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ℛ ᴀ ᴄ ʜ ᴇ

... ist süss. [Nami & Sanji]
von

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~ Kapitel 1 ~


 

RACHE

... ist süss.

↯♥↯

~ Kapitel 1 ~

The Hopeless Seducer – Der hoffnungslose Verführer
 

Er hob einen Finger an seine Lippen, gebot ihr so zu schweigen. Als habe er ihre unausgesprochene Frage bemerkt, verharrte Nami dennoch still und sah begierig zu ihm auf. Jenes Glitzern, das er sich so erhoffte, trat in ihre Augen, brachten sie zum Leuchten und ließ das Mädchen gleichermaßen erstrahlen. Ein Funkeln, wie die Sterne oben am Himmelszelt, drohte ihn zu überwältigen, doch der Smutje mühte sich um Haltung und Standhaftigkeit. Nicht noch einmal würde er sich das Gefühl der Schwäche für dieses Geschöpf eingestehen. Keine Regung der Verliebtheit, kein hinderliches Schwärmen, kein verzehrendes Sehnen.

Sie war es, die schmachten sollte. Sie sollte vergehen und für ihre Hinterlist Buße tun. Er würde sie an ihre Grenzen bringen und während sie gleichermaßen um Erlösung bettelte.

Kurz benetzte er seine Lippen mit der Zunge. Seine Kehle kam einer ausgedörrten Wüste nahe, doch ihm entgingen ihre Blicke nicht. Aufmerksam hatte Nami ihn beobachtet und wie gebannt auf seinen Mund gestarrt. Das schwere Schlucken ihrerseits entlockte ihm ein flüchtiges Grinsen. Offenbar musste er doch eine Wirkung auf sie ausüben, ihr eine Reaktion entlocken.

»Sanji«, hob sie an, ohne dass er ihr gestattete, zu sprechen. Doch er ließ sie gewähren, gespannt darauf zu erfahren, was sie ihm zu sagen hätte. »Was tue ich hier?«

Der Smutje schloss für einen kurzen Moment die Augen. Abermals hoben sich seine Mundwinkel zu einem schiefen Lächeln. Noch näher trat er an sie heran, streckte vorsichtig seine Finger nach ihrem liebreizenden Gesicht aus, berührte ihren Wangen, die von der nachmittaglichen Sonne noch einen leichten Schimmer aufwiesen. Oder war er es, der diesen Effekt bei ihr erzielte? Ein plötzliches Zittern, das durch ihren Körper jagte, ließ ihn für den Hauch eines Wimpenschlages seine Tat infrage stellen.

»Ich habe mich nur erschreckt«, flüsterte Nami, die sein Zögern bemerkt haben musste. »Deine Finger sind kalt.«

»So?«, hakte Sanji nach und entließ fast erleichtert die angehaltene Luft aus seinen Lungen. Der junge Mann fuhr kaum merklich zusammen, als er einen Ruck verspürte, ausgehend von dem Mädchen, das ihn bei den Händen fasste und diese um ihre erhitzen Wangen legte.

»Du...«, kurz hielt er inne, als müsse er nach den richtigen Worten suchen, »du hast Sonnenbrand.«

Ein knappes, unfeines Schnauben entfloh ihr, ehe Nami langsam den Kopf von einer Seite zur anderen wand. Überrascht hüpfte seine Augenbraue gen Himmel. Dass sie seine Frage verneinte, deutete er als ein positives Zeichen, wenn auch als ein schwaches Signal ihrer Zustimmung.

»Nein«, Nami senkte den Blick und umschloss seine Hände mit ihren Fingern. Die junge Frau schmiegte sich in seine Handflächen und erschien ihm so unschuldig, als ob sie kein Wässerchen trüben könne.

»Nein«, sagte sie abermals und schien die Kühle seiner Glieder willkommen zu heißen, »kein Sonnenbrand.«

Nun war es an Sanji, hart zu schlucken, denn das Mädchen ließ seine Finger von ihren Wangen zu ihrem Hals wandern, dirigierte sie über den zarten Kiefer, bis er die weiche Haut der blassen, milchigweißen Säule unter sich spürte. Hier, wo ihr Puls heftig flatterte, nahm er die Folgen seiner Berührungen deutlich wahr. Die kühle Linderung verebbte allmählich, sodass der Smutje alsbald ebenso in Flammen zustehen drohte. Schnell schlug ihr Herz, als seine Finger ihren Weg fortsetzten. Rau und kraftvoll waren seine Hände. Gezeichnet vom Werken in der Küche und dem Hantieren mit Messern und Feuer.
 

Würde er sich noch länger gestatten, sie unter seinen Fingerspitzen zu fühlen, so wäre es ihr wieder gelungen, ihn, und sein Herz, ins Stolpern zu bringen. Quälend langsam nahm er die Hände von ihr, genoss den Anblick, der sich ihm bot. Nami folgte ihm nach, stieß einen leisen, wimmernden Laut aus, als seine kühlenden Glieder ihre warme Haut verließen, doch sie besann sich ihrer Tat und nahm, binnen eines Atemzugs, erneut ihre reservierte Haltung ein. Dass sie sich ihm für einen kurzen Augenblick fügte, ließ das kleine Flämmchen in seinem Inneren aufflackern. Doch Sanji rügte sich sogleich für das optimistische Aufleben des euphorischen Funken, denn noch verharrte sein Vorhaben in der Schwebe.

Er ließ das Mädchen nicht aus den Augen. Bemerkte die Nervosität, die von ihr ausging, denn Nami nagte zwar flüchtig, aber angespannt, auf ihrer Unterlippe. Wie gern würde er diese mit seinen Fingern, seinem Mund, seiner Zunge berühren. Sanji kniff die Augen zusammen. Nein, wenn er wollte, dass sie Buße tat, dann würde er jetzt handeln müssen. Doch sollte sie sich ihm verweigern, so hoffte er, würde die junge Frau seine Idee als Scherz abtun.
 

Still war es in der Kombüse. Nur ihr leiser Atem drang an seine Ohren, während Sanji sich um einen ruhigen Puls bemühte. Wie viel Zeit verstrichen war, konnte er nicht sagen. Er hatte nur Augen für sie - für das junge Fräulein. Noch immer saß sie vor ihm, auf dem Stuhl, den er ihr angeboten hatte, doch je mehr Sekunden verrannen, desto weniger war er sich dem Erfolg seines Planes sicher. Das Herz, es schlug so laut, dass er beinahe fürchtete, sie könne es hören.

»Sanji«, wieder sprach sie seinen Namen und schickte warme Wellen durch seinen Körper. »Was mache ich hier?«

Ihre Frage ließ ihn zur Besinnung kommen. Vor wenigen Minuten hatte sie sich schon einmal nach seinen Absichten erkundigt, und er war mit einer ausweichenden Geste davon gekommen. Doch nun...

»Was soll ich tun?«, hakte sie nach, vermied es jedoch, ihn anzusehen. »Was möchtest du?«

Dich küssen, schoss es ihm durch den Kopf. Dass Nami plötzlich zu ihm aufsah, und ein fragender Ausdruck in ihre Augen trat, verunsicherte ihn.

»Was?«, verlangte sie zu wissen, doch sie klang nicht fordernd und forsch, eher sanft und verwirrt. »Was hast du gesagt?«

Der Schreck rauschte ihm vom Kopf bis in die Füße. Hatte er etwa doch jene Worte gesprochen, die nur in seinen Gedanken und Träumen Gestalt annahmen?

»Ich... ähm«, vorbei war der Tatendrang, erloschen die entflammte Wut auf das Mädchen. Sie saß vor ihm und blickte mit unsicherer Miene in sein Gesicht. Dass sie sich erhob, verankerte ihn abrupt wieder im Hier und Jetzt. Sie stand vor dem Smutje, mit hängenden Schultern und müden Augen.

»Ich sollte gehen«, ließ Nami verlauten und schob sich an ihm vorbei. Noch ehe er wusste, wie ihm geschah, griff er nach ihrer Hand und hoffte, dass sie jene Aktion davon abhielt, ihm zu entkommen.

»Nein, Nami...«, beinahe brüllend entkam die Bitte seiner Kehle. Hastig biss er sich auf die Zunge und schwieg. Die junge Frau spürte ein Gewicht an ihrem Arm, und noch bevor sie sich seiner Handlung entziehen konnte, schwoll seine Stimme zu einem energischen Laut an. Sanji konnte den Schrecken in ihren Augen sehen, als sie ihm ihre Aufmerksamkeit zukommen ließ.

»Es tut mir leid, Nami. Ich wollte nicht schreien.«, leise und bedächtig holperte ihm die Entschuldigung über die Lippen. Das Mädchen schüttelte den Kopf. Nami wirkte erschöpft und es schien ihm, als habe sie jenes aufregende Hochgefühl verlassen.

»Verrate mir doch einfach, was ich tun soll, wenn du mir schon sagen willst, was ich hier mache.«, verlangte Nami beinahe flehend. Als der Smutje keine Reaktion zeigte, wandte sie sich erneut zum Gehen, doch Sanji hielt sie mit sanftem Druck zurück. So sehr er sich auch bemühte, ihr in die Augen zu sehen, es gelang ihm nicht. Er wollte nicht darin lesen, dass sie ihn für einen Schwachkopf hielt. Etwas Warmes fuhr an seiner Wange entlang. Nami strich ihm mit ihren Fingern die verwirrten, flachsblonden Strähnen aus der Stirn.

»Dich küssen«, wisperte er, ihrem Blick ausweichend.

»Was?«, fragte sie, ehe ein flüchtiges Lächeln ihre Mundwinkel nach oben hob.

»Ich möchte dich küssen«, seine Stimme klang ruhiger und gefasster in seinen Ohren, als sein Herz ihm weismachte.



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Kommentare zu diesem Kapitel (3)

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Von:  jillianZ
2015-08-15T14:16:10+00:00 15.08.2015 16:16
Oh ein super Kapitel ich bin mehr als gespannt ob sie seiner bitte wohl nachkommen wird lg ^ω^
Von:  _Supernaturalist_
2015-08-12T11:41:13+00:00 12.08.2015 13:41
Hallöchen,

Ich habe mich gerade tierisch gefreut, als ich gesehen habe, dass es weitergeht *_*
Es war so schön. Und am Anfang so spannend. Folgt Sanji dem Plan, den er ausgeheckt hat, oder nicht. Und auch das Ende passt einfach so perfekt hinein und ich bin so gespannt, wie es weiter geht und wie Nami da reagiert.
Bitte, bitte mehr*__*
LG
Von:  Miena
2015-08-11T19:00:38+00:00 11.08.2015 21:00
Huhu,

endlich geht es weiter und du hast mich nicht enttäuscht! Ich bin mehr als begeistert über dieses Kapitel. *-*
Gott, ich liebe deinen Schreibstil, deine Art die Dinge zu beschreiben. Einfach göttlich!
Ich finde es sehr spannend, wie du die Situation zwischen den beiden beschreibst.
Hoffe es geht bald weiter! Jetzt bin ich wirklich ganz heiß auf's nächste Kapitel. :D

Liebe Grüße,
Miena.


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