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Itachi und Sasuke (Arbeitstitel)

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Als Sasuke wieder aufwachte, war das Erste, was er bemerkte, dass er nicht mehr im Wald auf der Lichtung, sondern in einem Bett lag.

Schnell setzte er sich auf und sah sich in dem Zimmer, in dem er sich befand, um. Irgendwie kam dieses ihm äußerst bekannt vor und plötzlich fiel ihm auch auf warum: das große Bett, der Schrank, das Fenster, der Tisch, auf dem ein paar Shuriken lagen und das Zeichen seines Clans an der Wand; er lag in seinem Zimmer. Nur wie war er hier her gekommen? Er konnte sich nur noch daran erinnern, dass er beim Training ohnmächtig geworden war.

Eilig schlug er die Decke zurück und stand auf, doch irgendwas war komisch. Er hatte das Gefühl, als ob alles um ihn herum größer geworden war. Langsam ging er zu seinem Kleiderschrank und wollte ihn öffnen, doch als er die Hand ausstreckte, blieb er erschrocken stehen. Seine Finger waren viel kleiner als sie sein sollten. Jetzt riss er hektisch die Schranktür auf und schaute in den Spiegel, der an der Innenseite befestigt war. Vor Schreck stolperte er jedoch gleich darauf wieder ein paar Schritte zurück. Aus dem Spiegel blickte ihm ein sieben jähriger Junge entgegen. Um genau zu sein eine jüngere Version seiner selbst von vor mehr als neun Jahren.

„Spinn ich jetzt total?! Das muss ein Scherz sein!“ Ungläubig fasste er sich an den Kopf und zog leicht an seinen ohnehin schon zerzausten Haaren, was diese noch mehr zu Berge stehen lies. Alarmiert weiteten sich seine Augen kaum merklich. Vielleicht hatte ihn jemand bei seinem Training in einem Genjutsu gefangen, als er abgelenkt gewesen war? Prüfend konzentrierte er eine kleine Menge Chakra in seinen Fingerspitzen und zwickte sich damit kurz in die Wange, aber seine Umgebung blieb unverändert. In einem Anflug kindlichen Trotzes verzog er das Gesicht zur schrecklichsten Grimasse, die er zustande brachte, mit der naiven Hoffnung die unerwünschten Gesichtszüge dadurch loszuwerden, doch als sich weiterhin nichts an seinem Spiegelbild änderte, wandte er sich entschieden ab.

„Da steckt sicher Naruto dahinter mit seinen bescheuerten Erfindungen von Jutsus. Der kann was erleben! Warum sollte ich sonst plötzlich wieder so aussehen, als wäre ich sieben? Völliger Schwachsinn! Fehlt nur noch, dass mich meine tote Mutter zum Essen ruft...“, dachte Sasuke über sich selbst lachend. Schnell zog er ein paar frische Klamotten aus einem der Fächer und öffnete gerade die Tür seines Zimmers, um ins Bad zu gehen, als er jemanden von unten, es musste aus der Küche kommen, rufen hörte: „Sasuke Schatz, kommst du bitte endlich? Frühstück ist fertig und dein Bruder muss gleich zu seiner Mission, also wenn du ihn noch sehen willst, beeil dich!“

Wie eingefroren blieb der Gerufene stehen und starrte auf einen unsichtbaren Punkt an der gegenüber liegenden Wand.

War er nun vollkommen durchgeknallt? Das war eindeutig die Stimme seiner Mutter gewesen, aber sie war doch - wie schon gesagt - tot! Oder etwa nicht? Anscheinend hatte er wirklich den Verstand verloren, er sollte sich verdammt noch mal beruhigen... am besten sollte er da jetzt runter gehen und sein Gehirn davon überzeugen, dass da niemand war und es sich diese Stimme nur eingebildet hatte.

Gedacht, getan. Schnell eilte er die Treppe hinunter und schob dann mit großem Elan die Küchentür auf.

Und schon das zweite Mal an diesem Tag war er geschockt. Am Herd sah er eine Frau - auch bekannt als seine „verstorbene“ Mutter - Teller aus dem Wandschrank nehmen, am Tisch kniete ein Mann - auch bekannt als sein „verstorbener“ Vater - und neben diesem erblickte er seinen verhassten, großen Bruder, der vom Familienoberhaupt über die eben erwähnte Mission ausgefragt wurde.

Sasuke wollte sich schon auf Itachi stürzen, doch in diesem Moment drehte sich seine Mutter zu ihm um und sprach lächelnd: „Guten Morgen, mein Schatz! Setz dich doch bitte auch hin!“ Sasuke, überrumpelt und noch total mit der Situation überfordert, ließ sich schweigend und so weit wie möglich von seinem Bruder entfernt nieder. Zwar warf dieser ihm einen fragenden Blick zu, aber der jüngste Uchiha realisierte das gar nicht mehr, führte er schon wieder gedankliche Selbstgespräche: „Also noch mal zum Mitschreiben: ich wache auf, sehe aus wie vor neun Jahren, meine Mutter, die ja eigentlich tot sein sollte, ruft mich zum Essen und nun sitze ich hier. Mit meinem Vater, der eigentlich auch tot sein sollte, und diesem Mistkerl von Itachi, der bald tot sein wird, wenn er mich weiter so dämlich angrinst – wahrscheinlich will er, dass ich Augenkrebs bekomme! Ich spinne eindeutig, anders kann ich mir das nicht erklären...“
 

Itachi begann sich mittlerweile zu wundern, warum sein Bruder so still war, denn normalerweise redete er ununterbrochen auf ihn ein und wollte wissen, wann er wieder von der Mission zurück käme. Außerdem hatte er wieder seine Denkermiene aufgesetzt, die zeigte, dass er gerade über etwas ziemlich angestrengt nachdachte, normalerweise aber nur zum Einsatz kam, wenn er sich unbeobachtet fühlte.

Als dann ihre Mutter das Essen bereitstellte, sich dazu setzte, seine Eltern mit dem Essen begannen und Sasuke sich immer noch nicht gerührt hatte, wurde es dem großen Bruder zu viel und er richtete sich an den Kleinsten der Familie, indem er ihn unauffällig anstupste: „Sag mal Ototô, was ist los mit dir? Du bist heute so schweigsam.“

Durch die Frage aus seinen Gedanken gerissen, überlegte Angesprochener erst einmal leicht überfordert, ob und was er antworten sollte.

Er könnte ihn ignorieren, aber ihm kam das Ganze dann doch zu real vor und außerdem käme er dadurch auch nicht weiter.

Mal angenommen, er bildete sich das alles nicht ein, was zwar totaler Schwachsinn war, aber egal: Er könnte doch eventuell, möglicherweise bei diesem Trainingsunfall ein Loch im Raum-Zeit-Gefüge geschaffen haben und so in seiner Vergangenheit gelandet sein, was vielleicht auch dieses helle Licht erklären würde! Das war es doch, was er sich immer gewünscht hatte: was geschehen war rückgängig zu machen. Vielleicht war das ja seine Chance?! Klang zwar verrückt, war es auch, aber schlimmer konnte es ja nicht werden. Sasuke wäre nicht Sasuke, wenn er diese Gelegenheit nicht nutzen würde; was so viel hieß wie: mitspielen, nicht so viel Aufmerksamkeit erregen und während dessen heraus finden, was los war.
 

Gerade, als Itachi sich vergewissern wollte, ob ihn der Kleine überhaupt gehört hatte, erhielt er seine Antwort: „Ach, es ist nichts, ich bin nur müde! Wann musst du denn los Nii-san?“, gähnte Sasuke etwas zu herzhaft, um überzeugend zu wirken. Dabei schaute er seinen Bruder bemüht fragend an und dieser kaufte ihm sein Schauspiel wohl ab. Offenbar erleichtert, dass alles in Ordnung war, antwortete er: „Ich muss in einer Stunde am Dorftor sein, aber ich verspreche dir, dass ich spätestens heute Abend wieder da bin und morgen unternehmen wir dann was zusammen!“  

„Es ist schon merkwürdig, wie nett er zu mir war. Ich frage mich, ob er das wirklich alles gespielt hat...? Ok, stopp stopp stopp! Sasuke, vergiss das gleich wieder! Überleg dir lieber schnell eine glaubhafte Reaktion, sonst schöpft er doch noch Verdacht! Was meinte er? Er will was mit mir unternehmen... ach, da weiß ich doch was! ...“

Sich äußerlich nichts von seinen Gedanken anmerken lassend, lächelte Sasuke erfreut: „Ist gut Nii-san, aber dann trainierst du mit mir, ja?!“

Itachi, gerade am Aufstehen, beugte sich noch einmal zu Sasuke herunter und legte ihm eine Hand auf den Kopf, während er schmunzelnd sagte: „Ich weiß zwar nicht, warum du immer so versessen darauf bist, mit mir zu trainieren, schließlich kommst du bald auf die Akademie, aber solange es dir Spaß macht, habe ich nichts dagegen! Bis heute Abend.“ Und damit ging er aus dem Raum. Sasuke blickte ihm noch nach, während er über die Worte seines Bruders nachdachte und sich halbherzig über das Kopftätscheln ärgerte, doch da wurde er von seinem Vater zurechtgewiesen: „Sasuke, ich habe es dir schon oft genug gesagt: du sollst Itachi nicht mit deinem lächerlichen Training aufhalten, er muss mit einer gleichrangigen Person trainieren, um sich immer weiter zu verbessern, und nicht seine kostbare Zeit an dich verschwenden, schließlich ist er der Stolz des Clans.“

Sasuke kommentierte diese Aussage mit einem feindseligen Blick in Richtung seines Vaters. Von wegen nicht gleichrangig, als ob er schwächer wäre!

Wobei, eigentlich ist oder war er das ja auch gewesen... Er musste unbedingt überprüfen, ob er noch so stark wie mit sechzehn war!

„Wenn mir niemand etwas beibringt, kann ich ja auch nie stärker werden! Ich gehe raus“, presste er immer noch wütend zwischen den Zähnen hervor und ohne auf eine Erwiderung zu warten, verließ nun auch Sasuke die Küche.

Zurück blieb eine über ihren jüngsten Sohn verblüffte Mutter, die ihrem Ehemann beschwichtigend eine Hand auf die Schultern legte, um zu verhindern, dass dieser, wenig erfreut wie er angesichts seiner Zornesfalte war, seinem Sprössling nachjagte.

 

 

Eben dieser war auf dem Weg zum Wald. Er suchte die selbe Stelle, an der er noch vor seiner Ohnmacht gewesen war und nach etwa zehn Minuten hatte er sie gefunden. Es war eine weiträumige, grasbewachsene Lichtung mit ein paar Felsen und sogar einem kleinen Waldsee. Zwar war sie verhältnismäßig weitläufig, aber nur sehr schwer zu finden, wenn man nichts von ihr wusste.

Sasuke hatte sie von Itachi gezeigt bekommen, als er das erste mal mit ihm trainiert hatte und sie war in all den Jahren sozusagen sein eigener geheimer Trainingsplatz geworden, von dem nicht einmal einer seiner Freunde etwas wusste. Nun setzte er sich an einen Baumstamm und begann zu überlegen.

„Als erstes sollte ich einige Ninjutsu ausprobieren und danach Taijutsu. Genjutsu ist im Moment nicht so wichtig. Hoffentlich habe ich noch meine alte Menge an Chakra, sonst könnte das die ersten Probleme geben...“

Somit stand er auf, stellte sich in Position und begann Fingerzeichen zu formen. „Katon, Goukakyuu no Jutsu!“ Ein riesiger Feuerball erschien auf der Lichtung und nach einiger Zeit verschwand er wieder.

„Gut, das kann ich noch, aber das heißt noch nichts, immerhin konnte ich dieses Jutsu schon ziemlich früh. Ich brauche noch einen Beweis“, setzte er seine Gedankengänge fort.

Schnell formte er neue Zeichen und als er fertig war, sah man eine Landung weißer Blitze in seiner linken Hand erscheinen: Chidori.

Zufrieden mit dem Ergebnis stoppte der Uchiha seinen Chakrafluss wieder und die Blitze ließen nach.

„Perfekt, ich kann also wahrscheinlich meine ganzen Techniken noch, ich muss nur berücksichtigen, dass mein momentaner Körper nicht so viel aushält, aber das ist kein großes Problem, da ich ja eh nicht wirklich viel kämpfen werde. Jetzt muss ich nur noch überprüfen, ob meine Schnelligkeit und mein Umgang mit Waffen auch gleich geblieben sind“, hakte Sasuke seine mentale Liste ab.

Daraufhin verschwand er kurz, um im nächsten Moment an einer weit entfernten Stelle wieder aufzutauchen. Damit war Thema Schnelligkeit auch erledigt, blieben noch die Waffen.

Grinsend lief er nacheinander zu fünf in verschiedenen Winkeln stehenden Bäumen und machte mit einem Stück Kohle, das er auf dem Boden gefunden hatte jeweils eine Markierung auf dem Stamm. Danach stellte er sich genau in die Mitte der Lichtung und zückte fünf Kunai, die er am Morgen aus Gewohnheit eingesteckt hatte. Nun sprang er in die Luft, drehte sich auf den Kopf und warf die Wurfmesser in die unterschiedlichen Richtungen, während er wieder auf dem Boden aufkam. Als er sich dann den Markierungen widmete, begann er wieder zu grinsen.

Eigentlich sollte er Itachi danken, diese Übung war schließlich von ihm und ziemlich praktisch, das musste er zugeben, immerhin trainierte man damit, auch die Ziele im toten Winkel zu treffen, was wirklich vorteilhaft war, ohne Zweifel. Aber zurück zum eigentlichen Thema: er hatte also seine Jutsu, Schnelligkeit und den Umgang mit Waffen nicht verlernt. Wenn er jetzt noch sein Schwert hätte, wäre alles perfekt - bis auf den jüngeren Körper, aber den ignorierte er mal eben gekonnt...

Wobei, da fiel ihm ein, etwas hatte er ja total vergessen!

Nachdem er die Kunai wieder weg gesteckt hatte, lief er eilig zum See. Dort angekommen beugte er sich über das klare Wasser und betrachtete sein Spiegelbild. Niemandem würde es in den Sinn kommen, dass sich hinter diesem unschuldigen und naiv aussehenden Gesicht ein Ninja versteckte. Ein voll ausgebildeter, erfahrener Shinobi. Wütend blickte Sasuke sich entgegen. Wieso hatte er früher nur so gutgläubig sein können und gedacht, Itachi wäre ein wunderbarer Bruder ohne Fehler und Nachteile?! Wie man sich doch in einem Menschen täuschen konnte. Kurz ließ er Chakra in seine Augen fließen und gleich darauf sah er sich mit zwei blutroten Iriden konfrontiert, die von jeweils drei gleichmäßig angeordneten Tomoe gespickt waren.

„Gut. Immerhin das wäre geklärt. Eigentlich kann ich jetzt auch wieder nach Hause gehen, es ist schon Mittag und Itachi wollte ja spätestens am Abend zurück sein...“

Erschrocken stellte Sasuke fest, dass er sich gerade wirklich darum gekümmert hatte, daheim zu sein, wenn sein Bruder zurück kam. Schnell verdrängte er diesen Gedanken wieder.

Nach einer halben Stunde, in der Sasuke durch das Dorf geschlendert war, kam er wieder im abgelegenen Uchiha-Viertel an. Während er so durch die Straßen lief und ihn hier und da jemand grüßte, fing er erneut an zu grübeln.

„Es ist so ungewohnt, meine ganzen Verwandten hier zu sehen und auch sonst ist alles so anders... Ich habe heraus gefunden, dass es Ende Juli ist. Vor einer Woche bin ich dem zur Folge sieben geworden, was bedeutet, dass ich in nicht einmal einem Monat auf die Akademie komme und Itachi in circa anderthalb Jahren den Clan auslöschen wird, nur habe ich den Vorteil, dass ich die ganzen Geschehnisse schon kenne, weshalb es für mich ein Leichtes sein wird, diese zu vereiteln! Aber bis dahin kann ich ja eigentlich noch dieses Leben genießen und einfach so tun, als wüsste ich von nichts.“

Angewidert verzog er ob seiner Erkenntnis das Gesicht.

„Oh man, das hieße dann ja auch, dass ich Itachi quasi vergöttern müsste, so wie ich an dem geklebt habe... und von meiner Stärke dürfte ich mir auch nichts anmerken lassen, schon allein das Sharingan auf so einer hohen Stufe zu besitzen... das müsste ich also auch verbergen...“

Genervt seufzend kickte Sasuke einen kleinen Kieselstein einige Meter vor sich her, bis dieser nach einem etwas zu herzhaften Tritt in hohem Bogen zwischen die Hauswände zweier der angrenzenden Gebäude und damit außerhalb seiner Reichweite flog. Auf seinem Gesicht zeichnete sich Entschlossenheit ab.

„Aber das werde ich schon irgendwie schaffen! Vater trainiert ja nie mit mir, also sieht er schon mal nichts von meinem Können. In der Akademie wird sich nichts ändern, wenn ich Klassenbester bin, das war ich eh schon und es macht ja nichts wenn meine Noten noch ein Stück besser werden, ich darf nur nicht zu sehr auffallen.

Der einzige, der es bemerken könnte, ist Itachi. Aber der wird die nächste Zeit fast nie daheim sein. Erstens wird er ja in knapp einem halben Jahr zum ANBU befördert und zweitens, weil er auf seine ach so wichtigen Missionen muss, schließlich ist er der Stolz des ganzen Uchiha Clans, wie es Vater so schön gesagt hat... Pah, ich glaub ich muss gleich kotzen! Der Typ spielt denen die ganze Zeit was vor und die merken das nicht einmal.

Egal, ich muss jetzt auch so einen Unwissenden spielen, also was solls.“

 

Während der ganzen Gedanken hatte Sasuke gar nicht auf den Weg geachtet und nun stellte er fest, dass er genau vor dem Anwesen, in dem er wohnte, zum Stehen gekommen war. Schnell schob er die Tür auf und ging hinein. Er spürte die Anwesenheit seiner Mutter im Wohnzimmer, sein Vater war höchst wahrscheinlich im Polizeigebäude. Um verständlich zu machen, dass er wieder zu Hause war, rief er laut: „Bin wieder da Ka-san, ich gehe auf mein Zimmer!“ Und schon stieg er die Treppe nach oben. Doch er lief nicht zu sich, sonder bog in die Richtung ab, in der das Zimmer seines Bruders lag. Dort öffnete er leise die Tür und huschte hinein. Innen sah er sich um und ging dann zielstrebig auf den Schreibtisch am Fenster zu. Schnell zog er eine der Schubladen auf und fand auch direkt, wonach er gesucht hatte: Da lagen Shuriken, Kunai, Rauchbomben und noch ein Haufen anderer Ninja-Ausrüstung.

Es störte Itachi sicher nicht, wenn er sich von ihm etwas leihen würde. Und selbst wenn, sollte ihm nur recht sein.

Fies lächelnd nahm sich Sasuke ein paar nützliche Sachen heraus und steckte sie in eine in der zweiten Schublade liegende Waffentasche. Mit dieser in der Hand verließ er nun wieder den Raum, nachdem er die Schubladen geschlossen hatte.

Zufrieden begab er sich auf sein Zimmer, um sich dort auf das große Bett zu werfen. Das Training hatte doch mehr an seinem Chakravorrat gezehrt, als gedacht.

Mit einem Gähnen machte er es sich gemütlich und nach kurzer Zeit war er, erschöpft wie er war, eingeschlafen.

 
 

Als Sasuke wieder erwachte, war es schon später Abend und verschlafen wie er war, schälte er sich aus seiner Decke. Schlurfend lief er ins Bad und trank erst einmal ein paar Schlucke Wasser. Danach fühlte er sich schon wacher und so suchte er intuitiv nach seiner Mutter.

Er fand sie im Waschraum, wo sie gerade Wäsche zum Trocknen aufhing. Als sie Sasuke bemerkte, blickte sie auf. „Wieso bist du denn noch wach, Schatz? Es ist schon spät und du solltest längst schlafen!“ Sasuke rieb sich unbewusst die müden Augen. „Ich bin gerade aufgewacht. Ist Itachi schon von der Mission zurück?“ Mikoto seufzte und strich ihrem jüngsten Sohn sanft durchs Haar: „Nein, ist er nicht, doch er wird bestimmt bald kommen. Du solltest jetzt zurück in dein Bett gehen. Und warte nicht auf deinen Bruder, du weißt, dass Vater das nicht gutheißt.“

Damit wandte sie sich erneut ihrer zuvor pausierten Tätigkeit zu. Das Gespräch war somit beendet und Sasuke begab sich grummelnd nach oben. Dort setzte er sich im Schneidersitz auf sein Bett und lehnte sich an die Wand. Er dachte gar nicht daran, jetzt zu schlafen.

„Ich bin nicht mehr müde und niemand kann mich zu etwas zwingen, schließlich bin ich mehr als die Hälfte meines Lebens alleine zurecht gekommen, warum jetzt auf andere hören?“ Geistesabwesend fing er an auf seiner Unterlippe zu kauen, während er sich weiter den Kopf zerbrach.

„Wobei ich auch nicht weiß, was ich sonst tun sollte... früher habe ich jedes Mal in Itachis Bett auf ihn gewartet, auch wenn ich es nicht durfte.

Aber darauf hab ich so was von gar keine Lust, dann müsste ich ja mit dem in einem Bett schlafen und auch noch so tun, als ob ich mich darüber freuen würde, bei ihm zu sein. Unauffälligkeit hin oder her, das muss ich mir nun wirklich nicht antun!“

Unentschlossen und grübelnd blickte der junge Uchiha an die Decke, nachdem er sich von seiner sitzenden Position in eine liegende gebracht hatte.

„Wenn ich so darüber nachdenke; er muss ja eigentlich auch immer nur so getan haben, als ob es ihm nichts ausmacht... zumindest hat er nie etwas dagegen gesagt und es mir immer erlaubt bei ihm zu schlafen, wenn ich ihn gefragt habe. Aber wenn er es wie gesagt nur gespielt hat, ist es ihm sicher nur recht, mal alleine zu sein....“

Mit einem Lächeln, das seine Augen nicht erreichte, drehte er sich auf die Seite und zog die Decke in einem Schwung bis zu seiner Nasenspitze.

„Oder er merkt es erst gar nicht, wenn ich dieses Mal nicht wie sonst da bin. Das ist mir dann auch viel lieber, immerhin habe ich so meine Ruhe!“

Und mit diesen Gedanken schlief er dann doch noch ein.

 
 

Als Itachi nach Hause kam, begann es schon langsam zu dämmern und er war wütend auf sich selbst, weil er sein Versprechen gegenüber Sasuke einmal mehr nicht hatte halten können.

Wahrscheinlich hatte der Kleine wieder die halbe Nacht in Itachis Bett gewartet und war dann enttäuscht eingeschlafen, weil sein großer Bruder nicht rechtzeitig gekommen war. Das wäre ja nichts Neues, immerhin machte Sasuke das jedes Mal, wenn er auf Mission war und wenn er dann zurück kam, lag sein kleiner Bruder selig schlummernd in seinem Bett und könnte einem Engel Konkurrenz machen.

Mit einem Hauch eines Lächelns auf den Mundwinkeln bei dem Gedanken und davon überzeugt, Sasuke vor zu finden, öffnete Itachi leise die Zimmertür, um seinen Bruder nicht zu wecken, aber das was er sah - oder besser nicht sah - ließ ihn kurz überrascht blinzeln.

Er hätte nicht gedacht, dass er sich irrte, das tat er für gewöhnlich nie. Vielleicht hatte ihr Vater es Sasuke verboten auf ihn zu warten. Aber das machte er ja eigentlich immer. Davon ließ sich Sasuke nicht aufhalten. Wahrscheinlicher war, dass ihre Mutter ihn in sein Zimmer getragen hatte, damit er nicht mehr aufwachte, wenn Itachi zurück kehrte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sein Ototô nicht auf ihn gewartet hatte.

Was sich auch zugetragen hatte, Sasuke würde heute bestimmt wieder früh in sein Zimmer platzen, um ihn zu wecken und dann wie immer schimpfen, dass er mal wieder später gekommen war, als er es versprochen hatte.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf machte sich der Uchiha schnell bettfertig und legte sich hin, um wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf nach dieser doch relativ anstrengenden Mission zu genießen, bevor er sich seiner Erwartungen entsprechend lautstark aus den Federn werfen lassen würde.



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Kommentare zu diesem Kapitel (2)

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Von:  REB
2017-05-06T22:16:43+00:00 07.05.2017 00:16
Hallo, deine Geschichte finde ich echt genial.
Du beschreibst Sasukes Gefühle richtig gut. Besonders seinen inneren Konflikt mit seinen alten Gefühlen, welche er für seinen großen Bruder empfunden hatte.
Der Schock als er seine Eltern wieder lebend getroffen hatte beim Frühstück ist auch sehr gut beschrieben worden. Immerhin hat er zurecht nicht mehr erwartet sie jemals Lebend wieder zu sehen.

Scheinbar hat sich nicht nur das Verhältnis zu Itachi geändert sondern auch zu seinem Vater, welcher nie wirklich Zeit für seinen Sohn hat. Sodass Sasuke zurecht nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Bin da gespannt wie sich das weiter entwickelt im Hause Uchia.
Besonders freue ich mich auf ein Treffen mit Sasuke und Naruto und ob sich da etwas verändert in ihrem Verhältnis zueinander.

Dieser Abschnitt wo Sasuke seine Fähigkeiten getestet hat fand ich ganz interessant. Scheinbar hat er nur wenig von seinen Fähigkeiten eingebüßt.
Bin da gespannt wie es weiter geht, besonders da ich solche Geschichten Liebe. Also alles was mit Zeitreise zu tun hat.
Liebe Grüße
REB
Antwort von: Melvin
09.05.2017 22:05
Danke für deinen ausführlichen Kommentar sowie dein Lob!
Freut mich, dass ich scheinbar deinen Geschmack getroffen habe und dir die Geschichte gefällt.
Es hat Spaß gemacht deine Überlegungen und Gedanken durchzulesen :D
~
Von:  -Shira-
2017-05-03T17:23:32+00:00 03.05.2017 19:23
Hallo. Sorry, dass ich nicht früher ein Komi geschrieben habe, aber ich hatte viel zu tun und bin daher erst jetzt dazu gekommen, das Fanfic-Kapitel zu lesen.

Ich fand das Kapi ziemlich spannend, es wäre sehr schade die Fanfic jetzt einfach weg zu werfen.

Dein Zeichenstil ist sehr besonders, gefällt mir!
Und die Art, wie Sasuke denkt, ist ziemlich amüsant.

Sasuke hats geschafft ein neues Jutsu zu erfinden, auch wenn es eher ungewollt war.

Ich frage mich was passieren würde, wenn Itachi etwas davon mitbekommt. Generell frage ich mich, wie es weiter geht. Jedoch braucht diese FF ja auch seinen Autor. Ich bitte dich daher, dir doch noch mal etwas Zeit zu nehmen die Fanfic weiter zu schreiben. Es wäre wirklich viel zu schade, würde sie jetzt einfach abgebrochen werden.

Also komm schon.

Auch meine Freunde sind total begeistert, sie wünschen sich von ganzem Herzen ein nächstes Kapi. Daher bitte ich dich: Schreib doch weiter!

Hoffe ich konnte dich überzeugen.

LG

Black-_-Demon
Antwort von: Melvin
09.05.2017 20:29
Leute, ihr macht's mir echt schwer xD

Spaß beiseite. Danke dir -Shira-, für dein weiterhin bestehendes Interesse an dieser FF!
Schön, deine Gedanken zum Inhalt zu lesen :)

Zum Status: endgültig abgebrochen ist sie nicht. Es ist schon möglich, dass ich sie weiterführe, nur momentan erstmal nicht, daher ist sie pausiert.
(Ich will nichts versprechen, was ich am Ende nicht halten kann ^^°) Find's aber lieb von dir, mich motivieren zu wollen. Es ist auf jeden Fall cool zu wissen, dass es Personen gibt, die sich für mein Geschreibsel interessieren.
~


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