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My little Pony: One last Letter

von

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Kapitel 13

Tag dreiunddreißig. Kurz nach Mitternacht. Die Flucht aus Trottingham war spektakulär. Angel sprang über Häuser hinweg und hetzte nach Süden, die geifernde Meute hinter sich. Wir flatterten wie ein Fähnlein im Wind auf seinem Rücken. Innerhalb weniger Minuten hatten wir den Stadtrand erreicht. Dort versuchten uns einige Wachen aufzuhalten, indem sie uns Speere entgegen schleuderten, die aber an uns vorbei flogen. Angel hüpfte mit Leichtigkeit über das Stadttor. Da es außerhalb der Stadt dunkel war, blieben die Verfolger kurz nachdem wir die Stadt verlassen hatten hinter uns zurück. Angel hielt etwa eine Stunde später an und ließ uns herunter. Wir befanden uns in der Nähe eines kleinen Waldes. Daher beschlossen wir, erst einmal etwas Holz zu sammeln, um ein kleines Lagerfeuer zu machen. Nicht nur, um uns zu wärmen, sondern auch, um Fluttershy einen Anhaltspunkt zu geben, wo wir sind.
 

Das Feuer prasselte leise vor sich hin. Die fünf Ponys und Angel hatten sich um die Feuerstelle herum versammelt, um so viel Wärme wie möglich ab zubekommen, da die Temperaturen außerhalb der Stadt doch um einiges niedriger waren. Während sie ihren Gedanken nachhingen meldete sich plötzlich Rainbow zu Worte. „Eines lässt mich nicht los.“, begann sie. Die anderen schauten sie an. „Was meinst du?“, erkundigte sich Twilight. „Pinkie.“, erwiderte das Pegasus-Pony, „ich frage mich immer noch, warum sie bei den Greifen plötzlich so loslachen musste.“ Die anderen schauten das rosafarbene Pony an. Dieses grinste fröhlich zurück. „Ich kann es selber nicht genau sagen. Aber als mich Twilight daran erinnerte, wie wir auf Spike getroffen waren, konnte ich einfach nicht mehr an mich halten.“ „Ja, das war schon irgendwie witzig.“, warf Applejack ein, „so eine bedrohliche Stimme und dann nur ein kleiner Drache.“ Sie hielt sich den Huf vor den Mund, der zu einem Grinsen verzogen war. Auch Rarity begann zu Schmunzeln. Rainbow begann laut los zulachen, so dass ihr die Tränen kamen. „Es ist schon erstaunlich.“, schnappte sie nach Luft, „Seitdem du hier bist, Twi, haben wir schon mehr erreicht, als in all den Jahren zuvor.“ Sie wischte sich die Lachtränen aus den Augen. „Du bist wirklich erstaunlich.“ Sie verstummten, als sie auf einmal ein Flügelschlagen vernahmen. Sie atmeten auf, als sie Fluttershy erkannten. Diese keuchte unter der Last der Satteltaschen, welche sie trug. Die Freundinnen eilten zu ihr und nahmen ihr die Last ab. „Die … ganze Stadt … ist … in Aufruhr.“, schnaufte sie, „es hat einiges … gebraucht, um die Taschen zu holen und … zu entkommen.“ Sie setzten sich wieder gemeinsam ans Feuer. „Komm erst einmal zu Atem.“, sagte Rainbow Dash. Rarity schaute in ihre Satteltasche und nahm einen Wasserschlauch heraus. Diesen reichte sie an das erschöpfte Pegasus-Pony weiter. Dankbar nahm Fluttershy den Schlauch und nahm einen kräftigen Schluck. „Erzähl schon. Was ist geschehen, nachdem du uns verlassen hast?“, drängte Rainbow. Twilight knuffte sie in die Seite. „Jetzt sei doch nicht so ungeduldig. Fluttershy wird uns schon sagen, was passiert ist.“ Das gelbe Pegasus nickte. Sie nahm noch einen Schluck Wasser, bevor sie zu erzählen begann.
 

„Unsere Sachen. Die sind noch in der Herberge.“, rief Twilight zu Fluttershy herüber. Fluttershy winkte kurz, um zu zeigen, dass sie Twilight gehört hatte. „Bring meine Freundinnen in Sicherheit.“, sagte Fluttershy zu Angel. Das riesenhafte Kaninchen zuckte kurz mit dem Kopf, welches Fluttershy als Zustimmung deutete. Dann breitete sie ihre Schwingen aus und flog in Richtung der Herberge. Unter sich sah sie die tobende Meute. Sie hatten keine Waffen, aber ihr Wahnsinn machte sie unberechenbar. Wild stürmten sie hinter Angel her. Der Mob war so sehr auf das Kaninchen fixiert, dass Fluttershy vollkommen übersehen wurde, wie sie nach Westen flog. Sie hielt sich dicht über den Dächern von Trottingham, da sie so schnell in Deckung gehen konnte, wenn irgendjemand sie sehen sollte. Aber sie hatte Glück. Ganz Trottingham war bei der Veranstaltung gewesen, so dass sie ungesehen zur Herberge kam. Vorsichtig schlüpfte sie durch ein offenes Fenster in das Gebäude. Der Raum, in dem sie sich dann befand war klein und dunkel. Unter der Tür schien etwas Licht herein. Fluttershy ging leise zu der Tür, öffnete sie einen Spalt breit und schaute in den Flur. Sie befand sich am Ende des Flures. Dieser war mit einigen Kerzen erleuchtet. Links und rechts gingen Türen zu verschiedenen Räumen ab. Am anderen Ende befand sich eine Treppe. Einer davon hätte ihr Quartier für die Nacht sein sollen. 'Das können wir jetzt auch vergessen.', seufzte Fluttershy innerlich. Da sie niemanden sah, öffnete sie die Tür ganz und begab sich auf leisen Hufen zu dem Raum, wo sie heute Nachmittag ihre Taschen abgelegt hatten. Sie wollte gerade die Klinke zu der Tür drücken, als sie Stimmen hörte. „Wusste ich es doch.“, sagte eine monotone weibliche Stimme, „die haben noch mehr von den Klunkern.“ „Ja ja. Jetzt mach schon hinne. Die können jeden Augenblick wiederkommen.“, sagte eine männliche Stimme. Es polterte etwas. „Was ist das?“, fragte die weibliche Stimme, die Fluttershy erst jetzt als die der Wirtin und Herbergsmutter erkannte. „Ein Buch.“, sagte die männliche Stimme genervt, „hast du noch nie ein Buch gesehen?“ „Schon, aber irgendetwas ist seltsam an diesem Buch.“ Fluttershy hielt es nicht mehr aus. Wollten die beiden die ganze Nacht hier verbringen? Sie schlich ein paar Meter weiter Richtung Treppe. Dort legte sie einen etwas festeren Schritt an. Die Wirtin und das andere Pony keuchten auf. Das konnte Fluttershy selbst auf dieser Entfernung hören. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie stapfte auf ihren Raum zu. Kurz bevor sie ihn erreichte, öffnete sich die Tür und die Wirtin und ein sehr kräftiger Hengst traten heraus. „Oh, ihr seit schon wieder da?“, säuselte die Wirtin in ihrem gleichförmigen Ton, „ist das Fest schon vorbei?“ Fluttershy überlegte kurz. „Nein, aber ich hatte was vergessen und wollte es eben holen.“, erwiderte sie. Dann schaute sie die Wirtin etwas verwirrt an. „Warum wart ihr in unserem Raum?“, erkundigte sie sich. Nun war es an der Wirtin, kurz zu überlegen. „Wir haben die Betten noch neu bezogen.“, log sie ohne die Mine zu verziehen, „das hatten wir vergessen, da das Fest bevor stand. Dabei ist leider eine eurer Taschen umgefallen. Wir haben eben noch die herausgefallenen Sachen wieder hineingepackt.“ Fluttershy nickte kurz. Dann ging sie an den beiden vorbei in den Schlafraum. Sie schloss die Tür hinter sich, als hätte sie nichts mitbekommen von dem, was bis vor ein paar Minuten hier geschehen war. Als die Tür ins Schloss gefallen war, atmete sie kurz durch. Ihre Beine zitterten vor Aufregung. Dann begann sie hektisch, die Satteltaschen zusammen zu suchen. Wie die Wirtin es gesagt hatte war eine der Taschen umgefallen. Es war Twilights. Die Sachen waren lieblos wieder hineingestopft worden. Aber es schien noch fast alles da zu sein. Ihr Tagebuch, die Karte der Flüchtlinge aus dem Norden, sogar die Schriftrolle von Celestia. Es fehlten nur die Edelsteine, die sie von den Diamanten-Hunden bekommen hatten. Fluttershy griff sich alle Taschen und hievte sie sich auf den Rücken. Obwohl sie alle nur wenig mitgenommen hatten, waren die Taschen für das Pegasus-Pony so gerade noch zu tragen. Plötzlich hörte sie, wie jemand unten an der Herberge klopfte. Ihr wurde ganz flau. Hatte man sie doch gesehen? Es blieb keine Zeit, darüber nachzudenken. Beladen mit den Taschen öffnete sie die Tür und spähte hinaus. „Ein gelbes Pegasus? Ja, das ist oben. Dritte Tür rechts.“, hörte sie die Wirtin gerade sagen. So schnell und so leise es ihr möglich war, hetzte sie zu der kleinen Kammer zurück, über der sie die Herberge betreten hatte. Sie hatte gerade die Tür hinter sich geschlossen, als sie das stapfen von Hufen auf der Treppe hörte. Ein metallisches Kratzen begleitete die Schritte. 'Stadtwachen', dachte Fluttershy. „Dort muss die Schwarzmagierin sein.“, sagte eine Stimme ernst, „Gefreiter, sie gehen vor.“ Sie wollte sich erst gar nicht ausmalen, was die Wachen mit ihr machen würden, wenn sie in ihre Hufe fiel. Daher begab sie sich zum Fenster und schlüpfte hindurch. Sie kam auf einem schmalen Sims zu Stehen. Hier breitete sie ihre Flügel aus und entschwand in die Dunkelheit der Nacht. Da sie noch immer unter der Anspannung des Entdeckt werden stand bemerkte sie das Gewicht der Taschen nicht.
 

„Ich musste einige Umwege fliegen, da die Wachen sehr aufmerksam den Himmel beobachteten.“, schloss Fluttershy die Geschichte. Die anderen hatten ihr aufmerksam zugehört. „Also sind wir erst einmal Pleite.“, meinte Rainbow Dash nach einer Weile. Fluttershy nickte. „Egal.“, sagte Twilight, „bevor wir die Edelsteine von den Diamanten-Hunden bekommen haben, sind wir auch über die Runden gekommen. Davon sollten wir uns nicht aufhalten lassen.“ Sie suchte die Schriftrolle von Celestia aus ihrem Rucksack heraus und öffnete sie. Ihre Freundinnen schauten ihr über die Schulter. Wie erwartet hatte sie sich wieder einmal verändert. Sie zeigte als ihr nächstes Ziel Hoofington. „Hoofington.“, sagte Rainbow Dash, „das ist ein ganzes Stück im Süden. Das wird ein bis zwei Wochen dauern, bis wir da sind.“ Fluttershy schaute zu Angel herüber. „Vielleicht auch nicht.“, meinte sie nur und lächelte.



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