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Wherever You Go

I'll be following you
von

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Regenwolken

Es hätte eine sehr glückliche Zeit für Sakura werden können, wenn nicht bereits zwei Monate später die nächsten Gewitterwolken am Himmel heraufgezogen wären.

Begonnen hatte es eigentlich ganz harmlos.

Eines Abends bemühte sie sich wiederholt, ihren Freund über sein Handy zu erreichen, doch er nahm nicht ab. Im Gegenteil, bei ihrem letzten Anruf wies er ihren Kontaktversuch sogar zurück.

Erst dachte sie sich nichts dabei. Es konnte ja schließlich sein, dass er ihm momentan einfach nicht möglich war zu telefonieren. Kam ja mal vor.

Als sie jedoch zwei Stunden später seine Stimme immer noch nicht hören konnte, fing sie an, sich Sorgen zu machen. Es war zwar bereits ziemlich spät, doch die Situation konnte man als Notfall bezeichnen, weswegen sie sich an ihrer vor dem Fernseher eingeschlafenen Mutter vorbeistahl, sich ihre Jacke vom Haken schnappte und in die Nacht verschwand.
 

Sakura ließ den Finger für einige Zeit auf dem Klingelknopf, doch in der Wohnung rührte sich nichts.

Sasuke hatte ihr zwar noch keinen machen lassen, aber vor kurzem war sein Ersatzschlüssel einmal bei ihr liegen geblieben, den sie nun glücklicherweise in ihrer Hosentasche ertastete.

Gut, dass sie das Kleidungsstück noch nicht auf den Wäschestapel geworfen hatte.
 

Entschlossen drehte sie mit einem leisen Klicken den Schlüssel im Schloss herum und betrat den dunklen, stillen Flur.

Im Gegensatz dazu brannte im Wohnzimmer Licht, das konnte man bereits von ihrem Standort aus erkennen. Rasch schlüpfte sie aus ihren Schuhen und machte sich auf den Weg dorthin, wo sie sie sich endlich eine Erklärung von ihrem Freund erhoffte, weshalb er sie ignorierte.
 

Was sie in dem ihr so vertrauten Raum erwartete, ließ sie wie angewurzelt am Übergang zum Flur stehen bleiben.

Sasuke saß auf dem Boden und lehnte sich an die kurze Seite seines Sofas.

Das war es aber nicht, was sie so entsetzte –eher die halbvolle Flasche Schnaps an seinen Lippen und die zwei leeren Flaschen Wein, die auf dem Tisch standen.
 

„Sasuke!“, rief sie schockiert, doch er wandte ihr nicht einmal sein Gesicht zu, als ließe ihn ihr Auftauchen völlig kalt.

Sofort stürzte sie zu ihm, nahm ihm die Flasche aus den schlaffen Fingern und versuchte, sein Kinn anzuheben, um ihm prüfend in die Augen zu schauen. Den Schnaps hatte sie so weit wie möglich weg von ihm entfernt abgesetzt.

Erst wehrte er sich nicht, doch dann schob er unwirsch ihre Hand beiseite.

„Was willst du?“, fragte er leicht lallend und zog die Nase hoch.

„Ich habe dich angerufen und mir Sorgen gemacht, als du nicht geantwortet hast! Zu Recht, wie ich hier sehe! Was soll das?“, fragte sie und packte ihn an den Schultern, um ihn zu schütteln.

„Na, ich lasse mich volllaufen. Wonach sieht es denn sonst aus?“

Er wirkte völlig willenlos, als wäre er eine Puppe, während sie an ihm zog.
 

„Aber warum? Was ist geschehen? Das hast du doch noch nie gemacht!“, hakte Sakura fassungslos nach und ließ von ihm ab. Sie konnte sowieso keine körperliche Reaktion bei ihm hervorrufen.

Er stank geradezu nach Alkohol.

„Darf sich ein Mann nicht einmal betrinken…“, beschwerte er sich und streckte sich in Richtung des außer Reichweite stehenden Schnaps. Bei dem Versuch kippte er zur Seite um und blieb einfach liegen, während er aus blutunterlaufenen Augen zu ihr hochstarrte.

„Aber doch nicht ohne mir etwas zu sagen!“
 

Gerade überlegte Sakura, was sie nun am besten mit dem beinahe außer Gefecht gesetzten Sasuke machen sollte, da sagte dieser unvermittelt: „Ich bin fremdgegangen.“

„Jetzt spinnst du aber“, tat sie seine Äußerung mit einem Winken ab, doch er fügte verächtlich hinzu:

„Mit Karin. Und es war richtig gut. Mit dir ist es nie so. Du lässt mich ja immer noch nicht ran.“

Getroffen zuckte seine Freundin zusammen. Ihr wurde ganz kalt, als sie begriff, dass er das nicht bloß gesagt hatte, weil er betrunken war.
 

„Ich hätte nicht gedacht, dass du doch noch so ein Arschloch sein kannst“, erwiderte sie schließlich und unterdrückte mit Mühe die Tränen, die sich ankündigten.

„Ich dachte, wir sollen immer ehrlich zueinander sein“, konterte Sasuke und lachte böse.

„Du wusstest doch, auf wen du dich einlässt. Ist die kleine, unschuldige Sakura etwa überrascht? Sie steckt wohl immer noch in ihrer hübschen, bunten Traumwelt. Willkommen in der Realität.“

Langsam erhob sich Sakura, den Blick auf denjenigen gerichtet, den sie liebte und der immer noch auf dem Boden lag, während sein Kopf auf seinem Arm ruhte.
 

„Ich verstehe nicht, was mit dir los ist, aber offenbar willst du nicht mit mir sprechen.“, sagte sie mit trockenem Mund, die Hände in den Taschen vergraben, damit er nicht sah, dass sie zitterten.

„Weißt du, ich könnte dir sogar Fremdgehen verzeihen… Aber die Art und Weise, wie du mich behandelst, halte nicht einmal ich aus.“

Einen Moment lang gab sie ihm noch Zeit, möglicherweise seine Fehler einzusehen und sich zu entschuldigen, doch er betrachtete sie nur ausdruckslos aus seinen halb geschlossenen Augen.

Dann drehte sie sich auf dem Absatz herum und ließ den betrunkenen Sasuke in seinem Suff zurück.
 

„Es tut mir wirklich leid, hier so spät noch zu klingeln, aber…“, sprudelte Sakura los, kaum hatte sich die Tür geöffnet, doch mitten im Satz stoppte sie so plötzlich ab, als hätte ihr jemand den Ton abgedreht.

Kakashi Hatake machte zwar den Eindruck, als wäre er bereits im Bett gewesen, aber definitiv nicht zum Schlafen und auch nicht alleine. Seine verstrubbelten Haare, die eher schlecht als recht sitzenden Boxershorts und nichts zuletzt die lediglich einen Bademantel tragende Mei Terumi, die hinter ihm auftauchte, gaben mehr Informationen preis als die junge Studentin wissen wollte.
 

„Ähm… Ich wollte nicht… stören“, stotterte Sakura und konnte den Blick nicht von der leicht bekleideten Vertretung an der Universität abwenden.

„Na, mein Lieber, du hast doch nicht etwa eine Affäre mit so einem jungen Hüpfer?“, spottete Mei und verschränkte die Arme vor der Brust. „Aber mir Vorwürfe machen.“

„Das ist ein Missverständnis!“ – „Unsinn!“.

Kakashi und Sakura polterten wie aus einem Mund und mit dem gleichen wütenden Tonfall los. Die Frau hob zweifelnd die Augenbrauen, entspannte sich aber sichtlich.

„Ich bin wegen Sasuke hier“, kam die Rosahaarige endlich auf den Grund ihres Besuchs zu sprechen, was Kakashi sofort in Alarmbereitschaft versetzte.
 

„Das darf doch nicht wahr sein. Dieser…“.

Kakashi beendete seinen Satz zwar nicht, ballte aber die rechte Hand zur Faust.

„Wissen Sie, was geschehen ist und ihn so aus der Bahn geworfen hat?“

Sakura zweifelte nicht daran, dass irgendetwas passiert war, das Sasuke dazu gebracht hatte, sich so zu verhalten. Auch wenn er immer wieder betonte, was für ein böser Mensch er war, glaubte seine Freundin nicht daran. Nicht nach der Zeit, die sie mit ihm verbracht hatte…
 

Mei hatte sich anständigerweise in die Küche verkrümelt, um Kaffee zu kochen, aber sicherlich lauschte sie von dort aus neugierig ihrem Gespräch.
 

„Ja, ich weiß, was mit ihm los ist. Mensch, er hätte sich mir doch anvertrauen können… Aber nein, er musste ja behaupten, dass es ihm gut ginge und er sich an dich mit seinem Problem wenden würde.“

Das sprichwörtliche Fragezeichen stand Sakura ins Gesicht geschrieben und Kakashi beeilte sich, seine seltsamen Worte zu erklären.

„Itachi Uchiha ist zurückgekehrt. Schwer verletzt. Selbstverständlich haben die Passanten, die ihn auf der Straße liegen gesehen haben, sofort den Krankenwagen alarmiert.

Die Krankenschwester hat ihn anhand des Bildes erkannt, das damals als Fahndungsfoto in sämtlichen Zeitungen aufgetaucht ist, und danach sofort Sasuke als einzigen lebenden Verwandten alarmiert.“

Sakura presste sich die Hände vor ihr Gesicht.

„Oh nein, das ist ja schrecklich. Wird er durchkommen?“

Als Kakashi nicht antwortete, ließ sie die Hände wieder sinken. Sein Gesicht verriet ihr, was sie wissen musste.

„Wie furchtbar. Armer, armer Sasuke…“
 

So abrupt, dass ihr Gegenüber zusammenzuckte, schoss sie in die Höhe.

„Und ich dumme Gans lasse ihn allein…“

Ohne sich um Höflichkeitsfloskeln zu kümmern, wollte sie direkt wieder los, doch Kakashi hielt sie zurück.

„Moment. Ist dir klar, warum er dich so behandelt hat?“

Gerade setzte Sakura zu einer hastigen Antwort an, doch Mei übernahm für sie, als sie das Zimmer betrat, mittlerweile glücklicherweise, genau wie Kakashi, vollständig angezogen.
 

„Weil ihn die Rückkehr seines Bruders daran erinnert hat, wie es ist, wichtige Personen zu verlieren.“

Mit offenem Mund drehte sich die Jüngere zu ihr um.

Ruhig stellte Mei das Tablett mit der Kaffeekanne und den Tassen auf einem Beistelltischchen ab und hob den Zeigefinger, um Sakuras Konzentration zu gewinnen.

„Kakashi hat mir alles erzählt. Du weißt, was ich meine. Er will sich nicht mit Haut und Haar auf dich einlassen, weil er weiß, wie es schmerzt, wenn eine Person ihn irgendwann verlässt. Er geht das Risiko gar nicht erst ein und verletzt dich deshalb absichtlich, um dich von ihm fernzuhalten.“
 

„Ich wusste gar nicht, dass du auch noch einen Abschluss in Psychologie hast“, zog Kakashi sie mit beeindruckter Miene auf, doch Mei beachtete ihn gar nicht. Stattdessen trat sie einen Schritt auf die Studentin zu, bis sich ihre Nasenspitzen beinahe berührten.

„Du weißt sicher auch, was du jetzt zu tun hast. Stimmt’s?“

Einen Augenblick arbeitete es in Sakuras Kopf. Kaum rastete in ihrem Gehirn ein, worauf die Frau hinaus wollte, stürmte sie los. Erst an der Haustür hielt sie noch einmal inne.

„Danke!“, brüllte sie laut, dass die beiden sie noch hörten.
 

„Noch einmal jung sein…“, sagte Mei sehnsüchtig und ließ sich auf Kakashis Schoß fallen.

„Den Kaffee müssen wir wohl alleine trinken.“



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Kommentare zu diesem Kapitel (2)

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Von:  fahnm
2014-01-28T21:29:44+00:00 28.01.2014 22:29
Super Kapi^^
Freue mich aufs nächste kapi^^
Von:  Kaninchensklave
2014-01-28T20:28:16+00:00 28.01.2014 21:28
ein Tolles Kap

nunj das ist also der Grund warum sich Sasuke die kante gegeben hat
nur ist die frage hat Itachi wirklich die ganze Familie aufdem Gewissen oder
ewar es wer anderer der ebenfalls zurück ist und sich nun Itachi entledigen möchte

GVLG


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