geschenkt.“ Verwirrt blinzelte die Angesprochene und sah wieder zu dem Adeligen. „Manchmal redest du wirres Zeug“, sprach sie und hob die Schultern. „Ich habe dich gerettet, weil du dich schützend vor Lissa gestellt hast. Das hätte jeder sonst auch getan. Aber was meinst du mit den Händlern? Und dein schmieriges Grinsen gefällt mir nicht.“ Jetzt seufzte der Schütze. „Meine Liebste, ich habe noch nie schmierig gegrinst, wie Ihr es nennt. Und nehmt das Kompliment einfach an. Eine Dame wie Ihr solltet mit Schmeicheleien überschüttet werden.“ Robin schüttelte den Kopf. Was hatte er mit reisenden Händlern zu tun?
